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  • #121
Zitat von unwissend:
So wie ich deren Gefühle respektiere, möchte auch ich wahrgenommen werden. Ist das schon wieder bockig?

Aber du kannst nicht von ihnen verlangen, was du selber so empfindest - was würde es dir denn auch bringen? Warum willst du das denn? Warum wird die Ex-Schwägerin nicht mit Verachtung gestraft? Ihr ward doch beide beteiligt
 
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  • #123
Zitat von unwissend:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ehenichtigkeit_(Kirchenrecht)

Das ist die rechtliche Seite, von der ich gerade nur eine Aussage wahrnehme: Ich bin schuld.

Vielleicht stehe ich damit tatsächlich "nur Weg rum" und eigentlich ist dieser "Wisch tatsächlich nur ein Blatt im Archiv".......
@unwissend
Der Wikilink ist ja recht aufschlussreich. Da finde ich ja gleich mehrere gute Gründe die zu einer Anullierung eurer Ehe führen würden. (Verschwiegene Unfruchtbarkeit ist übrigens ausdrücklich nicht aufgeführt).

Ihr hattet keine Ahnung wie man eine Ehe führt. (Wer hat die schon) Ihr seit bei schönem Wetter ins Boot gestiegen und erstmal vor dem Wind dahin gesegelt, weil es halt so schön gepasst hat. Das ging eine Weile ganz gut, aber als der Wind drehte wusstet ihr nicht wie man die Segel so setzen muss, dass ihr die Richtung bestimmt und nicht das Wetter. Es wurde stürmischer und unruhiger und die Klippen kamen näher. Dann seid ihr auf Grund gelaufen. Eure Ehe ist gescheitert.
Das ist nicht mehr zu ändern. Aber die Erinnerung, Erfahrung und alles was ihr daraus lernen könnt, kann euch kein Papier der Welt mehr nehmen.
 
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  • #124
Poetisch. Die Ehe als Boot im Wind. :)
 
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Gast

  • #126
Tja, sie wird den Antrag jetzt vielleicht stellen oder auch nicht, und ich habe ihr gesagt, wo meine Grenzen sind. Erfahren haben wir, dass ich tatsächlich als "Beklagter" zu den Darstellungen meiner Exfrau befragt würde und danach das priesterliche Kirchenrechtlergremium entscheidet, ob unsere Aussagen nach deren Meinung die Nichtigkeitsvoraussetzungen bestätigen.

​Erleichternd war es für mich zu hören, dass die Erfolgsaussichten so oder so ziemlich gering sind; für sie war es wichtig zu hören, dass ihre möglichen Kinder getauft werden dürfen ("....die können da ja nichts für...."), dass sie auch ihre kirchlichen Dienste in Absprache mit dem zuständigen Pfarrer weiter wahrnehmen darf - und dass sogar eine kirchliche Feier zu ihrer Hochzeit mögliche wäre, nicht als Hochzeit, doch immerhin als Dankmesse oder ähnliches. Es soll da Priester geben, die sich auf so etwas einlassen, weil ihnen die Menschen wichtig sind....
 
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Gast

  • #127
Es ist doch paradox: Es wird eine Ehe "bestehen" bleiben, für die ich nichts mehr empfinde außer Gleichgültigkeit - während ich mit Dankbarkeit an eine Beziehung zurückdenke, von der es nichts mehr gibt außer der Erinnerung........
 
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  • #128
Ich versuche mal, mich im religiösen Denkmuster zu bewegen:
Neben vielen anderen Problemen geht es um die Unauflöslichkeit der Ehe, zumindest nach katholischem Verständnis. Die kirchlich geschlossene Ehe von Katholiken ist eben ein Sakrament, das sich die Eheleute gegenseitig spenden, und als Abbild der Liebesbeziehung zwischen Christus und seiner Kirche verstanden wird. Das christliche Ehepaar symbolisiert oder wiederholt durch ihr Eheversprechen Christi Liebe zu seiner Kirche. Da auch diese unververbrüchlich ist, ist auch die Ehe nicht zurückzunehmen und nicht aufzulösen. Das mag man für blöd halten, aber so ist nun einmal das katholische Denkmodell. Wer katholisch heiratet, weiß, worauf er sich einlässt. Selbstverständlich kann eine katholisch geschlossene Ehe geschieden werden, aber damit besteht das Sakrament weiter, denn ein weltliches Gericht hat keinen Einfluss auf die der katholisch geschlossenen Ehe zugrunde liegende Idee. Es bleibt in nur der Weg der Annullierung, was aber häufig keine Aussicht auf Erfolg hat, und kann nur klappen, wenn einer die Schuld auf sich nimmt, ein Ehehindernis wie z.B. Zeugungsunfähigkeit verschwiegen zu haben. Auch dies kann man für verlogen halten, ebenso die Praxis, dass jeder eigentlich weiß, dass dann gelogen werden würde, aber formal alles richtig ist,und darum die Ehe auch annulliert werden könnte, also man könnte so tun als habe es sie nie gegeben und hinterher weiter fröhlich seinen katholischen Glauben praktizieren und sich in der Gemeinde engagieren oder dort sein Geld verdienen.

Man könnte diese verlogene Spiel mitmachen, wenn nicht wie bei Dir, unwissend, so viel zusammen käme. Ich vermute, dass Du große Schuldgefühle hast, obwohl Du häufig schreibst, dass ihr beide Euch in der Ehe verloren habt. Aber Du bist katholisch sozialisiert: Also gilt für Dich: Du hast Deine Frau betrogen, also gegen das 6. Gebot verstoßen, was wie Du weißt, eine Sünde ist und umso schlimmer, weil es das Sakrament in Frage stellt. Du hast sie bei der Eheschließung nicht aufrichtig geliebt, sie Ehe hätte gar nicht eingegangen werden dürfen. Alles Dinge, die nur Sinn machen, wenn man sich innerhalb des katholischen Denkmodells bewegt und anderen gar nicht plausibel sein können. Aber für Dich werden diese Dinge, auch wenn Du Dich dagegen wehrst, eine Rolle spielen. Kommt noch hinzu, dass mit dem möglichen Annullierungsgrund Deiner Zeugungsunfähigkeit nicht nur ein (kath.) Ehehindernis vorhanden ist, sondern dass Dich das, sollte es wirklich der Fall sein, tief erschüttert und verstört. Du fühlst Dich, so lese ich es, wenn Deine Ex-Frau diesen Grund nennt, entwertet. Und vielleicht wehrst Du Dich deswegen so sehr dagegen, weil Du Dich nicht selbst entwerten willst. Oder, weil Du vielleicht tief in Dir drin ahnst, dass Du Deine Frau von Anfang an betrogen hast, nicht sexuell, aber weil Du sie eben nicht mit ganzem Herzen geliebt hast. Du hast es verbockt, und Dein Anerkennen des Annullierungsgrundes wäre ein offenes Bekenntnis all Deiner Schuld. Ich vermute, solange Du keinen Weg findest, damit auch religiös umzugehen, wirst Du Dich wehren und auch nicht fertig werden mit dem Scheitern Eurer Ehe.
Insofern ist der Rat, zu einem Seelsorger zu gehen, durchaus sinnvoll. Viele Priester oder PastoralreferentInnen haben auch eine therapeutische Ausbildung, und sie verstehen zumindest die Probleme, die Du durch Deine katholische Sozialisation und Deinen Glauben hast.
lg Else
 
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Gast

  • #129
Danke für die andere Blickrichtung...... auf den Anfang.....
 
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  • #130
Ob der zukünftige Ehemann einen Fruchtbarkeitstest hat machen müssen, um sie heiraten zu dürfen?


​Und .... was ist ..... wenn "das" nicht klappt?
 
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