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  • #16
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Zitat von Andre:
Ich würde wirklich gern mal wissen, warum man das Alltägliche ungern tun sollte. Was versteht ihr überhaupt darunter?
Nun ich verstehe darunter unter anderem (nervige) Einkäufe, Dinge wie Fenster putzen oder den Hausflur wischen, Papierkram erledigen, halt all die alltäglichen Dinge, die kaum jemandem mit Freude macht, die aber trotzdem erledigt werden wollen.


Ich bin gerade knapp eine Woche bei Lisa, und wir kaufen genauso ein, kochen und backen, spülen Geschirr und tragen den Müll runter wie andere Leute auch.
Wie bereits geschrieben, es gibt sicher reichlich Beispiele dafür, dass das auch im Rahmen einer Fernbeziehung gut funktionieren kann, dass man auch im Rahmen einer Fernbeziehung "normalen" Alltag lebt. Und wenn das auch bei Euch beiden so ist, wunderbar.

Nur kann ich es mir für mich nur schwer vorstellen, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich ohnehin schon dazu neige solche Dinge solange auf die lange Bank zu schieben bis sie mir vom anderen Ende der Bank aus irgendwann auf die Füße fallen. Die wenige gemeinsame Zeit wäre mir einerseits zu wertvoll sie mit Dingen zu "verplempern" die ich notgedrungen machen muss, andererseits braucht es aber gerade diesen gemeinsamen Alltag für eine Partnerschaft. Ich wäre da mißtrauisch mir selbst gegenüber ob ich in der Lage wäre diesbezügliche eine halbwegs vernünftigte Balance zu finden.
 
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  • #17
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Zitat von Andre:
Aber inwiefern hat das Bedeutung für eine Beziehung? Wenn man sich abends erzählen will, was man tagsüber im Beruf erlebt hat, kann man das auch in einer Fernbeziehung. Oder was meintest du?
Nun, es ist beispielsweise ein Unterschied, ob man genervt und gestreßt zur Türe reinkommt oder ob man eine Stunde später, nach einer Dusche und einem guten Essen mit deutlich besserer Laune am Telefon darüber plaudert wie der Tag so war.
 
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Minze

  • #18
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Zitat von SineNomine:
Nun, es ist beispielsweise ein Unterschied, ob man genervt und gestreßt zur Türe reinkommt oder ob man eine Stunde später, nach einer Dusche und einem guten Essen mit deutlich besserer Laune am Telefon darüber plaudert wie der Tag so war.
In einer "Nahbeziehung" geht es darum, mit den Herausforderungen des Alltags direkter umzugehen. Die Interaktion verläuft spontaner und facettenreicher. Man erlebt sich in unterschiedlicheren Situationen. Diesbezüglich besteht auf jeden Fall ein deutlicher Unterschied zum Telefonieren, wo häufig eher reflektierend berichtet wird und somit bereits Abstand zu schwierigen Geschehnissen hergestellt ist.
 
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  • #19
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Zitat von Benutzer:
mit interessanten Kontakten umgeht, die weiter als 100 km entfernt leben.Ist das für euch gleich Tabu; geht ihr mit besonderer Zurückhaltung daran; mögt ihr Wochenendbeziehungen? Und wie stellt ihr euch bei gegenseitigem Interesse die weitere Entwicklung eines derartigen Kontakts vor? Wenn's zur Beziehung kommt? Welche "Opfer" wärt ihr bereit zu bringen
100 km sind -für mich- keine Fernbeziehung. bzw. etwas weitr als 100 km auch nicht und bedeutet nicht zwingend eine Wochenendbeziehung führen zu müssen. Es geht wunderbar, ich habe damit beste Erfahrungen. Selbstredend kommt es auf das berufliche Umfeld an. Ich konnte schon immer meine Arbeit einteilen und meine Termine entsprechnd legen. Auch wenn der Partner in extremer räumlicher Nähe leben würde, kann ich mir nicht vorstellen ihn täglich zu sehen oder zu telefonieren. Ich muß nicht neben ihm einschlafen, dann war es wohl vorher nicht so spannend ;-)
Ohne irgendwem zu nahe treten zu wollen, dieser Wunsch nach räumlicher Nähe hat etwas von klammern oder einengen (wollen).
Ich bin keinesfalls auf der Suche nach einer Fernbeziehung, bevor das hier mißverstanden wird. Ich nehme es an wie es kommt. Jedoch das Wort "Opfer" paßt nicht zur Liebe!!!
 
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  • #20
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Zitat von GLÜCKLICH:
Ohne irgendwem zu nahe treten zu wollen, dieser Wunsch nach räumlicher Nähe hat etwas von klammern oder einengen (wollen).
Ich denke nicht, dass der Wunsch nach räumlicher Nähe zwangsläufig etwas mit Klammern zu tun hat. Ich muss meine Partnerin im Zweifel nicht 24h am Tag an meiner Seite haben, aber für mich macht die /Möglichkeit/ dazu, beispielsweise die Möglichkeit spontan etwas zusammen zu unternehmen, spontan ins Kino zu gehen wenn uns gerade danach ist, zumindest einen Teil der Qualität einer Beziehung aus.
 
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  • #21
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Zitat von SineNomine:
Ich denke nicht, dass der Wunsch nach räumlicher Nähe zwangsläufig etwas mit Klammern zu tun hat. Ich muss meine Partnerin im Zweifel nicht 24h am Tag an meiner Seite haben, aber für mich macht die /Möglichkeit/ dazu, beispielsweise die Möglichkeit spontan etwas zusammen zu unternehmen, spontan ins Kino zu gehen wenn uns gerade danach ist, zumindest einen Teil der Qualität einer Beziehung aus.
Das ist bei mir ähnlich.
Bei einer Fernbeziehung stimmt FÜR MICH (die Großschreibung ist für André) das Verhältnis zwischen keiner räumlichen Nähe und Dauer-Nähe nicht.
Z.T. ist es in einer Nah-Beziehung sogar weniger 'klammerig', da im Normalfall in der Kennenlernphase beide über eine eigene Wohnung verfügen und daher nicht 'gezwungen' sind, die Zeit bzw. Nächte miteinander zu verbringen, weil der/die andere halt zu Besuch ist und (außer Hotel) keine Alternative hat. Man KANN die Nächte ja trotzdem zusammen verbringen, aber man muss es eben nicht. Und das gilt auch für alle Unternehmungen.
 
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  • #22
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Guten Morgen,
nachdem ich hier im Forum schon manche Anregung erhalten habe, möchte ich meine Erfahrung teilen.
Ich habe fünf Jahre in einer Beziehung mit einer räumlichen Distanz von 230 km gelebt. Das Kennenlernen erfolgte auch über das Internet. Damals wollte ich eine Fernbeziehung, habe das also bei der Sucheinstellung so forciert - die Partnerschaft am Wochenende und im Urlaub genießen und dazwischen Mutter sein. Das hat auch drei Jahre super funktioniert. Es war immer eine Auszeit vom Alltag. In den letzten beiden Jahren fielen mir die Verabschiedungen immer schwerer. Mein Sohn geht nun inzwischen öfter eigene Wege.
Das WIR-Gefühl ist in unserer Partnerschaft nicht so gewachsen, dass nun einer seine Heimat aufgegeben hätte, so dass ich Anfang dieses Jahres unsere Beziehung beendet habe. Meine Erfahrung ist die, dass sich die (Lebens-)Bedingungen ändern, was anfangs lebbar ist, kann später zum Stress ausarten, oder umgekehrt. Habe im Bekanntenkreis drei Freundinnen, denen es ähnlich ging. Das ist vielleicht ein Frauenphänomen - neue Partnerschaft und Muttersein schön getrennt unter einen Hut kriegen wollen :)

Alles hat seine Zeit. Jetzt kommt für mich nur noch eine "Nah"-Beziehung in Frage.
 
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Wasserfee

  • #23
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Prinzipiell habe ich nichts gegen größere Distanzen, manches ergibt sich vielleicht mit der Zeit. Allerdings stelle ich auch fest, dass das Anbahnen einer Beziehung über mehr als 150 km Entfernung schwierig ist - gerade mit Kleinkind. Mir persönlich fehlt dazu die Flexibilität. Habe es gerade erlebt hier bei PS, dass eine größere Distanz trotz netten Kontakts möglicherweise ein Ausschlusskriterium ist.

Zum Thema "Klammern" oder "gemeinsam einschlafen" oder "Alltag erleben": Meinen Alltag meistere ich ganz gut, darüber reden kann ich auch mit vielen Menschen. Doch ich wünsche mir jemanden, der die Dinge auch mal live miterlebt, über die ich reden will. Es ist etwas anderes, ob ich davon erzähle, wie ich mich im Alltag mit meinem pubertierenden Sprössling auseinandergesetzt habe, oder ob mein Partner das Ganze miterlebt hat und vielleicht aus einer völlig neuen Perspektive heraus betrachten kann. Das ist nur ein Beispiel. Davon gäbe es einige.

Kurz gesagt: Kennenlernen über Distanz mag je nach Lebensgestaltung schwierig sein. Wünschenswert für mich persönlich ist auf lange Sicht die Nähe.
 
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  • #25
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Zitat von lila50:
Eine mögliche Option: wenn das Kind erwachsen ist und ich in der Nähe des Partners einen Job finde, der keine Notlösung ist. Oder umgekehrt. Soweit ist es aber nicht gekommen.
Hallo, Lila50,

weil?
Doch die Distanz und die damit verbundenen Nachteile/Strapazen zu groß wurden?
 
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  • #26
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Zitat von Minze:
In einer "Nahbeziehung" geht es darum, mit den Herausforderungen des Alltags direkter umzugehen. Die Interaktion verläuft spontaner und facettenreicher. Man erlebt sich in unterschiedlicheren Situationen. Diesbezüglich besteht auf jeden Fall ein deutlicher Unterschied zum Telefonieren, wo häufig eher reflektierend berichtet wird und somit bereits Abstand zu schwierigen Geschehnissen hergestellt ist.
Exakt! Das trifft es so ziemlich auf den Punkt. Bestimmte Schwingungen und Stimmungen bekommt der Partner in der Distanz so gar nicht mit.

Und selbst wenn ich zu ihm/ihr fahre, entspricht meine Laune nicht mehr originär derjenigen, die ich unter der Woche hatte. Somit gehen tatsächlich einige stimmliche Facetten am anderen zum Teil vorbei.
 
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  • #27
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Wenn man in einer Fernbeziehung lebt, die sich so gestaltet (wie es meiner Meinung nach häufig ist), dass man sich lediglich am Wochenende (ab Freitags abend) sieht, dann ist diese wenige Zeit doch sehr "wertvoll". Man möchte in dieser kurzen Zeitspanne möglichst viele "schöne" Dinge zusammen machen.

Und das sind nicht unbedingt, Fenster putzen, bügeln, saubermachen etc.

Beide Partner würden sicherlich oft versuchen, diese Dinge, die man in einer Nahbeziehung vielleicht am Wochenende tun würde (da man unter der Woche wiederum Gelegenheiten hätte, mal spontan "schöne" Dinge zu tun), unter der Woche zu erledigen, um das Wochenende "frei" von derartigen Belastungen und für den Partner da sein zu können.

Somit würden sich auch unter der Woche Veränderungen ergeben, da diese Tätigkeiten nicht auf 7 sonder auf 5 Tage verteilt werden müssten. Zumindest wäre das bei mir so. Das wiederum würde dazu führen, dass ich einige Aktivitäten unter der Woche nicht mehr in der gewohnten Form durchführen könnte.

Hinzu kommt die Zeit, die mit dem Pendeln "verlorengeht". Klar, man kann lesen (im Zug), stricken oder Sprachen lernen. Aber letzten Endes ist es doch einiges an Freizeit, die ich in einer Nahbeziehung anders gestalten würde.

Dann die Erwartungshaltung des jeweils Anderen, der die wenige gemeinsame Zeit möglichst nicht mit Auseinandersetzungen oder sogar Streit verbringen möchte. Genau diese Reibungspunkte gehören jedoch bestimmt zu einer aktiven, lebendigen und sich entwickelnden Partnerschaft dazu. Unter der Woche wäre das bestimmt nicht so das Problem, da man viel eher wieder persönlich aufeinander zugehen könnte ("Versöhnungssex" ;-)).

Wie viele hier schon geschrieben haben: es fehlen die unmittelbaren gemeinsamen Erlebnisse, die den Partner von ALLEN und nicht nur von seiner "Wochenend-Schokoladenseite" zeigen. Und ein nachträgliches Rekflektieren kommt einem filtern der tatsächlichen Emotionen nahe.
 

Mrs

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  • #28
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Also ich kenne da z.B. ein Paar, dass theoretisch räumliche Nähe hat. Er ist aber beruflich sehr oft auf Reisen. Sein Zahnputzbecher steht zwar im gemeinsamen Haus, das Hotelzimmer sieht er aber öfter.
Ein Kind ist da auch vorhanden.
Auch hier kann man wohl kaum davon sprechen, dass permanent der Alltag gemeinsam gelebt wird, ganz im Gegenteil.
Es handelt sich aber nicht um eine Fernbeziehung, wie sie hier im Forum diskutiert wird.
Nun müssen also auch viele Berufsgruppen (die mit viel Reisetätigkeit) von der Partnersuche ausgeschlossen werden, damit möglichst oft der Alltag von Montag bis Freitag gelebt werden kann?
Ich denke, man sollte vieles einfach auf sich zukommen lassen. Womöglich entgeht einem ein liebevoller und treuer Partner durch die Grenzen die man vorab im Kopf festmacht.

Die Partnersuche sollte man nicht von der Begrenzung abhängig machen, sondern von der Möglichkeit (Zitat eines Kollegen).

Das ist aber - und das möchte ich ganz deutlich betonen- lediglich meine persönliche Meinung und die kann ich niemandem aufdrücken und das möchte ich auch nicht. Wollte Euch aber an meinen Gedanken teilhaben lassen.
Hoffe, es wird nun nicht von den Fernbeziehungs-Gegnern auf mich virtuell "eingeprügelt" :)
(schade, dass man das schon schreiben muss hier).
 
B

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  • #29
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Zitat von Mrs:
Nun müssen also auch viele Berufsgruppen (die mit viel Reisetätigkeit) von der Partnersuche ausgeschlossen werden, damit möglichst oft der Alltag von Montag bis Freitag gelebt werden kann?
[...]
Hoffe, es wird nun nicht von den Fernbeziehungs-Gegnern auf mich virtuell "eingeprügelt" :)
(schade, dass man das schon schreiben muss hier).
.

Auch die "Fernbeziehungs-Gegner" berichten hier ja lediglich über ihre persönlichen Erfahrungen und Bedürfnisse.
Es 'muss auch niemand von der Partnersuche ausgeschlossen werden' - den Kreis der in Frage kommenden potenziellen Partner definiert doch jeder für sich selbst.
Aber ich, die ich keine Fernbeziehung möchte, will mir umgekehrt auch nicht 'vorschreiben' lassen, dass ich meinen Such-Radius erweitern muss.
 
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Minze

  • #30
AW: Kennenlernen über größere Distanzen

Zitat von Mrs:
Hoffe, es wird nun nicht von den Fernbeziehungs-Gegnern auf mich virtuell "eingeprügelt" :)
(schade, dass man das schon schreiben muss hier).
Müssen hättest du es nicht müssen. Was ist dabei, wenn andere gegensätzliche Haltungen vertreten, andere Prioritäten setzen?