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  • #121
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Hallo,
bin noch neu (4 Wochen) hier, hab aber schon einige Profile von Lehrerinnen hier in Berlin angeklickt die ich interessant finde, hab auch einige Rückmeldungen bekommen, kann die Narichten bloß nicht lesen weil ich noch kein Premium Account habe (ohne geht hier ja gar nichts)
Zumindest erscheinen mir Lehrerinnen wesentlich interessanter als Partnerin als z.B. Managerin oder Anwältin ( ist aber vielleicht auch nur so ein Vorurteil von meiner Seite ).
Schließlich sind sie allgemein gut gebildet, können wohl berufsbedingt mit Kindern umgehen, sind auch irgendwie stressresistent - sonst würden sie in der Schule nicht lange überleben.

Wenn sie also insgesamt weniger begehrt sind find ich das eher positiv,
so ist schließlich die Auswahl für mich größer ;-)

Ist eigentlich mein 2. Beitrag aber irgendwie finde ich den 1. nicht mehr ...
 
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  • #122
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

also ich kann diese ablehnende Haltung gegenüber Lehrerinnen ebenso überhaupt nicht nachvollziehen. Es hat mich eben auch zml. überrascht, auf dieses Thema zu stoßen, um ehrlich zu sein.

Mag sein, dass es auch bei Lehrerinnen verschiedenste Ausprägungen gibt - mind. so viele wie die klassischen 40 Schattierungen zwischen 'sand' und 'muschel' bei Damenstrumpfhosen ;). Und dass den einen oder anderen Mann besonders erfolgreiche Frauen (z.B. Dozentinnen, Professorinnen etc.) in dieser Hinsicht abschrecken oder gar überfordern würden.

Nur verbinde ich mit dem Bild der Lehrerin eine Frau, die einen liebevollen, einfühlsamen Umgang mit Kindern besitzt. Der das Arbeiten mit anderen Menschen Spaß macht, die nicht nur Bildung vermittelt sondern auch begleitet. Lehrerin stell ich (subjektiv gesehen) daher stets auf eine Stufe mit Erzieherin, Altenpflegerin, Krankenschwester, Physiotherapeutin und ähnlichen sozialen Berufen, die einen intensiven Umgang mit Menschen nach sich ziehen. Dazu kommt, dass ich mit dem Beruf einer Lehrerin ebenso oft Kreativität oder Fantasie verbinde. Nicht nur in Bezug auf Grundschullehrerinnen, sondern auch Sprache/Musik/Kunst ganz allg. (z.B. in der Oberstufe). Es ist selbst dann kein Widerspruch, wenn sie Mathe, Physik und/oder Informatik unterrichtet - ganz im Gegenteil.

Im Gegensatz dazu Managerinnen etc. Karriere-orientiert, auf eine ganz andere (weniger sympathische) Weise zielstrebig, (manchmal) übertrieben rational. Bei dieser Kategorie Beruf hab ich jedesmal den adretten Business-Look vor Augen. Attraktiv, aber distanziert bis kühl und berechnend. Ich will hier weder Klischees bedienen noch pauschalisieren, sondern das ist das, was mir als erstes in den Sinn kommt, wenn ich an verschiedene Berufe denke.

Und aus Sicht anderer Männer? Wollt ihr eine gebildete, intelligente, warmherzige und selbstbewusste Frau an eurer Seite oder nicht? Wer sich dabei klein oder unterlegen vorkommt o.ä., macht in meinen Augen irgendetwas grundlegend falsch ;) ...
 
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  • #124
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von Heike:
Wollt ihr eine gebildete, intelligente, warmherzige und selbstbewusste Frau an Eurer Seite oder nicht?

[...]

Wie auch immer, aber war das Thema nicht Lehrer(in)? :)
Is da ein Widerspruch, der mir in meinem jugendlichen Übereifer evtl. tatsächlich entgangen sein sollte? :)
 
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  • #125
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von reanimated:
.......Nur verbinde ich mit dem Bild der Lehrerin eine Frau, die einen liebevollen, einfühlsamen Umgang mit Kindern besitzt. Der das Arbeiten mit anderen Menschen Spaß macht, die nicht nur Bildung vermittelt sondern auch begleitet. Lehrerin stell ich (subjektiv gesehen) daher stets auf eine Stufe mit Erzieherin, Altenpflegerin, Krankenschwester, Physiotherapeutin und ähnlichen sozialen Berufen, die einen intensiven Umgang mit Menschen nach sich ziehen. Dazu kommt, dass ich mit dem Beruf einer Lehrerin ebenso oft Kreativität oder Fantasie verbinde. Nicht nur in Bezug auf Grundschullehrerinnen, sondern auch Sprache/Musik/Kunst ganz allg. (z.B. in der Oberstufe). Es ist selbst dann kein Widerspruch, wenn sie Mathe, Physik und/oder Informatik unterrichtet - ganz im Gegenteil.

Im Gegensatz dazu Managerinnen etc. Karriere-orientiert, auf eine ganz andere (weniger sympathische) Weise zielstrebig, (manchmal) übertrieben rational. Bei dieser Kategorie Beruf hab ich jedesmal den adretten Business-Look vor Augen. Attraktiv, aber distanziert bis kühl und berechnend. Ich will hier weder Klischees bedienen noch pauschalisieren, sondern das ist das, was mir als erstes in den Sinn kommt, wenn ich an verschiedene Berufe denke.

Und aus Sicht anderer Männer? Wollt ihr eine gebildete, intelligente, warmherzige und selbstbewusste Frau an eurer Seite oder nicht? Wer sich dabei klein oder unterlegen vorkommt o.ä., macht in meinen Augen irgendetwas grundlegend falsch ;) ...
Dann werde ich aufgrund meiner subjektiven Wahrnehmung mal folgende Behauptung aufstellen. Unseren Kindern wuerden gerade heute karriere- und leistungsorientierte Lehrerinnen ganz gut tun.
 
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  • #126
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Ich hatte in diesem Forum hinsichtlich eines Forum Treffens mal kurzen privaten Kontakt mit einer Dame, von der ich vermute, dass sie Lehrerin ist. Kultiviert oder standing konnte ich nicht erkennen. Schien mir aber eher ein spezieller Einzelfall zu sein, der mit dem Berufsstand nicht wirklich etwas zu tun hat.

Andererseits so Tag ein Tag aus Stunde für Stunde sich immer nach der „Pausenglocke“ richten müssen, ich glaube, ich hätte schon längst einen an der Waffel. Nur irgend jemand muss ja den kids das 1x1 beibringen, ist schließlich staatlich verordnet. Der job ist doch, u.a. im jeweiligen Fachgebiet Kinder bis zum Abitur zu bringen. Was das mit Privatleben oder Partnersuche zu tun haben soll, weiß ich nicht. Ist aber leider so, witzigerweise reagieren die sogenannten helfenden Berufe wie zitiert von reanimate: „Lehrerin stell ich (subjektiv gesehen) daher stets auf eine Stufe mit Erzieherin, Altenpflegerin, Krankenschwester, Physiotherapeutin und ähnlichen sozialen Berufen, die einen intensiven Umgang mit Menschen nach sich ziehen“, in weniger abstrakten dafür konkreten Situationen eher panisch.
So kommt ein Lehrer für mich nicht in Frage, der würde vermutlich stundenlang diskutieren und empathische Ursachenforschung betreiben, obwohl die „Bude schont brennt“ und 112 die einzig richtige Entscheidung wäre.
 
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  • #127
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

@anaj:

und darf ich fragen, warum? Zu der Zeit, als wir beide zur Schule gingen (in die mehr oder weniger gleiche Klassenstufe), war das Bildungssystem m.E. wesentlich besser als in der heutigen Zeit. Ich hab jetzt keine aktuellen PISA-Statistiken parat, aber ich würde mich gänzlich wundern, wenn der Eindruck so täuschen sollte?...

Ich würde mir gerade deshalb für meine eigenen Kinder keine übertrieben karriere- oder leistungsorientierte Lehrerin wünschen. Ich geh (selbstverständlich auch nur eine subjektive Wahrnehmung) einfach mal davon aus, dass jemand, der seinen Beruf ernst nimmt, nicht nur Bildung vermittelt sondern auch fordert. Aber ich würde mir wünschen, dass unsere Kinder in der heutigen Zeit - gerade in den sozialen Brennpunkten - darüber hinaus stärker individuell im Mittelpunkt stehen und eben nicht nur gefordert, sondern auch gefördert werden. Das geht m.E. heute stärker unter als früher. Und mir ist bewusst, dass das wirklich viel verlangt ist von einer Lehrerin, die ohnehin schon angesichts der äußeren Umstände sicherlich manchmal resignieren könnte...

Du kannst mich gerne einen Idealisten nennen. Und genauso gerne lass ich mich auch vom Gegenteil überzeugen. :)
 
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  • #128
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Hallo an Alle und ein besonderes Hallo an die Lehrer_innen,
ich bin neu hier. Ich habe mich genau wegen dem Thema angemeldet, da ich dazu auch was beitragen kann, denn ich habe ebenfalls schon so meine Erfahrung mit Lehrerinnen gemacht ...und zwar nicht nur in meiner Schulzeit.
Außerdem habe ich selber so ein Beruf, der nicht wirklich gut in der Damenwelt ankommt. ....Na Ihr ahnt es schon, schon wieder so ein IT Mensch :)
So nun zur Unbelibtheit von den Lehrer_innen. Leider musste ich das ein oder andere mal feststellen, das die Lehrer_innen ihren Beruf eigentlich nicht machen, weil ihnen die Arbeit mit Kindern so gefällt oder weil sie Spaß daran haben Wissen zu vermitteln. NEIN bei vielen (nicht allen!!! ...dies soll keine Verallgemeinerung sein) geht es einzig und alleine um ein geregeltes Einkommen, den Beamtenstatus mit Pension, und die entsprechenden anderen Vergünstigungen, die mit diesem Beruf einherkommen ...wir wissens ja mittlerweile alle :).
Leider kam auch in Diesem Thread wieder die ganze Leiher und zwar von den Lehrer_innen selber.
Also liebe Lehrer_innen! bitte versucht Euch doch jetzt mal in einen entsprechend von Euch ausgesuchten geschlechtlichen Gegenpart hineinzuversetzten. Wenn jemand, der jetzt evtl. an Euch interessiert ist, immer nur diesen Kommentar mit Beamtenstatus, ausgesorgt usw. zu höhren bekommt, was meint Ihr wohl was er denkt?
Ich denke z.B. sofort:
Hmm wenn die jetzt nur Lehrerin geworden ist, wegen dem Beamtenstatus, dann wird sie wahrscheinlich in spätestens zehn Jahren durch Ihren Beruf ein Psychisches Wrack sein. Und hier, genau an diesem Punkt, kommen natürlich auch diverse Kindheitserfahrungen sowie Krankheitsgeschichten von Bekannten in Erinnerung.
Wir Wissen doch alle, das der Beruf des Lehrers wirklich kein einfacher ist!
Ja es ist Richtig, Lehrer kennt jeder. Von der wirklich Motivierten Referendarin, über die, die einfach bis zum Schluß den Mut nicht verloren haben und sich immer für Ihre Schützlinge eingesetzt haben, bis hin zu jenen, die eingentlich nur durch Abwesenheit, irgendwelchen ominösen Krankheiten und absolutem Desinteresse gegenüber Ihrem Beruf aufgefallen sind.
Ich hoffe mal der Zusammenhang ist etwas klar geworden.
Wenn nicht, hier die Frage aller Fragen: Was meint Ihr wohl welcher Typus Lehrer_innen wohl am ehesten später mal dem desinteressiertem entspricht?
1. Der / Die den Beruf gewählt hat, weil er / sie gerne Wissen vermittelt?
2. Der / Die den Beruf gewählt hat, weil er / sie gerne mit Kindern / Jugendlichen zu tun hat?
3. Der / Die den Beruf gewählt hat, weil er / sie dann ein A13 Gehalt + Beamtenstatus usw. usv. bekommt?

Ich denke mal die Antwort kann ich mir wohl sparen. Das sollte ja nur mal zum Nachdenken anregen.
Ich persönlich habe übrigens überhaupt kein Problem mit einer Lehrerin vom Typ 1 oder Typ 2
Allerdings bin ich ebenfalls sehr vorsichtig geworden und versuche vorher herrauszufinden was es mit der Dame auf sich hat.
Sollte Euch mal jemand eine Frage stellen, die in diese Richtung geht, und Ihr outet Euch als der 3. aufgezählte Typus, dann wundert mich ein gewisses latentes Desinteressen nicht wirklich.

Übrigens Stehe ich zu dieser Meinung! Ich habe das nicht nur so geschrieben, weil ich hier angeblich anonym bin. Ich würde das auch jederzeit genau so vertreten, wenn mir jemand gegenüber sitzt und diese Frage stellt.
Ich freue mich auf eine weitere Diskussion über dieses Thema.
Tim
 
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  • #129
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Ich denke, dass so gut wie jeder Beruf gewisse Vorurteile und Phantasien mit sich bringt. Ich persönlich habe meine genau Berufsbezeichnung nicht angegeben, da ich Sexualberaterin,-pädagogin bin. Ich sehe die Thematik also genau von der anderen Seite- mein Beruf ist "zu beliebt" und den Phantasien in vielen Köpfen sind hier keine Grenzen gesetzt! ;o)
Wichtig ist doch den Menschen kennen zu lernen und wenn es schon daran scheitert welchen Beruf der andere hat, dann ist es wohl sowieso besser wenn erst gar kein Kontakt entsteht?!
 
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  • #130
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Interessanter, verständlicher Ansatz.
Was hast du dann als Berufsbezeichnung angegeben?
 
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  • #131
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von reanimated:
@anaj: und darf ich fragen, warum? Zu der Zeit, als wir beide zur Schule gingen (in die mehr oder weniger gleiche Klassenstufe), war das Bildungssystem m.E. wesentlich besser als in der heutigen Zeit.
Ich weiß nicht, wann Du zur Schule gegangen bist. (Ist auch nicht so wichtig.) Aber wenn ich das heutige Bildungssystem mit dem aus meiner Zeit vergleiche, dann muss ich mit Schrecken feststellen, dass gewisse Fehler der Vergangenheit heute wiederholt werden. Und das finde ich mehr als beunruhigend.

Zitat von reanimated:
Ich würde mir gerade deshalb für meine eigenen Kinder keine übertrieben karriere- oder leistungsorientierte Lehrerin wünschen.
So wie Du Lehrerinnen vorher beschrieben hast (im Beitrag 119), wurden sie mir alle zu lieb und idealistisch dargestellt. Und Mangerinnen wurden mir als zu egoistisch und karrieregeil beschrieben. Daher mein Beitrag.

Wenn ich mich mit einigen Bekannten, die Lehrer sind, unterhalte, dann kann ich nur hoffen, dass es an diesen Schulen noch Lehrer gibt, die verinnerlicht haben, dass wir in einer Leistungsgesellschaft leben und dass das Leben kein Ponyhof ist.

Zitat von reanimated:
Ich geh (selbstverständlich auch nur eine subjektive Wahrnehmung) einfach mal davon aus, dass jemand, der seinen Beruf ernst nimmt, nicht nur Bildung vermittelt sondern auch fordert.
Es reicht leider nicht aus, dass jemand seinen Job ernst nimmt. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen, damit ein Bildungsauftrag erfolgreich erfüllt werden kann. Ich habe leider eher den Eindruck, dass es gerade da sehr hapert. Politische Vorgaben sind heutzutage nicht immer förderlich.

Zitat von reanimated:
Aber ich würde mir wünschen, dass unsere Kinder in der heutigen Zeit - gerade in den sozialen Brennpunkten - darüber hinaus stärker individuell im Mittelpunkt stehen und eben nicht nur gefordert, sondern auch gefördert werden.
Förderung?! Sicher. Aber das kommt auch darauf an, was man unter Förderung versteht und welche Ziele man damit verfolgt.

Zitat von reanimated:
Das geht m.E. heute stärker unter als früher. Und mir ist bewusst, dass das wirklich viel verlangt ist von einer Lehrerin, die ohnehin schon angesichts der äußeren Umstände sicherlich manchmal resignieren könnte...
Ich habe nicht den Eindruck, dass heute zu wenig gefördert wird. Ich denke eher, dass Förderung und deren Durchführung neu definiert werden sollten.

Zitat von reanimated:
Du kannst mich gerne einen Idealisten nennen. Und genauso gerne lass ich mich auch vom Gegenteil überzeugen. :)
Vom Gegenteil möchte ich Dich nicht überzeugen. Ich möchte Dir nur einige meiner Gedanken dazu mitteilen.
 
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  • #132
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

@anaj:

in einem geb ich dir sofort recht: in meinen Beiträgen hab ich das Bild einer Lehrerin sehr idealistisch dargestellt und das Bild einer z.B. Managerin eher negativ. Aber ich hab auch deutlich zu machen versucht, dass es dabei um einen persönlichen Eindruck geht. Und damit mein ich nicht, dass ich das dann dabei pauschalisieren würde - sondern dass das lediglich meine Assoziation ist. Mein erster Gedanke, wenn ich an bestimmte Berufsgruppen denke und was ich mir dabei vorstelle. Selbst wenn ich weiss, wie wenig so ein "Gefühl" in der Realität mit konkreten Personen zu tun haben muss. Mir ging es darum, dass eben nicht jeder mit "Lehrerin" automatisch etwas Abschreckendes verbindet, sondern ganz im Gegenteil es auch Menschen gibt, die mit dem Beruf einer "Lehrerin" etwas sehr Positives verbinden und daher auch eher geneigt sind, diese hier (bei PS) eher anzusprechen.


Zitat von anaj:
Ich weiß nicht, wann Du zur Schule gegangen bist. (Ist auch nicht so wichtig.) Aber wenn ich das heutige Bildungssystem mit dem aus meiner Zeit vergleiche, dann muss ich mit Schrecken feststellen, dass gewisse Fehler der Vergangenheit heute wiederholt werden. Und das finde ich mehr als beunruhigend.
Dann haben wir einfach unterschiedliche Lebenserfahrungen, die ich natürlich akzeptiere und respektiere. Ich weiss nur: ich erlebe es immer wieder, dass Menschen, die gefördert werden (in ihren Begabungen und Talenten sowie ihrer Individualität), mehr im Leben erreichen, als solche, die auf eine "karriere- und leistungsorientierte Gesellschaft" hin vorbereitet werden. Wobei es natürlich davon abhängt, was man unter 'Erfolg' definiert.

Ich bin in einer Zeit und in einer Umgebung großgeworden, in der natürlich Leistung zählte. In der das reine Bildungs-Niveau m.E. auch weit höher war als heute. Und ich hatte nie Probleme damit, diesen Anforderungen gerecht zu werden, im Gegenteil. Aber ich hab es damals erlebt, das selbst z.B. bei einer Klassenstärke von bis zu 30 Mann niemand unterging. Dass sich Zeit genommen wurde für jeden Einzelnen, dass individuell Begabungen gefördert wurden. Und dass Kinder (Schüler) in stärkerem Maße als heute auf das Leben vorbereitet wurden. Indem sie die Chance bekamen, trotz Leistungsdruck eben gerade nicht darin unterzugehen und "ausgesiebt" zu werden, selbst wenn sie in der heutigen "das-Leben-ist-kein-Ponyhof"-Mentalität durchs Raster gefallen wären. Und genau das stört mich heute.

Und ich hab es nicht nur zu Schulzeiten erlebt, wieviel individuelle Förderung ausmachen kann, sondern auch später zu Studienzeiten. Also in der heutigen Zeit. Diejenigen Dozenten, Hochschul-Lehrer und Betreuer, die sich die Mühe gemacht haben, statt reinem Leistungsdruck parallel dazu auch auf den einzelnen Menschen einzugehen, sich Zeit zu nehmen und darüber hinaus auch von sich aus auf einen zugehen und Hilfe oder Unterstützung oder was auch immer anzubieten - was eben nicht selbstverständlich ist - haben den Betroffenen mehr im Leben gegeben als man das aus nüchtern-rationaler Sicht vermuten würde. Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir sagen: ich bin damals überdurchschnittlich erfolgreich ins Studium gestartet. Und ich hätte es auch mind. genauso erfolgreich abgeschlossen - wenn mich persönliche Umstände und Schwächen nicht dazu gebracht hätten, meine Ziele aus den Augen zu verlieren. Klassischerweise wäre ich somit in einer rein leistungsorientierten Gesellschaft untergegangen. Und nicht nur das - ohne die unerwartete, indirekte Unterstützung und individuelle Förderung auf ganz unterschiedlichen Ebenen würde ich heute nicht mehr leben und das hier schreiben...

Warum also sollte ich meinen Kindern eine rationalere, leistungs-orientiertere Ausbildung wünschen? Ich glaube - ohne dir zu nahe treten zu wollen - dass du diese Antwort ein wenig schuldig geblieben bist...

Ich glaube aber, dass das "Problem" einfach darin liegt, dass wir Ziele und Erfolg im Leben einfach anders definieren. Was ja legitim ist.



viele liebe Grüße.
 
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  • #133
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

@Dreamerin: Psychosozialer Bereich.... das schreckt viele ab, weil sie denken, ich analysiere sie etc., aber was mach ich mit jemanden der schon Angst vor meinem Beruf hat?! ;o)
 
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  • #134
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Zitat von reanimated:
@anaj:
in einem geb ich dir sofort recht: in meinen Beiträgen hab ich das Bild einer Lehrerin sehr idealistisch dargestellt und das Bild einer z.B. Managerin eher negativ. Aber ich hab auch deutlich zu machen versucht, dass es dabei um einen persönlichen Eindruck geht. Und damit mein ich nicht, dass ich das dann dabei pauschalisieren würde - sondern dass das lediglich meine Assoziation ist. Mein erster Gedanke, wenn ich an bestimmte Berufsgruppen denke und was ich mir dabei vorstelle. Selbst wenn ich weiss, wie wenig so ein "Gefühl" in der Realität mit konkreten Personen zu tun haben muss. Mir ging es darum, dass eben nicht jeder mit "Lehrerin" automatisch etwas Abschreckendes verbindet, sondern ganz im Gegenteil es auch Menschen gibt, die mit dem Beruf einer "Lehrerin" etwas sehr Positives verbinden und daher auch eher geneigt sind, diese hier (bei PS) eher anzusprechen.

Dann haben wir einfach unterschiedliche Lebenserfahrungen, die ich natürlich akzeptiere und respektiere. Ich weiss nur: ich erlebe es immer wieder, dass Menschen, die gefördert werden (in ihren Begabungen und Talenten sowie ihrer Individualität), mehr im Leben erreichen, als solche, die auf eine "karriere- und leistungsorientierte Gesellschaft" hin vorbereitet werden. Wobei es natürlich davon abhängt, was man unter 'Erfolg' definiert.
Es kommt ganz darauf an, wer, wann und wie gefördert wird. Manchmal konzentriert man sich auch heute zu sehr auf einzelne Schüler, so dass der gesamte Schulbetrieb darunter leiden kann. Man muss akzeptieren, dass nicht jeder die gleichen Leistungen bringen kann – egal wie stark man auch fördert. Und dann muss man auch die Konsequenzen ziehen und nicht ewig rumexperimentieren.

Zitat von reanimated:
Ich bin in einer Zeit und in einer Umgebung großgeworden, in der natürlich Leistung zählte. In der das reine Bildungs-Niveau m.E. auch weit höher war als heute. Und ich hatte nie Probleme damit, diesen Anforderungen gerecht zu werden, im Gegenteil. Aber ich hab es damals erlebt, das selbst z.B. bei einer Klassenstärke von bis zu 30 Mann niemand unterging. Dass sich Zeit genommen wurde für jeden Einzelnen, dass individuell Begabungen gefördert wurden. Und dass Kinder (Schüler) in stärkerem Maße als heute auf das Leben vorbereitet wurden.
Ich bin in einer Umgebung groß geworden, in der bei 30 Mann auch niemand unterging. Dennoch standen die wenigen schwächeren Schülern in unserer Klasse ständig im Mittelpunkt. Darunter litt man als stärkerer Schüler, weil man ständig auf die schwächeren Schüler warten müsste und im eigenen Lernfluss gehindert wurde. Auf schwächere Schüler Rücksicht nehmen und diese zu fördern, ist natürlich wichtig und auch richtig, aber es müssen Grenzen gesetzt werden, damit die stärkeren Schüler nicht unterfordert sind. Und irgendwann muss man dann einfach aussieben, damit alle Schüler richtig gefördert und gefordert werden. Es war für uns jedenfalls eine Erleichterung als diese schwächeren Schüler endlich sitzen geblieben sind.

Ich fand es in meiner Schulzeit also eher hinderlich, dass wir ständig auf gewisse Schüler warten mussten. In der 1. und 2. Klasse hat man das als Schüler noch nicht so mitbekommen, aber danach schon.
Diese Schüler konnten nichts dafür, dass sie nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit hatten, aber aufgrund vorhandener Rahmenbedingungen müssten wir sie sozusagen mitschleifen. Das war keine Lösung. Diesen Schülern half auch die individuelle Förderung nicht, weil die Klasse einfach ein höheres Leistungsniveau hatte und ihre Fähigkeiten einfach begrenzt waren. So wurde man niemandem gereicht.
Solche Unterschiede muss man einfach auch akzeptieren können und dann muss man die Spreu vom Weizen trennen. Man kann nicht immer alles gleich machen und gleich behandeln. Sicherlich hat sich auf diesem Gebiet viel getan, z.B. mit Leistungskursen oder Förderkursen. Sowas gab es am Anfang meiner Schulzeit nicht, so dass die Förderung (z.B. ständige Wiederholungen) auch oft im Unterricht stattfand.
Als besserer Schüler wurde man in meiner Klasse dann dazu verdonnert, sich neben einen schwächeren Schüler zu setzen. Da es nur ein paar schwächere Schüler gab, war davon nicht jeder betroffen. Ich „durfte“ mich neben einen schwächeren Schüler setzen (anstatt neben meiner Freundin sitzen zu bleiben). Als Kind empfand ich das als sehr unfair, da andere sich nicht umsetzen müssten und neben ihren Freundinnen / Kumpels sitzen bleiben konnten.

Zitat von reanimated:
Indem sie die Chance bekamen, trotz Leistungsdruck eben gerade nicht darin unterzugehen und "ausgesiebt" zu werden, selbst wenn sie in der heutigen "das-Leben-ist-kein-Ponyhof"-Mentalität durchs Raster gefallen wären. Und genau das stört mich heute.
Ich sehe das nicht so negativ wie Du, weil ich es wichtig finde, dass Schüler ihren Leistungen und Fähigkeiten entsprechend gefördert werden müssen. Manchmal muss man also aussieben.

Zitat von reanimated:
Und ich hab es nicht nur zu Schulzeiten erlebt, wieviel individuelle Förderung ausmachen kann, sondern auch später zu Studienzeiten.
Sicherlich ist es wichtig, dass man sich Zeit nimmt, um Schüler individuell zu fördern. Dafür müssen aber Zeit und Raum stimmen.

Zitat von reanimated:
Also in der heutigen Zeit. Diejenigen Dozenten, Hochschul-Lehrer und Betreuer, die sich die Mühe gemacht haben, statt reinem Leistungsdruck parallel dazu auch auf den einzelnen Menschen einzugehen, sich Zeit zu nehmen und darüber hinaus auch von sich aus auf einen zugehen und Hilfe oder Unterstützung oder was auch immer anzubieten - was eben nicht selbstverständlich ist - haben den Betroffenen mehr im Leben gegeben als man das aus nüchtern-rationaler Sicht vermuten würde.
Kann man hier nur davon sprechen, dass sich gewisse Dozenten, Lehrer etc. Mühe geben haben??! Ich denke, dass das allein auch nicht ausreicht. Manche Lehrmethoden oder Lehrkörper empfand man einfach ganz subjektiv als besser oder passender. Da spielt die Chemie zwischen den Menschen und das Interesse an der Materie auch eine große Rolle.

Zitat von reanimated:
Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir sagen: ich bin damals überdurchschnittlich erfolgreich ins Studium gestartet. Und ich hätte es auch mind. genauso erfolgreich abgeschlossen - wenn mich persönliche Umstände und Schwächen nicht dazu gebracht hätten, meine Ziele aus den Augen zu verlieren. Klassischerweise wäre ich somit in einer rein leistungsorientierten Gesellschaft untergegangen.
Ich empfinde die heutige deutsche Gesellschaft nicht als zu leistungsorientiert. Anstatt Leistung zu honorieren, sind wir im Großen und Ganzen damit beschäftig, alles gleich zu machen und es allen recht zu machen.

Zitat von reanimated:
Und nicht nur das - ohne die unerwartete, indirekte Unterstützung und individuelle Förderung auf ganz unterschiedlichen Ebenen würde ich heute nicht mehr leben und das hier schreiben…...
Das hört sich danach an, dass Du einen schweren Schicksalsschlag erlebt hast. Es freut mich, dass Du es scheinbar gut überstanden hast.

Natürlich ist es immer wieder schön und beruhigend, dass wir individuelle Förderung und Unterstützung auf ganz unterschiedlichen Ebenen erfahren können. Das ist immer wieder ein schönes Geben und Nehmen.

Zitat von reanimated:
Warum also sollte ich meinen Kindern eine rationalere, leistungs-orientiertere Ausbildung wünschen? Ich glaube - ohne dir zu nahe treten zu wollen - dass du diese Antwort ein wenig schuldig geblieben bist...
Ich denke, dass es in den ersten Schuljahren wichtig ist, die Freude und Neugierde am Lernen zu fördern. Das habe ich z.B. so erlebt (aus einem Elternhaus und durch die Schule), aber die falsch verstandene Rücksichtnahme auf schwächere Schüler war damals oft hinderlich. Die Durchführung war falsch.
Heute sehe ich leider wieder gewisse Parallelen, aber auf anderer Ebene. Heute bekomme ich durch Freunde immer wieder mit, dass gerade in den ersten Schuljahren die Versäumnisse mancher Eltern oder ander Unzulänglichkeiten aufgeholt werden müssen. Das ist natürlich wichtig, da die Kinder unsere Zukunft sind. Aber die Durchführung kann von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich sein. Die Durchführung dieser Förderung ist nicht immer ideal. Ich bekomme also manchmal wieder den Eindrück, dass manche Schüler für die Fehler und Versäumnisse der Eltern gewisser benachteiligter Schüler geradestehen müssen. Aber so kann es auch nicht sein.

Ich finde es wichtig, dass Teenager eine rationale, leistungsorientierte Ausbildung genießen können, da dies wegweisend ist und wir nicht auf einem Ponyhof leben.

Ich würde meinen Kindern auch nur die beste Ausbildung ermöglichen wollen. Man muss natürlich mit den gegebenen äußeren Rahmenbedingungen leben. Aber eine gewisse Wahl hat man trotzdem. Ich würde meine Kinder jedenfalls nie auf eine Waldorfschule schicken. Ich würde sogar den Wohnort wechseln, wenn die Kinder ein bestimmtes Alter erreicht haben, damit sie den bestmöglichen Start ins Schulleben haben.

Zitat von reanimated:
Ich glaube aber, dass das "Problem" einfach darin liegt, dass wir Ziele und Erfolg im Leben einfach anders definieren. Was ja legitim ist.
Das mag sein. Ich bin jedenfalls der Meinung, dass falsche Rücksichtnahme, ungezielte / unverhältnismäßige Förderung und die heutige Gleichmacherei der Bildung unserer Kinder eher im Wege stehen.
 
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  • #135
AW: Lehrerin sein kommt scheint's nicht gut an

Hallo anaj !
Das ist ein sehr kompliziertes Unterthema, die Frage der Förderung und "Passung" von Unterricht, da kann man sich schnell mal in einseitigen Sichtweisen verfangen und andere Punkte aus dem Auge verlieren. Ich kann deine Sichtweise im Großen und Ganzen nachvollziehen, möchte aber trotzdem auf ein paar Dinge hinweisen.

Die Tatsache, dass in der Schule höchst unterschiedliche Kinder mit grundlegend verschiedenen Möglichkeiten aufeinandertreffen, ist nichts neues. Im Zuge der zunehmenden Individualisierung in unserer Gesellschaft, der sinkenden Geburtenzahlen, PISA und Fachkräftemangel, bekommt das Thema jedoch mehr Aufmerksamkeit als zu anderen Zeiten.
Ich treibe es mal ein bisschen platt auf die Spitze : solange in unserer Gesellschaft die Bildung nicht wichtiger genommen wird, und zwar sichtbar gemacht in einer besseren Finanzausstattung (kleinere Klassen und besser ausgebildete Lehrkräfte vor allen Dingen), wird es alles nur eine Flickschusterei bleiben und wir werden uns ein dauerhaftes Heer von Hartz4-Empfängern heranzüchten.

Deine Formulierungen wie "Spreu vom Weizen trennen" oder "erleichtert, dass sie endlich sitzengeblieben sind", finde ich ziemlich bedauerlich und auch erschreckend. Natürlich sollen auch leistungsstarke Kinder Anregungen und Förderung erhalten. Die wirkliche Not eines Kindes, dem Schulversagen droht, ist doch aber wohl ein ganz anderes Kaliber. Das kommt mir vor wie Äpfel mit Birnen vergleichen... Ist nicht eine Gesellschaft so gerecht oder erstrebenswert sozial, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht ?

Du hast dich vielleicht manchmal gelangweilt - bist aber heute anscheinend eine beruflich erfolgreiche Frau mit allen Möglichkeiten.
Aber wo ist die "Spreu", die damals "zum Glück" sitzengeblieben ist ?....
Ich möchte dich damit nicht persönlich angehen, ich verstehe deine Beweggründe ja auch - ich wollte es nur nicht so unkommentiert stehenlassen, weil ich in meinem Alltag meist einen anderen Blickwinkel habe.