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  • #61
Zitat von Butte:
Wenn jemand leidet, weil ein anderer ihn nicht so liebt wie er es gern hätte, ist der Verschmähende ein Täter, der dem anderes aufs Knie haut?
Diese Metaphorik ist beliebt, aber durchaus nicht ganz harmlos und führt zu manch kruden Schlüssen.

Dann erkläre du mir bitte, inwiefern ein Blick auf die Kindheit und Wellnesspackungen jemanden davon "heilen" kann, dass er keinen Liebeskummer mehr erleiden wird.
 
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  • #62
Zitat von Truppenursel:
ich wüsste nicht, was für einen denkenden Menschen daran missverständlich sein könnte.

es gibt noch ganz andere Aspekte als den des tröstens.
Ich beziehe mich auf die Aussagen, die Mjamm hier machte. Sie schrieb von trösten. Wenn es andere Aspekte gäbe, wäre es ja interessant, wenn du sie auch nennen würdest.
 
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  • #64
Zitat von flower_sun:
Ich beziehe mich auf die Aussagen, die Mjamm hier machte. Sie schrieb von trösten. Wenn es andere Aspekte gäbe, wäre es ja interessant, wenn du sie auch nennen würdest.
sie sprach nicht nur von trösten, sondern auch von anderen Dingen. Man muss auch nicht immer alles ganz wörtlich nehmen. Was sie "trösten" nennt, kann jemand anders auch ganz anders bezeichnen. Ich finde es jedenfalls anerkennenswert, dass er sich nicht einfach aus dem Staub macht, wenn es schwierig wird. Das ist ja immer der leichteste Weg. Für den, der geht. Aber nicht für den, der bleibt.
 
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  • #66
Zitat von Truppenursel:
sie sprach nicht nur von trösten, sondern auch von anderen Dingen. Man muss auch nicht immer alles ganz wörtlich nehmen. Was sie "trösten" nennt, kann jemand anders auch ganz anders bezeichnen. Ich finde es jedenfalls anerkennenswert, dass er sich nicht einfach aus dem Staub macht, wenn es schwierig wird. Das ist ja immer der leichteste Weg. Für den, der geht. Aber nicht für den, der bleibt.
:) Eben: "Man muss auch nicht immer alles ganz wörtlich nehmen" - dann halt dich mal dran!
 

Blanche

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  • #67
Zitat von Truppenursel:
Dann erkläre uns bitte, worauf du nun achten kannst und wie du konkret solche Muster durchbrichst.
Kann ich schon - aber da diese Muster mit meiner Vergangenheit zusammenhängen, denke ich nicht, dass das hier passt bzw. der Threadstarterin weiter hilft...
Ich habe in meiner frühen Kindheit eine Art "Trauma" erlitten. Das bleibt im Gehirn gespeichert - und ich kann es nicht mehr löschen.
In Beziehungen kann dann eine Situation dazu führen, dass diese Ängste wieder auftauchen, ein Auslöser, eine Erinnerung kommt und ich dann nicht unbedingt adäquat reagiere. Ich kann es nicht vermeiden, doch wenn es vorkommt - überprüfe ich diese Emotionen genauer und schaue, woher was kommt und ich kann besser damit umgehen, weil ich erkenne, dass es in den meisten Fällen, wirklich nur ein Auslöser ist (der nichts mit dem jeweiligen Partner zu tun hat - bzw. er in dem Moment nichts dafür kann).
Mein Partner weiß, wie er mich wieder "runterholen" kann, ich spreche viel mit ihm darüber.
​Früher habe ich oft den Partner dafür verantwortlich gemacht.

Wie man eine gescheiterte Beziehung verarbeitet, ist etwas anderes...
Da habe ich gelernt, dass es so etwas wie 3 Stufen der Verarbeitung gibt (hab ich hier schon öfters mal geschrieben), die unterschiedlich lange dauern können, nicht immer fließend ineinander übergehen... Manchmal denkt man, man ist schon einen Schritt weiter und fällt dann doch in die erste Stufe zurück...
Die Verleugnungsphase - man will sich nicht eingestehen, dass es vorbei ist, idealisiert die Beziehung und will nicht loslassen...
Die Wutphase - man ist wütend, auf den Anderen, auf sich usw.
Diese Wut hilft sich ein wenig zu lösen - ist jedoch sehr schmerzhaft. Und wenn man auf diese Ebene hängen bleibt, ist Verbitterung die Folge (also jetzt mal meine freie Interpretation).
Irgendwann kommt die Trauer über den Verlust, jedoch gekoppelt mit Dankbarkeit, für das, was man hatte.
Man findet seinen Frieden...
Wie man da hinkommt, ist denke ich, bei jedem unterschiedlich.

Zitat von Truppenursel:
Das ist ja nicht sehr lange. Vielleicht empfindest du deshalb Dankbarkeit für diese Erfahrungen, weil du ja nie mehr als ein Jahr gelitten hast. Es gibt Menschen, die leiden 3, 4, 5, 10 Jahre unter einer gescheiterten Liebe. Ich glaube nicht, dass die dankbar sind, dass sie sich selber dadurch "besser kennengelernt haben", denn am Ende hat man auch nichts mehr davon, wenn man sich selber gut kennt, aber dann schon 90 ist.
Da tickt eben jeder anders. Ich denke, es geht nicht unbedingt um die Dauer.
Eher um die Intensität...
Nach einer meiner langjährigen Beziehungen, habe ich innerhalb von 6 Wochen 10kg abgenommen - es war für mich die schlimmste und schmerzhafteste Trennung - jedoch habe ich bei der Verarbeitung "nur" ein paar Monate gelitten.
Das lag daran, dass ich viel Hilfe hatte, viele Gespräche, viel Unterstützung. Mir viel Zeit genommen habe.
Mich auch öffnen konnte - es nicht verdrängt habe.
Ich begreifen konnte, weshalb die Beziehung gescheitert ist. Es verstehen konnte.

Vielleicht spielt die Persönlichkeit, das Umfeld eine Rolle?
Oder die Einstellung?

Ob man 2 Monate, 1 Jahr, oder 3, 4, 5 oder mehr Jahre unter einer gescheiterten Liebe leidet - kann man sich nicht aussuchen.
Da hat jeder sein eigenes Tempo...

Ob Menschen, die Jahrzehnte gelitten haben und dann ihren Frieden finden (also abschließen können) Dankbarkeit empfinden können - ich weiß es nicht. Kann ich aber auch nicht ausschließen.

Jeder geht seinen Weg.
Manche bleiben stehen.
Manche können nicht weitergehen.

Dann kann man sich immer noch entscheiden, ob man sich Hilfe holt - und manchmal dauert es eben, bis man die passende, individuelle Hilfe findet, die einen weiter laufen lässt... (Was mir geholfen hat - ist nicht unbedingt das, was ein anderer vielleicht in diesem Moment braucht...)
 

Vizee

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  • #69
Wir haben hier einen Mann, der freundschaftliche Gefühle hat und die Frau nicht verletzen will. Deshalb kommt er mit der
halbgaren Variante von: "Wir lassen das ganze mal laufen und schauen , wie es sich entwickelt. " Vermutlich hatte er gehofft,
daß die Gefühle auf ihrer Seite nicht entstehen und die Freundschaft erhalten bleibt. Daran war er sicher interessiert. Die spätere
Aussage bezüglich Zeitpunkt wenn er merkt, daß er Interesse hat war dann wohl die sprichwörtliche Reißleine, weil die Geschichte sich nicht in die Richtung entwickelt hat, die ihm vorstrebte. Für die TE, die Gefühle hatte, war diese Diskrepanz natürlich schmerzhaft. Es gibt aber kein Patentrezept, wie man den Schmerz kanalisieren kann. Keine Zeitregel, wann der Schmerz aufhört und wie er zu stoppen ist. Für mich hört es sich so an, als würde der Schmerz noch sehr viel länger als 6 Monate andauern. Ich finde aber, daß Du @TE, mittlerweile vielleicht sogar schon zu lange drüber nachgedacht hast und Du drehst Dich da einfach im Kreis und es schmerzt und schmerzt. Ich würde versuchen meine Gedanken in die Richtung zu konzentriern, daß er sich anfänglich doch nicht sicher war , es versucht hat um dann zu merken, daß es doch so ist wie immer: Sofort oder nie. Versuche von dem benutzt und verraten Gedanken weg zu kommen und eventuell vergeht der Schmerz mit der Zeit..man kann Dir da so schlecht raten irgendwie (noch weiss ich, ob meine eingängliche Vermutung korrekt ist bezüglich halbgar etc..).
 
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  • #70
Zitat von Truppenursel:
Das ist schade. Denn ich würde es zu gerne wissen, wie das funktionieren soll.

Es ging darum, daß Liebeskummer was anderes sein könnte als der Schmerz, den ein einem aufs Knie hauender Täter zufügt.
Auch Metaphorik ist nichts zwangsläufig übrigens. Schon gar nicht eine krumme. Und wenn sie negative Konsequenzen hat, könnte man sie mal überprüfen. Das empfehle ich auch dir.
 
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  • #71
Zitat von Sandy1963:
Nein, Männer ticken anders!
Er war offensichtlich an einer Beziehung interessiert, wollte das aber auf sich zukommen lassen.
Irgendwann hat er gemertkt, dass das wohl doch nicht funktioniert. Vielleicht bist du ihm als Freundin wertvoller als als Partnerin. In einer perfekten Welt wäre da der Zeitpunkt gewesen, dir reinen Wein einzuschätzen. Entweder hat er den Zeitpunkt verpasst oder er ist sich dessen nicht km klaren gewesen. Als er es dann wusste, kommt der Klassiker "ich hab's ja gleich gesagt!" Typisch Selbstschutz!
Ich glaube eher, er war unsicher als das er dich von vornherein benutzten wollte.



Es gibt verschiedene Strategien, damit fertig zu werden.
U.a. die Gefühle und Vermutungen mal weglassen und nur auf die reellen Fakten zu schauen.
Mir scheint aber, dieses Gefühl des benutztwordens hat sich bei dir schon stark verfestigt.
Jeder spürt da individiuellen Leidensdruck; 6 Monate sind aber schon eine Hausnummer!
Hast du mal daran gedacht, dir professionelle Hilfe zu suchen?

Ich glaube nicht, dass er an einer Beziehung interessiert war. Dass ist ja genau das Problem. Ich habe in der kurzen Dating-Phase einiges über ihn erfahren, was mich zu dem Schluss lenkt, dass er Menschen generell manipuliert. Ich glaube, ich bin einem richtigen Narzissten in die Arme gelaufen. Wenn man sich mal darüber einliest, erfährt man, dass es Menschen generell sehr schwer fällt, über den Kontakt mit einem Narzissten hinwegzukommen. Nicht nur mir. Deswegen dauert es auch so lange, vermute ich. Ich komme mir bei dem Gesamtpaket entmentschlicht vor. Es ging auch noch weiter, er hat später noch einmal versucht mich zu manipulieren, aber wie gesagt, das würde hier den Rahmen sprengen. Ich wurde einfach noch nie so eiskalt behandelt und dann weggeworfen. Das macht mich fertig.
 
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  • #72
Zitat von Marlene:
Liebe Mjamm,
ich kenne das auch. Es ist einfach so, man fühlt sich benutzt und man darf sich auch so fühlen. Du bist noch mitten in der Trauerarbeit, Wut zu empfinden ist schon die nächste Stufe. Wut tut gut und lasse sie einfach zu. Du hast Alles richtig gemacht, Du hattest Gefühle, das ist schön, er hatte keine von Anfang an, also darfst Du ruhig wütend auf ihn sein. Kanalisiere Deine Wut vollkommen in diesem Stadium auf ihn und nicht auf Dich, Du wirst sehen, das hilft. Und dann bekommen die Gefühle irgendwann ein Gleichgewicht und irgendwann empfindest Du das Ganze als halt eine bittere Erfahrung und kannst diese Beiseite legen.

Danke Marlene :). Ich hoffe, die Wut lässt irgendwann nach. Das Problem ist, so viel ich darüber nachdenke und so gerne ich irgendetwas finden würde, was mich ihm irgendwie gegenüber weich macht... ich komme auf nichts. Klar war er freundlich, aber nur an der Oberfläche. Ich konnte sehr gute Gespräche mit ihm führen, aber er blieb immer auf der rationalen Ebene. Verliebt in ihn war ich daher nicht und vor allem jetzt habe ich keine zärtlichen Gefühle für ihn, es bleibt nur diese Wut, dass er mich als Spielball gesehen hat. Und gleichzeitig die Angst, dass ich mich beim nächsten Mann wieder so täusche.
 
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  • #73
Zitat von Truppenursel:
Das war mir zu wenig greifbar und hatte ich nicht verstanden.
Dir wurde klar, dass nicht der Mann dich schmerzte, sondern deine Kindheit, dann hast du dich mit deinem inneren Kind beschäftigt, dir selber etwas Gutes getan (Was eigentlich? Sauna, Friseur, Pediküre?) und dann war alles wieder gut, weil es dann ok war, dass der Mann dich nicht wollte und dein Herz dank Wellness und Kindheit wieder glücklich war?
Ganz ehrlich, mir fällt es etwas schwer, dieses "Rezept" nachzuvollziehen.
Schmerz schmerzt, wenn er passiert. Der Hammer auf das Knie tut weh, dich verletzt der Täter. Du heulst doch nicht vor Schmerzen, weil dein Vater dir vor 40 Jahren auch aufs Knie gehämmert hat, sondern weil JETZT jemand draufhaut. Dein Knie wird immer schmerzen, wenn jemand draufhämmert, da ändert auch das innere Kind nichts daran. Oder ist das sowas wie Feuerlaufen? Mir tut nichts mehr weh?

Hey Truppenursel, danke für deine Denkansätze.

Ich kenne suzannes Ansätze auch aus der Psychologie. Das ist der typische "wunde Punkt". Kennst du das wenn du zu einem Menschen etwas sagst, dass dir völlig harmlos vorkommt, und die Person geht an die Decke? Dann hat man wohl einen wunden Punkt getroffen. Ich denke suzanne meint das so, dass es das auch bei anderen Emotionen gibt, wenn man also "zu stark" auf etwas reagiert.

Das kann bei mir durchaus sein, denn ich denke noch jeden Tag an diese Verletzungen, die ich von dem "Zusammenstoß" mit ihm hatte. Ich weiß eben nicht, wie normal das ist und hoffte auf Austausch mit Menschen, die auch schon einmal so einer "Eiseskälte" begegnet sind. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich bei Männern, die ich "nicht haben konnte", die mir das aber liebevoll und wertschätzend und ohne Spielchen gesagt haben, nur ein wenig gelitten habe. Es war schnell wieder gut. Bei ihm hören die Wut und der Schmerz aber irgendwie nicht auf.
 
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  • #74
Zitat von Vizee:
Ich würde versuchen meine Gedanken in die Richtung zu konzentriern, daß er sich anfänglich doch nicht sicher war , es versucht hat um dann zu merken, daß es doch so ist wie immer: Sofort oder nie. Versuche von dem benutzt und verraten Gedanken weg zu kommen und eventuell vergeht der Schmerz mit der Zeit..man kann Dir da so schlecht raten irgendwie (noch weiss ich, ob meine eingängliche Vermutung korrekt ist bezüglich halbgar etc..).

Das ist genau der springende Punkt. Aber sein Verhalten während dieser ersten Wochen und gewissen Aussagen deuteten konsistent darauf hin, dass er mit mir spielte. Deswegen habe ich es ja beendet, ich habe von selbst gespürt, dass seine Worte und seine Taten nicht zusammenpassen. In einem Gespräch danach hat er mir mehr oder weniger lächelnd bestätigt, dass er von Anfang an nichts Ernstes mit mir vorhatte.
 
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  • #75
Zitat von Sandy1963:
Nein, Männer ticken anders!
Er war offensichtlich an einer Beziehung interessiert, wollte das aber auf sich zukommen lassen.
Irgendwann hat er gemertkt, dass das wohl doch nicht funktioniert. Vielleicht bist du ihm als Freundin wertvoller als als Partnerin. In einer perfekten Welt wäre da der Zeitpunkt gewesen, dir reinen Wein einzuschätzen. Entweder hat er den Zeitpunkt verpasst oder er ist sich dessen nicht km klaren gewesen. Als er es dann wusste, kommt der Klassiker "ich hab's ja gleich gesagt!" Typisch Selbstschutz!
Ich glaube eher, er war unsicher als das er dich von vornherein benutzten wollte.



Es gibt verschiedene Strategien, damit fertig zu werden.
U.a. die Gefühle und Vermutungen mal weglassen und nur auf die reellen Fakten zu schauen.
Mir scheint aber, dieses Gefühl des benutztwordens hat sich bei dir schon stark verfestigt.
Jeder spürt da individiuellen Leidensdruck; 6 Monate sind aber schon eine Hausnummer!
Hast du mal daran gedacht, dir professionelle Hilfe zu suchen?

Er hat nicht gesagt, "ich hab's ja gleich gesagt", sondern "Sorry, wusste es von Anfang an. Wie, habe ich das etwa nicht klar ausgedrückt? Ups..."

Professionelle Hilfe ist der nächste Schritt nach dem Parship-Form ;). Spaß beiseite: Klar, wenn es sich nicht irgendwann mal auflöst, wäre das eine Option.
 
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  • #76
Endlich mal wieder eine Narzißmusdiagnose.
Bevor aber endlose Diskussionen darüber aufkommen, ob das aus der Ferne möglich ist oder nicht, kläre ich schnell, daß sie falsch ist.
Wäre der Mann nämlich ein Narzißt, hättest du dich sicherlich stark in ihn verliebt. Verliebt warst du aber zu keinem Zeitpunkt in ihn, schreibst du. Deswegen kann er kein Narzißt gewesen sein.
 
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  • #77
Zitat von chiller7:
Flapsig formuliert: Warum macht ein Mann mit einer Frau überhaupt so lange rum, obwohl er doch nichts von ihr will. Er wusste das von Anfang an, so sein bekunden. Wenn man das weiß, läßt man die Finger davon und baut nicht Gefühle auf.
Verarbeitungsstrategie kann m.E. nur dies sein: Der Typ bringt's nicht. Schieß' ihn gedanklich in den Wind.

Soweit ich es verstanden habe, wollte er eine Art Beziehung, nur ohne Verpflichtungen. Es gibt leider genug Leute, für die das interessant ist, auch wenn ich es persönlich nicht nachvollziehen kann.
 
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  • #78
Zitat von Butte:
Dein Beitrag war ein Mix aus Imperativen, Beurteilungen und Prophezeiungen. Sich auf Standpunktlosigkeit herauszureden und zu meinen, man habe ja gar nichts gesagt, sondern sei nur bei ihr und ihrem Gefühl geblieben, ist ja eher unstimmig.
Trauerarbeit schiene mir in der Tat empfehlenswert. Mit kruden Imperativen der Wutkanalisierung zu kommen, ist was anderes.

Was macht DICH eigentlich so wütend?
 
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  • #80
Zitat von flower_sun:
Ich finde es besser, auch wenn es viel schwerer fällt, zu Beginn, wenn der der nicht liebt, rigoros den Kontakt abbricht, um es dem anderen nicht noch schwerer zu machen - zu trösten? Das finde ich geradezu pervers muss ich sagen.

Ja, das war auch komplett übertrieben und hat mich nur auf die falsche Fährte gelockt. Mich stundenlang in den Arm nehmen, mir sagen, dass er alles dafür tun möchte, dass es mir besser geht und mit mir Händchen haltend durch die Gegend laufen und rumkuscheln haben bei mir den Eindruck verstärkt, dass er mich wirklich mag. Die Dosis ist das Gift, wie man so schön sagt, und wenn sich jemand, der einen verletzt hat, gar nicht mehr von einem lösen möchte, weckt das einfach den falschen Eindruck. Ein bisschen Umarmung und lieb sein finde ich wichtig, aber das war komplett missverständlich.
 
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  • #81
Mir gefallen Andres und Buttes Beiträge.

Verschmähte Liebe, Liebeskummer und derlei sind ein schweres Thema.
Natürlich war dieses "in den Wind schießen" von mir nur ein Versuch über die Aufarbeitung.
Schwierig ist oft die Unterscheidung zwischen wahr und hilfreich.
 
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  • #82
Zitat von Butte:
Hm, gibst du gerade ein Beispiel für die Reichweite deiner Beobachtungsgabe?
Auch das könnte das Thema voranbringen.

Nö, lass mal. Finde es aber krass, wie unfreundlich du gegenüber anderen bist. Und von oben herab gute Tipps verteilst, du aber derjenige bist, der als der Unreflektierteste von allen hier heraussticht und deine Antworten vor Zorn, Bitterkeit und Hass selbst nur so triefen.
 
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  • #83
Zitat von chiller7:
Schwierig ist oft die Unterscheidung zwischen wahr und hilfreich.

Als Zeitarbeiter in der Agentur für Aufklärung e. V. habe ich die Meinung zu vertreten, daß für den erwachsenen, reifen Mensches beides mittelfristig konvergiert. Auch Ingeborg hat mal so etwas ähnliches gesagt.
Wenn nötig, finde ich sicherlich noch andere Gestalten der Historie, auf welche man seine Wut kanalisieren könnte. Ich bin allerdings dafür, nicht bei den Unreflektiertesten zu schauen, sondern bei den Ahnungslosesten.
 

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  • #84
Zitat von chiller7:
Mir gefallen Andres und Buttes Beiträge.

Verschmähte Liebe, Liebeskummer und derlei sind ein schweres Thema.
Natürlich war dieses "in den Wind schießen" von mir nur ein Versuch über die Aufarbeitung.
Schwierig ist oft die Unterscheidung zwischen wahr und hilfreich.

Ja - ich fand die Beiträge - genauso wie Tinas und Suzannes Gedanken sehr anregend.
Komischerweise scheinen das genau die Beiträge zu sein, mit denen Mjamm nichts anfangen kann - bzw. sie genau diese als "Angriff" versteht (ich diese Beiträge jedoch nicht als Angriff wahrnehme. Oder als zerfleddern sehe oder sonst etwas in der Richtung).
Tja - schade...

An dieser Stelle ein Dankeschön von mir - ich habe etwas aus den Gedanken ziehen können.

@ Mjamm - interessant finde ich die Entwicklung Deiner Beiträge...
Im Eingangsthread hast Du (in meinen Augen) versucht, die Situation so zu schildern, wie Du sie empfunden hast.
Mittlerweile bist Du bemüht, diesen Mann fast ausschließlich als "furchtbaren" Menschen mit all seinen Fehlern darzustellen.
Da lese ich viel verletzten Stolz heraus...
Aber eigentlich keinen Liebeskummer (mehr?)...
Vielleicht steckst Du aber einfach in Phase 2 - der Wutphase...

Wünsche Dir, dass Du damit abschließen kannst und Deinen Weg ohne Verbitterung weitergehen kannst...
 
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  • #85
Zitat von suzanne:
Nochmals zur Erinnerung, weil der Post schon ein wenig weiter oben liegt: Das Gefühl, über das wir reden, ist das Gefühl, nicht gewollt zu sein, überflüssig zu sein, nicht geliebt zu werden. Verlassen zu sein, mutterseelenallein. So ein Gefühl in etwa.

Ich kann nur von mir sprechen. Mich hat die Erkenntnis (und das war keine rationale Erkenntnis, sondern eine Erkenntnis vom Herzen her), dass ich das Gefühl aus früher Kindheit kenne, ja, dass es sogar ein ganz wesentlicher Teil meiner Persönlichkeit ist, tief erschüttert. Ich war mir dessen bis dahin nicht bewusst. Also rational vielleicht schon ein wenig, aber ich habe es nie wirklich g e f ü h l t , d.h. den Schmerz an mich herangelassen. Auf einmal konnte ich meinen Anteil an der «Geschichte» mit dem Mann sehen. Bisher hatten meine Gedanken nahezu non-stop um ihn gekreist, um das, was zwischen uns vorgefallen war. Ich wollte es verstehen, ihn verstehen, uns verstehen und es gelang mir einfach nicht, egal, wie sehr ich mich bemühte. Doch mit einem Mal erkannte ich, dass es gar nicht um ihn oder uns geht, sondern um mich. All meine Grübelei über die gescheiterte Beziehung hat mein Hirn nur –– gleichsam als nicht enden wollende Theatervorstellung –– inszeniert, um mein Herz vor dem Schmerz der absoluten Verlassenheit zu bewahren. Als mir das klar wurde, konnte ich ihn (den Mann) endlich loslassen. Und ich konnte anfangen, meine Energie wieder auf mich selbst zu richten. Ich habe mich eine Zeit lang intensiv mit dem «inneren Kind» beschäftigt, am Anfang auch mit professioneller Unterstützung. Es ging mir sehr schnell sehr viel besser, denn auf einmal konnte ich etwas tun (nämlich mir gutes), aktiv sein, eigenverantwortlich und musste meine ganze Kraft nicht mehr «ihm» zuwenden, der damit gar nichts anfangen konnte und mich nie darum gebeten hat.

Diese Erfahrung –– und damit meine ich auch diese «Geschichte» mit dem Mann –– möchte ich nicht missen. Sie war und ist wesentlich für meine Entwicklung.

Es ist natürlich das Gefühl, nicht geliebt zu werden. Aber am schlimmsten ist dieses Gefühl des Benutztwerdens. Und dass jemand jede Form von Nähe zulässt und darunter trotzdem eiskalt ist. Das ist irgendwie ein Erlebnis, das mich nicht loslässt.

Mh ja, vielleicht muss ich mich mal mit dem inneren Kind beschäftigen. Mit ihm beschäftigen bringt natürlich nichts... keine Ahnung, warum er tut, was er tut. Ich bin trotzdem unendlich wütend auf ihn, aber gleichermaßen auf mich, weil ich naiv war, Anzeichen nicht sehen WOLLTE (weil es zu schmerzhaft gewesen wäre), jemanden an mich herangelassen habe, für den ich wertlos bin, und einfach verzweifelt genug war, um ein paar Mal ein Auge zuzudrücken, als es schon ganz doll weh getan hat. Beispielsweise nach unserem ersten Gespräch. Wie soll ich mir selbst verzeihen?
 
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  • #86
Mal konkret, fernab von der Frage, ob wahr oder unzutreffend: ist es hilfreich, sich zu sagen, man habe ihn ja nie geliebt?
Welchen Gewinn hat man, wenn man sich und anderen das sagt, und welchen Verlust?
Und wenn die Rechnung derartig wichtig wird, daß der eigene Gefühlshaushalt über Monate in hohem Maße von ihm abhängt, könnte es auch hilfreich sein, die Rechnung zu überprüfen.
 
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  • #87
Zitat von fleurdelis:
Ich denke dass das hier das größte Problem ist. Daher die Weigerung loszulassen. Stolz kann uns oft im Weg stehen und ist eine ziemlich negative und unsympathische Eigenschaft. Und auch unattraktiv.

Eine gesunde Portion Stolz, wenn man es so ausdrücken will, hilft uns natürlich dabei, zu erkennen wo unsere Grenzen sind, deswegen mag ich das Wort Stolz in dieser Verbindung eigentlich nicht, aber nach einem halben Jahr sich immer noch benutzt vorkommen, ist meines Erachtens definitiv eine übertriebene Form des Stolzes. Und das ist das fiese daran: "wie konnte dieser Mann ausgerechnet mir, die ich ja so toll bin, das antun."

Benutzt kann man sich mit Recht fühlen, wenn man zu etwas gezwungen wurde, was man selbst nicht wollte. Aber in deinem Falle, du hast dich freiwillig eingelassen, fehlt mir der Bezug zum Wort "benutzt".

In meinem Leben als erwachsene Frau ist er nicht der erste Mann, der sich bei mir unsicher war. Ich hatte schon mehrere Männer, die auch schon von Vorneherein gar keine Beziehung mit mir wollten. Ich bin sehr viel besser darüber hinweggekommen. Eine Abfuhr zu erhalten gehört einfach dazu, damit habe ich normalerweise auch nicht wirklich ein Problem.

Benutzt hat er mich, weil er mit Absicht unehrlich war. Das ist genau das, was mich so verletzt hat. Er ist das Risiko eingegangen, mir wehzutun, um seine Bedürfnisse zu erfüllen. Das hat mich einfach zutiefst schockiert. Ich dachte, wir wären in jedem Fall Freunde, und Freunde würden so etwas nicht versuchen.
 
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  • #88
Zitat von Blanche:
Ja - ich fand die Beiträge - genauso wie Tinas und Suzannes Gedanken sehr anregend.
Komischerweise scheinen das genau die Beiträge zu sein, mit denen Mjamm nichts anfangen kann - bzw. sie genau diese als "Angriff" versteht (ich diese Beiträge jedoch nicht als Angriff wahrnehme. Oder als zerfleddern sehe oder sonst etwas in der Richtung).
Tja - schade...

An dieser Stelle ein Dankeschön von mir - ich habe etwas aus den Gedanken ziehen können.

@ Mjamm - interessant finde ich die Entwicklung Deiner Beiträge...
Im Eingangsthread hast Du (in meinen Augen) versucht, die Situation so zu schildern, wie Du sie empfunden hast.
Mittlerweile bist Du bemüht, diesen Mann fast ausschließlich als "furchtbaren" Menschen mit all seinen Fehlern darzustellen.
Da lese ich viel verletzten Stolz heraus...
Aber eigentlich keinen Liebeskummer (mehr?)...
Vielleicht steckst Du aber einfach in Phase 2 - der Wutphase...

Wünsche Dir, dass Du damit abschließen kannst und Deinen Weg ohne Verbitterung weitergehen kannst...

Blanche, ich nehme das einfach anders wahr. Nicht den Inhalt der Botschaft, sonden wie die Botschaft geliefert wird... Was ein paar Personen hier vereint, ist dass sie mir versuchen einzureden, dass das Problem ausschließlich bei mir liegt. Ich hätte ja verstanden, wenn sie empathisch versucht hätten, mir zu zeigen, wo mein Anteil liegt. Aber bei all meinen Schilderungen immer nur noch mir einreden zu wollen, dass ich alleine das Problem bin, ist für mich einfach nur Trolling par excellence.

Ja, in der Wutphase stecke ich. Das ist genau der Punkt. Verbitterungen wären tatsächlich unschön, das will ich ja vermeiden :(.
 
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  • #89
Zitat von Butte:
Mal konkret, fernab von der Frage, ob wahr oder unzutreffend: ist es hilfreich, sich zu sagen, man habe ihn ja nie geliebt?
Welchen Gewinn hat man, wenn man sich und anderen das sagt, und welchen Verlust?
Und wenn die Rechnung derartig wichtig wird, daß der eigene Gefühlshaushalt über Monate in hohem Maße von ihm abhängt, könnte es auch hilfreich sein, die Rechnung zu überprüfen.

Ooooh, wieder hast du in all deiner Weisheit einen Widerspruch aufgedeckt: Ich sagte, ich hätte ihn nie geliebt, aber du in deinem cleveren Köpfchen weißt gaaanz genau, dass ich mir hier voll was vormache. Chapeau! Dieser Logik zufolge müsste er ja dann doch ein Narzisst sein, weil ich ihn ja doch... Aber dann würdest du dir ja eigentlich selbst wiedersprechen, und da du ja so intelligent bist kann das ja nicht sein.

Aber Hauptsache, du hast deinen Spaß, jedes meiner Worte gegen mich zu verwenden.
 
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  • #90
Zitat von Mjamm:
Ja, eben. Die Doppelung der Ereignisse.

Nicht den Inhalt der Botschaft, sonden wie die Botschaft geliefert wird... Was ein paar Personen hier vereint, ist dass sie mir versuchen einzureden, dass das Problem ausschließlich bei mir liegt.
Abgesehen, daß dies doch wohl der Inhalt und nicht die Form der Botschaft wäre: ich habe kein Posting von dieser Art hier gelesen.

Ich hätte ja verstanden, wenn sie empathisch versucht hätten, mir zu zeigen, wo mein Anteil liegt.
Mich interessiert keine Aufteilung in Anteile. Dich offenbar immens. Und dann kommt das ganze unterschwellige Rechnen. Mit dem Resultat der offenbar realitätsfremden Wahrnehmungen.

Ich würde das Suchen von Anteilen unterlassen. Es wird sowieso ungerecht. Wenn man sich deine Darstellungen anschaut, aburteilst du beinahe nur ihn, den Abwesenden. Und dies zunehmend. Bezüglich deiner kommt dann immer so nachgeschoben, daß du ja auch so wütend auf dich selbst seist. Natürlich, um sofort den Bogen zurück zu finden: daß du so einem Dreckskerl auf den Leim gegangen bist.

Nein, meine Empfehlung ist nicht, dir mehr Schuldanteile zuzuschreiben. Versuch eher aus dem Schuldzuschreibungsspiel rauszukommen. Es verblendet immer mehr und macht nur ungerechter.