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  • #1

Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Heute gelesen: 119 Match-Points und lt. Empfehlung von parship sollte ich unbedingt Kontakt aufnehmen.

Ihren Text gelesen: such langmähnigen Jeanstyp, sehr sportlich, Nichtraucher und Nichtrinker, der bei mir einzieht. Sinngemäß natürlich das Ganze.

Ok: ich habe eher einige Kilo zuviel, trage zwar Jeans, ich trinke keinen Alkohol, dafür rauche ich und langmähnig, keine Chance - eher sehr wenig haarig oder direkt gesagt kahlköpfig. Und dann bei Erfüllung der Anforderungen auch noch bei ihr in ihr Territorium nach ihrem Willen, definitives Nein.

Faszinierend finde ich, dass eine sicherlich intelligente, vermutlich lebenserfahrene Frau, die laut parship geradezu perfekt passt, auf - aus meiner Sicht - Äußerlichkeiten Wert legt und die Stecknadel im Heuhaufen sucht.

Erkenntnis: das Gutachten ist sehr hilfreich für die Vorauswahl, doch dann vor dem Blind-Date ist es sehr sinnvoll die Textbeiträge zu lesen und ich bin der Dame sehr dankbar, dass sie präzise beschrieben hat, was sie will. Klasse und ich wünsche ihr, dass sie ihren Traumprinzen findet.

LG Jorge
 
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  • #2
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

@Jorge.... so ist es nun mal, auf der Seite der Herren gibt es das auch häufiger. Und Beiträge zu diesem Verhalten und der entsprechenden Reaktion darauf gibt es auch in diesem Forum nicht nur vereinzelt.
Fragebögen zur Ermittlung von Persönlichkeitsprofil haben systemimmanent eine Unschärfe (persönliche Tagesform) und können natürlich auch bewusst in eine Richtung weisend beantwortet werden.
Daher hilft es nichts: Profiltext ist der Einstieg zum Kennenlernen, Bild, Mails, telefonieren und wirklich treffen, die weiteren.
Bei deinem Threadtitel weiss ich aber nicht ganz, warum du nach der beschriebenen Lage doch meinst, dass die MPs eine gute Vorauswahl darstellen? Schien ja eher so zu sein, dass du dich mit Traumprinzen nicht in Wettbewerb stellen wolltest trotz der hohen MPs?
Wenn du das noch mal ausführen könntest, gibt es vielleicht mehr Reaktion zum Thread.
 
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  • #3
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Hallo No_kitty

ich habe mit dem Matching-Verfahren von parship persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht. Vor ca. zehn Jahren hatte ich hier meine Traumfrau gefunden. Es waren fünf sehr sehr gute Jahre und führte nach acht doch zur Trennung. Viel entscheidender ist allerdings, dass ich in sechs Monaten zwölf Blind-Dates und dabei keinen einzigen "Flopp" hatte. Es waren immer klasse Frauen, gute Gespräche und ein netter Abend, mal wurde mehr daraus und mal eben nicht. Im Einzelfall habe ich heute noch gelegentlich Kontakt.

Ich verstehe das Matching von parship als eine Art Suchraster / Vorauswahlverfahren und dafür ist es nach meiner Erfahrung wirklich gut geeignet. Beruflich arbeite ich öfter mit XING und habe über diesen Weg viele gute geschäftiche Kontakte erhalten. Und auch dort gibt es eine Menge Blender, Aufschneider, Dummschwätzer usw. Für eine Beziehung - egal ob geschäftlicher oder privater Natur - geht in XING wie in parship letztlich nichts an dem Blind-Date vorbei.

Jede Beziehung basiert auf Vertrauen, das braucht Zeit und der Cassablanca-Test ist ein zwingender Bestandteil, ob ich für einen potentiellen Kunden arbeiten möchte oder die Frau fürs Leben suche. Die Art der Beziehung und die Zielsetzung sind nur einfach völlig anders. XING beruflich und parship persönlich halte ich nach allen Erfahrungen beide für professionell moderierte communities mit guten Analyse-, Recherche- und Präsentationsfunktionen.

Die Frage nach dem "nicht in Wettbewerb treten wollen" ist ein wenig komplexer zu beantworten. Es ist in diesem Falle meiner Ansicht nach unsinnig und "vergebene Liebesmüh". Die Dame schreibt sehr klar, dass sie einen schlanken legeren Jeanstyp mit Löwenmähne möchte. Und ich finde gut, dass sie so klar formuliert. Ich trage zwar auch - sogar beruflch - Jeans und bin vermutich auch eher leger - je nach Situation - nur ich habe ein paar Kilo zuviel (ok dagegen hilft Fitness) und sehe wie Kojak aus. Und meine Glatze gehört einfach zu mir und meiner Persönlichkeit.

Mein KO-Kriterium war jedoch ein völlig anderes. Sie "besteht" darauf, dass ihr Traummann in ihrem "wohleingerichteten und gestalteten Umfeld" einzieht.

Und auch das kenne ich aus meinen Erfahrungen vor zehn Jahren. Ein Teil der klasse Frauen die ich traf, hatten sich ihr Leben so eingerichtet, dass ich den Eindruck hatte, sie suchen einen Mann der zu ihren Möbeln und ihrem Leben passt, als eine Art "fehlende Ergänzung" ihrer ansonsten gut "eingerichteten" Situation. Genau hier laufe ich persönlich "laut schreiend weg".

Liebe bedeutet von meinem Verständnis Dich so zu nehmen wie Du bist, Dich so zu respektieren, so zu lassen und auch zu respektieren, wenn Du Dich veränderst. Es kann sein, dass es irgendwann nicht mehr passt, und auch das ist dann ok. Ich möchte weder manipulieren noch bevormunden oder fordern. Ich kann gerne unterstützen, ein Freund oder ein Spiegel sein. Und Partnerschaft bedeutet für mich gemeinsam etwas Neues zu wagen, etwas was beide gestalten und für das beide dann auch Verantwortung tragen,ohne ihre eigene ganz persönliche Selbstverantwortung aufzugeben, abzugeben oder sich abnehmen zu lassen.

Dieses - mein mir wichtiges Prinzip - wird nach meiner Lesart hier verletzt. Bitte es sind meine Prinzipien und ich lasse jedem anderen seine. Meine Werte sind nicht besser oder schlechter, moralischer oder unmoralischer, es sind einfach meine. Und die einzige wirklliche Bedingung, die ich persönlich bei einer potentiellen Partnerschaft stelle, ist dass unsere Prinzipien / Werte sehr ähnlich sind. Warum sollte ich mich folglich in dem konkreten Fall bemühen. Und dennoch halte ich das Matching-Verfahren von parship für eine Vorselektion für sehr gut. Mir persönlich fehlen dann eher die Suchbuttons wie Kinestät / Visuell; wie wichtig ist Dir körperliche Kommunikation; PLZ-Selektion mit den ersten beiden PLZ-Zahlen usw. Nur auch das ist rein subjektiv von mir und entspricht meinen Wünschen.

LG Jorge
 
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  • #4
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

So, Jorge, ich wollte mir Zeit nehmen, auf deine Ausführungen entsprechend zu reagieren....
Zitat von Jorge:
Hallo No_kitty

ich habe mit dem Matching-Verfahren von parship persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht.
Ach, das ist gut zu hören, meine Erfahrungen sind wechselhaft, was hohe MP-zahl angeht. Insofern finde ich eher den Casablanca-Test, wie du es nennst (Schau mir in die Augen, Kleiner) als Mittel zur Wahl, weil sonst zuviel selbstgemachte Vorstelung das reale Bild stören kann.

Zitat von Jorge:
Die Frage nach dem "nicht in Wettbewerb treten wollen" ist ein wenig komplexer zu beantworten. Es ist in diesem Falle meiner Ansicht nach unsinnig und "vergebene Liebesmüh".
Wie gut, dass ich dann die Frage nach dem Wettbewerb gestellt habe ;o) Zu grosse Fixierung auf körperliche Merkmale, auch wenn klar vorgebracht, finde ich nicht so 'vernünftig', aber ich beuge mich den Realitäten, die mir immer wieder begegnen.

Zitat von Jorge:
Mein KO-Kriterium war jedoch ein völlig anderes. Sie "besteht" darauf, dass ihr Traummann in ihrem "wohleingerichteten und gestalteten Umfeld" einzieht.
Hmmh.... ich weiss nicht, ich kann ja nun leider den Text nicht lesen, und auch nicht die Gute selbst fragen, mir will scheinen, dass es wohl sowas gibt auf beiden Seiten, so gut eingerichtete Leben, dass es gar keinen Raum gibt, eine neue Beziehung zu entwickeln. Und ja, das kann ich nachvollziehen, dass man davor wegläuft. Aber Beziehung aufbauen und gemeinsam wachsen lassen, heisst auch Raum für den neuen Partner bewusst machen. Wie das gemeinsame Leben dann aussieht ist so verschieden, wie Menschen verschieden sind.

Zitat von Jorge:
Liebe bedeutet von meinem Verständnis Dich so zu nehmen wie Du bist, Dich so zu respektieren, so zu lassen und auch zu respektieren, wenn Du Dich veränderst...... ,ohne ihre eigene ganz persönliche Selbstverantwortung aufzugeben, abzugeben oder sich abnehmen zu lassen.
Die Selbstverantwortung und die Achtsamkeit auf den Partner zu richten ist kein Widerspruch dazu, auch Arbeitsteilung in der Partnerschaft zuzulassen und auch sich einzugestehen, dass jeder in einer neuen Beziehung er/sie sebst ist und doch auch anders als in anderen Beziehungen, weil die Kombination neu ist. Nicht alles wird verändert sein, die Muster zu erkennen, die man mit sich trägt, ist die eigene Aufgabe, bei der man durchaus einen Spiegel gebrauchen kann, aber einen Spiegel der freundlich/freundschaftlich spiegelt.
Zitat von Jorge:
Dieses - mein mir wichtiges Prinzip - wird nach meiner Lesart hier verletzt. Bitte es sind meine Prinzipien und ich lasse jedem anderen seine. Meine Werte sind nicht besser oder schlechter, moralischer oder unmoralischer, es sind einfach meine. ....
Wertevorstellung zu teilen, Erfahrungswelt/-horizont ähnlich zu erleben, auch andere Gemeinsamkeiten zu entdecken gehört zu den wesentlichen Dingen in der neuen Beziehung.
Die meisten Menschen wissen gar nicht, auf welche Weise sie besonders wahrnehmen, die meisten von uns sind Mischungen - ich bin im Hören, Begreifen und Olfaktorischen mehr zu Hause als im rein Visuellen - wie wichtig ist es auch weiter zu wachsen und zu lernen ... das sind meines Erachtens Dinge, die man erst beim Treffen lernt, wenn man darauf achtet.
Die anderen Filtereinstellungen bei PS ... da wird es so viele geben, wie es Benutzer gibt - ich hätte durchaus Sympathie für eine PLZ-Suche. Manchmal sind 20 km Luftlinie weiter/länger als 50km Autobahn.
Also jein von meiner Seite: je nachdem, wie gut die Kenntnis über das eigenen Selbst ist, wie ernsthaft die Fragen beantwortet wurden, sind die MPs ein guter Ausgangspunkt. Wenn mehr das Wünschen als das eigene Kennen die Antworten ausgerichtet hat, kann es genauso gut schief gehen. Der Rest wird - wie immer - im realen Leben stattfinden.
 
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Wasserfee

  • #5
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Zitat von Jorge:
Mein KO-Kriterium war jedoch ein völlig anderes. Sie "besteht" darauf, dass ihr Traummann in ihrem "wohleingerichteten und gestalteten Umfeld" einzieht.

Und auch das kenne ich aus meinen Erfahrungen vor zehn Jahren. Ein Teil der klasse Frauen die ich traf, hatten sich ihr Leben so eingerichtet, dass ich den Eindruck hatte, sie suchen einen Mann der zu ihren Möbeln und ihrem Leben passt, als eine Art "fehlende Ergänzung" ihrer ansonsten gut "eingerichteten" Situation. Genau hier laufe ich persönlich "laut schreiend weg".
Lieber Jorge,

was hältst du davon: Eine klasse Frau - sie ist seit Jahren Single - entscheidet sich, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie will sich ein Leben aufbauen, das ihr gefällt. Dazu gehört auch eine schöne Wohnung, vielleicht sogar ihre Traumwohnung. Sie ist ungebunden, warum sollte sie sich diesen Wunsch also verwehren, wenn sie ihn verwirklichen kann? Ja, da gäbe es einen Grund: Was wäre, wenn plötzlich ein Mann in ihr Leben treten würde? Würde er damit klar kommen, dass sie ihre Träume bereits lebt? Sie spürt, wie sie bei dem Gedanken unsicher wird. Doch es nützt alles nichts. Es gibt da keinen Mann, nicht aktuell. Also tut sie das, was sie momentan beeinflussen kann: Sie richtet sich in ihrem Umfeld so ein, dass sie darin alt werden könnte. Und dem Mann, der da kommen könnte, dem sagt sie vorher schon mal, dass sie eine Frau ist, die den Mut hatte, frei zu sein.

Oder ist dir diese Geschichte lieber? Eine hübsche Frau - schon einige Jahre Single - ist seit langem frustiert. Sie hatte so viele Träume! Ein eigenes Haus. Freunde. Einen Garten. Einen Kaminofen. Doch irgendwie rinnt ihr die Zeit durch die Finger. Kein Mann kommt, mit dem sie das alles verwirklichen kann! Doch ohne schafft sie es nicht! Zu ihren Träumen gehört ein Mann. Also startet sie Morgen für Morgen in ihren grauen Tag. Manchmal ertappt sie sich dabei, wie sie aus dem Fenster starrt und träumt - unglücklich, traurig und klein. Im Innern glaubt sie, dass ER eines Tages kommen wird ... Und auf diesen Tag will sie warten.

Nun, lieber Jorge, frage ich dich: Welche Frau wäre dir lieber?
 
M

marlene_geloescht

  • #6
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

@ Wasserfee: Gefällt mir super, deine Gegenüberstellung! Toll :)
 
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  • #7
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Ich verstehe aber in beiden Alternativen nicht, warum der Mann dann ein Möbelstück sein muss.
 
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  • #8
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Zitat von Wasserfee:
Nun, lieber Jorge, frage ich dich: Welche Frau wäre dir lieber?
mir wäre es ziemlich egal. ich würde nach ganz anderen kriterien entscheiden. ich hätte die lieber, an der mir was liegt und der an mir etwas liegt!
 
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  • #9
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Liebe Wasserfee,

Zitat von Wasserfee:
Lieber Jorge,

Nun, lieber Jorge, frage ich dich: Welche Frau wäre dir lieber?
was für eine "verführerrische" Frage. Mein "Favorit" ist die erste Frau. Sie verwirklicht ihre Träume und sie packt die Dinge an, meinen Respekt. Dieses Vorgehen halte ich persönlich für richtig, und ich kann die Frauen sehr gut verstehen, die dies exakt so durchgeführt haben.

Jetzt hat "unsere" Frau alles, nur der "Traumprinz" fehlt. Und sie trifft ihn eines Tages. Entsteht hier nicht eine neue Situation, die neu bewertet werden muss, wo neue Prioritäten gesetzt werden sollten natürlich unter Berücksichtigung eingegangener "alter" Verpflichtungen?

Diese Art von Entscheidung treffen Eltern, die sich für Kinder entscheiden. Sie verzichten auf Freiheiten und oft auf Geld pro Kinder. Oder die Entscheidung die junge Menschen treffen pro Ausbildung (oft mit Verbindlichkeiten gegenüber dem Staat, weil sie Bafög beziehen) contra direktes Geldverdienen. Du "kaufst" immer beide Seiten einer Münze und jede Entscheidung hat Vor- und Nachteile.

Auch wenn Du Dein Singledasein verlässt und eine Beziehung eingehst - vielleicht sogar nur eine Wohngemeinschaft - bekommst Du etwas dazu für das Du etwas anderes aufgibtst.

Meine Ansicht nach ist das ein Lebensprinzip. Du kannst nicht alles haben und musst einfach Prioritäten setzen. Und ein mögliches Dreamteam fängt von meinem Verständnis gemeinsam auf neutralem Boden an, nicht in seinem Herrschafts- noch in ihrem Frauschaftsbereich. Aber bitte, dies ist meine ganz persönliche subjektive Meinung dazu.

LG Jorge
 
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  • #10
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Zitat von Wasserfee:
Und dem Mann, der da kommen könnte, dem sagt sie vorher schon mal, dass sie eine Frau ist, die den Mut hatte, frei zu sein.
Wer so vorauseilend die Freiheit bemühen möchte, gegenüber dem könnte etwas Skepsis angebracht sein. - Ich würde die erste Frau ein wenig so einordnen wie jemand, der sich endlich aus einer ihn unterdrückenden Beziehung befreit hat. In dem Sinne ist sie frei. Ob sie wirklich schon frei für eine neue Beziehung ist, ist eine andere Frage.

Übrigens können nicht nur Männer unfrei machen. Auch Träume.
Genau das wäre ja die Befürchtung des Mannes: sich ganz in die Traumwelt einordnen zu sollen, die jemand anderes träumt.
Hatten wir hier doch schon einige Male: wo jemand ganz genau beschreibt, wie der Mann sein muß, welchen Wortlaut seine Nachrichten haben sollen, wie er sich über das Befinden erkundigen soll usw. - Da kann man natürlich sagen: super freie Frau, die weiß wirklich, was sie will! Oder man sagt: naja, die glaubt es ein wenig zu gut zu wissen, die läßt keinen Raum, da wäre eine etwas "freiere" Einstellung eigentlich wünschenswert.

Überhaupt ist mir in beiden Fällen zu sehr von Träumen die Rede. Träume sind meist eher was einsames. Natürlich kann man jemand suchen, der zufällig dasselbe träumt wie man selbst. Dann kann jeder seinen Traum weiterleben, so ganz parallel, und es fällt ja kaum auf, weil alles zu passen scheint.
 
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  • #11
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Zitat von Heike:
Wer so vorauseilend die Freiheit bemühen möchte, gegenüber dem könnte etwas Skepsis angebracht sein. - Ich würde die erste Frau ein wenig so einordnen wie jemand, der sich endlich aus einer ihn unterdrückenden Beziehung befreit hat. In dem Sinne ist sie frei. Ob sie wirklich schon frei für eine neue Beziehung ist, ist eine andere Frage.

Übrigens können nicht nur Männer unfrei machen. Auch Träume.
Genau das wäre ja die Befürchtung des Mannes: sich ganz in die Traumwelt einordnen zu sollen, die jemand anderes träumt.
Hatten wir hier doch schon einige Male: wo jemand ganz genau beschreibt, wie der Mann sein muß, welchen Wortlaut seine Nachrichten haben sollen, wie er sich über das Befinden erkundigen soll usw. - Da kann man natürlich sagen: super freie Frau, die weiß wirklich, was sie will! Oder man sagt: naja, die glaubt es ein wenig zu gut zu wissen, die läßt keinen Raum, da wäre eine etwas "freiere" Einstellung eigentlich wünschenswert.

Überhaupt ist mir in beiden Fällen zu sehr von Träumen die Rede. Träume sind meist eher was einsames. Natürlich kann man jemand suchen, der zufällig dasselbe träumt wie man selbst. Dann kann jeder seinen Traum weiterleben, so ganz parallel, und es fällt ja kaum auf, weil alles zu passen scheint.
Ich glaube, Wasserfee wollte einfach nur folgende gegenüberstellen:

Die zweite Frau träumt nur von dem Mann, den sie nicht hat. Sie vergisst mitunter zu leben. Der nichtvorhandene Mann ist ihr Lebensinhalt. Irgendwann wird sie merken, dass die ganze Zeit ohne diesen ersehnten Mann ohne jede Lebensfreude an ihr vorübergezogen ist (unabhängig davon, ob er zuguterletzt noch aufgetaucht ist oder nicht). Ihre Träume bleiben im Extremfall für immer Träume, nämlich dann wenn der ersehnte Mann nie auftaucht.

Die erste Frau lebt demgegenüber weiter und erfüllt sich zumindest die Träume und Wünsche, die sie sich ohne den ersehnten Mann erfüllen kann. Sie holt das maximale aus ihrer Lebenssituation heraus; hat mithin auch ohne Mann ein erfülltes Leben. Den Mann, den sie gerne hätte kann sie schließlich nicht herzaubern. Das heißt aber nicht, dass es füh ihn keinen Raum mehr in dem Leben gibt.

Die Frage, die sich jetzt jede(r) selbst beantworten kann ist folgende: Welche Frau ist attraktiver? Ich würde ganz klar sagen die erste. Die strahlt nämlich noch Lebensfreude aus; während die zweite als Häufchen Elend durchs Leben geht und damit ihre Ausstrahlung und ihre Attraktivität zu einem großen Teil einbüßt.

Ich denke also, Wasserfee wollte gerade zum Ausdruck bringen, dass es nicht heißt, dass es keinen Platz mehr für einen Mann im Leben einer Frau gibt, die ihr eigenes Leben für sich möglichst gut eingereichtet hat. Wasserfee wollte sagen, dass ein Mann bei einer solchen Frau durchaus nochmal hinschauen kann.
 
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  • #12
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Ginevra, na, wenn man es bloß so versteht, ist doch klar, daß jeder für die erste Frau votiert. Dann ist die Gegenüberstellung geschenkt. Deswegen gucke ich lieber, wie es dasteht, welchen Eindruck es auf mich macht.
Interessanter wird es, wenn man schaut, wie auch eigene Erwartungen und Vorstellungen einen unfrei machen können. Oder auch, daß eine Gefahr langen Singledaseins darin besteht, es sich so einzurichten und sich darin so zu verfestigen, daß ein möglicher Partner es immer schwerer hat. Man ist nicht mehr so flexibel wie mit zwanzig. Das hat einige Vorteile, etwa daß man vielleicht besser weiß, was man will, aber eben auch Nachteile: man ist nicht mehr so offen.
Und das ist ja ein Problem, um das es ging, und läßt sich sicherlich nicht durch so eine Gegenüberstellung wegwischen. :)
 
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  • #13
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

@ Heike: Die Gegenüberstellung hab ich schon nur so verstanden wie beschrieben. Allerdings hab ich jetzt auch nochmal in den Ausgangspost geschaut. Als suchender Mann würde ich es schon seltsam finden, wenn bereits im Profil sinngemäß steht "suche Mann, der bei mir einzieht". Das würde ich direkt abschreckend finden.

Und ja es stimmt schon. Durch dieses "ich richte mir mein Leben auch so schön ein" wird Frau natürlich unflexibler. Ich wäre auch nicht bereit, weiss wohin zu ziehen.
 
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  • #14
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Eben, die Gegenüberstellung stand ja in einem Kontext, und auf den habe ich sie bezogen.
Am besten wäre es natürlich, wenn einem in allen Umständen gelänge, das Beste draus zu machen und zugleich offen zu bleiben. Also im Falle der Partnerlosigkeit ein vollkommenes Singleleben zu führen und im Falle des Nahens einer Partnerschaft vollkommen offen für die Begegnung und ein Leben zu zweit zu sein. Praktisch dürfte es aber meist etwas bedingter zugehen und haben die Dinge zwei Seiten.
Zuweilen ist dann wirklich abzuwägen statt sich mit dem Hinweis, daß doch jeweils immer das Beste möglich sei, aus der Affäre zu ziehen.
Entscheidungen wie eine aufwendige Renovierung etwa betreffen nicht nur die unmittelbare Gegenwart, sondern legen einen schon ein wenig auf die Zukunft fest. Also in dem Sinne, daß jemand, der gerade aufwendig seine Wohnung oder sein Haus eingerichtet hat, weniger leicht bereit ist, zwei Monate später umzuziehen als jemand, der es eher mit Provisorien hält. (In denen man sich allerdings wiederum auch einrichten kann.)
 
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Wasserfee

  • #15
AW: Matching ist nicht alles, aber gute Vorauswahl

Nichts hält so gut wie ein Provisorium ...

Danke Ginevra, dass du meine Gegenüberstellung noch mal erläutert hast. Genauso habe ich das auch gemeint.

@ Heike: Deine Sicht der Dinge kann ich natürlich auch verstehen. Sie hat mich zum Nachdenken angeregt!

Zitat von Ginevra:
Als suchender Mann würde ich es schon seltsam finden, wenn bereits im Profil sinngemäß steht "suche Mann, der bei mir einzieht". Das würde ich direkt abschreckend finden.
Frau darf hier auch nicht vergessen, dass Jorge hier einen großen Interpretationsspielraum hatte. "Sinngemäß" bedeutet ja in seinem Sinne, nicht zwingend auch in ihrem! Genauso wie die Aussage, man(n) werde als Möbelstück angesehen. Es mag sein, dass die Frau das gar nicht so gemeint hat, dass es aber bei manchen Männern so ankommt - eben weil sie an diesem Punkt emotional in irgendeine unangenehme Resonanz gehen ...

Es gibt genügend männliche Profile, in denen betont wird, wie wichtig der eigene Garten, der eigene Kamin oder das eigene Häuschen ist. Bei mir klingeln da auch alle Glöckchen. Selbst wenn ich ein Haus hätte, würde ich es vermutlich nicht ins Profil schreiben, weil ich niemals weiß, wie sich die Dinge entwickeln. Und mich auch nicht festlegen möchte.

Andererseits kann ich eben auch verstehen, wenn jemand - durch was auch immer - seine Unabhängigkeit hervorheben möchte. Legitim ist das. Es wird auch Frauen/Männer geben, die sich darüber freuen.