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  • #1

Kennen Sie Bindungsängste?

Eigentlich sehnen Sie sich nach einer Partnerschaft, andererseits kommen Ihnen, je enger eine Bindung wird, doch immer Zweifel, ob das alles richtig ist. Kennen Sie diese Angst vor den eigenen Gefühlen? Ist das die sogenannte Bindungsangst?
 
J

jolie_geloescht

  • #2
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Ja, ich kenne diese Gefühl, aber ich weiß nicht, ob das eine Bindungsanst ist oder nur nicht verarbeitete schlechte Erfahrungen. In diesem Jahr habe ich einen Mann auf der Arbeit kennengelernt, der offensichtich Interesse an mir als Mensch und nicht an meinen Körper hatte und ich fand es sehr unangenehm, denn ich hatte das Gefühl er nimmt mir meine Luft, die ich brauche. Er war nett, sah gut aus und es gibt bestimmt Frauen, die ihn haben wollen, aber mir war es zuviel. Ich glaube, ich weiß gar nicht so genau, was an mir nicht stimmt/was ich will. Da will ich die Nähe eines Mannes und auf der anderen Seite brauche ich meine Ruhe/freiheit. Ich glaube durch meine schlechten Erfahrungen mit meinem Ex bin ich etwas Beziehungsunfähig geworden. Und ich frage mich selbst, ob ich je wieder mit einem Mann zusammenleben werde und ob ich es noch kann. Jetzt genieße ich meine Ruhe abends, vermisse aber dabei auch einen zu sprechen und zum knuddeln. Es ist zum Verrücktwerden. Fast schon paradox, man vermisst dass, was man nicht hat und wenn man es haben könnte, will man es nicht. Tja, mehr fällt mir jetzt auch nicht ein.
 
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  • #3
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Ich bin da auch noch unsicher. Wenn der Richtige kommt .... wo auch immer, ändert sich das hoffentlich.
Warum denn nicht?
 
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  • #4
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Hm, so generell eigentlich nicht. Die Male, die ich ein "komisches Gefühl" hatte und mich nicht richtig fallen lassen wollte, stellte sich ohnehin bald heraus, dass es nicht gepasst hat. Wahrscheinlich also so eine Art innere Stimme , Intuition.
Wenn ich mich in der Beziehung/ mit dem Mann wohl fühle, habe ich auch kein Problem, die Gefühle zuzulassen und auszuleben.
 

vhe

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  • #5
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Zitat von PARSHIP:
Eigentlich sehnen Sie sich nach einer Partnerschaft, andererseits kommen Ihnen, je enger eine Bindung wird, doch immer Zweifel, ob das alles richtig ist. Kennen Sie diese Angst vor den eigenen Gefühlen? Ist das die sogenannte Bindungsangst?
Ich zweifle eher daran, ob die Frau die richtige ist.

Leider hab ich mich bisher erst einmal so verknallt, dass ich keine "Zweifel" hatte. Dummerweise wollte die Frau aber nix von mir wissen. :-/

Bindungsangst hab ich eher keine. Höchstens Angst vor der Trennung. (Danke, Smiler, ich arbeite daran.)
 
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  • #6
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Ja, mir geht es auch so. Und nächste Woche habe ich wieder ein Date. Ich habe jetzt schon Angst, dass ich wieder einen Rückzieher mache. Ich möchte mich so richtig verlieben, mit Schmetterlings-Gefühlen. Ob das noch geht? Mit 70 Jahren???? Ich bin voller Erwartung.
Margret
 
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  • #7
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Vielleicht findet der eine oder andere bei der Lektüre von 'Frauen wollen erwachsene Männer' von Roland Kopp-Wichmann erhellende Gedanken zur Beziehungsfähigkeit.
 

vhe

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  • #8
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Zitat von Margret:
Ja, mir geht es auch so. Und nächste Woche habe ich wieder ein Date. Ich habe jetzt schon Angst, dass ich wieder einen Rückzieher mache. Ich möchte mich so richtig verlieben, mit Schmetterlings-Gefühlen. Ob das noch geht? Mit 70 Jahren????
Ja.

Ich find aber, man sollte am Anfang nur nicht mehr erwarten, als einen schönen Abend. Ach ja, und bei den Fotos nicht allzusehr schönen...

(
Und: Wes das Herz voll ist...
Hatte gestern ein Date (ich 42, Sie 50). Das Mädchen war sogar hübscher als auf dem Foto! Lief prima, bis zum Ende, wo dann mein Bauch spontan meinen Kopf kurzgeschlossen und ihr beim Abschied (in ihrem Auto) einen Bussi auf die Wange gedrückt hatte. Hatte leider keine Reaktion von ihr mitbekommen, da ich schon aus dem Auto raus war, als mir klar wurde, was ich da getan hatte.

Hab mich heut bei ihr mal vorsorglich entschuldigt. War aber trotzdem schön. :)
)

Viel Erfolg!
 
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  • #9
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Zitat von vhe:
Lief prima, bis zum Ende, wo dann mein Bauch spontan meinen Kopf kurzgeschlossen und ihr beim Abschied (in ihrem Auto) einen Bussi auf die Wange gedrückt hatte. Hatte leider keine Reaktion von ihr mitbekommen, da ich schon aus dem Auto raus war, als mir klar wurde, was ich da getan hatte.

Hab mich heut bei ihr mal vorsorglich entschuldigt. War aber trotzdem schön. :)
Süss :). Wie hat sie denn auf die Entschuldigung reagiert?
 

vhe

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  • #10
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Zitat von Lisa:
Süss :). Wie hat sie denn auf die Entschuldigung reagiert?
Der Kuß hat ihr gefallen. :)
Wir hatten 3 schöne Stunden in einem Straßencafe, Sie will mich wiedersehen und ich sie auch.

Bin nur ein bisschen unsicher, weil wir nicht wirklich viele Berührungspunkte haben, sie ist Erzieherin in einem Schulhort, ich Programmierer.

In einer idealen Welt würde man das vermutlich als "Synergiepotential" sehen, sie ist die Expertin, was emotionale Intelligenz angeht und ich ja eher der Rationale.

Eigentlich will ich das ja auch so, ein geklontes "ich" brauch ich wirklich nicht. Aber wie kriegt man sowas zum funktionieren?
 
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  • #12
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Zitat von PARSHIP:
Eigentlich sehnen Sie sich nach einer Partnerschaft, andererseits kommen Ihnen, je enger eine Bindung wird, doch immer Zweifel, ob das alles richtig ist. Kennen Sie diese Angst vor den eigenen Gefühlen? Ist das die sogenannte Bindungsangst?
Möglich, dass diese Angst bei anderen eine Bindungsangst ist, bei mir ist es die Verlustangst, die mich an der Sinnhaftigkeit tieferer Gefühle hat zweifeln lassen, weil das (unberechtigte) Misstrauen zeitweise schwerer wog als die positiven Gefühle meinen Partnern gegenüber.
Heute habe ich das glücklicherweise ganz gut im Griff. Zum einen, weil ich der Ursache meiner Verlustangst auf den Grund gegangen bin und sie nur noch sehr selten auf meinen Partner projektiere und zum anderen, weil ich einen Mann gefunden habe, der mit meiner Angst umzugehen weiß.


Zitat von vhe:
Eigentlich will ich das ja auch so, ein geklontes "ich" brauch ich wirklich nicht. Aber wie kriegt man sowas zum funktionieren?

Wenn eine technische Assistentin mit einem schreibwütigen Kunsthistoriker kann, könnt ihr schon lange. Der Beruf kann doch kein allumfassendes Bild des Charakters eines Menschen sein. Wenn es keine Berührungspunkte gäbe, wie könntet ihr dann drei schöne Stunden in einem Straßencafé gehabt haben? Ihr habt die gemeinsame Zeit genossen und wollt euch wiedersehen, das sind doch hervorragende Voraussetzungen. Nur Mut! Und selbst wenn ihr dermaßen verschieden seid, könnt ihr im besten Fall jede Menge voneinander lernen. Wir tun das auch. :)
 
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  • #13
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Zitat von goldmarie:
Möglich, dass diese Angst bei anderen eine Bindungsangst ist, bei mir ist es die Verlustangst ...
Wobei ich denke, dass es zwischen beidem einen Zusammenhang gibt. Bindungsangst sozusagen als vorauseilende Vermeidung von Verlustangst. (Wenn man sich nicht bindet, kann man auch nichts verlieren.)

Aber dein Stichwort "Verlustangst" kommt mir trotzdem entgegen, da ich zu "Bindungsangst" nicht so recht was sagen konnte, da es letztere in meinen Augen nicht so richtig trifft. -- Also Verlustangst kenne ich natürlich auch. Aber die schwelt nicht permanent im Hinterkopf, sondern überfällt mich gelegentlich wie aus dem Nichts geradezu schlagartig, in zwei (gottseidank sehr lange zurückliegenden Fällen) regelrecht panikartig. Im Nachhinein versuche ich natürlich herauszufinden, wovon das ausgelöst wurde. Nehmen wir mal die beiden "Panikattacken". Die eine sich hinterher als irreal und unbegründet herausgestellt, bei der anderen hat sich meine überfallartige Vorahnung jedoch vollkommen bestätigt. Da weiß ich heute, dass da doch unbemerkt etwas im Hinterkopf schwelte, dass es eine Reihe von Vorzeichen gab, die sich nach und nach wie Puzzleteile zusammenfügten und wie beim echten Puzzeln kommt irgendwann das Puzzleteilchen, wo man schlagartig erkennt, was das Gesamtbild darstellen wird. Das ist dann sozusagen die Stichflamme.

Eine andere "Variante" entsteht durch Momente/Situationen der Ungewissheit, wo man etwas erlebt/mitbekommt, was man nicht deuten kann -- genauer gesagt: wo einem der Partner sehr fremd vorkommt. Rational weiß ich natürlich, dass man Dinge, die man nicht versteht, auch nicht beurteilen sollte, sondern sie mit nüchternem, vorurteilsfreiem Blick erstmal verstehen/aufklären muss. Bei emotionalen Dingen wird das aber zweifach erschwert: 1. kann man sie nicht wie einen logischen Sachverhalt objektiv analysieren und 2. schießen einem sofort ähnliche Stuationen ein, die man schonmal erlebt hat und wo die Verlustangst sich als berechtigt herausgestellt hat (siehe oben). -- Hinzu kommt bei mir noch die sehr ärgerliche Neigung, mir von den verschiedenen Möglichkeiten, was es bedeuten könnte, immer die schlimmstmögliche "auszusuchen". ("Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft")

Das ist für mich wie gesagt ärgerlich und für den, der das "abkriegt", nicht weniger. Andererseits sage ich mir aber auch: wer noch nie eifersüchtig war, hat auch noch nie geliebt. Es kommt nur auf das Maßhalten an, und das erreicht man nur, wenn man seine Angst/Panik nicht erst lange in sich hineinfrisst und sich Horrorgeschichten ausmalt, sondern den Partner darauf anspricht, damit es schnell aufgeklärt werden kann. Das setzt allerdings voraus, dass der andere einen nicht für bescheuert hält oder gar auslacht, weil er selbst sich üüüüberhaupt nicht vorstellen kann, wie der andere auf so eine beknackte Idee kommt. (Das gibt es aber eben auch und bestätigt in gewisser Weise die böse Vorahnung sozusagen hintenrum).

Wie oben bei "emotionalen vs. logischen Dingen" schon angedeutet, fehlen mir in Sachen emotionaler/intuitiver Wahrnehmung ein paar Antennen. Die sind mir stattdessen zusätzlich auf der logischen "Hirnhälfte" gewachsen, was ja auch sehr schön ist, mich aber in emotionalen/sozialen Belangen manchmal etwas hilflos und unsicher macht. Und so schließt sich der (Teufels)Kreis.

Was bleibt mir übrig? Ich kann nur mit den "Antennen" und Fähigkeiten arbeiten, die mir gegeben sind, und muss das beste draus machen und mich so durchwurschteln. Wenn ich damit nicht alleingelassen werde, geht das aber ganz gut.
 
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  • #14
AW: Kennen Sie Bindungsängste?

Zitat von vhe:
Der Kuß hat ihr gefallen. :)
Wir hatten 3 schöne Stunden in einem Straßencafe, Sie will mich wiedersehen und ich sie auch.

Bin nur ein bisschen unsicher, weil wir nicht wirklich viele Berührungspunkte haben, sie ist Erzieherin in einem Schulhort, ich Programmierer.

In einer idealen Welt würde man das vermutlich als "Synergiepotential" sehen, sie ist die Expertin, was emotionale Intelligenz angeht und ich ja eher der Rationale.

Eigentlich will ich das ja auch so, ein geklontes "ich" brauch ich wirklich nicht. Aber wie kriegt man sowas zum funktionieren?
Das hört sich doch gut an, ihre Reaktion auf Deinen Kuss. :),
Und warum soll das nicht funktionieren? Es gibt doch in Bezug auf Partnerschaft und zueinanderpassen diesen einen Satz "Gegensätze ziehen sich an". Demnach wäre es also genau passend. Wobei nur die unterschiedlichen Berufe ja noch nicht auf einen Gegensatz schließen lassen. Ihr scheint einander aber auch eher eine gute Ergänzung des Anderen zu sein. Nur bitte, lass den Gedanken an "funktionieren". Eine Beziehung oder der Beginn davon ist m.E. nichts, das nach Schema F, nach bestimmten Regeln funktioniert, auch wenn es vielleicht leichter wäre, man könnte sich da auf bestimmte Regeln verlassen und wüßte genau, wenn ich dies oder das tue oder lasse, dann geschieht das. Das macht einen handlungssicherer, aber Menschen (auch Programmierer) funktionieren nicht, sondern leben.