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  • #16
Es wird auch oft vergessen, dass Sehnsucht nur entstehen kann, wenn man nicht rund um die Uhr "verfügbar" ist. Aber ohne Sehnsucht, ohne dieses Brennen, ist alles nichts. Ich will es nicht bequem und lauwarm, ich will dieses Feuer wieder spüren.

Außerdem habe ich auch noch ein eigenes, über Jahrzehnte gewachsenes Leben. Da gibt es Dinge, die nicht mehr von mir zu trennen sind, die mich ausmachen, ohne die ich eingehen würde, die ich auch nicht auf Sparflamme setzen möchte. Dazu brauche ich aber auch Zeit und Ressourcen für mich allein. Ich möchte auch keinen Symbionten, sondern ein autarkes Gegenüber. - Andernfalls lebe ich dann lieber ganz allein. Ich möchte ja nicht, dass mein Leben weniger wird, sondern mehr.
 
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  • #17
sagte ich ja

LAT = KGV kleinste gemeinsame vielfache....

was du beschreibst ist verliebt sein... aber nicht liebe.

aber diese form der unverbindlichkeit ist sicherlich gut für die die noch nie in ihrem leben familie hatten und inzwischen soviele "macken" haben, dass man/frau es eh nicht mit ihnen aushält.

in meinem leben gibt es schon so genug termine, da muss ich noch die liebe organisieren.

hätte mich jetzt mal interessiert was lore schmidt dazu gesagt hätte :)).
 
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  • #18
@artemis: es ist mir bekannt, dass ihr "Familienmenschen" unsere Lebensart für oberflächlich, unverbindlich, unverantwortlich und uns voller Macken haltet. Aber das ist völlig in Ordnung. Denn gerade, was die Macken angeht, möchte ich nicht tauschen. Ich möchte jedenfalls keine, die ihre Termine von der Liebe gefährdet sieht und es Sex dann eben doch nach Wochenplan gibt, die an der Geometrie meiner Zahnpastatube Anstoß nimmt und überhaupt und sowieso, dass ich überhaupt existiere.

Und was Lore Schmidt oder Zündi-Schantalle Lochmann dazu gesagt hätte, interessiert mich aber sowas von gar nicht.
 
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  • #19
ich wohne sehr gerne alleine und möchte das auch nicht missen. Das bedeutet nicht, daß ich nicht bindungsfähig bin oder nicht genug Gefühle investieren kann. Man kann auch ohne gemeinsamen Wohnsitz Nähe und Vertrauen und Gemeinsamkeiten haben. Ich finde es auch gar nicht so unangenehm, Nächte alleine zu verbringen, vor allem, wenn der andere einen anderen Schlafrhythmus hat oder ein anderes Verständnis von Ordnung hat. Ich möchte nicht ständig kommunizieren müssen, ich brauche manchmal absolute Ruhe, um mich auf ein berufliches Projekt konzentrieren zu können und arbeite auch manchmal die Nacht durch. Auf gemeinsames Frühstück oder morgendliche Konversation lege ich keinen Wert, da ich morgens kaum etwas esse und mir eine Banane völlig reicht und ich mich morgens mit Zeitunglesen und Börsenkursen beschäftige. Ich sehe mich nicht als unvollständige Hälfte eines Ganzen, das nur in Symbiose existieren kann und will.
 
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  • #20
"Das bedeutet nicht, daß ich nicht bindungsfähig bin oder nicht genug Gefühle investieren kann."

Mehr noch, die tatsächliche Intensität ("Tragfähigkeit") der Gefühle zeigt sich ja *gerade* in einer funktionierenden LAT oder gar Fernbeziehung. Wenn da kein richtiges Feuer unter ist, dann geht da nix. Und wenn da nix geht, dann liegt das nicht an der Entfernung, sondern am fehlenden Feuer. (Hm, letzteres war jetzt ein bisschen unfair. Wenn jemand für diese Lebensweise nicht gemacht ist, dafür kann er nichts, aber deswegen kann er natürlich trotzdem lieben.)

Letztendlich bringt der ganze Streit nichts, jeder soll so leben, wie er gemacht ist. Was ich aber nicht stehen lassen kann, ist, wenn andere Lebensformen als minderwertig abgestempelt werden. Warum? Es zwingt ihn doch niemand, so zu leben bzw. sich mit so jemandem anzugeben.
 
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  • #21
Wäre absolut die richtige Lebensform für mich:)
 
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  • #22
die intensität der gefühle zeigt sich in einer funktionnierenden fernbeziehung...???

ich habe über 10 jahre eine fernbeziehung geführt. als wir dann endlich wieder zusammenzogen ( was wir immer wollten)...haben wir ein parallel leben geführt...

jeder soll so leben wie er mag...

familie zählt ja eh zum auslaufmodell...

die meisten ticken wohl so bei parship...

wie stellt man denn dann seinen LAT partner vor. das ist meine" liebe auf teilzeit" partnerin...

wenn mir das jemand vorschlagen würde, wüsste ich er ist an einer ernsthaften beziehung nicht interessiert.
 
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  • #23
es tut mir leid, ich will niemandem zu nahe treten oder beleidigen, aber ich denke, wer nicht alleine sein kann und immer den Partner dabeihaben möchte, hat vielleicht ganz andere tieferliegende Probleme, die etwas mit Eigenständigkeit und Einsamkeit zu tun haben als mit den tiefen Gefühlen für den anderen. Ich denke manchmal auch, daß zuviel Nähe auch die Liebe zerstören kann.
 
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  • #24
du hast recht andrea, aber sich selbst genug sein und auch ohne den partner etwas machen und manchmal zeit für sich haben wollen, kann man auch wenn man unter einem dach lebt.

ich kann es auch nicht haben, wenn jemand ständig an mir klebt .

aber das geht auch in einer gemeinsamen wohnung.
 
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  • #25
Nähe ist ohnehin nur vordergründig ein physisches Problem, sondern mehr ein psychisches. Wenn man jemanden auch dann spüren kann, wenn er physisch weit weg ist. Außerdem gibt's Telefon, E-Mail, SMS, man kann sich Fotos und Videos mailen bzw. gemeinsam ansehen, ach, man kann soviel machen.

Man kann aber auch mit jemandem unter einem Dach leben und sich trotzdem einsam und verlassen fühlen. Deswegen, physische Nähe für sich genommen ist gar nichts.
 
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  • #26
@ Andre, der letzte Absatz in Dein Comment hat ein hervorragender Impact zu dem Thema!
 
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  • #27
Frage der Entfernung ...

Mehr als 20 Minuten Wegzeit sind schlecht, in fußläufiger Nähe würde ich das schon eine Weile getrennt ausprobieren, sofern sonst kein Anlass zum Wohnungswechsel besteht.
 
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  • #28
AW: LAT-Beziehung (Living Apart Together)

Wohnt Ihr alle mitten in Berlin oder wie kommt Ihr auf die Idee, online jemanden zu treffen, der nahe wohnt? Das ist heute schon der zweite Beitrag, der von 15-20 Minuten Entfernung spricht. Wirklich erstaunlich. in sechs Monaten sprechen wir uns wieder, wen Ihr um die Ecke online kennen gelernt habt.
 
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  • #29
AW: LAT-Beziehung (Living Apart Together)

Schon in der letzten Partnerschaft ein ernsthafter Vorschlag! Gemeinsam in einer Wohnung gab es alltäglich Fetzen statt Abendessen! Der Gedanke kam von mir, in einem Hause doch zwei getrennte Wohnungen zu beziehen ... leider konnte er es damals noch nicht nachvollziehen. Später war für mich der Bruch nicht mehr umkehrbar.

Sehr würde ich es begrüßen - gerade für die erste gemeinsame Zeit - die klare Rückzugsmöglichkeit aufrecht zu erhalten. Es kann auch sehr schön sein, sich alltäglich nicht nur selbstverständlich zu begegnen, sondern sich weiterhin gegenseitig einzuladen.
 
M

Mary

  • #30
AW: LAT-Beziehung (Living Apart Together)

Hi!

@ Andrea - ich denke wenn man in einer Stadt wohnt, und es muß keine Millionenstadt wie Berlin sein, dann ist es überhaupt nicht utopisch den potentiellen Partner in dieser finden zu wollen. Und da sind 20 min. auch kein Ding der Unmöglichkeit. Ich selbst bin noch dazu mobil, sprich hab ein Auto und somit komme ich in 20 min. auch recht weit. ;-)

Ich will auch niemanden zu nahe treten, aber ich orte oft eher ein Näheproblem, wenn man online jemanden sucht, der aufgrund der Distanz gar nicht wirklich verfügbar ist. Diese km-Distanz stellt ja ganz automatisch auch eine physische Distanz her. Ich denke viele solcher Fernbeziehungen basieren auf einer Illussion. Dass man sich auch zusammen einsam fühlen kann, ist unbestritten @ Andre - aber dann ist's der falsche Partner und nicht der Umstand dass der andere täglich neben einem sitzt.
Deshalb Fernbeziehungen zu verherrlichen und Telefon, Mail, Sms, Fotos als geeigneten Ersatz für tatsächliche Nähe zu propagieren, ist aus meiner Sicht eine seltsame Logik. Mir kommt es eher vor wie eine Sicherheitszone die manche offenbar brauchen. Ein künstliches Aufrechterhalten der Spannung. Es hat was von: "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass". Wenn man nur miteinander kann, weil ein paar hundert km zwischen einem liegen, dann kann man meiner Meinung nach nicht wirklich miteinander. Wer Fernbeziehungen gut findet, soll das tun, aber die tatsächliche Motivation dahinter sollte man vielleicht mal hinterfragen.

Hier geht es aber ja überhaupt nicht um Fernbeziehungen, sondern um getrenntes Wohnen (im Nahbereich) als bewußte Lebensform (und nicht weil es aufgrund der Entfernung nicht anders geht).
Ich denke das wird mit zunehmenden Lebensalter deshalb eine Option, da man eben als Ü30 / Ü40 / U50 oft nicht mehr so flexibel ist, wie in jungen Jahren.
Viele sind karrieretechnisch/beruflich verwurzelt, haben Firmen, Besitz, Kinder ... und die meisten sind halt auch gefestigter (um es nicht schrullig zu nennen) und sind vielleicht nicht mehr so kompromissbereit.
2 junge Leut die sich ihr Leben erst noch aufbauen, sind vom "Lebensstandard" her oft noch wesentlich näher beieinander. Es gab wenig aufzugeben, weder materiell noch sonstige Eigenheiten, Vorlieben, im täglichen Leben.
In den 20ern ist für viele noch "alles möglich". 1, 2 Jahrzehnte später siehts da schon anders aus und aufgrund einer längeren Beziehungsbiographie sind viele wohl auch nicht mehr ganz so verträumt wie mit Anfang 20 wo man ja schnell mal von der Liebe des Lebens spricht. Nach Trennungen und Scheidungen die ja ab einem gewissen Alter wieder-Singles hinter sich haben, wird einem nicht nur bewußter was man will, sondern die Liste was man nicht mehr will, wächst ebenfalls mit jeder Erfahrung.
Dazu kommt noch, dass die klassische Lebensform - nämlich zusammen leben - historisch ja den Hintergrund hat, dass Frauen es sich oft schlicht nicht leisten konnten, alleine zu leben. Das Modell Mann ernährt, Frau kriegt Kinder, kümmert sich um diese und verdient maximal bissl was dazu, ist ja nicht mehr so selbstverständlich gültig wie früher. Es gab also für Frau bis vor wenigen Jahrzehnten schlicht nichts aufzugeben, sondern es galt einen Versorger zu finden.
Die Frage wer wieviel für den anderen aufzugeben bereit ist, stellte sich in früheren Generationen also nicht bis selten.

Ob ich mir LAT längerfristig vorstellen kann, kann ich nicht sagen - ich denke es kommt halt darauf an, wie kompatibel 2 Leben sind. Je mehr es für den einen oder anderen aufzugeben gibt, desto sicherer will man vermutlich sein, ob es sich "lohnt". Beide Lebensformen haben Vor- und Nachteile. Einen Vorteil sehe ich darin, dass der andere nicht selbstverständlich wird. Man sieht sich nur, wenn man sich bewußt dafür entscheidet und nicht weil man die gleiche Adresse hat. Ein Nachteil ist die Zerrissenheit durch 2 Wohnungen - man muß sich irgendwie dort und da häuslich einrichten, will man nicht ständig mit der Reisetasche unterwegs sein. Finanziell ists halt auch die teuerste Lebensform die ein Paar wählen kann, dafür hat jeder seins und im Falle einer Trennung gibts kaum Ärger damit. Bei Problemen kann es gut tun, sich mal aus dem Weg gehen zu können, aber genau darin liegt eine Gefahr. Ich bin ja für "nie im Streit einschlafen" ....

Ich denke diese Frage kann man nicht als Single so grundsätzlich nicht beantworten. Solange sich die Frage nicht wirklich stellt, ist es Theorie. Ich schließe aktuell weder was ein noch aus, was das betrifft - solange ich nicht weiß, wo und wie er lebt ist das doch eh Hirndingserei. ;-))

Lg
Mary