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  • #91
Das Leben als "Doppelspaltexperiment": Da kommt es darauf an, welche Betonung auf einfach liegt, bzw. zu was einfach Synonym ist.
 
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  • #92
Liebe Philippa,
ich weiß nicht, wie du auf die Idee kommst, zu denken, ich würde hier schreiben, um dich zu demütigen. Oder weil "ich es gut mit dir meine". Wenn ich in dir keine ernsthafte Diskussionspartnerin sähe, würde ich in deinen Strängen nicht schreiben (sollte ich vielleicht auch nicht mehr).

Zitat von Philippa:
und wenn es mir leichter fällt das in einem anonymen Forum zu wagen, das zum ersten Mal zu schreiben statt es zu sagen?
Es ist ja nicht das erste Mal. Wenn du den Eindruck hast, es hilft dir - bitte. Auf mich wirkt das eher selbstzerstörerisch. Ich würde da (Glaskugelalarm) eher einen ressourcenorientierten Ansatz empfehlen (z.B. NARM).

Zitat von Philippa:
Und noch eine andere Frage: wie füttert man denn den schwarzen Wolf in sich? Kann jemand konkrete Beispiele machen? Danke!

Es gibt nicht "den" schwarzen Wolf in sich. Je nachdem, welcher gerade aktiv ist, ist anderes Futter nötig.
Was meinst du, sind deine schwarzen Wölfe? Und was ist ihr Vorteil für dich?


Zitat von Philippa:
Je mehr ich die durch sie geprägten problematischen Muster durchschaue und lerne, mich erwachsener und selbstbestimmter zu verhalten, desto mehr drückt sich in meinem Handeln das aus, was mich wirklich ausmacht. Wenn ich endlich all die Panzer aus dummen Gedankengebäuden loswerde, die mich unglücklich gemacht haben, dann kann ich besser ich selbst sein.

So ganz kann ich dein Menschenbild nicht nachvollziehen. Du bist jetzt schon, so wie du bist, du selbst; das, was dich wirklich ausmacht. Dein Panzer, deine Gedanken, deine Hilfsbereitschaft, deine Muster, deine Zweifel, dein "Helfersyndrom", deine Liebenswürdigkeit, deine Überheblichkeit, deine Freude, deine Angst - alles das bist du. Viele weiße und schwarze Wölfe zusammen sind Philippa ;). Da ist nichts "falsch" dran. Das schließt Weiterentwicklung ja nicht aus, Veränderung geschieht sowieso jeden Tag.

Manchmal habe ich den Eindruck, du sitzt dem Irrglauben auf, alle anderen hätten das Bilderbuchleben und du wärst die Einzige, die eine schwierige Kindheit hatte. Dem ist nicht so. Da bist du gar nicht alleine - sonst gäbe es ja auch nicht so viele Therapiemöglichkeiten. Oder Bücher wie "es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben".

https://www.youtube.com/watch?v=CNcEuCYKOhQ

Mal blöd zu sein, muffig, ängstlich, verzweifelt, sauer, wütend usw. ist doch völlig "normal". Fehlerfreie Menschen wären ein Graus.


Zitat von Philippa:
Und manchmal beschäftigt mich dasselbe wie Loner, wenn er fragt, wie man es schafft, zu akzeptieren, dass man immer alleine bleiben wird.
Ist ja schon eine etwas andere Ausgangslage. Du warst ja z.B. schon verheiratet.

Du könntest entscheiden, dir diese Frage nachts einfach nicht zu stellen. Sag dir "morgen". Und dann gibst du - zu einem passenden Zeitpunkt - diesem Wolf Futter. Du kannst dir in den düstersten Farben ausmalen, wie schrecklich es sein wird. Und wenn du genug davon hast, kannst du dir auch wieder erfreulichere Szenarien ausdenken. Wenn du meinst, du wirst nicht genug davon haben, stell dir die Eieruhr für eine bestimmte Zeit. Dann ist Fütterungsende :) - wie im Zoo ...
.

(und ja, wahlweise habe ich das komplett falsch verstanden oder du hast es bereits selbst so erkannt - ich wollte es nur höflichkeitshalber nochmal schreiben :))
 
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Philippa

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  • #93
Zitat von tina*:
Liebe Philippa,
ich weiß nicht, wie du auf die Idee kommst, zu denken, ich würde hier schreiben, um dich zu demütigen. Oder weil "ich es gut mit dir meine". Wenn ich in dir keine ernsthafte Diskussionspartnerin sähe, würde ich in deinen Strängen nicht schreiben (sollte ich vielleicht auch nicht mehr).

Liebe tina*
Ich weiss schon, dass du mich nicht demütigen willst. Und ich möchte auf keinen Fall, dass du aufhörst, zu schreiben. Ich war nur eben in jener Nacht in einem Moment tiefer Trauer, in dem die alten Verletzungen die Überhand nahmen. Und deine Reaktion hat dann das verstärkt. Solche Momente sind aber weit davon entfernt, mein aktuelles Leben zu dominieren.


Zitat von tina:
Es ist ja nicht das erste Mal. Wenn du den Eindruck hast, es hilft dir - bitte. Auf mich wirkt das eher selbstzerstörerisch. Ich würde da (Glaskugelalarm) eher einen ressourcenorientierten Ansatz empfehlen (z.B. NARM).

Der NARM-Ansatz war mir noch nicht bekannt, es klingt aber interessant. Danke für die Anregung. Ich glaube ja, dass verschiedenste moderne psychotherapeutische Ansätze irgendwie dasselbe tun, verpackt in unterschiedlichem Vokabular. Ich habe kürzlich eine neue Therapeutin gefunden, die es auch wagt, mir zu sagen, was sie beobachtet. Und ausserdem habe ich mich in letzter Zeit selbst viel mit positiver Psychologie, aber auch mit Schematherapie und neuerdings mit der Arbeit mit verschiedenen Persönlichkeitsteilen (Inneres Familien-System) befasst. Gleichzeitig bin ich aber auch der Meinung, dass es mir - mit Ausnahme kurzer schwieriger Zeiten, die ich aber auch wichtig finde, um die alten, bisher verdrängten Gefühle nochmals auf bessere Weise zu durchleben - jetzt so gut geht, dass ich langsam mit dieser psychologischen Arbeit wieder herunterbremsen und mich Anderem zuwenden kann.

Zitat von tina:
Es gibt nicht "den" schwarzen Wolf in sich. Je nachdem, welcher gerade aktiv ist, ist anderes Futter nötig.
Was meinst du, sind deine schwarzen Wölfe? Und was ist ihr Vorteil für dich?

Ich habe nach wie vor nicht wirklich verstanden, was damit gemeint ist. Ein, zwei konkrete Beispiele von schwarzen Wölfen und ihrem Futter würden vielleicht Klarheit schaffen.

Zitat von tina:
So ganz kann ich dein Menschenbild nicht nachvollziehen. Du bist jetzt schon, so wie du bist, du selbst; das, was dich wirklich ausmacht. Dein Panzer, deine Gedanken, deine Hilfsbereitschaft, deine Muster, deine Zweifel, dein "Helfersyndrom", deine Liebenswürdigkeit, deine Überheblichkeit, deine Freude, deine Angst - alles das bist du. Viele weiße und schwarze Wölfe zusammen sind Philippa ;). Da ist nichts "falsch" dran. Das schließt Weiterentwicklung ja nicht aus, Veränderung geschieht sowieso jeden Tag.

Es geht darum, dass ich lange Zeit meine eigenen Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen nicht spüren konnte. Dass ich nicht verstand, was ich eigentlich weshalb tat und weshalb ich am Ende oft einsam, traurig, enttäuscht und frustriert war. Ich musste an mir arbeiten, um wieder einen Zugang zu mir selbst zu finden.

Zitat von tina:
Manchmal habe ich den Eindruck, du sitzt dem Irrglauben auf, alle anderen hätten das Bilderbuchleben und du wärst die Einzige, die eine schwierige Kindheit hatte. Dem ist nicht so. Da bist du gar nicht alleine - sonst gäbe es ja auch nicht so viele Therapiemöglichkeiten. Oder Bücher wie "es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben".

Nein, tina*, da irrst du dich gewaltig! Es ist eher so, dass ich mich frage, ob es überhaupt jemanden mit glücklicher Kindheit gibt.
 
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  • #94
Zitat von Philippa:
Nein, tina*, da irrst du dich gewaltig! Es ist eher so, dass ich mich frage, ob es überhaupt jemanden mit glücklicher Kindheit gibt.

Würde es einen Unterschied für dich machen?

Ich fände es zielführender darauf zu schauen, was die mit einer unglücklichen Kindheit draus gemacht. Da gibts doch reichlich Menschen, die dennoch glücklich sind. die haben ihre Dämonen hintersich gelassen. Nicht vergessen! Aber den Dämonen wird nicht mehr soviel Raum gelassen.
 

Claudi

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  • #95
Ich finde es prima, wie gründlich hier den Gründen auf den Grund gegangen wird :).
Zur Frage ob das Erkennen der Wahrheit ein Wert an sich ist: Nein. Eher im Gegenteil. Dem Herrn gefällt es nicht. Es war Grund genug für die Vertreibung aus dem Paradies.
Wenn Du, Philippa, also ständig nach der Erkenntnis der Wahrheit trachtest, ist das vielleicht sympathy for the devil :).
Zeit für eine Therapie. Oder erstmal ein Schnitzelbrötchen.

Wölfe sind ja zur Zeit sehr angesagt. Deswegen ist es wohl auch umso besser, je mehr man von denen hat. Nächstes Jahr gibt es die dann sicher auch in Pastellfarben. Oder orange. Is the new black.

Der Einfachheit halber könnte man auch von dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse sprechen. Yin und Yang. Jekyll und Hyde. Ernie und Bert. Darth Vader und Yoda. Dumbledore und Voldemort.

Das mit dem Wolf ist eine komische Sache. Eigentlich ist der Isegrim kein echter Sympathieträger: grimmig, gierig, grausam. Und immer zu doof für den Reineke...

Niemand hatte eine glückliche Kindheit. Die meisten glauben es nur, bis sie das erste Mal in der Therapie landen. Ich hab das mal in einer Therapiestunden angesprochen. Dass mich der Gedanke wahnsinnig macht, dass ich während ich hier sitze und meine Psychoschäden zu reparieren versuche, schon den Grundstein dafür lege, dass meine Kinder in 20 Jahren hier sitzen. Meine Therapeutin konnte nur resigniert nicken und die Schultern zucken. Krisensicherer Job.

Philippa, Du bist clever. Eher ein Fuchs. Therapeuten sind auch nur Menschen. Aber Fakt ist, dass man sich mit ihnen richtig gut unterhalten kann. Und es geht mal 45 min nur um Dich. Allein dafür lohnt sich die Investition unter Umständen schon, wenn man ansonsten sehr einsam ist.
 

Loner

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  • #96
Zitat von Claudi:
Ich finde es prima, wie gründlich hier den Gründen auf den Grund gegangen wird :).
Zur Frage ob das Erkennen der Wahrheit ein Wert an sich ist: Nein. Eher im Gegenteil. Dem Herrn gefällt es nicht. Es war Grund genug für die Vertreibung aus dem Paradies.
Wenn Du, Philippa, also ständig nach der Erkenntnis der Wahrheit trachtest, ist das vielleicht sympathy for the devil :).
Zeit für eine Therapie. Oder erstmal ein Schnitzelbrötchen.

Wölfe sind ja zur Zeit sehr angesagt. Deswegen ist es wohl auch umso besser, je mehr man von denen hat. Nächstes Jahr gibt es die dann sicher auch in Pastellfarben. Oder orange. Is the new black.

Der Einfachheit halber könnte man auch von dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse sprechen. Yin und Yang. Jekyll und Hyde. Ernie und Bert. Darth Vader und Yoda. Dumbledore und Voldemort.

Das mit dem Wolf ist eine komische Sache. Eigentlich ist der Isegrim kein echter Sympathieträger: grimmig, gierig, grausam. Und immer zu doof für den Reineke...

Niemand hatte eine glückliche Kindheit. Die meisten glauben es nur, bis sie das erste Mal in der Therapie landen. Ich hab das mal in einer Therapiestunden angesprochen. Dass mich der Gedanke wahnsinnig macht, dass ich während ich hier sitze und meine Psychoschäden zu reparieren versuche, schon den Grundstein dafür lege, dass meine Kinder in 20 Jahren hier sitzen. Meine Therapeutin konnte nur resigniert nicken und die Schultern zucken. Krisensicherer Job.

Philippa, Du bist clever. Eher ein Fuchs. Therapeuten sind auch nur Menschen. Aber Fakt ist, dass man sich mit ihnen richtig gut unterhalten kann. Und es geht mal 45 min nur um Dich. Allein dafür lohnt sich die Investition unter Umständen schon, wenn man ansonsten sehr einsam ist.


Ob Therapien wirklich so sinnvoll sind? Ich habe mal in einem Forum zum Thema gelesen das einer/eine Schrieb das ihr die Gespräche nicht viel geholfen haben, es Sie / Ihn eher an eine Kaffeunde erinnert hat und das überhaupt das diskutieren von vergangenen Dingen nichts bringt
 

Icebear

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  • #97
Zitat von Loner:
Ob Therapien wirklich so sinnvoll sind? Ich habe mal in einem Forum zum Thema gelesen das einer/eine Schrieb das ihr die Gespräche nicht viel geholfen haben, es Sie / Ihn eher an eine Kaffeunde erinnert hat und das überhaupt das diskutieren von vergangenen Dingen nichts bringt

Der Schwippschwanger vom Nachbarn meines Friseurs meinte auch, dass Therapien voll doof sind. Muss also stimmen.
 
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  • #98
Zitat von Philippa:
Ich glaube ja, dass verschiedenste moderne psychotherapeutische Ansätze irgendwie dasselbe tun, verpackt in unterschiedlichem Vokabular.
Was ist schon modern? :) Ich glaube das nicht. Ich bin ja eher der Fan körperorientierter Methoden als noch mehr Kopfgeburten. Neue Wege lernen, statt immer mehr Begründungen für die alten zu finden. Sind natürlich auch immer Einzelfallbetrachtungen. Etliche Therapeuten sind auch etwas ... ähh speziell ;)). Da gibt's ja die unterschiedlichsten Ausprägungen sowie deren unterschiedlichste Motivationen für ihren Job. Manche sehen da auch den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr (im Forum Anwesende sind selbstverständlich ausgenommen ;)).

Zitat von Philippa:
Ich habe nach wie vor nicht wirklich verstanden, was damit gemeint ist. Ein, zwei konkrete Beispiele von schwarzen Wölfen und ihrem Futter würden vielleicht Klarheit schaffen.
Habe ich doch oben im letzten Absatz beschrieben.
Jede Eigenschaft, die du als "negativ" einschätzt und "weghaben" willst, kannst du als schwarzen Wolf ansehen (ist ja nur ein Bild). Und füttern bedeutet, eben auch diesen Anteil als deinen anzunehmen und zu integrieren.

Zitat von Philippa:
Dass ich nicht verstand, was ich eigentlich weshalb tat und weshalb ich am Ende oft einsam, traurig, enttäuscht und frustriert war. Ich musste an mir arbeiten, um wieder einen Zugang zu mir selbst zu finden.
Nicht einen Zugang zu dir, sondern zu deinen Bedürfnissen oder Gefühlen… Auch wenn du einsam, traurig, frustriert bist, bist du ganz du selbst. So bist du dann halt - manche Teile bewusst, manche unbewusst - das ist auch ok.

Zitat von Philippa:
Es ist eher so, dass ich mich frage, ob es überhaupt jemanden mit glücklicher Kindheit gibt.
Naja, das Kind mit dem Bade ausschütten ist vielleicht auch die falsche Reaktion. Da gibt es doch deutliche Abstufungen. Relativ glücklich, ich glaube schon. Ich denke mal, dass alle Eltern es so gut machen, wie sie es eben - aufgrund eigener Erfahrungen - können. Wenn man selbst Kinder hat, relativiert sich der Blick auf einige "Erziehungsgrundsätze" auch wieder ;).
 

Claudi

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  • #100
Hallo Loner,
im Grunde stellst Du genau die richtigen Fragen, das ist mir hier im Forum schon aufgefallen. Verbinde doch mal Dein "Wie schafft man es, sich mit dem Alleinsein und -bleiben abzufinden?" mit "Ist eine Therapie sinnvoll?". Dann wäre die Entscheidung, die Du fällen kannst: Kannst Du Dir vorstellen, daß eine Therapie Deine Situation verbessern würde? Und ist Deine Bedrängnis durch Alleinsein, Traurigkeit und Einsamkeit groß genug, um die Hemmschwelle zu überwinden in die Therapie zu gehen.

Ich finde die Therapie sinnvoll, obwohl ich das jetzt fast 6 Jahre mache und keine eindeutigen Erfolge vorzuweisen habe. Weder habe ich es geschafft, eine neue Partnerschaft auf Dauer einzugehen noch alleine glücklich zu werden. Aber ich kann das, was Alleinsein und Einsamkeit mit mir macht, mit Hilfe der Therapie besser managen.

Und ich kann Therapie begleitend zum Online Dating nur dringend empfehlen. Nach ein paar Jahren davon bist Du mit hoher Wahrscheinlichkeit therapiebedürftig.

Interessant ist die Reaktion einiger Leute aus meinem näheren Umfeld. Wenn die von meiner bestehenden Traurigkeit erfahren, kommt fast reflexhaft:"Dann mach doch mal eine Therapie." Wenn ich dann sage, mach ich ja, kommt die Empfehlung, dann müsse man da wohl mal andere Saiten aufziehen: stationäre Einweisung, Psychopharmaka oder mindestens ein Wechsel der Therapeuten.

Manchmal ist die Therapie wie sich mit einem guten Freund auf einen Kaffee treffen. Einem, dem Deine Probleme nie zu viel werden (er/ sie lebt schließlich davon). Ich finde aber nicht, dass das die Sinnhaftigkeit der Therapie zwangsläufig in Frage stellt. Vor allem nicht, wenn man keine solchen Freunde hat.
Das "Aufarbeiten der Kindheit/Vergangenheit" kann wichtig und nützlich sein, muss aber nicht. Ist auch nicht meine Lieblingsdisziplin. Ich arbeite besser mit, wenn es um das Hier und Jetzt geht. Vom Gefühl her würde ich sagen, viele mögen das Rühren in der Vergangenheit nicht, weil es so anstrengend und auch oft schmerzhaft ist. Und nicht mehr zu ändern. Aber es gibt bestimmt viele, die finden, dass genau das Aufarbeiten von Früher eine ordentliche Therapie ausmacht.
 

vhe

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  • #101
Zitat von Philippa:
@vhe: Ich verstehe deinen Beitrag nicht. Geht es jetzt ums Füttern oder ums Aushungern des Wolfes?
Deine Frage war, "wie füttert man denn den schwarzen Wolf in sich?" und meine Antwort "indem man ihm nachgibt".

Die Info, wie man ihn aushungert, war eine Gratiszugabe. :)

Aber ich seh grad, Tina hatte damit anscheinend in eine andere Richtung geziehlt. Für mich war ein schwarzer Wolf eigentliich nur eine salontaugliche Formulierung für "innerer Schweinehund". Den integriert man nicht, man muss ihn nur verstehen lernen, damit man ihn besser bekämpfen oder austricksen kann.
 
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vhe

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  • #102
Zitat von Philippa:
Apropos Sinn: Ist es für dich sinnstiftend, Selbstbetrug zu benennen?
Ich war zwar nicht gefragt, geb aber mal trotzdem meinen Senf dazu:
Für mich ist "Sinn" ein rein subjektives Konstrukt. "Sinnvoll" ist das, was ich für sinnvoll halte. Klar, einiges davon ist als Arterhaltung und Überlebenstrieb angeboren, aber letztendlich bestimmt jeder Mensch für sich, welchem Ding er wieviel seines Lebens widmet.

Als Mensch kann man eine Sache zu "seiner Sache" machen und dann ist das eben der Sinn.

Insofern kann "Selbstbetrug benennen" durchaus sinnstiftend sein. Bei Leuten, die ich wertschätze, unternehme ich den Versuch auch manchmal. Meistens, wenn sie irgendwie krank sind und dann von einem Scharlatan zum nächsten gehen, bis sie einen finden, der ihnen erzählt, was sie hören wollen und sie dann gnadenlos melkt, ohne sie zu heilen.

Zitat von Philippa:
Ist das Erkennen der Wirklichkeit, so wie sie ist, ein Wert an sich? Weshalb?
Für mich schon. Ich lerne aus Freude am Lernen und am Verstehen. Und natürlich ist es so, dass, je mehr man weiss, man umso mehr Lösungsmöglichkeiten sieht für Probleme.
 

IPv6

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  • #103
Zitat von vhe:
Aber ich seh grad, Tina hatte damit anscheinend in eine andere Richtung geziehlt. Für mich war ein schwarzer Wolf eigentliich nur eine salontaugliche Formulierung für "innerer Schweinehund". Den integriert man nicht, man muss ihn nur verstehen lernen, damit man ihn besser bekämpfen oder austricksen kann.

Eine andere Umschreibung dürfte auch sein: Verhaltensmuster und Schutzmechanismen ;-)
 
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Philippa

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  • #107
Bist (oder warst) du traurig, Yvette? Hast du das Feuer für dich angezündet oder war das eine gute Tat für jemand anders?
Ich hoffe, dein Date ist gut gelaufen!
 
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  • #108
Zitat von Claudi:
Interessant ist die Reaktion einiger Leute aus meinem näheren Umfeld. Wenn die von meiner bestehenden Traurigkeit erfahren, kommt fast reflexhaft:"Dann mach doch mal eine Therapie." Wenn ich dann sage, mach ich ja, kommt die Empfehlung, dann müsse man da wohl mal andere Saiten aufziehen: stationäre Einweisung, Psychopharmaka oder mindestens ein Wechsel der Therapeuten.
.
Viele denken, dass Therapie immer fühlbare Ergebnisse, oder auch Wunder vollbringen muss. Der Mensch soll sich in einen ganz anderen verwandeln, gelingt das nicht, ist der Therapeuth unfähig oder man nimmt die falschen Pillen.
Wie gut, wenn man so viele gute Freunde hat, die einen darauf hinweisen.
 
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Marlene

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  • #110
War das Date gestern abend nicht gut, Yvette?
 

Yvette

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  • #112
Zitat von Marlene:
War das Date gestern abend nicht gut, Yvette?

Ich bin nicht wegen des dates traurig, sondern darüber, dass die 3 Monate davor so verrückt waren und emotional so anspruchsvoll für mich ... und dass es scheitern musste. Das Gefühl trenne ich von dem schönen Gefühl, ein date zu haben ... aber ich merke, wie sich die "Geschichte" mit dem Linkshänder langsam, langsam setzt und die Gefühle schwinden. Ich hatte so viele Hoffnungen, die er und ich zerstört haben. Wenn ich ihn abgeliebt habe, ergibt sich doch noch eine Freundschaft? Ich weiss es nicht. Zu wissen, er datet, tat / tut mir weh, aber welches Gefühl steckt dahinter? Deshalb das Lagerfeuer. Lagerfeuer geht eigentlich immer :)
 

Frau M

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  • #115
Aus einem Buch:

Wer nichts weiß, liebt nichts.
Wer nichts tun kann, versteht nichts.
Wer nichts versteht, ist nichts wert.
Aber wer versteht,
der liebt, bemerkt und sieht auch...
Je mehr Erkenntnis einem Ding inne wohnt,
desto größer ist die Liebe....
Wer meint, alle Früchte
würden gleichzeitig mit den Erdbeeren reif,
versteht nichts von den Trauben.

Paracelsus

(Das hat doch auch etwas Tröstliches.)
 
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  • #116
Warum eigentlich traurig UND verwirrt. Man kann auch traurig sein, ohne verwirrt zu sein. Das Traurige und das Verwirrte wird duŕch die Überschrift in eine geistige Nähe gesetzt.
 

troubadix

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  • #118

vhe

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  • #119
Zitat von fafner:
Wie könnten Traurige und Verwirrte schöne Geschichten erzählen? Woher sollten sie die nehmen?
"Schön" muss ja nicht "lustig" heißen.
Ich denke mal, Trauer ist 'ne recht intensive Empfindung und vermute, das da dann auch mehr "raus will". Und von dort Geschichten herkommen.
 

vhe

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  • #120
Zitat von Philippa:
Erzählt mir jemand eine schöne Geschichte?
Bin gerade traurig.
Weder schön, noch Geschichte:

Hab grad eine Diät angefangen. Und weil ich den Rest schon ausprobiert hab, ist diesmal so eine Pülverchen-und-Shakes-Diät angesagt. Soll 3 Wochen dauern und währenddessen darf ich nichts anderes essen.

Naja, wenn's hilft, dachte ich mir, was solls. Den Kram bestellt und mich aus unserer Firmen-Kochgruppe verabschiedet.

Am Freitag kam dann ein Riesenpaket, voll mit Dosen, einem Glässchen "Vitamine für Männer", was auch immer das sein soll, einer eher mäßigen Gebrauchsanweisung und der Rechnung, auf der stand:

"Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit unseren Produkten und freuen uns darauf, sie bald wieder bei uns begrüßen zu dürfen!"

HÄH?
Heißt das, die Typen glauben selber nicht an ihren Kram??!

Kann ja was werden.
 
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