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Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Bitte was sind Eure Erfahrungen?

Eine Freundin vertritt die Ansicht, dass Männer, die über 40 Jahre sind und noch ledig, wahrscheinlich ein Problem haben, sich zu binden. Ihr sind daher der Familienstand "getrennt lebend" oder "geschieden" lieber.

Irgendwie kann es schon sein, dass an der Vermutung was dran ist - bei beiden Geschlechtern.

Was sagt ihr dazu? Achtet ihr beim Kennenlernen darauf?
 
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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Hallo !
Einerseits versucht wohl jeder, sich irgendwelche Auswahlkriterien zu setzen um dann hoffentlich auf der sicheren Seite zu sein, aber ich glaube, letztendlich engt man sich da nur ungünstig ein. Ich bin Ende 40 und war nie verheiratet, habe aber viele Jahre in "eheähnlichen Verhältnissen" mit Kind und Kegel und allem drum und dran gelebt - sicher auch sehr viel länger, als Leute, die ein- , zwei-, dreimal verheiratet waren und sich dann "geschieden" nennen dürfen. Es gibt eben einfach Leute, die eine Abneigung gegen staatlich legitimierte Zweisamkeit haben, mit allen Nebenerscheinungen. Ich habe die Sache eben lieber so gesehen, dass mein Partner dann zumindest sicher weiß, dass ich wegen ihm mit ihm zusammen bin und nicht, um finanziell abgesichert zu sein oder nur, weil eine Scheidung so aufwendig und teuer ist. Aber das ist eben Ansichtssache und hat nicht viel mit Bindungsfähigkeit zu tun. Wenn man gezielt guckt, gibt es für alles Beispiele : Leute, die sehr lange/verheiratet in Beziehungen waren und danach so den Kaffee auf haben, dass sie nicht mehr richtig eine Bindung eingehen und auch einige, die mehrere kürzere Beziehungen hinter sich haben und dann aber doch eine sehr intensive und lange Bindung eingehen...
Da beim Kennenlernen ja auch nicht gleich alle Wahrheiten auf den Tisch kommen, muss man sich wohl letztendlich auf das Bauchgefühl verlassen. Das Phänomen der "Beziehungs-unfähigen" ist gut dargestellt in dem Buch "Jein!", von Stefanie Stahl. Für das nähere Studium ...
 

da capo

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Es gibt MENSCHEN Ü40, die sind ledig und

- leben in einer festen Partnerschaft, möchten aber bewusst nicht heiraten
- leben in einer Partnerschaft, haben Kinder und leben als Familie zusammen
- sind ledig und leben getrennt von ihrem/ihrer Lebenspartner/in, weil sie getrennte Wohnungen bevorzugen
- sind ledig und hatten noch nie eine langjährige Partnerschaft usw.

....das kannst du hier endlos fortsetzen :)
Dann gibt es Verheitratete, die gehen hin und wieder fremd,
getrennt lebende, die dennoch in einer Beziehung sind usw.

Und wer ist jetzt bindungsfähig, bzw. beziehungsfähig und wer nicht?
 

Else

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Tja, und was ist mit Frauen über 40 und ledig? Deutet ja auch nicht gerade auf große Bindungsfähigkeit hin, wenn Deine Theorie, oder die Deiner Freundin stimmen sollte.
Mir persönlich sind eher die getrennt lebenden unheimlich, denn hier frage ich mich, ob sie wirklich schon frei sind, oder nur ein Abenteuer suchen.
Else, ü40, ledig!
 

Minette

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Hallo,
meiner Ansicht nach gibt es sowohl ledige Männer als auch Frauen ü 40 aus dem Grunde, dass sie ganz banal gesagt einfach noch nicht den Partner an ihrer Seite gefunden haben, der wirklich zu ihnen passt oder sich vor dem Finale wieder zurückgezogen haben aus eben diesen Gründen.
Ich zähle mich auch zu diesem Personenkreis, da es sich allein besser lebt, als sich ständigen Kompromissen zu unterwerfen, um letztendlich mit jemandem verheiratet zu sein um der lieben Kinder wegen oder aus sonstigen "niederen" Gründen.
Eine Pauschalisierung ist hier meiner Meinung nach völlig fehl am Platz.
Ich zumindest habe keinerlei Berührungsängste damit, einen ledigen Partner an meiner Seite zu haben....
Es gibt im Rahmen der Kommunikation die Möglichkeit zu hinterfragen, sofern derjenige aus diesen Gründen vorerst unpassend oder gar suspekt erscheint.
 
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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Zitat von Else:
Tja, und was ist mit Frauen über 40 und ledig? Deutet ja auch nicht gerade auf große Bindungsfähigkeit hin, wenn Deine Theorie, oder die Deiner Freundin stimmen sollte.
Mir persönlich sind eher die getrennt lebenden unheimlich, denn hier frage ich mich, ob sie wirklich schon frei sind, oder nur ein Abenteuer suchen.
Else, ü40, ledig!

@ Else
Ich glaube, diejenigen die ein Abenteuer suchen, ändern nach Bedarf den Familienstatus. Ebenso, wie in diesen Fällen der Beruf nach Bedarf angepasst wird. Eben war der Mann noch Pilot und am nächsten Tag schon Arzt oder Rechtsanwalt.

Für mich allerdings spielt der Status nur eine Nebenrolle. Denn nur beim näheren Kennenlernen kann ich doch für mich feststellen, ob mit der Vergangenheit abgeschlossen wurde.
 

Else

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

@Ginevra und Sternchen 21

Die Masche mit dem Berufswechsel ist ja krass. Obwohl auch ziemlich blöd von den Männern. Sowohl Rechtsanwälte als auch Pfarrer sind ja recht öffentliche Personen und insofern leicht zu überprüfen. ;-)
 

Polly

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

... was war zu erst da? Das Huhn oder das Ei? Mich hat zwar auch noch kein Mann bis vor den Traualter gebracht.... ;-) ... wenn ich mir Verheiratete anschaue, sind auch da längst nicht alle beziehungsfähig, auch wenn sie einen Ring tragen.

Ich denke, die Geschichte jedes Menschen ist mitunter sehr verschieden und es muß sich im Kontakt ergeben, wie und warum wer tickt.

Wenn es der 'Richtige' ist, stellt sich, so die Erfahrungsberichte, die Frage, ob beziehungsfähig oder nicht, gar nicht mehr.

Es bleibt also spannend :)

Das Buch von Stefanie Stahl ist hier ja schon angesprochen worden. Ich habe das wegen einem Mann durchgeackert. Er hat noch nicht die Bereitschaft, sich in Bewegung zu setzen und sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Obwohl er die Thematik eindeutig sieht. Was mitunter sicher viel Überwindung und Kraft kostet, da es tief sitzt, ohne Frage. Ich habe ihn los gelassen und alles Gute gewünscht. Ist auch schon einige Zeit her. Jeder halt nach seinem Tempo.
 

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

jeder in seinem Tempo .................
wohinsoll es führen . dass man im Altersheim dann endlich verlobung feiert? langdamkeit und Entschlossenheit sind unreif.
 

Polly

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

@ // 123

... was willst du denn machen? Du kannst doch keinen zwingen. Wer nicht will, der hat. Da ist was dran. Du kannst dich ja anders orientieren. Und wenn der andere es irgendwann begreift, dann bist du halt weg.... wer weiß, wofür es gut ist.

Fair und es hat auch was mit Anstand zu tun, ist sicherlich, den anderen in Kenntnis zu setzen, dass es jetzt so nicht geht. Oder was auch immer klemmt. Wenn die Kontakthäufigkeit von der bisherigen abweicht, dann hat derjenige, der das verursacht, zu sagen oder zu schreiben, warum. Denn auch das warten kostet Kraft.
Und ein mehr oder weniger Ablösungsprozess beinhaltet es auch, je nach dem, wie lange der Kontakt oder die Beziehung war.

Leider hat das nicht jeder gelernt...... und auch das will bejaht werden. Dann geht es gleich schon besser.
 

Andoar

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Singles pauschal Bindungsunfähigkeit zu unterstellen ist genauso so ein Quatsch wie allen Verheirateten oder Geschiedenen zu unterstellen, sie seien bindungssüchtig oder unfähig, allein zu leben.
 
G

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Gast
AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Ich denke auch, daß es keine Pauschalantworten hier gibt. Bin zwar noch knapp unter Ü40 (Uhr tickt aber :)), aber auch in meiner Altersgruppe kenne ich viele Männer, die einfach andere Prioritäten setzen und sich nicht bidnen wollen. Natürlich kann man da einfach unterstellen, sie können sich nicht binden. aber das wäre vielleicht voreilig. Klar, es wird auf jeden Fall immer schwerer sich zu binden, wenn man Jahre/Jahrzehnte allein gelebt hat und andere Prioritäten hatte
 
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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

@ Else, es war ausdrücklich von beiden Geschlechtern die Rede.

@ Adoar, es ging nie um eine pauschale Bewertung aller Singles.

Ansonsten höre ich als Ratschlag heraus, nicht alleine nach dem Familienstand zu gehen, weil manche zwar mit Ü40 ledig sind, sich aber durchaus schon mal in ihrem Leben lange und ernsthaft auf einen Partner einlassen konnten.

Bei ledigen Ü40 Menschen, die noch nie lange in einer festen Beziehung lebten, kann es sein, dass die Entwicklung länger benötigt oder die Prioritäten im Leben anders gesetzt werden.
Hier ist dann die Frage, ob das zu mir passt und dem entspricht, was ich leben möchte.
 

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Leider ist es mir nicht erst einmal passiert, dass "getrennt lebende" Männer noch keineswegs bereit oder sich in der Lage sahen, eine verantwortungsbewusste und langfristige Beziehung einzugehen.
Ich finde das äußerst traurig, sich einen Menschen vertraut zu machen, sich dann aber doch wieder aus der Verantwortung zu ziehen.
Wer noch sehr verletzt ist, verletzt oftmals scheinbar wieder.
 

blueeye

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Zitat von Minette:
Hallo,
meiner Ansicht nach gibt es sowohl ledige Männer als auch Frauen ü 40 aus dem Grunde, dass sie ganz banal gesagt einfach noch nicht den Partner an ihrer Seite gefunden haben, der wirklich zu ihnen passt oder sich vor dem Finale wieder zurückgezogen haben aus eben diesen Gründen.
Ich zähle mich auch zu diesem Personenkreis, da es sich allein besser lebt, als sich ständigen Kompromissen zu unterwerfen, um letztendlich mit jemandem verheiratet zu sein um der lieben Kinder wegen oder aus sonstigen "niederen" Gründen.
Eine Pauschalisierung ist hier meiner Meinung nach völlig fehl am Platz.
Ich zumindest habe keinerlei Berührungsängste damit, einen ledigen Partner an meiner Seite zu haben....
Es gibt im Rahmen der Kommunikation die Möglichkeit zu hinterfragen, sofern derjenige aus diesen Gründen vorerst unpassend oder gar suspekt erscheint.

Es gibt viele Menschen, die sich sagen, lieber glücklich allein als unglücklich zu zweit. Ich zähle mich (nach einschlägigen Erfahrungen) auch zu dieser Spezies. Wenn es bei diesen Erfahrungen aus welchen Gründen auch immer nie zur Hochzeit kommt, dann wird man also als beziehungsunfähig abgestempelt. Sorry, wer solch eine Denkweise hat, der hat selbst irgendwo ein Problem....
 

iceage

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Zitat von Minette:
Hallo,
meiner Ansicht nach gibt es sowohl ledige Männer als auch Frauen ü 40 aus dem Grunde, dass sie ganz banal gesagt einfach noch nicht den Partner an ihrer Seite gefunden haben, der wirklich zu ihnen passt oder sich vor dem Finale wieder zurückgezogen haben aus eben diesen Gründen.
Ich zähle mich auch zu diesem Personenkreis, da es sich allein besser lebt, als sich ständigen Kompromissen zu unterwerfen, um letztendlich mit jemandem verheiratet zu sein um der lieben Kinder wegen oder aus sonstigen "niederen" Gründen.

Ich stimme dir uneingeschränkt zu! Was ich aber schon zugebe, zumindest aufpassen muss ist, dass ich bei anscheinenden Déjà vu-Konflikten zu schnell in der aktuellen Beziehung die Reißleine ziehe, weil ich es einfach Leid bin zu streiten und das dann schon als nicht bindungsfähig erscheint (vielleicht auch ist?).
 

Andre

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Zitat von blueeye:
... nie zur Hochzeit kommt, dann wird man also als beziehungsunfähig abgestempelt.
Das wird man ja schon, wenn man einer Fernbeziehung etwas positives abgewinnen kann ...

Ich kann das Wort "beziehungsunfähig" spätestens seit meiner Forenteilnahme nicht mehr hören. Nur weil man in manchen Punkten/Situationen nicht (oder nicht schnell genug) den "Normen" und "Rules" ;-) entspricht, kriegt man mal eben das Etikett "beziehungsunfähig" oder "Bindungsangst" an den großen Zeh gehängt. Ohne die Biografie zu kennen, die bei Ü40ern ja nicht gerade kurz und ereignislos ist.
 
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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Zitat von zauberer:
Man sollte nie den Trümmerhaufen außer acht lassen, der aus früheren Beziehungen stammt und den andere angerichtet haben. Dabei ist es völlig egal, ob man nun eine Trauschein-Beziehung hatte - oder eine ohne Trauschein.

Hier widerspreche ich ausdrücklich. Richtig ist meiner Ansicht nach, dass zwingende Voraussetzung für eine gute Beziehung ist, den anderen so zu nehmen, wie er bzw. sie ist. Und dazu gehören dann das private Umfeld (z.B. Kinder), das berufliche Umfeld (z.B. Reisetätigkeiten), die Narben auf der Seele (z.B. aus vorherigen Erfahrungen in Beziehungen) usw.

Falsch ist meiner Ansicht nach, dass andere den "Trümmerhaufen" angerichtet haben. An einer Beziehung sind immer mindestens zwei beteiligt und von meinem Verständnis haben grundsätzlich beide den von Dir angesprochenen "Trümmerhaufen" angerichtet und tragen dafür die Verantwortung.

Die These "Andere sind Schuld" und "ich bin das Opfer der Anderen" teile ich nicht. Ich halte sehr viel von Selbstverantwortung und auch in einer Partnerschaft bleiben beide für ihr ganz persönliches Leben selbstverantwortlich und teilen gemeinsam die Verantwortung für die eingegangene Partnerschaft.

LG Jorge
 

SineNomine

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Zitat von Jorge:
Die These "Andere sind Schuld" und "ich bin das Opfer der Anderen" teile ich nicht. Ich halte sehr viel von Selbstverantwortung und auch in einer Partnerschaft bleiben beide für ihr ganz persönliches Leben selbstverantwortlich und teilen gemeinsam die Verantwortung für die eingegangene Partnerschaft.

Das kann man eigentlich nur dick und fett untersteichen.

Es scheint mehr und mehr Mode zu werden zwar gerne und möglichst lautstark die alleinige Verantwortung für all das übernehmen zu wollen was gerade gut läuft, gleichzeitig aber für alles das, was nicht so gut läuft "die Anderen" verantwortlich zu machen, und zwar nicht nur in Bezug auf Partnerschaft, sondern in allen Lebensbereichen. Die Crux dabei ist, dass man mit der Verantwortung für das, was da ggf. schlecht läuft auch gleich einen guten Teil der eigenen Handlungsmöglichkeiten aus der Hand gibt, mit denen man die Situation verbessern könnte. Wer die eigene Verantwortung nicht annimmt oder gar wegschiebt landet früher oder später fast zwangsläufig in einer passiven Rolle ohne Einflußmöglichkeiten. Nur diejenigen, die die eigene Verantwortlichkeit für Fehlentwicklungen erkenen und annehmen bleiben auf Dauer in einer aktiven und damit handlungsfähigen Rolle.

Insofern sind, um die Kurve zum ursprünglichen Thema des Threads zu bekommen, vielleicht gerade Menschen die ihr Leben über etliche Jahre auch ganz gut alleine auf die Reihe bekommen haben "bindungsfähig" i.S.v. "in der Lage ihren Teil der Verantwortung für eine Partnerschaft anzunehmen und auszuüben", weil sie für all die kleinen und größeren Mißgeschicke des Lebens schlicht niemanden sonst verantwortlichen machen konnten und somit zur Eigenverantwortlichkeit quasi verdammt waren, während jemand, die oder der von einer Beziehung gleich in die nächste geschlidert ist im Zweifel immer jemanden hatte der zum Sündenbock taugte.
 

zauberer

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Zitat von Jorge:
Falsch ist meiner Ansicht nach, dass andere den "Trümmerhaufen" angerichtet haben. An einer Beziehung sind immer mindestens zwei beteiligt und von meinem Verständnis haben grundsätzlich beide den von Dir angesprochenen "Trümmerhaufen" angerichtet und tragen dafür die Verantwortung.

Den Trümmerhaufen haben schon ZWEI angerichtet. Aber diese Narben wirken oft sehr lange und sehr stark nach - v.a. wenn's Rosenkriege gegeben hat und die auch noch immer toben. Ein weiterer Aspekt sind Dinge, die Machos angerichtet haben und anrichten.

Zitat von Jorge:
Die These "Andere sind Schuld" und "ich bin das Opfer der Anderen" teile ich nicht. Ich halte sehr viel von Selbstverantwortung und auch in einer Partnerschaft bleiben beide für ihr ganz persönliches Leben selbstverantwortlich und teilen gemeinsam die Verantwortung für die eingegangene Partnerschaft.

Das halte ich für naiv, denn irgendwie wird ein neuer Partner immer in die Streitereien - insbesondere wenn es um die Kinder und die damit verbundenen Machtspielchen geht - hineingezogen - und sei es, dass es einfach nur anstrengend und ätzend ist. Das gibt nur versaute Tage und versaute Wochenenden - und wehren kann man sich dagegen nur herzlich wenig.
 
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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

@sinenomen

Zitat von SineNomine:
Insofern sind, um die Kurve zum ursprünglichen Thema des Threads zu bekommen, vielleicht gerade Menschen die ihr Leben über etliche Jahre auch ganz gut alleine auf die Reihe bekommen haben "bindungsfähig" i.S.v. "in der Lage ihren Teil der Verantwortung für eine Partnerschaft anzunehmen und auszuüben", weil sie für all die kleinen und größeren Mißgeschicke des Lebens schlicht niemanden sonst verantwortlichen machen konnten und somit zur Eigenverantwortlichkeit quasi verdammt waren, während jemand, die oder der von einer Beziehung gleich in die nächste geschlidert ist im Zweifel immer jemanden hatte der zum Sündenbock taugte.


Genau, ich haben den größten Teil meines Lebens alleine gelebt. Teilweise habe ich aber auch in Lebensformen mit Verantwortung für pflegebedürftige Großeltern etc. gelebt. Manchmal bekomme ich von Frauen vorgeworfen, das ich ohne eigene Kinder/Ehe nicht mitreden könnte. Das sind aber genau die Frauen, die in vielen Bereichen völlig unselbstständig und hilflos (und teilweise stolz auf ihre Unselbstständigkeit) sind. Natürlich gibt es auch Menschen, die bewusst alleine leben, weil sie sich mit der Verantwortung in einer Partnerschaft überfordert fühlen - aber die sind ja weder hier noch anderswo auf der Suche.
Und Schrullen, die einer Beziehung nicht unbedingt förderlich sind, schleichen sich bei alleine Lebenden nicht zwangsläufig stärker ein, als bei Menschen, die in einer Beziehung leben.
 

Andre

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Zitat von zauberer:
Man sollte nie den Trümmerhaufen außer acht lassen ...
Ich würde es wie meine Vorredner auch nicht "Trümmerhaufen" nennen. Ich meinte eigentlich mehr, ganz nüchtern, die Beziehungen in der Vergangenheit, die aus welchen Gründen auch immer nicht gehalten haben. Ohne diese individuelle Vorgeschichte zu kennen, finde ich es anmaßend, mit besagten Etiketten herumzuhantieren.

Dass diese Vergangenheit Spuren hinterlassen hat, ist natürlich klar (und nüchtern betrachtet auch wünschenswert). Aber ob man seine Vergangenheit als Trümmerfeld betrachtet oder als die "übliche" Mischung aus guten und weniger guten Erfahrungen, liegt ganz bei einem selbst. Und ich finde es überhaupt nicht "ehrenrührig" (und auch nicht von anderen zu "bemäkeln"), wenn man dabei Narben und "neuralgische Punkte" eingesammelt hat.

Es würde mich ja nicht weiter wundern, wenn sich hier Leute über "uns" mokieren würden, die seit hundert Jahren in ihrer ersten und immer noch glücklichen Beziehung leben. Aber ausgerechnet Parship- und andere Singles, die doch eigentlich im selben Boot sitzen? Komisch.
 
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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Ihr habt schon recht.
"Bindungsunfähig" ist ein Modewort, unter dem ganz Verschiedenes verstanden wird.

Eigentlich muss die Frage sein, ob man zusammenpassende Vorstellungen von Beziehung und Beziehungsleben hat.

Also z.B. ein Mensch (m/w) mit Ü40 Jahren, der immer alleine in einer Wohnung gewohnt hat und die Priorität im Leben immer bei seinem Beruf gesehen hat, will der Mensch (m/w) plötzlich mit einem Partner (m/w) in eine Wohnung zusammenziehen, seine Prioritäten anderes setzen usw.
 

Andre

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

Zitat von Sonnenschein76:
Eine Freundin vertritt die Ansicht, dass Männer, die über 40 Jahre sind und noch ledig, wahrscheinlich ein Problem haben, sich zu binden.
Wobei es hier auch drauf ankommt, was man unter "Bindung" versteht. Das ist ja ein weites Feld und entwickelt sich mit der Zeit ja auch weiter. In dem Alter, wo man gerade aufbrach in ein eigenständiges Leben, so mit erster eigener Wohnung und Kinderkriegenwollen usw., versteht man darunter wohl etwas anderes, als wenn man das alles schon hat bzw. hinter sich hat.

Ich finde es jedenfalls schön, meine Beziehungsform freier gestalten zu können, also dass sie nicht sozusagen "biologisch determiniert" ist, weil die Muddi und der Vaddi den Freddi und die Naddi großkriegen müssen, wo ja anerkanntermaßen so einiges dranhängt. Es wäre in meinen Augen aber ein Anachronismus, jetzt noch -- sozusagen aus Gewohnheit -- eine Bindungsform anzustreben, als würde das da immer noch dranhängen. Insofern könnte man auch fragen: Vielleicht will der eine gar nicht zu wenig Bindung, sondern der andere zuviel?

Ach, alles hat seine Zeit, und jetzt ist diese Zeit. Und irgendwann kommt noch wieder eine andere Zeit.
 

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

ich glaube dass wer sich nie gebunden hat im gründe ein ewiger junge sein will da fehlt mir einfach dir reife .ich bin vorsichtig. am ende kriegt man einen Peter Pan oder einen ewigen hedonist
 

iceage

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AW: Männlich - ledig - Ü40: Bindungsfähig?

also, es gibt, glaube ich, keine Faustregel, ob bindungsfähig oder nicht; natürlich Idizien, wenn jemand so lange allein gelebt hat (und ich glaube darum geht es hier), ob diese Person dann fähig ist den Konsens im Alltag mit einem Partner zu leben. Außerdem glaube ich, dass es keinen Unterschied zwischen lange allein lebener Frau oder Single-Mann gibt.

Die andere Seite, ich war z.B. 18 Jahre verheiratet und über 25 mit dieser Frau größtenteils glücklich zusammen! Heute aber würde ich nie mehr so viel in eine Beziehung investieren; lasse mir viel weniger gefallen und habe ein ganz anderes Selbstbewusstsein als als Ehemann. Will sagen, wahrscheinlich schieße ich in gewissen Situationen über's Ziel hinaus!

Es liegt immer an der Person, der eine sehnt sich nach langem Singldasein nach den Ereignissen einer Beziehung und der Andere hat damit nur Déjà-vus und vice versa ...