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  • #17
Zitat von cold_fire:
naja, ich meinte mich hier eigentlich selbst mit: "Da warst du doof und must was ändern"

Und zu den unterschiedlichen Startpunkten:
ich: 15 Jahre Ehe und geschieden - wünscht sich eine stabile Beziehung aber auch ein Leben, dass nicht nur auf die Beziehung alleine fixiert ist. Ich möchte einfach gerne ein wenig Souverän bleiben

Beispiel für Abhängigkeit
- Deine Frau sagt dir: Ich möchte nicht, dass du alleine in den Urlaub fährst. Ich fühle mich dann von dir vernachlässt
Du bleist zu Hause weil du die Auseinandersetzung scheust und du sie nicht enntäuschen möchtest, weil du sie liebst. Ausserdem hast du Angst sie zu verlieren .

Beispiel für Unabhängikeit
- Deine Frau sagt dir: Ich möchte nicht, dass du alleine in den Urlaub fährst. Ich fühle mich dann von dir vernachlässt
Du sagst ihr: Schatz, ich fahre sehr gerne mit dir in den Urlaub, aber auf diese 4 Tage mit meinen Freunden freue ich mich schon das ganze Jahr. Du fahrst dann in den Urlaub weil du auch weißt dass sich gegenseitig vermissen sehr wichtig in der Beziehung ist. Du kannst ihre Argumente verstehen, aber wenn sie so ungeschickt ist, dir wegen dieser 4 Tage dauernd Stress zu machen, dann hast du die Gewissheit, dass du nette Freundw hast, die mir dir Reden, falls sie die Beziehung beendet, weil sie es so will oder weil du die Beziehung nicht fortführen kannst, weil du sie nicht aushälst.

Sie: 15 Jahre alleinerziehend und nur mit Kinder wohnend, mit wechselnden instabilien Partnerschaften - wünscht sich Stabiliät, Geborgenheit und eine lange Ehe - es also mal "ganz und richtig" zu machen.
Das was sie sich wünscht wird sie gerade weil sie komplett dagegen arbeitet, nicht bekommen - warum will sie das denn unbedingt? Wofür steht der Wunsch!? Und ... Dass man dafür auch Zugeständnisse machen muss, ist doch selbstredend - 4 Tage Urlaub mit Freunden? Super!!!
 
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  • #19
Fahre zu deiner 300 km entfernten Party, genieße die Tage dort mit deinen Freunden und verlängere die Reise noch um ein paar Tage. Nutze die Zeit dir Gedanken zu machen wie und ob das funktioniert mit deiner Freundin.



Wie kann man einen geplanten Grillabend so boykottieren im Vorfeld? Ohne Worte!



Ich bin bestimmt auch nicht ganz frei von Nörgeleien, vor allem beim Autofahren. Ich bin der schlechteste Beifahrer der Welt. Und weil ich darum weiß, fahre ich längere Strecken, um diesem Problem aus dem Weg zu gehen.



Jeder kann, wenn er der Meinung ist etwas "besser" zu machen, das ohne Kommentar selbst tun, und dann ist alles in Ordnung.



Eine andere Möglichkeit ist eine Unzufriedenheit charmant zu äußern. Ein Ex-Freund von mir, der einen akribisch geführten Haushalt hat, fing immer mit den Worten an "meine Lieblingskatastrophe...." Darüber muss ich heute noch schmunzeln, und wir lachen auch noch darüber. Er hatte ein sehr großes Problem mit meiner Küchen-Koch-Angewohnheit. Während noch in der Küche das für ihn Chaos herrschte, konnte er das Essen nicht genießen..... Naja, bis heute profitiere ich davon. Ich habe was gelernt. Alles gut, und er hat das sehr charmant rüber gebracht, wir haben dabei geflirtet und viel gelacht.





 

hmm

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  • #21
cold_fire... treffender Name. Du schilderst das, was ich auch erlebt habe und wo ich männlichem Nachwuchs unterstütze, Grenzen zu setzen. Endlich mal die Emanzipation der Männer. Vor völlig überzogenen Ansprüchen, die drohende Selbstaufgabe von so etlichen Männern, all diesen Ansprüchen, Erwartungen zu entsprechen... wie früher bei der Mutti....

Nein, danke, die Zeiten sollten vorbei sein, bleib bei deinen doch recht bescheidenen Unabhängigkeiten.
 
G

Gast

  • #22
Zitat von cold_fire:
naja, ich meinte mich hier eigentlich selbst mit: "Da warst du doof und must was ändern"
Stimmt, ich habe es unzulässig zusammengefasst ;)

Deine "eigentliche" Frage kommt mir eher rüber wie "gell ich war gut und sie war doof" - jetzt mal überspitzt gesagt – siehe auch

Zitat von cold_fire:
Es hilft mir, nicht selber an mir zu zweifern - auch wenn es keine Patentlösung gibt.
Ist ja immer die Frage, was will ein Threaderöffner? Einfach nur ein bisschen Bestätigung oder neue Gedankenimpulse? Was ist eine "neutrale" Sicht? Inwiefern kann man die anstreben, wenn man involviert ist? Inwieweit kann man die als Außenstehender annehmen, wenn man auch fleißig projiziert?

Ich bin der Auffassung, wenn was schief läuft, liegt es immer an beiden - das greift ja ineinander mit den Mustern.

Deine Sicht:
Und zu den unterschiedlichen Startpunkten:
ich: 15 Jahre Ehe und geschieden - wünscht sich eine stabile Beziehung aber auch ein Leben, dass nicht nur auf die Beziehung alleine fixiert ist. Ich möchte einfach gerne ein wenig Souverän bleiben

Beispiel für Abhängigkeit
- Deine Frau sagt dir: Ich möchte nicht, dass du alleine in den Urlaub fährst. Ich fühle mich dann von dir vernachlässt
Du bleist zu Hause weil du die Auseinandersetzung scheust und du sie nicht enntäuschen möchtest, weil du sie liebst. Ausserdem hast du Angst sie zu verlieren .

Beispiel für Unabhängikeit
- Deine Frau sagt dir: Ich möchte nicht, dass du alleine in den Urlaub fährst. Ich fühle mich dann von dir vernachlässt
Du sagst ihr: Schatz, ich fahre sehr gerne mit dir in den Urlaub, aber auf diese 4 Tage mit meinen Freunden freue ich mich schon das ganze Jahr. Du fahrst dann in den Urlaub weil du auch weißt dass sich gegenseitig vermissen sehr wichtig in der Beziehung ist. Du kannst ihre Argumente verstehen, aber wenn sie so ungeschickt ist, dir wegen dieser 4 Tage dauernd Stress zu machen, dann hast du die Gewissheit, dass du nette Freundw hast, die mir dir Reden, falls sie die Beziehung beendet, weil sie es so will oder weil du die Beziehung nicht fortführen kannst, weil du sie nicht aushälst.

Sie: 15 Jahre alleinerziehend und nur mit Kinder wohnend, mit wechselnden instabilien Partnerschaften - wünscht sich Stabiliät, Geborgenheit und eine lange Ehe - es also mal "ganz und richtig" zu machen.
Ihre Sicht könnte sein (Vorsicht, Glaskugelalarm):

Ich: seit 15 Jahren alleinerziehend, mit Kindern wohnend, die nun im Studium außer Haus sind; bin es gewohnt, mich alleine durchzuwurschteln; trotz nicht allzu üppigem finanziellem Rahmen habe ich es immer geschafft. Die Kinder sind mir wichtig, Familie hat Vorrang vor Männern, die immer nur kurz ihren Spaß mit mir wollten. Ich wünsche mir sehr eine stabile Beziehung mit Zukunftsperspektive.

Er: war 15 Jahre verheiratet, in der er mehr oder weniger die Frau hat alles machen lassen und sich bequem zurückgehalten hat. Er geht Konflikten eher aus dem Weg und geht ziemlich sorglos mit unserem Budget um, ohne sich entsprechend zu beteiligen (obwohl er viel mehr zur Verfügung hat). Seit wir zusammen wohnen, habe ich deutlich weniger Geld in der Kasse. Manchmal habe ich das Gefühl, Sex und Essen ist das einzige, was ihn interessiert. Und dass er nicht so viel machen muss. Festlegen will er sich auch nicht; heiraten kommt nicht in Frage. Er besteht auf seinem Freundewochenende; immer dieses Gerede, dass er sie braucht, wenn es mit uns nicht mehr ist - was soll das? Und was machen die da? Gehen auf die Pirsch nach anderen Frauen schauen - und wenn eine ihm besser gefällt, bei der er’s bequemer hat, ist er weg. Pffft, dafür soll ich auch noch Verständnis haben. Wenn er es noch nicht mal schafft, eine Birne reinzudrehen.

Tja. Liebevoll klingen alle Varianten nicht. Jeder will "im Recht" sein.
Kann ja gerne als Emanzipation der Männer bezeichnet werden. Das finde ich wenig hilfreich.
Miteinander wirklich reden, die eigenen Bedürfnisse erspüren und benennen; sich zeigen; gegenseitig respektieren, könnte ein Weg sein. Ergebnisoffen. Nicht mit der Einstellung, ich bin richtig und du bist falsch.

Könntest du dir vorstellen, ihr die beiden Threadverläufe zu zeigen? Oder bekommst du Schnappatmung bei der Vorstellung?

Viel Erfolg!
 
G

Gast

  • #23
"Ich bin okay, du bist okay." *lach*
Wenn die Beziehung die Komfortzone verlässt, in Bayern auch Hinbenzen genannt (Mann schuld oder wohlwollender, Mann "beratungsresistent") - ja, was dann? Neue/r Frau/Mann, neues Glück? Oder an ihr arbeiten, schrecklicher Gedanken. "Lass uns an der Beziehung arbeiten."
Eine Liebesbeziehung als Ziel ist somit Arbeit. Kann nicht funktionieren.
 
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Gast

  • #24
Hängt vermutlich auch davon ab, was für einen Klang das Wort "Arbeit" bei einem hat.
Wenn man darunter elendes Abrackern versteht, hört es sich vermutlich nicht so sexy an.
 
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  • #25
@Tina: nein - ich bin nicht direkt hier, um eine Bestätigung für meine Meinung zu finden - sondern um meine emotinal aufgescheuchten Gedanken zu sortieren. Was ist wichig für mich und mit welchen Kompromissen könnte ich leben und wo muss ich Grenzen setzen.

Mittlerweise hat sich der Sturm auch etwas gelegt.
Ich habe ihr versprochen mehr auf den Haushalt zu achten - ich denke vielen Fraunen interpretieren es so, als "er liebt mich nicht", wenn er sich nicht auch zu 50% in den Haushalt einbringt, sondern nur zu 40% oder noch weniger. Sicherlich ein valider Punkt von ihr.
Dafür möchte ich aber auch keine 100 Erinnerungen pro Tag, was alles im Haushalt noch so zu erledigen ist. Und ich möchte über mich selbst bestimmen können. Und wenn ich 4 Tage mit Freunden unterwegs bin, dann ist das so. Die große Mehrzahl meiner Urlaubstage verbringe ich ja mit ihr - also gibt es da wirklich nix zu meckern. Und natürlich würde ich sofort absagen, wenn es einen wichtigen Grund gibt (Krankheit, Tod, wichtige Familientermine, etc)

Also es läuft wieder - mit dieser Abstimmung.
 
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  • #26
Ich finde den Hinweis von Tina zu den Sprachen der Liebe sehr wichtig. Es geht da letztendlich auch um unterschiedliche Wahrnehmungen, Bedürfnisse, Empfindungen. Das hat nichts mit Aufrechnen von Haushalts- oder Abwesenheitsstunden zu tun. Ich schätze mal, solange ihr das so an der Oberfläche abhandelt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es wieder kracht und irgendwann nicht mehr geht.
 
M

Marlene

  • #27
Zitat von cold_fire:
Ja wir sind im Gespräch. Wir haben gestern den ganzen Abend geredet und heute am Morgen auch.
Ich bin mir momentan noch nicht so ganz sicher, was das wirkliche Problem ist.


Also ich glaube mittlerweile, dass wir unterschiedliche Erwartungen und Wünsche an die Beziehung haben weil wir unterschieliche Startpunkte hatten.

Sie möchte eine Beziehung mit allem was so ingesamt geht: Fürsorge, Ehe, Familie, Romantik. Gemeinsamer Zukunft etc. Sie hatte dies lange nicht gehabt und wünscht sicht dies und stellt es sich so vor.

Und ich setze Grenzen.Ich möchte nicht wirklich heiraten - das habe ich ihr auch gesagt. Ich versuche mir auch etwas Unabhängigkeit zu bewahren - mit eigenen Interessen und Freunden, weil ich nach meiner letzten Ehe in ein tiefes Loch gefallen war und ich keine Freunde mehr hatte, weil ich mich zu 100% von der Beziehung aufnehmen lassen hatte.
Hallo cold_fire,
hinter Meckern, Unzufriedenheit steckt immer etwas Grundsätzliches und, wenn man diesen Grundkonflikt nicht lösen kann, nimmt man Ersatzdinge, über die man sich abreagieren kann.
Ich finde, Du hast mit obigen Zeilen Euren Konflikt doch gut erkannt, an Deiner Stelle würde ich über das "nicht wirklich heiraten" nachdenken. Was heißt das? Möchtest Du nicht mehr heiraten oder erst vielleicht nach einer bestimmten Zeit, wenn Dir die Beziehung gefestigt erscheint? Oder, spielt für Dich Ehe gar keine Rolle mehr, hat überhaupt nichts mehr mit der Qualität einer Beziehung zu tun?
Überlege Dir, wie Du Dich dazu positionieren kannst und wie Du ihr sie zur Zeit vermittelst, ob nur so halb und offenbleibend und mit Fragezeichen? Besser wäre ganz klar und dann könnt Ihr darüber reden.