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Gast

  • #1

Lügen für die Annullierung der Ehe?

Vor ein paar Tagen habe ich von meiner (Ex-)Frau die Formulierung gelesen, mit der sie den Antrag zur Annullierung unserer katholisch geschlossenen Ehe begründet. Dieser sehr persönliche Grund ist der einzige, der zielführend sein wird, andererseits ist es nicht wahr, dass ich ihr diesen Umstand verschwiegen habe; ich muss also lügen, damit eine vor Gott geschlossene Ehe als unwirksam zustande gekommen betrachtet wird.

Damit komme ich gerade nicht klar und weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Habt ihr vielleicht eine Idee? Übrigens sind wir beide uns über den Prozess als solchen einig....
 
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Gast

  • #2
Ist das Motiv für die Annullierung, daß jeder von euch danach wieder frei ist für eine weitere (erste) katholische Ehe?
Dann wäre deine Frage auch die danach, aus welchen Gründen das so wichtig für euch ist. Dem Strenggläubigen würde das wohl nicht so gefallen. Die Frage ist dann also, weshalb es euch als dann anzunehmend nicht so Strenggläubigen so ein Anliegen ist, eine weitere ("erste") katholische Ehe einzugehen.
Oder übersehe ich da was?

Auch deine eventuelle nächste Frau wird dann um das Manöver wissen und somit auch, daß ihre Ehe nur durch eine solche Lüge möglich gemacht wurde. Kann schwierig sein. Umgekehrt kann aber gemeinsames Täterwissen auch für besonders enge Verbindung sorgen. Es heißt hier ja oft, eine Lüge könne keine Basis einer Beziehung sein. Das ist erstens daneben, weil die Lüge, auch wenn sie eine wichtige Funktion haben mag, nicht die "Basis" sein muß, und andererseits falsch, eben weil die Lüge besonders verbinden kann.
 
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Gast

  • #5
Man könnte auch sinnieren, ob die Lüge nicht immer die Beziehung ist, ohne gleich als Satanist zu gelten. Zumal die Wahrheit so eine Sache ist, so vielgestaltig.
Wäre die Ehrlichkeit ein guter Ersatz für die Wahrheit? Ich glaub' schon.
 
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  • #6
Zitat von unwissend:
Damit komme ich gerade nicht klar und weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Habt ihr vielleicht eine Idee? Übrigens sind wir beide uns über den Prozess als solchen einig....
Ich habe kurz nachgeschaut,was es denn so alles für Gründe für eine nachträgliche Annulierung gibt und davon würde ich mir keinen um der Annulierung willen aufladen lassen.

Da der "Grund" so persönlich ist, dass du ihn hier sicherlich nicht offenbaren wirst, würde ich dir empfehlen einen Anwalt zu bemühen, oder zumindes mit jemandem zu reden, dem du das offenbaren kannst.

So unwissendlässt sich die Tragweite nicht im geringsten abschätzen.
 
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Gast

  • #7
Zitat von chiller7:
Wäre die Ehrlichkeit ein guter Ersatz für die Wahrheit? Ich glaub' schon.
​Wir haben's nicht mehr geschafft uns füreinander zu interessieren, miteinander zu reden. Wir beide. Nicht nur ich.

​Sie möchte wieder heiraten können, sie will frei sein und dabei alle Möglichkeiten haben. Das ist ihr Schlussstrich.

Und ich? Seit drei Jahren versuche ich von der Rechtfertigungsschiene runterzukommen - und immer wieder komme ich auf das eine Thema zurück: Hätte ich anders handeln können? Warum war ich für die Alternative nicht stark genug? Vielleicht ist diese Annullierung eine Möglichkeit. Aber nicht zu diesem Preis.

​Denn dann müsste den letzten Rest meiner Selbstachtung aufgeben und behaupten: Ja, ich habe dir vor unserer Eheschließung bewusst meine (vermeintliche) Zeugungsunfähigkeit verschwiegen.
 
M

Marlene

  • #8
Lieber unwissend,
dann würde ich an Deiner Stelle auch nicht zustimmen. Dieser Grundsatz der katholischen Kirche "was Gott zusammengefügt, das darf der Mensch nicht trennen" wird nur zurückgenommen auf der Basis der vorgeschriebenen Regeln, für die Du, damit sie greifen, lügen musst. Eigentlich stimmt doch dann sowieso alles nicht mehr, die Eingangs- und die Ausgangsbasis. Als Ihr damals "ja" gesagt habt, habt Ihr das sicher im Glauben an "für immer" gemacht. Ich denke mir, das war von Euch ehrlich gemeint. Und jetzt sollst Du offiziell lügen, um in dieser Institution die Erlaubnis, den Segen für die Trennung zu bekommen. Das passt nicht zusammen, da kann man gleich austreten, weil man sich die Regeln hinbiegt, so wie man sie braucht. Deswegen würde ich an Deiner Stelle eben lieber die Selbstachtung behalten und sie kann dann halt in Zukunft nur standesamtlich oder evangelisch heiraten. Oder, Ihr tretet aus der Kirche aus, aber dann ist alles Weitere eh überflüssig und egal.
 
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  • #9
Was bietet sie als Gegenleistung?
 
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  • #10
Zitat von unwissend:
Vor ein paar Tagen habe ich von meiner (Ex-)Frau die Formulierung gelesen, mit der sie den Antrag zur Annullierung unserer katholisch geschlossenen Ehe begründet.
Das scheint ja ziemlich "in" zu sein. Höre derzeit von verschiedenen Seiten solches Ansinnen.

Das würde ich nicht.

Dafür kämtest Du ja auch in die Hölle. :-/
 
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Gast

  • #11
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  • #12
Das was da von dir verlangt wird, gab es in der Familie deiner Exfrau wohl doch schon immer. Erklärlich: Traditionen werden weitergeführt und wehe einer bricht aus. Deine Exfrau wird so eine Lüge für gerechtfertigt ansehen. Und du? Warum alte Familientraditionen aufrecht halten oder stützen?
 
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Gast

  • #14
Zitat von Marlene:
(...) Das passt nicht zusammen, da kann man gleich austreten, weil man sich die Regeln hinbiegt, so wie man sie braucht. Deswegen würde ich an Deiner Stelle eben lieber die Selbstachtung behalten und sie kann dann halt in Zukunft nur standesamtlich oder evangelisch heiraten. Oder, Ihr tretet aus der Kirche aus, aber dann ist alles Weitere eh überflüssig und egal.
Das passt auch nicht zusammen.

Ich würde nur gerne einen Weg finden, auf dem sie ihren Neustart haben kann...... dieses verdammte schlechte Gewissen.
 
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  • #15
Zitat von unwissend:
Na, dann würd ich sagen: machts nicht.
Aber vermutlich hast du was davon, sonst würdest du es nicht erwägen.
Vielleicht sinnvoll, genau zu schauen, was du davon hast? Und vielleicht auf radikal ehrlichere Weise als mit der Versicherung, du wollest ihr einfach was Gutes tun.
 
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