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Beim Zähneputzen ist mir noch der Gedanke gekommen, dass es eigentlich das Wichtigste wäre, Gefühle differenziert wahrnehmen und unterscheiden und gewichten zu lernen, und z.B. zu üben, dem Herzen zu vertrauen und das, was das Herz fühlt, etwa von sexueller Anziehung oder Bewunderung zu unterscheiden. Das wäre wohl sinnvoller, als im Voraus Kriterienlisten aufzustellen. Dann könnte man im Moment, wo man jemanden kennenlernt, bewusst entscheiden, ob es für einen passt oder nicht. Das, was man dann will, wären nicht Eigenschaften des Gegenübers, sondern Gefühle, denen man vertraut und die man als für sich besonders wichtig einstuft. (@Baudolino)
Aber wie fängt man das beim OD an? Am Anfang sieht man nur die Profile ud wählt nach Profilenträge oder Matchingpunkten oder dergleichen aus. Wann und wie kommen die Gefühle ins Spiel?
 
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Ursina60

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Aber wie fängt man das beim OD an? Am Anfang sieht man nur die Profile ud wählt nach Profilenträge oder Matchingpunkten odergergeleichen aus. Wann und wie kommen die Gefühle ins Spiel?
Das OD Kennenlernen basiert halt auf anderen Dingen und lässt sich nicht auf ein Kennenlernen "draussen" adaptieren. Die Gefühle kommen bei jedem Menschen an einem anderen Zeitpunkt ins Spiel; entweder gleich beim ersten Treffen oder später. Das können wir ja nicht beeinflussen.
 

AnnaConda

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Ich erkenne das daran, dass keinerlei Zweifel herrschen. Dass man sich nicht dauernd fragen muss, was richtig ist, ob man sich besser so oder anders verhält, dass man genau so sein kann, wie man ist und genau so geliebt wird, ohne das nagende Gefühl, dass man irgendwas optimieren müßte. Dass man sich nicht fragen muss, ob der Andere das gleiche Commitment an den Tag legt wie man selbst.

Da herrscht eine Selbstverständlichkeit, wenn man die 2 Leben miteinander verzahnt und Stolpersteine einfach umgeht, ohne ein Problem daraus zu machen. Dass man Unterstützung in Bereichen bekommt, bei denen man nie damit gerechnet hätte und das auch annehmen kann.

Liebe und Vertrauen muss ich glaube ich nicht wirklich erwähnen.

Also das sind so meine Eckpunkte. :)
 
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Aber wie fängt man das beim OD an? Am Anfang sieht man nur die Profile ud wählt nach Profilenträge oder Matchingpunkten oder dergleichen aus. Wann und wie kommen die Gefühle ins Spiel?
Auch wenn man die Profile sieht, kann man sich eher vom Gefühl und der Intuition leiten lassen, oder man kann schauen, ob die eigenen Kriterien wohl erfüllt sind.

Genau deshalb haben wir uns als Teenies und vielleicht auch als U30-jährige so einfach verliebt, wir hatten keine Ahnung was wir wollten, einfach mal den Gefühlen freien Lauf lassen, ohne viel Überlegung, ob es passt, wie es weiter geht usw. Deshalb flutschte das auch besser in den jüngeren Jahren.
Bei mir hat es als Teenie überhaupt nicht geflutscht. Viel weniger als in späteren Jahren, wenn es auch da immer noch nicht so einfach war. Meine Erfahrung ist eher, dass es mit dem Älterwerden besser wird.
 
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Ursina60

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Auch wenn man die Profile sieht, kann man sich eher vom Gefühl und der Intuition leiten lassen, oder man kann schauen, ob die eigenen Kriterien wohl erfüllt sind.


Bei mir hat es als Teenie überhaupt nicht geflutscht. Viel weniger als in späteren Jahren, wenn es auch da immer noch nicht so einfach war. Meine Erfahrung ist eher, dass es mit dem Älterwerden besser wird.

Mit dem Älterwegen weiss man besser, was man will und was absolute No-Gos in einer Beziehung sind. Deshalb kann man vorher schon gut "aussortieren". Ob das positiv ist, weiss ich nicht. Oder andersrum, es schränkt ein, man ist weniger offen, sieht Stolpersteine, die vielleicht gar nicht sind.
 
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Bastille

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Mit dem Älterwegen weiss man besser, was man will und was absolute No-Gos in einer Beziehung sind. Deshalb kann man vorher schon gut "aussortieren". Ob das positiv ist, weiss ich nicht. Oder andersrum, es schränkt ein, man ist weniger offen, sieht Stolpersteine, die vielleicht gar nicht sind.
Ich wollte nur sagen, dass es auch andere Entwicklungslinien geben kann. Ich bin mit dem Älterwerden eher von übertriebenen Ansprüchen herunter gekommen und gleichzeitig ist der Leidensdruck kleiner geworden, weil ich mich nicht mehr einsam fühle und weil ich mich ansonsten in meinem Leben wohler fühle als früher (der richtige Beruf, gute Freundschaften). Früher habe ich mich wegen meiner Einsamkeit und meiner Sehnsucht und meinen Problemen, jemanden zu finden, der wirklich passen könnte, auf Kompromisse eingelassen und dann versucht, die inneren Zweifel zu unterdrücken und als normal zu empfinden. Das hat auch viel Leiden mit sich gebracht. Heute ist der Leidensdruck beim Singlesein nicht mehr gross, ich fühle mich überhaupt nicht einsam und kann mir auch vorstellen, mein Leben als erfüllt, als ein gelungenes Leben zu sehen, wenn da keine grosse Liebe mehr käme. Gleichzeitig bin ich aber offener geworden und sehe in den meisten Menschen sehr viel Gutes und Schönes. Für eine Beziehung bin ich nicht mehr bereit, faule Kompromisse zu machen, aber gleichzeitig empfände ich viel weniger innerlich als Problem, sondern sähe in Unterschieden und Unerwartetem auch viel stärker als früher eine Bereicherung. Ich denke also eher, dass es einfacher geworden ist, eine Beziehung zu erreichen, die sich wirklich gut anfühlt, während ich nicht mehr eine eingehen will, die nicht wirklich stimmt.
 
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Ursina60

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Ich wollte nur sagen, dass es auch andere Entwicklungslinien geben kann. Ich bin mit dem Älterwerden eher von übertriebenen Ansprüchen herunter gekommen und gleichzeitig ist der Leidensdruck kleiner geworden, weil ich mich nicht mehr einsam fühle und weil ich mich ansonsten in meinem Leben wohler fühle als früher (der richtige Beruf, gute Freundschaften). Früher habe ich mich wegen meiner Einsamkeit und meiner Sehnsucht und meinen Problemen, jemanden zu finden, der wirklich passen könnte, auf Kompromisse eingelassen und dann versucht, die inneren Zweifel zu unterdrücken und als normal zu empfinden. Das hat auch viel Leiden mit sich gebracht. Heute ist der Leidensdruck beim Singlesein nicht mehr gross, ich fühle mich überhaupt nicht einsam und kann mir auch vorstellen, mein Leben als erfüllt, als ein gelungenes Leben zu sehen, wenn da keine grosse Liebe mehr käme. Gleichzeitig bin ich aber offener geworden und sehe in den meisten Menschen sehr viel Gutes und Schönes. Für eine Beziehung bin ich nicht mehr bereit, faule Kompromisse zu machen, aber gleichzeitig empfände ich viel weniger innerlich als Problem, sondern sähe in Unterschieden und Unerwartetem auch viel stärker als früher eine Bereicherung. Ich denke also eher, dass es einfacher geworden ist, eine Beziehung zu erreichen, die sich wirklich gut anfühlt, während ich nicht mehr eine eingehen will, die nicht wirklich stimmt.

Das hast du schön geschrieben, auch, dass dir das Single Sein keinen Leidensdruck mehr macht. Bei mir ist es auch so und deshalb verrenne ich mich (nicht mehr) in eine Partnerschaft, bei der es zu viele Kompromisse gibt, oder die sich nicht "richtig" anfühlt.
In den jungen Jahren bin ich einfach in eine Beziehung rein; viel Schmetterlinge, kribbeln, all die tollen Gefühle des Verliebtsein, was ich sehr genossen habe. Ob und was genau passt, habe ich mir gar nicht überlegt, der Moment war ausschlaggebend. Heute würde ich da schon etwas weiter denken.
 
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Mentalista

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Ob und was genau passt, habe ich mir gar nicht überlegt, der Moment war ausschlaggebend. Heute würde ich da schon etwas weiter denken.

Bei mir war es ein bisschen anders, der Verstand war doch grösser, als der Hormonrausch des Moments, bzw. der rosa roten Zeit. Noch heute verlasse ich mich auf diese Gedanken des Verstandes und sehe diese im Umfeld immer wieder bestätigt, leider.
 
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warum sich nicht einfach treiben lassen? was ist ist... und was kommt kommt. für das was kommt, kann man die gedanken ja wieder einschalten.
was ist das schon?
 
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Das hast du schön geschrieben, auch, dass dir das Single Sein keinen Leidensdruck mehr macht. Bei mir ist es auch so und deshalb verrenne ich mich (nicht mehr) in eine Partnerschaft, bei der es zu viele Kompromisse gibt, oder die sich nicht "richtig" anfühlt.
In den jungen Jahren bin ich einfach in eine Beziehung rein; viel Schmetterlinge, kribbeln, all die tollen Gefühle des Verliebtsein, was ich sehr genossen habe. Ob und was genau passt, habe ich mir gar nicht überlegt, der Moment war ausschlaggebend. Heute würde ich da schon etwas weiter denken.
Ja, ich merke schon sehr schnell, wenn etwas eh nicht gehen wird und sage dann auch rasch nein, während ich mich früher trotz gegenteiligem Gefühl auf mehr Austausch und Treffen eingelassen hätte. Wenn ich heute den Eindruck habe, dass sich keine Verliebtheit oder nur eine stressige Ambivalenz einstellen könnte, muss ich nicht noch viel Energie für ein näheres Kennenlernen aufbringen.
Leider habe ich aber noch ein anderes Problem, das mich im Moment etwas ausbootet, das hat wohl mit "traumatischen" Erfahrungen zu tun, deren Gefühle gerade sehr schnell getriggert werden. Ich glaube aber, dass das ein Fortschritt ist, weil ich mich diesen Emotionen nun richtig stellen und sie verarbeiten und hoffentlich hinter mir lassen kann, da sie nun so offen da sind. Darum habe ich mein Profil pausiert, ich möchte mich nicht von Triggern leiten lassen und schon gar nicht interessierte Männer verletzen. Natürlich weiss ich aber nicht, ob das Problem dann wirklich verschwunden sein wird, wenn ich mich wieder auf die Suche machen werde. Ich hoffe aber, dass ich damit einen Umgang lerne, der weder jemandem weh tut noch mich selbst blockiert.
 
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warum sich nicht einfach treiben lassen? was ist ist... und was kommt kommt. für das was kommt, kann man die gedanken ja wieder einschalten.
was ist das schon?
Sich einfach gänzlich treiben lassen, würde ich so empfinden, als ob ich mein Leben und den Wunsch, auch für andere einen positiven Beitrag zu leisten, voreilig aus der Hand gäbe.
Der Ausdruck "sich treiben lassen", lässt bei mir das Bild entstehen, dass man ein Herdenvieh ist, hinter dem der Hirte mit einem Stock her geht und ab und zu eine haut... Nur vielleicht ist es im Kontext der Partnersuche eher nicht das Wegtreiben von etwas, sondern das Hintreiben zu etwas Oberflächlichem, das dem tieferen Bedürfnis nach Stimmigkeit und Sinn eher schaden wird...
 
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AnnaConda

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Grundsätzlich d'accord, also als Ideal. Leider traue ich da in der Anfangszeit meinem Hormonhaushalt nicht so ganz über den Weg. Ich glaub, der hat gegebenenfalls weniger Zweifel, als der Rest von mir. :oops:
Haha ja, kenne ich auch. Aber um zu erkennen, daß jemand der Richtige ist, dauert es ja schon etwas. Da brauche ich wirklich etwas mehr Zeit bzw habe gebraucht.
 
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JEAN_LOUIS_THÉODORE_GÉRICAULT_-_La_Balsa_de_la_Medusa_(Museo_del_Louvre,_1818-19).jpg


würde ich gerne, wenn ich wüsste, wie ich den Verstand abschalten kann.

Nach ein paar Tagen klappt das ganz von alleine ;)
 
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Wie kann man wissen, was man will, solange man den/die Richtige noch nicht getroffen hat?
Ich hab letztens einen spannenden Artikel aus der Psychologie gelesen. Demnach - grob gesagt - entscheidet man nicht gemäß seiner (vermeintlichen) Präferenzen, sondern man paßt seine Präferenzen den Entscheidungen an. Sie haben das ziemlich eindrucksvoll experimentell hinterlegt.
 
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