Beiträge
39
Likes
2
  • #1

Komme nicht über letzte Enttäuschung hinweg

Hallo liebes Forum,

ich wollte mich mal mit Leuten austauschen, die vielleicht ähnliches erlebt und ein paar Tipps für mich haben.

Ich habe im Frühjahr dieses Jahres mit einem Mann angebandelt, von dem ich dachte, dass wir wirklich Potenzial haben. Wir kannten uns davor schon etwa ein Jahr, aber da er noch eine zeitlang eine Beziehung hatte, kamen wir uns nicht näher. Dann war er Single und wir trafen uns ein paar Mal im Bekanntenkreis. Wir fingen an, uns regelmäßig zu schreiben und auch platonisch zu treffen, doch beide waren wir etwas schüchtern, da wir nicht wussten, ob der andere wirklich mehr als Freundschaft/Bekanntschaft will, da wir uns eben davor schon freundschaftlich kannten. Doch wir hatten auf jeden Fall monatelang durchgehend Kontakt, telefonierten ein paar Mal bis tief in die Nacht, telefonierten auch so ab und an, chatteten unsund schrieben uns E-Mails, trafen uns... zwar nicht ständig aber doch so häufig, dass zumindest von meiner Sicht aus klar war, dass wir uns gerade für eine Beziehung beschnupperten. Durch Komplimente von seiner Seite aus wusste ich auch, dass ich ihm auch als Frau gefalle.

Schließlich passierte es, wir küssten uns und es ging auch gleich sehr weit. Etwas zu schnell für meinen Geschmack, auf der anderen Seite kannten wir uns auch gut. Danach hatten wir täglich Kontakt, telefonierten und trafen uns auch drei Tage später wieder. Wir gingen auf eine Veranstaltung und kuschelten und küssten uns danach in einem Park.

Dort kam der Hammer: Er sei sich nicht sicher, ob er eine Beziehung wolle. Er sprach davon, wie Beziehungen bis jetzt immer anstrengend für ihn waren und dass er beruflich gerade sowieso wichtige Ziele habe, für die er seine ganze Energie brauche. Auch hätte er angeblich ein Problem mit seiner Fähigkeit, Liebe zu empfinden.

An diesem Abend gab es viele Tränen von meiner Seite, wobei er sich aber total um mich kümmerte, mich streichelte, mich tröstete.. an diesem Punkt hätte ich gehen sollen, es hat aber mein Herz fast zerrissen, da ich ihn so gerne mochte, ich mich so gut mit ihm verstand und die körperliche Chemie auch super zwischen uns stimmte. Ich konnte nicht fassen, dass sich diese Chance, obwohl alles so schön schien, gerade in Luft auflöste.

Also glaubte ich seinen Beteuerungen, dass er sich nicht sicher war, mich aber total mochte und gerne einfach mal schauen wollte, wie sich das Ganze mit uns entwickelte.

Vier Wochen "Dating" folgten, in denen er zwar immer präsent, aber doch auf eine gewisse Art und Weisse distanziert war. Dann konfrontierte ich ihn nochmals, da ich genau spürte, dass sich bei ihm nichts entwickelte. Er sagte dann zu mir, dass er bei mir einfach nichts fühle, dass es bei ihm entweder von der ersten Sekunde gefühlsmäßig stimmt oder eben gar nicht, dass er nie mehr für mich fühlen wird, dass er das mit uns nur als Freundschaft Plus sieht, dass er mich nicht vermisst, wenn ich nicht bei ihm bin, etc. Das schlimmste war für mich, dass ihm laut eigener Aussage das alles schon von Anfang an klar gewesen war, er es aber nie deutlich gesagt hatte.

Ich habe daraufhin alles beendet und den Kontakt seither abgebrochen. Er hat sich auch gar nicht bemüht, wenigstens eine Freundschaft mit mir aufzubauen, obwohl wir uns in einem ähnlichen Umfeld bewegen und er jetzt zu gewissen Aktivitäten nicht mehr kommen kann, weil die immer von einer Freundin von mir organisiert werden... und andere Dinge, die jetzt schwierig geworden sind. Es scheint ihn aber null zu interessieren und vermissen tut er mich ja wie gesagt auch kein bisschen.

Das ist jetzt ein halbes Jahr her, aber mein Herz ist immer noch nicht wirklich verheilt. Danach habe ich furchtbar gelitten. Es wurde Monat für Monat ein Stückchen besser. Aber ich komme nicht über dieses Gefühl hinweg, dass er mich benutzt hat. Er wusste anscheinend von Anfang an, dass er nie mehr für mich empfinden wird, lässt es aber weiterlaufen, bis ich ihn konfrontiere. Ich dachte, er mag mich. Wir haben so viel miteinander geredet, dass er einmal sogar zu mir sagte, dass wohl kein Mensch so viel von ihm weiß wie ich. Doch jetzt spiele ich nicht mehr mit und bin wütend auf die Art und Weise, wie er mit mir verfahren hat, und keine Mühe mehr von seiner Seite wert... oder zumindest so scheint es.

Ich bin so wütend auf mich selbst, dass ich jemanden so nah an mich herangelassen habe, für den ich keine Bedeutung hatte und habe. Dem ich nicht einmal den klitzekleinsten Versuch Wert bin, es wieder gutzumachen. Der mit mir eingekuschelt eingeschlafen ist und meine Geheimnisse angehört hat, und dem ich trotzdem kein Stück nahe gekommen bin.

Es ist eine Mischung aus Wut auf ihn und auf mich. Kennt jemand von euch dieses Gefühl? Wie geht ihr damit um?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
D

Dr. Bean

  • #2
Hilft nur ne Pause. Is scheisse aber ist so. Und viel Alkohol !
 
Beiträge
493
Likes
30
  • #3
Komplimente bedeutet nicht: ich möchte eine Beziehung
Nächtelang telefonieren bedeutet das auch nicht.
Küssen, streicheln, weitergehen (wie weit auch immer) bedeutet das für einige auch nicht.

Für dich scheinbar schon. Da liegt das Problem. Du fühlst sich nachvollziehbar benutzt. Ob das aber wirklich so ist, kannst du nicht wissen.
Zumal er ja seine Zweifel geäußert hat.

Du wirst das nie herausfinden, wenn ihr weiter keinen Kontakt habt.
Die Frage ist: musst du das wissen? Wie gehst du mit den Antwortmöglichkeiten um?
 
G

Gast

  • #4
Bitter ist aber schon, weil sie doch hoffte, es würde sich mehr entwickeln mit der Zeit.


Dieses Gefühl der Wut kenne ich nicht, aber die Trauer. Diese nicht in Deinem Kontext, sondern die Trauer über einen Verlust.
Reden hilft manchmal ein wenig. Sprich mit Menschen darüber, die Dir etwas bedeuten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
39
Likes
2
  • #5
Danke für eure Antworten. Wie gesagt haben wir über das Thema Beziehung ja anfangs gesprochen und er meinte, er sei sich unsicher.

Wochen später sagte er, er hätte von Anfang an gewusst, dass es nichts wird.

Warum er mir das nicht klipp und klar kommuniziert hat, werde ich nie erfahren. Hätte ich es gewusst, hätte ich ihn nicht mehr getroffen. Er wusste, dass ich eine feste Beziehung will. Deswegen fühle ich mich benutzt. Klar wollte ich ihm auch glauben, dass er es zumindest versuchen wollte, obwohl ich ein schlechtes Gefühl hatte und das ist mein Anteil an der ganzen Sache, aber darum geht es mir gar nicht... sondern wie ich mit der Wut und mit dem Schmerz umgehe, der daraus resultiert, dass ich für ihn anscheinend menschlich so unwichtig war, dass er das mit mir abgezogen hat. Das tut viel mehr weh als einfach nur verlassen zu werden :(. Suche Menschen, die ähnliches erlebt haben, mich verstehen können, vielleicht sogar Tipps haben...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Beiträge
39
Likes
2
  • #6
PS: Es ist lieb von euch, dass ihr teilweise versucht, seine Absichten und meine Art und Weise zu deuten, wie ich das alles wahrgenommen habe. Für mich ist es so abgelaufen wie geschildert, ja, vielleicht hätte ich es besser wissen können aber ich war anscheinend naiv.

Jetzt muss ich mit diesem Schmerz leben und es fällt mir schwer. Ist schon ein halbes Jahr her, ich habe niemand anderen kennengelernt und es tut noch immer verdammt weh, wenn ich daran denke, wie wenig ich ihm am Herzen lag, wie es mir dabei geht, und auch danach, dass er nicht ansatzweise versucht hat, sich mit mir auseinanderzusetzen.
 
Beiträge
39
Likes
2
  • #8
Zitat von Sandy1963:
Komplimente bedeutet nicht: ich möchte eine Beziehung
Nächtelang telefonieren bedeutet das auch nicht.
Küssen, streicheln, weitergehen (wie weit auch immer) bedeutet das für einige auch nicht.

Für dich scheinbar schon. Da liegt das Problem. Du fühlst sich nachvollziehbar benutzt. Ob das aber wirklich so ist, kannst du nicht wissen.
Zumal er ja seine Zweifel geäußert hat.

Du wirst das nie herausfinden, wenn ihr weiter keinen Kontakt habt.
Die Frage ist: musst du das wissen? Wie gehst du mit den Antwortmöglichkeiten um?
Das ist doch mein Problem: Er sagte, er sei an einer Beziehung interessiert, wäre sich aber unsicher und möchte schauen, wie sich das entwickelt. Nachher behauptete er aber, er hätte von Anfang an gewusst, dass dem nicht so ist. Hätte ich das gewusst, hätte ich meine Finger von ihm gelassen.

Ich möchte auch gar nichts mehr von ihm wissen, sondern mich dazu austauschen, wie ich mit so einer Enttäuschung, diesem "Benutztwerden", umgehen kann.
 
Beiträge
266
Likes
16
  • #9
Zitat von Mjamm:
... sondern wie ich mit der Wut und mit dem Schmerz umgehe, der daraus resultiert, dass ich für ihn anscheinend menschlich so unwichtig war, dass er das mit mir abgezogen hat. Das tut viel mehr weh als einfach nur verlassen zu werden :(.
Ich habe mal etwas Ähnliches erlebt und hatte sehr, sehr lange daran zu knabbern. Hier der ganz heisse Tipp, der mir damals geholfen hat, die Sache zu durchdringen und irgendwann später hinter mir zu lassen:

Du leidest jetzt so, weil Du das Gefühl tief in Dir drinnen sehr gut kennst. Es ist Dir sehr vertraut und reisst tiefe Wunden auf, die Du längst zugeklebt und vergessen hattest. Dabei geht es gar nicht so sehr um ihn, er ist nur der Auslöser.

Kennst Du das Gefühl, den anderen Menschen nicht am Herzen zu liegen, das Gefühl, dass niemand Dir innig zugeneigt ist? Das Gefühl, dass Du nicht wichtig bist und sich niemand mit Dir auseinandersetzen mag vielleicht aus Deiner Kindheit?

Es ist nur eine Hypothese, aber spür da mal hin.
 
Beiträge
1.861
Likes
48
  • #10
Zitat von Mjamm:
Hallo liebes Forum,

ich wollte mich mal mit Leuten austauschen, die vielleicht ähnliches erlebt und ein paar Tipps für mich haben.

Ich habe im Frühjahr dieses Jahres mit einem Mann angebandelt, von dem ich dachte, dass wir wirklich Potenzial haben. Wir kannten uns davor schon etwa ein Jahr, aber da er noch eine zeitlang eine Beziehung hatte, kamen wir uns nicht näher. Dann war er Single und wir trafen uns ein paar Mal im Bekanntenkreis. Wir fingen an, uns regelmäßig zu schreiben und auch platonisch zu treffen, doch beide waren wir etwas schüchtern, da wir nicht wussten, ob der andere wirklich mehr als Freundschaft/Bekanntschaft will, da wir uns eben davor schon freundschaftlich kannten. Doch wir hatten auf jeden Fall monatelang durchgehend Kontakt, telefonierten ein paar Mal bis tief in die Nacht, telefonierten auch so ab und an, chatteten unsund schrieben uns E-Mails, trafen uns... zwar nicht ständig aber doch so häufig, dass zumindest von meiner Sicht aus klar war, dass wir uns gerade für eine Beziehung beschnupperten. Durch Komplimente von seiner Seite aus wusste ich auch, dass ich ihm auch als Frau gefalle.

Schließlich passierte es, wir küssten uns und es ging auch gleich sehr weit. Etwas zu schnell für meinen Geschmack, auf der anderen Seite kannten wir uns auch gut. Danach hatten wir täglich Kontakt, telefonierten und trafen uns auch drei Tage später wieder. Wir gingen auf eine Veranstaltung und kuschelten und küssten uns danach in einem Park.

Dort kam der Hammer: Er sei sich nicht sicher, ob er eine Beziehung wolle. Er sprach davon, wie Beziehungen bis jetzt immer anstrengend für ihn waren und dass er beruflich gerade sowieso wichtige Ziele habe, für die er seine ganze Energie brauche. Auch hätte er angeblich ein Problem mit seiner Fähigkeit, Liebe zu empfinden.

An diesem Abend gab es viele Tränen von meiner Seite, wobei er sich aber total um mich kümmerte, mich streichelte, mich tröstete.. an diesem Punkt hätte ich gehen sollen, es hat aber mein Herz fast zerrissen, da ich ihn so gerne mochte, ich mich so gut mit ihm verstand und die körperliche Chemie auch super zwischen uns stimmte. Ich konnte nicht fassen, dass sich diese Chance, obwohl alles so schön schien, gerade in Luft auflöste.

Also glaubte ich seinen Beteuerungen, dass er sich nicht sicher war, mich aber total mochte und gerne einfach mal schauen wollte, wie sich das Ganze mit uns entwickelte.

Vier Wochen "Dating" folgten, in denen er zwar immer präsent, aber doch auf eine gewisse Art und Weisse distanziert war. Dann konfrontierte ich ihn nochmals, da ich genau spürte, dass sich bei ihm nichts entwickelte. Er sagte dann zu mir, dass er bei mir einfach nichts fühle, dass es bei ihm entweder von der ersten Sekunde gefühlsmäßig stimmt oder eben gar nicht, dass er nie mehr für mich fühlen wird, dass er das mit uns nur als Freundschaft Plus sieht, dass er mich nicht vermisst, wenn ich nicht bei ihm bin, etc. Das schlimmste war für mich, dass ihm laut eigener Aussage das alles schon von Anfang an klar gewesen war, er es aber nie deutlich gesagt hatte.

Ich habe daraufhin alles beendet und den Kontakt seither abgebrochen. Er hat sich auch gar nicht bemüht, wenigstens eine Freundschaft mit mir aufzubauen, obwohl wir uns in einem ähnlichen Umfeld bewegen und er jetzt zu gewissen Aktivitäten nicht mehr kommen kann, weil die immer von einer Freundin von mir organisiert werden... und andere Dinge, die jetzt schwierig geworden sind. Es scheint ihn aber null zu interessieren und vermissen tut er mich ja wie gesagt auch kein bisschen.

Das ist jetzt ein halbes Jahr her, aber mein Herz ist immer noch nicht wirklich verheilt. Danach habe ich furchtbar gelitten. Es wurde Monat für Monat ein Stückchen besser. Aber ich komme nicht über dieses Gefühl hinweg, dass er mich benutzt hat. Er wusste anscheinend von Anfang an, dass er nie mehr für mich empfinden wird, lässt es aber weiterlaufen, bis ich ihn konfrontiere. Ich dachte, er mag mich. Wir haben so viel miteinander geredet, dass er einmal sogar zu mir sagte, dass wohl kein Mensch so viel von ihm weiß wie ich. Doch jetzt spiele ich nicht mehr mit und bin wütend auf die Art und Weise, wie er mit mir verfahren hat, und keine Mühe mehr von seiner Seite wert... oder zumindest so scheint es.

Ich bin so wütend auf mich selbst, dass ich jemanden so nah an mich herangelassen habe, für den ich keine Bedeutung hatte und habe. Dem ich nicht einmal den klitzekleinsten Versuch Wert bin, es wieder gutzumachen. Der mit mir eingekuschelt eingeschlafen ist und meine Geheimnisse angehört hat, und dem ich trotzdem kein Stück nahe gekommen bin.

Es ist eine Mischung aus Wut auf ihn und auf mich. Kennt jemand von euch dieses Gefühl? Wie geht ihr damit um?
uns regelmäßig zu schreiben und auch platonisch zu treffen, Was soll das bedeuten, wir trafen uns platonisch?
 
Beiträge
1.861
Likes
48
  • #11
Zitat von Mjamm:
Hallo liebes Forum,

ich wollte mich mal mit Leuten austauschen, die vielleicht ähnliches erlebt und ein paar Tipps für mich haben.

Ich habe im Frühjahr dieses Jahres mit einem Mann angebandelt, von dem ich dachte, dass wir wirklich Potenzial haben. Wir kannten uns davor schon etwa ein Jahr, aber da er noch eine zeitlang eine Beziehung hatte, kamen wir uns nicht näher. Dann war er Single und wir trafen uns ein paar Mal im Bekanntenkreis. Wir fingen an, uns regelmäßig zu schreiben und auch platonisch zu treffen, doch beide waren wir etwas schüchtern, da wir nicht wussten, ob der andere wirklich mehr als Freundschaft/Bekanntschaft will, da wir uns eben davor schon freundschaftlich kannten. Doch wir hatten auf jeden Fall monatelang durchgehend Kontakt, telefonierten ein paar Mal bis tief in die Nacht, telefonierten auch so ab und an, chatteten unsund schrieben uns E-Mails, trafen uns... zwar nicht ständig aber doch so häufig, dass zumindest von meiner Sicht aus klar war, dass wir uns gerade für eine Beziehung beschnupperten. Durch Komplimente von seiner Seite aus wusste ich auch, dass ich ihm auch als Frau gefalle.

Schließlich passierte es, wir küssten uns und es ging auch gleich sehr weit. Etwas zu schnell für meinen Geschmack, auf der anderen Seite kannten wir uns auch gut. Danach hatten wir täglich Kontakt, telefonierten und trafen uns auch drei Tage später wieder. Wir gingen auf eine Veranstaltung und kuschelten und küssten uns danach in einem Park.

Dort kam der Hammer: Er sei sich nicht sicher, ob er eine Beziehung wolle. Er sprach davon, wie Beziehungen bis jetzt immer anstrengend für ihn waren und dass er beruflich gerade sowieso wichtige Ziele habe, für die er seine ganze Energie brauche. Auch hätte er angeblich ein Problem mit seiner Fähigkeit, Liebe zu empfinden.

An diesem Abend gab es viele Tränen von meiner Seite, wobei er sich aber total um mich kümmerte, mich streichelte, mich tröstete.. an diesem Punkt hätte ich gehen sollen, es hat aber mein Herz fast zerrissen, da ich ihn so gerne mochte, ich mich so gut mit ihm verstand und die körperliche Chemie auch super zwischen uns stimmte. Ich konnte nicht fassen, dass sich diese Chance, obwohl alles so schön schien, gerade in Luft auflöste.

Also glaubte ich seinen Beteuerungen, dass er sich nicht sicher war, mich aber total mochte und gerne einfach mal schauen wollte, wie sich das Ganze mit uns entwickelte.

Vier Wochen "Dating" folgten, in denen er zwar immer präsent, aber doch auf eine gewisse Art und Weisse distanziert war. Dann konfrontierte ich ihn nochmals, da ich genau spürte, dass sich bei ihm nichts entwickelte. Er sagte dann zu mir, dass er bei mir einfach nichts fühle, dass es bei ihm entweder von der ersten Sekunde gefühlsmäßig stimmt oder eben gar nicht, dass er nie mehr für mich fühlen wird, dass er das mit uns nur als Freundschaft Plus sieht, dass er mich nicht vermisst, wenn ich nicht bei ihm bin, etc. Das schlimmste war für mich, dass ihm laut eigener Aussage das alles schon von Anfang an klar gewesen war, er es aber nie deutlich gesagt hatte.

Ich habe daraufhin alles beendet und den Kontakt seither abgebrochen. Er hat sich auch gar nicht bemüht, wenigstens eine Freundschaft mit mir aufzubauen, obwohl wir uns in einem ähnlichen Umfeld bewegen und er jetzt zu gewissen Aktivitäten nicht mehr kommen kann, weil die immer von einer Freundin von mir organisiert werden... und andere Dinge, die jetzt schwierig geworden sind. Es scheint ihn aber null zu interessieren und vermissen tut er mich ja wie gesagt auch kein bisschen.

Das ist jetzt ein halbes Jahr her, aber mein Herz ist immer noch nicht wirklich verheilt. Danach habe ich furchtbar gelitten. Es wurde Monat für Monat ein Stückchen besser. Aber ich komme nicht über dieses Gefühl hinweg, dass er mich benutzt hat. Er wusste anscheinend von Anfang an, dass er nie mehr für mich empfinden wird, lässt es aber weiterlaufen, bis ich ihn konfrontiere. Ich dachte, er mag mich. Wir haben so viel miteinander geredet, dass er einmal sogar zu mir sagte, dass wohl kein Mensch so viel von ihm weiß wie ich. Doch jetzt spiele ich nicht mehr mit und bin wütend auf die Art und Weise, wie er mit mir verfahren hat, und keine Mühe mehr von seiner Seite wert... oder zumindest so scheint es.

Ich bin so wütend auf mich selbst, dass ich jemanden so nah an mich herangelassen habe, für den ich keine Bedeutung hatte und habe. Dem ich nicht einmal den klitzekleinsten Versuch Wert bin, es wieder gutzumachen. Der mit mir eingekuschelt eingeschlafen ist und meine Geheimnisse angehört hat, und dem ich trotzdem kein Stück nahe gekommen bin.

Es ist eine Mischung aus Wut auf ihn und auf mich. Kennt jemand von euch dieses Gefühl? Wie geht ihr damit um?
Sicher kenne ich das Gefühl - du bist verliebt, er eben nicht - es ist in meinen Augen die unterschiedliche Geschwindigkeit und die unterschiedlichen Signale mit denen Männer und Frauen anfangen sich zu verlieben - geht eben grundsätzlich unterschiedlich ... ich habe keinen Rat für dich, habe aber exakt das Gleiche auch schon erlebt: Ein Mann sendet alle Signale aus, die die Frau als Zuneigung, Verliebtsein, Liebe interpretiert, dann der Schock, weil er sich anders outet - damit komme ich auch nur sehr schlecht klar muss ich sagen ... als Frau fällt es mir schwer zu unterscheiden.
 
Beiträge
266
Likes
16
  • #12
@flower_sun
Wieso zitierst Du den gesamten Eingangspost um dann mit einer rhetorischen Frage zu enden? Oder ist Dir die Bedeutung von «platonisch» nicht bekannt?

platonisch = da lief nix. Brüderchen und Schwesterchen.
 
Beiträge
1.861
Likes
48
  • #13
Zitat von suzanne:
@flower_sun
Wieso zitierst Du den gesamten Eingangspost um dann mit einer rhetorischen Frage zu enden? Oder ist Dir die Bedeutung von «platonisch» nicht bekannt?

platonisch = da lief nix. Brüderchen und Schwesterchen.
Nein, platonisch ist mir sehr bekannt! Ethymologisch bedeutet es etwas ganz anderes - er - der Begriff - wird nur sehr häufig fehlinterpretiert! Aber egal, ich wollte mich nicht als Besserwesserin darstellen, sondern, einen sachlichen Beitrag zu Emotionen liefern! Also mein Rat: Vergiss ihn, um nicht mehr oder nicht mehr so lange zu leiden!
 
Beiträge
531
Likes
97
  • #14
Das ist hart. Er will Freundschaft Plus, Du eine echte Beziehung. Tut mir leid für Dich, dass es so endete.

Deine Art zu Schreiben deutet an, dass Du schon einige Schritte hinsichtlich Verarbeitung gemacht hast. Mir hat regelmässiges Aufschreiben in einem Tagebuch einiges gebracht. So kamen die Gefühle wirklich raus, bis es irgendwann gut war. Das Buch kannst Du dann ganz bewusst an einen besonderen Ort ablegen.

Für das Durchbrechen dieser Gedankenwelt ist es auch wichtig, sich immer wieder was Gutes zu tun und auf die eigenen Stärken zu setzen. Frag doch mal ein paar Menschen, denen Du vertrauen kannst, was Dich in ihren Augen besonders macht und häng die schönsten Sprüche an den Spiegel. Wirkt wahre Wunder :)
 
Beiträge
266
Likes
16
  • #15
Zitat von flower_sun:
Aber egal, ich wollte mich nicht als Besserwesserin darstellen, sondern, einen sachlichen Beitrag zu Emotionen liefern! Also mein Rat: Vergiss ihn, um nicht mehr oder nicht mehr so lange zu leiden!
Ok, ich glaube, ich verstehe Dich. Der Punkt scheint mir aber der: Sie will ihn ja vergessen, nur geht es eben nicht. Der Schmerz lässt und lässt einfach nicht nach, auch nach einem halben Jahr wird es einfach nicht besser.

M.E. lässt sich das rational nicht auflösen, das geht nur über die Herzebene. Und um das auflösen zu können, muss es in die Tiefe gehen. Rein in die Gefühle. Denn ich bin mir sicher, dass Mjamm sämtliche Möglichkeiten, wer, wie, was, wer (er? sie? wir?) warum, etc. durch und durch analysiert hat. Man denkt dann schon, man wird allmählich vollkommen blöde, weil man einfach keinen Schritt weiter kommt.

Es lässt sich eben nicht analytisch oder rational lösen, sondern nur über das Herz. Jedenfalls glaube ich das und habe das so erlebt.