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  • #16
Die Form der Frage prägt meist den Horizont der Antworten.
Läßt sich eigentlich eine Banane in einen Algorithmus zwingen?
Ja, manche Algorithmen berücksichtigen anscheinend auch die Aussicht auf eine möglichst glückliche Beziehung bei zueinander passenden Partnern im Onlinedating.
Nicht die EU sondern die Agrarlobby setzt durch wie stark sich Obst und Gemüse verbiegen darf ;) http://www.zeit.de/2014/18/stimmts-eu-gurken-kruemmung
 
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  • #17
Das Problem am Berechnen scheint mir nicht so zu sein, daß etwas wertlos würde, wenn es berechenbar würde, sondern daß sich vor allem Leute ans Berechnen machen, die nicht sonderlich gut im Rechnen sind. Die nicht rechnen wollen, weil sie die Komplexität lockt, sondern die Rechnen wollen, weil sie mit Komplexiität nicht umgehen können.
 
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  • #19
Das Problem am Berechnen scheint mir nicht so zu sein, daß etwas wertlos würde, wenn es berechenbar würde, sondern daß sich vor allem Leute ans Berechnen machen, die nicht sonderlich gut im Rechnen sind.
Für solche Leute gibt es Problemstellungen wie in #2, die kluge Lösungen ohne viel Rechenkunst verlangen.
Ja, sicherlich denkt sich das kein EU-Kommissar selbst aus. Es könnte aber spannend sein, sofern wir uns einmal Bananen selbst drucken wollen.
Oder unsere Geschlechtsmerkmale.
 
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  • #20
Als jemand der sich beruflich intensiv mit AI und thinking machines auseinandersetzt stellt sich mir immer öfter nicht die Frage nach der techn. Machbarkeit sondern nach ethischen/moralischen Grenzziehung o_O

Ich denke das wird für das "Muster" Partnerfindung bei genauerer Betrachtung auch so sein.
 
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  • #21
Als jemand der sich beruflich intensiv mit AI und thinking machines auseinandersetzt stellt sich mir immer öfter nicht die Frage nach der techn. Machbarkeit sondern nach ethischen/moralischen Grenzziehung o_O
Danke für deinen Beitrag @Eiche. Meine Faszination für die Grenzbereiche der Mathematik und Logik hat mit Kurt Gödel begonnen, der in der Zwischenkriegszeit dem Wiener Kreis wichtige Impulse gab. Dem Wiener Kreis gehörten Mathematiker und Philosophen an, die in der Tradition von Ernst Mach und Ludwig Boltzmann standen. Gödel ging es um das 'Wesen der Wahrheit' und prägt mit seinem Unvollständigkeitssatz die Mathematikgeschichte bis heute.

Du bewegst dich wie ich lese beruflich in der Informatik. Damit ist dir die Rekursionstheorie bestimmt ein Begriff. Genau da möchte ich an der abgrenzenden Komplexitätstheorie vorbei, zur nicht ganz ernst gemeinten Eingangsformel hinüber schwingen, falls du etwas Zeit und Lust aufbringen kannst/möchtest :):

Zur Erinnerung ...
Kaum geht der Nenner (Ego) gegen null, ist der Grenzwert unendlich groß. Love hat also etwas mit Konvergenz/Übereinstimmung zu tun :eek:

https://www.youtube.com/watch?v=BRRolKTlF6Q
Problems with Zero - Numberphile

Nun wird es spannend! Setzen wir den undefinierten Ausdruck 0/0 in den Nenner der ziemlich unkomplexen Liebesformel auf der Tasse, verschwindet die Eindeutigkeit der Konvergenz und die nun unklare Berechenbarkeit von Love potenziert neue ethische Fragen.

Für weniger Interessierte kann man es vielleicht so darstellen: Ein Computeralgorithmus zur Berechnung von Liebe muss sich ständig weiter entwickeln, ähnlich wie bei Systemupdates, die in regelmässigen Zeitabständen an den Jetztzustand angenähert werden. Sonst verlieren die Algorithmen ziemlich schnell ihre Gültigkeit.
 
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  • #22
@Tone spannend! gerade als Österreicher weiss ich natürlich um das Wirken des Wiener Kreises :) Mir persönlich ist aber der Ansatz des logischen Empirismus speziell was unser aller Lieblingsthema hier (die Liebe) betrifft nicht weitgehend genug; auch deshalb weil in diesem Ansatz fokusiert auf boolsche Gesetzmässigkeiten wert gelegt wird; mir als Freund der Fuzzy Logic ist das natürlich ein Graus :)

Alle an der Diskussion teilnehmenden: fühlt euch geherzt und habt einen schönen Tag :)
 
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  • #23
Mir persönlich ist aber der Ansatz des logischen Empirismus speziell was unser aller Lieblingsthema hier (die Liebe) betrifft nicht weitgehend genug; auch deshalb weil in diesem Ansatz fokusiert auf boolsche Gesetzmässigkeiten wert gelegt wird; mir als Freund der Fuzzy Logic ist das natürlich ein Graus :)
Seltsam, in 0/0 steckt doch keine boolsche Gesetzmässigkeit o_O
Alle an der Diskussion teilnehmenden: fühlt euch geherzt und habt einen schönen Tag :)
Dir auch einen schönen Tag. Ich hätte besser Alkohol bereit stellen sollen oder Witze, das Thema allein scheint niemand zu interessieren. ;)

Edit: Es gibt drei Sorten von Mathematikern, die einen können zählen, die anderen nicht. *Witz*

 
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  • #24
Seltsam, in 0/0 steckt doch keine boolsche Gesetzmässigkeit
abgesehen von der Divison durch 0 :eek: stecken natürlich in den vier Grundoperationen (genaugenommen sinds ja nur 2, Division u. Subtraktion sind ja streng genommen abgeleitet) die Basis für boolsche Gesetzmässigkeiten :);

auf das wollte ich aber gar nicht hinaus, das war nur eine kleine Exkursion am Rande, der Punkt ist: nicht die Konvergenz (im Sinn eines Wertes) scheint mir das zu abstrahierende Ziel zu sein, im Gegenteil der Median von divergentem Verhalten wäre wohl das lohnendere Ziel (wobei ich fürchte dass da das Monotoniekriterium zu Anwendung kommt, man denke zBsp. an die unmögliche Parametrisierung von "ich kann dich riechen")

und zur Erheiterung:
„Liebst du deine Mathematik mehr als mich?“ „Natürlich nicht, mein Schatz, ich liebe dich viel mehr.“ „Dann beweise es!“ „OK… Sei R die Menge aller liebenswerten Objekte…“
 
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  • #25
auf das wollte ich aber gar nicht hinaus, das war nur eine kleine Exkursion am Rande,
Wie du in #22 sagst, geht dir der Logische Empirismus bei der Liebe nicht weit genug. Das finde ich seltsam, denn diese philosophische Denkrichtung zieht ihre Erkenntnis wie die Naturwissenschaft aus der Beobachtung. Deshalb deckt der logische Empirismus aus meiner Sicht fuzzy logic ab. "Sie liebt mich, sie liebt mich nicht und sie liebt mich ein wenig, ..." ist eine Beobachtung aus der sich eine Erkenntnis ziehen lässt.
nicht die Konvergenz (im Sinn eines Wertes) scheint mir das zu abstrahierende Ziel zu sein, im Gegenteil der Median von divergentem Verhalten wäre wohl das lohnendere Ziel (wobei ich fürchte dass da das Monotoniekriterium zu Anwendung kommt, man denke zBsp. an die unmögliche Parametrisierung von "ich kann dich riechen")
Ein interessanter Punkt, danke @Eiche! Die Konvergenz folgt aber rein logisch aus der Formel auf der Tasse, sie ist nicht das Ziel der Beobachtung. Ausser ich verstehe den Zusammenhang zwischen Grenzwert und Konvergenz falsch. :oops:

In Ordnung, nehmen wir wie du sagst mit dem Median einen Begriff aus der Statistik mit ins Boot und versuchen die Divergenz in eine Form zu bringen, also eine spezielle Ordnung von nicht vorhandenen Grenzwerten.

*Zur Erinnerung, im Logischen Empirismus sind Sätze wahr, wenn sie beobachtbar sind oder in eine logische Relation zu solchen Beobachtungen gesetzt werden können*
die [...] Parametrisierung von "ich kann dich riechen")
Love = lim ego→0/0 (1/ego) ^ Median von "ich kann dich riechen"(1) und "ich kann dich nicht riechen"(-1) und "ich kann dich nicht riechen aber gut leiden"(0)

Irgendwo steckt hier ein Fehler :(
 
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  • #26
Zur Erinnerung, im Logischen Empirismus sind Sätze wahr, wenn sie beobachtbar sind oder in eine logische Relation zu solchen Beobachtungen gesetzt werden können
genau das ist die Crux: Sätze sind wahr wenn beobachtbar oder in logischer Relation zur Beobachtung (für coder: true :)); im Umkehrschluss Sätze sind falsch wenn nicht beobachtbar oder in keiner logischen Ralation (für coder: false :();

daraus ergibt sich, meiner Ansicht nach, eindeutig eine Variablendeklaration eines bools (code), oder hab ich irgendwas übersehen?

liest das ausser uns eigentlich sonst noch wer?
 
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  • #27
liest das ausser uns eigentlich sonst noch wer?
Gerade mal.

genau das ist die Crux: Sätze sind wahr wenn beobachtbar oder in logischer Relation zur Beobachtung (für coder: true :)); im Umkehrschluss Sätze sind falsch wenn nicht beobachtbar oder in keiner logischen Ralation (für coder: false :();
Ne, der Umkehrschluß wäre, daß sie falsch sind, wenn nicht beobachtbar UND in keiner logischen Relation...

Na, macht nur mal weiter! :)
 
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  • #28
mit Sicherheit feststellen ob zwei Menschen dauerhaft zueinander passen?
Nicht mit Sicherheit, aber eben mit einer großen Wahrscheinlichkeit.
Sagt ja auch noch nicht dass man sich gleich verliebt. Aber eben dass vieles passt.

Ich hab auf Partnerbörsen mit Matching schon festgestellt, dass ich mich mit Leuten mit hoher Übereinstimmung tendenziell besser verstehe...


PS: Wo gibt's diese Tasse zu kaufen?
 
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  • #29
Ich hab auf Partnerbörsen mit Matching schon festgestellt, dass ich mich mit Leuten mit hoher Übereinstimmung tendenziell besser verstehe...
Ich hatte Kontakt mit einem Mann, der recht hoch mit mir matchte (122 MPs). Ein wirklich lieber, weltoffener und kluger Mann, mit dem ich mich super verstanden habe. Wir hätten gute Freunde werden können, aber das haben wir beide nicht gesucht. Leider stimmte die Chemie zwischen uns nicht. Als wir uns umarmten, fühlte es sich mehr nach Bruder und Schwester an.
Ich hoffe, dass dieser Mann eine tolle Partnerin gefunden hat.
 
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  • #30
Nicht mit Sicherheit, aber eben mit einer großen Wahrscheinlichkeit.
Mein Fehler, ich hätte den Eingangstext für Nichtinformatiker/-mathematiker aufbereiten sollen, das kommt aber in meinen Augen so pädagogisch daher. :)

Wie du sagst ermittelt ein Algorithmus anhand von Stichproben ob zwei Menschen zueinander passen und eine dauerhafte Beziehung eingehen können. Die Eingangsfrage bezogen auf die Sicherheit der Berechnungsgrundlage zielt aber nicht auf die Normalverteilung der Daten, sondern Richtung Grenzwert, also dort wo man sich maximal an die Funktion annähert, d.h. wie auf der Tasse nicht in allen Fällen.
Ich hab auf Partnerbörsen mit Matching schon festgestellt, dass ich mich mit Leuten mit hoher Übereinstimmung tendenziell besser verstehe...
Absolut, der Algorithmus von dem wir sprechen orientiert sich an die Normalverteilung der Statistik und nicht wie beim Grenzwert an die Umgebung eines einzelnen Punktes.