Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
M

Mary

Gast
  • #31
Grundsätzlich halte ich es nach 1 Date nicht für nötig, da das Verletzungspotenzial größer ist, als eine allgemein gehaltene Absage. Ich finde es reicht erstmal zu sagen, dass der Funke bei mir einfach nicht übergesprungen ist. Ich würde das allerdings im Einzelfall entscheiden, wie ich es formuliere. Und wenn jemand es genauer wissen wollte, würde ich es in jedem Fall sagen. Über die Optik würde ich mich jedoch niemals negativ äußern.

Einmal habe ich von mir aus abgesagt und gleich auch den Grund gegannt. Es war übermäßiger Alkoholkonsum während des Dates. Er wollte gleich mal eine Flasche Rotwein bestellen. Ich wollte nur 1/8 worauf gleich mal eine Diskussion entbrannte, dass wir ja dann STÄNDIG nachbestellen müssten und die Kellner eh immer ewig nicht kommen. :-/.
Was ER dann (für sich) auch tat, nachdem er das 1. 1/4 gleich mal in zwei großen Zügen leerte. (Eigentlich hatte ich da schon Fluchtreflexe ...).

Da war es mir ein Bedürfnis, das als Grund zu benennen. Sowas geht gar nicht. Ich bekam eine böse Mail zurück. Aber würde es dennoch in so einem Fall wieder tun.

Lg
Mary
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #32
@Mary: "dass der Funke bei mir einfach nicht übergesprungen ist"

Ja, das trifft es auch gut.

Und wenn es sowas ist wie in deinem geschilderten Fall, dann kann man das sicher auch mal konkret sagen.
 

gelöscht

User
Beiträge
404
  • #33
fenster_zum_hof: ich würde es ihm auf jeden fall sagen. natürlich kommt es dann ein wenig auf die worte an, wie man es mitteilt. aber die findest du doch bestimmt.
ich bin ja generell gegen diese pubertierende willst-du-mit-mir-gehen-ja/nein-mentalität hier. viele beschweren sich, daß sie nach dem date nichts hören, also keinen zettel, auf dem wenigstens das "nein" angekreuzt ist. für meine vorstellung von reifem miteinanderumgehen fände ich es genauso schade, wenn nur ein zettel mit einem angekreuzten "nein" ins haus flatterte.
daß jede begründung "subjektiv" ist doch klar; es geht ja nicht, sich zum gottrichter über die andere person aufzuspielen. aber stummheit ist doch nicht die alternative. so wie man jemandem sagen kann, weshalb er einem gefällt oder was an ihm einem gefällt, kann man auch sagen, woran es liegt, daß man sich ein näheres miteinander mit ihm nicht vorstellen kann.
 

Andrea

User
Beiträge
702
  • #34
"Das würde ich ihm gern sagen, dass ich das nicht mag. findet Ihr sowas richtig? Würdet Ihr das wissen wollen, an seiner Stelle? "
Ich würde den Grund wissen wollen.
 

maddib

User
Beiträge
166
  • #35
Hhmm,

also von "begründeten" Körben halte ich nicht viel, denn die Begründungen sind doch irgendwie sehr subjektiv/individuell. Genau - am Ende heißt es nur: "Du bist halt nicht mein Typ". Warum also die vermeintliche Verletzung noch weiter verkomplizieren und sich und den anderen weiter in Verlegenheit bringen. Ich fürchte, wenn man so agiert, kann es nur noch verletzender/unangenehmer werden. In der Kürze liegt die Würze - ich finde, auch hier.

Warum ich nicht "unaufgeforderte" Körbe gebe? Ich kann den Gedanken gut nachvollziehen, dass es schon irgendwie merkwürdig ist, wenn man sich getroffen hat und anschließend gar nichts mehr voneinander hört. Das ist auch für mich durchaus etwas gewöhnungsbedürftig.
Andersherum fände ich aber auch die Situation etwas schräg, wenn ich mich zurückmelde und der Dame erkläre, dass zwar alles recht nett war, aber ich mir aus diesem und jenen Grund nichts weiter vorstellen kann.
Allerdings - ich hätte mir bisher bei fast all meinen Dates eine Freundschaft vorstellen können. Das ist aber offenbar eine "Wendung", mit der nicht jede/r umgehen kann.

Wie gesagt, wenn von einer Seite weiteres Interesse gezeigt wird, sehe ich eine nette Antwort als mehr als angebracht und fair an. In dieser Situation zu schweigen, finde ich extrem unhöflich.
 

maddib

User
Beiträge
166
  • #36
@André
Deinen Vorschlag empfinde ich doch etwas zu mechanisch. Zumal nicht klar ist, wie sich das Gegenüber eine weitere Kommunikation überhaupt vorstellen könnte. Ich möchte nicht per se etwas vom anderen gezwungenermaßen einfordern. So eine Ankündigung wie "Wir hören aber auf jeden Fall noch etwas voneinander, oder?" kann je nach Situation zu forsch/aufdringlich wirken. Warum soll ich diesen Druck aufbauen?
Wenn sich KEINER zurückmeldet, gehe ich mal davon aus, dass mindestens EINER kein weiteres Interesse hat. Ich würde mich bei Interesse auf jeden Fall melden ;-).
Das Wie und Ob und Wann danach gleich beim Date auszudeklinieren, empfinde ich - sorry - etwas schräg. Habe ich auch so noch nie erlebt.
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #37
@maddib: Naja, was heißt durchdeklinieren? "Telefonieren wir heut abend?" – das war schon alles. Und das ist ja auch nichts anderes als das, was man vor dem Date ja auch schon gemacht hat. Na gut, so gesehen kann man die Frage dann auch weglassen ;-)
 
Beiträge
444
  • #38
So, ich hab's ihm jetzt nur so ganz allgemein gemailt, also "es passt für mich leider nicht".

Aber eigentlich bin ich jemand, der es tatsächlich lieber begründet, weil ICH es auch wissen wollen würde. Allerdings nur in bestimmten Fällen und nett/sachlich vorgebracht, ich möchte natürlich nicht beleidigt werden. :)
Wobei ich mit ehrlichen Begründungen durchweg schlechte Erfahrungen gemacht habe - dann kommen oft elendige Diskussionen, von "So bin ich doch aber gar nicht!" bis zu Gegenangriffen.

Wobei ich ihm direkt am Abend ja gesagt habe, dass ich die fraglichen Eigenschaften nicht gut finde - wenn er also reflektiert ist, wird er sich denken können, was mir da nicht gefallen hat.
 
Beiträge
444
  • #39
mit "in bestimmten Fällen" meinte ich: wenn es einigermaßen zu verkraften ist. Von "Du erinnerst mich zu sehr an meine Ex" bis "du bist mir viel zu lebhaft" - alles ok.
Aber wenn dann käme "n Model bist du ja nicht grade" - das möchte man natürlich nicht hören.

:))
 

gelöscht

User
Beiträge
404
  • #40
da gehts ums abwägen und die wahl der richtigen worte. wenn etwa ein mann, der den eindruck hat, sein kontakt sei zu wenig attraktiv und gebildet für ihn, ihn dann aber, um ihn nicht zu kränken, schreibt, du, in deinem profil stehst, daß du gerne tanzt, ich geh aber nicht gerne tanzen, deswegen passen wir nicht zueinander, der macht es der frau dann in dem moment leicht, andererseits führt er dann zu endlosen threads hier, in denen man sich darüber aufregt, was männer doch für unsinnige kriterien haben und ja ohnehin nicht mutig genug, einfach mal die wahrheit zu sagen. :)
 

maddib

User
Beiträge
166
  • #41
@Fenster_zum_Hof
Deinen Wunsch nach einer Begründung finde ich wirklich erstaunlich. Einfach aus dem Grund, dass eine Eigenschaft von Dir für den einen ein "No-go" ist und für den anderen das "Non-plus-ultra". Warum willst Du Dir es antun, dass EIN Mensch Dir quasi etwas vorhält, was jemand anderes an Dir liebt? Ich würde mir durch EIN solches Urteil nicht unbewusst unnötige Selbstzweifel einreden wollen.
Wenn man dann sogar noch eine Begründung "einfordert", kann man den anderen auch ganz schön in Verlegenheit bringen - nicht nur sich selbst. Wem ist hiermit am Ende geholfen? Ist es häufig nicht einfach auch eine Bauchsache, die nicht selten schwer in Worte zu fassen ist?
Deine Sichtweise würde mich hier wirklich interessieren.
 

gelöscht

User
Beiträge
404
  • #42
maddib, ist das nicht etwas widersprüchlich? denn jemand, der weiß, daß eine einschätzung kein gottesurteil ist, der wird den stellenwert eines solchen urteils doch einschätzen können und es nicht von wahnsinnigen selbstzweifeln geplagt werden. mal ganz simpel: wenn dir eine frau sagt, du kämest als blondlockiger für sie nicht infrage, weil sie auch dunkle typen steht, plagen dich dann die selbstzweifel?
 

maddib

User
Beiträge
166
  • #43
@mil
Einen Widerspruch sehe ich da nicht unbedingt. Aber - Du weißt nicht, was tatsächlich als Begründung zurückkommt... Eine "unpassende" Haarfarbe klingt recht platt und fast schon unglaubwürdig. Da würde ich mir eher Gedanken um den Seelenzustand des/der Gedateten machen. Ich sprach natürlich von Begründungen, die schon an die Person als solches gehen können.
Und gerade mit dem Wissen, dass nahezu wohl jede "Begründung" hier rein subjektiv ist, kann ich mit dieser dann doch auch wenig bis nichts anfangen. Mit einer Begründung kann ich nur "weiterarbeiten", wenn ich sie bis zu einem gewissen Grade ernstnehme. Und gerade das hätte ich hier aber gar nicht vor. Was NÜTZT mir also solch eine Aussage an sich? Ich meine nichts - also gar nichts. Warum soll ich sie mir also überhaupt erst anhören? Von der Frage, inwieweit "Begründungen" dann nicht sogar einfach vorgeschoben werden, nur um sich als gefragte aus der Affaire zu ziehen, mal ganz abgesehen.
Und nochmals - wenn ich eine Begründung geradezu einfordere, kann ich den anderen auch ganz schön in Verlegenheit bringen. Das würde ich auch nicht wollen.
Am Ende sehe ich hier eine eher unnütze Aktion, die keinem hilft - im Gegenteil - die ein an sich vielleicht wirklich nettes Date am Ende einen schalen Beigeschmack anheftet.
 

Andrea

User
Beiträge
702
  • #44
habt Ihr es eigentlich mal ausprobiert, eine Begründung zu erbitten oder zu geben? Ich persönlich finde die Begründung immer hilfreich, in jeder Hinsicht.
 

gelöscht

User
Beiträge
404
  • #45
maddib, nach dem, was du "subjektiv" nennst, ist doch überhaupt auch hier jedes statement subjektiv. schließt das aus, was damit anzufangen? das wäre doch absurd!
also ich für meine person kann mit einschätzungen anderer mehr anfangen als sie entweder für ein absolutes gottesgericht halten zu müssen oder für vollkommen ohne belang, da ja "rein subjektiv".
du wirklich nicht?
kannst du den anderen schon allein deswegen überhaupt nicht ernst nehmen, weil er dir eine absage schickt?
ja, man darf auch mal fordern. und man darf auch mal was aushalten. kinder! selbst wenn es so sein sollte, daß sich hier besonders viele schüchterne und mutlose tummeln: ein bißchen kommunikation muß doch drinnen sein, außer ja/nein ankreuzen.
 

maddib

User
Beiträge
166
  • #46
@mil
Ich sehe schon, wir sind da etwas unterschiedlich unterwegs ;-).
Dass ich den "Begründer" nicht ernst nehme, habe ich nicht gesagt. Er/sie wird selbstverständlich seine/ihre Gründe haben. Aber es sind halt ganz persönliche Gründe. Und - es soll auch tatsächlich Menschen geben, die sich zu erleuchtenden Begründungen gar nicht äußern WOLLEN. Und die würdest Du quasi dazu zwingen wollen? Das würde ich - sorry - als etwas egoistisch empfinden. Versetze Dich doch auch mal in die Lage des/der Angefragten. Der/die hat das Date wohlmöglich schon längst abgehakt, und dann kommst Du, und willst partout auch noch eine Begründung haben? Das hat nicht unbedingt etwas mit Schüchternheit zu tun.
Nochmal - was hilft Dir eine Begründung ganz konkret über dieses eine Date hinaus - also allgemein? Ein Beispiel hierzu würde mich wirklich interessieren. Vielleicht verstehe ich dann.
 

gelöscht

User
Beiträge
404
  • #47
maddib,

jeder hat seine gründe für das, was er sagt. sind das dann immer "persönliche gründe"? wieso folgt daraus, daß etwas persönliche gründe für jemand sind, daß das, was er aus diesen gründen sagt, für andere uninteressant sein muß?

es war nicht von zwingen die rede, sondern von bitten oder fragen nach. hier sind doch erwachsene menschen. wenn sie partout keine begründung geben wollen, dann werden sie keine geben. aber weswegen sollte das bedeuten, daß man nicht nach solchen fragen sollte?

nicht jede begründung wäre interessant für mich. aber ich mag es, fremdeinschätzungen meiner zu hören. ich interessiere mich zuweilen für die meinungen anderer menschen und im besonderen für ihre meinung über mich. vielleicht erfahre ich da gar eine neue facetten an mir, oder zumindest eben etwas über meine außenwirkung; ich kann schauen, ob ich zu mißverständnissen anlaß gebe, ob ich so erscheine, wie ich glaube selbst zu sein usw.
jemand, der keine fremdeinschätzungen mag, und immer nur sagt: das ist doch bloß die meinung des anderen, was hat die mit mir zu tun, kann nichts dazu lernen und hat doch eine ziemlich beschränkte und kritikresistente ansicht.
meinst du nicht auch?
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #48
@maddib:
1. "Warum willst Du Dir es antun, dass EIN Mensch Dir quasi etwas vorhält, was jemand anderes an Dir liebt?"

2. "inwieweit "Begründungen" dann nicht sogar einfach vorgeschoben werden, nur um sich als gefragte aus der Affaire zu ziehen"

Ich finde, das sind zwei schwerwiegende Punkte. Man würde als der Fragende im Laufe der Zeit Informationen sammeln, die teils in sich widersprüchlich und teils einfach nur aus der Luft gegriffen sind. Was soll man damit sinnvolles anfangen?

@mil: Welchen Nutzen zögest du aus diesem Informationspool?
 

gelöscht

User
Beiträge
404
  • #49
noch nie an einer diskussion teilgenommen? diskussionen sind in den allermeisten fällen pools aus meinungen und "subjektiven" begründungen.
muß ich wirklich erklären, weswegen es interessant und fruchtbar sein kann, sich an diskussionen zu beteiligen? ist euch das wirklich unklar, oder wollt ihr nur mal so fragen?
 

maddib

User
Beiträge
166
  • #50
@mil
O.k. Ich sehe, wir nähern uns langsam an ;-).
Natürlich bin auch ich interessiert an meiner Wirkung auf andere und bin mit Sicherheit nicht frei von Selbstkritik. Nichts liegt mir ferner als das - wirklich.

Aber - ein fiktives/hypothetisches Beispiel (bitte nicht persönlich nehmen ;-)...

Das eine Date sagt Dir, Du seist doch recht zurückhaltend und kommst nicht so recht aus Dir raus. Außerdem scheinst Du nicht so recht an Rotwein Gefallen zu haben. Und am Ende fand sie es ziemlich verstörend, dass Du sie nicht eingeladen hast.

Das andere Date meint, es habe sehr gerne mit Dir geplaudert, und beim Rotwein konntest Du auch gut mithalten. Am Ende fand sie es sehr zeitgemäß, dass sie ihren Teil übernehmen durfte. Aber Dein ständiges Zucken mit der linken Augenbraue hat sie tierisch genervt.

Du selbst empfindest Dich als weder besonders zurückhaltend noch als Plaudertasche. Du trinkst Alkohol generell in Maßen, und findest, dass der Mann beim ersten Date nicht immer einladen muss. Das Zucken mit der Augenbraue ist ein nervöser Tick und bei Anspannung nicht zu kontrollieren.

Welche Wahrnehmung "stimmt"? Inwieweit sagt eine Wahrnehmung nicht auch eher etwas über den Wahrnehmenden aus als über den Wahrzunehmenden? Kann es tatsächlich sein, dass ich so unterschiedlich wahrgenommen werde? Sehe ich hier tatsächlich eine neue Seite an mir, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe? Sehen mich andere etwa auch so? Sollte ich versuchen, dieses oder jenes an mir zu ändern? Das sind alles wirklich interessante Fragen - ohne Zweifel. Aber - ist das "Feedback Interview" nach einem ERSTEN Date wirklich der richtige Zeitpunkt, um sich solche Fragen zu stellen? Und wie ernst ist solch ein doch etwas erzwungenes Feedback tatsächlich gemeint? Wie ernst darf ich also solch ein Feedback nehmen? Kann ich das überhaupt feststellen? Schließlich - wir kennen uns nach EINEM Date eigentlich nicht wirklich. Kann mein Gegenüber mich überhaupt "richtig" einschätzen?

Das sind so viele Fragen, die ich mir - ehrlich - nach einem ERSTEN Date gar nicht stellen WILL. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich nicht neugierig auf meine eigene Außenwirkung oder nicht fähig/willens zur Selbstkritik bin. Das alles vertiefe ich wirklich gerne - nach einem zweiten oder dritten Date, oder noch viel eher in einer richtigen Beziehung. Denn dann kennt man mich einfach schon etwas besser...
 

gelöscht

User
Beiträge
404
  • #51
maddib,
auch das gilt allgemein: die meinung eines anderen zu irgendeinem thema kann mir etwas zu verstehen geben über ihn, über das thema und über meine meinung und mich.
natürlich kann es sein, daß ich unterschiedlich wahrgenommen werde. und es kann auch sein, daß mir eine reihe von fremdeinschätzungen ein motiv gibt, mich in manchen punkten zu überdenken und zu ändern. ihc habe den eindruck, du wirfst all diese fragen durcheinander. wo ist das problem?
wieweit ich das feedback ernst nehme, ist eine komplexe sache. jemand, der ein feedback deswegen nicht ernst nimmt, weil es sich für ihn unangenehm anhört, ist in meinen augen sehr schwach. natürlich kommt es darauf an, die kompetenz des anderen im hinblick darauf einzuschätzen, was von einem er erkennen kann. das ist doch immer so.
es hängt doch wirklich von einem ab: will man die kommunikation auf ein "ich tarzan, du jane" beschränken oder nicht? und ich finde es eben recht seltsam, wenn profile wortreich sind, wortreiche nachrichten geschrieben werden, und dann am schluß aber nur ein ja oder nein angekreuzt wird. vielleicht ist das auch eine sache des geschmacks. es hat was ökonomisches: man kann sagen: ach, ich bin zum entschluß gekommen, vom anderen nichts weiter zu wollen, also ist mir jedes weitere wort zu schade. das wäre noch eine einleuchtende begründung; wenn auch keine mir sympathische. aber alles andere, insbesondere die, es sei doch gar nicht möglich und könne keineswegs sinnvoll sein, sind unplausibel.
müh dich doch nicht so an diesen anführungszeichen "stimmen", "richtig" usw. ab. darum geht es doch gar nicht. ich habe den eindruck, du setzt insgeheim doch voraus, wogegen du dich wenden möchtest, und arbeitest dich deswegen so daran ab.
daß man jemanden nach zehn treffen besser kennen kann als nach einem, ist klar. wenn man beim ersten aber gar nichts sieht, sollte man besser hingucken.
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #52
@mil: Wenn mir verschiedene Leute, die untereinander in gar keinem Zusammenhang stehen, ihren persönlichen Geschmack "vortragen", nenne ich das nicht "Diskussion". Natürlich habe ich nach einem Date schon diskutiert, aber doch nicht über Geschmack! Da habe ich dann lediglich konstatiert, dass wir uns da dann wohl nicht einig werden können und das dann halt so stehenbleiben muss, wie es ist. Wenn ich "Hand an mich legen", also aus einer Diskussion tatsächlich Änderungen herbeiführen soll, dann verlange ich eine anständige Begründung. Persönliche Meinungen und subjektive Befindlichkeiten reichen mir da nicht. Wer keine anständige Begründung hat, muss dann eben weitersuchen, bis er eine findet. Wer mich bemühen will, muss sich erstmal selbst bemühen. Ich schnappe jedenfalls nicht nach jedem x-beliebigen Knochen, den sich irgendwer mal so nebenbei aus dem Ursch gezogen hat.
 

gelöscht

User
Beiträge
404
  • #53
@andre: den zusammenhang stellst du her; also du willst und kannst.
du konstruierst nun so eine gegenüberstellung von bloßen subjektiven diskussionsunwürdigen geschmäckern einerseits und anständigen begründungen. ich weiß nicht, was du mit anständigen begründungen im sinne hast. aber die meisten diskussionen haben anteile von beidem. die diskussionen hier. diskussionen über politik. diskussionen über kunst. usw. genau im mittleren berech spielt es sich ab.
 
Beiträge
444
  • #54
Viele gute Gründe für Ehrlichkeit

So, bin wieder da! :)

also: gesetzt den Fall, ich date jemanden, an dem mir echt was liegt und der will mich dann nicht wiedersehen. Dann will ich logischerweise unbedingt wissen, warum er das nicht will. Ich würde mich sonst wirklich über einen längeren Zeitraum FRAGEN, warum es nicht geklappt hat, mit Freundinnen diskutieren, es möglicherweise in diesem Forum posten und Meinungen einholen - all dem kann man dadurch vorbeugen, dass man einfach den Betreffenden fragt.

Dann gibt es mehrere Möglichkeiten: entweder ist es etwas, was ich vielleicht sogar ändern kann oder was derjenige missverstanden hat - dann könnte man das thematisieren und es wird ja vielleicht sogar doch noch was.
Oder es ist etwas, was ich leider nicht ändern kann, was ich aber einsehe - etwa: ich bin zu alt und er wünscht sich noch Kinder. Das ist dann bedauerlich, aber ich kann wenigstens aufhören darüber rumzuhirnen.
Oder es ist etwas, was komplett beleidigend ist und ich komme zu dem Schluss: Der Typ hat eine Knall und war es nicht wert. auch gut, ich ärgere mich dann einen Tick weniger, dass es nicht geklappt hat.

Weiter besteht in einer Begründung des anderen, warum er mich nicht wiedersehen will, in jedem Fall die Gelegenheit zur Selbstreflektion. Etwa wurde mir schon mehrfach gesagt, man würde mir nicht anmerken, wenn mir jemand gefällt - ich würde nicht ausreichend Gefühle zeigen. Das habe ich mir zu Herzen genommen, denn wenn mir jemand gefällt, will ich ja, dass er es merkt.
Oder mein Dating-Partner von neulich - für ihn wäre es sicher gut zu wissen, dass er bei mir mit seinem Altruismus und der Harmoniesucht nicht gut ankam. Speziell deswegen, weil man sowas ja macht, UM beim anderen gut anzukommen. Vielleicht würde ihm das ein Stückweit helfen, diese Harmoniesucht (die er selbst so bezeichnete) zu überwinden, vor allem, wenn er das Feedback öfter bekommt.

Alle Fragen soweit erstmal beantwortet? :)
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #55
@mil: Ich konstruiere nichts, ich spreche ausschließlich von real Erlebtem –*und natürlich den Schlussfolgerungen, die ich daraus gezogen habe.

Von diesem "mittleren Bereich", von dem du sprichst, interessiert mich zunächst der "handfeste" Anteil (die "anständigen Begründungen"), weil ich daraus auch was handfestes machen kann. Dann gibt es noch den subjektiven Anteil, der ja ganz nett sein kann, wenn mir mal ein bisschen nach geistiger Onanie zumute ist, und dann gibt es noch den ganzen egozentrischen opportunistischen Schei*, den ich mir gänzlich am Allerwertesten vorbeigehen lasse.
 

gelöscht

User
Beiträge
404
  • #56
was sind anständige begründungen für dich?
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #57
@Fenster_zum_Hof:
"Oder mein Dating-Partner von neulich - für ihn wäre es sicher gut zu wissen, dass er bei mir mit seinem Altruismus und der Harmoniesucht nicht gut ankam. Speziell deswegen, weil man sowas ja macht, UM beim anderen gut anzukommen."

Das könnte so sein. Es könnte aber auch sein, dass er so ist und auch so sein will, dann würde die unaufgeforderte "Aufklärung" möglicherweise nur nerven. Als ich vor fast 10 Jahren schonmal in Parship war, da hat mein Persönlichkeitsgutachten mir auch noch gesagt (heute ist das milder formuliert), dass ich doch mal dieses oder jenes tun und sein solle, weil die Mehrzahl der Frauen auf sowas stünde. Halllloooo, ich bin nicht hier, um anders zu werden, sondern um die zu finden, wo ich so bleiben kann.

@Fenster_zum_Hof: Wie willst du das denn anstellen, zukünftig mehr Zuneigung zu zeigen? Also ich kann nicht schauspielern, und in diesem Bereich will ich es auch nicht können. Wer übertrieben gesagt auf Überschwänglichkeit steht, die aber auch echt sein soll, ist bei mir so oder so an der falschen Adresse. Da kann ich mich noch so anstrengen, wer das von sich aus kann, wird mir immer überlegen sein.
 

Andre

User
Beiträge
3.855
  • #58
@mil: objektive.
 

gelöscht

User
Beiträge
404
  • #59
andre: objektive gründe für subjektive einschätzungen?
vielleicht besser ein konkretes beispiel, dann hört es sich nicht so phrasenhaft an.
auch das "selbst erlebt": abstrakte kategorien a la subjektive versus objektive gründe erlebt man nicht. das sind konzeptualisierungen.
 
Beiträge
444
  • #60
Ich fand es gut

@ Andre: mehr Zuneigung zu zeigen, hat ja nichts mit "schauspielern" zu tun. Ich empfinde diese Zuneigung ja und der Grund, weshalb ich sie oft nicht zeige, ist ja eher Unsicherheit oder die Annahme, mein Gegenüber würde sich dadurch bedrängt fühlen.
Es ist so eine Art "Komfortzone", in der ich mich dann immer bewege, eine Art, mit der ich mich sicher und unverletzlich fühle - mit tiefen Gesprächen oder humorigen Scherzen. Und die Erfahrung zu machen, dass ich durchaus auch meine Gefühle zeigen DARF, das war für mich persönlich etwas extrem Positives.

Ich war den Leuten, die mich darauf hingewiesen haben, sehr dankbar.

Und ich bitte darum, nicht falsch verstanden zu werden: es geht in dem, was ich hier sage, NICHT darum, irgendwas zu tun oder vorzutäuschen, um jemand anders zu "erobern" sondern genau das Gegenteil dessen. Mir geht es darum, in Momenten, in denen ich Zuneigung spüre, diese auch zeigen zu können und mir das nicht künstlich zu verkneifen, im Glauben, das käme besser an oder ich sei damit auf dem sichereren Terrain.

Ähnlich dürfte es bei dem Herrn mit der Harmoniesucht sein. Zu hören, dass man seine Bedürfnisse äußern darf und soll, ist doch eigentlich etwas positives, oder nicht? Er jedenfalls schien mit dieser Eigenschaft auch nicht recht glücklich.
Wie auch immer: ich HABS ihm ja nicht als Begrüdung für das Nicht-Wiedersehen-Wollen genannt. Wir haben nur während des Treffens darüber auf eine absolute okaye Weise darüber gesprochen.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.