Gnom

User
Beiträge
54
  • #271
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Torsten111:
Für mich klingt das alles, als ob ihr eine erfolgreiche Beziehung nur auf ein erfülltes Sexleben reduziert...und das ist traurig. Nur wart ihr alle mal Jungfrauen, das solltet ihr nicht vergessen!

Sicher waren wir alle mal unerfahren. Ich zum Beispiel in meiner Jugend. Aber da war ich in ziemlich vielen Dingen unerfahren.
Heute weiss ich aber, was ich will. Und ich will sicher keinen Mann, der nicht weiss, wie es im Bett läuft.
Es gibt bestimmt Frauen, die gerne einen unerfahrenen Mann beglücken würden.

Und nein, eine erfolgreiche Beziehung besteht nicht nur befriedigen seiner sexuellen Gelüste.
Aber für mich zum Beispiel ist das ein wesentlicher Aspekt.
Ich bin keine 20 mehr. Wie gesagt, ich weiss, was ich will. Und für bestimmte Dinge würde mir heute einfach die Geduld fehlen :)
 

Elli

User
Beiträge
480
  • #272
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Gnom:
Und ich will sicher keinen Mann, der nicht weiss, wie es im Bett läuft.
...wie es mit MIR im Bett läuft, dürfte für jeden Mann erstmal neu und unbekannt sein - egal, wieviel Vorerfahrung er mitbringt..

Ich bin keine 20 mehr. Wie gesagt, ich weiss, was ich will. Und für bestimmte Dinge würde mir heute einfach die Geduld fehlen :)

Ich bin auch keine 20 mehr - ja, manchmal weiß ich tatsächlich, was ich nicht will: z.B. mit wachsender Lebenserfahrung stets unduldsamer mit mir und meinen Artgenossen werden - härter, kälter - nö, ich hab da anders gelagerte Wertigkeiten :)
 

Gnom

User
Beiträge
54
  • #273
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Elli:
...wie es mit MIR im Bett läuft, dürfte für jeden Mann erstmal neu und unbekannt sein - egal, wieviel Vorerfahrung er mitbringt..



Ich bin auch keine 20 mehr - ja, manchmal weiß ich tatsächlich, was ich nicht will: z.B. mit wachsender Lebenserfahrung stets unduldsamer mit mir und meinen Artgenossen werden - härter, kälter - nö, ich hab da anders gelagerte Wertigkeiten :)

Tja, so hat jeder seine Wünsche und Ansprüche.
Und ob das Härte und Kälte beinhaltet würde ich deutlich verneinen.
 

Torsten111

User
Beiträge
11
  • #274
AW: Männliche Jungfrauen?

Elli, deine Ansicht beruhigt mich als betroffenen sehr! Ich meine, auch wenn Jungfrauen anfangs null Erfahrung mitbringen... Wer sagt denn, dass man nicht noch ein toller Liebhaber werden kann? Ok, das verlangt natürlich noch etwas Geduld. Aber wenn Frau ihn mag oder liebt, dürfte das doch das geringste Problem sein. Wenn natürlich nicht die Bereitschaft dazu besteht, etwas Geduld zu haben, dann kann man da nichts machen. Nur kann es auch passieren, dass eine Frau durch so eine Denkweise, den (bis auf diesen Umstand der Unerfahrenheit) perfekten Lebenspartner verpasst. Denn niemand kann sich das Urteil anmaßen, dass ein sexuell unerfahrener Mann unfähig wäre, eine erfolgreiche Beziehung zu führen. :)
 
Beiträge
1.098
  • #275
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Torsten111:
Denn niemand kann sich das Urteil anmaßen, dass ein sexuell unerfahrener Mann unfähig wäre, eine erfolgreiche Beziehung zu führen. :)

Es geht nicht darum, ein "Urteil" über jemanden zu fällen - sondern darum, ob und wie man einen sexuell unerfahrenen Menschen als für sich attraktiv genug wahrnimmt.
Für manche ist es vielleicht ein zusätzlicher Reiz, andere sehen sich nicht in der Rolle des 'Ausbilders', sondern finden Erfahrung reizvoll.
 

Elli

User
Beiträge
480
  • #276
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Torsten111:
Elli, deine Ansicht beruhigt mich als betroffenen sehr! Ich meine, auch wenn Jungfrauen anfangs null Erfahrung mitbringen... Wer sagt denn, dass man nicht noch ein toller Liebhaber werden kann?

Hi Torsten111!
Ja, das ist gut - lass Dich ein wenig beruhigen...:)

Mir sind da noch einige Gedanken gekommen: Ich verstehe, daß dieses Thema (ungewollte Partnerlosigkeit, ungewollte sexuelle Unerfahrenheit) - für Dich und andere Betroffene ein großes Problem darstellt.

Die empfundene Ohnmacht, die Situation nicht ändern zu können (trotz gutem Willen und hoher Motivation), und das Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören sind ganz sicher quälend, belastend und energieraubend.

Ich möchte das gar nicht relativieren - ich möchte nur noch etwas daneben stellen:

Es gibt ein Jiddisches Sprichwort: Ale schtume wila a ßach redn.
(Alle Stummen möchten viel reden)

Ich meine, es geht uns allen so: Das, was wir nicht haben oder können (aber gerne haben oder können würden), gewinnt schon allein durch diesen Umstand eine Gewichtigkeit und brennend-notwendige Vordergründigkeit, daß all die Dinge, Eigenschaften und Fähigkeiten, über die wir (auch noch) verfügen, an Bedeutung verlieren, grau werden, unwichtig erscheinen angesichts dieses einen Mangels.

Die (eigene) Relativierung - und die bewußte Sicht auf die Gesamtsituation - "ja, sicher, ich erlebe diesen Mangel, dieses Problem. Ich kann es nicht lösen Kraft meines Willens, das ist total blöd. Aber - dieses Problem ist nicht mein Leben - ich habe noch viel mehr, noch alles Mögliche, woran und worüber ich micht freuen und auf das ich stolz sein kann" - eine solche Haltung könnte das Leid entschärfen, abmildern und vielleicht Raum schaffen für neue Lebensfreude, Dankbarkeit und damit möglicher Öffnung nach außen.

Wer sagt denn, daß ein jungfräulicher Mann kein supertoller Liebhaber (mehr) werden kann? Wer sagt das wirklich? Ist das vielleicht Deine eigene Befürchtung? Dann lass sie Dir abnehmen - hier und jetzt und von mir...gib sie mir. Wenn Du irgendwo tief in Dir diese Befürchtung hegst, lass Dir versichern, daß sie gehaltlos ist - eine leere Angsthülle, sonst nichts.
Ein "supertoller Liebhaber" (und das gilt ganz genau so für Frauen!) ist einer, der sensibel und einfühlsam, zärtlich und leidenschaftlich, kräftig und stark und weich und nachgiebig gleichzeitig sich in das Abenteuer der körperlichen Nähe und Liebe stürzt - der es wagt, als ganzer Mensch und Mann dieser Frau zu begegnen - es ist eine menschliche Qualität. Warum solltest Du die nicht haben oder entwickeln können??

Die Technik ist (erstmal) zweitrangig (und keine Zauberkunst...;-). Lass Dir nichts einreden, glaube nicht, daß alle Menschen außer Dir atemberaubenden Sex haben, nur weil dieses Thema so erdrückend präsent ist in unserer Welt - dadurch drückt sich vielmehr ein Mangel aus in diesem Bereich - ein eklatanter Mangel an dem Echten, Wirklichen, dem-wonach-wir-uns-alle-sehnen.

Wir sind alle auf diesem Weg. Du. Ich. Wir alle.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Viola

User
Beiträge
154
  • #277
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Elli:
.... Wer sagt denn, daß ein jungfräulicher Mann kein supertoller Liebhaber (mehr) werden kann?

Sicherlich ist das moeglich. Aber man darf nicht vergessen, welche Gruende zur unfreiwilligen Jungfraeulichkeit gefuehrt haben. Das ist Teil des Problems und daher auch Teil der Loesung. Das wird hier irgendwie gern ausgeklammert.

Ist das alles unwichtig, wenn man mit Mitte 30 oder Anfang 40 noch Jungfrau ist?! Wenn ich mir hier einige Kommentare durchlese, dann bezweifle ich das aber.

Zitat von Elli:
....Ein "supertoller Liebhaber" (und das gilt ganz genau so für Frauen!) ist einer, der sensibel und einfühlsam, zärtlich und leidenschaftlich, kräftig und stark und weich und nachgiebig gleichzeitig sich in das Abenteuer der körperlichen Nähe und Liebe stürzt - der es wagt, als ganzer Mensch und Mann dieser Frau zu begegnen - es ist eine menschliche Qualität.

Ich wuerde das eher als Faehigkeit bezeichnen, die nicht jeder hat oder nicht entwickeln und / oder zulassen kann. Auf koerperliche Naehe und Liebe muss man sich erst einmal einlassen koennen.

Damit haben genug Sex-Erfahrene schon so ihre Probleme. Dennoch glaube ich, dass es fuer Menschen, die in einem bestimmten Alter noch Jungfrau sind, noch schwieriger ist.

Wie hier im Thread oft erwaehnt wurde, fuehrten gewisse Probleme in der Jugend oder Kindheit zur Jungfraeulichkeit. Wie soll man sich denn so ploetzlich in einen "supertollen" Liebhaber verwandeln, wenn diese Probleme nicht geloest worden sind?!

Es wird keine Frau mit einem Zauberstab kommen und die Probleme verschwinden lassen. Daran muss jeder Betroffene erst einmal selbst arbeiten. Es wird auch nicht reichen, nur einen Partner zu haben, von dem man geliebt wird. Wenn das alles so einfach waere, wuerde es nur Paare geben, die ein erfuelltes Sexleben haben.

Zitat von Elli:
......- dadurch drückt sich vielmehr ein Mangel aus in diesem Bereich - ein eklatanter Mangel an dem Echten, Wirklichen, dem-wonach-wir-uns-alle-sehnen.

Dieses wonach-wir-uns-alle-sehnen muss man erst einmal zulassen koennen, um es geben und erleben zu koennen. Wollen allein reicht da nicht. Je mehr Probleme man hat, desto schwieriger wird das.
 

Elli

User
Beiträge
480
  • #278
AW: Männliche Jungfrauen?

@ Viola
...ja, eben:

Zitat von Elli:
Wir sind alle auf diesem Weg. Du. Ich. Wir alle.

Meine persönliche Erfahrung ist jedoch die, daß wir uns wechselseitig auf diesem Weg sehr wohl weiterhelfen können - indem wir uns z.B. gegenseitig Mut und Vertrauen zusprechen - und nicht absprechen durch innere Haltungen (und ihre äußeren Formulierungen) wie: "...das ist alles ganz unmöglich schwierig...bevor wir irgendeine Lösung finden, müssen wir erst 1.2.3.4.....verstehen/umsetzen/an uns arbeiten....und deine Probleme sind ja so unlösbar, also da seh ich gar kein Land ..(zum Glück sind das nicht meine)..." eine solche Haltung hat mir noch nie weitergeholfen, weder wenn ich sie eingenommen habe, noch, wenn ich sie an anderen Menschen erlebt habe.

Menschliche (und das heißt fühlbare) Anteilnahme - das hilft (meine Erfahrung).

PS: in Deinem post kommt sehr oft das Wort "muss" vor - fällt mir auf ..
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Viola

User
Beiträge
154
  • #279
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Elli:
@ Viola

...ja, eben:

Meine persönliche Erfahrung ist jedoch die, daß wir uns wechselseitig auf diesem Weg sehr wohl weiterhelfen können - indem wir uns z.B. gegenseitig Mut und Vertrauen zusprechen – ...

Sich gegenseitig Mut und Vertrauen zu zusprechen, reicht bei gewissen Problemen leider nicht aus. Daran sollte man auch denken, wenn man sich auf einen Partner einlaesst, der gewisse Probleme hat.

Aus eignener Erfahrung weiss ich, dass man gewisse Probleme anderer Menschen nicht loesen kann – egal wie sehr man sich bemueht und wieviel Ruecksicht und Verstaendnis man hat. Das hat mich gelehrt, dass ich mich auf gewisse Sachen nicht mehr einlassen wuerde, weil es mir dabei selbst nicht gut geht. Ich war mal mit einem Mann zusammen, der ein Problem mit Sex hatte. Das kann sehr belastend sein.

Zitat von Elli:
…. und nicht absprechen durch innere Haltungen (und ihre äußeren Formulierungen) wie: "...das ist alles ganz unmöglich schwierig...bevor wir irgendeine Lösung finden, müssen wir erst 1.2.3.4.....verstehen/umsetzen/an uns arbeiten....und deine Probleme sind ja so unlösbar, also da seh ich gar kein Land ..(zum Glück sind das nicht meine)..." eine solche Haltung hat mir noch nie weitergeholfen, weder wenn ich sie eingenommen habe, noch, wenn ich sie an anderen Menschen erlebt habe. ...

Ich sehe das etwas anders. Fuer mich hat das auch etwas mit Selbstschutz zu tun. Einige meiner Beduerfnisse sind mir einfach zu wichtig, so dass ich die Erfuellung / Befriedigung dieser Beduerfnisse nicht erschweren moechte.

Zitat von Elli:
….Menschliche (und das heißt fühlbare) Anteilnahme - das hilft (meine Erfahrung).

Ich habe nicht gesagt, dass ich keine Anteilnahme verspuere, aber worauf ich mich in einer Partnerschaft einlassen wuerde, ist wieder was ganz anderes. Aus Selbstschutz, aufgrund eigener Erfahrung mit einen Mann, der ein gestoertes Verhaeltnis zur Sexualitaet hatte, und aus mehreren anderen Gruenden wuerde ich bei der Partnerwahl keinen Mann waehlen, der Probleme hat (z.B. mit Sexualitaet) und sich dem sogenannten wonach-wir-uns-alle-sehnen nicht hingeben kann.

Zitat von Elli:
……PS: in Deinem post kommt sehr oft das Wort "muss" vor - fällt mir auf ..

Weil gewisse Voraussetzungen einfach gegeben sein muessen. Ich habe fuer mich den Entschluss gezogen, dass es nur so mit dem Spass funktioniert und man nur so Probleme wirklich loesen kann (ob nun allein oder gemeinsam).

Auch mir fehlt der Wille und die Geduld, gewisse Dinge erst erarbeiten zu muessen. Ich moechte nur noch das "fine tuning" vollziehen. Alles andere hatte ich auch schon. Ganz nach dem Motto "been there, done that".
 

Elli

User
Beiträge
480
  • #280
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Viola:
Sich gegenseitig Mut und Vertrauen zu zusprechen, reicht bei gewissen Problemen leider nicht aus. Daran sollte man auch denken, wenn man sich auf einen Partner einlaesst, der gewisse Probleme hat.
Ich glaube, es gibt keinen einzigen Menschen, der nicht gewisse Probleme hat.

Aus eignener Erfahrung weiss ich, dass man gewisse Probleme anderer Menschen nicht loesen kann – egal wie sehr man sich bemueht und wieviel Ruecksicht und Verstaendnis man hat. Das hat mich gelehrt, dass ich mich auf gewisse Sachen nicht mehr einlassen wuerde, weil es mir dabei selbst nicht gut geht. Ich war mal mit einem Mann zusammen, der ein Problem mit Sex hatte. Das kann sehr belastend sein.

An unseren Beziehungen können wir vor allem eines sehr gut ablesen - wie die Beziehung zu uns selbst beschaffen ist. Wenn ich mit mir innig, nah und liebevoll verbunden bin, werde ich diese Innigkeit und Nähe auch mit anderen Menschen erleben.
Es geht nicht darum, die Probleme anderer Menschen zu lösen, es geht darum, das Augenmerk und die Energie dahin zu richten, wo wir sie haben wollen - nämlich auf das Wesentliche - und das ist der Punkt, an dem wir uns nahe sind, an dem wir uns verbunden fühlen mit dem Anderen.
Wir können immer das Trennende betonen und in den Vordergrund schieben - dahinter verstecken wir meistens unsere eigenen Ängste.

Ich glaube Dir, daß Deine Beziehung zu dem Mann mit der Sex-Störung für Dich frustrierend und belastend war.
Aber es ist (für mein Empfinden) keine Lösung, diesen Umstand wie einen Fremdkörper von sich wegzuschieben.
Eine Lösung wird in dem Moment möglicher, in dem ich meinen Anteil an der Situation anschaue - nicht nur ER hat das Sex-Problem, sondern WIR - ich habe daran auch einen Anteil (auf jeden Fall ab dem Moment, da ich ihn als Partner wähle).

Weil gewisse Voraussetzungen einfach gegeben sein muessen.
...vor allem und zuallererst bei mir selber.
Ich habe fuer mich den Entschluss gezogen, dass es nur so mit dem Spass funktioniert und man nur so Probleme wirklich loesen kann (ob nun allein oder gemeinsam)
Wenn das für Dich so funktioniert, ist es ja gut - mir würde Spass nicht reichen.

Auch mir fehlt der Wille und die Geduld, gewisse Dinge erst erarbeiten zu muessen. Ich moechte nur noch das "fine tuning" vollziehen.
Nein, das ist bei mir ganz anders - diesen Willen und diese Geduld habe ich "hoch-zehn"...mein Leben wird immer reicher und tiefer dadurch - ich wüßte nichts Besseres :)

Dennoch habe ich nicht das Gefühl, erst dies oder jenes verstanden haben zu müssen, um mich einem anderen Menschen nahe fühlen zu können. Klar bin ich nicht fertig und perfekt, und die anderen Menschen sind es auch nicht - und das ist völlig in Ordnung so. Wir können so, wie wir sind, zusammen sein - und uns helfen und gegenseitig unterstützen.
Mir geht es jedenfalls so - ich brauche die Hilfe anderer Menschen - und ich gebe gerne anderen das, was ich habe. So ist uns allen geholfen :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Torsten111

User
Beiträge
11
  • #281
AW: Männliche Jungfrauen?

Elli, ich finde es wundervoll, dass es noch Menschen mit echtem Einfühlungsvermögen gibt...wie dich! Ich habe deine Argumentation verfolgt und muss sagen...bei mir wäre genau so eine einfühlsame Frau die richtige. Denn ich bin ein betroffener und habe keine Störung zur Sexualität, sondern habe es aus Gründen verpasster Entwicklungen in der Persönlichkeit...zum Beispiel einfach mal eine Freundin in der Kindheit gehabt zu haben...nie dieses Selbstbewusstsein entwickelt, eine interessante Frau anzusprechen. Und das ist ganz sicher nicht freiwillig geschehen! Und ich arbeite auch daran. Aber ich bin auch auf echtes Einfühlungsvermögen angewiesen, um schneller aus mir rauszukommen und Mut zu fassen. Da sind diese vorurteilbehafteten Reaktion...als wäre man gestört oder nicht normal...nicht gerade hilfreich. Ich finde, manche sollten nochmal überdenken, wie sie selbst in so einer Situation behandelt werden möchten, wenn man doch ein völlig normaler Mensch ist, mit den gleichen Bedürfnissen wie jeder andere auch...nur hat man in seinem eigenen Leben nie die Chance bekommen, es zu erleben. Klar liegt ein großer Teil an mir selbst...was ich auch versuche zu ändern...aber der andere Teil braucht Einfühlungsvermögen vom Gegenüber.
 

MarkusFCB

User
Beiträge
61
  • #282
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Torsten111:
Elli, ich finde es wundervoll, dass es noch Menschen mit echtem Einfühlungsvermögen gibt...wie dich! Ich habe deine Argumentation verfolgt und muss sagen...bei mir wäre genau so eine einfühlsame Frau die richtige. ...
Ich finde, hier wird Viola und den anderen Frauen unrecht getan.
Wenn eine Frau sich danach sehnt, in einer Beziehung sich sexuell ausleben zu können, den Begierden nachgeben zu können und sich dementsprechend einen Partner wünscht, wo sie das kann, weil's eben für eine langfristig erfolgreiche Beziehung wichtig ist, heißt das noch lange nicht, dass diese Frau nicht gleichermaßen einfühlsam ist. Gleiches gilt für das Nähe-Distanz-Bedürfnis.
Also bitte keinen kausalen Zusammenhang herstellen, wo es keinen gibt, weil dies entspricht nicht der Wirklichkeit. Jeder Mensch ist anders, und so vielfältig sind auch die Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Elli

User
Beiträge
480
  • #283
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Torsten111:
....Und ich arbeite auch daran. Aber ich bin auch auf echtes Einfühlungsvermögen angewiesen, um schneller aus mir rauszukommen und Mut zu fassen. Da sind diese vorurteilbehafteten Reaktion...als wäre man gestört oder nicht normal...nicht gerade hilfreich. Ich finde, manche sollten nochmal überdenken, wie sie selbst in so einer Situation behandelt werden möchten....

Hallo Torsten!
Dankedanke für Deine freundlichen Worte :)

Ich denke, das ist der sechs-ältere-und-zwei-jüngere-Geschwister-Bonus bei mir, der bewirkt hat, daß ich von dem Thema "menschliches Miteinander" sehr intensiv durchgewalkt bin, mich entsprechend fit und sicher fühle in diesem Bereich - mich auch mit großer Nähe sicher fühle - und mir wahrscheinlich deswegen viel Einfühlungsvermögen leisten kann (was aber nicht wirklich mein Verdienst ist...)

Das enge Zusammenleben in einer großen Familie hat mich u.a. gelehrt, daß alle Beteiligten sich am besten fühlen, wenn jeder gibt und nimmt. Die Unsicherheiten, Ängste oder "Störungen" jedes Einzelnen bleiben in einer solchen Gemeinschaft sowieso niemandem verborgen - und jeder sieht, daß der Andere auch so seine Kämmerchen hat, in denen es dunkel und ein bißchen gruselig ist und wo er nicht so gut mit klar kommt.

Die Offenheit füreinander, die dieses nicht perfekte Sosein ausdrücklich gestattet (da sie um das eigene nicht-perfekt-Sein weiß) ermöglicht ein entspanntes, herzliches, liebevolles Miteinander, in dem die Einzelnen sich aneinander und durch einander quasi sättigen.

Meine eigene Familie ist jetzt viel kleiner, nur der jüngste Sohn ist noch zu Hause, aber wir leben auf dem Dorf, in einer sehr ähnlich engen menschlichen Gemeinschaft, wie ich das aus meiner Kindheit kenne.
Es ist auch kolossal anstrengend manchmal - dieses ewige Geschliffen-werden - aber gut (für mich).

Ich wünsche Dir allesalles Gute und GLÜCK ! :)))
LG von Elli
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Elli

User
Beiträge
480
  • #284
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von MarkusFCB:
Ich finde, hier wird Viola und den anderen Frauen unrecht getan.
Wenn eine Frau sich danach sehnt, in einer Beziehung sich sexuell ausleben zu können, den Begierden nachgeben zu können und sich dementsprechend einen Partner wünscht, wo sie das kann, weil's eben für eine langfristig erfolgreiche Beziehung wichtig ist, heißt das noch lange nicht, dass diese Frau nicht gleichermaßen einfühlsam ist. Gleiches gilt für das Nähe-Distanz-Bedürfnis.

Das kann natürlich jeder und jede nach seinen und ihren Bedürfnissen und Wünschen gestalten, das ist absolut unumstritten.
Einfühlungsvermögen fängt (meine Erfahrung) bei mir selbst an - jeh besser ich mich in mich selbst einfühlen kann - und das heißt auch, mich mit meinen Ängsten und Schwächen mögen kann - desto eher und umfänglicher kann ich das auch bei meinen Mitmenschen.
 

Heike

User
Beiträge
4.669
  • #285
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Torsten111:
Elli, ich finde es wundervoll, dass es noch Menschen mit echtem Einfühlungsvermögen gibt...wie dich! Ich habe deine Argumentation verfolgt und muss sagen...bei mir wäre genau so eine einfühlsame Frau die richtige. Denn ich bin ein betroffener und habe keine Störung zur Sexualität, sondern habe es aus Gründen verpasster Entwicklungen in der Persönlichkeit...zum Beispiel einfach mal eine Freundin in der Kindheit gehabt zu haben...nie dieses Selbstbewusstsein entwickelt, eine interessante Frau anzusprechen. Und das ist ganz sicher nicht freiwillig geschehen! Und ich arbeite auch daran. Aber ich bin auch auf echtes Einfühlungsvermögen angewiesen, um schneller aus mir rauszukommen und Mut zu fassen. Da sind diese vorurteilbehafteten Reaktion...als wäre man gestört oder nicht normal...nicht gerade hilfreich. Ich finde, manche sollten nochmal überdenken, wie sie selbst in so einer Situation behandelt werden möchten, wenn man doch ein völlig normaler Mensch ist, mit den gleichen Bedürfnissen wie jeder andere auch...nur hat man in seinem eigenen Leben nie die Chance bekommen, es zu erleben. Klar liegt ein großer Teil an mir selbst...was ich auch versuche zu ändern...aber der andere Teil braucht Einfühlungsvermögen vom Gegenüber.

Ich selbst hab ja ein eher unaufgeregetes Verständnis von Normalität. Weiß nicht, wie alt du bist, aber hier gehts ja nicht um zwanzigjährige männliche Jungfrauen, sondern um solche, für die das ein schwieriges Thema und Problem ist. Da könnte es zur Entkrampfung beitragen, wenn man nicht immer beteuert, man sei ja so normal, sondern diesen Normalitätsdiskurs einfach sein läßt. In höherem Alter Jungfrau zu sein ist halt eher nicht normal. Das festzustellen hat weder was mit Abwertung noch Diffamierung, Phobie oder sonstigem zu tun. In dem Punkt keine normale Entwicklung vollzogen zu haben, ist weder verboten noch böse oder verwerflich, aber auch nicht als solches schon toll oder super. Du hast ja geschrieben, Jungfräulichkeit sei das größte Geschenk, was man jemandem machen könne. Das klingt jetzt setzt rechtfertigend und idealisierend, und ich lese bei dir viel an Beteuerung, abwechselnd Höchstwertung und vermuteter Abwertung.
Du bewertest, wenn jemand andere Wünsche an einen Partner hat, nicht nur lokal als negativ, sondern weitest das gleich auf seinen Charakter aus: er hat Vorurteile, kein Einfühlungsvermögen undsoweiter. Zugleich scheinst du sehr bestrebt, deine sozusagen nicht-durchschnittliche Entwicklung klar auf den Punkt Sexualentwicklung einzugrenzen und verwehrst dich gerade gegenüber jeder Folgerung auf andere Persönlichkeitsbereiche.

Der Punkt ist mir in diesem Thread bei fast allen "Jungfrauen" aufgefallen, deswegen schreib ichs mal ein wenig allgemeiner: daß sie sehr bestrebt schienen, das "Problem" stark als gänzlich lokal zu behaupten, ohne Einfluß auf ihre Persönlichkeit. Das finde ich in der Rigidität nicht so glaubwürdig. Wenn jemand behauptet, er habe nie Liebe erfahren (so etwas war ja hier zu lesen, auch von dir, Thorsten, glaube ich), dann ist doch nicht so fernliegend, daß das Einfluß auf die Persönlichkeit hatte und hat, und auch einen solchen, der in Probleme mündet. Ich finde dann auffällig, wenn umso mehr geleugnet wird, man habe ein Problem. Probleme zu haben ists nichts Verwerfliches. Es geht auch nicht um einen Wettstreit, wer das größere Problem hat - ob es diejenigen Frauen haben, die sich eher keine ältere Jungfrau als Mann wünschen.
Ich glaub auch, daß du mit einer Frau mit viel Einfühlungsvermögen gut bedient wärest. Vielleicht paßt für dich im Moment jemand besser, der mehr Einfühlungsvermögen als du selbst hast. Das sollte aber auf Dauer nicht ausschließen, auch einen Blick auf das eigene Einfühlungsvermögen zu werfen, und einen vielleicht auch etwas unbestechlicheren Blick auf die eigene Lage, mitsamt den Besonderheiten und Problemen. Also wenn du nicht nur eine Mutti suchst.
 

Viola

User
Beiträge
154
  • #286
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Elli:
Ich glaube, es gibt keinen einzigen Menschen, der nicht gewisse Probleme hat.

Stimmt, aber manchmal kann man es sich aussuchen, auf welche Probleme man sich einlassen moechte. Wenn man sich selbst und sein Beziehungsverhalten kennt, dann weiss man, was gluecklich macht.

Zitat von Elli:
An unseren Beziehungen können wir vor allem eines sehr gut ablesen - wie die Beziehung zu uns selbst beschaffen ist.

Das sehe ich auch so und meine Beziehungserfahrungen haben mir gezeigt, wie und mit wem ich gluecklich sein kann. Und weil ich gluecklich sein moechte, achte ich darauf, den richtigen Partner zu finden.

Zitat von Elli:
Wenn ich mit mir innig, nah und liebevoll verbunden bin, werde ich diese Innigkeit und Nähe auch mit anderen Menschen erleben.

Es waere schoen, wenn das so waere. Aber so einfach ist das leider nicht immer.

Wenn ein Partner Naehe / Sex moechte und der andere das nicht will, nicht mag oder nicht geben kann, dann ist es egal, ob man mit sich selbst innig, nah und liebevoll verbunden ist.

In so einem Fall muss man einen gemeinsamen Nenner finden. Aus Liebe und mit Einfuehlungsvermoegen probiert man sicherlich so einiges aus oder passt sich an. Im besten Fall gehen beide aufeinander zu und passen sich an. Aber das ist auch nicht immer so. Passt sich nur einer an, wird das Problem nur verschoben. In beiden Faellen ist es voellig egal, ob man mit sich selbst innig, liebevoll und nah verbunden ist, denn da ist schliesslich noch eine weitere Person. Wenn eigene Beduerfnisse nicht befriedigt werden, die einem aber wichtig sind, dann macht das irgendwann nicht (mehr) gluecklich.

Zitat von Elli:
Es geht nicht darum, die Probleme anderer Menschen zu lösen, es geht darum, das Augenmerk und die Energie dahin zu richten, wo wir sie haben wollen - nämlich auf das Wesentliche - und das ist der Punkt, an dem wir uns nahe sind, an dem wir uns verbunden fühlen mit dem Anderen.

Wenn jemand ein Problem mit Sex und Naehe hat und der andere nicht, dann beeinflusst dieses Problem die Beziehung und das Sexleben, besonders dann, wenn einem der Partner Sex wirklich wichtig ist. Wird dieses Problem nicht geloest, dann wird es auch immer Probleme mit Sex und Naehe in so einer Beziehung geben. Zu behaupten, dass das gestoerte Verhaeltnis zum Sex in so einer Beziehung kein Problem darstellt, zeigt nur, dass man der Wahrheit nichts ins Auge sehen moechte oder kann.

Ist beiden Partnern der Sex unwichtig, dann ist es natuerlich egal, wenn einer ein gestoertes Verhaeltnis zum Sex hat. Aber sonst haben beide immer unterschiedliche Beduerfnisse.

Zitat von Elli:
Wir können immer das Trennende betonen und in den Vordergrund schieben -

Fuer mich ist Sex etwas, das mich mit meinem Partner verbindet. Es ist ein wichtiger Teil in einer Partnerschaft. Das muss uns also verbinden. Trennen uns hier unterschiedliche Beduerfnisse, dann steht das unweigerlich im Vordergrund, weil mir Sex zu wichtig ist.

Zitat von Elli:
dahinter verstecken wir meistens unsere eigenen Ängste.

Man kann auch so tun als haette man kein Problem, als waere alles normal, wenn es eigentlich nicht der Fall ist. Manche stecken gern den Kopf in den Sand oder lenken von ihren eignen Problemen ab. Mein Ex hatte da auch so seine Masche.

Zitat von Elli:
Ich glaube Dir, daß Deine Beziehung zu dem Mann mit der Sex-Störung für Dich frustrierend und belastend war.
Aber es ist (für mein Empfinden) keine Lösung, diesen Umstand wie einen Fremdkörper von sich wegzuschieben.
Eine Lösung wird in dem Moment möglicher, in dem ich meinen Anteil an der Situation anschaue - nicht nur ER hat das Sex-Problem, sondern WIR - ich habe daran auch einen Anteil (auf jeden Fall ab dem Moment, da ich ihn als Partner wähle).

Wenn man gemeinsam das Problem loesen moechte, dann ist alles schoen und gut, aber das ist nicht immer der Fall und manchmal geht das auch nicht.

Zitat von Elli:
…..Wenn das für Dich so funktioniert, ist es ja gut - mir würde Spass nicht reichen.

Sex allein macht die Beziehung nicht aus, aber es ist sehr wichtig. (Jedenfalls fuer mich.)

Zitat von Elli:
…Dennoch habe ich nicht das Gefühl, erst dies oder jenes verstanden haben zu müssen, um mich einem anderen Menschen nahe fühlen zu können. Klar bin ich nicht fertig und perfekt, und die anderen Menschen sind es auch nicht - und das ist völlig in Ordnung so. Wir können so, wie wir sind, zusammen sein - und uns helfen und gegenseitig unterstützen.

Ich habe aufgrund meiner Erfahrungen gelernt, wem ich mich wie nahe fuehlen kann. Ich habe also durch meine Erfahrungen gelernt, Dinge / mich zu verstehen usw. Ich verstehe warum ich mich bestimmten Person nahe fuehlen kann und warum das bei anderen nicht der Fall ist.

Ich bin auch nicht perfekt und suche auch keinen perfekten Mann. Aber ich suche einen Mann, der ein normales Verhaeltnis zum Sex hat, damit wir gemeinsam Spass am Sex haben koennen.

Zitat von Elli:
…Mir geht es jedenfalls so - ich brauche die Hilfe anderer Menschen - und ich gebe gerne anderen das, was ich habe. So ist uns allen geholfen :)

Ich habe nicht gesagt, dass ich Menschen nicht helfen wuerde oder nicht teile. Das hat auch nichts damit zu tun, mit wem ich eine Partnerschaft eingehe. Ich stelle nur gewisse Erwartungen an eine Partnerschaft, an einen Partner.

Zitat von Torsten111:
Elli, ich finde es wundervoll, dass es noch Menschen mit echtem Einfühlungsvermögen gibt... .

Es geht nicht nur ums Einfuehlungsvermoegen. In Beziehungen macht man Erfahrungen, die einem ganz genau zeigen koennen, was man moechte und was nicht und worauf man sich einlassen kann und worauf nicht.

Zitat von Torsten111:
…. Aber ich bin auch auf echtes Einfühlungsvermögen angewiesen, um schneller aus mir rauszukommen und Mut zu fassen.

Echtes Einfuehlungsvermoegen habe ich meinem Ex auch entgegen gebracht. Aber das reicht manchmal einfach nicht aus, wenn man am eigentlichen Problem nicht arbeitet.

Zynische Zungen koennten jetzt natuerlich behaupten, dass es gar kein echtes Einfuehlungsvermoegen meinerseits war, denn sonst waere schliesslich alles ganz toll geworden. Schade nur, dass das Leben viel komplizierter ist.
 

Viola

User
Beiträge
154
  • #287
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von MarkusFCB:
....Wenn eine Frau sich danach sehnt, in einer Beziehung sich sexuell ausleben zu können, den Begierden nachgeben zu können und sich dementsprechend einen Partner wünscht, wo sie das kann, weil's eben für eine langfristig erfolgreiche Beziehung wichtig ist, heißt das noch lange nicht, dass diese Frau nicht gleichermaßen einfühlsam ist. Gleiches gilt für das Nähe-Distanz-Bedürfnis.

Stimmt, denn solche Frauen sind nicht gefuehlskalt, sondern kennen ihre Wuensche und Grenzen und suchen einen Mann, der zu ihnen passt.

Zitat von Elli:
…..Einfühlungsvermögen fängt (meine Erfahrung) bei mir selbst an - jeh besser ich mich in mich selbst einfühlen kann - .

Je besser ich mich selbst kennengelernt habe, desto besser konnte ich meine Wuensche und Beduerfnisse verstehen, benennen und befriedigen, weil ich mir selbst etwas gutes tun moechte. Das moechte ich dann auch in einer Partnerschaft so erleben.

Zitat von Elli:
…..und das heißt auch, mich mit meinen Ängsten und Schwächen mögen kann - desto eher und umfänglicher kann ich das auch bei meinen Mitmenschen.

Sicherlich, aber das aendert nichts an der Tatsache, dass man in bestimmten Konstellationen nicht immer gluecklich werden kann, wenn diese den eigenen Beduerfnissen nicht entsprechen.

Wenn man die eigenen Schwaechen / Aengste / Wuensche / Beduerfnisse kennt und akzeptiert, dann weiss man auch, was einem gut tut und welche Grenzen man hat. Dann kann man bei der Partnesuche auch dementpsrechend handeln, weil die meisten in einer Partnerschaft nun mal gluecklich werden wollen. Das heisst nicht, dass man bei anderen Mitmenschen keine Schwaechen akzeptiert. Es bedeutet nur, dass man den passenden Partner sucht.
 

Torsten111

User
Beiträge
11
  • #288
AW: Männliche Jungfrauen?

Nochmal an alle Frauen... Ich hatte nicht vor jemanden anzugreifen oder einer Frau ihr Recht abzusprechen, selbst zu entscheiden, was für sie richtig und gut ist. Das einzige was mich ein wenig stört ist, dass einzelne Erfahrungen verallgemeinert werden...dabei ist es jeweils nur EINE Erfahrung! Denn wie MarkusFCB selbst geschrieben hat, ist jeder Mensch verschieden...keiner gleicht einem anderen. Nur darauf wollte ich aufmerksam machen. Und ihr habt alle durch eure verschiedenen Ansichten auch dazu beigetragen mir zu helfen, auch an mir selbst zu arbeiten. Also danke an alle. :)
 

zéra

User
Beiträge
8
  • #289
AW: Männliche Jungfrauen?

Leute, es geht nicht darum, als männliche Jungfrau eine Frau davon über zeugen zu wollen, im Grunde doch ein ganz normaler Kerl und Liebhaber zu sein, wenn diese das nicht so sieht.
Dann ist es halt so und diese Meinung darf sie für sich persönlich auch haben. Erst recht, wenn sie dahin gehend entsprechende Erfahrungen gemacht hat.
Problematisch wird es erst, wenn die Gründe für unfreiwillige sexuelle Abstinenz über einen Kamm geschert werden und der betroffene Mensch mit einem Stigma belegt wird, er sei als Problemfall eigentlich schon für sich genommen nicht attraktiv. Das wiederum wäre eine Verallgemeinerung, die das Einzelschicksal nicht ernst nimmt und jeden von vorneherein als nahezu hoffnungslosen Fall abstempelt, der seiner Probleme nicht Herr werden kann. Und das, von einer Einzelmeinung oder Erfahrung auf die unbekannte Gesamtheit aller zu schließen, ist ungerecht und wird weder den persoenlichen Schicksalen noch der Vielschichtigkeit des Themas nicht gerecht.
Das es nicht normal ist, in einem gewissen Alter keine sexuellen Erfahrungen gemacht zu haben, ist so, umso mehr, als dass die Betroffenen darunter ja leiden und dem größtenteils lieber heute als morgen Abhilfe verschaffen möchten. Außer, man ist tatsächlich asexuell oder aus innerer Überzeugung nicht aktiv, aber dann hat man ja auch kein Problem. An der Problematik gibt es nichts zu deuteln oder zu beschwichtigen, es hilft auch keine Beteuerung, man sei ganz normal - ein Zustand, unter dem man leidet, ist nicht normal. Dem sollte man als Betroffener ins Auge sehen und dann handeln, ob mit Hilfe oder ohne, aber sich selbst zuliebe.
Ich verstehe aber auch den Abwehr-Mechanismus, den die "Jungmaenner" an den Tag legen und der zu dieser übermaessigen Beteuerung des Normalseins führt, und das liegt in der weitgehenden Tabuisierung des Themas begründet. Viele Betroffene leiden auch unter ihrer Unsichtbarkeit in einer gesellschaftlichen Realitaet, in der ihr Problem kaum Platz hat, und haben Angst vor Vorverurteilungen. Eine "Jungfrau", zumal die männliche, läuft heute Gefahr, als abnorm abgestempelt zu werden, bevor man ihn als Mensch mit seiner persönlichen Geschichte kennengelernt hat. Das ist sehr schade, hängt aber mit der genannten Tabuisierung des Themas zusammen. Als kleines Gegenbeispiel, Fremdgehen ruft heute in unseren Breitengraden längst nicht mehr dieselbe Überraschung und Ablehnung hervor.
Daher finde ich es gut, wenn die Problematik, und das ist sie in vielen Fällen zweifellos, in der Öffentlichkeit bekannter wird und Einzelschicksale auch mehr als solche wahrgenommen werden. Denn das könnte wirklich helfen: echte Anteilnahme im Einzelfall. Das bedingt auf der einen Seite das Verständnis, es mit einer persönlichen Geschichte zu tun zu haben, auf der anderen die Bereitschaft, sich Tipps geben zu lassen, Kritik anzunehmen und sich helfen lassen zu wollen. Wozu sonst schreibt man in einem Problemforum?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

zéra

User
Beiträge
8
  • #290
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Möbius_geloescht:
Wenn ich das wüsste, wäre ich wohl mehr als einen Schritt weiter. Ich habe schlicht und einfach gesagt nicht den Hauch einer Ahnung. Ich bin sicher nicht der Traum jeder Frau, will und muss ich auch nicht sein. Nur Ablehnung zu erhalten, macht einen dann aber schon ratlos. In vielen Fällen habe ich nach den Gründen gefragt: die 75%-Antwort bezog sich auf die fehlende Erfahrung, egal wie gut das Kennenlernen vorher lief. Der Rest waren Gründe, die auch jeden Normalen treffen können. Eines ist aber klar: so gut ich im Alltag mit anderen klar komme, sobald ich eine Frau unter "partnerschaftlichen Gesichtspunkten" (Ich weiß, dass das blöd klingt.) kennenlerne, fällt bei mir die Klappe und meine Selbstsicherheit ist dahin.

Ich weiß nicht, ob Du hier noch aktiv bist und meine Antwort liest, aber nach dem, was ich so aus Deinen Zeilen herauslese, leidest Du unter dem Phänomen, das als "love shyness" bekannt geworden ist.

Das kann auch ansonsten erfolgreiche und sogar äußerlich attraktive Menschen betreffen.
Es ist die Angst, jemanden nahe an sich heranzulassen, die verhindert, auch auf der Gefühlsebene souverän zu sein und sexuelle Bedürfnisse spielerisch in das Kennenlernen einfließen lassen zu können. Wer das nicht kann, landet früher oder später, je nachdem, wie sehr die Frau an einem interessiert ist, auf der Kumpelschiene, weil er sein Begehren ihr eben nicht übermitteln kann und sie irgendwann nicht mehr weiter weiß.

Genau daran solltest Du arbeiten, wenn nötig mit therapeutischer Hilfe. Die Gründe für diese Blockade können unterschiedlich sein, mit größter Wahrscheinlichkeit führen sie in die Kindheit und frühe Jugend zurück, und haben sich seitdem verselbstständigt. Durchbrechen kann man sie, dazu ist aber ein gehöriges Maß an Ursachenforschung, Selbstreflexion und Übung vonnöten. Und vor allem die Einsicht, sich von einstudierten Verhaltensmustern endgültig trennen zu müssen, um ein Anderer zu werden, der zweifellos in Einem selbst schon angelegt ist.
 
Beiträge
221
  • #291
AW: Männliche Jungfrauen?

Danke, zéra, für die Nennung des Begriffs der Love-shyness.

Gerade als Schmusehannes glaube ich, daß man genau dieses Phänomen als Startbarriere nicht unterschätzen sollte.


Zitat von zéra:
... nach dem, was ich so aus Deinen Zeilen herauslese, leidest Du unter dem Phänomen, das als "love shyness" bekannt geworden ist.

Das kann auch ansonsten erfolgreiche und sogar äußerlich attraktive Menschen betreffen.

Es ist die Angst, …

„Es ist eine Angst“, wird vielfach der Psychologe von außen her sagen. Aber für den Betroffenen muss es sich gar nicht wie eine Angst anfühlen.

Für den Betroffenen selbst mag es sich vielfach bloß wie
„Gutes Benehmen“
„Moral“
„Sitte“
„Anstand“
usw.
anfühlen, was aber verhindert, sein sexuelles Interesse (bis hin zur brennenden Sehnsucht) auch nur ansatzweise äußern zu dürfen (nach dem eigenen Selbstverständnis).

Also Love-shyness ist nach meinem Verständnis eine Startbarriere, die es verhindert, sein sexuelles Interesse (bis hin zur brennenden Sehnsucht) auch nur ansatzweise zu äußern und seine


Zitat von zéra:
... sexuelle Bedürfnisse spielerisch in das Kennenlernen einfließen lassen zu können. Wer das nicht kann, landet früher oder später, je nachdem, wie sehr die Frau an einem interessiert ist, auf der Kumpelschiene, weil er sein Begehren ihr eben nicht übermitteln kann und sie irgendwann nicht mehr weiter weiß.

….. Die Gründe für diese Blockade können unterschiedlich sein, mit größter Wahrscheinlichkeit führen sie in die Kindheit und frühe Jugend zurück, und haben sich seitdem verselbstständigt. ….

Ich glaube, unter lückenloser Einhaltung einer wie auch immer gearteten „Salon-Etikette“, ist eine biologische Vermehrung und eine biologische Arterhaltung für den Menschen auch gar nicht möglich.

Das gleiche gilt wohl auch für viele andere Formen von
„Gutem Benehmen“
„Moral“
„Sitte“
„Anstand“
usw.

Also ein Systemfehler diverser Sozialkonventionen. Die meisten Menschen können ihn (einfach ??? ) überwinden. Andere leider nicht so gut.
 
  • Like
Reactions: fraumoh

sponti

User
Beiträge
3
  • #292
AW: Männliche Jungfrauen?

es kommt auf den alter von dem männlichen jungfrau an
 

karo78

User
Beiträge
41
  • #293
AW: Männliche Jungfrauen?

Hallo zusammen!

Ich habe zwar nicht alles gelesen!
Doch ich muss sagen, dass ich auch eine lange Zeit an Soziale Phobie litt (Angst vom anderen Geschlecht unter anderem), dadurch lange Zeit Jungfrau war und da ist mir damals aufgefallen, dass vielmehr die anderen ein Problem damit hatten, dass ich noch Jungfrau war, als ich selber.
Ich finde da wird vielzu-viel hinein interpretiert als eigentlich sein muss und dadurch der Druck auf die Jungfrauen steigt.
Bei Männern vielleicht mehr als bei Frauen.
Ich bin der Meinung man sollte auf sein Eigenes ich hören und es geschehen lassen, wenn die Zeit dafür reif ist.
Und hey, warum sollte ich als Frau keinem Mann, der noch Jungfrau ist, zeigen, was ich mag!
Gruß Karo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
142
  • #294
AW: Männliche Jungfrauen?

Zitat von Elli:
Die empfundene Ohnmacht, die Situation nicht ändern zu können (trotz gutem Willen und hoher Motivation), und das Gefühl, nicht wirklich dazuzugehören sind ganz sicher quälend, belastend und energieraubend.

Ich möchte das gar nicht relativieren - ich möchte nur noch etwas daneben stellen:

Es gibt ein Jiddisches Sprichwort: Ale schtume wila a ßach redn.
(Alle Stummen möchten viel reden)

Ich meine, es geht uns allen so: Das, was wir nicht haben oder können (aber gerne haben oder können würden), gewinnt schon allein durch diesen Umstand eine Gewichtigkeit und brennend-notwendige Vordergründigkeit, daß all die Dinge, Eigenschaften und Fähigkeiten, über die wir (auch noch) verfügen, an Bedeutung verlieren, grau werden, unwichtig erscheinen angesichts dieses einen Mangels.

Die (eigene) Relativierung - und die bewußte Sicht auf die Gesamtsituation - "ja, sicher, ich erlebe diesen Mangel, dieses Problem. Ich kann es nicht lösen Kraft meines Willens, das ist total blöd. Aber - dieses Problem ist nicht mein Leben - ich habe noch viel mehr, noch alles Mögliche, woran und worüber ich micht freuen und auf das ich stolz sein kann" - eine solche Haltung könnte das Leid entschärfen, abmildern und vielleicht Raum schaffen für neue Lebensfreude, Dankbarkeit und damit möglicher Öffnung nach außen.

Wer sagt denn, daß ein jungfräulicher Mann kein supertoller Liebhaber (mehr) werden kann? Wer sagt das wirklich? Ist das vielleicht Deine eigene Befürchtung? Dann lass sie Dir abnehmen - hier und jetzt und von mir...gib sie mir. Wenn Du irgendwo tief in Dir diese Befürchtung hegst, lass Dir versichern, daß sie gehaltlos ist - eine leere Angsthülle, sonst nichts.
Ein "supertoller Liebhaber" (und das gilt ganz genau so für Frauen!) ist einer, der sensibel und einfühlsam, zärtlich und leidenschaftlich, kräftig und stark und weich und nachgiebig gleichzeitig sich in das Abenteuer der körperlichen Nähe und Liebe stürzt - der es wagt, als ganzer Mensch und Mann dieser Frau zu begegnen - es ist eine menschliche Qualität. Warum solltest Du die nicht haben oder entwickeln können??

Die Technik ist (erstmal) zweitrangig (und keine Zauberkunst...;-). Lass Dir nichts einreden, glaube nicht, daß alle Menschen außer Dir atemberaubenden Sex haben, nur weil dieses Thema so erdrückend präsent ist in unserer Welt - dadurch drückt sich vielmehr ein Mangel aus in diesem Bereich - ein eklatanter Mangel an dem Echten, Wirklichen, dem-wonach-wir-uns-alle-sehnen.

@Elli:

Ich sehe das genauso.

Bei Parship habe ich in diesem Jahr meine erste Freundin gefunden (mit 41). Es ist zwar "nur" eine Fernbeziehung, aber ich bin sehr dankbar für die vielen schönen Erfahrungen im Rahmen dieser Beziehung.

Dass ich keine Beziehungserfahrung und wenig Erfahrung im sexuellen Bereich hatte, war für meine Freundin von Anfang an mehr oder weniger bedeutungslos. Sie sagt, dass ich ein toller, sensibler und vielseitig orientierter Mann bin. Und sie ist eine tolle, warmherzige Frau, die über eine große emotionale Intelligenz verfügt.

Gruß
Connaissance
 

Elli

User
Beiträge
480
  • #295
AW: Männliche Jungfrauen?

@Connaissance

Wie schön ist es, dies zu lesen - ich freue mich sehr für Dich!
Allesalles Gute :)

Liebe Grüße von Elli
 

wernero

User
Beiträge
2
  • #296
"Es gibt wohl kaum eine Gesellschaft, wo soviel über Sex geredet wird, aber so wenig Sex betrieben wird wie unsere."

Dem kann ich nur zustimmen. In den Medien wird der Eindruck erzeugt, jeder könne und hätte nach Belieben Sex. In Filmen lächeln sich zwei an, -ein wenig Smalltalk- und in der nächsten Szene liegen sie im Bett.
Aber: Ist schon mal jemand aufgefallen, daß das Personal der ganzen Krimis, ob Tatort oder die Sokos, fast nur aus beziehungslosen Singles besteht? Manche ohne jede sexuelle Vergangenheit, manche nach gescheiterter Ehe. Und wenn mal einer eine Frau findet, scheidet er aus der Serie aus. Und warum? Weil für die Filmemacher das wichtigste die Quote ist und viel Zuschauer erreicht man, wenn diesen das Personal symphatisch ist. Und das ist es, wenn es einem ähnlich ist und die gleichen Probleme hat. Daran sieht man, wieviel einsame und frustrierte Singles es im Land gibt.
 

maxim

User
Beiträge
698
  • #299
Kommt ein Mann mit einem Brathähnchen zum Tierarzt und sagt: "Gell, Herr Doktor, da kann man nichts mehr machen".