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  • #31
Liebe Mjamm,
ich kenne das auch. Es ist einfach so, man fühlt sich benutzt und man darf sich auch so fühlen. Du bist noch mitten in der Trauerarbeit, Wut zu empfinden ist schon die nächste Stufe. Wut tut gut und lasse sie einfach zu. Du hast Alles richtig gemacht, Du hattest Gefühle, das ist schön, er hatte keine von Anfang an, also darfst Du ruhig wütend auf ihn sein. Kanalisiere Deine Wut vollkommen in diesem Stadium auf ihn und nicht auf Dich, Du wirst sehen, das hilft. Und dann bekommen die Gefühle irgendwann ein Gleichgewicht und irgendwann empfindest Du das Ganze als halt eine bittere Erfahrung und kannst diese Beiseite legen.
 
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  • #32
Dies Forum ist der beste Beleg dafür, daß es so glatt mit den Stadien der Verarbeitung nicht läuft. Vielleicht ists öfter doch eher eine schiefe Ebene. Und der eine oder andere scheint mir schon so weit unten angelangt, daß er gar nichts mehr mitzukriegen scheint, so sehr hat er Sinn für Realität, Urteilsvermögen und Emotionalität korrumpiert. Angesichts dessen und auch der sechs Monate liest sich die Empfehlung, die Wut noch ungerechter und blinder auf ihn zu "kanalisieren" doch ein klein wenig ahnungslos, wenn nicht unfreiwillig zynisch.
 
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  • #33
Ahnungslos nicht, aber freiwillig ironisch.
 
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  • #34
Ah, lieber Butte, ich wusste, dass so eine Antwort kommt. Meine Empfehlung ist keine Empfehlung, sondern ich blieb ganz bei ihr und ihrem Gefühl. Du bist bei ihm ("Wut noch ungerechter und blinder"), da unterstellst Du ihr ungerechte Gefühle. Das bringt nichts. Und sechs Monate sind keine lange Zeit.
 
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  • #35
Zitat von Marlene:
Ah, lieber Butte, ich wusste, dass so eine Antwort kommt. Meine Empfehlung ist keine Empfehlung, sondern ich blieb ganz bei ihr und ihrem Gefühl. Du bist bei ihm ("Wut noch ungerechter und blinder"), da unterstellst Du ihr ungerechte Gefühle. Das bringt nichts. Und sechs Monate sind keine lange Zeit.

Dein Beitrag war ein Mix aus Imperativen, Beurteilungen und Prophezeiungen. Sich auf Standpunktlosigkeit herauszureden und zu meinen, man habe ja gar nichts gesagt, sondern sei nur bei ihr und ihrem Gefühl geblieben, ist ja eher unstimmig.
Trauerarbeit schiene mir in der Tat empfehlenswert. Mit kruden Imperativen der Wutkanalisierung zu kommen, ist was anderes.
 
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  • #36
Wichtig ist doch nicht eine irgendwie gelagerte Wahrheit. Wichtig ist, wie man mit schlechten Erlebnissen umgeht. Und da kann, daher mein anfänglicher Rat, es privat zu bereden, ein Forum nichts leisten.
Es ist zu intim.
 

Blanche

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  • #37
Habe ich auch schon mal erlebt - bei mir hatte alles gepasst, bei ihm die Gefühle nicht gereicht.
Er hat damals die Beziehung nach guten 2 Monaten beendet, als er merkte, dass bei mir die Gefühle immer mehr wurden...
Ich habe gedacht - "weshalb ist er die Beziehung überhaupt mit mir eingegangen, wenn von vornherein nicht so viel an Gefühlen da war?". Doch es ist eben so, dass man das manchmal erst im Laufe einer Beziehung selber spürt, dass es nicht passt. Oder es sich nicht sofort eingestehen will/ kann.
Er hätte sich gewünscht, dass es bei ihm weiter wächst - hat aber im Urlaub (den er alleine schon vor unserer Beziehung gebucht hatte und durchzog) gemerkt, dass die Beziehung kein Potential mehr hatte. Weil er gemerkt hat, dass er mich im Urlaub nicht vermisst hat.
Dass es eben nur ein "mögen" und kein "lieben" war. Ihm das auf Dauer nicht reichte.
Wenn dieser Urlaub nicht gewesen wäre, wäre die Beziehung vielleicht noch etwas in die Länge gezogen worden.

Mir hat damals erst einmal Ablenkung geholfen, meine Freunde & Familie, die mir Rückhalt boten.
Generell der Abstand. Ruhe.
Und Gespräche mit einem guten Freund (der auch Psychotherapeut ist).

Habe es auch schon erlebt, dass ich mich von den starken Gefühlen eines Anderen habe "mitreißen" lassen und mir dachte, ich mag ihn schon sehr, der Rest wächst da auch - der Verstand sagt ja "ja" und mein Herz sagt nicht "nein".
(Ich finde beides - sowohl Verstand als auch Herz sehr wichtig - da sollte einfach ein gutes Gleichgewicht herrschen...)
Erst nach der Beziehung (die er beendete) wurde mir bewusst, dass ich nicht trauerte, weil ich "ihn" verloren hatte.
Sondern dass ich trauerte, wieder alleine zu sein...
Und das war übrigens nicht einfach, mir das einzugestehen...
Wenn er sich nicht getrennt hätte, hätte ich irgendwann den Mut gehabt zu erkennen, dass bei mir "zu wenig" Gefühle vorhanden waren?
Hätte ich die Konsequenzen daraus gezogen? Ich weiß es nicht.
Doch ich finde die Vorstellung im Nachhinein grausig, dass wir vielleicht heute noch zusammen wären... Weil er es nicht verdient hätte, mit einer Frau zusammen zu sein, die ihn nicht wirklich liebt - egal ob mir das bewusst oder unbewusst gewesen wäre...

Da wäre auch grundsätzlich die Frage: "was erwarte ich von einer Beziehung?"
Wichtig ist, dass beide das gleiche erwarten, damit die Wahrscheinlichkeit steigt, dass es auf Dauer passt.
Es kann aber auch durchaus sein, dass jemand von einer Beziehung mit einem "mögen" statt "lieben" zufrieden ist.
Oder da eben keinen Unterschied sieht. Hat auch seine Daseinsberechtigung.
(ich meine damit, dass meine Erwartungen, die ich brauche, empfinde und leben möchte - nicht die allgemein gültigen sind. Und alles, was davon abweicht nicht "minderwertig" ist. Und könnte übrigens auch nicht mit Sicherheit sagen, ob meine Erwartungen bis zu meinem Lebensende die gleichen bleiben werden oder sie sich doch noch verändern können)...

Buttes und Tinas Beiträge finde ich anregend, interessante Gedankengänge.
Ich sehe da kein Zerfleddern.

An Deiner Antwort bzgl. Tinas Post lese ich heraus, dass Du Dich angegriffen fühlst - kann nur nicht nachvollziehen, warum.

Vielleicht ist das Problem einfach grundsätzlich die Wahrnehmung. Die ist sehr individuell.
 
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  • #38
Zitat von chiller7:
Wichtig ist doch nicht eine irgendwie gelagerte Wahrheit. Wichtig ist, wie man mit schlechten Erlebnissen umgeht. Und da kann, daher mein anfänglicher Rat, es privat zu bereden, ein Forum nichts leisten.
Es ist zu intim.

Manchmal verstehe ich das nicht so ganz: Dieses Forum lebt doch gerade von "intimen" Sachen, oder?
 
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  • #39
P.S: das mit der "es war keine Empfehlung" nehme ich zurück. Klar, es war eine Empfehlung. Aber nur gerade für den jetzigen Zeitpunkt.
 

Heppy

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  • #40
Ich würde mich eher fragen, wieso habe ich mich benutzen lassen, denn darauf kann ich mir eine Antwort geben. Ich kann mich mit mir und meinen Erwartungen auseinandersetzen, mir sagen das irren menschlich ist, die Welt nicht untergegangen ist und mir verzeihen. Meine Wünsche überdenken etc. Mein Schmerz darf dann heilen. Ein Schmerz heilt mit Liebe und Güte, nicht mit Wut.

Ich finde die Anregungen von butte und Tina interessant und nicht zerfleddernt. Manchmal reagiert man auch auf etwas sehr heftig und meist hat das dann mit einem selbst viel zu tun. Denn wenn nicht, könnte man es ja locker lesen. Ich kenne das auch von mir.

Was ich wiederum wenig hilfreich finde, ist die Wut auf ihn zu richten. Wie soll sie da ins Gleichgewicht kommen? Das ist für meine Auffassung sehr einseitig gedacht und hilft meistens auch nur kurzfristig. Denn sie hat schließlich auch ihren Anteil daran gehabt ( bewusst oder unbewusst).
 

suzanne

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  • #41
Zitat von Mjamm:
Ja, das Gefühl kenne ich mit Sicherheit schon von früher. Nur was dann?

Nochmals zur Erinnerung, weil der Post schon ein wenig weiter oben liegt: Das Gefühl, über das wir reden, ist das Gefühl, nicht gewollt zu sein, überflüssig zu sein, nicht geliebt zu werden. Verlassen zu sein, mutterseelenallein. So ein Gefühl in etwa.

Ich kann nur von mir sprechen. Mich hat die Erkenntnis (und das war keine rationale Erkenntnis, sondern eine Erkenntnis vom Herzen her), dass ich das Gefühl aus früher Kindheit kenne, ja, dass es sogar ein ganz wesentlicher Teil meiner Persönlichkeit ist, tief erschüttert. Ich war mir dessen bis dahin nicht bewusst. Also rational vielleicht schon ein wenig, aber ich habe es nie wirklich g e f ü h l t , d.h. den Schmerz an mich herangelassen. Auf einmal konnte ich meinen Anteil an der «Geschichte» mit dem Mann sehen. Bisher hatten meine Gedanken nahezu non-stop um ihn gekreist, um das, was zwischen uns vorgefallen war. Ich wollte es verstehen, ihn verstehen, uns verstehen und es gelang mir einfach nicht, egal, wie sehr ich mich bemühte. Doch mit einem Mal erkannte ich, dass es gar nicht um ihn oder uns geht, sondern um mich. All meine Grübelei über die gescheiterte Beziehung hat mein Hirn nur –– gleichsam als nicht enden wollende Theatervorstellung –– inszeniert, um mein Herz vor dem Schmerz der absoluten Verlassenheit zu bewahren. Als mir das klar wurde, konnte ich ihn (den Mann) endlich loslassen. Und ich konnte anfangen, meine Energie wieder auf mich selbst zu richten. Ich habe mich eine Zeit lang intensiv mit dem «inneren Kind» beschäftigt, am Anfang auch mit professioneller Unterstützung. Es ging mir sehr schnell sehr viel besser, denn auf einmal konnte ich etwas tun (nämlich mir gutes), aktiv sein, eigenverantwortlich und musste meine ganze Kraft nicht mehr «ihm» zuwenden, der damit gar nichts anfangen konnte und mich nie darum gebeten hat.

Diese Erfahrung –– und damit meine ich auch diese «Geschichte» mit dem Mann –– möchte ich nicht missen. Sie war und ist wesentlich für meine Entwicklung.
 
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  • #42
Zitat von suzanne:
Diese Erfahrung –– und damit meine ich auch diese «Geschichte» mit dem Mann –– möchte ich nicht missen. Sie war und ist wesentlich für meine Entwicklung.

Ein paar Aspekte aus meiner Kindheit, die sich auf meine Beziehungen auswirkten, machte mir auch mein Freund klar (der Psychologe).
Es war befremdlich diese Gedanken zu hören und ich konnte mich nur Schritt für Schritt darauf einlassen, es wahr zu haben - jedoch - es hat mir geholfen.
Einige Muster, die ich in Beziehungen an den Tag legte (vor allem die Verlustangst) begriffen - verstanden woher sie rührt(en).
Gelernt, damit umzugehen und konnte dadurch auch diese Muster durchbrechen (gelingt mir auch nicht immer, weiß aber worauf ich achten kann).

Jede gescheiterte Beziehung hat Schmerz, zum Teil Wut und Trauer mitgebracht. Es war ein Stück weit Arbeit, diese Ebene zu verlassen.
Ich denke jedoch, dass das ganz normale Prozesse sind, die ihre Berechtigung haben.
Wie lange diese dauern - das ist wirklich sehr unterschiedlich.
Mein kürzester Prozess dauerte 2 Monate - der längste ein ganzes Jahr...
Doch ich würde keine meiner vergangenen Beziehungen missen wollen.
Ich habe mich durch jede einzelne ein Stück weit besser kennengelernt...
Sie haben mich geprägt.
Und empfinde Dankbarkeit, für die schöne gemeinsame Zeit, die ich (unabhängig vom jeweiligen Trennungsverlauf) erleben durfte.
 
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c.henning

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  • #43
@suzanne
sehr berührend zu lesen, danke
 
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  • #44
Ach Gott, ja, wie berührend, Ich mache mich lieber unbeliebt, mit meiner Leberkässemmel. Einseseits so, anderseits so.
 
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  • #45
Zitat von Mjamm:

Ich denke dass das hier das größte Problem ist. Daher die Weigerung loszulassen. Stolz kann uns oft im Weg stehen und ist eine ziemlich negative und unsympathische Eigenschaft. Und auch unattraktiv.

Eine gesunde Portion Stolz, wenn man es so ausdrücken will, hilft uns natürlich dabei, zu erkennen wo unsere Grenzen sind, deswegen mag ich das Wort Stolz in dieser Verbindung eigentlich nicht, aber nach einem halben Jahr sich immer noch benutzt vorkommen, ist meines Erachtens definitiv eine übertriebene Form des Stolzes. Und das ist das fiese daran: "wie konnte dieser Mann ausgerechnet mir, die ich ja so toll bin, das antun."

Benutzt kann man sich mit Recht fühlen, wenn man zu etwas gezwungen wurde, was man selbst nicht wollte. Aber in deinem Falle, du hast dich freiwillig eingelassen, fehlt mir der Bezug zum Wort "benutzt".
 
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  • #46
Zitat von Mjamm:
Hallo liebes Forum,

ich wollte mich mal mit Leuten austauschen, die vielleicht ähnliches erlebt und ein paar Tipps für mich haben.

Ich habe im Frühjahr dieses Jahres mit einem Mann angebandelt, von dem ich dachte, dass wir wirklich Potenzial haben. Wir kannten uns davor schon etwa ein Jahr, aber da er noch eine zeitlang eine Beziehung hatte, kamen wir uns nicht näher. Dann war er Single und wir trafen uns ein paar Mal im Bekanntenkreis. Wir fingen an, uns regelmäßig zu schreiben und auch platonisch zu treffen, doch beide waren wir etwas schüchtern, da wir nicht wussten, ob der andere wirklich mehr als Freundschaft/Bekanntschaft will, da wir uns eben davor schon freundschaftlich kannten. Doch wir hatten auf jeden Fall monatelang durchgehend Kontakt, telefonierten ein paar Mal bis tief in die Nacht, telefonierten auch so ab und an, chatteten unsund schrieben uns E-Mails, trafen uns... zwar nicht ständig aber doch so häufig, dass zumindest von meiner Sicht aus klar war, dass wir uns gerade für eine Beziehung beschnupperten. Durch Komplimente von seiner Seite aus wusste ich auch, dass ich ihm auch als Frau gefalle.

Schließlich passierte es, wir küssten uns und es ging auch gleich sehr weit. Etwas zu schnell für meinen Geschmack, auf der anderen Seite kannten wir uns auch gut. Danach hatten wir täglich Kontakt, telefonierten und trafen uns auch drei Tage später wieder. Wir gingen auf eine Veranstaltung und kuschelten und küssten uns danach in einem Park.

Dort kam der Hammer: Er sei sich nicht sicher, ob er eine Beziehung wolle. Er sprach davon, wie Beziehungen bis jetzt immer anstrengend für ihn waren und dass er beruflich gerade sowieso wichtige Ziele habe, für die er seine ganze Energie brauche. Auch hätte er angeblich ein Problem mit seiner Fähigkeit, Liebe zu empfinden.

An diesem Abend gab es viele Tränen von meiner Seite, wobei er sich aber total um mich kümmerte, mich streichelte, mich tröstete.. an diesem Punkt hätte ich gehen sollen, es hat aber mein Herz fast zerrissen, da ich ihn so gerne mochte, ich mich so gut mit ihm verstand und die körperliche Chemie auch super zwischen uns stimmte. Ich konnte nicht fassen, dass sich diese Chance, obwohl alles so schön schien, gerade in Luft auflöste.

Also glaubte ich seinen Beteuerungen, dass er sich nicht sicher war, mich aber total mochte und gerne einfach mal schauen wollte, wie sich das Ganze mit uns entwickelte.

Vier Wochen "Dating" folgten, in denen er zwar immer präsent, aber doch auf eine gewisse Art und Weisse distanziert war. Dann konfrontierte ich ihn nochmals, da ich genau spürte, dass sich bei ihm nichts entwickelte. Er sagte dann zu mir, dass er bei mir einfach nichts fühle, dass es bei ihm entweder von der ersten Sekunde gefühlsmäßig stimmt oder eben gar nicht, dass er nie mehr für mich fühlen wird, dass er das mit uns nur als Freundschaft Plus sieht, dass er mich nicht vermisst, wenn ich nicht bei ihm bin, etc. Das schlimmste war für mich, dass ihm laut eigener Aussage das alles schon von Anfang an klar gewesen war, er es aber nie deutlich gesagt hatte.

Ich habe daraufhin alles beendet und den Kontakt seither abgebrochen. Er hat sich auch gar nicht bemüht, wenigstens eine Freundschaft mit mir aufzubauen, obwohl wir uns in einem ähnlichen Umfeld bewegen und er jetzt zu gewissen Aktivitäten nicht mehr kommen kann, weil die immer von einer Freundin von mir organisiert werden... und andere Dinge, die jetzt schwierig geworden sind. Es scheint ihn aber null zu interessieren und vermissen tut er mich ja wie gesagt auch kein bisschen.

Das ist jetzt ein halbes Jahr her, aber mein Herz ist immer noch nicht wirklich verheilt. Danach habe ich furchtbar gelitten. Es wurde Monat für Monat ein Stückchen besser. Aber ich komme nicht über dieses Gefühl hinweg, dass er mich benutzt hat. Er wusste anscheinend von Anfang an, dass er nie mehr für mich empfinden wird, lässt es aber weiterlaufen, bis ich ihn konfrontiere. Ich dachte, er mag mich. Wir haben so viel miteinander geredet, dass er einmal sogar zu mir sagte, dass wohl kein Mensch so viel von ihm weiß wie ich. Doch jetzt spiele ich nicht mehr mit und bin wütend auf die Art und Weise, wie er mit mir verfahren hat, und keine Mühe mehr von seiner Seite wert... oder zumindest so scheint es.

Ich bin so wütend auf mich selbst, dass ich jemanden so nah an mich herangelassen habe, für den ich keine Bedeutung hatte und habe. Dem ich nicht einmal den klitzekleinsten Versuch Wert bin, es wieder gutzumachen. Der mit mir eingekuschelt eingeschlafen ist und meine Geheimnisse angehört hat, und dem ich trotzdem kein Stück nahe gekommen bin.

Es ist eine Mischung aus Wut auf ihn und auf mich. Kennt jemand von euch dieses Gefühl? Wie geht ihr damit um?
Du hast ihm vertraut, aber bei ihm wurde nicht mehr daraus. Männer und Frauen verlieben sich unterschiedlich schnell ineinander und auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten, Ich finde, du hast nichts falsch gemacht, gräm dich nicht. Ein halbes Jahr, meine Güte, überdenke deine Gefühle und vielleicht kannst du beim nächsten Mal, deine Gefühle etwas mehr lenken, nur ein klein wenig, damit du nicht noch einmal so leiden musst. Letztlich ist es ja genau das "Risiko", was die Gefühlswelt ausmacht: Man macht sich verletzbar, wenn man sich öffnet.
 
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  • #48
Zitat von suzanne:
Kennst Du das Gefühl, den anderen Menschen nicht am Herzen zu liegen, das Gefühl, dass niemand Dir innig zugeneigt ist? Das Gefühl, dass Du nicht wichtig bist und sich niemand mit Dir auseinandersetzen mag vielleicht aus Deiner Kindheit?

Es ist nur eine Hypothese, aber spür da mal hin.
und dann? Was würde ihr das "spüren" dann bringen? Dass sie sich dann sagen kann, der Mann hat völlig korrekt gehandelt und dass es nichts wurde, liegt daran, dass sie in ihrer Kindheit ebenfalls Zurückweisung erfahren hat?
 
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  • #49
Zitat von Blanche:
Einige Muster, die ich in Beziehungen an den Tag legte (vor allem die Verlustangst) begriffen - verstanden woher sie rührt(en).
Gelernt, damit umzugehen und konnte dadurch auch diese Muster durchbrechen (gelingt mir auch nicht immer, weiß aber worauf ich achten kann).
Dann erkläre uns bitte, worauf du nun achten kannst und wie du konkret solche Muster durchbrichst.
Zitat von Blanche:
Mein kürzester Prozess dauerte 2 Monate - der längste ein ganzes Jahr...
.
Das ist ja nicht sehr lange. Vielleicht empfindest du deshalb Dankbarkeit für diese Erfahrungen, weil du ja nie mehr als ein Jahr gelitten hast. Es gibt Menschen, die leiden 3, 4, 5, 10 Jahre unter einer gescheiterten Liebe. Ich glaube nicht, dass die dankbar sind, dass sie sich selber dadurch "besser kennengelernt haben", denn am Ende hat man auch nichts mehr davon, wenn man sich selber gut kennt, aber dann schon 90 ist.
 

suzanne

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  • #50
Zitat von Truppenursel:
und dann? Was würde ihr das "spüren" dann bringen? Dass sie sich dann sagen kann, der Mann hat völlig korrekt gehandelt und dass es nichts wurde, liegt daran, dass sie in ihrer Kindheit ebenfalls Zurückweisung erfahren hat?

Das habe ich – so gut es mir möglich ist – im Post #41 versucht, zum Ausdruck zu bringen.
 
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  • #51
Zitat von suzanne:
Das habe ich – so gut es mir möglich ist – im Post #41 versucht, zum Ausdruck zu bringen.
Das war mir zu wenig greifbar und hatte ich nicht verstanden.
Dir wurde klar, dass nicht der Mann dich schmerzte, sondern deine Kindheit, dann hast du dich mit deinem inneren Kind beschäftigt, dir selber etwas Gutes getan (Was eigentlich? Sauna, Friseur, Pediküre?) und dann war alles wieder gut, weil es dann ok war, dass der Mann dich nicht wollte und dein Herz dank Wellness und Kindheit wieder glücklich war?
Ganz ehrlich, mir fällt es etwas schwer, dieses "Rezept" nachzuvollziehen.
Schmerz schmerzt, wenn er passiert. Der Hammer auf das Knie tut weh, dich verletzt der Täter. Du heulst doch nicht vor Schmerzen, weil dein Vater dir vor 40 Jahren auch aufs Knie gehämmert hat, sondern weil JETZT jemand draufhaut. Dein Knie wird immer schmerzen, wenn jemand draufhämmert, da ändert auch das innere Kind nichts daran. Oder ist das sowas wie Feuerlaufen? Mir tut nichts mehr weh?
 

Andre

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  • #52
Zitat von Mjamm:
An diesem Abend gab es viele Tränen von meiner Seite, wobei er sich aber total um mich kümmerte, mich streichelte, mich tröstete.
Dass ihr danach noch "weiter gedatet" habt, könnte auch daran liegen, dass er Mitleid mit dir hatte. Oder dass er sich dachte: Sie liebt mich, und sowas wirft man ja nicht so einfach weg.
 
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  • #53
Zitat von Andre:
Dass ihr danach noch "weiter gedatet" habt, könnte auch daran liegen, dass er Mitleid mit dir hatte. Oder dass er sich dachte: Sie liebt mich, und sowas wirft man ja nicht so einfach weg.
Ich finde es besser, auch wenn es viel schwerer fällt, zu Beginn, wenn der der nicht liebt, rigoros den Kontakt abbricht, um es dem anderen nicht noch schwerer zu machen - zu trösten? Das finde ich geradezu pervers muss ich sagen.
 
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  • #54
Zitat von flower_sun:
Ich finde es besser, auch wenn es viel schwerer fällt, zu Beginn, wenn der der nicht liebt, rigoros den Kontakt abbricht, um es dem anderen nicht noch schwerer zu machen - zu trösten? Das finde ich geradezu pervers muss ich sagen.
Ich finde es pervers, wenn man zu wissen glaubt, was dem Verlassenen den Verlust schwerer oder leichter macht.
 

Andre

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  • #56
Zitat von flower_sun:
Ich finde es besser, auch wenn es viel schwerer fällt, zu Beginn, wenn der der nicht liebt, rigoros den Kontakt abbricht, um es dem anderen nicht noch schwerer zu machen ...
Rational betrachtet, wäre es so perfekt. Mjamm hatte diese "perfekte" Idee in dem Moment sogar selbst:

... an diesem Punkt hätte ich gehen sollen ...

Tja. Aber wer ist in so einer Situation schon perfekt.

... ich mich so gut mit ihm verstand und die körperliche Chemie auch super zwischen uns stimmte.

Das beruhte möglicherweise sogar auf Gegenseitigkeit. Anders ergeben diese Aussagen irgendwie auch wenig Sinn.
 
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  • #59
Zitat von Truppenursel:
Schmerz schmerzt, wenn er passiert. Der Hammer auf das Knie tut weh, dich verletzt der Täter. Du heulst doch nicht vor Schmerzen, weil dein Vater dir vor 40 Jahren auch aufs Knie gehämmert hat, sondern weil JETZT jemand draufhaut. Dein Knie wird immer schmerzen, wenn jemand draufhämmert, da ändert auch das innere Kind nichts daran. Oder ist das sowas wie Feuerlaufen? Mir tut nichts mehr weh?

Wenn jemand leidet, weil ein anderer ihn nicht so liebt wie er es gern hätte, ist der Verschmähende ein Täter, der dem anderes aufs Knie haut?
Diese Metaphorik ist beliebt, aber durchaus nicht ganz harmlos und führt zu manch kruden Schlüssen.
 
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  • #60
Zitat von flower_sun:
Sicher nicht, ich bin immer noch der gleichen Ansicht. Könnte es sein, dass dein statement mißzuverstehen ist?

Der den man liebt, tröstet einen darüber hinweg, dass er nicht liebt. Sehr interessante Konstellation. Tut gar nicht weh!
ich wüsste nicht, was für einen denkenden Menschen daran missverständlich sein könnte.

es gibt noch ganz andere Aspekte als den des tröstens.