tigersleep

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  • #3.541
Ich komm nicht mehr mit, ich fang immer an jemanden zu zitieren und dann seid ihr schon zwanzig Beiträge weiter.


Indem man nicht wild um sich beißt. Also keine ollen Kamellen aufwärmen und mit dem aktuellen Anlass zu einem emotionalen Molotov mischen. "Du hast ja schon immer! Und überhaupt!" "Und du! Jedes Mal und damals sowieso auch schon!!" Auf Pauschalisierungen verzichtet und nicht rumätzt "Jaja, das ist ja typisch für dich." "Passt zu einer wie dir, wirklich!"

Indem man sich dran erinnert wenn es hoch hergeht, dass das der Mensch ist, den man eigentlich liebt und dass es einen Grund gab, dass man sich in ihn verliebt hat. Jaja, ich weiß, in zerrütteten Beziehungen ist der Grund dann auch egal, aber ich will hier nicht von Extrembeispielen reden, sondern von ganz normalen Alltagsstreitereien wie sie zu Millionen jeden Tag passieren.

Indem man beim Streiten - oder am besten noch davor - sich wirklich bemüht die Sache auch aus der anderen Perspektive zu sehen und sich einmal ausmalt wie es wäre, der andere zu sein.

Der Haken an der Sache ist einfach, dass Streiten mit dem liebsten Menschen deswegen so weh tut und so tief geht, weil man es von diesem Menschen am allerwenigsten erwarten würde, dass man sich so missversteht. Es hilft da auch nicht viel, dass es genau dieser Mensch ist, der alle Schwächen kennt und genau weiß, welche Knöpfe zu drücken sind um einen aus der Reserve zu locken.
 
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Ariadne_CH

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  • #3.542
Vielleicht bei diesem Beispiel. Da hat man auch gar keinen großen Bezug zum anderen. Who cares! Körbe muss man wegstecken können.
Aber Menschen betreffend, die man länger kennt und die Vertraute sind?
Die Aussage, dass man sich Verletzungen selbst zufügt, halte ich für sehr gewagt. Weil wenn man nicht mehr verletzlich ist, ist man ein Stein.
Ja, und ich sehe da eben auch die Gefahr, dass bei Verletzungen (auch absichtlichen!) immer dem Verletzten die Schuld in die Schuhe geschoben wird.
 
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  • #3.543
Man könnte es als Entschuldigung/Legitimation dafür sehen, dass man jemanden verletzt.
Und gerade bei Personen, die sich in ungesunden Beziehungen befinden, kann sich das Gefühl verstärken, dass es ja "okay" und "in Ordnung" ist, dass der andere mich verletzt.
Verstehst du was ich meine?
Ja, verstehe ich. Ganz ehrlich, ich rede nicht gerne über solche Extremsituationen. Weil da kannst du eh machen was du willst, die Verletzungen gehen weiter. Und wenn mein Ansatz dazu missbraucht wird, Verletzungen zu legitimieren, dann fehlt ohnehin die (wertschätzende) Basis für eine Beziehung.
 

Julianna

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  • #3.544
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Inge21

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  • #3.546
Ich hatte @Wolverine 's Aussage so verstanden, dass man schweigt, wenn man sich mit Respekt und Wertschätzung begegnet, und das ist für mich Schmarren.
nein, ich glaube so ist das nicht gemeint. Das Schweigen basiert eher auf Angst was falsches zu sagen, da sagt man lieber gar nichts und das ist dann ganz falsch. Kenn ich zur Genüge. Ich hab so eine große Klappe aber wenn es um meine Gefühle geht, da krieg ich nichts Vernünftiges raus
 
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Ariadne_CH

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  • #3.547
Ich sehe das auch etwas anders. (Sorry, ich schon wieder. :D)
Wenn man jemanden liebt, ist man immer in Gefahr verletzt zu werden. Und man verändert sich mit der Beziehung, und begibt sich damit aus der Komfort-Zone, was zu persönlichem Wachstum aber eben auch zu Angst, führt.
Aber frag mal @fafner . Ich glaube er kennt den Schnarch (https://de.wikipedia.org/wiki/David_Schnarch) besser als ich. ;):D
 
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  • #3.548
Vielleicht bei diesem Beispiel. Da hat man auch gar keinen großen Bezug zum anderen. Who cares! Körbe muss man wegstecken können.
Aber Menschen betreffend, die man länger kennt und die Vertraute sind?
Die Aussage, dass man sich Verletzungen selbst zufügt, halte ich für sehr gewagt. Weil wenn man nicht mehr verletzlich ist, ist man ein Stein.
Oh nein! Jetzt bist du schwarz/weiß. Klar, wir sind alle nicht Jesus. Aber wenig verletzbar bist du nicht dann, wenn du dich verschließt, sondern dann wenn du liebst. Das Problem ist einfach, dass wir Liebe oft mit Angst verwechseln.
 

Ariadne_CH

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  • #3.549
Ja, verstehe ich. Ganz ehrlich, ich rede nicht gerne über solche Extremsituationen. Weil da kannst du eh machen was du willst, die Verletzungen gehen weiter. Und wenn mein Ansatz dazu missbraucht wird, Verletzungen zu legitimieren, dann fehlt ohnehin die (wertschätzende) Basis für eine Beziehung.
Stimmt natürlich. Stellt sich die Frage, in wie weit man da mit seinem Geschriebenen Verantwortung für Andere mit übernimmt. (Ich bin da bei mir selber manchmal sehr selbstkritisch!)
 

Wolverine

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  • #3.550
Ich denke nicht, dass das Problem zu wenig verbreitete Liebe ist. Nur allzu oft fügen wir uns auch selbst Verletzungen zu. Zum Beispiel, wenn wir ein Foto freigeben und der Andere sieht es sich zwar an, schreibt aber nicht zurück. Wir denken, wir gefallen ihm/ihr nicht und er/sie hat nicht den Anstand das zu schreiben. Wir fühlen uns hässlich und nicht respektiert. Diese Verletzung entsteht in unserem Kopf. (Und der andere fand uns vielleicht sogar sehr anziehend und hat - um uns ausführlich und wohlüberlegt zu antworten - einen ruhigen Moment abgewartet.)
Das ist dann der negative self-talk. Also negative Gedanken. Oder halt negative Selbstkritik. Diese ist extrem schädlich und man sollte sie aus dem Kopf verbannen. Das kann man trainieren:
Hört mal hier rein, fals euch das Thema interessiert: (7 min, auf Englisch)
https://www.npr.org/2015/11/06/453996376/is-it-possible-to-put-a-band-aid-on-a-bad-feelings (der blaue button links oben, nicht das Video in der Mitte. Das Video ist die ganze Version.)
 
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Deleted member 21128

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  • #3.553
Ich komm nicht mehr mit, ich fang immer an jemanden zu zitieren und dann seid ihr schon zwanzig Beiträge weiter.
Ja, es geht Schlag auf Schlag! :)
Der Haken an der Sache ist einfach, dass Streiten mit dem liebsten Menschen deswegen so weh tut und so tief geht, weil man es von diesem Menschen am allerwenigsten erwarten würde, dass man sich so missversteht. Es hilft da auch nicht viel, dass es genau dieser Mensch ist, der alle Schwächen kennt und genau weiß, welche Knöpfe zu drücken sind um einen aus der Reserve zu locken.
Umd warum streitet man überhaupt, wenn man sich gegenseitig liebt?
 
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  • #3.554
Also den Schmollmops hab ich schon mal gesaved! Der ist gut :)
 
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  • #3.558
nein ist es nicht.
Jemand der zum Beispiel an Verlustangst leidet, aufgrund dessen, dass er/sie als Kind keine solide Bindung zur Bezugsperson aufbauen konnte, kann trotzdem Lieben und gleichzeitig Angst haben, den anderen zu verlieren. Das schließt sich überhaupt nicht aus.
Nein, das stimmt nicht. Beobachte das genau, du kannst nicht gleichzeitig lieben und Angst haben. Das geht nur im Wechsel. Wenn die Angst wächst, nimmt die Liebe ab. Und umgekehrt.
 

Wolverine

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  • #3.559
Man streitet, weil man lebt. Die Welt dreht sich weiter. Es gibt täglich neue Situationen, um welche man streiten kann....
 

Ariadne_CH

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  • #3.560
Weil wir nicht bei Disney sind, sondern im realen Leben.
Ach was, bei Disney wird vor dem Happy End auch immer erst gestritten. ;)
Nein, das stimmt nicht. Beobachte das genau, du kannst nicht gleichzeitig lieben und Angst haben. Das geht nur im Wechsel. Wenn die Angst wächst, nimmt die Liebe ab. Und umgekehrt.
Ich hätte eher gesagt, die Angst wächst kontinuierlich mit der Liebe.
 
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Julianna

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  • #3.562
Nein, das stimmt nicht. Beobachte das genau, du kannst nicht gleichzeitig lieben und Angst haben. Das geht nur im Wechsel. Wenn die Angst wächst, nimmt die Liebe ab. Und umgekehrt.
Also mein Mann liebt mich wirklich sehr. Dennoch reagiert er manchmal auf kleinste "Abweisungen" sehr sensibel. Nicht weil er mich nicht liebt, sondern weil er nie eine solide, beständige und verfügbare Bindung kennengelernt hat. Sicherlich wird sowas mit der Zeit abgeschwächt... es braucht Zeit... dass der andere die Angst vor Verlust überwindet und aufhört zu zweifeln.

Edit: ich finde eher du bist da bissel "schwarz-weiß" . Entweder ... oder?
 
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Wolverine

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  • #3.563
Ach was, bei Disney wird vor dem Happy End auch immer erst gestritten. ;)
Das nennt sich "The hereo's Journey" Diese Geschichten verlaufen nahezu alle nach diesem Muster: :)
heros_journey4_8462.png

Gestritten wird im Abyss....
 
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Wolverine

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  • #3.565
Also mein Mann liebt mich wirklich sehr. Dennoch reagiert er manchmal auf kleinste "Abweisungen" sehr sensibel. Nicht weil er mich nicht liebt, sondern weil er nie eine solide, beständige und verfügbare Bindung kennengelernt hat. Sicherlich wird sowas mit der Zeit abgeschwächt... es braucht Zeit... dass der andere die Angst vor Verlust überwindet und aufhört zu zweifeln.

Edit: ich finde eher du bist da bissel "schwarz-weiß" und leicht radikal. Entweder ... oder?
Daran kann er aber auch gut arbeiten. An tiefem Selbstwertgefühl lässt sich super arbeiten.
Eiversucht spiel da auch mit rein und ist ein Zeichen, für tiefes Selbstwertgefühl. (Nur so nebenbei.)
 
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  • #3.569
Sonst wär's mir auch langweilig. Meine Meinung kenn ich ja schon.
Ich find's ja toll, dass ihr mit mir diskutiert.
Wenn man jemanden liebt, ist man immer in Gefahr verletzt zu werden.
Oh, diesen Gedanken solltest du unbedingt überprüfen! Du wirst feststellen, dass er unwahr ist, und dass er dir und deiner Liebe im Weg steht. Die Wahrheit lautet: Je weniger du dich selbst liebst, desto größer ist die Gefahr versetzt zu werden.
Frag du ihn, mit mir redet er nicht. :) Außerdem ist er immer völlig genervt, wenn's um Selbstliebe geht. :p
Was ich bisher von Schnarch gehört hab, hat mich nicht überzeugt. Ich bin kein Fan von Ratgebern, ich halte viel mehr davon, auf Basis der eigenen Erfahrungen selber zu denken.