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  • #76
Phillippa, hier eine Geschichte von Bernhard Moestl:

Titel:
Lächeln ist die beste Antwort

Nimm Druck heraus

Eines Tages, so heißt es in einer Zen-Geschichte, suchte ein junger Mann einen Zen-Meister auf.
" Meister", so fragte er, " wie lange wird es dauern, bis ich Befreiung erlangt habe?"-
"Vielleicht zehn Jahre", antwortete der Meister.-"Und wenn ich mich besonders anstrenge, wie lange dauert es dann?",
fragte der Schüler.-" In diesem Fall kann es zwanzig Jahre dauern", erwiderte der Meister.-"Ich bin aber bereit, wirklich
jede Härte auf mich zu nehmen. Ich will so schnell wie möglich ans Ziel gelangen!",beteuerte der junge Mann.- Dann
erwiderte der Meister," kann es bis zu vierzig Jahre dauern."
Eine Begegnung, so könnte man meinen, zwischen einem Asiaten und einem Europäer.Denn wohl wenig ist so typisch
für den westeuropäischen Kulturkreis wie die Meinung, Dinge durch nach außen sichtbare Leistung vorantreiben zu können.
Einfach geschehen lassen? Kennen die meisten Europäer nicht.
Stellen Sie sich nur einmal vor, ein Selbständiger würde sich wie einst Boddhidharma für neun Jahre in eine Höhle zurück-
ziehen und behaupten, er würde in ununterbrochener Meditation an einem neuen Produkt arbeiten. Ausdrücke wie
"arbeitsscheu" und "unfassbar" wären wohl noch das Harmloseste, was er zu hören bekäme." Was soll denn das heißen,
Meditation? Der ist doch einfach nur faul!" Es würde sicher auch nichts helfen,darauf hinzuweisen, dass das Ergebnis einer
solchen Meditaionssitzung möglicherweise 1500 Jahre Bestand hätte wie Boddhidharmas Zen.
In weiten Teilen Asiens aber fände wohl niemand etwas dabei. Wohl auch deshalb, weil dort vor allem das Resultat zählt
und nicht die Anstrengung, die aufgewendet wurde, um es zu erreichen. Doch ganz generell ist dort vielen die Idee des
"angestrengten Nachdenkens" suspekt. Auch wenn diese Technik nach außen hin Eindruck macht, funktioniert unser Hirn
nun einmal so nicht. Im Gegenteil, das menschliche Gehirn ist eher bequem und schätzt es gar nicht, wenn man ihm
Druck macht. Das hat zur Konsequenz, das,wer auf der Suche nach einem kreativen Einfall ist, akzeptieren muss,
dass so etwas seine Zeit braucht. Egal, ob man sie hat oder nicht. Versucht man, Tempo zu machen, führt das sehr leicht
dazu, dass man plötzlich Ideen genial findet, die normalerweise nicht einmal in die engere Auswahl kämen.
Haben Sie aber die angemessene Zeit eingeplant, müssen Sie ihr Gehirn nur mit den notwendigen Fakten und Vorgaben
füttern und es dann in Ruhe arbeiten lassen. Tun sie in der Zwischenzeit ruhig etwas anderes, Ihr Unterbewusstsein
meldet Vollzug, wenn es fertig ist. Sie können sich diesen Vorgang vorstellen wie bei einer Waschmaschine. Auch
dort legen Sie die Wäsche ein, aktivieren das Programm und kümmern sich um andere Dinge. Schließlich vertrauen
Sie zu Recht darauf, dass die Manschiene in der Zwischenzeit arbeitet. Kämen Sie deshalb jemals auf die Idee,
den Waschvorgang zu beschleunigen, indem Sie alle fünf Minuten nachschauen, wie weit die Wäsche ist? Wohl
kaum. Warum aber sollte das in Ihrem Kopf anders sein? Das aber gilt für sehr vieles: Was immer Sie in Ihrem Leben
erreichen wollen, fokussieren Sie sich darauf und nehmen Druck heraus. Es könnte sonst doppelt so lange dauern,
bis Sie das Ziel erreicht haben.

Wie kommt man schnell zu einer genialen Idee?

Wen kann ein Lächeln nicht umstimmen?
 
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  • #77
Zitat von t.b.d.:
Da sie ungefähr in meinem Alter ist, werden ihre Eltern der gleichen Generation angehören wie meine. Also die Generation die in der Zeit nach WK2 aufwuchs in all dem Elend und mit all den traumatisierten und/oder schuldbeladenen Erwachsenen deren physische Welt und die ihr zugrundeliegenden Glaubenssätze in wenigen Jahren komplett zerstört worden war. Diese Generation musste ihren Weg irgendwie selber finden und ihre Orientierungspunkte selber setzen. Man kann ihnen vorwerfen, dass dabei Fehler gemacht wurden, aber man darf nicht vergessen, dass niemand da war, von dem sie voller Vertrauen lernen konnten bzw. dass sie nicht wissen konnten wem sie trauen durften.
Sehr gute Zeilen, ich ergänze noch, dass ich persönlich in der Generation, also meiner knapp Ü50, Unterschiede zwischen Ost und West sehe. So erlebe ich das in meiner Berufswelt seit der Wende in Berlin.

Während meiner damaligen Mutter-Kind-Kuren habe ich einige West-Frauen kennengelernt, die in der sogenannten Freiheit seitens der Eltern, seitens des Systems und der Region (sehr konservativ) klein gehalten wurden und nie was aus sich gemacht haben, oder machen konnten. Die Eine ist zum ersten Mal aus ihrem Schwarzwald-Dorf rausgekommen, keine Ausbildung, abhängig vom Ehemann. Für mich als alter Ossi aus keinem Akademiker-Haushalt mit drei abgeschlossenen Ausbildungen unvorstellbar.
 
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  • #78
Zitat von Marlene:
Meiner Meinung nach geht es zum Teil auch um die Angst. Angst, dem schwarzen Wolf zu begegnen, der einen auffressen könnte. In den Wald der Ungewißheit zu gehen. Das Wissen um die Angst ist schon ein Anfang. Dann sie nicht dauernd zu verdrängen, aus Angst vor der Angst, sondern anzunehmen, ist der schwierigste Schritt. Sie in sich zuzulassen, in sie hineinzuhorchen, ihr nachzuspüren hilft auf die Dauer, sie im Inneren zu integrieren. Nicht wegrennen und sie mit etwas Anderem zu ersetzen, sondern zu ihr "ja" sagen, ihr Vorhandensein zulassen, bis sie zu einem Teil von sich selber geworden ist. Und dann kann aus diesem Zulassen auch eine Stärke werden, weil das Vertrauen auf sich selbst stärker wird. Und trotz Angst geht man in den Wald, statt ihn zu vermeiden. Irgendwann geht man einfach so MIT ihr statt "trotz", in dem Vertrauen, dass der schwarze Wolf einen nicht töten wird.
Wobei der "Wald" auch für das Unbewusste stehen kann.
Ich seh gerade Shorty vor mir. Er steht im Wald. Einen Imkerhut auf dem Kopf. In jeder Hand eine Dose Insektenspree mit denen er die Gegend vernebelt und ruft dabei: "Hier wimmelt das von Viehzeug. Ameisengift, Zeckenbisse, verstahlte Pilze - und ich bin dem hilflos ausgeliefert."
 
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  • #79
@Icebear

Aber wenn wir akzeptieren, dass wir für immer alleine bleiben, hören wir auf, Menschen zu sein. Wir können höchstens damit umgehen. Also beispielsweise mit Freunden reden und dann raus gehen und uns aus der Einsamkeit befreien

Ich würde es oft gerne Akzeptieren können. Es wäre viel einfacher. Ständig in Hoffnungen zu leben die sich eh nicht erfüllen ist auch nichts. Manchmal Denke ich das meine Wünsche wahrscheinlich sowieso unrealistisch sind und solche Dinge eh nie in der Realität passieren. Ständig wird man von außen mit idealen beeinflusst die so überhaupt nicht realistisch sind, jede Serie, jeder Film ist voll von diesen unrealistischen Vorstellungen manchmal finde ich es unerträglich mir Filme anzusehen deswegen es ruft Bedürfnisse hervor die nie erreichbar sind.
 
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  • #80
Zitat von Loner:
Ich würde es oft gerne Akzeptieren können. Es wäre viel einfacher. Ständig in Hoffnungen zu leben die sich eh nicht erfüllen ist auch nichts. Manchmal Denke ich das meine Wünsche wahrscheinlich sowieso unrealistisch sind und solche Dinge eh nie in der Realität passieren. Ständig wird man von außen mit idealen beeinflusst die so überhaupt nicht realistisch sind, jede Serie, jeder Film ist voll von diesen unrealistischen Vorstellungen manchmal finde ich es unerträglich mir Filme anzusehen deswegen es ruft Bedürfnisse hervor die nie erreichbar sind.
Ich wiederhole mich für dich gerne auch ein drittes Mal:

Verkauf endlich dein TV und lasse die Finger von youtube.

Nimm das Geld und belege einen Kurs (Fotografie oder was dir sonst so liegt) bei der VHS oder Club-Schule (weiss jetzt gereade nicht ob aus DE oder CH bist, wenn AT, die haben so etwas sicherlich auch).

Und vielleicht wäre auch der Gang zum Psychiater mal ein lohnenswerter Schritt. Mit ihm gemeinsam kannst du dann herausfinden welche Kindheits- und Jugenderlebnisse (z.B. die Mobberei, vielleicht fehlende mentale Unterstützung deiner Eltern) bei dir für (bewusste und unbewusste) Verhaltensmuster und Schutzmechanismen ausgebildet haben. Ihr könnt gemeinsam schauen, welche davon dir als junger Erwachsener so grosse Mühen bereiten und wie du sie loswirst.
 
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Gast

  • #81
Zitat von IPv6:
Ich wiederhole mich für dich gerne auch ein drittes Mal:

Verkauf endlich dein TV und lasse die Finger von youtube.

Nimm das Geld und belege einen Kurs (Fotografie oder was dir sonst so liegt) bei der VHS oder Club-Schule (weiss jetzt gereade nicht ob aus DE oder CH bist, wenn AT, die haben so etwas sicherlich auch).

Und vielleicht wäre auch der Gang zum Psychiater mal ein lohnenswerter Schritt. Mit ihm gemeinsam kannst du dann herausfinden welche Kindheits- und Jugenderlebnisse (z.B. die Mobberei, vielleicht fehlende mentale Unterstützung deiner Eltern) bei dir für (bewusste und unbewusste) Verhaltensmuster und Schutzmechanismen ausgebildet haben. Ihr könnt gemeinsam schauen, welche davon dir als junger Erwachsener so grosse Mühen bereiten und wie du sie loswirst.
Naja, weshalb sollte er das tun?
Wenn ich mich hineinzuversetzen versuche, dann komme ich auf: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Den nächsten Thread öffnen geht schneller, ist einfacher und verspricht direkte Belohnung.
 
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  • #82
Zitat von Butte:
Naja, weshalb sollte er das tun?
Wenn ich mich hineinzuversetzen versuche, dann komme ich auf: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Den nächsten Thread öffnen geht schneller, ist einfacher und verspricht direkte Belohnung.
Na, weil den Spatz kriegt er ja auch nicht.
 
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Philippa

  • #84
Heute mag ich nicht mehr viel schreiben, deshalb einfach mal nur danke allen, die sich beteiligen! Und vor allem für all die guten, inspirierenden und zu weiterführenden Gedanken anregenden Geschichten! Die sind besser als ich mir's zu wünschen gewagt hätte. Vielen Dank!
 
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  • #85
Liebe Truppenursel, es ist nicht das erste Mal, dass du Stabilität vermittelst. Dank für deine Beiträge, ich kann mir gut vorstellen, dass so mancher davon profitiert.
 
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  • #86
Zitat von IPv6:
Verkauf endlich dein TV und lasse die Finger von youtube.
Nicht verkehrt, aber zu radikal. Es reicht schon, wenn er sich den ganzen Mist, den er da sieht nicht so zu Herzen nimmt.

Zitat von IPv6:
Nimm das Geld und belege einen Kurs (Fotografie)
Das ist sehr sehr sehr gut! Mach das, Loner!

Du brauchst weder einen Arzt, noch einen Psychiater, sondern einen Platz im Leben. Etwas, dass du gerne machst, MIT ANDEREN, die das auch gerne machen.
Und wenns erstmal zu schwer ist das gleich in Real mit Menschen zu machen, dann such dir ein Hobby Fotografen Forum. Sowas gibts bestimmt auch. Online kannst du ja offenbar Leute auf dich aufmerksam machen. Du schreibst dir hier gerne deinen Schmerz von der Seele, bist äusserst aktiv und auch initiativ(!), du kannst es also. Nun stell dir vor, dass es so ein Forum gäbe mit einem Thema (Fotos), wo du komplett auf Augenhöhe mit den Schreibpartnern bist.
Das wäre in meinen Augen ein langsamer, behutsamer Zwischenschritt, den du machen könntest, bevor du dann wirklich eine Gruppe realer Menschen mit der Vorliebe für Fotografie kennenlernst.
 
G

Gast

  • #87
Philippa, ein Buch, das ich Dir empfehlen möchte ist Truman Capotes "Die Grasharfe". Garp eigentlich weniger. Ich habe einen Satz daraus aus anderen Gründen zitiert. Dieser Garp ist ein ziemlicher Einfaltspinsel.
 
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Philippa

  • #88
Zitat von t.b.d.:
Ich glaube das Philippa immer noch Schwierigkeiten damit hat die Anerkennung die ihr fehlt in sich selbst zu finden. Es mag sogar sein, das es daran liegt, dass sie weitgehend noch die gleichen Maßstäbe anlegt die bei ihr angelegt wurden als Anerkennung überwiegend noch von außen hätte kommen müssen.
Da sie ungefähr in meinem Alter ist, werden ihre Eltern der gleichen Generation angehören wie meine. Also die Generation die in der Zeit nach WK2 aufwuchs in all dem Elend und mit all den traumatisierten und/oder schuldbeladenen Erwachsenen deren physische Welt und die ihr zugrundeliegenden Glaubenssätze in wenigen Jahren komplett zerstört worden war. Diese Generation musste ihren Weg irgendwie selber finden und ihre Orientierungspunkte selber setzen. Man kann ihnen vorwerfen, dass dabei Fehler gemacht wurden, aber man darf nicht vergessen, dass niemand da war, von dem sie voller Vertrauen lernen konnten bzw. dass sie nicht wissen konnten wem sie trauen durften.
Ich bin nicht sicher, ob Anerkennung das Hauptthema ist.

Und nochmals zu meinen Eltern: sie mögen derselben Generation angehören wie die deinen, aber man kann das dennoch nicht vergleichen. Ich bin Schweizerin.
 
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Philippa

  • #89
Zitat von Marlene:
Meiner Meinung nach geht es zum Teil auch um die Angst. Angst, dem schwarzen Wolf zu begegnen, der einen auffressen könnte. In den Wald der Ungewißheit zu gehen.
Das trifft es vermutlich besser. Obwohl die Angst vielleicht eher die ist, sich in den Wolf zu verlieben. Die Ungewissheit wäre dann die Erschütterung dessen, was ich bisher als gesicherte Werte annahm.
 
P

Philippa

  • #90
Die Geschichte, die Frau M erzählt hat, erinnert mich wieder an die Erkenntnis aus der Quantenphysik. Nämlich: Wenn ich etwas erkennen will, dann zeigt es sich mir anders, als wenn ich es nicht erkennen will.
Meine Frage an Butte bezüglich des Erkennens der Wirklichkeit als Wert an sich, hatte damit zu tun.
Ist es denn sinnvoll und wichtig, erkennen zu wollen, oder könnte ich nicht einfach leben?
Andererseits glaube ich, dass mir der vergangene Erkenntnisdrang schon ermöglicht hat, mein Leben offener, gelassener und freundlicher zu führen. Vielleicht höre ich da einfach in mich hinein und denke, dass es langsam (zumindest für den Moment) Sinn macht, mit der Erkenntnissuche, was meine persönlichen Prägungen und Entwicklungen betrifft, herunterzubremsen und zu schauen, was das Leben bringt. Und meinen hungrigen Geist mit anderen Themen zu füttern.
 
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