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  • #1

Liebevoller Umgang mit Macken

Wie nehme ich liebevoll das am anderen an, was im ersten Moment auf Ablehnung stößt?

Die Beziehung zu meinem Freund ist inniger und intimer geworden und die Emotionen intensiver. Durch die stärkeren Emotionen, sind auch die Berührungen zwischen uns noch intensiver geworden. Ich hab gemerkt, dass mir dieses Gefühl nur er geben kann und kein anderer und, dass ich überhaupt nicht will, dass mich ein anderer anfasst. Ich hab mit ihm darüber gesprochen. Er meinte, ihm gehe es ähnlich. Er kann sich grad nicht mehr vorstellen, mich mit jemand anderes zu teilen. Die Vorstellung würde ihm weh tun. Also haben wir uns zusammen für ne monogame Beziehung entschieden, was ich sehr schön finde, weil ich mir emotionalen Halt, Intimität und Geborgenheit wünsche.
Leider bin ich nun so verliebt und meine Sehnsucht nach ihm ist so stark geworden, dass es schwieriger für mich ist, auszuhalten, wenn er mal paar Tage kaum Zeit für mich hat. Er arbeitet halt echt mega viel, was ich von Anfang an wusste und was anfangs auch weniger ein Problem für mich war. Es war immer klar, dass er viel arbeitet, sonst wäre er als Selbständiger kaum so erfolgreich. Muss er viel für tun.
Aber jetzt fehlt er mir halt mega und es tut voll weh, ihn immer so lange zu entbehren. Weil er nach der Arbeit halt noch andere Dinge erledigen muss - alles nachvollziehbare und wichtige Sachen - ist er halt dann von einem Termin zum nächsten unterwegs, bis er dann ins Bett fällt. Und selbst wenn ich nach nem Arbeitstag noch nen Termin hab oder rausgeh und was unternehme, hab ich halt immer noch abends so viel Sehnsucht, dass ich am liebsten noch ne Stunde mit ihm telefonieren würde. Wenn er dann voll k.o. einschläft, tut mir das mega weh, weil ich ihn vermisse und er so wenig Zeit hat.

Also, das ist nicht jeden Tag so. Am Wochenende hat er meistens Zeit und dann haben wir immer schöne Ausflüge zusammen gemacht. Manchmal hat er halt auch am Wochenende fast keine Zeit. Unter der Woche hat er nicht jeden Abend noch was zu tun und manchmal kann man dann auch nen schönen Abend zu zweit haben.

Die Zeit mit ihm ist mega schön und emotional und intensiv. Aber ich würde mir mehr Zeit wünschen. Mehr Zeit hat er nicht. Er hat diesbezüglich von Anfang an mit offenen Karten gespielt.

Wenn zwei Menschen volle Kanne ineinander verliebt sind, dann nimmt man sich ja mit seinen Macken so an wie man ist. Er akzeptiert mich so wie ich bin. Ich will ihn auch so akzeptieren wie er ist. Wie kann ich seine Macke "wenig Zeit" liebevoll annehmen, ohne dass es mir weh tut? Oder kann ich lernen, das besser auszuhalten?

Manchmal denke ich darüber nach, dass er mir erzählt hatte, dass seine Ex ihm viele Vorwürfe gemacht hat, dass er zu wenig Zeit hat. Und ich denke mir, dass ich seine Ex verstehen kann. Und dann Frage ich mich, ob er ein Beziehungsmensch ist, wenn er nur so wenig Zeit übrig hat.

Dann denke ich mir wieder, dass halt sonst alles passt. Dass er mir gegenüber sehr emotional und liebevoll ist und, dass er einen Platz in meinem Herzen hat. Und wenn ich ihn hergebe, dann gebe ich ein Teil meines Herzens weg. Ich will ihn nicht verlieren. Ich hab ihn so gern und es passt sonst alles so gut. Nur wegen einer Sache gibt man ja nicht ne Beziehung auf, wenn sonst alles passt und sich so gut mit ihm anfühlt.

Wie kann ich meine Haltung ändern ggü seiner Macke? Dass es mich entweder nicht mehr so schmerzt, wenn er keine Zeit hat oder dass ich den Schmerz besser annehmen kann? Weil im Leben ist immer mal was schmerzvoll. Die Arbeit kann manchmal echt blöd sein. Deshalb kündigt man ja auch nicht gleich.

Hat jemand diesbezüglich Erfahrungen und hilfreiche Tipps?
Vielen lieben Dank!
 
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  • #2
Das ist mMn keine Macke.
Das ist imho eine Lebensrealität, die du in deiner Verblendung ausgeblendet bzw vernebelt hast.


Das ist nicht nur eine Sache und wenn du es doch ganz unbedingt als einen einzigen Blubb betrachten willst, dann ist es ein riesiger Blubb.
Das Fundament ist marode:
Und dann Frage ich mich, ob er ein Beziehungsmensch ist, wenn er nur so wenig Zeit übrig hat.


Hat jemand diesbezüglich Erfahrungen und hilfreiche Tipps?
Ja.
Genieße es, so lange es noch währt und fange nicht jetzt schon an das Ende dreckig werden zu lassen, sondern ziehe einen sauberen Strich, wenn du soweit bist.
 
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  • #5
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  • #6
Sehe das ähnlich - keine Zeit zu haben ist keine Macke, das ist eine Frage von Prioritäten.

Was ist mit zusammenziehen?
 
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  • #7
Ists wichtig, ob man das Macke nennt?
Macke ist ne "sonderbare Eigenschaft".
Realität ist auf jeden Fall nicht das Gegenteil von Macke.

Also ich würd empfehlen, einfach so lange zusammenzubleiben, bis man sich freut, daß einem der andere nicht ständig auf der Pelle sitzt. Einfach in problembewußten Momenten ein bißchen antizyklisch denken und ansonsten sich im Sehnen verzehren! Warum denn die Liebe abschaffen wollen?
 
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  • #8
Also haben wir uns zusammen für ne monogame Beziehung entschieden, was ich sehr schön finde, weil ich mir emotionalen Halt, Intimität und Geborgenheit wünsche.
Halleluja 👍

der Rest: Selbständige arbeiten wirklich viel, manchmal zuviel....aber das ist einfach eine Alltagsrealität. Ein bekanntes Paar hat sich tägliche Rituale einfallen lassen, damit klappt es super (z.B. in der Früh und am Abend zu einem fixen Zeitpunkt zu tel), sie sehen sich oft auch einige Tage nicht und jeder lebt sein eigenes Leben. Die beiden sind sehr verbunden, fühlen sich auch sehr geborgen, das hat wenig mit dem Ausmaß an Zeit zu tun.

Kopf hoch, das kennst du so noch nicht.
Natürlich ist die Grundlage gegenseitiges Vertrauen, das kann ich bei euch nicht einschätzen.
 
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  • #9
Ists wichtig, ob man das Macke nennt?
Macke ist ne "sonderbare Eigenschaft".
Ja, weil Macke landläufig gemeint eine eher kleine "sonderbare Eigenheit" versteht, in die man sich jedoch erstklassig reinsteigern und sie aufplustern kann.
Welchen Stellenwert jemand der Arbeit gibt, wieviel Zeit jemand damit verbringt und wieviel Nähe/ Zeit jemand mit seinem Partner wünscht/ braucht, sind keine kleinen sonderbaren Eigenheiten, sondern elementare Grundpfeiler des Selbstverständnisses/ der Persönlichkeit.
Noch dazu ist es nichts sonderlich sonderbares, wenn ein Selbstständiger seinem Beruf eine recht hohe Priorität einräumt und vergleichsweise viel Zeit damit verbringt - ist es doch die eigenverantwortliche Tätigkeit, die ihm sein täglich Brot liefert.

Realität ist auf jeden Fall nicht das Gegenteil von Macke.
Natürlich nicht, denn jede Macke ist sehr real, sofern nicht eingebildet - aber selbst Einbildungen sind für die Einbildenden mitunter verdammt real.
Lebensrealität jedoch schon eher, weil es ein Umstand ist, der das Leben sehr weitreichend umfasst und keine klar abgrenzbare und eng umfasste "sonderbare Eigenheit" ist.
 
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  • #10
Liebe Vergnügt,
ob das eine Macke ist, kann ich von hier schwer beurteilen. Wenig Zeit zu haben ist erst mal keine. Ob er überhaupt die Prioritäten anders setzen kann, ist auch schwer zu beurteilen.


Ich würde Dir empfehlen:
Bevor Du ihn läßt, schaue, was Du ändern kannst.
Suche Dir ein gutes neues Hobby, fahre selber weg, lass Dir die Zeit nicht von ihm bestimmen. Beschäftige Dich selber. Es ist schlecht in einer Beziehung wenn nur einer die Zeiten vorgibt. Auf Dauer wird das für euch beide anstrengend. Weil Du alleine bist und er zuviel Druck abbekommen würde, oder merken würde, dass was nicht stimmt.
Wenn Du mit diesem Mann mehr erleben möchtest, musst Du deine Zeit anders verplanen und vor allem gestalten.
Das ist ja auch eine Chance!
Wenn Du das hinbekommst, bist Du seine No.1.

Schaue was das mit Dir und ihm macht, mit eurer Zeit.

Vielleicht entdeckst Du, dass es gar kein Verlust ist sondern ein Gewinn?
Viel Spass beim Ausprobieren.
 
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  • #11
Ja, weil Macke landläufig gemeint eine eher kleine "sonderbare Eigenheit" versteht, in die man sich jedoch erstklassig reinsteigern und sie aufplustern kann.
Ja. Ich finds gerade wohltuend, daß es nicht diesen Verlauf nimmt. "Ich brauche auf jeden Fall einen Mann, der niht 08/15 ist. Ich mein, gerade das liebt man doch: seine Macken. ... Jetzt hab ich erfahren, daß er gerne verschiedenfarbige Socken trägt. Was?? Das geht ja wohl gar nicht, der ist ja nicht normal, was ist denn das für ein Freak???"

Welchen Stellenwert jemand der Arbeit gibt, wieviel Zeit jemand damit verbringt und wieviel Nähe/ Zeit jemand mit seinem Partner wünscht/ braucht, sind keine kleinen sonderbaren Eigenheiten, sondern elementare Grundpfeiler des Selbstverständnisses/ der Persönlichkeit.
Noch dazu ist es nichts sonderlich sonderbares, wenn ein Selbstständiger seinem Beruf eine recht hohe Priorität einräumt und vergleichsweise viel Zeit damit verbringt - ist es doch die eigenverantwortliche Tätigkeit, die ihm sein täglich Brot liefert.
Ist einfach klassisch ein naheliegendes Thema für Beziehungsgestaltung. Muß ja nicht alles einfach sein. Und Ungezähmt fragt ja deutlich, wie sie ihre Haltung ändern kann. Also nicht: wie sie den Mann ändern kann. Und von Macke ist nicht zu sehr in der hier sonst verbreiteten Stoßrichtung die Rede, daß angeboten wird, den abwesenden Mann zu problematisieren oder diffamieren. Also abgesehen von "Frage ich mich, ob er ein Beziehungsmensch" ist.
Also, ich würd sagen: keine Ahnung, was Beziehungsmenschen sind. Man kann aber mit Menschen Beziehungen haben, auch wenn man ihnen nicht das Etikett Beziehungsmensch anklebt.
 
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  • #12
Hat jemand diesbezüglich Erfahrungen und hilfreiche Tipps?
Vielen lieben Dank!
Kann es dir aus der anderen Sicht schildern, Selbstständig sein bedeutet selbst und ständig arbeiten. Spaß beiseite, der Arbeitsaufwand ist definitiv anders, und die Zeiten ebenfalls, und die Arbeit nach der Arbeit auch. Die Wochenenden ebenfalls.

Für mich wäre es ziemlich schwierig, wenn ich einen Partner hätte, der dafür kein Verständnis hat, oder der gemeinsame Zeit wünscht/einfordert, die ich nicht bieten kann. Der Job geht vor. 🤷‍♀️
Wenn mein Partner damit nicht umgehen könnte, wäre das für mich ein Trennungsgrund.
jm2c.
 
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  • #13
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  • #15
Keine Zeit zu haben ist für mich auch keine "Macke", wer will der kann Zeit haben.
Eben deshalb doch, scheint mir. Wer keine Zeit hat, der hat zu wenig zu tun – hat Wolfgang Grupp verkündet. Wer ordentlich zu tun hat, organisiert sich gut, und wer zu wenig zu tun hat, kriegt das nicht hin. Deshalb ist «Macke» iS eines Defizits mE nicht ganz daneben.
Aber da etwas zu ändern ist eine Aufgabe für Kollegen und Geschäftskontakte, nicht für einen LAP. Der muss das aushalten und aushalten wollen. Wenn er (sie) will, kann er/sie sein Leben danach ausrichten, dem anderen «den Rücken freizuhalten». Da sieht man immer mal Tränen bei Verabschiedungen aus dem Berufsleben, wenn jemand so ein Leben bewältigt hat. Mit großer Freude an der Aufopferung selbstverständlich.
 
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