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  • #46
@mil
Ich sehe schon, wir sind da etwas unterschiedlich unterwegs ;-).
Dass ich den "Begründer" nicht ernst nehme, habe ich nicht gesagt. Er/sie wird selbstverständlich seine/ihre Gründe haben. Aber es sind halt ganz persönliche Gründe. Und - es soll auch tatsächlich Menschen geben, die sich zu erleuchtenden Begründungen gar nicht äußern WOLLEN. Und die würdest Du quasi dazu zwingen wollen? Das würde ich - sorry - als etwas egoistisch empfinden. Versetze Dich doch auch mal in die Lage des/der Angefragten. Der/die hat das Date wohlmöglich schon längst abgehakt, und dann kommst Du, und willst partout auch noch eine Begründung haben? Das hat nicht unbedingt etwas mit Schüchternheit zu tun.
Nochmal - was hilft Dir eine Begründung ganz konkret über dieses eine Date hinaus - also allgemein? Ein Beispiel hierzu würde mich wirklich interessieren. Vielleicht verstehe ich dann.
 
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  • #47
maddib,

jeder hat seine gründe für das, was er sagt. sind das dann immer "persönliche gründe"? wieso folgt daraus, daß etwas persönliche gründe für jemand sind, daß das, was er aus diesen gründen sagt, für andere uninteressant sein muß?

es war nicht von zwingen die rede, sondern von bitten oder fragen nach. hier sind doch erwachsene menschen. wenn sie partout keine begründung geben wollen, dann werden sie keine geben. aber weswegen sollte das bedeuten, daß man nicht nach solchen fragen sollte?

nicht jede begründung wäre interessant für mich. aber ich mag es, fremdeinschätzungen meiner zu hören. ich interessiere mich zuweilen für die meinungen anderer menschen und im besonderen für ihre meinung über mich. vielleicht erfahre ich da gar eine neue facetten an mir, oder zumindest eben etwas über meine außenwirkung; ich kann schauen, ob ich zu mißverständnissen anlaß gebe, ob ich so erscheine, wie ich glaube selbst zu sein usw.
jemand, der keine fremdeinschätzungen mag, und immer nur sagt: das ist doch bloß die meinung des anderen, was hat die mit mir zu tun, kann nichts dazu lernen und hat doch eine ziemlich beschränkte und kritikresistente ansicht.
meinst du nicht auch?
 
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  • #48
@maddib:
1. "Warum willst Du Dir es antun, dass EIN Mensch Dir quasi etwas vorhält, was jemand anderes an Dir liebt?"

2. "inwieweit "Begründungen" dann nicht sogar einfach vorgeschoben werden, nur um sich als gefragte aus der Affaire zu ziehen"

Ich finde, das sind zwei schwerwiegende Punkte. Man würde als der Fragende im Laufe der Zeit Informationen sammeln, die teils in sich widersprüchlich und teils einfach nur aus der Luft gegriffen sind. Was soll man damit sinnvolles anfangen?

@mil: Welchen Nutzen zögest du aus diesem Informationspool?
 
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  • #49
noch nie an einer diskussion teilgenommen? diskussionen sind in den allermeisten fällen pools aus meinungen und "subjektiven" begründungen.
muß ich wirklich erklären, weswegen es interessant und fruchtbar sein kann, sich an diskussionen zu beteiligen? ist euch das wirklich unklar, oder wollt ihr nur mal so fragen?
 
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  • #50
@mil
O.k. Ich sehe, wir nähern uns langsam an ;-).
Natürlich bin auch ich interessiert an meiner Wirkung auf andere und bin mit Sicherheit nicht frei von Selbstkritik. Nichts liegt mir ferner als das - wirklich.

Aber - ein fiktives/hypothetisches Beispiel (bitte nicht persönlich nehmen ;-)...

Das eine Date sagt Dir, Du seist doch recht zurückhaltend und kommst nicht so recht aus Dir raus. Außerdem scheinst Du nicht so recht an Rotwein Gefallen zu haben. Und am Ende fand sie es ziemlich verstörend, dass Du sie nicht eingeladen hast.

Das andere Date meint, es habe sehr gerne mit Dir geplaudert, und beim Rotwein konntest Du auch gut mithalten. Am Ende fand sie es sehr zeitgemäß, dass sie ihren Teil übernehmen durfte. Aber Dein ständiges Zucken mit der linken Augenbraue hat sie tierisch genervt.

Du selbst empfindest Dich als weder besonders zurückhaltend noch als Plaudertasche. Du trinkst Alkohol generell in Maßen, und findest, dass der Mann beim ersten Date nicht immer einladen muss. Das Zucken mit der Augenbraue ist ein nervöser Tick und bei Anspannung nicht zu kontrollieren.

Welche Wahrnehmung "stimmt"? Inwieweit sagt eine Wahrnehmung nicht auch eher etwas über den Wahrnehmenden aus als über den Wahrzunehmenden? Kann es tatsächlich sein, dass ich so unterschiedlich wahrgenommen werde? Sehe ich hier tatsächlich eine neue Seite an mir, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe? Sehen mich andere etwa auch so? Sollte ich versuchen, dieses oder jenes an mir zu ändern? Das sind alles wirklich interessante Fragen - ohne Zweifel. Aber - ist das "Feedback Interview" nach einem ERSTEN Date wirklich der richtige Zeitpunkt, um sich solche Fragen zu stellen? Und wie ernst ist solch ein doch etwas erzwungenes Feedback tatsächlich gemeint? Wie ernst darf ich also solch ein Feedback nehmen? Kann ich das überhaupt feststellen? Schließlich - wir kennen uns nach EINEM Date eigentlich nicht wirklich. Kann mein Gegenüber mich überhaupt "richtig" einschätzen?

Das sind so viele Fragen, die ich mir - ehrlich - nach einem ERSTEN Date gar nicht stellen WILL. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich nicht neugierig auf meine eigene Außenwirkung oder nicht fähig/willens zur Selbstkritik bin. Das alles vertiefe ich wirklich gerne - nach einem zweiten oder dritten Date, oder noch viel eher in einer richtigen Beziehung. Denn dann kennt man mich einfach schon etwas besser...
 
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  • #51
maddib,
auch das gilt allgemein: die meinung eines anderen zu irgendeinem thema kann mir etwas zu verstehen geben über ihn, über das thema und über meine meinung und mich.
natürlich kann es sein, daß ich unterschiedlich wahrgenommen werde. und es kann auch sein, daß mir eine reihe von fremdeinschätzungen ein motiv gibt, mich in manchen punkten zu überdenken und zu ändern. ihc habe den eindruck, du wirfst all diese fragen durcheinander. wo ist das problem?
wieweit ich das feedback ernst nehme, ist eine komplexe sache. jemand, der ein feedback deswegen nicht ernst nimmt, weil es sich für ihn unangenehm anhört, ist in meinen augen sehr schwach. natürlich kommt es darauf an, die kompetenz des anderen im hinblick darauf einzuschätzen, was von einem er erkennen kann. das ist doch immer so.
es hängt doch wirklich von einem ab: will man die kommunikation auf ein "ich tarzan, du jane" beschränken oder nicht? und ich finde es eben recht seltsam, wenn profile wortreich sind, wortreiche nachrichten geschrieben werden, und dann am schluß aber nur ein ja oder nein angekreuzt wird. vielleicht ist das auch eine sache des geschmacks. es hat was ökonomisches: man kann sagen: ach, ich bin zum entschluß gekommen, vom anderen nichts weiter zu wollen, also ist mir jedes weitere wort zu schade. das wäre noch eine einleuchtende begründung; wenn auch keine mir sympathische. aber alles andere, insbesondere die, es sei doch gar nicht möglich und könne keineswegs sinnvoll sein, sind unplausibel.
müh dich doch nicht so an diesen anführungszeichen "stimmen", "richtig" usw. ab. darum geht es doch gar nicht. ich habe den eindruck, du setzt insgeheim doch voraus, wogegen du dich wenden möchtest, und arbeitest dich deswegen so daran ab.
daß man jemanden nach zehn treffen besser kennen kann als nach einem, ist klar. wenn man beim ersten aber gar nichts sieht, sollte man besser hingucken.
 
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  • #52
@mil: Wenn mir verschiedene Leute, die untereinander in gar keinem Zusammenhang stehen, ihren persönlichen Geschmack "vortragen", nenne ich das nicht "Diskussion". Natürlich habe ich nach einem Date schon diskutiert, aber doch nicht über Geschmack! Da habe ich dann lediglich konstatiert, dass wir uns da dann wohl nicht einig werden können und das dann halt so stehenbleiben muss, wie es ist. Wenn ich "Hand an mich legen", also aus einer Diskussion tatsächlich Änderungen herbeiführen soll, dann verlange ich eine anständige Begründung. Persönliche Meinungen und subjektive Befindlichkeiten reichen mir da nicht. Wer keine anständige Begründung hat, muss dann eben weitersuchen, bis er eine findet. Wer mich bemühen will, muss sich erstmal selbst bemühen. Ich schnappe jedenfalls nicht nach jedem x-beliebigen Knochen, den sich irgendwer mal so nebenbei aus dem Ursch gezogen hat.
 
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  • #53
@andre: den zusammenhang stellst du her; also du willst und kannst.
du konstruierst nun so eine gegenüberstellung von bloßen subjektiven diskussionsunwürdigen geschmäckern einerseits und anständigen begründungen. ich weiß nicht, was du mit anständigen begründungen im sinne hast. aber die meisten diskussionen haben anteile von beidem. die diskussionen hier. diskussionen über politik. diskussionen über kunst. usw. genau im mittleren berech spielt es sich ab.
 
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  • #54
Viele gute Gründe für Ehrlichkeit

So, bin wieder da! :)

also: gesetzt den Fall, ich date jemanden, an dem mir echt was liegt und der will mich dann nicht wiedersehen. Dann will ich logischerweise unbedingt wissen, warum er das nicht will. Ich würde mich sonst wirklich über einen längeren Zeitraum FRAGEN, warum es nicht geklappt hat, mit Freundinnen diskutieren, es möglicherweise in diesem Forum posten und Meinungen einholen - all dem kann man dadurch vorbeugen, dass man einfach den Betreffenden fragt.

Dann gibt es mehrere Möglichkeiten: entweder ist es etwas, was ich vielleicht sogar ändern kann oder was derjenige missverstanden hat - dann könnte man das thematisieren und es wird ja vielleicht sogar doch noch was.
Oder es ist etwas, was ich leider nicht ändern kann, was ich aber einsehe - etwa: ich bin zu alt und er wünscht sich noch Kinder. Das ist dann bedauerlich, aber ich kann wenigstens aufhören darüber rumzuhirnen.
Oder es ist etwas, was komplett beleidigend ist und ich komme zu dem Schluss: Der Typ hat eine Knall und war es nicht wert. auch gut, ich ärgere mich dann einen Tick weniger, dass es nicht geklappt hat.

Weiter besteht in einer Begründung des anderen, warum er mich nicht wiedersehen will, in jedem Fall die Gelegenheit zur Selbstreflektion. Etwa wurde mir schon mehrfach gesagt, man würde mir nicht anmerken, wenn mir jemand gefällt - ich würde nicht ausreichend Gefühle zeigen. Das habe ich mir zu Herzen genommen, denn wenn mir jemand gefällt, will ich ja, dass er es merkt.
Oder mein Dating-Partner von neulich - für ihn wäre es sicher gut zu wissen, dass er bei mir mit seinem Altruismus und der Harmoniesucht nicht gut ankam. Speziell deswegen, weil man sowas ja macht, UM beim anderen gut anzukommen. Vielleicht würde ihm das ein Stückweit helfen, diese Harmoniesucht (die er selbst so bezeichnete) zu überwinden, vor allem, wenn er das Feedback öfter bekommt.

Alle Fragen soweit erstmal beantwortet? :)
 
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  • #55
@mil: Ich konstruiere nichts, ich spreche ausschließlich von real Erlebtem –*und natürlich den Schlussfolgerungen, die ich daraus gezogen habe.

Von diesem "mittleren Bereich", von dem du sprichst, interessiert mich zunächst der "handfeste" Anteil (die "anständigen Begründungen"), weil ich daraus auch was handfestes machen kann. Dann gibt es noch den subjektiven Anteil, der ja ganz nett sein kann, wenn mir mal ein bisschen nach geistiger Onanie zumute ist, und dann gibt es noch den ganzen egozentrischen opportunistischen Schei*, den ich mir gänzlich am Allerwertesten vorbeigehen lasse.
 
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  • #56
was sind anständige begründungen für dich?
 
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  • #57
@Fenster_zum_Hof:
"Oder mein Dating-Partner von neulich - für ihn wäre es sicher gut zu wissen, dass er bei mir mit seinem Altruismus und der Harmoniesucht nicht gut ankam. Speziell deswegen, weil man sowas ja macht, UM beim anderen gut anzukommen."

Das könnte so sein. Es könnte aber auch sein, dass er so ist und auch so sein will, dann würde die unaufgeforderte "Aufklärung" möglicherweise nur nerven. Als ich vor fast 10 Jahren schonmal in Parship war, da hat mein Persönlichkeitsgutachten mir auch noch gesagt (heute ist das milder formuliert), dass ich doch mal dieses oder jenes tun und sein solle, weil die Mehrzahl der Frauen auf sowas stünde. Halllloooo, ich bin nicht hier, um anders zu werden, sondern um die zu finden, wo ich so bleiben kann.

@Fenster_zum_Hof: Wie willst du das denn anstellen, zukünftig mehr Zuneigung zu zeigen? Also ich kann nicht schauspielern, und in diesem Bereich will ich es auch nicht können. Wer übertrieben gesagt auf Überschwänglichkeit steht, die aber auch echt sein soll, ist bei mir so oder so an der falschen Adresse. Da kann ich mich noch so anstrengen, wer das von sich aus kann, wird mir immer überlegen sein.
 
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  • #58
@mil: objektive.
 
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  • #59
andre: objektive gründe für subjektive einschätzungen?
vielleicht besser ein konkretes beispiel, dann hört es sich nicht so phrasenhaft an.
auch das "selbst erlebt": abstrakte kategorien a la subjektive versus objektive gründe erlebt man nicht. das sind konzeptualisierungen.
 
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  • #60
Ich fand es gut

@ Andre: mehr Zuneigung zu zeigen, hat ja nichts mit "schauspielern" zu tun. Ich empfinde diese Zuneigung ja und der Grund, weshalb ich sie oft nicht zeige, ist ja eher Unsicherheit oder die Annahme, mein Gegenüber würde sich dadurch bedrängt fühlen.
Es ist so eine Art "Komfortzone", in der ich mich dann immer bewege, eine Art, mit der ich mich sicher und unverletzlich fühle - mit tiefen Gesprächen oder humorigen Scherzen. Und die Erfahrung zu machen, dass ich durchaus auch meine Gefühle zeigen DARF, das war für mich persönlich etwas extrem Positives.

Ich war den Leuten, die mich darauf hingewiesen haben, sehr dankbar.

Und ich bitte darum, nicht falsch verstanden zu werden: es geht in dem, was ich hier sage, NICHT darum, irgendwas zu tun oder vorzutäuschen, um jemand anders zu "erobern" sondern genau das Gegenteil dessen. Mir geht es darum, in Momenten, in denen ich Zuneigung spüre, diese auch zeigen zu können und mir das nicht künstlich zu verkneifen, im Glauben, das käme besser an oder ich sei damit auf dem sichereren Terrain.

Ähnlich dürfte es bei dem Herrn mit der Harmoniesucht sein. Zu hören, dass man seine Bedürfnisse äußern darf und soll, ist doch eigentlich etwas positives, oder nicht? Er jedenfalls schien mit dieser Eigenschaft auch nicht recht glücklich.
Wie auch immer: ich HABS ihm ja nicht als Begrüdung für das Nicht-Wiedersehen-Wollen genannt. Wir haben nur während des Treffens darüber auf eine absolute okaye Weise darüber gesprochen.
 
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