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Komme nicht über letzte Enttäuschung hinweg

Hallo liebes Forum,

ich wollte mich mal mit Leuten austauschen, die vielleicht ähnliches erlebt und ein paar Tipps für mich haben.

Ich habe im Frühjahr dieses Jahres mit einem Mann angebandelt, von dem ich dachte, dass wir wirklich Potenzial haben. Wir kannten uns davor schon etwa ein Jahr, aber da er noch eine zeitlang eine Beziehung hatte, kamen wir uns nicht näher. Dann war er Single und wir trafen uns ein paar Mal im Bekanntenkreis. Wir fingen an, uns regelmäßig zu schreiben und auch platonisch zu treffen, doch beide waren wir etwas schüchtern, da wir nicht wussten, ob der andere wirklich mehr als Freundschaft/Bekanntschaft will, da wir uns eben davor schon freundschaftlich kannten. Doch wir hatten auf jeden Fall monatelang durchgehend Kontakt, telefonierten ein paar Mal bis tief in die Nacht, telefonierten auch so ab und an, chatteten unsund schrieben uns E-Mails, trafen uns... zwar nicht ständig aber doch so häufig, dass zumindest von meiner Sicht aus klar war, dass wir uns gerade für eine Beziehung beschnupperten. Durch Komplimente von seiner Seite aus wusste ich auch, dass ich ihm auch als Frau gefalle.

Schließlich passierte es, wir küssten uns und es ging auch gleich sehr weit. Etwas zu schnell für meinen Geschmack, auf der anderen Seite kannten wir uns auch gut. Danach hatten wir täglich Kontakt, telefonierten und trafen uns auch drei Tage später wieder. Wir gingen auf eine Veranstaltung und kuschelten und küssten uns danach in einem Park.

Dort kam der Hammer: Er sei sich nicht sicher, ob er eine Beziehung wolle. Er sprach davon, wie Beziehungen bis jetzt immer anstrengend für ihn waren und dass er beruflich gerade sowieso wichtige Ziele habe, für die er seine ganze Energie brauche. Auch hätte er angeblich ein Problem mit seiner Fähigkeit, Liebe zu empfinden.

An diesem Abend gab es viele Tränen von meiner Seite, wobei er sich aber total um mich kümmerte, mich streichelte, mich tröstete.. an diesem Punkt hätte ich gehen sollen, es hat aber mein Herz fast zerrissen, da ich ihn so gerne mochte, ich mich so gut mit ihm verstand und die körperliche Chemie auch super zwischen uns stimmte. Ich konnte nicht fassen, dass sich diese Chance, obwohl alles so schön schien, gerade in Luft auflöste.

Also glaubte ich seinen Beteuerungen, dass er sich nicht sicher war, mich aber total mochte und gerne einfach mal schauen wollte, wie sich das Ganze mit uns entwickelte.

Vier Wochen "Dating" folgten, in denen er zwar immer präsent, aber doch auf eine gewisse Art und Weisse distanziert war. Dann konfrontierte ich ihn nochmals, da ich genau spürte, dass sich bei ihm nichts entwickelte. Er sagte dann zu mir, dass er bei mir einfach nichts fühle, dass es bei ihm entweder von der ersten Sekunde gefühlsmäßig stimmt oder eben gar nicht, dass er nie mehr für mich fühlen wird, dass er das mit uns nur als Freundschaft Plus sieht, dass er mich nicht vermisst, wenn ich nicht bei ihm bin, etc. Das schlimmste war für mich, dass ihm laut eigener Aussage das alles schon von Anfang an klar gewesen war, er es aber nie deutlich gesagt hatte.

Ich habe daraufhin alles beendet und den Kontakt seither abgebrochen. Er hat sich auch gar nicht bemüht, wenigstens eine Freundschaft mit mir aufzubauen, obwohl wir uns in einem ähnlichen Umfeld bewegen und er jetzt zu gewissen Aktivitäten nicht mehr kommen kann, weil die immer von einer Freundin von mir organisiert werden... und andere Dinge, die jetzt schwierig geworden sind. Es scheint ihn aber null zu interessieren und vermissen tut er mich ja wie gesagt auch kein bisschen.

Das ist jetzt ein halbes Jahr her, aber mein Herz ist immer noch nicht wirklich verheilt. Danach habe ich furchtbar gelitten. Es wurde Monat für Monat ein Stückchen besser. Aber ich komme nicht über dieses Gefühl hinweg, dass er mich benutzt hat. Er wusste anscheinend von Anfang an, dass er nie mehr für mich empfinden wird, lässt es aber weiterlaufen, bis ich ihn konfrontiere. Ich dachte, er mag mich. Wir haben so viel miteinander geredet, dass er einmal sogar zu mir sagte, dass wohl kein Mensch so viel von ihm weiß wie ich. Doch jetzt spiele ich nicht mehr mit und bin wütend auf die Art und Weise, wie er mit mir verfahren hat, und keine Mühe mehr von seiner Seite wert... oder zumindest so scheint es.

Ich bin so wütend auf mich selbst, dass ich jemanden so nah an mich herangelassen habe, für den ich keine Bedeutung hatte und habe. Dem ich nicht einmal den klitzekleinsten Versuch Wert bin, es wieder gutzumachen. Der mit mir eingekuschelt eingeschlafen ist und meine Geheimnisse angehört hat, und dem ich trotzdem kein Stück nahe gekommen bin.

Es ist eine Mischung aus Wut auf ihn und auf mich. Kennt jemand von euch dieses Gefühl? Wie geht ihr damit um?
 
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Dr. Bean

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Hilft nur ne Pause. Is scheisse aber ist so. Und viel Alkohol !
 

Sandy1963

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Komplimente bedeutet nicht: ich möchte eine Beziehung
Nächtelang telefonieren bedeutet das auch nicht.
Küssen, streicheln, weitergehen (wie weit auch immer) bedeutet das für einige auch nicht.

Für dich scheinbar schon. Da liegt das Problem. Du fühlst sich nachvollziehbar benutzt. Ob das aber wirklich so ist, kannst du nicht wissen.
Zumal er ja seine Zweifel geäußert hat.

Du wirst das nie herausfinden, wenn ihr weiter keinen Kontakt habt.
Die Frage ist: musst du das wissen? Wie gehst du mit den Antwortmöglichkeiten um?
 
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Bitter ist aber schon, weil sie doch hoffte, es würde sich mehr entwickeln mit der Zeit.


Dieses Gefühl der Wut kenne ich nicht, aber die Trauer. Diese nicht in Deinem Kontext, sondern die Trauer über einen Verlust.
Reden hilft manchmal ein wenig. Sprich mit Menschen darüber, die Dir etwas bedeuten.
 
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Danke für eure Antworten. Wie gesagt haben wir über das Thema Beziehung ja anfangs gesprochen und er meinte, er sei sich unsicher.

Wochen später sagte er, er hätte von Anfang an gewusst, dass es nichts wird.

Warum er mir das nicht klipp und klar kommuniziert hat, werde ich nie erfahren. Hätte ich es gewusst, hätte ich ihn nicht mehr getroffen. Er wusste, dass ich eine feste Beziehung will. Deswegen fühle ich mich benutzt. Klar wollte ich ihm auch glauben, dass er es zumindest versuchen wollte, obwohl ich ein schlechtes Gefühl hatte und das ist mein Anteil an der ganzen Sache, aber darum geht es mir gar nicht... sondern wie ich mit der Wut und mit dem Schmerz umgehe, der daraus resultiert, dass ich für ihn anscheinend menschlich so unwichtig war, dass er das mit mir abgezogen hat. Das tut viel mehr weh als einfach nur verlassen zu werden :(. Suche Menschen, die ähnliches erlebt haben, mich verstehen können, vielleicht sogar Tipps haben...
 
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PS: Es ist lieb von euch, dass ihr teilweise versucht, seine Absichten und meine Art und Weise zu deuten, wie ich das alles wahrgenommen habe. Für mich ist es so abgelaufen wie geschildert, ja, vielleicht hätte ich es besser wissen können aber ich war anscheinend naiv.

Jetzt muss ich mit diesem Schmerz leben und es fällt mir schwer. Ist schon ein halbes Jahr her, ich habe niemand anderen kennengelernt und es tut noch immer verdammt weh, wenn ich daran denke, wie wenig ich ihm am Herzen lag, wie es mir dabei geht, und auch danach, dass er nicht ansatzweise versucht hat, sich mit mir auseinanderzusetzen.
 
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Zitat von Sandy1963:
Komplimente bedeutet nicht: ich möchte eine Beziehung
Nächtelang telefonieren bedeutet das auch nicht.
Küssen, streicheln, weitergehen (wie weit auch immer) bedeutet das für einige auch nicht.

Für dich scheinbar schon. Da liegt das Problem. Du fühlst sich nachvollziehbar benutzt. Ob das aber wirklich so ist, kannst du nicht wissen.
Zumal er ja seine Zweifel geäußert hat.

Du wirst das nie herausfinden, wenn ihr weiter keinen Kontakt habt.
Die Frage ist: musst du das wissen? Wie gehst du mit den Antwortmöglichkeiten um?

Das ist doch mein Problem: Er sagte, er sei an einer Beziehung interessiert, wäre sich aber unsicher und möchte schauen, wie sich das entwickelt. Nachher behauptete er aber, er hätte von Anfang an gewusst, dass dem nicht so ist. Hätte ich das gewusst, hätte ich meine Finger von ihm gelassen.

Ich möchte auch gar nichts mehr von ihm wissen, sondern mich dazu austauschen, wie ich mit so einer Enttäuschung, diesem "Benutztwerden", umgehen kann.
 

suzanne

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Zitat von Mjamm:
... sondern wie ich mit der Wut und mit dem Schmerz umgehe, der daraus resultiert, dass ich für ihn anscheinend menschlich so unwichtig war, dass er das mit mir abgezogen hat. Das tut viel mehr weh als einfach nur verlassen zu werden :(.

Ich habe mal etwas Ähnliches erlebt und hatte sehr, sehr lange daran zu knabbern. Hier der ganz heisse Tipp, der mir damals geholfen hat, die Sache zu durchdringen und irgendwann später hinter mir zu lassen:

Du leidest jetzt so, weil Du das Gefühl tief in Dir drinnen sehr gut kennst. Es ist Dir sehr vertraut und reisst tiefe Wunden auf, die Du längst zugeklebt und vergessen hattest. Dabei geht es gar nicht so sehr um ihn, er ist nur der Auslöser.

Kennst Du das Gefühl, den anderen Menschen nicht am Herzen zu liegen, das Gefühl, dass niemand Dir innig zugeneigt ist? Das Gefühl, dass Du nicht wichtig bist und sich niemand mit Dir auseinandersetzen mag vielleicht aus Deiner Kindheit?

Es ist nur eine Hypothese, aber spür da mal hin.
 
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Zitat von Mjamm:
Hallo liebes Forum,

ich wollte mich mal mit Leuten austauschen, die vielleicht ähnliches erlebt und ein paar Tipps für mich haben.

Ich habe im Frühjahr dieses Jahres mit einem Mann angebandelt, von dem ich dachte, dass wir wirklich Potenzial haben. Wir kannten uns davor schon etwa ein Jahr, aber da er noch eine zeitlang eine Beziehung hatte, kamen wir uns nicht näher. Dann war er Single und wir trafen uns ein paar Mal im Bekanntenkreis. Wir fingen an, uns regelmäßig zu schreiben und auch platonisch zu treffen, doch beide waren wir etwas schüchtern, da wir nicht wussten, ob der andere wirklich mehr als Freundschaft/Bekanntschaft will, da wir uns eben davor schon freundschaftlich kannten. Doch wir hatten auf jeden Fall monatelang durchgehend Kontakt, telefonierten ein paar Mal bis tief in die Nacht, telefonierten auch so ab und an, chatteten unsund schrieben uns E-Mails, trafen uns... zwar nicht ständig aber doch so häufig, dass zumindest von meiner Sicht aus klar war, dass wir uns gerade für eine Beziehung beschnupperten. Durch Komplimente von seiner Seite aus wusste ich auch, dass ich ihm auch als Frau gefalle.

Schließlich passierte es, wir küssten uns und es ging auch gleich sehr weit. Etwas zu schnell für meinen Geschmack, auf der anderen Seite kannten wir uns auch gut. Danach hatten wir täglich Kontakt, telefonierten und trafen uns auch drei Tage später wieder. Wir gingen auf eine Veranstaltung und kuschelten und küssten uns danach in einem Park.

Dort kam der Hammer: Er sei sich nicht sicher, ob er eine Beziehung wolle. Er sprach davon, wie Beziehungen bis jetzt immer anstrengend für ihn waren und dass er beruflich gerade sowieso wichtige Ziele habe, für die er seine ganze Energie brauche. Auch hätte er angeblich ein Problem mit seiner Fähigkeit, Liebe zu empfinden.

An diesem Abend gab es viele Tränen von meiner Seite, wobei er sich aber total um mich kümmerte, mich streichelte, mich tröstete.. an diesem Punkt hätte ich gehen sollen, es hat aber mein Herz fast zerrissen, da ich ihn so gerne mochte, ich mich so gut mit ihm verstand und die körperliche Chemie auch super zwischen uns stimmte. Ich konnte nicht fassen, dass sich diese Chance, obwohl alles so schön schien, gerade in Luft auflöste.

Also glaubte ich seinen Beteuerungen, dass er sich nicht sicher war, mich aber total mochte und gerne einfach mal schauen wollte, wie sich das Ganze mit uns entwickelte.

Vier Wochen "Dating" folgten, in denen er zwar immer präsent, aber doch auf eine gewisse Art und Weisse distanziert war. Dann konfrontierte ich ihn nochmals, da ich genau spürte, dass sich bei ihm nichts entwickelte. Er sagte dann zu mir, dass er bei mir einfach nichts fühle, dass es bei ihm entweder von der ersten Sekunde gefühlsmäßig stimmt oder eben gar nicht, dass er nie mehr für mich fühlen wird, dass er das mit uns nur als Freundschaft Plus sieht, dass er mich nicht vermisst, wenn ich nicht bei ihm bin, etc. Das schlimmste war für mich, dass ihm laut eigener Aussage das alles schon von Anfang an klar gewesen war, er es aber nie deutlich gesagt hatte.

Ich habe daraufhin alles beendet und den Kontakt seither abgebrochen. Er hat sich auch gar nicht bemüht, wenigstens eine Freundschaft mit mir aufzubauen, obwohl wir uns in einem ähnlichen Umfeld bewegen und er jetzt zu gewissen Aktivitäten nicht mehr kommen kann, weil die immer von einer Freundin von mir organisiert werden... und andere Dinge, die jetzt schwierig geworden sind. Es scheint ihn aber null zu interessieren und vermissen tut er mich ja wie gesagt auch kein bisschen.

Das ist jetzt ein halbes Jahr her, aber mein Herz ist immer noch nicht wirklich verheilt. Danach habe ich furchtbar gelitten. Es wurde Monat für Monat ein Stückchen besser. Aber ich komme nicht über dieses Gefühl hinweg, dass er mich benutzt hat. Er wusste anscheinend von Anfang an, dass er nie mehr für mich empfinden wird, lässt es aber weiterlaufen, bis ich ihn konfrontiere. Ich dachte, er mag mich. Wir haben so viel miteinander geredet, dass er einmal sogar zu mir sagte, dass wohl kein Mensch so viel von ihm weiß wie ich. Doch jetzt spiele ich nicht mehr mit und bin wütend auf die Art und Weise, wie er mit mir verfahren hat, und keine Mühe mehr von seiner Seite wert... oder zumindest so scheint es.

Ich bin so wütend auf mich selbst, dass ich jemanden so nah an mich herangelassen habe, für den ich keine Bedeutung hatte und habe. Dem ich nicht einmal den klitzekleinsten Versuch Wert bin, es wieder gutzumachen. Der mit mir eingekuschelt eingeschlafen ist und meine Geheimnisse angehört hat, und dem ich trotzdem kein Stück nahe gekommen bin.

Es ist eine Mischung aus Wut auf ihn und auf mich. Kennt jemand von euch dieses Gefühl? Wie geht ihr damit um?

uns regelmäßig zu schreiben und auch platonisch zu treffen, Was soll das bedeuten, wir trafen uns platonisch?
 
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Zitat von Mjamm:
Hallo liebes Forum,

ich wollte mich mal mit Leuten austauschen, die vielleicht ähnliches erlebt und ein paar Tipps für mich haben.

Ich habe im Frühjahr dieses Jahres mit einem Mann angebandelt, von dem ich dachte, dass wir wirklich Potenzial haben. Wir kannten uns davor schon etwa ein Jahr, aber da er noch eine zeitlang eine Beziehung hatte, kamen wir uns nicht näher. Dann war er Single und wir trafen uns ein paar Mal im Bekanntenkreis. Wir fingen an, uns regelmäßig zu schreiben und auch platonisch zu treffen, doch beide waren wir etwas schüchtern, da wir nicht wussten, ob der andere wirklich mehr als Freundschaft/Bekanntschaft will, da wir uns eben davor schon freundschaftlich kannten. Doch wir hatten auf jeden Fall monatelang durchgehend Kontakt, telefonierten ein paar Mal bis tief in die Nacht, telefonierten auch so ab und an, chatteten unsund schrieben uns E-Mails, trafen uns... zwar nicht ständig aber doch so häufig, dass zumindest von meiner Sicht aus klar war, dass wir uns gerade für eine Beziehung beschnupperten. Durch Komplimente von seiner Seite aus wusste ich auch, dass ich ihm auch als Frau gefalle.

Schließlich passierte es, wir küssten uns und es ging auch gleich sehr weit. Etwas zu schnell für meinen Geschmack, auf der anderen Seite kannten wir uns auch gut. Danach hatten wir täglich Kontakt, telefonierten und trafen uns auch drei Tage später wieder. Wir gingen auf eine Veranstaltung und kuschelten und küssten uns danach in einem Park.

Dort kam der Hammer: Er sei sich nicht sicher, ob er eine Beziehung wolle. Er sprach davon, wie Beziehungen bis jetzt immer anstrengend für ihn waren und dass er beruflich gerade sowieso wichtige Ziele habe, für die er seine ganze Energie brauche. Auch hätte er angeblich ein Problem mit seiner Fähigkeit, Liebe zu empfinden.

An diesem Abend gab es viele Tränen von meiner Seite, wobei er sich aber total um mich kümmerte, mich streichelte, mich tröstete.. an diesem Punkt hätte ich gehen sollen, es hat aber mein Herz fast zerrissen, da ich ihn so gerne mochte, ich mich so gut mit ihm verstand und die körperliche Chemie auch super zwischen uns stimmte. Ich konnte nicht fassen, dass sich diese Chance, obwohl alles so schön schien, gerade in Luft auflöste.

Also glaubte ich seinen Beteuerungen, dass er sich nicht sicher war, mich aber total mochte und gerne einfach mal schauen wollte, wie sich das Ganze mit uns entwickelte.

Vier Wochen "Dating" folgten, in denen er zwar immer präsent, aber doch auf eine gewisse Art und Weisse distanziert war. Dann konfrontierte ich ihn nochmals, da ich genau spürte, dass sich bei ihm nichts entwickelte. Er sagte dann zu mir, dass er bei mir einfach nichts fühle, dass es bei ihm entweder von der ersten Sekunde gefühlsmäßig stimmt oder eben gar nicht, dass er nie mehr für mich fühlen wird, dass er das mit uns nur als Freundschaft Plus sieht, dass er mich nicht vermisst, wenn ich nicht bei ihm bin, etc. Das schlimmste war für mich, dass ihm laut eigener Aussage das alles schon von Anfang an klar gewesen war, er es aber nie deutlich gesagt hatte.

Ich habe daraufhin alles beendet und den Kontakt seither abgebrochen. Er hat sich auch gar nicht bemüht, wenigstens eine Freundschaft mit mir aufzubauen, obwohl wir uns in einem ähnlichen Umfeld bewegen und er jetzt zu gewissen Aktivitäten nicht mehr kommen kann, weil die immer von einer Freundin von mir organisiert werden... und andere Dinge, die jetzt schwierig geworden sind. Es scheint ihn aber null zu interessieren und vermissen tut er mich ja wie gesagt auch kein bisschen.

Das ist jetzt ein halbes Jahr her, aber mein Herz ist immer noch nicht wirklich verheilt. Danach habe ich furchtbar gelitten. Es wurde Monat für Monat ein Stückchen besser. Aber ich komme nicht über dieses Gefühl hinweg, dass er mich benutzt hat. Er wusste anscheinend von Anfang an, dass er nie mehr für mich empfinden wird, lässt es aber weiterlaufen, bis ich ihn konfrontiere. Ich dachte, er mag mich. Wir haben so viel miteinander geredet, dass er einmal sogar zu mir sagte, dass wohl kein Mensch so viel von ihm weiß wie ich. Doch jetzt spiele ich nicht mehr mit und bin wütend auf die Art und Weise, wie er mit mir verfahren hat, und keine Mühe mehr von seiner Seite wert... oder zumindest so scheint es.

Ich bin so wütend auf mich selbst, dass ich jemanden so nah an mich herangelassen habe, für den ich keine Bedeutung hatte und habe. Dem ich nicht einmal den klitzekleinsten Versuch Wert bin, es wieder gutzumachen. Der mit mir eingekuschelt eingeschlafen ist und meine Geheimnisse angehört hat, und dem ich trotzdem kein Stück nahe gekommen bin.

Es ist eine Mischung aus Wut auf ihn und auf mich. Kennt jemand von euch dieses Gefühl? Wie geht ihr damit um?
Sicher kenne ich das Gefühl - du bist verliebt, er eben nicht - es ist in meinen Augen die unterschiedliche Geschwindigkeit und die unterschiedlichen Signale mit denen Männer und Frauen anfangen sich zu verlieben - geht eben grundsätzlich unterschiedlich ... ich habe keinen Rat für dich, habe aber exakt das Gleiche auch schon erlebt: Ein Mann sendet alle Signale aus, die die Frau als Zuneigung, Verliebtsein, Liebe interpretiert, dann der Schock, weil er sich anders outet - damit komme ich auch nur sehr schlecht klar muss ich sagen ... als Frau fällt es mir schwer zu unterscheiden.
 

suzanne

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@flower_sun
Wieso zitierst Du den gesamten Eingangspost um dann mit einer rhetorischen Frage zu enden? Oder ist Dir die Bedeutung von «platonisch» nicht bekannt?

platonisch = da lief nix. Brüderchen und Schwesterchen.
 
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Zitat von suzanne:
@flower_sun
Wieso zitierst Du den gesamten Eingangspost um dann mit einer rhetorischen Frage zu enden? Oder ist Dir die Bedeutung von «platonisch» nicht bekannt?

platonisch = da lief nix. Brüderchen und Schwesterchen.
Nein, platonisch ist mir sehr bekannt! Ethymologisch bedeutet es etwas ganz anderes - er - der Begriff - wird nur sehr häufig fehlinterpretiert! Aber egal, ich wollte mich nicht als Besserwesserin darstellen, sondern, einen sachlichen Beitrag zu Emotionen liefern! Also mein Rat: Vergiss ihn, um nicht mehr oder nicht mehr so lange zu leiden!
 

Goldfinger

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Das ist hart. Er will Freundschaft Plus, Du eine echte Beziehung. Tut mir leid für Dich, dass es so endete.

Deine Art zu Schreiben deutet an, dass Du schon einige Schritte hinsichtlich Verarbeitung gemacht hast. Mir hat regelmässiges Aufschreiben in einem Tagebuch einiges gebracht. So kamen die Gefühle wirklich raus, bis es irgendwann gut war. Das Buch kannst Du dann ganz bewusst an einen besonderen Ort ablegen.

Für das Durchbrechen dieser Gedankenwelt ist es auch wichtig, sich immer wieder was Gutes zu tun und auf die eigenen Stärken zu setzen. Frag doch mal ein paar Menschen, denen Du vertrauen kannst, was Dich in ihren Augen besonders macht und häng die schönsten Sprüche an den Spiegel. Wirkt wahre Wunder :)
 

suzanne

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Zitat von flower_sun:
Aber egal, ich wollte mich nicht als Besserwesserin darstellen, sondern, einen sachlichen Beitrag zu Emotionen liefern! Also mein Rat: Vergiss ihn, um nicht mehr oder nicht mehr so lange zu leiden!

Ok, ich glaube, ich verstehe Dich. Der Punkt scheint mir aber der: Sie will ihn ja vergessen, nur geht es eben nicht. Der Schmerz lässt und lässt einfach nicht nach, auch nach einem halben Jahr wird es einfach nicht besser.

M.E. lässt sich das rational nicht auflösen, das geht nur über die Herzebene. Und um das auflösen zu können, muss es in die Tiefe gehen. Rein in die Gefühle. Denn ich bin mir sicher, dass Mjamm sämtliche Möglichkeiten, wer, wie, was, wer (er? sie? wir?) warum, etc. durch und durch analysiert hat. Man denkt dann schon, man wird allmählich vollkommen blöde, weil man einfach keinen Schritt weiter kommt.

Es lässt sich eben nicht analytisch oder rational lösen, sondern nur über das Herz. Jedenfalls glaube ich das und habe das so erlebt.
 
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Zitat von suzanne:
Ok, ich glaube, ich verstehe Dich. Der Punkt scheint mir aber der: Sie will ihn ja vergessen, nur geht es eben nicht. Der Schmerz lässt und lässt einfach nicht nach, auch nach einem halben Jahr wird es einfach nicht besser.

M.E. lässt sich das rational nicht auflösen, das geht nur über die Herzebene. Und um das auflösen zu können, muss es in die Tiefe gehen. Rein in die Gefühle. Denn ich bin mir sicher, dass Mjamm sämtliche Möglichkeiten, wer, wie, was, wer (er? sie? wir?) warum, etc. durch und durch analysiert hat. Man denkt dann schon, man wird allmählich vollkommen blöde, weil man einfach keinen Schritt weiter kommt.

Es lässt sich eben nicht analytisch oder rational lösen, sondern nur über das Herz. Jedenfalls glaube ich das und habe das so erlebt.
Es ist definitiv hart, wenn einer liebt und der andere nicht ... ich habe es im September diesen Jahres so erlebt, und dann war sang und klang Feierabend, mal eben so ... das ist einfach gemein! Gerade, wenn der andere merkt, dass man mehr empfindet. Die Frage lautet doch dann irgendwie auch, hat der andere getäuscht, um einen ins Bett zu bekommen oder auch warum wurde er sich unsicher bezüglich seiner Gefühle?! Alles schwer zu sagen... es zieht sich der blaue Nebel des Herbstes mit seiner Melancholie und seinen depressiven Phasen darüber
 

suzanne

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Zitat von flower_sun:
Es ist definitiv hart, wenn einer liebt und der andere nicht ... ich habe es im September diesen Jahres so erlebt, und dann war sang und klang Feierabend, mal eben so ... das ist einfach gemein! Gerade, wenn der andere merkt, dass man mehr empfindet. Die Frage lautet doch dann irgendwie auch, hat der andere getäuscht, um einen ins Bett zu bekommen oder auch warum wurde er sich unsicher bezüglich seiner Gefühle?! Alles schwer zu sagen... es zieht sich der blaue Nebel des Herbstes mit seiner Melancholie und seinen depressiven Phasen darüber

Liebe flower_sun
Natürlich ist es hart, feststellen zu müssen, dass man selbst geliebt hat, aber der andere nicht. Das ist scheusslich, aber irgendwie dann auch zu verkraften, weil man vermutlich auch selbst schon mal in der anderen Situation war, also NICHT geliebt hat, jedoch das Gegenüber schon...

Wenn jedoch zwei Menschen aufeinander treffen, die sich unsicher sind, was Liebe bedeutet, und die dann nicht offen und sehr bewusst miteinander kommunizieren können, dann ist grosses Leid, zumindest bei einer Partei, wohl vorprogrammiert. Und dieses grosse Leid ist kaum aufzulösen. Man verstickt sich in dem grossen Leid. Denn das Leid ist nicht bloss nur irgendwie gross, sondern echt existentiell... Es rüttelt an den innersten Überzeugungen, stellt die ganze Existenz in Frage..
 
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Zitat von Mjamm:
Hallo liebes Forum,

ich wollte mich mal mit Leuten austauschen, die vielleicht ähnliches erlebt und ein paar Tipps für mich haben.

Ähnliches erlebt oder ähnlich gedeutet? Beides ist zweierlei. Vielleicht erscheinen dir deine Deutungen ("er hat mich nur ausgenutzt") ähnlich unverrückbar. Aber sie sinds eigentlich nicht.

Ginge es dir ein klein wenig weniger schlecht, wenn er dich nicht ausgenutzt hätte, aber dir dennoch nicht dieselbe Verliebtheit entgegenbringen würde wie du ihm? An einigen Stellen schreibst du etwas in diese Richtung.
Dann, so mein Tipp, probier die Deutung, daß es tatsächlich so ist. Daß er irgendwann gesagt hat, er hätte von Anfang an gewußt, daß es nichts wird, scheinen mir ein schwaches Fundament für eine Deutung, unter der du besonders leidest.

Oder ist es doch ganz anders? Nämlich daß die Annahme, er sei nicht nur nicht ebenso verliebt, sondern auch ein übler Kerl, den Schmerz nicht vergrößert, sondern eher einen Weg weist, mit ihm fertig zu werden? Die Erfahrung, nicht zu bekommen, was man will, nicht geliebt zu werden, wie man will, ist ja schmerzhaft genug. Vielleicht sogar derart, daß alles andere nicht noch hinzukommt, sondern eher geringer machen soll.
Dann habe ich kaum einen Tipp für dich. Ich selbst würde, wenn ich dieser Mechanismen gewahr würde, prüfen, ob ich diesen Weg tatsächlich will, dieser Logik tatsächlich Folge leisten möchte.
 
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Hallo Mjamm,
wenn du wirklich etwas ändern willst, hilft nur radikale Ehrlichkeit dir selbst gegenüber. Das ist nicht immer so angenehm.

Zitat von Mjamm:
Es ist lieb von euch, dass ihr teilweise versucht, seine Absichten und meine Art und Weise zu deuten, wie ich das alles wahrgenommen habe. Für mich ist es so abgelaufen wie geschildert, ja, vielleicht hätte ich es besser wissen können aber ich war anscheinend naiv.

Wenn es für dich in Stein gemeißelt so ist, wie du schreibst, sehe ich da wenig Chancen. Du müsstest dich schon für andere Sichtweisen zumindest ansatzweise öffnen können - sonst kannst du deinen Schmerz noch jahrelang kultivieren.

Was mir aufgefallen ist (es wird dir wahrscheinlich nicht so gefallen): du hast sehr genaue Vorstellungen, wie der andere funktionieren muss. Wenn er das nicht tut, fasst du das als persönliche Beleidigung auf (z.B. auch in deinem alten Thread).

Hier ist auch kein Wort von Liebe zu lesen. Nur Berechnung und Enttäuschung/Wut, dass die Rechnung nicht aufging.

Zitat von Mjamm:
doch beide waren wir etwas schüchtern, da wir nicht wussten, ob der andere wirklich mehr als Freundschaft/Bekanntschaft will, da wir uns eben davor schon freundschaftlich kannten. Doch wir hatten auf jeden Fall monatelang durchgehend Kontakt, telefonierten ein paar Mal bis tief in die Nacht, telefonierten auch so ab und an, chatteten unsund schrieben uns E-Mails, trafen uns... zwar nicht ständig aber doch so häufig, dass zumindest von meiner Sicht aus klar war, dass wir uns gerade für eine Beziehung beschnupperten. Durch Komplimente von seiner Seite aus wusste ich auch, dass ich ihm auch als Frau gefalle.
Schließlich passierte es, wir küssten uns und es ging auch gleich sehr weit. Etwas zu schnell für meinen Geschmack, auf der anderen Seite kannten wir uns auch gut. Danach hatten wir täglich Kontakt, telefonierten und trafen uns auch drei Tage später wieder. Wir gingen auf eine Veranstaltung und kuschelten und küssten uns danach in einem Park.

Was erwartest du eigentlich von einem Mann? Meine Güte, du bist 31. Was für ein Qualifizierungsprogramm sollte der Mann denn noch weiter durchlaufen, bis ihr Sex habt?

Dort kam der Hammer: Er sei sich nicht sicher, ob er eine Beziehung wolle. Er sprach davon, wie Beziehungen bis jetzt immer anstrengend für ihn waren und dass er beruflich gerade sowieso wichtige Ziele habe, für die er seine ganze Energie brauche. Auch hätte er angeblich ein Problem mit seiner Fähigkeit, Liebe zu empfinden.

Das kann ich ein bisschen nachempfinden. So wie du das beschreibt, hört sich das nicht leicht, verliebt und schwungvoll an, sondern wirklich eher anstrengend. Kein falscher Schritt erlaubt.

Vier Wochen "Dating" folgten, in denen er zwar immer präsent, aber doch auf eine gewisse Art und Weisse distanziert war. Dann konfrontierte ich ihn nochmals, da ich genau spürte, dass sich bei ihm nichts entwickelte. Er sagte dann zu mir, dass er bei mir einfach nichts fühle, dass es bei ihm entweder von der ersten Sekunde gefühlsmäßig stimmt oder eben gar nicht, dass er nie mehr für mich fühlen wird, dass er das mit uns nur als Freundschaft Plus sieht, dass er mich nicht vermisst, wenn ich nicht bei ihm bin, etc. Das schlimmste war für mich, dass ihm laut eigener Aussage das alles schon von Anfang an klar gewesen war, er es aber nie deutlich gesagt hatte.

Naja, als er es versuchte, hattest du einen Heulkrampf. Er hat sich dann noch vier Wochen bemüht.

Ich habe daraufhin alles beendet und den Kontakt seither abgebrochen. Er hat sich auch gar nicht bemüht, wenigstens eine Freundschaft mit mir aufzubauen, obwohl wir uns in einem ähnlichen Umfeld bewegen und er jetzt zu gewissen Aktivitäten nicht mehr kommen kann, weil die immer von einer Freundin von mir organisiert werden... und andere Dinge, die jetzt schwierig geworden sind. Es scheint ihn aber null zu interessieren

Warum sollte er sich das antun? Wenn er genau merkt, dass du nur eine einzig richtige Art des Kontakts - nämlich die von dir definierte - akzeptierst?

Zitat von Mjamm:
Das ist jetzt ein halbes Jahr her, aber mein Herz ist immer noch nicht wirklich verheilt. Danach habe ich furchtbar gelitten. Es wurde Monat für Monat ein Stückchen besser. Aber ich komme nicht über dieses Gefühl hinweg, dass er mich benutzt hat.
Für mich hört sich das viel mehr nach verletztem Stolz als unerwiderter Liebe an.
Wie du gehandelt hast, war richtig und edel. Er ein komplett herzloser A... rmleuchter. Solange du das so siehst, wirst du weiter leiden.

Was die Ursachen betrifft, finde ich Suzannes Ansatz ziemlich vielversprechend.

Ich bin so wütend auf mich selbst, dass ich jemanden so nah an mich herangelassen habe, für den ich keine Bedeutung hatte und habe
Wenn du einen Partner suchst, musst du dieses Risiko eingehen. Du musst das Visier hochklappen, sonst hast du keine Chance. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass es passt. Der andere darf ja auch mitentscheiden. Ja, du hast dich gezeigt. Ist doch ok. Der andere hat dich gesehen. UND er möchte keine Liebesbeziehung mit dir eingehen. Das mindert doch deinen Wert in keinster Weise. Wenn du niemanden an dich heranlässt, wirst du niemanden finden - so einfach ist das. Und nicht gleich der erste Versuch muss klappen.

Dem ich nicht einmal den klitzekleinsten Versuch Wert bin, es wieder gutzumachen.
Was denn wiedergutzumachen? Was erwartest du denn von ihm? Stell es dir ruhig mal bildlich vor: Liebe Mjamm, ich habe es wirklich aufrichtig versucht, aber meine Gefühle reichen nicht aus. Kannst du mir noch einmal verzeihen, dass ich deine kostbare Zeit so verschwendet habe?
Das ist doch albern. Ihr habt es beide versucht, und es ist nichts geworden.

Zitat von Mjamm:
wie wenig ich ihm am Herzen lag, wie es mir dabei geht, und auch danach, dass er nicht ansatzweise versucht hat, sich mit mir auseinanderzusetzen.
Nochmal: was hätte er denn sagen oder tun können, was nicht deine Missbilligung ausgelöst hätte, wenn er nun mal nach einiger Zeit feststellt, dass es nicht reicht? Willst du ihm den einen Satz, den er vielleicht mal gesagt hat, dass er von Anfang an nicht genau wusste, ob es was wird, ewig als Anklage vorwerfen? Vielleicht hat er es nur gesagt, um deinen endlosen "Überredungsversuchen" zu entkommen? Weil er nicht wusste, was er sonst sagen sollte?
Es ist ja kein Ende nach einer jahrelangen Beziehung - ihr hattet nach deiner Definition ja noch gar keine Beziehung.

Zitat von Suzanne:
Wenn jedoch zwei Menschen aufeinander treffen, die sich unsicher sind, was Liebe bedeutet, und die dann nicht offen und sehr bewusst miteinander kommunizieren können, dann ist grosses Leid, zumindest bei einer Partei, wohl vorprogrammiert. Und dieses grosse Leid ist kaum aufzulösen. Man verstickt sich in dem grossen Leid. Denn das Leid ist nicht bloss nur irgendwie gross, sondern echt existentiell... Es rüttelt an den innersten Überzeugungen, stellt die ganze Existenz in Frage..
Ich würde es nicht unbedingt so formulieren, die sich unsicher sind, was Liebe bedeutet, sondern die eine Traumvorstellung davon haben, was Liebe bedeutet. Oder vielleicht aus der Unsicherheit heraus die Liebe in ein Korsett packen, das so "und nur so" aussehen darf, sonst ist es keine wahre Liebe.

Laut deinem Thread aus Mai hattest du doch soviel Erfolg auf Parship. Ist da nichts draus geworden - alle respektlos oder nicht strahlend genug?
 
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Zitat von suzanne:
Ich habe mal etwas Ähnliches erlebt und hatte sehr, sehr lange daran zu knabbern. Hier der ganz heisse Tipp, der mir damals geholfen hat, die Sache zu durchdringen und irgendwann später hinter mir zu lassen:

Du leidest jetzt so, weil Du das Gefühl tief in Dir drinnen sehr gut kennst. Es ist Dir sehr vertraut und reisst tiefe Wunden auf, die Du längst zugeklebt und vergessen hattest. Dabei geht es gar nicht so sehr um ihn, er ist nur der Auslöser.

Kennst Du das Gefühl, den anderen Menschen nicht am Herzen zu liegen, das Gefühl, dass niemand Dir innig zugeneigt ist? Das Gefühl, dass Du nicht wichtig bist und sich niemand mit Dir auseinandersetzen mag vielleicht aus Deiner Kindheit?

Es ist nur eine Hypothese, aber spür da mal hin.

Ja, das Gefühl kenne ich mit Sicherheit schon von früher. Nur was dann?
 
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Zitat von tina*:
Hallo Mjamm,
wenn du wirklich etwas ändern willst, hilft nur radikale Ehrlichkeit dir selbst gegenüber. Das ist nicht immer so angenehm.



Wenn es für dich in Stein gemeißelt so ist, wie du schreibst, sehe ich da wenig Chancen. Du müsstest dich schon für andere Sichtweisen zumindest ansatzweise öffnen können - sonst kannst du deinen Schmerz noch jahrelang kultivieren.

Was mir aufgefallen ist (es wird dir wahrscheinlich nicht so gefallen): du hast sehr genaue Vorstellungen, wie der andere funktionieren muss. Wenn er das nicht tut, fasst du das als persönliche Beleidigung auf (z.B. auch in deinem alten Thread).

Hier ist auch kein Wort von Liebe zu lesen. Nur Berechnung und Enttäuschung/Wut, dass die Rechnung nicht aufging.



Was erwartest du eigentlich von einem Mann? Meine Güte, du bist 31. Was für ein Qualifizierungsprogramm sollte der Mann denn noch weiter durchlaufen, bis ihr Sex habt?



Das kann ich ein bisschen nachempfinden. So wie du das beschreibt, hört sich das nicht leicht, verliebt und schwungvoll an, sondern wirklich eher anstrengend. Kein falscher Schritt erlaubt.



Naja, als er es versuchte, hattest du einen Heulkrampf. Er hat sich dann noch vier Wochen bemüht.



Warum sollte er sich das antun? Wenn er genau merkt, dass du nur eine einzig richtige Art des Kontakts - nämlich die von dir definierte - akzeptierst?


Für mich hört sich das viel mehr nach verletztem Stolz als unerwiderter Liebe an.
Wie du gehandelt hast, war richtig und edel. Er ein komplett herzloser A... rmleuchter. Solange du das so siehst, wirst du weiter leiden.

Was die Ursachen betrifft, finde ich Suzannes Ansatz ziemlich vielversprechend.


Wenn du einen Partner suchst, musst du dieses Risiko eingehen. Du musst das Visier hochklappen, sonst hast du keine Chance. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass es passt. Der andere darf ja auch mitentscheiden. Ja, du hast dich gezeigt. Ist doch ok. Der andere hat dich gesehen. UND er möchte keine Liebesbeziehung mit dir eingehen. Das mindert doch deinen Wert in keinster Weise. Wenn du niemanden an dich heranlässt, wirst du niemanden finden - so einfach ist das. Und nicht gleich der erste Versuch muss klappen.


Was denn wiedergutzumachen? Was erwartest du denn von ihm? Stell es dir ruhig mal bildlich vor: Liebe Mjamm, ich habe es wirklich aufrichtig versucht, aber meine Gefühle reichen nicht aus. Kannst du mir noch einmal verzeihen, dass ich deine kostbare Zeit so verschwendet habe?
Das ist doch albern. Ihr habt es beide versucht, und es ist nichts geworden.


Nochmal: was hätte er denn sagen oder tun können, was nicht deine Missbilligung ausgelöst hätte, wenn er nun mal nach einiger Zeit feststellt, dass es nicht reicht? Willst du ihm den einen Satz, den er vielleicht mal gesagt hat, dass er von Anfang an nicht genau wusste, ob es was wird, ewig als Anklage vorwerfen? Vielleicht hat er es nur gesagt, um deinen endlosen "Überredungsversuchen" zu entkommen? Weil er nicht wusste, was er sonst sagen sollte?
Es ist ja kein Ende nach einer jahrelangen Beziehung - ihr hattet nach deiner Definition ja noch gar keine Beziehung.


Ich würde es nicht unbedingt so formulieren, die sich unsicher sind, was Liebe bedeutet, sondern die eine Traumvorstellung davon haben, was Liebe bedeutet. Oder vielleicht aus der Unsicherheit heraus die Liebe in ein Korsett packen, das so "und nur so" aussehen darf, sonst ist es keine wahre Liebe.

Laut deinem Thread aus Mai hattest du doch soviel Erfolg auf Parship. Ist da nichts draus geworden - alle respektlos oder nicht strahlend genug?

Krass, du hast mich ja gestalkt. Genau, alle respektlos und nicht strahlend genug, das ist das Problem. Wunderbar erkannt. Passt es dir etwa nicht, dass ich ein Problem mit zu vielen Zuschriften hatte? Denk mal an die Sache mit der radikalen Ehrlichkeit, aber ich weiß, ist ein bisschen unangenehm.

Ganz ehrlich, du solltest dir mal selbst an die Nase fassen. Wird man hier eigentlich mindestens einmal persönlich attackiert, wenn man ein neues Thema postet? Ich wollte nur wissen, wie andere mit ihren Gefühlen in einer ähnlichen Lage umgegangen sind. Du kannst schlichtweg nicht wissen, ob die Situation so war, wie ich sie beschreibe oder nicht. Und es macht die Diskussion mühselig, es immer wieder zu erklären. Das ist nicht die erste Abfuhr in meinem Leben, aber die war aus beschriebenen Gründen besonders schlimm. Wir können jetzt noch ewig diskutieren, ob er mich wirklich verarscht hat oder ob nur mein Stolz verletzt wurde. Klar spielte auch der Stolz mit rein, tut er das nicht immer? Ja, es tut weh, gesehen und nicht geliebt zu werden. Aber das ist nicht der (hauptsächliche) Grund, warum ich jetzt so verletzt bin. Projizierst du da etwa etwas auf mich?

Ich an deiner Stelle würde mir mal darüber Gedanken machen, wie du Menschen bewertest und vorverurteilst. Du musst echt gefrustet sein, wenn du eine dir unbekannte Person so runtermachst. Ja ja, ich weiß, dir juckt es jetzt in den Fingern, meine Antwort neunmalklug zu zerfleddern. Viel Spaß...
 
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Zitat von Butte:
Ähnliches erlebt oder ähnlich gedeutet? Beides ist zweierlei. Vielleicht erscheinen dir deine Deutungen ("er hat mich nur ausgenutzt") ähnlich unverrückbar. Aber sie sinds eigentlich nicht.

Ginge es dir ein klein wenig weniger schlecht, wenn er dich nicht ausgenutzt hätte, aber dir dennoch nicht dieselbe Verliebtheit entgegenbringen würde wie du ihm? An einigen Stellen schreibst du etwas in diese Richtung.
Dann, so mein Tipp, probier die Deutung, daß es tatsächlich so ist. Daß er irgendwann gesagt hat, er hätte von Anfang an gewußt, daß es nichts wird, scheinen mir ein schwaches Fundament für eine Deutung, unter der du besonders leidest.

Oder ist es doch ganz anders? Nämlich daß die Annahme, er sei nicht nur nicht ebenso verliebt, sondern auch ein übler Kerl, den Schmerz nicht vergrößert, sondern eher einen Weg weist, mit ihm fertig zu werden? Die Erfahrung, nicht zu bekommen, was man will, nicht geliebt zu werden, wie man will, ist ja schmerzhaft genug. Vielleicht sogar derart, daß alles andere nicht noch hinzukommt, sondern eher geringer machen soll.
Dann habe ich kaum einen Tipp für dich. Ich selbst würde, wenn ich dieser Mechanismen gewahr würde, prüfen, ob ich diesen Weg tatsächlich will, dieser Logik tatsächlich Folge leisten möchte.

Ich habe selbst darüber nachgedacht, ob ich so wütend auf ihn bin, weil es nicht so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Sache ist nur die, ich kann hier ja nicht alles beschreiben... aber er hat mir in der kurzen Zeit so viele dunkle Seiten an sich gezeigt, dass ich mir jetzt keine Beziehung mehr mit ihm vorstellen kann. Wie gesagt, ich kann hier nicht jedes Detail beschreiben, aber ich habe in den wenigen Wochen seine Einstellungen zu Frauen, Ausländern etc. kennengelernt und gesehen, dass er voller Hass ist. Er hat herzlos jemanden aus seinem Umfeld verarscht und deckt jemanden, der seinen Partner betrügt u. v. m. Nicht nur wegen seiner Gefühllosigkeit mir gegenüber habe ich also das mit uns beendet, sondern auch, weil ich gesehen habe, dass er kein "Mann/Mensch zum Heiraten" ist.

Aber gerade das ist das Problem. Seine Kälte hat mich zutiefst verletzt und zudem mein Vertrauen in mich selbst angeschlagen, einen Partner auszusuchen. Es ist vielleicht einfach zu schwer zu erklären, was ich fühle...
 
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Ach ja, noch ein Nachtrag, weil das Thema verletzter Stolz ein paar Mal angesprochen wurde. Ich musste meine Themenbeschreibung am Anfang etwas raffen, weil es sonst zu lange geworden wäre, aber da es sonst anscheinend immer wieder zu Konfusionen kommt, ist dies noch der Vollständigkeit halber:

Zu dem Zeitpunkt, als ich die Sache beendet habe, war er noch auf dem Status "unsicher, was er will, und noch keine Gefühle aufgebaut, aber er will es weiterhin versuchen". Sein ganzes heiß-kaltes Verhalten in den Wochen davor und einige Charakterzüge von ihm, die generell zum Vorschein traten, gaben mir jedoch das Gefühl, er spielt nur mit mir. Außerdem wurde mir eben wegen dieser Charakterzüge klar, dass es zwischen uns sowieso keine feste Beziehung geben kann.

Erst nach diesem "Schlussmachen" von meiner Seite aus sagte er mir, dass er es von Anfang sowieso nicht ernst gemeint hätte. Dies gab mir die "offizielle" Bestätigung meines Gefühls, dass er nur mit mir gespielt hatte.

Deswegen bin ich traurig und fühle mich benutzt. Aber auch wegen der eiskalten Momente, die ich mit ihm hatte. Ich fühle mich so, als hätte ich einen Autounfall überlebt. Ich will da nicht wieder hin, aber es hat mich verändert. Und gerade seine Reaktion nach dem "Schlussmachen" hat es doppelt schmerzlich gemacht: Anstatt zu versuchen, wenigstens eine Freundschaft aufzubauen, musste er mir den Dolch mit seinen Worten noch so richtig hineinrammen.

Natürlich verletzt es auch meinen Stolz, wenn jemand sich unsicher ist, aber er hat mir nie eine klare, deutliche Abfuhr gegeben (außer als alles vorbei war) und auch immer wieder betont, wie sehr er mich mag... nur dass er sich eben wegen seiner Lebensumstände unsicher wäre, ob er eine Beziehung eingehen soll... und dass er generell nicht an die Liebe und an Frauen glaube. Hätte ich ihn weiterhin als festen Freund gewollt, hätte ich das alles wegen dieser Unsicherheiten dennoch niemals beendet, sondern weiterhin gehofft. Das Gesamtpaket war es, warum ich nicht mehr wollte/konnte.
 
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Und noch etwas, das mir gerade eingefallen ist, bevor dazu vielleicht noch Rückfragen kommen: Nein, auch er hat mir das alles bestimmt nicht aus verletztem Stolz gesagt. Ich habe guten Grund zu glauben, dass er es ernst gemeint hat, als er gesagt hatte, er hätte das von Anfang an gewusst, und nicht nur, weil ich es von meiner Seite aus beendet habe. Das jetzt zu begründen würde wieder bedeuten recht weit auszuholen, aber ich bin mir sehr sicher, dass er tatsächlich mit dieser Einstellung an die Sache rangegangen ist. Also habe ich ihn einfach nur richtig gedeutet, als ich das beendet habe... leider :(.
 

Sandy1963

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Zitat von Mjamm:
Das ist doch mein Problem: Er sagte, er sei an einer Beziehung interessiert, wäre sich aber unsicher und möchte schauen, wie sich das entwickelt. Nachher behauptete er aber, er hätte von Anfang an gewusst, dass dem nicht so ist. Hätte ich das gewusst, hätte ich meine Finger von ihm gelassen.

Nein, Männer ticken anders!
Er war offensichtlich an einer Beziehung interessiert, wollte das aber auf sich zukommen lassen.
Irgendwann hat er gemertkt, dass das wohl doch nicht funktioniert. Vielleicht bist du ihm als Freundin wertvoller als als Partnerin. In einer perfekten Welt wäre da der Zeitpunkt gewesen, dir reinen Wein einzuschätzen. Entweder hat er den Zeitpunkt verpasst oder er ist sich dessen nicht km klaren gewesen. Als er es dann wusste, kommt der Klassiker "ich hab's ja gleich gesagt!" Typisch Selbstschutz!
Ich glaube eher, er war unsicher als das er dich von vornherein benutzten wollte.

Ich möchte auch gar nichts mehr von ihm wissen, sondern mich dazu austauschen, wie ich mit so einer Enttäuschung, diesem "Benutztwerden", umgehen kann.

Es gibt verschiedene Strategien, damit fertig zu werden.
U.a. die Gefühle und Vermutungen mal weglassen und nur auf die reellen Fakten zu schauen.
Mir scheint aber, dieses Gefühl des benutztwordens hat sich bei dir schon stark verfestigt.
Jeder spürt da individiuellen Leidensdruck; 6 Monate sind aber schon eine Hausnummer!
Hast du mal daran gedacht, dir professionelle Hilfe zu suchen?
 
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Zitat von Mjamm:
Ja ja, ich weiß, dir juckt es jetzt in den Fingern, meine Antwort neunmalklug zu zerfleddern. Viel Spaß...

Ich finde es interessant, wie du meinen Post bewertest. Ich zerfleddere nicht, sondern strukturiere mir den Text, damit ich besser darauf antworten kann.

Ich wollte nur wissen, wie andere mit ihren Gefühlen in einer ähnlichen Lage umgegangen sind. Du kannst schlichtweg nicht wissen, ob die Situation so war, wie ich sie beschreibe oder nicht. Und es macht die Diskussion mühselig, es immer wieder zu erklären
Das ist mir klar, dass ich das nicht wissen kann. Ich kann ja nur aufgrund des von dir Geschriebenen reagieren. Und wenn die Situation nicht klar ist, wie kann dann eine Analogie zu einer ähnlichen Lage aufgebaut werden?

Du musst echt gefrustet sein, wenn du eine dir unbekannte Person so runtermachst.

Nein, ich bin nicht gefrustet. Habe dich auch nicht runtergemacht.
Ich habe einfach dein Thema nicht verstanden.

aber er hat mir in der kurzen Zeit so viele dunkle Seiten an sich gezeigt, dass ich mir jetzt keine Beziehung mehr mit ihm vorstellen kann. Wie gesagt, ich kann hier nicht jedes Detail beschreiben, aber ich habe in den wenigen Wochen seine Einstellungen zu Frauen, Ausländern etc. kennengelernt und gesehen, dass er voller Hass ist. Er hat herzlos jemanden aus seinem Umfeld verarscht und deckt jemanden, der seinen Partner betrügt u. v. m. Nicht nur wegen seiner Gefühllosigkeit mir gegenüber habe ich also das mit uns beendet, sondern auch, weil ich gesehen habe, dass er kein "Mann/Mensch zum Heiraten" ist.

Und jetzt haderst du die ganze Zeit, dass er nicht dein Freund sein will? Warum willst du das denn?

Zu dem Zeitpunkt, als ich die Sache beendet habe, war er noch auf dem Status "unsicher, was er will, und noch keine Gefühle aufgebaut, aber er will es weiterhin versuchen". Sein ganzes heiß-kaltes Verhalten in den Wochen davor und einige Charakterzüge von ihm, die generell zum Vorschein traten, gaben mir jedoch das Gefühl, er spielt nur mit mir. Außerdem wurde mir eben wegen dieser Charakterzüge klar, dass es zwischen uns sowieso keine feste Beziehung geben kann.

Dann hast du dich doch richtig entschieden?


Das macht doch in gewisser Weise jeder, der hier was schreibt.

Meine Wahrnehmung war, dass du wegen irgendwas Vergangenem "rumhirnst". Und es dir deswegen nicht gutgeht. Das kenne ich durchaus. Und manchmal ist es hilfreich, das mal genau auf den Punkt zu bringen, was das ist.

Das erschien mir bei dir nicht so klar - ist es auch immer noch nicht.

Butte hat das ja gut auf den Punkt gebracht (hatte ich nicht gesehen, als ich meinen Beitrag gepostet habe).

Wenn er für dich der "Böse" ist, kann dir das als Verarbeitungsstrategie helfen. Dann brauchst du dich nicht ausgenutzt zu fühlen - du hast es rechtzeitig erkannt, er ist nichts für dich, und gut.

Eine andere Variante wäre, dass du dich verurteilst, weil du einem "Player" auf den Leim gegangen bist. Ja kannst du machen, immer weiter. Ich frage mich, welchen Vorteil bringt es dir? Du bist nicht perfekt, und musst es auch nicht sein. Das ist wohl schon jedem so gegangen, dass er mal was "Blödes" gemacht hat. Oder was falsch eingeschätzt hat. Da kannst du ja höchstens schauen, was kannst du aus der Situation lernen, dass dir das nicht nochmal passiert.

Eine weitere Variante wäre, dass du was falsch gedeutet hast - diese wird von dir ausgeschlossen,

(Was mir hier häufiger auffällt, ist diese Unterteilung in "Kopf" und "Herz". Denken und Analysieren ist irgendwie böse, und Gefühle sind was Tolles. Ich sehe das nicht so getrennt. Das Denken beeinflusst die Gefühle durchaus. Wenn ich in negativen Gedankenschleifen hänge, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich mich auch nicht gut fühle. Aber das nur am Rande).
Zu mehr Zerfleddern :) habe ich keine Zeit (und keine Lust) mehr.
 
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Zitat von Mjamm:
Seine Kälte hat mich zutiefst verletzt und zudem mein Vertrauen in mich selbst angeschlagen, einen Partner auszusuchen.

Das gehört zu den Kosten, die mit dem Weg verbunden sind, dem Gefühl des Zurückgesetztseins dadurch beizukommen, daß man den, der einen nicht will, zu einem immer übleren Typen immer schuldiger spricht.
Und das betrifft ja nicht nur die Vergangenheit, sondern die Gegenwart: man muß sich damit klar kommen, einem derart üblen Typen so sehr hinterherzuweinen, anstatt daß einem, wie die Strategie doch eigentlich verspricht, der Abschied umso leichter fällt.

Offenbar bist du im Moment bereit, diesen hohen Preis zu zahlen. Alternativen erscheinen dir vielleicht unterschwellig noch schmerzhafter.
Ich persönlich würde sie mir dennoch mal vornehmen.
 
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Flapsig formuliert: Warum macht ein Mann mit einer Frau überhaupt so lange rum, obwohl er doch nichts von ihr will. Er wusste das von Anfang an, so sein bekunden. Wenn man das weiß, läßt man die Finger davon und baut nicht Gefühle auf.
Verarbeitungsstrategie kann m.E. nur dies sein: Der Typ bringt's nicht. Schieß' ihn gedanklich in den Wind.