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  • #61
Zitat von tina*:
Sei doch mal so ehrlich und schreibe:
Und ich könnte mich tatsächlich in den Hintern treten, dass mein schlechtes Gewissen mich schon wieder dazu treibt, jeden Blödsinn mitzumachen - damit es MIR besser geht.
Das wäre Selbstreflexion für Fortgeschrittene :)
Ich denke aber auch, dass der Hund ganz woanders begraben liegt als was er hier benennt. Warum hatte er der Lüge anfangs zugestimmt? Warum stört sie ihn erst jetzt, wo sie es tatsächlich durchziehen möchte? Ich denke ja, dass er noch nicht wirklich von ihr trennen will und es ihm Probleme macht, dass er das nicht aufhalten kann. Er versucht, sie festzuhalten, habe ich ein bisschen den Eindruck. Vielleicht auch deshalb diese freudschen Verschreiber von seiner Frau äh Exfrau?
Ich bin froh, nicht in seiner Haut zu stecken.
 
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  • #62
Zitat von unwissend:
1.
Mit einer Annullierung habe ich den Eindruck, dass dieses gemeinsame Leben einfach ausgelöscht werden soll. Dagegen wehre ich mich. Weil es da ist und bleibt. Weil es zu uns gehört.

2.
Und ich könnte mich tatsächlich in den Hintern treten, dass mein schlechtes Gewissen mich schon wieder dazu treibt, jeden Blödsinn mitzumachen - damit es ihnen besser geht. Und merke dabei gar nicht (oder erst viel zu spät), dass ich dabei schon wieder nur das mache, was andere von mir erwarten. Hmpf.

1.
Wieso wird das gemeinsame Leben ausgelöscht?

Es wird lediglich nochmals beendet. Es ist sogar schon beendet. Es WAR da und bleibt. Es gehört zu Dir und ihr.

Gegen was genau wehrst Du Dich?

2.
Du bist halt ein ganz lieber.
Und gut, dass Du das Gewissen hast, denn sonst müsstest Du ja anders handeln.




sorry mit 1. und 2. ich weiß jedoch nicht, wie das geht, mehrere Zitate einzufügen und dann meinen Senf dazu zu schreiben. Hoffe es geht auch so. ;O)
 
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  • #63
Die Exfrau meines Exschwagers habe ich geliebt. Und ihre Kinder. In der Reihenfolge. Und sie nicht mehr den Vater ihrer Kinder. Dann sind wir zusammengekommen, und weil ich wollte, dass es weiter einen vernünftigen Kontakt zu der Mutter der Enkelinnen und Nichten gibt, habe ich dafür die Verantwortung übernommen. Größenwahnsinnig? Vielleicht. Was hätte ich denn machen sollen, sagen: Wir beiden waren miteinander im Bett - und hatten endlich mal Spaß dabei? Hätte ich sagen sollen, dass wir uns gegenseitig Aufmerksamkeit und Interesse aneinander geschenkt hatten - wozu unsere Ehepartner nicht mehr in der Lage waren? Eigentlich war es auch mehr notgedrungen, weil mich meine damalige Frau zur Rede gestellt hatte und ich mich dazu verpflichtet fühlte, ihr die Wahrheit zu sagen. "Das erzähle ich meinem Bruder." - "Wenn es ihm einer erzählt, dann bin ich das." Ich hatte fünf Minuten Zeit für etwas, das uns alle überforderte - und hatte dabei die ganze Zeit ein Gesicht vor Augen, das mir gerade noch liebevoll vertraute und sich nach meinen Zärtlichkeiten sehnte um dann doch von mir verraten zu werden. Grau, versteinert, voller Hass.

​Bei meiner Exfrau habe ich mich nur wohlgefühlt. Das kann ich heute sagen. Ihr hatte ich aber etwas versprochen, was ich nicht gehalten habe, halten konnte. Als ich mich das erste Mal, gut zehn Jahre vorher, verliebt hatte, ist mir irgendwann schließlich klargeworden, dass mir etwas in der Ehe fehlte. Je länger ich aber suchte, desto drohender wurde das Wort: Was Gott verbunden hat..... Meine Eltern als Vorbild, ihre Eltern als Vorbild. Ein Teufelskreis, in dem ich dieses Wort so mächtig werden ließ, dass ich eines Abends fest entschlossen war, nicht mehr nach Hause zu fahren, nirgends mehr hinzufahren. Sondern nur noch gegen den Brückenpfeiler, den ich mir schon lange ausgesucht hatte.

Irgendwie bin ich trotzdem nach Hause gekommen. An dem Abend hatte es aber bei mir geklickt, und ich war endlich so weit, dass ich an meiner Ehe nicht festhalten muss, dass "selbst ich" leben darf. Dass dieses Recht größer ist als die möglichst lange Dauer einer Ehe. Ich wollte an meiner Ehe nicht mehr festhalten müssen, ich wollte herausfinden, ob ich festhalten will - jetzt, nachdem der ganz große Druck weg war. Stattdessen bin ich an dem Abend mit der Exfrau meines Exschwagers in Kontakt gekommen. Ein dreiviertel Jahr waren wir locker im Kontakt, Schneeballschlachten mit den Kindern im Winter, Wasserbomben im Sommer. Drei weitere Monate hatten wir versucht, Abstand voneinander zu halten und sind uns doch immer näher gekommen. Und unsere Ehepartner? Sie kamen von der Arbeit, waren müde und hatten selten Lust, bei irgendetwas mitzumachen. Ich weiß nicht, welche Signale wir ausgesendet haben, aber wir waren enttäuscht, dass sie nicht mitmachten. Der Wurm war drin, und keiner wollte es noch so richtig wahrhaben.

Ein Jahr lang habe ich schließlich mit der Frau und ihren Kindern zusammengelebt, bis sie sich von mir getrennt hatte. Als Begründung hatte ich von ihr gehört: Ich möchte jemanden finden, den ich so lieben kann wie du mich. Eigentlich ein sehr schönes Kompliment, mir hat’s den Boden unter den Füßen weggezogen, denn es gab noch einen Nachsatz: Letztlich war’s das schlechte Gewissen, dass wir als Schwager und Schwägerin etwas miteinander angefangen haben. Sie hatte mich mit meinem schlechten Gewissen allein gelassen, den Grund entzogen, warum ich das alles auf mich genommen hatte. Alle sollten es ganz schnell wissen, dass wir nicht mehr zusammen sind. Diesmal hatte ich mich verraten gefühlt, diesmal war ich versteinert, geschockt. Ich nahm mein Telefon in die Hand und blätterte die Kontakte durch, eigentlich fast wahllos: Hast du gerade Zeit für mich? Überall fast keine Reaktion.

Nach der Trennung von meiner damaligen Frau hatte ich mich aus der Kirche zurückgezogen um ihr den Raum zu geben, denn sie hatte außerhalb ihrer Familie keine nennenswerten Kontakte. Bis zu unserer Hochzeit war sie in der Gemeinde aktiv gewesen, die Eltern sowieso, dann hatte ich mich nach meinem Studium dort mehr und mehr engagiert, Kontakte geknüpft, 14 Jahre lang, auch weil ich dachte, dass das Engagement ein gemeinsames Hobby war. Trotzdem zog ich mich zurück, weil ich darauf baute, dass mein soziales Netz hielt, ich “meine” Familie hatte – und sie dort Anschluss, Unterstützung finden könnte, wenn ich nicht mehr so präsent war. Nicht gerechnet hatte ich mit der Reaktion: Da hast du dich ganz schön in die Scheiße geritten. Sieh zu.... Dieses “Sieh zu” empfand ich als gnadenlos, ich war beleidigt, ich war wütend, habe diese Wut aber wieder einmal gegen mich gerichtet, weil ich kein anderes Ziel fand, weil das Netzwerk, dem ich vertraut hatte, nicht tragfähig war.

Das ist jetzt eineinhalb Jahre her, heute vor drei Jahren gab’s die erste kleine Berührung zwischen meiner Exfreundin und mir. Pfingstsamstag hatte ich meine Exfrau mit ihrem neuen Lebensgefährten im Dom bei der Priesterweihe meines besten Freundes gesehen: Gutaussehend, vertraut und liebevoll im Umgang miteinander, sie hat den Job gewechselt und ist aus dem Elternhaus ausgezogen. Ich hab mich gefreut für sie. Gleichzeitig kam mir ein Gedanke, der mir richtig gut gefiel. Ich hatte ein Jahr mit einer Frau und ihren Kindern zusammengelebt, wir haben uns auf uns und unsere Ideen gefreut. Dann ist das zu Ende gegangen. Aber ich durfte es ein Jahr lang leben. Ich vermisse die Kinder und ihr Vertrauen in mich, ich werde wütend bei dem Gedanken daran, dass sie der älteren Tochter das von mir “geliehene” Klavier weggenommen hat mit welchen Worten auch immer, weil dieses Klavier mit den gemeinsamen Übungsstunden für uns beide zu etwas Besonderem geworden ist. “Ich werde dir nicht erzählen, was ich meiner Tochter gesagt habe.” Dieser Satz war das Ende der Kommunikation zwischen uns. Es wäre für mich einfacher gewesen, wenn mich die Mutter am Anfang des Chaos’ nicht gefragt hätte: “Kannst du dir vorstellen, dass du dich um die Kinder kümmerst, falls uns als Eltern etwas zustoßen sollte? Ich möchte die Großeltern streichen und dich eintragen lassen.” Warum hatte sie mich als “Außenstehenden” gefragt, sollte ich hinsehen? Oder wollte ich nur hinsehen sollen? Und es führt doch zu nichts, weiter darüber nachzudenken.

Von einem befreundeten Priester und Rettungssanitäter habe ich ein schönes Gebet gelernt, dass er vor jedem Einsatz als Notfallseelsorger oder als Beerdigungsleiter vor einer Trauerbegleitung spricht: Herr, mache mich zu einem Werkzeug deiner Liebe. Für mich heißt das nichts anderes, als sich selbst zurücknehmen, sich zu öffnen um für den anderen da zu sein, um auszuhalten, zu schweigen oder zu reden oder sich gemeinsam auf die Suche nach einer Lösung zu begeben, was halt gerade erforderlich ist. Das konnte ich mal ziemlich gut, genauso wie ich auch mal ziemlich gut hinsehen konnte, weil ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen konnte, dass jetzt beleidigt und verletzt in der Ecke sitzt und einfach nur geliebt werden möchte, einfach nur genügen möchte. Offenbar habe ich mich zu oft zurückgenommen, habe mich selbst zu sehr geöffnet und mich dadurch angreifbar und verletzlich gemacht. Jetzt merke ich, dass ich zu oft überdrehe, zu kompliziert, zu fordernd werde in dem vermeintlichen Wissen: es reicht nicht, was ich anzubieten habe. So werde ich auch nicht wirklich wahrgenommen werden.

Ich stelle nur fest, dass ich selbst wesentlich konsequenter Grenzen setzen muss – anderen gegenüber. Ich möchte lernen, dass ich mir nicht jeden Schuh anziehen muss, der mir vor die Füße gestellt wird – und weiß noch nicht wie. Ich möchte die Balance finden zwischen offen sein und Grenzen setzen – und weiß noch nicht wie. Ich möchte meinen Platz finden – und weiß noch nicht wo. Ich möchte lernen zu akzeptieren, dass mir parship die Möglichkeit bietet, irgendwo eine kleine, nette Familie kennenzulernen, die sich auf mich und meine Ideen freut – die Suche danach aber auch ins Leere führen kann. Oder ganz woanders hin. Dafür möchte ich offen werden, dazu werde ich Hilfe brauchen.

Nüchtern betrachtet hatten vier mehr oder weniger erwachsene Menschen in ihren Ehen das Gefühl, nicht mehr am richtigen Platz zu sein; zwei konnten nicht damit umgehen und haben sich zurückgezogen, zwei andere konnten damit auch nicht umgehen und haben sich gegenseitig das gegeben, was ihnen in ihren Ehen fehlte. Erschwerend kamen die Kinder dazu, die unter diesen Spannungen litten, ganz besonders die damals Zehnjährige.
 
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  • #64
Zitat von nuit:
(...) Die Verbindung über dein Schuldgefühl bzw. dessen Umkehrung zu halten, scheint mir allerdings sehr peinigend für dich einerseits und möglicherweise eben auch ein Hindernis für ein eventuell versöhnliches Zugehen von manchen deiner Familienmitglieder, denen du ihr jeweils eigenes Tempo oder auch Grenzen ihres Trauerprozesses und ihrer Reflexion zubilligen musst.
Ja, das habe ich. Vielleicht drückt sich in diesem Zubilligen mein schlechtes Gewissen aus, vielleicht darf ich dieses Recht aber auch für mich beanspruchen?

Meine Exfrau hat mir den Entwurf ihres Antrages zugeschickt, den ich so nicht mittragen kann, und der so wahrscheinlich auch nicht zielführend sein wird. Sie hatte mir geschrieben, dass sie wieder kirchlich heiraten wolle, dass sie frei sein und alle Möglichkeiten haben wolle. Im gleichen Absatz schreibt sie allerdings auch, dass sie keinem Menschen raten könne, katholisch zu heiraten. Dazu kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Allerdings habe ich jetzt jemanden gefunden, der sich sowohl mit dem Kirchenrecht auskennt und uns beide bei diesem Antrag unterstützen bzw. begleiten möchte. In einer Mediation. Das habe ich ihr vorgeschlagen, und sie ist einverstanden. Nächsten Mittwoch haben wir einen Termin, ich bin gespannt, und hoffe, dass wir beide offen sein können für das Ergebnis, das dabei herauskommen mag.
 

vhe

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  • #65
Zitat von unwissend:
Allerdings habe ich jetzt jemanden gefunden, der sich sowohl mit dem Kirchenrecht auskennt und uns beide bei diesem Antrag unterstützen bzw. begleiten möchte. In einer Mediation. Das habe ich ihr vorgeschlagen, und sie ist einverstanden. Nächsten Mittwoch haben wir einen Termin, ich bin gespannt, und hoffe, dass wir beide offen sein können für das Ergebnis, das dabei herauskommen mag.
Mediation? Um herauszufinden, ob ihr euren Gott belügen solltet?
Versteh ich nicht.
 
G

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  • #66
Zitat von unwissend:
und weil ich wollte, dass es weiter einen vernünftigen Kontakt zu der Mutter der Enkelinnen und Nichten gibt, habe ich dafür die Verantwortung übernommen.
Also daß Verantwortung das goldene Kalb ist, hab ich verstanden. Die Verwandtschaftsverhältnisse um Mutter, Enkelinnen und Nichten jedoch nicht.

Ein Jahr lang habe ich schließlich mit der Frau und ihren Kindern zusammengelebt, bis sie sich von mir getrennt hatte. Als Begründung hatte ich von ihr gehört: Ich möchte jemanden finden, den ich so lieben kann wie du mich. Eigentlich ein sehr schönes Kompliment, mir hat’s den Boden unter den Füßen weggezogen, denn es gab noch einen Nachsatz: Letztlich war’s das schlechte Gewissen, dass wir als Schwager und Schwägerin etwas miteinander angefangen haben.
...
zwei andere konnten damit auch nicht umgehen und haben sich gegenseitig das gegeben, was ihnen in ihren Ehen fehlte.
Das ist sicherlich eine Frage der Deutung. Also entweder interessiert dich nicht so, "wirklich" geliebt zu werden, oder du wischst ihre Trennungserklärung so vom Tisch und hängst dich dafür umso mehr an den Nachsatz. Der, kein Wunder, ja auch wieder das Zauberwort enthält.
 
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  • #67
Butte, er siehts nicht. Wieso die Müh?
 
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  • #68
Zitat von billig:
Weil mir die beiden Punkte, bei denen ich nachfrage, noch unklar sind.

Abgesehen davon find ich die Geschichte und die Katholizismusthematik interessant und wohltuend unterschieden von den ganzen Lebenshilfeopferthreads der weiblichen 50er Frustrierten und den Niemandwillmichthreads der männlichen 30er Nerds, die in ihrer Männer-Frauen-Feindschaft und der Anbetung der Selbstschutzideologie übereinkommen.
Hier eskaliert auch nichts und das ist doch vorbildlich. Und es gibt so Aspekte von Schonungslosigkeit, die ich sympathisch finde.
 

ara

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  • #69
Ich habe mir gerade ein Stunde Zeit genommen, und alle Texte diese Threads durchgelesen. Ich bin erschüttert. Lieber Unwissend, liegt Dir ganz persönlich ganz für Dich selbst auch an einer Annullierung. Du möchtest es doch, wenn überhaupt, nur für Deine Exfrau tun und das aus schlechtem Gewissen. Ich stell mir die Frage, musst Du das überhaupt haben, dieses schlechte Gewissen. Zum einen hast Du bei mir den Eindruck geweckt, dass Du sehr viel für den Bestand dieser Ehe getan hast. Du hast doch schon vor vielen Jahren bemerkt, dass Du nicht mit Deiner großen Liebe verheiratet bist, trotzdem bist Du bei ihr geblieben. Welcher Mann hätte das getan? Dann frage ich mich die ganze Zeit, was hat Deine Exfrau für den Erhalt eurer Ehe getan. Warum hat sie nie bemerkt, dass Du nicht glücklich bist. Ich bin fest davon überzeugt, es liegt immer an beiden, wenn eine Ehe zerbricht. Außerdem frage ich mich, kann es ein Verbrechen sein, wenn sich Gefühle wandeln. Was die katholische Kirche mit diesem "bis das der Tod Euch scheidet" anrichtet sieht man doch an Dir. Diese Kirche die sich angeblich so um das menschliche Wohlergehen sorgt hat Dich fast in den Selbstmord, der nächsten Todsünde, getrieben.
Befreie Dich von dem Gedanken der übergroßen Schuld. Eine gescheiterte Ehe ist schrecklich, ist schmerzhaft, aber keine Frage von Schuld.Nicht um sonst haben unsere Gesetzeshüter, das Scheidungsrecht schon vor vielen Jahren dahingehend geändert.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft das durchzustehen, und eigentlich wünsche ich Dir auch, nimm Abstand von den Regeln dieser Kirche. Da Du sehr im Glauben verankert scheinst, wird Dir das vielleicht nicht gelingen. Ich persönlich bin vor vielen Jahren zu der Überzeugung gekommen, das Gott ein freundlicher, weiser, hilfsbereiter Mann ist, und das die Kirche seine Worte menschenunwürdig interpretiert.

Ich wünsche Dir dass Du mit gesunder Seele aus dieser Situation rauskommst. Und ich sage Dir jeder hat das Recht auf etwas Egoismus, auch Du, vielleicht sogar gerade Du
 
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  • #70
Nachvollziehbar :)
 
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  • #71
Zitat von ara:
IIch persönlich bin vor vielen Jahren zu der Überzeugung gekommen, das Gott ein freundlicher, weiser, hilfsbereiter Mann ist, und das die Kirche seine Worte menschenunwürdig interpretiert.
Da du ihn offenbar kennst: hat er einen Bart?

Ich wünsche Dir dass Du mit gesunder Seele aus dieser Situation rauskommst. Und ich sage Dir jeder hat das Recht auf etwas Egoismus, auch Du, vielleicht sogar gerade Du
Ich glaub, da war die Diskussion schon weiter. Mit dieser Gegenüberstellung von Egoismus und Altruismus und der simplen Zuordnung erweist du Unwissend womöglich einen Bärendienst. Das sind ja so die Selbstverständnismuster, in die er verwickelt ist.
 
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  • #72
Zitat von Butte:
Abgesehen davon find ich die Geschichte und die Katholizismusthematik interessant und wohltuend unterschieden von den ganzen Lebenshilfeopferthreads der weiblichen 50er Frustrierten und den Niemandwillmichthreads der männlichen 30er Nerds, die in ihrer Männer-Frauen-Feindschaft und der Anbetung der Selbstschutzideologie übereinkommen.

Hier eskaliert auch nichts und das ist doch vorbildlich. Und es gibt so Aspekte von Schonungslosigkeit, die ich sympathisch finde.
Es freut mich, dass ich zu deiner und eurer Unterhaltung beigetragen habe.

Und wenn du schreibst, dass hier nichts eskaliert, dann hast du einfach keine Ahnung, wie es in mir aussieht. Kannst du auch nicht, denn du kennst mich nicht, du hast aber eine Meinung über mich, von der du genauso wenig abweichst wie meine Exfamilie: du hast.... du bist...... und es sieht so aus, als würdest du mit dieser Meinung nicht alleine stehen. Auch das hat Wirkung auf mich, weil es mich gerade nicht weiterbringt...........

Immer wieder kocht dieses Thema in mir hoch, und ich habe noch keinen Weg gefunden, wie ich damit umgehen kann. Ich war so froh über dieses Gefühl zu Pfingsten, dass ich endlich loslassen konnte, dass ich endlich das Gefühl hatte: alles wird gut. Ich hatte über mich gestaunt, mit welchem Selbstbewusstsein, mit wieviel Humor und Leichtigkeit ich an das Kennenlernen der Ungarin rangegangen bin...... nur um dann kurze Zeit später zurückgestoßen zu werden: Ich will gerade keine Partnerschaft. Meinte sie nur ihren Ex? Meinte sie auch mich? Ja, sie meint auch mich..... Na, dann ist das gerade so....

Und dann kam meine Exfrau mit dem Entwurf der Annullierung, aus dem mich jeder Satz ansprang: Du hast dies getan, du hast das nicht getan..... du bist schuld. Na, dann ist gerade immer noch so....... Ich bin es leid, nach drei Jahren immer noch die Projektionsfläche für ihre Enttäuschung zu sein - und weiß nicht, wie ich mich dagegen wehren kann...........

Alles soll ich respektieren, für alles soll ich Verständnis haben...... und ich schlucke und schlucke....... und merke dabei, dass eine Frage immer lauter wird: Wenn ohne mich alles besser ist........... Zweimal hatte ich schon den Gedanken an eine mögliche Antwort. Ich brauche ganz dringend eine andere Antwort, eine, die mich wahrnimmt, die mich ernst nimmt. Wer respektiert die Gedanken und Gefühle, die in mir brodeln? Alles, was ich gerade versuche, führt ins Nichts......

Alleine werde ich die Antworten nicht finden. Und hier schon gar nicht. Wieder einen Weg suchen. Wieder von vorne anfangen.......... ich bin nur noch müde............
 
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  • #73
Zitat von unwissend:
Es freut mich, dass ich zu deiner und eurer Unterhaltung beigetragen habe.

Und wenn du schreibst, dass hier nichts eskaliert, dann hast du einfach keine Ahnung, wie es in mir aussieht. Kannst du auch nicht, denn du kennst mich nicht, du hast aber eine Meinung über mich, von der du genauso wenig abweichst wie meine Exfamilie: du hast.... du bist...... und es sieht so aus, als würdest du mit dieser Meinung nicht alleine stehen. Auch das hat Wirkung auf mich, weil es mich gerade nicht weiterbringt...........
Die Nichteskalation bezog sich auf die Kommunikation im Thread, nicht auf dein Innenleben.
Und das mit der "Unterhaltung" mißverstehst du vielleicht etwas. Aber natürlich muß ich was davon haben, was ich hier tue.
Dasselbe gälte auch für einen Therapeuten, den aufzusuchen vielleicht eine Möglichkeit wäre? Auch der hätte (was anderes) davon.
Wie auch du von deinen Aktionen was hast.
Ich glaube, du kriegst eine Menge Respekt hier.
 
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  • #74
Zitat von unwissend:
Alles soll ich respektieren, für alles soll ich Verständnis haben...... und ich schlucke und schlucke....... und merke dabei, dass eine Frage immer lauter wird: Wenn ohne mich alles besser ist........... Zweimal hatte ich schon den Gedanken an eine mögliche Antwort.
Ich habe den ganzen thread gelesen und bin der Auffassung, dass du in einer tiefen seelischen Krise bist ... du sollst natürlich nicht schlucken und schlucken. Warum ziehst du dir alles an? Warum willst du immer noch die Welt verbessern? Warum kannst du nicht annehmen, dass du die Situation konsensorientiert, sozusagen "im Guten" mit Menschen die böse sind, nicht zu deinen Gunsten ändern kannst und nichts (mehr) bewirken kannst? Du kannst dich der Situation entziehen und durch dieses Traume mit einer prof. Begleitung gehen ... dich nach und nach befreien. Es scheint ja auch bereits in deiner Kindheit und Jugend begründet, deinem prof. Weg in der Ausbildung, deiner Gottesfürchtig- und -gläubigkeit geschuldet. Es hört sich komplex an. Wer schon mal eine Begleitung in Anspruch genommen hat, kann ahnen, dass das jahrelang dauern könnte. Mehr kann ich dem derzeit nicht hinzufügen.
 
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  • #75
unwissend, ich habe ja still hier mitgelesen mich aber nicht geäußert, weil ich mich mit der Thematik "Kirche u.a." nicht auskenne. Nun hat dein letzter Text mich aber veranlasst was dazu zu schreiben. Vermutlich hilft es dir nicht bei der Lösung deines aktuellen Problems, dazu habe ich allerdings ein klare Einstellung.
Solange du dich damit beschäftigst die Schuldfrage zu analysieren oder zu zuordnen oder zu klären oder auf dich zu nehmen, solange wirst du keinen anderen Weg finden geschweige denn sehen.
Du hast was von "nüchtern betrachtet" geschrieben....nüchtern betrachtet (sicher aus meiner Perspektive) versuchst du den Ansatz von Fakten mit in-Selbstmitleid-baden zu vermischen, das wird nichts! Glaube mir! Das solltest du jetzt strikt trennen und hier geht es doch in erster Linie um diese Annullierung unter Verwendung von falschen Angaben (wenn ich das richtig verstanden habe) . Geht das konform mit dem Leitbild der Kirche oder seinen Gläubigern? Bei dir ja scheinbar nicht, also lass dich doch nicht erpressen nur damit du eine vermeintliche Wiedergutmachung leistest, für etwas was in der Vergangenheit sowohl Freud als auch Leid für ALLE Beteiligten gebracht hat.
Niemand hat das Recht in diesem Fall moralisches mit ins Spiel zu bringen. Wie geht da ein bekannter Satz aus dem kirchlichen Bereich: Wer gefeit ist.....der werfe den ersten Stein.
Kümmer dich um Lösungen und nicht um Schuld und Sühne das ist m. E. erstmal wichtiger, damit du auch den Kopf frei(er) kriegst. Und dann kannst du dich um's Verarbeiten - vielleicht mit Unterstützung von außen - kümmern. Kleiner Tipp: ich fand ein ein Kurzeinführung in Achtsamkeitslehre erst doof, am Ende hab ich's kapiert....hat mir was gebracht.

Du kannst nicht zu allen nett sein. ;-)
 
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