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Gast

  • #91
@unwissend
Eine therapeutische Begleitung (nicht nur seelsorgerisch) fände ich in deinem Fall auch hilfreich.

Aus meiner Wahrnehmung vermischst du hier immer wieder zwei Dinge:

Das "Scheitern" deiner Ehe und dein "großzügiges Opfern" für die Familie.

Zitat von unwissend:
und weil ich wollte, dass es weiter einen vernünftigen Kontakt zu der Mutter der Enkelinnen und Nichten gibt, habe ich dafür die Verantwortung übernommen. Größenwahnsinnig? Vielleicht. Was hätte ich denn machen sollen, sagen: Wir beiden waren miteinander im Bett - und hatten endlich mal Spaß dabei? Hätte ich sagen sollen, dass wir uns gegenseitig Aufmerksamkeit und Interesse aneinander geschenkt hatten - wozu unsere Ehepartner nicht mehr in der Lage waren?

Falscher Fehler. Wäre dein Ziel die Verantwortung gewesen, hättest du deiner Frau gesagt, es geht nicht mehr mit uns. Ihr hättet euch getrennt; deine Schwägerin hätte sich getrennt. Ihr wärt vielleicht zusammengekommen.

Ich wollte an meiner Ehe nicht mehr festhalten müssen, ich wollte herausfinden, ob ich festhalten will - jetzt, nachdem der ganz große Druck weg war. Stattdessen bin ich an dem Abend mit der Exfrau meines Exschwagers in Kontakt gekommen. … Drei weitere Monate hatten wir versucht, Abstand voneinander zu halten und sind uns doch immer näher gekommen..
Da warst du ja ganz "unschuldig" dran. Das ist einfach so passiert, ohne dein Zutun. Das müssen die anderen Familienmitglieder doch wirklich einsehen.

Und unsere Ehepartner? Sie kamen von der Arbeit, waren müde und hatten selten Lust, bei irgendetwas mitzumachen. Ich weiß nicht, welche Signale wir ausgesendet haben, aber wir waren enttäuscht, dass sie nicht mitmachten.
Na so was aber auch. Das war ja quasi die Einladung: na macht's euch doch miteinander schön.

Eigentlich war es auch mehr notgedrungen, weil mich meine damalige Frau zur Rede gestellt hatte und ich mich dazu verpflichtet fühlte, ihr die Wahrheit zu sagen. "Das erzähle ich meinem Bruder." - "Wenn es ihm einer erzählt, dann bin ich das." Ich hatte fünf Minuten Zeit für etwas, das uns alle überforderte


Da sind ja gleich mehrere "Fehler" drin. Auf einmal fühlst du dich verpflichtet die Wahrheit zu sagen - die Zeit vorher hat dich das nicht gestört. Du hättest ja erwähnen können, dass es eine andere Frau gibt - dass es deine Schwägerin ist, hätte ja nicht gleich sein müssen. Und dann dieser "Showdown" mit dem Bruder - ich finde das mega-übergriffig, auch gegenüber der Frau, die du angeblich geliebt hast. Da hast du einfach Bockmist gemacht.

Das kannst du vielleicht mal einsehen und das nicht mit irgendwelchen Pseudogutmenschentum versuchen, schönzureden.

Das heißt nicht, dass du jetzt immer büßen musst, und das heißt auch nicht, dass "so etwas" nicht auch anderweitig vorkommt.

Allerdings - wenn du "Absolution" willst, käme zuerst mal die Reue. Davon ist aber nichts zu merken, sondern immer nur das "Schönreden".


Mir ist immer noch nicht klar, warum du die Annullierung willst, wenn du doch so an der Kirche hängst.

Auf jeden Fall wünsche ich dir ein gutes Gespräch am Mittwoch.
 
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  • #92
Zitat von tina*:
Allerdings - wenn du "Absolution" willst, käme zuerst mal die Reue. Davon ist aber nichts zu merken, sondern immer nur das "Schönreden".

Ich glaub, es ist beides: zugleich zu viele Schuldgefühle und zuviel Schönreden = zu wenig Schuldgefühle. Und dieser Doppelung entspricht nicht nur diejenige, daß die Anderen zugleich die Schlimmen sind wie auch die, denen er sich unterwerfen muß, sondern diese Doppelungen scheinen mir gewissermaßen aufeinander angewiesen.
Wie man da über Ansätze von Fernanalyse rauskommen kann, damit ist die Forumstherapie vermutlich überfordert.
@Unwissend: wie hört sich das an, Therapie, also jemanden zu haben, mit dem du das zusammen Schritt für Schritt durchgehen kannst?
 
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  • #93
Zitat von Butte:
Wie hört sich das an, Therapie, also jemanden zu haben, mit dem du das zusammen Schritt für Schritt durchgehen kannst?

Hat bei zweien leider noch nicht funktioniert. Ich muss weitersuchen........ und die Geduld für die Wartezeiten bei den neuen Terminen haben......
 
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  • #95
Für mich, als nicht mal getauftes Wesen, las es sich unglaublich, dass eine Ehe wegen einer Unfruchtbarkeit annulliert werden kann! Scheint aber für die katholische Kirche ein Grund zu sein, den offenbar auch die Gläubigen akzeptieren. Also warst du dir dessen auch bewusst.? Nun schreibst du immer von deiner vermeintlichen Zeugungsunfähigkeit. Die Frage eines Foristen heute hattest du dazu nicht beantwortet.Weist du denn, ärztlich bescheinigt, dass du zeugungsunfähig bist? Wieso wirst du dessen beschuldigt? Ok, aus eurer Ehe gingen keine Kinder hervor. Doch das heißt ja noch lange nicht, dass es an dir liegt. Was ist denn mit deiner Ex-Frau. Muss sie denn nicht auch im Umkehrschluss belegen, dass sie empfänglich ist?
 
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  • #96
Wir waren 2010 gemeinsam in einem Kinderwunschzentrum, da hatten wir dann gehört, dass selbst sie nicht viel machen könnten - meinetwegen.....


​Bis dahin hatten wir den "Verdacht", dass es an ihr liegen könnte. Komischerweise hatte ich solange die Einstellung: macht nix. Es ist nicht jedem vergönnt.

Nach der Diagnose wendete sich allerdings das Bild, weil ich monatlich ihre Enttäuschung sah: Wieder nicht, und je länger es dauerte, desto schuldiger fühlte ich mich. Wir hatten uns nach Pflegekindern oder Adoptionen erkundigt, was aber auch alles im Sande verlaufen ist. Als einzige Lösung fiel uns ein, es noch verbissener zu probieren. Und je länger es einfach nicht klappen wollte, desto.............
 
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  • #97
Lieber unwissend, noch eine kleine Ergänzung zu deinen Brückenpfeilergedanken: ich habe meinen ersten Ehemann durch (angekündigten) Suizid verloren. Ich bin da nicht unsensibel für diese Gedanken. Und ich selbst war mal depressiv, ausgelöst durch die Medikamente gegen eine schwere Erkrankung. Ich kannte auch "meinen" Brückenpfeiler. Ich habe mir dann Hilfe bei einem Psychotherapeuten geholt. Ich wusste, ich muss diese Medies noch einige Monate nehmen und war mir nicht sicher, ob ich diese Zeit "aushalten" kann. War zu der Zeit auch eher der Typ, dessen Glas halb leer ist. Habe es mit Hilfe des Therapeuten geschafft, diese Zeit zu "überbrücken" und wieder meinen Weg zurück ins Leben zu finden. Meine Situation ist sicher kaum vergleichbar mit deiner, doch das Ergebnis wäre das Gleiche gewesen! Du bist da nicht allein mit solchen Gedanken! Ich wurde gesund. Doch das heißt noch lange nicht, dass ich nun täglich vor Optimismus und Lebensfreude übersprudele! Doch ich kann mich wieder an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen und empfinde mein Singledasein nicht mehr als den Indikator für herunterhängende Mundwinkel. Nimm diese Phase deines Lebens an, es gibt fast immer Wege heraus aus den Krisen. Das Licht am Ende des Tunnels ist nicht immer das des Zuges im Gegenverkehr! Und ob das Glas nun halbleer oder halbvoll ist, am Ende des Tages ist immer zu wenig drin! :) komm nach Dortmund, da vermitteln wir dir Lebensfreude! War doch in Kassel auch so, oder?
 
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  • #98
2010!
Das war doch aber nicht VOR deiner Ehe, dessen du ja offensichtlich beschuldigt wirst!
 
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  • #99
Unsere Ehe war kaputt - und keiner wollte es wahrhaben, keiner hat den Mut aufgebracht, es laut zu sagen, weil es in unseren Familien einfach nicht vorkommen durfte. War keine ernsthafte Option. Ich hatte ein paar Mal gezuckt und bin immer wieder eingeknickt, weil auch ich daran glaubte: Was Gott verbunden hat.... Ich hatte den Segen nicht für die guten Zeiten verstanden, da braucht man den ja so selten - sondern für die schlechten Zeiten. Als Aufforderung, immer wieder danach zu suchen, was uns mal zusammengebracht hatte. Wann darf man aufhören zu suchen? Bringt die Suche etwas, wenn man alleine sucht?
 
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  • #101
Weißt du, heute schreibe ich im Forum nicht mehr oft über meine Situation, weil man so oft in der Luft zerrissen wird. Weil immer gleich so gewertet wird in schwarz oder weiß. Das tue ich mir nicht mehr an. Deine Situation habe ich tagelang schweigend gelesen und jetzt fand ich es an der Zeit für ein paar persönliche Worte. Zweimal im Jahr fahre ich weiterhin zu meinem Arzt in einer fernen Stadt. Komme dann an besagtem Brückenpfeiler vorbei und denke: Danke, dass du blöder Brückenpfeiler keine Überhand gewonnen hast! Denn das Leben ist auch ohne Partnerschaft lebenswerte! Und Jahre später konnte ich mich auch von meinen Schuldgefühlen gegenüber meinem Ex-Mann befreien. Er hatte seinen Suizid immer wieder mal "angekündigt". Ich konnte ihn nicht "retten"! Das hat viele Jahre gedauert. Was will ich dir damit sagen? Focussiere deine Gedanken nicht auf das, was dich momentan bewegt. Sehe keine "Lösung" am Brückenpfeiler! Es gibt meistens einen Weg drumrum! Du bist offensichtlich gesund. Mache dir das bewusst! Dein Blickwinkel geht, aus dem, was ich herauslese, ausschließlich zurück! Das tut dir nicht gut! Das Leben hält noch einiges für dich bereit! Lasse diese Zeit der Verzweiflung zu, aber gib dir nicht an allem die Schuld! Du bist nicht allein am Scheitern deiner Ehe Schuld! Es kommen auch wieder bessere Tage! Jedenfalls ist dies meine Erfahrung!
 
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  • #102
Tja, die lieben Medis........ ich bin da skeptisch geworden......

..... was haben wir nicht alles probiert für diesen beschissenen Kinderwunsch, zum Schluss sogar noch irgendwelche Tees - und ja: Sie zeigten Wirkung, denn sie haben mich so richtig unter Druck gesetzt, mit dem ich nicht mehr zurecht gekommen bin, weil sie mich auch immer weiter von meiner Exfrau weggebracht hatten. Ich weiß es nicht mehr wirklich, aber ich glaube, dass ich in den Tagen nachdem ich doch wieder nach Hause gekommen bin, auch ihr davon erzählen konnte, von der Wirkung dieser elendigen Produkte. Ich weiß es wirklich nicht mehr, verdammt, es wäre aber wichtig, denn als meine Exfrau dann ein paar Monate wieder von diesem Tee anfing, war mein einziger Gedanke: Willst du mich umbringen? Ich hab dir doch von der Wirkung erzählt. Mir war dann eigentlich fast alles egal.

Ich hätte einfach gehen sollen. Stattdessen hatte ich mich in eine Frau verliebt, die dummerweise die Frau meines Schwagers war. Ich war wütend auf meine Frau, ich war wütend auf meinen Schwager, der mir keinen Platz ließ und ständig präsent war.... Schwager hier, Schwager dort.....

Wenn ich einfach gegangen wäre, wäre vieles einfacher gewesen. Aber ich hatte Angst davor, allein zu sein, denn wir "Kinder" (drei Geschwister und zwei Ehepartner) hatten eigentlich immer Spaß zusammen, eigentlich genügten wir uns. Als Freunde. Und ich hätte die Kinder vermisst.

Manchmal denke ich zu den vielen Fingerzeigern, die mich immer noch in eine Ecke drängen: Was hättest du an meiner Stelle gemacht? Hinterher zu sagen: so jedenfalls nicht, ist einfach. An anderen Tagen kocht die ganze Suppe wieder hoch: Warum war ich nicht stark genug um zu gehen?
 
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  • #103
Also ich hab mich gestern und heute hier durch den thread gearbeitet ... und das nur ...

Zitat von nuit:

... weil ich mich immer freue, wenn "nuit" hier schriebt ... aber das nur so am Rande.

Also, ich fasse für mich zusammen ... (@Butte: ich bewundere Deine Geduld in diesem thread, da sage noch mal einer, Du hättest keine Empathie ... also ... so auf eben Deine äh ... ganz eigene Art ...)

Es geht los mit ...

Zitat von unwissend:

Nö, musst Du nicht, Du hast die Wahl.

Na ja, an dieser Stelle hier dann ...

Zitat von unwissend:
(...) Also habe ich sie nicht nur mit ihrer Schwägerin betrogen (...)

... war das mit dem "Lügen" offensichtlich nicht so das ganz große Problem ... oder seh ich da was falsch ??? (drei GROSSE Fragezeichen)...

... um dann festzustellen, dass ...

Zitat von unwissend:
(...) Es könnte übrigens durchaus sein, dass meine vermeintliche Zeugungsunfähigkeit durch ein medizinisches Gutachten nachgewiesen werden muss.

... dass ... ja was denn nun eigentlich ... ja oder nein ???

Keine Frage: Zeugungsunfähigkeit ist belastend. Ist aber nun wahrlich auch kein Todesurteil.
Fremdgehen ist belastend (wenn mann nicht dazu stehen kann).
Dem (Ex)Partner im Weg stehen, ja, das ist auch belastend ... besonders wenn man da sehenden Auges rumsteht und nicht den Mut aufbringt, da endlich mal den Weg frei zu machen ...

Immer darauf warten, dass einem andere die Entscheidungen abnehmen ... ja, ... aber ich wiederhole mich ...

Sorry, aber ich komme mit dem thread hier nicht wirklich klar ... vermute - im Gegensatz zu "Butte" - fehlt es mir da etwas an ... Empathie ...?

@"unwissend": um das klar zu stellen: mir ist bewusst, dass ich Dich nicht kenne. Und dass ein paar Beiträge in einem Forum kaum ausreichen eine Situation wie Deine abschließend zu beurteilen. Und das will ich auch gar nicht. Es liegt mir fern, Dich (persönlich) anzugreifen. Musste das aber trotzdem mal loswerden.
 
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  • #104
Zitat von unwissend:
Wir waren 2010 gemeinsam in einem Kinderwunschzentrum, da hatten wir dann gehört, dass selbst sie nicht viel machen könnten
Da waren meine Ex-Frau und ich auch mal. Immerhin waren die so ehrlich, daß sie nur 20-30% Chance gaben.

Diese Diagnosen sind sehr ungenau und schwanken stark. Ich hatte auch mal so eine, und dann später eine andere, welche diametral gegenüberlag. Deshalb war es schlußendlich ungeklärt, was natürlich, das geb ich zu, für mich sehr befreiend war.

Wenn man gläubig ist, kann man dann Kinderlosigkeit nicht als "göttlichen Willen" deklarieren...?
 
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  • #105
die katholische Kirche hat sehr strenge Maßstäbe. Es muß nachweisbar sein, daß die Unfruchtbarkeit vorhanden war. Deien Frau wird damit nicht durchkommen, da du gar keinen Nachweis liefern kannst. Ich verstehe auch nicht, wie man einerseits so viel wert auf eine neue Hochzeit in der Kirche legen kann, wenn man sie vorher belogen hat, um sich eine neue Hochzeit zu erschwindeln. Das ist kein gutes Omen für eine neue Ehe.
 
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fleurdelis

  • #106
Das Thema ist ja ziemlich ausgereizt hier, im Grunde geht das ganze Dilemma nicht nur um das zerrüttete Privatleben, sondern die ganze Geschichte ist fast gleich zusetzen mit jemandem der aus einer Sekte ausgestiegen ist oder ausgestoßen (ich weiß der Austritt hat nicht stattgefunden) wurde. Gleiche Problematik jedoch, Denk- und Sichtweise geprägt durch religiöses Verständnis, im Gegensatz zu eigenen Empfindungen und Wünschen, die aber dem Glaubensbild entsprechend nicht da sein dürfen. Dann passiert etwas (hier die zerrüttete Ehe) was dem bisher gelebten Verständnis entgegen spricht. Folge: Es kommt zum Bruch mit der Familie, da diese in ihren Strukturen verharrt und blind ist für das, was innerhalb der Familie passiert. Das religiöse Bild prägte Jahrzehnte lang das Verhalten. Nun ist einer aus der Reihe getanzt. Der wird natürlich gestempelt, aus dem Verbund hinaus gestoßen (wenn auch nur durch verbale Äußerungen) und als Sündenbock in die Wüste geschickt. Und das neben der eigenen Trauer über den Verlust der erfahren wurde (Ehe, Schwägerin mit Kindern, Zeugungsunfähigkeit). Die Verarbeitung all dessen, hat wie man deutlich lesen kann, bisher noch nicht statt gefunden.

Mehrfach wurde hier bereits gesagt, dass um aus diesem Dilemma raus zu kommen professionelle Hilfe angesagt ist. Ich bezweifle stark, dass hier ein Seelsorger das nötige tun könnte, er würde eher das Gegenteil erreichen. Neben dem religiös geprägten Gedankenverständnis und dem daraus resultierenden, möglicherweise widersprüchlichem gefühlsmäßigem, Verhaltenskodex kommen jetzt Schuld und Trauer dazu und das wiegt immens. Eine Mischung, die für die Psyche ziemlich Zündstoff beinhaltet und verhindert, eine objektive Sichtweise der Situation überhaupt zu erhalten. Insofern nutzt nur: Psychologen dringend einschalten, der sich auch mit den religiösen Folgen eines anerzogenen Sündenverständnis auskennt.
 
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  • #107
fleur, ich finde das nicht.
Einem Katholiken ist ein anderer Katholik hilfreicher als ein Atheist oder Agnostiker.
 
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  • #109
Nein, das meinte ich nicht. Es gibt dutzende Psychologieschulen.
 
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  • #110
Zitat von Sabina:
.... Ich verstehe auch nicht, wie man einerseits so viel wert auf eine neue Hochzeit in der Kirche legen kann, wenn man sie vorher belogen hat, um sich eine neue Hochzeit zu erschwindeln. ...

Danke Sabina, war auch mein Gedanke und ich hab mit der Kirche nichts zu tun. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass es ums "Austeilen aka. Rache" geht, da man ja weiß wie 'unwissend' tickt. Wäre für mich keine Grundlage für Gespräche, Kompromisse oder gar Zugeständnisse.
 
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  • #111
unwissend, es ist schlimm, wenn der Vorgang tagelang so sehr in Dir arbeitet, das tut mir leid. Ich frage mich, warum der Gewissenskonflikt so stark ist. Mein Verständnisstand ist, komprimiert, dieser:
1. Die Ehe ist (weltlich) geschieden.
2. Mit der Familie der Exfrau gibt es aufgrund der gesamten Umstände absehbar keinen wohlwollenden Umgang. Das Verhältnis ist "zerrüttet".
3. Die Exfrau möchte aus egoistischen Gründen (Karriere in der Kirche / ggf. neue Ehe) die katholische Eheschließung annullieren lassen.
4. Als Begründung soll dienen, dass bereits vor der Ehe eine Zeugungsunfähigkeit vorhanden und bekannt war UND verschwiegen wurde.

Soweit korrekt?

Mir stellt sich nun zunächst die Frage nach der Wahrheit. Trifft die Begründung unter 4. nun zu - oder nicht? Waren die ganzen geschilderten Bemühungen um Nachwuchs während der Ehe Vertuschung, Verzweiflung, oder haben diese erst zu der Erkenntnis geführt?

Ich sehe drei Fälle:
Fall 1: Du wußtest es nicht vorher, ihr habt es während der Ehe erfahren.
Fall 2: Du wußtest es UND hast Deiner Frau vor der Eheschließung davon berichtet.
Fall 3: Du wußtest es, ABER hast Deiner Frau vor der Eheschließung NICHT davon berichtet.

Fälle 1 und 2 sollten seelisch einfach sein. Das geht dann durch die kirchlichen Instanzen. Lästig, nicht angenehm, vielleicht mußt Du zu einem Gutachter, aber das alles ist doch seelisch einfach, weil an der Wahrheit orientiert. Wenn der Nachweis bei 2. nicht mehr zu führen ist, ob Du davon berichtet hast, und der von Dir so genannte "Elfenbeinturm" irgendwie entscheidet, dann nimm das Ergebnis als "gewollt/gegeben" hin. Das ist dann außerhalb Deiner Macht.

Dann wäre da noch Fall 3. Könnte, vielleicht, Deine aktuelle Erschütterung daher rühren, dass da doch etwas dran ist, und Du das tatsächlich vielleicht verdrängt hattest? Dann verstehe ich, dass Dich das jetzt so unruhig zurücklässt. Dann rate ich auch zur professionellen Begleitung, das zu realisieren.

Zum Umgang mit der Familie noch ein paar Worte: "Ein Heil bleibt dem Besiegten: kein Heil mehr zu hoffen." Die Hoffnung, mit der Ex-Familie noch einmal einen guten Umgang pflegen zu können, solltest Du fahren lassen. Technisch ausgedrückt: diesen Verlust solltest Du "realisieren". Vielleicht gibt es irgendwann wieder einen Umgang, aber hoffe nicht darauf. Und speziell: versuche es Dir nicht durch fragwürdige Aktionen zu erkaufen. Das ist nicht hilfreich. Aber dagegen meldet sich ja jetzt wenigstens schon mal Dein Gewissen, insoweit sehe ich da schon einen ganz kleinen Silberstreif am Horizont.

Viel Glück, Mann!
 
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  • #112
Zitat von Fackel:
Dann wäre da noch Fall 3. Könnte, vielleicht, Deine aktuelle Erschütterung daher rühren, dass da doch etwas dran ist, und Du das tatsächlich vielleicht verdrängt hattest? Dann verstehe ich, dass Dich das jetzt so unruhig zurücklässt. Dann rate ich auch zur professionellen Begleitung, das zu realisieren.

Nach der "Diagnose" aus dem Kinderwunschzentrum hatte ich mal mit meiner Mutter gesprochen, die mir dann sagte, dass ich als Kind Mumps hatte........ hmmm........ Hätte ich es wissen können, müssen? Hätte ich mich um einen "Gesundheitscheck" vor der Ehe kümmern müssen? Das nimmt doch absurde Formen an....... oder doch nicht?
 
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  • #113
Zitat von unwissend:
Nach der "Diagnose" aus dem Kinderwunschzentrum hatte ich mal mit meiner Mutter gesprochen, die mir dann sagte, dass ich als Kind Mumps hatte........ hmmm........ Hätte ich es wissen können, müssen? Hätte ich mich um einen "Gesundheitscheck" vor der Ehe kümmern müssen? Das nimmt doch absurde Formen an....... oder doch nicht?

Es nimmt absurde Formen an - denn warum sollte man, wenn man zeugungsunfähig ist, keine Kinder haben dürfen - es gibt Alternativen, zum Beispiel ein Kind anzunehmen - oder habe ich da etwas übersehen? Wieso hat sich deine Frau, nachdem der Sachverhalt bekannt wurde, nicht gleich getrennt? Also ich finde es komplett unmoralisch und sehr böse, was sie da von dir verlangt.
 
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  • #114
Wir hatten uns auch mal über die Möglichkeit Adoptionen oder Pflegekinder informiert - und dabei die Aussage bekommen, dass wir schon zu alt wären........ *kopfschüttel*

Absurd wird es für mich, dass ich aus den Aussagen meiner Exfrau herauslesen soll: Ich habe mich von dir nicht so geliebt gefühlt wie ich dich geliebt habe. Damit konnte ich nicht umgehen und habe mich zurückgezogen. Ich hatte immer das Gefühl, dass dir andere wichtiger waren als ich; ich hätte mich gefreut, wenn du mir mal hättest sagen können, dass du mich liebst, mir einmal zeigst, dass ich für dich etwas Besonderes bin.

Dann könnte ich meine "Bockigkeit" aufgeben und sagen: Es tut mir leid, dass ich dir das nicht sagen konnte, weil ich dieses Gefühl nicht mehr hatte. Es tut mir leid, dass ich keinen anderen Weg gefunden habe als mit Deiner Exschwägerin zusammenzukommen, vielleicht weil sie in der Zeit die einzige wahr, die mich wahrgenommen hatte, die sich für mich interessiert hatte, was ich gerade mache, vielleicht weil ich sie tatsächlich liebte.

Ich sehe diesen Annullierungsversuch gerade stellvertretend für unsere Ehe: Beide nicht dazu in der Lage das auszudrücken, was letztlich zwischen uns stand - und vor dem wir beiden auf unsere Art und Weise weggelaufen sind.
 
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  • #115
Zitat von unwissend:
Ich sehe diesen Annullierungsversuch gerade stellvertretend für unsere Ehe: Beide nicht dazu in der Lage das auszudrücken, was letztlich zwischen uns stand - und vor dem wir beiden auf unsere Art und Weise weggelaufen sind.

Wenn du es so sehen kannst, warum dann die ganze Diskussion? Dann wäre doch alles ok! Ich möchte aber nochmal nachfragen, was ANNULLIEREN bedeutet, rechtlich und gefühlsmäßig. Ich habe verstanden, dass es bedeutet, etwas "ungeschehen" machen ... aber wofür steht das?
 
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  • #116
Zitat von unwissend:

Daraus lese ich, dass Du es sicher nicht wußtest, oder für den Vorgang der Annullierung wichtiger: dass Du es ihr darum nicht sagen, speziell also nicht verschweigen, konntest. Damit sind wir bei Fall 1, und damit bei einer für das Gewissen eigentlich "ruhigen" Variante.

Spiele also kein falsches Spiel mit (willst Du ja auch nicht), widerspreche der Begründung, lasse den Dingen ihren Lauf (vor Gericht und auf hoher See ...), und stecke Deine Energie in das Loslösen von der Familie.
 
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  • #117
Zitat von Yvette:
Wenn du es so sehen kannst, warum dann die ganze Diskussion? Dann wäre doch alles ok! Ich möchte aber nochmal nachfragen, was ANNULLIEREN bedeutet, rechtlich und gefühlsmäßig. Ich habe verstanden, dass es bedeutet, etwas "ungeschehen" machen ... aber wofür steht das?

https://de.wikipedia.org/wiki/Ehenichtigkeit_(Kirchenrecht)

Das ist die rechtliche Seite, von der ich gerade nur eine Aussage wahrnehme: Ich bin schuld.

Vielleicht stehe ich damit tatsächlich "nur Weg rum" und eigentlich ist dieser "Wisch tatsächlich nur ein Blatt im Archiv".......
 
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  • #118
Zitat von Fackel:
Daraus lese ich, dass Du es sicher nicht wußtest, oder für den Vorgang der Annullierung wichtiger: dass Du es ihr darum nicht sagen, speziell also nicht verschweigen, konntest. Damit sind wir bei Fall 1, und damit bei einer für das Gewissen eigentlich "ruhigen" Variante.

Spiele also kein falsches Spiel mit (willst Du ja auch nicht), widerspreche der Begründung, lasse den Dingen ihren Lauf (vor Gericht und auf hoher See ...), und stecke Deine Energie in das Loslösen von der Familie.

​Ich sehe mich gerade tatsächlich im Vorteil, weil ich es akzeptieren kann, wenn die Ehe als "wirksam geschlossen" anerkannt wird. Die gescheiterte Ehe gehört genauso zu meinem Leben wie der Ehebruch. Ganz einfache Aussage - und trotzdem steckt noch ziemlich viel dahinter, was ich lernen muss einzusortieren.
 
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  • #120
Zitat von Yvette:
Wenn du es so sehen kannst, warum dann die ganze Diskussion? Dann wäre doch alles ok! Ich möchte aber nochmal nachfragen, was ANNULLIEREN bedeutet, rechtlich und gefühlsmäßig. Ich habe verstanden, dass es bedeutet, etwas "ungeschehen" machen ... aber wofür steht das?

​Die rechtliche Bedeutung ist für mich: Die Ehe hat gar nicht stattgefunden........ war da was? Ja, da war etwas.......... 17 Jahre eines mehr oder weniger gemeinsamen Lebens, das in meinen Augen gerade für nichtig erklärt werden soll? Abgehakt, vergessen? Gestorben?

"Du bist für mich gestorben." Das war die Reaktion meines Exschwagers, als ich versuchte hatte, mit ihm in Kontakt zu kommen, ihn um Entschuldigung zu bitten. Zu früh, zu spät, zu übergriffig? Ich nehme wahr, dass ich für meine Exfrau und meinen Exschwager Unverzeihliches gemacht habe - und habe noch keinen Weg gefunden, wie ich selbst damit umgehen soll, weil ich nämlich für mich merke, dass ich das "Du bist für mich gestorben." fast wörtlich genommen habe.

So wie ich deren Gefühle respektiere, möchte auch ich wahrgenommen werden. Ist das schon wieder bockig?

(Verdammt, ich weiß nicht wie das ausdrücken kann, was ich eigentlich will......)​
 
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