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  • #46
AW: Loslassen

Zitat von weltenbummler:
Howlith hat's ja beschrieben: dieses Gefühl des Weiter-Liebens geht manchmal sehr einseitig von mir aus. Soll heißen: die Trennung und alles, was voraus gegangen war, haben auf seiten meiner Frau zu deutlich stärkerem Abgrenzungsbedürfnis geführt. Ihr geht's wohl so wie vielen hier im Forum, die Wert auf einen Schlussstrich legen.

Auf meiner Seite reift für diese Haltung mittlerweile Verständnis. Gerade, weil ich ja in Anspruch nehme, sie auch weiterhin zu lieben, muss ich ihre Entscheidung, dass sie jetzt aber anders empfindet, respektieren. Mit dieser Akzeptanz für eine geänderte, nunmehr unerwiderte Form der Liebe wächst meiner Ansicht nach auch das - von Dir in Deinem wunderbaren Schlusssatz angesprochene - Bewusstsein für den Wert und die Besonderheit einer hoffentlich irgendwann des Wegs kommenden neuen Liebe...

Hallo Weltenbummler,

wow, seltsames Gefühl mit seinem Problem nicht alleine dazu stehen. Meine (Noch)Frau hat sich innerlich - aber das habe ich erst nach und nach kapiert - monatelang auf die Trennung vorbereitet. Mich hat es dann völlig kalt erwischt. Gut, man merkt, dass da was nicht stimmt. Aber Trennung, nein, allein der Gedanke kam bei mir einfach nicht vor. Naiv? Vielleicht.

Wenn man einen Menschen liebt, fragt keiner, wie man das macht. Das klappt von einer Sekunde auf die nächste. Aber damit aufzuhören (= loslassen)? Einfach so. Was für den einen schon ein Grund ist eine Beziehung zu beenden, ist für den anderen vielleicht eine Herausforderung, eine Prüfung für die Beziehung. Aber eben kein Grund sie zu beenden.

Dann stehst Du da mit deiner Liebe, die nicht erwidert wird.

Vom Kopf her habe ich für meine Frau sehr viel Verständnis. Wenn nur dieses Bauchgefühl nicht wäre ...

Wünsche Dir, dass irgendwann Deine neue Liebe des Weges kommt und Du dann auch für sie bereit bist!
 
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  • #47
AW: Loslassen

Zitat von Howlith:
Wenn man einen Menschen liebt, fragt keiner, wie man das macht. Das klappt von einer Sekunde auf die nächste. Aber damit aufzuhören (= loslassen)? Einfach so. Was für den einen schon ein Grund ist eine Beziehung zu beenden, ist für den anderen vielleicht eine Herausforderung, eine Prüfung für die Beziehung. Aber eben kein Grund sie zu beenden.

Dann stehst Du da mit deiner Liebe, die nicht erwidert wird.
Ja, ganz genau, das meine ich: bloß, weil es üblich ist, dass man nach einer Trennung sich von dem einen Partner entliebt und irgendwann zum nächsten übergeht, sind doch Deine Gefühle längst noch nicht bereit für diesen Schritt.

Ich sag mir inzwischen, dass meine Liebe für sie groß genug ist, dass ich sogar ein Ende der Beziehung akzeptiere. Ganz einfach ist das nicht, aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass auch in diesem Falle die Rezepte halbwegs funktionieren: Räumliche Trennung und Einschränkung der Kontakte auf ein Minimum.
 
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  • #48
AW: Loslassen

Zitat von weltenbummler:
Ich sag mir inzwischen, dass meine Liebe für sie groß genug ist, dass ich sogar ein Ende der Beziehung akzeptiere. Ganz einfach ist das nicht, aber ich hab die Erfahrung gemacht, dass auch in diesem Falle die Rezepte halbwegs funktionieren: Räumliche Trennung und Einschränkung der Kontakte auf ein Minimum.
Dieses Akzeptieren ist der erste Schritt. Es ist der schwerste Schritt von allen. Sich selbst einzugestehen, dass man den anderen endgültig verloren hat. Es gibt Tage, da glaube ich, so jetzt hab ich es kapiert. Und auch akzeptiert. Und dann Tage wie gestern. Absturz.

Frage: Loslassen und räumliche Trennung. Muss das für euch gleich eine andere Stadt sein? Oder nur, dass man nicht mehr unter einem Dach wohnt?

Kopf hoch, wir packen das. - Irgendwie.
 
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  • #49
AW: Loslassen

Oh weh.... was für eine schreckliche Sache.
Jemanden vergessen müssen - das tut so weh. Aber es geht!
Für mich war es immer immens wichtig, mir den finalen "Korb" abzuholen. Ich habe etliche Freundinnen erlebt, die sich an das letzte kleine bisschen Hoffnung klammerten, das es noch gab - nur, um den Strohhalm nicht loslassen zu müssen. Das ist falsch - und es verlängert das Leiden.
Also: den Tatsachen ins Auge sehen. Er will nicht mehr!
Das muss er sagen. Also: sich nicht mit irgendwelchen verschwurbelten Ausreden vertrösten lassen - sondern er soll Tacheles reden. Ich habe gute Erfahrungen mit offen Reden gemacht. Ich war mal sehr verknallt in einen Mann, mit dem ich mich in längeren Abständen getroffen habe, wir haben rumgesexelt - aber es war irgendwie alles uneindeutig. Irgendwann habe ich ihn dann einfach mit meinen Gefühlen konfrontiert: ich habe mich verliebt. Ich will dich entweder richtig - oder gar nicht mehr.
Er war überrascht von meiner Offenheit - und hat mir gesagt, dass er sich NICHT verliebt hat, dass es für ihn eine nette Affäre ist und er mich mag - aber verliebt habe er sich nicht. Das hat mir immens geholfen, ihn loszulassen.

In jedem Fall finde ich auch eine Kontaktabbruch wichtig - aber erst, nachdem man sich final ausgesprochen hat bzw. sich den oben skizzierten finalen "Korb" abgeholt hat.

Es hilft auch, sich Gutes zu tun, sich ins Leben zu stürzen. Alternative Pläne zu machen. Mit Freundinnen wegzugehen. Zu flirten. Sich Filme mit Schauspielern anzugucken, die man attraktiv findet (=> der Verflossene ist ergo nicht der einzige attraktive Mann auf der Welt).

Und, ja: ich habe auch mich auch schon hemmungslos betrunken. Das hat, für den Moment, auch geholfen. Ist aber natürlich nicht als Dauerlösung geeignet....
 
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  • #50
AW: Loslassen

Zitat von Fenster_zum_Hof:
(...)

Und, ja: ich habe auch mich auch schon hemmungslos betrunken. Das hat, für den Moment, auch geholfen. Ist aber natürlich nicht als Dauerlösung geeignet....
Also ohne hier lange überlegen zu müssen: Hab ich auch schon gemacht. Kann mich allerdings nicht mehr so genau erinnern, ob es wirklich geholfen hat. Aufgrund der Kopfschmerzen am nächsten Tag tatsächlich nicht als Dauerlösung geeignet.
 
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  • #51
AW: Loslassen

Lieber Howlith,

ich werde Dir noch antworten, brauche aber noch Zeit, die ich grade nicht habe. Einstweilen alles gut für Dich!
 
W

winzling_geloescht

  • #53
AW: Loslassen

Zitat von Fenster_zum_Hof:
Und, ja: ich habe auch mich auch schon hemmungslos betrunken. Das hat, für den Moment, auch geholfen.
Ich finde, in einem solchen Moment, in dem man am Ende der Welt angekommen ist, hat das einfach mal seine totale Berechtigung. Und ich würd's genauso wieder machen, sollte ich - was ich mir nicht wünsche - nochmals solch einen Moment erleben: Alle nach Hause schicken, um mich schön langsam und ganz in Ruhe exzessiv zu betrinken. Da gibt's nichts Besseres. Natürlich einmalig, dauerhaft ist das absolut kontraproduktiv. Probleme kann man nicht ertränken, die können nämlich schwimmen.
 
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  • #54
AW: Loslassen

Zitat von Howlith:
Frage: Loslassen und räumliche Trennung. Muss das für euch gleich eine andere Stadt sein? Oder nur, dass man nicht mehr unter einem Dach wohnt?
.
Sicher nicht sehr hilfreich:
Aber wenn ein anderes Land nicht funktioniert, warum nicht ein anderer Kontinent? Recht viel weiter können wir ja realistisch noch nicht. Sarkastisch, but nevertheless personal experience.
After all: Milchmannrechnung.
 
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  • #55
AW: Loslassen

= ich meine. mit jemandem weiter zusammenzuleben, mit dem ich nicht mehr " zusammen bin"
aber "zusammen war" find ich schwierig um nicht zu sagen höllsch.

Jedoch: vor dir selber kannst du nicht fliehen, nicht einmal zum Mars.
Das Universum ist winzig.