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fleurdelis*

  • #1

Liebe und Abhängigkeit

Ich bin heute über folgende Sätze gestolpert:

"Lieben können ist ein Geschenk, wir können nicht lieben durch Entschluss oder Willensakt".

Klar soweit ...

"Lieben kann ich, wenn ich mich frei fühle, meine Gefühle zu zeigen.... "

Hört sich gut an ... Aber:

"und zugleich, meine relative Abhängigkeit vom geliebten Menschen akzeptieren kann" ...

Nee, kann ich nicht.... ich kann gar keine relative Abhängigkeit zu jemandem akzeptieren.... Und nu? :) ... Also es geht nicht um mich ... mich würde interessieren, wie einige von euch das mit "relativer Abhängigkeit zum geliebten Menschen" deuten, sehen oder verstehen ....
 
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  • #2
Also ich würde „relative Abhängigkeit“ spontan so definieren, dass ich mich ein Stück weit, wenn ich mich fallen und auf jemanden einlasse, in dessen Hände begebe und darauf vertraue, dass er gut mit dem ihm entgegengebrachten Vertrauen und meiner Liebe und Zuneigung umgeht, sie also würdigt, wertschätzt und kein Schindluder damit oder mit mir treibt. Auf dieses Vertrauen bin ich angewiesen, evt. bedeutet dies die relative Abhängigkeit.

Aber wenn ich mich in diese Situation begebe und somit die „Gefahr“ / relative Abhängigkeit (in welcher Form auch immer) zulasse, dann muss ich diese auch akzeptieren.

Geben und Nehmen.
(Ist das nicht auch eine relative Abhängigkeit?)
 
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fleurdelis*

  • #3
in dessen Hände begebe und darauf vertraue, dass er gut mit dem ihm entgegengebrachten Vertrauen und meiner Liebe und Zuneigung umgeht, sie also würdigt, wertschätzt und kein Schindluder damit oder mit mir treibt. Auf dieses Vertrauen bin ich angewiesen, evt. bedeutet dies die relative Abhängigkeit.
... daran habe ich gar nicht gedacht ... aber den Gedanken finde ich richtig gut ... Herzlichen Dank ... :)
 
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  • #4
@Rise&Shine hat IMVHO das Wesentliche ja schon geschrieben.

Man könnte vielleicht noch unterscheiden in "gute" und "schlechte" Abhängigkeit : Solange ich mich dabei wohl fühle und es mir gut tut, ist sie "gut".

Andernfalls ... :(

Ich denke, wir sind uns einig, daß es Letztere zu vermeiden gilt.
 
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  • #8
Ich glaube bei manchen zeigt sich erst dann, ob es eine gute oder nicht so gute Anhängigkeit war.

Ich stelle mal den Gedanken in den Raum, dass sich für manche/n erst dann offenbart, dass die wohlige Abhängigkeit tatsächlich eine sehr ungute Abhängigkeit war, aus der man auch nach der Trennung nicht so einfach herausfindet - und die gerne mit Liebe verwechselt wird.
 
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  • #9
Denkst du denn, die Art der Abhängigkeit nach der Trennung hatte schon in derjenigen während der Beziehung ihre Wurzeln?
Ein gutes Bild !

Um Deine Frage zu beantworten : Definitiv.

In so einer Beziehung wächst etwas, wachsen 2 Individuen zusammen. Sie sind zwar noch jede/r ein Individuum, aber gleichwohl mit einander verbunden, und je intensiver und länger die Beziehung war, desto stärker und verflochtener ist die Verbindung.

Wir das auseinandergerissen, entstehen zwandläufig Verletzungen, selbst wenn man noch so vorsichtig versucht, die Verbindungen wieder zu lösen. Das tut weh.

Bei manchen heilen diese unausweichlichen Verletzungen schnell(er), bei anderen langsam(er).
 
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  • #10
Ich glaube bei manchen zeigt sich erst dann, ob es eine gute oder nicht so gute Anhängigkeit war.

Ich stelle mal den Gedanken in den Raum, dass sich für manche/n erst dann offenbart, dass die wohlige Abhängigkeit tatsächlich eine sehr ungute Abhängigkeit war, aus der man auch nach der Trennung nicht so einfach herausfindet - und die gerne mit Liebe verwechselt wird.
Das mag es geben, ist aber nicht das was ich meine.

Ich denkeeher, daß das 2 verschiedene Abhängigkeiten sind, die - wie @*Andrea* es so schön nannte - eine gemeinsame Wurzel haben, letztlich aber verschiedene Pflanzen sind.

Um im Bild zu bleiben : Ein (bösartiger ?) Ableger ?
 
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*Andrea*

  • #11
@Traumichnich
Ich wünsche dir von Herzen, dass deine Verletzungen heilen.
 
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  • #12
"Lieben kann ich, wenn ich mich frei fühle, meine Gefühle zu zeigen und zugleich, meine relative Abhängigkeit vom geliebten Menschen akzeptieren kann" ...


In jeder Beziehung besteht eine Abhängigkeit. Mit jedem Blick und jeder Geste, jeder Handlung und jedem Wort, dass ich an eine andere Person richte, lasse ich mich auf diese ein, trete in Beziehung und ich mache mich abhängig. Wie stark die Abhängigkeit ist und wieviel Gutes und wieviel Schaden ich daraus erhalte, hängt meines Erachtens von meinen eigenen Möglichkeiten ab. Den Möglichkeiten, die mich in die Lage versetzen ein eigenes Leben - auch allein und erfüllt - zu führen. Ich begebe mich ja dann in eine Beziehung (und Abhängigkeit), wenn ich Vertrauen habe. Wenn mein Vertrauen groß genug ist. Und die Erfahrung, dass ich verletzt werde und es mich schmerzt, bedeutet, dass ich gliebt habe und lebe.
Dies gilt auch immer für mein Gegenüber.
.
 
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  • #13
"Lieben können ist ein Geschenk, wir können nicht lieben durch Entschluss oder Willensakt".
Ich kann es nicht verhindern, aber auf meiner Stirn bilden sich tiefe Falten des Zweifels.

Wenn ich mir so anschaue, wie viele Menschen an der Liebe verzweifeln und zerbrechen, würde ich nicht unbedingt von einem Geschenk sprechen. Zumindest nicht immer.

Vielleicht ist das Problem, dass wir diesem Gefühl "Liebe" insgesamt einen zu hohen Stellenwert einräumen. (Provokant formuliert ...)

"Lieben kann ich, wenn ich mich frei fühle, meine Gefühle zu zeigen.... "
Auch der umgekehrte Fall sollte bedacht werden: "Lieben kann ich, weil ich meine Gefühle nicht (immer) zeigen muss ..."

"und zugleich, meine relative Abhängigkeit vom geliebten Menschen akzeptieren kann" ...
Mir scheint, ein Teufelskreis. Du sagst, Liebe lässt sich nicht beeinflussen, also führt Liebe zu Abhängigkeit, aber Abhängigkeit, das will ich nicht, also kann/darf ich nicht lieben. Vereinfacht formuliert. Richtig ??

Ja, und nu ???

Vielleicht wäre es ein guter Ansatz, sich zu fragen, ob man "der Liebe" wirklich so hilflos ausgeliefert ist ... oder ob man sich doch nur zu gerne diesem Gefühl des verliebt-seins einfach ausliefert, nur um später nicht die Verantwortung übernehmen zu müssen.

(Provozierend formuliert, dem Rotwein sein dank ...) ;-))
 
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fleurdelis*

  • #14
Wenn ich mir so anschaue, wie viele Menschen an der Liebe verzweifeln und zerbrechen, würde ich nicht unbedingt von einem Geschenk sprechen. Zumindest nicht immer.
Genau deswegen bin ich an dem Satz mit der "relativen Abhängigkeit" ins Stocken geraten ...

IDu sagst, Liebe lässt sich nicht beeinflussen, also führt Liebe zu Abhängigkeit, aber Abhängigkeit, das will ich nicht, also kann/darf ich nicht lieben. Vereinfacht formuliert. Richtig ??

Vielleicht wäre es ein guter Ansatz, sich zu fragen, ob man "der Liebe" wirklich so hilflos ausgeliefert ist ...
Das war ja so in etwa meine "Panik" ... aber durch den Kommentar von @Rise&Shine ist mir ein Licht aufgegangen ... :) ... Hahaa! ... Es geht in dem Falle doch nicht um den eigenen Fokus, weil das wäre das was mich zum verzweifeln bringen würde, in Punkto Abhängigkeit ... Nee, es geht doch auch darum: wie geht der andere mit meinen Gefühlen, die ich offenbart habe, um. Und wenn der die gegen die Wand donnert, und wenn sie auf dem Boden liegen noch drauf tritt .... wäre das die "relative Abhängigkeit" wie ich weiter verfahre. Sprich: wenn meine Gefühle nicht nur nicht geachtet, sondern auch missachtet werden, verpufft doch eine "Blase" aus meinen Gefühlen ... dann geht da die Luft raus.

Vielleicht wäre es ein guter Ansatz, sich zu fragen, ob man "der Liebe" wirklich so hilflos ausgeliefert ist ... oder ob man sich doch nur zu gerne diesem Gefühl des verliebt-seins einfach ausliefert, nur um später nicht die Verantwortung übernehmen zu müssen.
Wenn ich merke meine Gefühle werden erwidert ... Hach .. dann liefere ich mich doch gerne aus ... wenn sie nicht erwidert werden, dann verebben doch die Gefühle, schon alleine aus dem Grund. Also ich meine, wenn ich den Fokus mal von mir weg nehme.

Verantwortung übernehmen: wenn Gefühle von beiden Seiten da sind, doch gerne.

(Provozierend formuliert, dem Rotwein sein dank ...) ;-))
.... zum Wohl ... :)
 
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  • #15
Jeder Mensch hat einen freien Willen und entscheidet selber ob er bei einer anderen Person bleiben will oder nicht. Das sind die Tatsachen und ich seh nicht ein, wie eine abstrakte Vorstellung namens Liebe etwas daran ändern könnte.

Ich kann mir ja auch etwas ausdenken und es Liebe nennen, aber die Welt richtet sich trotzdem nicht nach meinen Vorstellungen. Wäre es nicht einfacher, das gänzlich bleiben zu lassen und einfach zu schauen, was uns diese Welt tatsächlich bietet?
 
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  • #16
Jeder Mensch hat einen freien Willen und entscheidet selber ob er bei einer anderen Person bleiben will oder nicht. Das sind die Tatsachen und ich seh nicht ein, wie eine abstrakte Vorstellung namens Liebe etwas daran ändern könnte.
Liebe ist doch keine abstrakte Vorstellung!
Irgendwie habe ich gerade Mitleid mit dir. Entweder hast du noch nie geliebt oder du bist einfach nur verbittert. Beides traurig!
 
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  • #17
Das mit der Liebe ist und bleibt ein schwieriges Thema. Besonders wenn sich die Diskussionen an Schlagwörtern festbeißt.

Ohne Bezug mal so zitiert:

"Wenn ich merke meine Gefühle werden erwidert ... Hach .. dann liefere ich mich doch gerne aus ..."

Klar doch, WENN die Gefühle erwidert werden, sollte das auch kein allzu großes Problem sein ;-)

Sich einfach nur so "auszuliefern", also ohne Netz und doppelten Boden, ohne zu wissen, was der andere fühlt, das würde ich sagen, hat schon mehr mit Liebe zu tun. Ob´s vernünftig ist, steht auf einem anderen Blatt.

Oder hier:

"Jeder Mensch hat einen freien Willen und entscheidet selber ob er bei einer anderen Person bleiben will oder nicht."

Richtig. Und trotzdem nicht wirklich hilfreich. Klar, man kann entscheiden mit einem Menschen zusammen zu sein, den man eigentlich nicht liebt. Oder sich von einem Menschen trennen, den man liebt. Viel freier Wille. Und vielleicht kann das sogar manchmal Sinn machen ... ideal klingt´s aber nun nicht gerade.

"Liebe" ist doch vor allem ein Gefühl. Und Gefühle lassen sich idR schlecht steuern. Die hat man halt. Mal mehr mal weniger. Mal passender und mal total unpassend.

Wahrscheinlich ist es auch eine Frage des Alters. Wenn man sich so mit 20 so "unsterblich verliebt", dass man sogar vergißt sich die Zähne zu putzen ..wow. Aber dann ist das wohl was anderes wie wenn man sich mit 50 ... ihr wisst was ich meine, nach dem dritten Mal "unsterblich verliebt" wird selbst das zur Wiederholung. Zumindest meine Beobachtung.

Was auch auffällt, dieser Wunsch, das mit der Liebe irgendwie in den Griff, unter Kontrolle zu kriegen.

Zitat: "Ich kann mir ja auch etwas ausdenken und es Liebe nennen, ...".

Ja, zu lieben macht angreifbar, macht verletzbar. Aber anstatt nun der Liebe abzuschwören oder ihre Existenz gleich ganz zu leugnen, vielleicht versuchen, dieses Gefühl erst mal kennen zulernen, es ab und zu auch zulassen. Und schauen was passiert ...

... es gibt noch andere Gefühle, die zwei Menschen verbinden, Vertrauen, Respekt, ...
 
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fleurdelis*

  • #19
.... ich seh nicht ein, wie eine abstrakte Vorstellung namens Liebe etwas daran ändern könnte.
Ich kann mir ja auch etwas ausdenken und es Liebe nennen ... .
... das war überhaupt nicht das Thema ... falls ich daran erinnern darf:

mich würde interessieren, wie einige von euch das mit "relativer Abhängigkeit zum geliebten Menschen" deuten, sehen oder verstehen ....
 
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  • #20
"und zugleich, meine relative Abhängigkeit vom geliebten Menschen akzeptieren kann" ...
Ganz ehrlich, ich kann mit diesem "relative Abhängigkeit" nicht viel anfangen. Wenn`s ne "relative Abhängigkeit" gibt, gibt`s dann auch ne "absolute".

Vielleicht wäre es ein erster Schritt sich zu fragen, ob diese "Abhängigkeit" nun eine Abhängigkeit von einem (geliebten) Menschen oder nicht doch vielmehr eine Abhängigkeit von diesem Gefühl "zu lieben", "geliebt zu werden" ist.

Macht "Liebe" "abhängig" ?
 
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  • #21
Ja, zu lieben macht angreifbar, macht verletzbar. Aber anstatt nun der Liebe abzuschwören oder ihre Existenz gleich ganz zu leugnen, vielleicht versuchen, dieses Gefühl erst mal kennen zulernen, es ab und zu auch zulassen. Und schauen was passiert ...
Howlith, ich bin nicht derjenige, der Angst hat, verletzt zu werden. Ich habe ein grosses Herz dem scheinbar nichts etwas anhaben kann. Aber die Wahrheit ist, dass einfach nur meine Selbstachtung blutet, wenn ich mich wie ein kleiner Gnom verhalte und nicht wie der Mann, den ich sein will.

Und ich frage mich wie Menschen gestrickt sind, die einerseits verzweifelt die Liebe wünschen aber andererseits im Letzten Moment vor dem Date kneifen. Ich würde mich da wie ein erbärmlicher kleiner Feigling fühlen und mich selber zur Schnecke machen.

Aber ich lese die zerknirschte Nachricht auf dem Handy und frag mich ob sich die Frau wirklich zufrieden mit sich sein kann. Denn zum Arrangieren dieses Kaffekränzchen hatte sie ebensoviel Energie hineingesteckt wie ich und Schluss geht sie dann nicht mal hin.

Ich weiss nicht was der Zweck dieser Übung sein soll, aber ich kann gut nachvollziehen, dass die alleine sind, wenn sie aus jedem Kennenlernen so ein Drama machen. Dummerweise kann ich nur Stichproben machen, die keinerlei Allgemeingültigkeit haben.
 
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  • #23
Ein gutes Bild !

Um Deine Frage zu beantworten : Definitiv.

In so einer Beziehung wächst etwas, wachsen 2 Individuen zusammen. Sie sind zwar noch jede/r ein Individuum, aber gleichwohl mit einander verbunden, und je intensiver und länger die Beziehung war, desto stärker und verflochtener ist die Verbindung.

Wir das auseinandergerissen, entstehen zwandläufig Verletzungen, selbst wenn man noch so vorsichtig versucht, die Verbindungen wieder zu lösen. Das tut weh.

Bei manchen heilen diese unausweichlichen Verletzungen schnell(er), bei anderen langsam(er).


Es kommt auch darauf an wie man auseinander gegangen ist und aus welchem Grund.
Ich habe ja schon mal in einem anderen Thread geschrieben das ich schon vor der Trennung meiner Ex darüber hinweg war und da bin ich auch froh darüber.
Mir egal wenn es einigen hier nicht gefällt.
Manchmal ist der schnelle Abschluss bzw. Abschuss einfach die beste Lösung.;):D
 
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  • #24
mich würde interessieren, wie einige von euch das mit "relativer Abhängigkeit zum geliebten Menschen" deuten, sehen oder verstehen ....
@Rise&Shine hat das sehr gut beschrieben. Wenn man liebt und geliebt wird und eine Partnerschaft eingeht, gibt man dem Partner sehr viel Macht über sich. Nicht nur, was den behutsamen Umgang angeht, sondern ja auch was den Alltag anbelangt. Da muss ich mich arrangieren und abstimmen, da bin ich von den Beiträgen meines Partners relativ abhängig. Und ich muss mit seiner Persönlichkeit zurecht kommen, mit seinen Stimmungen und Launen und Eigenheiten.
Und zudem finde ich auch die Umkehrung spannend: Mein Partner gibt mir dieselbe Macht über sich, ich habe dadurch eine Verantwortung ihm gegenüber, auch das schafft relative Abhängigkeit.
Und wie das so ist mit Abhängigkeit, wenn sie nicht missbraucht wird (@Traumichnich schreibt da von positiver Abhängigkeit) ist es ja auch kein Problem. Erst dann, wenn es Kämpfe gibt und wenn die Liebe auf der Strecke bleibt, zeigen sich möglicherweise die negativen Auswirkungen.
Ich finde aber, dass der von dir getrennte Satz eine besondere Brisanz birgt, wenn man ihn wieder zusammensetzt:
"Lieben kann ich, wenn ich mich frei fühle, meine Gefühle zu zeigen, und zugleich meine relative Abhängigkeit vom geliebten Menschen akzeptieren kann."
Für mich bedeutet das vor allem, dass wahre Liebe sich da entfalten kann, wo die Partner sich zwar der relativen Abhängigkeit bewusst sind, aber trotzdem ihre Gefühle (und ihre Bedürfnisse) zeigen (dürfen).
Ich halte es inzwischen auch für sehr wichtig, dass für beide der Grat zwischen subjektiv empfundener Freiheit und subjektiv empfundener Abhängigkeit ungefähr am gleichen Punkt liegt.
 
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fleurdelis*

  • #25
Ich würde spontan sagen: Nein. .... Man ist weder abhängig geliebt zu werden, noch zu lieben. Ein Wunsch, wäre etwas anders. Jedoch bin ich der Ansicht, dass man nie ganz ohne Liebe ist. ... Freunde, Kinder, Verwandte ... als Bsp.

@Rise&Shine hat das sehr gut beschrieben. Wenn man liebt und geliebt wird und eine Partnerschaft eingeht, gibt man dem Partner sehr viel Macht über sich. Nicht nur, was den behutsamen Umgang angeht, sondern ja auch was den Alltag anbelangt. Da muss ich mich arrangieren und abstimmen, da bin ich von den Beiträgen meines Partners relativ abhängig. Und ich muss mit seiner Persönlichkeit zurecht kommen, mit seinen Stimmungen und Launen und Eigenheiten.
Eigentlich wollte ich meinen Gedanken "partnerfrei" ... zum Austausch stellen... :) .... ich kam wie @Howlith auch mit dem Ausdruck: "relativer Abhängigkeit" nicht klar ...

Und zudem finde ich auch die Umkehrung spannend: Mein Partner gibt mir dieselbe Macht über sich, ich habe dadurch eine Verantwortung ihm gegenüber, auch das schafft relative Abhängigkeit.
Der Gedanke es andersrum zu sehen, eröffnet das klarer. Und da komme ich auch auf @Rise&Shine 's Gedanken zurück: Keinen Schindluder mit den Gefühlen des Menschen zu betreiben, von dem man weiß, dass er einen liebt. Alles andere wäre eine Form von Missbrauch.

Für mich bedeutet das vor allem, dass wahre Liebe sich da entfalten kann, wo die Partner sich zwar der relativen Abhängigkeit bewusst sind, aber trotzdem ihre Gefühle (und ihre Bedürfnisse) zeigen (dürfen).
Ja, da beginnt es bereits. @Irma10 hat es benannt mit: ich gebe Vertrauen, oder ich gehe mit Vertrauen in den Kontakt zu einem Menschen..... So erkläre ich mir inzwischen: relativ. Also der Gesichtspunkt: wenn jemand sich dem "man wird geliebt" hingibt, dann nur unter der Voraussetzung, dass auch mit Verantwortung und Sorgsamkeit, oder Achtsamkeit, mit dieser Liebe umgegangen wird. Und ich meine, wenn das nicht der Fall ist, kann man selbst diesen Menschen, der eben nicht achtsam ist, auch nicht mehr lieben.... oder zieht sich zumindest von diesem zurück.
 
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fleurdelis*

  • #26
Vielleicht wäre es ein erster Schritt sich zu fragen, ob diese "Abhängigkeit" nun eine Abhängigkeit von einem (geliebten) Menschen
... das wäre, glaube ich, bereits pathologisch. Wenn man sich in dieser Abhängigkeit befinden würde, wäre es ein Grund sich zu überprüfen.

oder nicht doch vielmehr eine Abhängigkeit von diesem Gefühl "zu lieben", "geliebt zu werden" ist.
Das wäre doch ähnlich dem Muster von Casanova oder einer Madame Bovary ....
 
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  • #27
Macht Liebe abhängig?

Wenn ich mir diese Frage stellen sollte, wäre es wohl besser, es sein zu lassen. Liebe und Abhängigkeit gehören für mich absolut nicht zusammen, egal in welcher "Abstufung".
Wenn ich von der Liebe eines Menschen "abhängig" bin, läuft für mich etwas gehörig schief. (Ausgenommen Kinder, die m.E. tatsächlich abhängig sind von der Liebe ihrer Eltern.)
Liebe ist ein Geschenk, das ich annehmen oder ablehnen kann.
 
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  • #28
Howlith, ich bin nicht derjenige, der Angst hat, verletzt zu werden. (...) Aber die Wahrheit ist, dass einfach nur meine Selbstachtung blutet, (...)
Nun, da würde ich eventuell schon von "verletzt" sprechen wollen.

Hat denn nicht jeder vernünftige Mensch zumindest ein kleines bisschen Angst davor verletzt zu werden. Also ich schon. Und das obwohl ich mir einbilde, dass ich mit ziemlich vielen unschönen Gefühlskonstellationen inzwischen ganz gut klar komme. Aber was ist mit Situationen, mit denen ich gar nicht rechne? Die ich so noch gar nicht auf dem Schirm habe ...

(...) wenn ich mich wie ein kleiner Gnom verhalte und nicht wie der Mann, den ich sein will. (...)
Die meisten Verletzungen fügen wir uns uU eh selbst zu ... (?)

Und ich frage mich wie Menschen gestrickt sind, die einerseits verzweifelt die Liebe wünschen aber andererseits im Letzten Moment vor dem Date kneifen.
Mir fallen da tausend verschiedene Gründe, gute wie schlechte, ein.
 
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  • #29
Ich bin heute über folgende Sätze gestolpert:

"Lieben können ist ein Geschenk, wir können nicht lieben durch Entschluss oder Willensakt".

Klar soweit ...

"Lieben kann ich, wenn ich mich frei fühle, meine Gefühle zu zeigen.... "

Hört sich gut an ... Aber:

"und zugleich, meine relative Abhängigkeit vom geliebten Menschen akzeptieren kann" ...

Nee, kann ich nicht.... ich kann gar keine relative Abhängigkeit zu jemandem akzeptieren.... Und nu? :) ... Also es geht nicht um mich ... mich würde interessieren, wie einige von euch das mit "relativer Abhängigkeit zum geliebten Menschen" deuten, sehen oder verstehen ....
Ich deute NICHTS. Wenn ich mich verliebe, dann verliebe ich mich. Vergiss hier Wissenschaft und Esoterik. Viele hier haben das Wesen der Liebe nicht verstanden und werden hier ihren Lebensabend als Single verbringen.
 
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