t.b.d.

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  • #121
Es tönt eher unkundig. Worin auch immer diese Fachperson Fachperson sein mag, wenn sie das tatsächlich so von sich gegeben hat, dürfte sie eher wenig Ahnung von der Sache haben.

So ganz von der Hand zu weisen ist die Idee mit der SM-Beziehung vielleicht nicht. Da gibt´s ja sicher auch graduelle Abstufungen wo beide zueinander passen bzw. sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten einander annähern müssen um miteinander glücklich werden zu können.
Angenommen beide sind sich ihrer Neigungen nicht bewusst, haben sich damit nicht auseinandergesetzt oder lehnen diese ab, kann das schon eigenartige Effekte hervorbringen.
 

mino65

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  • #122
So ganz von der Hand zu weisen ist die Idee mit der SM-Beziehung vielleicht nicht....

Ich möchte meinen Beitrag präzisieren:
der erwähnten Fachperson (und mir hier im Forum) ging es nicht um einvernehmlichen SM-Sex, der beide PartnerInnen ja glücklich machen kann, sondern
um ein destruktives, sadomasochistisches Beziehungsmuster, das die Beteiligten zerstört und solange beide die "Schuld"/Verantwortung der anderen Person geben und das Muster nicht erkennen (eine Art Co-Abhängigkeit wie bei z.B. bei Suchterkrankungen), rasen sie beide den Abhang gemeinsam hinunter.

Bei dem Paar, das ich erwähnt habe, war das so, dass sie immer wieder ihre Beziehung beendet (weil sehr gelitten) aber dann doch wieder damit angefangen haben. Sie waren wie genau zusammen passende Zahnräder. Ein Ausstieg aus der Partnerschaft wurde erst durch die lebensbedrohliche Erkrankung eines der beiden Kinder möglich. Das Muster wurde aber bei dem Paar lange Jahre nach der Scheidung noch weiter gelebt, weil es erst sehr spät erkannt und dann nicht mehr aufgearbeitet werden konnte. Zu grossem Schaden ihrer Kinder.

Ich weiss, dass die Erfahrungen von @writer101 nur sehr bedingt mit dem oben beschriebenen Beispiel verglichen werden können.
Nichtsdestotrotz denke ich, dass dieser Gedanke auch in seinem Zusammenhang nützlich sein könnte - und wenn nicht, umso besser für ihn:).
 
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babe

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  • #123
Ich möchte meinen Beitrag präzisieren:
der erwähnten Fachperson (und mir hier im Forum) ging es nicht um einvernehmlichen SM-Sex, der beide PartnerInnen ja glücklich machen kann, sondern
um ein destruktives, sadomasochistisches Beziehungsmuster, das die Beteiligten zerstört und solange beide die "Schuld"/Verantwortung der anderen Person geben und das Muster nicht erkennen (eine Art Co-Abhängigkeit wie bei z.B. bei Suchterkrankungen), rasen sie beide den Abhang gemeinsam hinunter.

Deswegen meine Verwunderung: Fachleuten (in was denn nu?) müßte der Unterschied zwischen sadomasochistischen und destruktiven Beziehungen eigentlich geläufig sein.
(Was nicht ausschließt, daß sadomasochistische Beziehungen auch destruktiv sein können, genauso wie auch nicht-sadomasochistische Beziehungen destruktiv sein können.)
 
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Deleted member 20013

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  • #124
Fachleuten (in was denn nu?) müßte der Unterschied zwischen sadomasochistischen und destruktiven Beziehungen eigentlich geläufig sein
Du liest hier nicht die Aussagen der Fachleute, sondern eine Wiedergabe dessen, mindestens aus 3. Hand.

Es könnte sich bei der Begrifflichkeit um eine handelt, die die Fachperson verwendet, um das Geschehen zu dramatisieren, zu verdeutlichen und/oder begreifbar zu machen und bewusst auf fachliche Korrektheit pfeifft.

Es könnte sich nur um das Verständnis des betreffenden Paares handel. Also wie sie die Inhalte wahrgenommen und dann in Worte gepackt haben. Dafür muss der Fachmann die zu Frage stehenden Begriffe gar nicht in den Mund genommen haben.

Oder es handelt sich um die Begrifflichkeit die erst die Person, die dem Pärchen zugehört hat, reingebracht hat.

Zusammengefasst: völlig absurd und sinnlos sich an Begriffen aufzuhängen die mehrere Runden stille Post gespielt haben.
 
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mino65

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  • #126
Du liest hier nicht die Aussagen der Fachleute, sondern eine Wiedergabe dessen, mindestens aus 3. Hand.

Es könnte sich bei der Begrifflichkeit um eine handelt, die die Fachperson verwendet, um das Geschehen zu dramatisieren, zu verdeutlichen und/oder begreifbar zu machen und bewusst auf fachliche Korrektheit pfeifft.

Es könnte sich nur um das Verständnis des betreffenden Paares handel. Also wie sie die Inhalte wahrgenommen und dann in Worte gepackt haben. Dafür muss der Fachmann die zu Frage stehenden Begriffe gar nicht in den Mund genommen haben.

Oder es handelt sich um die Begrifflichkeit die erst die Person, die dem Pärchen zugehört hat, reingebracht hat.

Zusammengefasst: völlig absurd und sinnlos sich an Begriffen aufzuhängen die mehrere Runden stille Post gespielt haben.

Wenn es so wäre, wie du das darstellt, hätte ich das Beispiel gar nicht gebracht, weil das komplett unseriös gewesen wäre. Ich bürge für jedes geschriebene Wort.
 
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babe

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  • #127
Zusammengefasst: völlig absurd und sinnlos sich an Begriffen aufzuhängen die mehrere Runden stille Post gespielt haben.
Ach, ein bißchen Aufklärung muß nicht sinnlos sein. Es ist in der Tat nicht entscheidend, wieviele Runden die Formulierung gemacht hat, sondern daß sie hier steht und dabei auf die Autorität einer Fachperson verwiesen wird. Da fand ichs angemessen, das nicht einfach unkommentiert zu lassen, sondern den Gedanken an Differenzierung aufkommen zu lassen. Ich glaub, so manchem ist da noch alles eins.
 
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  • #128
Wenn es so wäre, wie du das darstellt, hätte ich das Beispiel gar nicht gebracht, weil das komplett unseriös gewesen wäre. Ich bürge für jedes geschriebene Wort.
Wahrnehmung ist ein ausgesprochen interessantes Phänomen und die Korrektheit von Angaben ist weitestgehend unabhängig von der (Selbst)Sicherheit, mit der die Aussagen getätigt werden.
Falls es dich interessiert, wäre Literatur zu Zeugenaussagen eine aufschlussreiche Lektüre.

EDIT:
Lustig ist bisweilen auch der Heimversuch, sich von seinem Zuhörer - in seinen eigenen Worten! - wiedergeben zu lassen, was man ihm vor kurzem, oder vor einiger Zeit, erzählt hat. :D
 
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  • #129
Ach, ein bißchen Aufklärung muß nicht sinnlos sein. Es ist in der Tat nicht entscheidend, wieviele Runden die Formulierung gemacht hat, sondern daß sie hier steht und dabei auf die Autorität einer Fachperson verwiesen wird. Da fand ichs angemessen, das nicht einfach unkommentiert zu lassen, sondern den Gedanken an Differenzierung aufkommen zu lassen. Ich glaub, so manchem ist da noch alles eins.
Ok.
In dem (An)Sinne(n) kann ich voll und ganz mitgehen.
 
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babe

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  • #130
Wahrnehmung ist ein ausgesprochen interessantes Phänomen und die Korrektheit von Angaben ist weitestgehend unabhängig von der (Selbst)Sicherheit, mit der die Aussagen getätigt werden.
Falls es dich interessiert, wäre Literatur zu Zeugenaussagen eine aufschlussreiche Lektüre.
Ist aber auch möglich, daß die Dame tatsächlich von sadomasochistischer Beziehung gesprochen hat.
Auch Psychiater machen es sich zuweilen gerne leicht und manche sind auch etwas älter. Nicht zu vergessen, daß Sadomasochismus - auch wenns praktisch nicht diagnostiziert wird - im ICD-10 immer noch als Störung der Sexualpräferenz aufgeführt wird, halt gänzlich ungeachtet destruktiver Beziehungszüge. Aber da würde es dann wirklich kompliziert. Aber es geht ja eben auch nicht um die Psychiaterin, sondern ums hier.
 
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  • #131
Ist aber auch möglich, daß die Dame tatsächlich von sadomasochistischer Beziehung gesprochen hat.
Hab ich nicht geleugnet:
Es könnte sich bei der Begrifflichkeit um eine handelt, die die Fachperson verwendet, um das Geschehen zu dramatisieren, zu verdeutlichen und/oder begreifbar zu machen und bewusst auf fachliche Korrektheit pfeifft.
 

mino65

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  • #132
Wahrnehmung ist ein ausgesprochen interessantes Phänomen und die Korrektheit von Angaben ist weitestgehend unabhängig von der (Selbst)Sicherheit, mit der die Aussagen getätigt werden.
Falls es dich interessiert, wäre Literatur zu Zeugenaussagen eine aufschlussreiche Lektüre.

EDIT:
Lustig ist bisweilen auch der Heimversuch, sich von seinem Zuhörer - in seinen eigenen Worten! - wiedergeben zu lassen, was man ihm vor kurzem, oder vor einiger Zeit, erzählt hat. :D

@Synergie: vielen dank. Ich bin u.a. Historikerin und daher mit der Materie etwas vertraut.
 
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  • #133
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Friederike84

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  • #135
Sadomasochismus - auch wenns praktisch nicht diagnostiziert wird - im ICD-10 immer noch als Störung der Sexualpräferenz aufgeführt wird

Jein - wenn sexuelle Stimulation ausschließlich (!) und nur über Sadismus oder Masochismus ausgelöst wird. Dann hat es Störungswert laut ICD-10. Ansonsten nicht, sobald es auch andere Stimulationen gibt.
 
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Friederike84

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  • #136
Mal davon abgesehen, was man von dieser Klassifizierung hält, ist das in der Tat extrem selten.
Trotzdem lässt sich natürlich auch darüber streiten.
 
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  • #137
Jein - wenn sexuelle Stimulation ausschließlich (!) und nur über Sadismus oder Masochismus ausgelöst wird. Dann hat es Störungswert laut ICD-10. Ansonsten nicht, sobald es auch andere Stimulationen gibt.
Eindeutig Nein.
"Leidensdruck" ist eines der relevanten Stichworte.
F65.5 im ICD10

Für ICD11 ist Anderes vorgeschlagen:
"Paraphile Störungen
In der ICD-10 sind in der Kategorie F65 „Störungen der Sexualpräferenz“ dargestellt.
Die WHO Arbeitsgruppe hat eine Umbenennung der Sektion in „Paraphile
Störungen“ vorgeschlagen. Allerdings soll der Inhalt der Sektionweiterhin in
dem Kapitel V „Psychische und Verhaltensstörungen“ verbleiben. Der Ausdruck „Störung“ wurde (analog der DSM-5, APA 2015) ergänzt, um hervorzuheben, dass atypische sexuelle Interessen für die Diagnosevergabe in Verhaltensweisen gegen nicht einwilligende oder einwilligungsfähige Personen resultieren müssen, und/oder schwerwiegenden Leidensdruck verursachen oder ein Risiko für Verletzungen und Tod mit sich bringen. Eine weitere wichtige Revision beinhaltet den Ausschluss der Diagnosen, die durch konsensuelle sexuelle Verhaltensweisen und Solosex-Aktivitäten charakterisiert sind. Daher sollen nach aktuellem Stand die Diagnosen „Fetischismus“, „Fetischistischer Transvestitismus“ und „Sadomasochismus“ gänzlich aus dem Manual gestrichen werden. Als Grund für diese Entscheidung wird angeführt, dass die Diagnosen nicht von Bedeutung für das Gesundheitssystem seien und kein Zusammenhang mit Leidensdruck und Funktionseinbußen bestehe. Es wird befürchtet, dass eine weitere Berücksichtigung der Diagnosen mit einer Stigmatisierung bestimmter sexueller Verhaltensweisen einhergehen könnte. Des Weiteren hätten Menschen, die besondere Sexualpraktiken (z. B. BDSM) ausüben, keinen erkennbaren gesundheitlichen Vorteil durch eine Diagnosevergabe.

Die „Paraphile Störung“ nach ICD-11 ist charakterisiert durch ein andauerndes,
intensives Muster atypischer sexueller Erregung, das sich in sexuellen Gedanken, Phantasien, Verlangen oder Verhalten ausdrückt. Ferner fokussiert
und involviert das Erregungsmuster andere, diewegen ihres Alters oder Status
nicht einwilligen können (z. B. Kinder, eine nichtsahnende Person, die voyeuristisch durchs Fenster beobachtet wird, Tiere). Die Diagnose soll vergeben werden, wenn die Person ihr Erregungsmuster mit nicht-einwilligenden Personen bereits ausgelebt hat oder wenn die Person hierdurch einen relevanten Leidensdruck hat. In der ICD-11 sollen namentlich die folgenden fünf paraphilen Störungen gelistet werden:
1. Exhibitionistische Störung (exhibitionistic disorder),
2. Voyeuristische Störung (voyeuristic disorder),
3. Pädophile Störung (pedophilic disorder),
4. Frotteuristische Störung (frotteuristic disorder) und
5. Sexuell sadistische Störung unter Ausübung von Zwang (Coercive sexual
sadism disorder).
Ferner wird die Kategorie „andere spezifische paraphile Störung“ in der
ICD-11 Berücksichtigung finden. Diese Kategorie soll Anwendung finden,
wenn sich das Erregungsmuster auf andere, die wegen ihres Alters oder Status nicht einwilligen können, bezieht, jedoch in den oben genannten vorgeschlagenen Kategorien nicht abgebildet wird (z. B. Tiere, Körper/Körperteile). Des Weiteren soll die Möglichkeit bestehen, eine „unspezifische paraphile Störung“ zu diagnostizieren. Diese Diagnose soll nur dann vergeben werden, wenn ein sexuelles Erregungsmuster, welches einwilligende Personen (z. B. beim Masochismus) oder Solosex-Aktivitäten umfasst, merklichen Leidensdruck hervorruft, der nicht das Resultat befürchteter sozialer Ablehnung oder Ablehnung des Erregungsmusters durch andere beinhaltet und/oder das paraphile Verhalten mit einem deutlichen Risiko für Verletzungen und Todesfolgen einhergeht (z. B. Asphyxophilie)."

Quelle: https://www.researchgate.net/public...rwxAfBlR3dqwndbaRu2GQZvPL-Jt8dV3nO6SzMGfFP39w
 
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Friederike84

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  • #141
Eindeutig Nein.
"Leidensdruck" ist eines der relevanten Stichworte.
F65.5 im ICD10

Für ICD11 ist Anderes vorgeschlagen:
"Paraphile Störungen
In der ICD-10 sind in der Kategorie F65 „Störungen der Sexualpräferenz“ dargestellt.
Die WHO Arbeitsgruppe hat eine Umbenennung der Sektion in „Paraphile
Störungen“ vorgeschlagen. Allerdings soll der Inhalt der Sektionweiterhin in
dem Kapitel V „Psychische und Verhaltensstörungen“ verbleiben. Der Ausdruck „Störung“ wurde (analog der DSM-5, APA 2015) ergänzt, um hervorzuheben, dass atypische sexuelle Interessen für die Diagnosevergabe in Verhaltensweisen gegen nicht einwilligende oder einwilligungsfähige Personen resultieren müssen, und/oder schwerwiegenden Leidensdruck verursachen oder ein Risiko für Verletzungen und Tod mit sich bringen. Eine weitere wichtige Revision beinhaltet den Ausschluss der Diagnosen, die durch konsensuelle sexuelle Verhaltensweisen und Solosex-Aktivitäten charakterisiert sind. Daher sollen nach aktuellem Stand die Diagnosen „Fetischismus“, „Fetischistischer Transvestitismus“ und „Sadomasochismus“ gänzlich aus dem Manual gestrichen werden. Als Grund für diese Entscheidung wird angeführt, dass die Diagnosen nicht von Bedeutung für das Gesundheitssystem seien und kein Zusammenhang mit Leidensdruck und Funktionseinbußen bestehe. Es wird befürchtet, dass eine weitere Berücksichtigung der Diagnosen mit einer Stigmatisierung bestimmter sexueller Verhaltensweisen einhergehen könnte. Des Weiteren hätten Menschen, die besondere Sexualpraktiken (z. B. BDSM) ausüben, keinen erkennbaren gesundheitlichen Vorteil durch eine Diagnosevergabe.

Die „Paraphile Störung“ nach ICD-11 ist charakterisiert durch ein andauerndes,
intensives Muster atypischer sexueller Erregung, das sich in sexuellen Gedanken, Phantasien, Verlangen oder Verhalten ausdrückt. Ferner fokussiert
und involviert das Erregungsmuster andere, diewegen ihres Alters oder Status
nicht einwilligen können (z. B. Kinder, eine nichtsahnende Person, die voyeuristisch durchs Fenster beobachtet wird, Tiere). Die Diagnose soll vergeben werden, wenn die Person ihr Erregungsmuster mit nicht-einwilligenden Personen bereits ausgelebt hat oder wenn die Person hierdurch einen relevanten Leidensdruck hat. In der ICD-11 sollen namentlich die folgenden fünf paraphilen Störungen gelistet werden:
1. Exhibitionistische Störung (exhibitionistic disorder),
2. Voyeuristische Störung (voyeuristic disorder),
3. Pädophile Störung (pedophilic disorder),
4. Frotteuristische Störung (frotteuristic disorder) und
5. Sexuell sadistische Störung unter Ausübung von Zwang (Coercive sexual
sadism disorder).
Ferner wird die Kategorie „andere spezifische paraphile Störung“ in der
ICD-11 Berücksichtigung finden. Diese Kategorie soll Anwendung finden,
wenn sich das Erregungsmuster auf andere, die wegen ihres Alters oder Status nicht einwilligen können, bezieht, jedoch in den oben genannten vorgeschlagenen Kategorien nicht abgebildet wird (z. B. Tiere, Körper/Körperteile). Des Weiteren soll die Möglichkeit bestehen, eine „unspezifische paraphile Störung“ zu diagnostizieren. Diese Diagnose soll nur dann vergeben werden, wenn ein sexuelles Erregungsmuster, welches einwilligende Personen (z. B. beim Masochismus) oder Solosex-Aktivitäten umfasst, merklichen Leidensdruck hervorruft, der nicht das Resultat befürchteter sozialer Ablehnung oder Ablehnung des Erregungsmusters durch andere beinhaltet und/oder das paraphile Verhalten mit einem deutlichen Risiko für Verletzungen und Todesfolgen einhergeht (z. B. Asphyxophilie)."

Quelle: https://www.researchgate.net/public...rwxAfBlR3dqwndbaRu2GQZvPL-Jt8dV3nO6SzMGfFP39w


Stimmt. Die ICD11 wird wahrscheinlich besser.
Irre, was sich da so komplett als falsches Wissen verfestigt hat, wenn das Auswendiglernen etwas her ist...
Wo habe ich das bloß her? :)
Eigenartig.
 

babe

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  • #143
hm...Psychopathen haben keine Emotionen? Keine (oder andere) Werte...ok....aber keine Emotionen? Geht das? Wo sind die hin? Abspaltung? Was sagen die Experten/Psychologen dazu?
@Friederike84 ?

Im Hinblick auf "Psychopathen" wird gerne viel Unsinn behauptet.
Ich würde den Psychopathen in solchen Zusammenhängen eher als literarische Größe verstehen. Da ists dann eine Frage dichterischer Ausgestaltung, wie man den faßt, und so manches, was in sachlicher Hinsicht Unsinn wäre, könnte dann zumindest amüsant sein.
 
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  • #144
hm...Psychopathen haben keine Emotionen? Keine (oder andere) Werte...ok....aber keine Emotionen? Geht das? Wo sind die hin? Abspaltung? Was sagen die Experten/Psychologen dazu?
@Friederike84 ?
Ich finde der Vergleich mit Mr. Spock erklärt diese schwere Form der Persönlichkeitsstörung ganz gut. Mr. Spock kann kein Mitgefühl empfinden, er interpretiert bei anderen vielmehr deren Gefühle. Vulkanier haben aber ein ausgeprägtes und stabiles Wertesystem, das der oder die Psychopathin nicht hat, weil ihnen soziale Verantwortung fremd ist; Macht und Status ist ihr Antrieb, weshalb Menschen mit dieser emotionalen Behinderung statistisch gehäuft in Führungspositionen anzutreffen sind.

Edit: Die Antwort auf deine eigentliche Frage ist vielleicht einfach: sie haben Emotionen, aber nur in einer ausschliesslich egozentrischen Form. Weil sie kein Mitgefühl aufbringen können, spielen sie ohne Probleme ein respektvolles Verhalten vor, obwohl sie andere Menschen gering schätzen, manchmal sogar verachten. Sie manipulieren Menschen und behandeln sie wie Objekte, verkürzt dargestellt weil ihnen das Ausüben von Macht eine Form der Befriedigung bietet, ohne später Reue zu empfinden.
 
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babe

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  • #145
Zitat von Wikipedia:
Die Diagnostik erfolgt im forensischen Bereich meist mit der Psychopathie-Checkliste (PCL-R) von Robert D. Hare. Diese unterscheidet zwei Dimensionen der Psychopathie mit insgesamt 20 zu erfüllenden Kriterien:[14][15]

Dimension 1: interpersonell-affektiv
(Kernmerkmale der psychopathischen Persönlichkeit, selbstsüchtig und ausnützerisch – stabil über die Lebenszeit)

  • trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charme
  • erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl
  • pathologisches Lügen (Pseudologie)
  • betrügerisch-manipulatives Verhalten
  • Mangel an Gewissensbissen oder Schuldbewusstsein
  • oberflächliche Gefühle
  • Gefühlskälte, Mangel an Empathie
  • mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für eigenes Handeln zu übernehmen
Dimension 2: antisozial-deviant
(Verhaltensstörung, chronisch instabiler und antisozialer Lebensstil – tendenziell Abnahme mit dem Alter)

  • Stimulationsbedürfnis (Erlebnishunger), ständiges Gefühl der Langeweile
  • unzureichende Verhaltenskontrolle
  • frühere Verhaltensauffälligkeiten
  • Fehlen von realistischen, langfristigen Zielen
  • Impulsivität
  • Verantwortungslosigkeit
  • Abwertung anderer Menschen
  • Jugendkriminalität
  • Verstoß gegen Bewährungsauflagen bei bedingter Haftentlassung
 
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Friederike84

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  • #146
Im Hinblick auf "Psychopathen" wird gerne viel Unsinn behauptet.
Ich würde den Psychopathen in solchen Zusammenhängen eher als literarische Größe verstehen. Da ists dann eine Frage dichterischer Ausgestaltung, wie man den faßt, und so manches, was in sachlicher Hinsicht Unsinn wäre, könnte dann zumindest amüsant sein.

Jo. Sowohl in der ICD10 als auch im amerikanischen Pendant wird der Begriff so m.E. nicht verwendet, er kommt nur beim s.g. Asperger-Syndrom und bei einer Bindungsstörung des Kindesalters vor.
Meist handelt es sich im landläufigen Sinn um Persönlichkeitsstörungen, die damit bezeichnet werden. Und die werden dann schon sehr viel schärfer unterschieden.
 

t.b.d.

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  • #147
Ich finde der Vergleich mit Mr. Spock erklärt diese schwere Form der Persönlichkeitsstörung ganz gut. Mr. Spock kann kein Mitgefühl empfinden, er interpretiert bei anderen vielmehr deren Gefühle.

Das stimmt ja nun überhaupt nicht.
Vulkanier haben sehr wohl Gefühle. Sehr starke sogar. Sie kontrollieren diese aber um nicht von ihnen kontrolliert zu werden.
Sonst wären sie wie die Romulaner. Die sind seinerzeit nämlich nicht den Lehren von Surak gefolgt sondern ausgewandert. ;)
 
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schnee

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  • #148
Das stimmt ja nun überhaupt nicht.
Vulkanier haben sehr wohl Gefühle. Sehr starke sogar. Sie kontrollieren diese aber um nicht von ihnen kontrolliert zu werden.
Sonst wären sie wie die Romulaner. Die sind seinerzeit nämlich nicht den Lehren von Surak gefolgt sondern ausgewandert. ;)
Ich bin der Meinung, sie sprach von Data und nicht von Spock...sie hat sich dabei wohl vertan...;)
 
S

schnee

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  • #149
Jo. Sowohl in der ICD10 als auch im amerikanischen Pendant wird der Begriff so m.E. nicht verwendet, er kommt nur beim s.g. Asperger-Syndrom und bei einer Bindungsstörung des Kindesalters vor.
Meist handelt es sich im landläufigen Sinn um Persönlichkeitsstörungen, die damit bezeichnet werden. Und die werden dann schon sehr viel schärfer unterschieden.
Sind Asperger nicht genetisch bedingt und nicht nur neurotisch?