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  • #76
AW: Langsame Entwicklung oder Stillstand

Zitat von Evi:
Also ich verstehe schon, dass es so etwas gibt, dass geschlechterunabhängige Wesensmerkmale dennoch einem Geschlecht zugeordnet werden. Aber das kann doch in beide Richtungen geschehen, nicht nur in Bezug auf Frauen.
Und noch was: Ich konnte deine Anmerkung zu meinem längeren Beitrag vorhin nicht so richtig einordnen - also inwiefern er erheiternd auf dich wirkte, aber Erheiterung ist jedenfalls nichts schlechtes, unabhängig der Motivation dafür ;-).
nein nein, ich hab mich doch einfach nur gefreut - keine erheiterung im dem sinne, daß ich mich etwa über dich amüsiert hätte oder so. sondern ich fand gut, daß du das geschrieben hast. ich fand es wohltuend!

daß es neben frauenklischees auch männerklischees gibt, ist klar. meist geht auch beides hand in hand. meine entsprechende äußerung bezog sich aber ja auf den beitrag, auf den du dich auch bezogen hast, wo davon die rede war, daß die frau als frau nichts initiiert und wartet und mehr erhält als gibt undsoweiter. mein punkt war, daß es menschen gibt, die tatsächlich nur sehr asymmetrische beziehungen leben können: die nie den ersten schritt machen können, die immer mehr zuneigung und sicherheit brauchen als sie geben können. und daß wir nicht diese menschen mit frauen im allgemeinen gleichsetzen sollten. natürlich auch nicht mit männern im allgemeinen. aber die gefahr scheint momentan noch gering zu sein. :)
 
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Evi

  • #77
AW: Langsame Entwicklung oder Stillstand

Zitat von mil:
nein nein, ich hab mich doch einfach nur gefreut - keine erheiterung im dem sinne, daß ich mich etwa über dich amüsiert hätte oder so. sondern ich fand gut, daß du das geschrieben hast. ich fand es wohltuend!
oh, na dann, dann freut mich das umso mehr :)

Zitat von mil:
... daß wir nicht diese menschen mit frauen im allgemeinen gleichsetzen sollten. natürlich auch nicht mit männern im allgemeinen. aber die gefahr scheint momentan noch gering zu sein. :)
Ja klar, Verallgemeinerungen dieser Art sind ungut. Dem stimme ich dir -gerade als Frau- gerne zu ;-), zumal, wenn man selbst keine derartigen Klischees erfüllt oder verwirklicht, geschweige denn deren Sinn versteht.

Auch wenn ich manchmal andere Sichtweisen vertrete, gestehe ich anderen ihre Individualität ebenso zu, wie ich sie selber haben und leben möchte.
Dennoch schlagen sich in meinen Beiträgen natürlich meine eigenen Erfahrungen und Haltungen nieder.
 
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  • #78
AW: Langsame Entwicklung oder Stillstand

Zitat von Andre:
Oft hört man, dass es mit dem Älterwerden immer schwieriger wird, einen Partner zu finden.
Ein weiterer Anachronismus ist, dass wir über 40-Jährigen oft immer noch Vorstellungen von Partnerschaft haben, die aus einer Zeit kommen, als es noch um Familiegründen und Kindergroßziehen ging. Dass in dieser Phase die Anforderungen an den Partner naturgemäß dezidierter sind, sei, wie es sei -- aber mit Mitte/Ende 40, wenn diese Phase durch ist, kann man es doch deutlich entspannter angehen. Wir müssen jetzt doch gar nicht mehr das ganz große Paket "kaufen", in dem alles drin ist. Es muss doch nicht mehr alles bis ins Detail passen, wir können uns doch nun auf Lebensweisen/Beziehungsformen einlassen, die fehlertoleranter sind, die nicht mehr alle Sterne vom Himmel holen müssen -- weil wir in unserem Alter doch im Grunde alles haben, was wir zum Leben brauchen -- nur eben die Liebe noch nicht..
@André und Jost: was genau meint Ihr damit, in welchen Punkten soll man "toleranter" sein und was muss für Euch nicht mehr drin sein im "großen Paket"?

Ich bin beispielsweise nicht bereit, "Abstriche" bei der Zuneigung oder dem intellektuellen Horizont/Interessen/ Träumen zu machen. Auch in Puncto Sexualität bin ich im Lauf der Jahre eher anspruchsvoller geworden. (Womit ich wirklich Sexualität meine und nicht "äußere Attraktivität", was ja einige Leute verwechseln oder gleichsetzen.)

Ob der Mann hingegen "reich" oder "erfolgreich" ist, war mir noch nie wichtig, weil ich immer schon mein eigenes Geld verdient habe.

Unterm Strich muss ich sagen, dass ich glaube, früher ZU tolerant gewesen zu sein und mich mit vielen zufrieden zu geben - heute möchte ich endlich einen Partner, der wirklich zu mir passt. Ich bleibe ansonsten lieber allein, als wieder solche schrägen/verletzenden Beziehungen zu führen, die nur dadurch überhaupt funktioniert haben, dass ich mich zum großen Teil aufgegeben / verbogen habe.
 
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  • #79
AW: Langsame Entwicklung oder Stillstand

Zitat von Fenster_zum_Hof:
@André und Jost: was genau meint Ihr damit, in welchen Punkten soll man "toleranter" sein und was muss für Euch nicht mehr drin sein im "großen Paket"?
Also kurz und bündig: Ich strebe keine "klassische" Beziehung an, also mit Zusammenziehen, Den-Alltag-gemeinsam-Meistern, Urlaubsplänen, Neue-Leute-Kennenlernen, Muss-man-gesehen-haben usw. Das ist mir alles zuviel -- zuviel drumherum. Ich hab mir heute mal wieder Parship-Profile angesehen, aber klingen alle so hyperaktiv, und wo die schon überall im Urlaub waren, dass ich für die wohl nur ein totaler Langweiler wäre. Ist mir jetzt aber auch scheiBegal. Ich bin schon wunschlos glücklich, wenn ich mit jemanden, den ich aufschnuffeln könnte, einfach stundenlang frühstücken und quatschen und rauchen und Käffchen trinken kann. Und im Sommer nur im Schlüpper auf der Terasse sitzen :)
 
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  • #80
AW: Langsame Entwicklung oder Stillstand

@fenster

Schließe mich Andre völlig an. In meiner letzten Beziehung wollte ich alles wieder gut machen, was in meiner Ehe schief lief. Das hat meine Partnerin, die lange auch alleine lebte und sozusagen mehr Erfahrung damit hat, eingeengt und letztlich zur Trennung geführt.
 
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  • #81
AW: Langsame Entwicklung oder Stillstand

@ André und Jost:
interessant. So unterschiedlich kann's sein... darf ich mal fragen, wie alt Ihr seid und ob ihr beide (Jost hat es ja schon geschrieben) verheiratet wart und Kinder habt?
Vielleicht will man jetzt dann immer das, was man vorher nicht hatte.

Ich hatte immer Beziehungen, die tendentiell nach Eurem jetzt angestrebten Muster verlaufen sind: stundenlang Frühstücken, gute Gespräche, aber das ganze relativ unverbindlich, ohne Kinder (das war den Männern immer viiieeelll zu verbindlich/eng), ohne Heiraten natürlich auch und auch Verreisen durfte ich in den meisten Fällen allein, weil die Expartner sich mehrheitlich nichts draus gemacht haben. Ich war die erfolgreiche coole attraktive Frau, mit der man sich "schmücken" konnte, aber bitteschön nichts Verbindliches.

Ich will nun endlich "ankommen" und mit jemandem zusammen sein, der genauso wie ich Verbindlichkeit und Zukunft mag, ich will Gemeinsamkeit und echte Liebe.

Deshalb reagiere ich auch immer alles andere als begeistert, wenn da ein Date mit jemandem stattfindet, der völlig geflasht ob meiner äußeren "allgemeingefälligen" Merkmale dasitzt und nach zwei Stunden behauptet, ich sei die "Frau fürs Leben". Das KANN ja keine Substanz haben, hat nichts mit wirklicher Liebe oder Tiefe zu tun und ich kann es schon nicht mehr hören.
 
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Evi

  • #82
AW: Langsame Entwicklung oder Stillstand

Zitat von Andre:
Also kurz und bündig: Ich strebe keine "klassische" Beziehung an, also mit Zusammenziehen, Den-Alltag-gemeinsam-Meistern, Urlaubsplänen, Neue-Leute-Kennenlernen, Muss-man-gesehen-haben usw. Das ist mir alles zuviel -- zuviel drumherum
Schau im Thread "die können sollen, müssen wollen dürfen unter #17 - passt ganz gut dazu ;-). Gut auf den Punkt gebracht.
 
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  • #83
@Fenster_zum_Hof

Zitat von Fenster_zum_Hof:
darf ich mal fragen, wie alt Ihr seid und ob ihr beide (Jost hat es ja schon geschrieben) verheiratet wart und Kinder habt?
49, nein, nein

Zitat von Fenster_zum_Hof:
Vielleicht will man jetzt dann immer das, was man vorher nicht hatte.
Ich glaub, ich will jetzt das, was ich vorher nicht wahrhaben wollte, dass ich es will. Dachte früher, ich sei nicht "normal", wenn ich mich nicht für Heiraten, Kinderkriegen, Haus, Auto und Urlaub begeistern könne. Meine erste längere Beziehung, da war ich um die 20, sollte ganz klassisch werden - wie ich heute weiß, rein aus mangender Fantasie, mir ein anderes Leben vorstellen zu können und aus einer im Zusammenhang mit dem Begriff" Jugend" paradox erscheinenden Spießbürgerlichkeit.

Zitat von Fenster_zum_Hof:
stundenlang Frühstücken, gute Gespräche, aber das ganze relativ unverbindlich ...
Nein! Das ist doch nicht per se unververbindlich! Das kann ich nicht mit jeder, das konnte bisher auch kaum eine mit mir, das empfinde ich als etwas ganz besonderes, in dem sehr viel "Aussage" steckt. Aber so bin ich, solche und andere kleine Dinge haben für mich eine große Bedeutung. Und es macht mich jedesmal traurig, wenn jemand damit nun so gar nichts anfangen kann. Dann weiß ich nicht, womit denn stattdessen. Für die üblicherweise erwartete Männerrolle mit dem Strauß roter Rosen in der Hand bin ich nicht gemacht, und irgendwelche Großtaten vollbringe ich nicht zum Beweis meiner ernsthaften Absichten, sondern wenn die Lage sie erfordert. Dazu muss die Liebesbeziehung aber schon sehr fortgeschritten sein.

Zitat von Fenster_zum_Hof:
Ich war die erfolgreiche coole attraktive Frau, mit der man sich "schmücken" konnte
Also da sprichst du nicht von mir -- eine Frau als "Schmuck", als "Accessoire" zu betrachten, ist mir völlig wesensfremd.

Zitat von Fenster_zum_Hof:
Ich will nun endlich "ankommen" und mit jemandem zusammen sein, der genauso wie ich Verbindlichkeit und Zukunft mag, ich will Gemeinsamkeit und echte Liebe.
Du nennst "Liebe" zuletzt -- ich hätte sie zuerst genannt, und hätte mir dann alle der weiteren Begriffe sparen können, denn "Ankommen, Verbindlichkeit und Zukunft" stecken in Liebe ja mit drin. Man muss nur darauf vertrauen. Und das hat mich in der Vergangenheit zum Beispiel an der Institution der Ehe immer so gestört: Als ob Liebe nicht reicht. Man muss es auch noch bürokratisch absichern -- obwohl wir wissen, dass das nie irgendwas bewirkt hat, denn wenn die Liebe weg ist, ist das nur noch ein Fetzen Papier. Das war er aber schon von Anfang an.

Zitat von Fenster_zum_Hof:
Deshalb reagiere ich auch immer alles andere als begeistert, wenn da ein Date mit jemandem stattfindet, der völlig geflasht ob meiner äußeren "allgemeingefälligen" Merkmale dasitzt und nach zwei Stunden behauptet, ich sei die "Frau fürs Leben". Das KANN ja keine Substanz haben, hat nichts mit wirklicher Liebe oder Tiefe zu tun und ich kann es schon nicht mehr hören.
Ja, nach zwei Stunden ist das totaler Schwachsinn. Natürlich hat das keine Substanz, die muss doch erst wachsen -- aber das muss sie immer, egal wer mit wem.
 
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  • #84
AW: Langsame Entwicklung oder Stillstand

Jost: Wie ist die Geschichte weitergegangen? Gibt´s etwas neues?
 
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  • #85
AW: Langsame Entwicklung oder Stillstand

hallo Freitag und alle anderen,

Ja, die Geschichte ist weitergegangen. Anders als ich dachte allerdings. Hatte mich für das Sonntagstreffen mit Fragen an sie vorbereitet. Aber dazu kam es gar nicht, die Passivität war wie weg. Zum Reden sind wir irgendwie zwischen Renovierung ihrer Wohnung und Zärtlichkeiten nicht gekommen. Muß ich aber dringend nachholen, das Reden. Weiß noch immer nicht was los ist.