Hugorios

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  • #1

Keine Gefühle mehr - Ist solch eine Trennung normal oder sonderbar?

Hallo Leute,

ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass eine Trennung nur ausgesprochen wird, wenn es in einer Beziehung nicht gut läuft - ein Irrglaube?


Geschichte:

Wir: Über Parship verliebt, Beziehung ging ein Jahr

Ich: 26, Erste Beziehung, ledig, festen Job
Sie: 29, ca. 7 Beziehungen, geschieden, 1 Kind (10 Jahre), Ausbildung

Wir fanden beide, dass unsere Beziehung sehr harmonisch war, nie gestritten, viel Zärtlichkeit und nein es gibt keinen anderen Mann in ihrem Leben. Ich habe diese Frau geliebt und wäre mit ihr auch gerne bis ans Lebensende zusammen geblieben.


Zwischeninfo:

Vor unserer Trennung erwähnte Sie mal, dass Sie glaubt, dass Sie nicht beziehungsfähig sei, weil sie irgendwann immer zweifelt oder sich eingeengt fühlt.


...Also Sie bittet von einen auf den anderen Tag um eine Beziehungspause, weil sie fand, dass ihr in unserer Beziehung irgendwas fehlt oder sie stört. Was fehlt konnte Sie mir nicht sagen.
Vorher hat Sie nie ein Anzeichen gemacht, dass etwas nicht stimmt und war auch immer die Anhänglichere von uns beiden.
Ich fiel nur aus allen Wolken, weil ich sowas nicht für möglich gehalten hätte.
Nach 2 Wochen seelischer Hölle und Kontaktsperre setzten wir uns wieder zusammen und ich wurde mit der Trennung konfrontiert.


Die Aussage:

Sie liebt mich nicht mehr.
Sie hätte im Supermarkt Ihre Jugendliebe (mit der Sie nie eine Beziehung hatte) wiedergesehen. Diese ist aber schon verheiratet und hat Kinder. Jedenfalls kamen bei seinem Anblick in Ihr mega die Gefühle hoch. Gefühle, die Sie selbst nicht erwartet hätte. Diese Gefühle kann ich nicht in Ihr hervorrufen, weshalb Sie meint wir seien nicht füreinander geschaffen und sie glaube, dass irgendwann ein Mann ihren Weg kreuzt, der in Ihr auch solch große Gefühle auslöst und der diese auch für sie empfindet.

Meine Meinung dazu ist, dass es naiv ist das zu glauben. Das ist ein Wunsch, der für die wenigsten Menschen in Erfüllung geht.


Ich hatte immer gedacht, dass Liebe nur vergeht, wenn man sich streitet und Differenzen hat - unsere Beziehung war immer harmonisch und das wurde auch von ihr bestätigt.

Ich habe nun natürlich jegliches Vertrauen in eine glückliche, beständige Beziehung verloren. Ich suche nur eine Frau mit der ich eine tolle Beziehung führen kann und die mich auch nach vielen Jahren noch liebt.


Meine Frage an euch wäre:

Ist es normal, dass ein Partner den Anderen nicht mehr liebt, obwohl die Beziehung wunderbar lief oder habe ich da mit meiner Partnerwahl einfach nur einen komischen ersten Partner gehabt?
 

lisalustig

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  • #2
Tja, das ist das Leben. Du wirst wohl oder übel auf sie verzichten müssen. Aus welchen Gründen nun genau sie Dich nicht mehr liebt und ob sie Dich überhaupt geliebt hat, ist letztendlich egal. Vielleicht war sie einige Zeit verliebt in Dich. Nachdem sie Dich nun besser kennt, flacht das Gefühl ab. Das passiert - immer wieder und immer dann, wenn die rosarote Brille ihre Färbung verliert. Du kannst in keinen Menschen rein sehen, ob und welche Zweifel er ggf. hat und ob es für ihn ebenso toll ist, wie Du annimmst und es selbst für Dich fühlst. Es gibt keine allgemeingültige Regel. Überraschungen pflastern das Leben, da kannst Du gar nichts gegen tun.
 
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Blanche

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  • #3
Ich verstehe deine Enttäuschung...
Ich denke, Sie war vielleicht selbst überrascht, als sie bei der Begegnung mit ihrer Jugendliebe Gefühle gespürt hat, die sie wohl mit dir nicht ( mehr) hat...
Und hat sich Gedanken gemacht, warum sie bei dir nichts vergleichbares (mehr) spürt.

Ist mir selbst ein Mal passiert. Ich dachte ich würde ihn lieben... Doch ich hatte ihn " nur" gern. Mir das einzugestehen, war nicht leicht. Ich wollte ihn ja lieben... Doch da kann der Kopf, die Vernunft noch so viele Argumente für eine Beziehung liefern...
Wenn das Herz nicht (mehr) höher schlägt...

Manche brauchen diese Gefühle für eine Beziehung nicht.

Doch ich würde persönlich nicht mit jemanden zusammen sein wollen, nur weil er mich (noch) mag. Es ist ja schön und gut, wenn man sich versteht, nicht streitet, Harmonie herrscht.
Das ist auf Dauer jedoch zu wenig.
Das heißt nicht, dass die Schmetterlinge oder die rosarote Brille ewig flattern müssen.
Aber es sollte Liebe wachsen, entstehen.
Wenn das einseitig ist, so ist auch dies zu wenig.
Manchmal braucht es einen Auslöser, ein Ereignis, um zu merken, dass etwas nicht ( mehr) stimmt/ passt.

Sie war fair, sich selbst und dir gegenüber.

Nun habt ihr beide die Gelegenheit, die Chance, jemanden zu finden, bei dem der Verstand UND das Herz ja sagt...
 

fafner

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  • #4
Zitat von Hugorios:
Sie: 29, ca. 7 Beziehungen, geschieden, 1 Kind (10 Jahre), Ausbildung
...
Vor unserer Trennung erwähnte Sie mal, dass Sie glaubt, dass Sie nicht beziehungsfähig sei, weil sie irgendwann immer zweifelt oder sich eingeengt fühlt.
Vielleicht hat sie ja einfach nur recht mit ihrer Selbsteinschätzung.
 

billig

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  • #5
Zitat von Hugorios:
Hallo Leute,

ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass eine Trennung nur ausgesprochen wird, wenn es in einer Beziehung nicht gut läuft - ein Irrglaube?

Ja, aber du schreibst ja, du hattest zuvor noch keine Beziehung. Ganz normal, dass du da idealisierte Vorstellungen von Trennungen hast.

Wir fanden beide, dass unsere Beziehung sehr harmonisch war, nie gestritten, viel Zärtlichkeit und nein es gibt keinen anderen Mann in ihrem Leben. Ich habe diese Frau geliebt und wäre mit ihr auch gerne bis ans Lebensende zusammen geblieben.

Vielleicht war es nicht Harmonie, was sie gesucht hat.

Vor unserer Trennung erwähnte Sie mal, dass Sie glaubt, dass Sie nicht beziehungsfähig sei, weil sie irgendwann immer zweifelt oder sich eingeengt fühlt.

Also, öhm, ja gut, da hast du doch den Grund.

Ich hatte immer gedacht, dass Liebe nur vergeht, wenn man sich streitet und Differenzen hat - unsere Beziehung war immer harmonisch und das wurde auch von ihr bestätigt.

Die Liebe ist zwischen euch vielleicht auch gar nicht vergangen, sondern sie hatte einfach an ihr gezweifelt (nach dem Treffen ihrer Jugendliebe), so wie sie es dir gesagt hatte: irgendwann fange sie immer an zu zweifeln und deshalb ist sie vielleicht ja wirklich nicht beziehungsfähig. Oder denkst du, sie hat dieses Outing zu Beginn eurer Beziehung nicht echt gemeint?

Ich habe nun natürlich jegliches Vertrauen in eine glückliche, beständige Beziehung verloren. Ich suche nur eine Frau mit der ich eine tolle Beziehung führen kann und die mich auch nach vielen Jahren noch liebt.

Damit überfrachtest du aber die neue Beziehung mit Erwartungen, die nicht realistischer sind als die deiner Ex, nachdem sie ihrer Jugendliebe begegnet ist und nun auf die mega Gefühlswelle wartet.

Ist es normal, dass ein Partner den Anderen nicht mehr liebt, obwohl die Beziehung wunderbar lief oder habe ich da mit meiner Partnerwahl einfach nur einen komischen ersten Partner gehabt?

Fandest du sie in eurer Beziehung denn komisch? Wenn die Beziehung toll war bis auf die plötzliche Trennung, dann hattest du doch eine Partnerin, die toll war bis auf ihre mangelnde Fähigkeit, Beziehungen dauerhaft zu halten.
Wie sich deine künftigen Beziehungen gestalten, wird auch dadurch beeinflusst welche Haltung du gegenüber deiner letzten einnimmst. Du musst nicht schön reden, was nicht schön war, aber das Kind mit dem Bade auszuschütten wird eurer Beziehung auch nicht gerecht. Das ist meine Meinung.
 

billig

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  • #6
Zitat von fafner:
Vielleicht hat sie ja einfach nur recht mit ihrer Selbsteinschätzung.

Das denk ich auch und, dass er aufpassen muss, dass er jetzt weder sich selbst noch sie zerfleischt / abwertet und dann selber auch beziehungsunfähig dadurch wird. Könnte nämlich passieren.
 

billig

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  • #8
Hihi.
 

fafner

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  • #9
Mir ist das völlig ernst.
 

billig

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  • #10
Weshalb so pessimistisch?
 

billig

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  • #12
Ihr verarscht mich doch grade?
 

fafner

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  • #13
Nein, wir infizieren Dich. Halt Dich lieber von uns fern. Wir bringen nur Unglück und Verzweiflung über alle. Dies Forum ist Beziehungszombieland.
 
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billig

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  • #14
So blöd war mein Beitrag auch nicht, dass du jetzt so gemein werden musst.
Ich denke schon, dass man sich selber kaputt machen kann, wenn man die ganze Trennungsschuld auf sich lädt oder komplett auf den anderen abwälzt. Das prägt ja auch die eigene Sicht auf Beziehungen und so das Beziehungsverhalten. Kann man natürlich komplett lächerlich machen. Idiot.
 

fafner

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  • #15
Zitat von billig:
So blöd war mein Beitrag auch nicht, dass du jetzt so gemein werden musst.
Fand ihn nicht blöd und war nicht meine Absicht. Entschuldige bitte.

Ich denke schon, dass man sich selber kaputt machen kann, wenn man die ganze Trennungsschuld auf sich lädt oder komplett auf den anderen abwälzt.
Bei ersterem sicher.

Das prägt ja auch die eigene Sicht auf Beziehungen und so das Beziehungsverhalten.
Ja. Genau.

Kann man natürlich komplett lächerlich machen.
War nicht meine Absicht.

Ja. Ich bin nur einer von den Zombies und hab unzulässig verallgemeinert.
 
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billig

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  • #16
Entschuldigung angenommen, fafner :) Du bist kein Idiot, du hast mich ja nicht mit Absicht geärgert. Und du bist auch kein Beziehungszombie, rede dir das doch nicht ein. Bitte.
 
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Bibbo

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  • #17
Hugorios, wenn ich deinen Beitrag so lese, kommen mir da einige Dinge sehr vertraut vor. So ähnlich ist es mir auch mal ergangen. Eine Sache fällt aber auf, sieben Beziehungen und eine Scheidung im zarten Alter von 29. Das ist doch schon ein etwas ungewöhnlicher Schnitt. Ich würde sagen, da handelt es sich ganz klar um Beziehungsangst.
Ich schreibe diesen Beitrag aus der männlichen Perspektive weil das nun mal die Einzige ist die ich kenne. Es gibt hier sehr viele Frauen die alle etwas gemeinsam haben. Sie hatten eine langjährige Beziehung, meistens war es ihre erste oder die Jugendliebe. In dieser Beziehung hat Er Schluss gemacht. Seitdem haben sie gesucht, viele Männer kennengelernt aber irgendwie hielten ihre Beziehungen nicht mehr als einige Monate.
Viele dieser Damen schieben das auf die Männer, sie geraten immer an die Falschen und sind vom Pech verfolgt.
Was die wenigsten wissen, ist daß sie unter extremer Beziehungsangst leiden. Die erste Trennung war schmerzhaft und wenn Menschen solche Erfahrungen machen versuchen sie instinktiv zu vermeiden wieder in eine solche Situation zu kommen. Das ist die eigentliche Beziehungs oder Bindungsangst.
Trotzdem sehnen sich solche Menschen nach Liebe und Nähe. Ein schwieriges Dilemma.
Es wird dann nach einem Partner gesucht um den Wunsch auf Beziehung zu erfüllen. Doch dann ist da diese Bindungsangst. Sobald ein potentiell passender Partner Interesse zeigt, schlägt sie zu. Das ist das was viele als Bauchgefühl oder die Chemie die nicht passt bezeichnen. Die Kontakte werden dann verabschiedet weil es nicht passt oder irgendetwas zu fehlen scheint. Das Ganze in der Hoffnung irgendwann auf jemanden zu treffen bei dem diese Angst nicht auftaucht. Diese Vorstellung ist aber utopisch denn nicht die Partner von Leuten mit Bindungsangst sind die Ursache dieser Angst.
Leider habe ich so das Gefühl daß gerade Leute mit Bindungsangst auf das Onlinedating zurückgreifen weil sie sich hier wegen der größeren Auswahl Vorteile versprechen.
 
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Marlene

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  • #18
Das ist überlegungswert, was Du hier schreibst, Bibbo. Meinst Du mit "hier" jetzt das Forum oder PS? Aus der Trennungsangst resultiert die Beziehungs - und Bindungsangst - kann ich nachvollziehen, denn mir geht das zum Teil so, weil ich nicht weiß, ob ich noch einmal eine Trennung gut verkraften kann. Das ist eine Bearbeitungssache und ein guter gedanklicher Ansatz, sich zuerst mal mit der Trennungsangst auseinanderzusetzen und das Vertrauen wieder lernen.
 
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troubadix

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  • #19
Hallo Hugorios,

​ich glaube nicht, dass Deine Exfreundin beziehungsunfähig ist - und genauso wenig war sie wohl eine "komische" erste Partnerin. Vielmehr scheint sie mir noch auf der Suche nach Stabilität und vielleicht sogar Führung in ihrem Leben zu sein. Konntest Du Ihr das neben Deiner Liebe und Deinen Zärtlichkeiten schenken?

Ich stelle es mir sehr schwierig vor, mit 19 Jahren Mutter zu werden; die eigene Ausbildung zurückzustellen, um sie erst jetzt nachzuholen, zehn Jahre später. Dazu kommen die emotionalen Achterbahnfahrten ihrer Beziehungsversuche, nahezu im Jahresrhythmus. Dann trifft sie auf ihre Jugendliebe: verheiratet, zwei Kinder. Sie erinnert sich an die Zeit der ersten großen Träume - und an die Weichenstellungen, die folgten. Ihre erste Liebe ist "in Sicherheit". Und sie? Sie fängt wieder einmal an zu zweifeln, an sich selbst. Und an Dir.

​Das fühlt sich für Dich ungerecht an, weil Du ihr doch Deine ganze Liebe und Zärtlichkeit geschenkt hast, weil ihr doch harmonisch zusammengelebt habt. Und das sollte nicht reichen?

​So wie es aussieht, nicht. Vielleicht hast Du aber noch eine ganz, ganz, ganz kleine Chance, wenn Du es jetzt schaffst, sie loszulassen, ihr alle Freiräume zu lassen - und trotzdem für sie da zu sein: Wenn ihr mich braucht: ich bin da, wenn du magst. Wenn du ein kinderfreies Wochenende brauchst zum Austoben ohne Rechenschaftspflicht: ich bin da, wenn du magst. Vielleicht wäre das ein Weg, auf dem ihr beide noch wachsen könnt.

​Alles Gute.
 

billig

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  • #22
Troubadix, deine Gedankengänge sind mega nett, vielleicht auch zu nett. Ich denke nicht, dass er sich ihr bedingungslos zur Verfügung stellen sollte, nachdem sie ihn verlassen hat. Die Zeit kann er doch nutzen, freudigeren Dingen nachzugehen und evt. eine andere kennenlernen. Sie hat ja nichtmal gefragt, ob er weiterhin für sie da sein möchte.
Ich habe auch in meinem Bekanntenkreis einen, der mir nun seit ein paar Jährchen schon hinterher läuft und mir seine Hilfe anbietet, um die ich ihn nie gebeten habe. Mir ging es früher mal nicht so gut (so, dass ich auch Hilfe brauchte). Ich hatte auch professionelle Hilfe bekommen und dieser Mann meinte, dass das aber nicht reichen würde und drückte mir immer wieder seine Hilfsangebote auf. Er fand sich sehr nett dabei und sagte, er verfolge dabei auch keine Eigeninteressen. Dann versuchte er mich zu küssen. Ich hatte echt keinen Bock auf ihn und wimmelte ihn ab. Er meinte dann, ich wäre wohl so verunsichert, dass ich Zuneigung nicht mehr zeigen könnte und nicht in der Lage wäre, seine Hilfe anzunehmen. Ich bin echt wütend geworden, habe ihn angeschnauzt und gesagt, was ich von ihm halte. Dieses "Abwehren" war für ihn nur Zeichen, dass er mich richtig erkannt hat, dass meine Probleme tief verwurzelt sind und ich Angst vor Beziehungen habe. Heute noch bietet er mir immer wieder seine "Hilfe" an, versichert mir, mich vollkommen "frei" zu lassen, aber sieht völlig darüber hinweg, dass ich nichts mit ihm zu tun haben will. Freunde und Familie sagen, dass der mich stalken würde, aber schlimmer als die Zeugen Jehovas finde ich ihn nicht. Also bleibe ich einfach dabei, ihn zu ignorieren.
Wenn sich ein Mensch entschieden hat, seinen / ihren Weg alleine weiter zu gehen, dann sollte man ihn / sie auch alleine weitergehen lassen. Hilfe, nach der nicht gefragt wurde, scheint mir da nicht wirklich hilfreich. Vor allem, wenn sie als Mittel eingesetzt wird, sie dadurch wieder zu Ködern, zurück zu gewinnen. Dann hat er ja auch nicht wirklich losgelassen. Diesen Widerspruch wird sie doch merken.
 
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Blanche

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  • #23
Zitat von Bibbo:
Hugorios, wenn ich deinen Beitrag so lese, kommen mir da einige Dinge sehr vertraut vor. So ähnlich ist es mir auch mal ergangen. Eine Sache fällt aber auf, sieben Beziehungen und eine Scheidung im zarten Alter von 29. Das ist doch schon ein etwas ungewöhnlicher Schnitt. Ich würde sagen, da handelt es sich ganz klar um Beziehungsangst.
Ich schreibe diesen Beitrag aus der männlichen Perspektive weil das nun mal die Einzige ist die ich kenne. Es gibt hier sehr viele Frauen die alle etwas gemeinsam haben. Sie hatten eine langjährige Beziehung, meistens war es ihre erste oder die Jugendliebe. In dieser Beziehung hat Er Schluss gemacht. Seitdem haben sie gesucht, viele Männer kennengelernt aber irgendwie hielten ihre Beziehungen nicht mehr als einige Monate.
Viele dieser Damen schieben das auf die Männer, sie geraten immer an die Falschen und sind vom Pech verfolgt.
Was die wenigsten wissen, ist daß sie unter extremer Beziehungsangst leiden. Die erste Trennung war schmerzhaft und wenn Menschen solche Erfahrungen machen versuchen sie instinktiv zu vermeiden wieder in eine solche Situation zu kommen. Das ist die eigentliche Beziehungs oder Bindungsangst.
Trotzdem sehnen sich solche Menschen nach Liebe und Nähe. Ein schwieriges Dilemma.
Es wird dann nach einem Partner gesucht um den Wunsch auf Beziehung zu erfüllen. Doch dann ist da diese Bindungsangst. Sobald ein potentiell passender Partner Interesse zeigt, schlägt sie zu. Das ist das was viele als Bauchgefühl oder die Chemie die nicht passt bezeichnen. Die Kontakte werden dann verabschiedet weil es nicht passt oder irgendetwas zu fehlen scheint. Das Ganze in der Hoffnung irgendwann auf jemanden zu treffen bei dem diese Angst nicht auftaucht. Diese Vorstellung ist aber utopisch denn nicht die Partner von Leuten mit Bindungsangst sind die Ursache dieser Angst.
Leider habe ich so das Gefühl daß gerade Leute mit Bindungsangst auf das Onlinedating zurückgreifen weil sie sich hier wegen der größeren Auswahl Vorteile versprechen.

Wieso muss es denn gleich Bindungsangst sein?!

Ab wie vielen gescheiterten Beziehungen macht man das fest?

Vielleicht waren beide einfach zu verschieden.
Sie hat in ihrem Leben schon einiges ausprobiert, er lebt mit 26 seine allererste Beziehung.
Sie erkennt, dass ihre Gefühle nicht mehr ausreichen.
Und sie weiß, dass es diese tieferen Gefühle gibt, weil sie diese schon erlebt hat.
Sie hat sich zwei Wochen Zeit gegeben um sich zu sortieren. Hat vielleicht gemerkt, dass sie ihn nicht vermisst. Dass es eher platonisch ist. Hat vielleicht nicht von ihm geträumt, keine Ahnung!
Sie wird sich schon ihre Gedanken gemacht haben.
Wenn sie auf ihr Bauchgefühl achtet, kann es nicht so verkehrt gewesen sein...
Warum kann man eine Trennung nicht akzeptieren und muss den anderen herabstufen, in dem man ihn als " komisch" bezeichnet oder ihn in die " Bindungsangst Schublade" stecken.
Warum kann man nicht einfach akzeptieren, dass es zwar eine schöne Erfahrung war, leider mit Verfallsdatum, weil es am Ende für etwas Dauerhaftes nicht kompatibel, bzw. passend war?
 
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Blanche

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  • #24
Zitat von billig:
Wenn sich ein Mensch entschieden hat, seinen / ihren Weg alleine weiter zu gehen, dann sollte man ihn / sie auch alleine weitergehen lassen. Hilfe, nach der nicht gefragt wurde, scheint mir da nicht wirklich hilfreich. Vor allem, wenn sie als Mittel eingesetzt wird, sie dadurch wieder zu Ködern, zurück zu gewinnen. Dann hat er ja auch nicht wirklich losgelassen. Diesen Widerspruch wird sie doch merken.

So ist es.

Billig, danke für deine Geschichte!
 

troubadix

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  • #25
Guten Morgen billig,

​mir ist bewusst, dass ich mich mit meinem Text sehr weit aus dem Fenster gelehnt habe, weil ich eine Idee hatte, die nicht richtig sein muss, weil ich etwas in dem Text etwas gelesen haben will, das Hugorios nicht geschrieben haben mag. Und weil ich den diversen Beziehungsunfähigkeitstestaten etwas entgegenstellen wollte, denn wenn ich Bibbos Argumentation folge, ist durch die Art und Weise der Trennung Hugorios zum nächsten "Beziehungsunfähigkeitskandidaten" geworden. Daran glaube ich aber nicht sondern an die Chance, aus der einjährigen Beziehung unter ziemlich schwierigen Voraussetzungen etwas Wertvolles mitnehmen zu können.

Dabei habe ich mich offensichtlich nicht klar genug ausgedrückt.

Die Beziehung ist beendet. Das ist von Hugorios zu respektieren.

​Ich lehne es ab, vermeintliche Hilfen aufzuzwingen. Geschrieben hatte ich deshalb: Wenn ihr mich braucht, bin ich da - wenn du magst.

​Wahrscheinlich ist, dass sich Hugorios' Exfreundin "entliebt" hat, dass sie auch in dem Beziehungsversuch mit ihm in einer Sackgasse gelandet ist. Wenn aber diese Episode tatsächlich harmonisch auseinandergegangen ist, könnten beide Seiten in diesem überraschenden und hoffentlich absichtslosen "wenn du magst" vielleicht etwas sehen, das über Zärtlichkeit und Anhänglichkeit hinausgehen könnte. Das meinte ich mit "dem Weg, auf dem ihr beide noch wachsen könnt."

​Werden für Dich damit meine Gedanken verständlicher?
 

Blanche

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  • #26
Zitat von troubadix:
Guten Morgen billig,

​mir ist bewusst, dass ich mich mit meinem Text sehr weit aus dem Fenster gelehnt habe, weil ich eine Idee hatte, die nicht richtig sein muss, weil ich etwas in dem Text etwas gelesen haben will, das Hugorios nicht geschrieben haben mag. Und weil ich den diversen Beziehungsunfähigkeitstestaten etwas entgegenstellen wollte, denn wenn ich Bibbos Argumentation folge, ist durch die Art und Weise der Trennung Hugorios zum nächsten "Beziehungsunfähigkeitskandidaten" geworden. Daran glaube ich aber nicht sondern an die Chance, aus der einjährigen Beziehung unter ziemlich schwierigen Voraussetzungen etwas Wertvolles mitnehmen zu können.

Dabei habe ich mich offensichtlich nicht klar genug ausgedrückt.

Die Beziehung ist beendet. Das ist von Hugorios zu respektieren.

​Ich lehne es ab, vermeintliche Hilfen aufzuzwingen. Geschrieben hatte ich deshalb: Wenn ihr mich braucht, bin ich da - wenn du magst.

​Wahrscheinlich ist, dass sich Hugorios' Exfreundin "entliebt" hat, dass sie auch in dem Beziehungsversuch mit ihm in einer Sackgasse gelandet ist. Wenn aber diese Episode tatsächlich harmonisch auseinandergegangen ist, könnten beide Seiten in diesem überraschenden und hoffentlich absichtslosen "wenn du magst" vielleicht etwas sehen, das über Zärtlichkeit und Anhänglichkeit hinausgehen könnte. Das meinte ich mit "dem Weg, auf dem ihr beide noch wachsen könnt."

​Werden für Dich damit meine Gedanken verständlicher?

Für mich nun schon, danke Troubadix!
Freundschaftlich nach einer Beziehung miteinander umzugehen, geht meist erst, wenn keiner mehr verletzt ist und die Wunden verheilt sind...
 
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Marlene

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  • #27
Deine Gedanken sind die eines "Engels", troubadix, und entspringen wohl aus Menschenliebe. Man muss dazu schon sehr weit sein, um das leben zu können. Nicht nur zu sagen "ich bin da, wenn Du mich brauchst", sondern dann auch umzusetzen. Und dazu noch zu hoffen, dass der Andere erkennt, was damit gemeint ist und einen nicht benutzt bzw. in eine "schwache" Ecke stellt. Das Schwierigste dabei ist aber, dass man sich damit nicht unbeabsichtigt selber vermeidbaren Verletzungen aussetzt. Dass man lernt darüber zu stehen, es in seiner eigenen Intention zu sehen, wenn z.B. man gerade konkret die Situation aushalten muss, das Kind zu hüten und sie verweilt bei dem Anderen.
Das ist echt etwas für "Fortgeschrittene", ich glaube, ich könnte das nicht. Aber, der Gedanke ist gut........
 
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troubadix

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  • #28
Zitat von Marlene:
Deine Gedanken sind die eines "Engels", troubadix, und entspringen wohl aus Menschenliebe. Man muss dazu schon sehr weit sein, um das leben zu können. Nicht nur zu sagen "ich bin da, wenn Du mich brauchst", sondern dann auch umzusetzen. Und dazu noch zu hoffen, dass der Andere erkennt, was damit gemeint ist und einen nicht benutzt bzw. in eine "schwache" Ecke stellt. Das Schwierigste dabei ist aber, dass man sich damit nicht unbeabsichtigt selber vermeidbaren Verletzungen aussetzt. Dass man lernt darüber zu stehen, es in seiner eigenen Intention zu sehen, wenn z.B. man gerade konkret die Situation aushalten muss, das Kind zu hüten und sie verweilt bei dem Anderen.
Das ist echt etwas für "Fortgeschrittene", ich glaube, ich könnte das nicht. Aber, der Gedanke ist gut........

​Du hast ein "B" im ersten Satz vergessen, Marlene.... :)

Vorhin hatte ich an anderer Stelle gelesen: Mach nicht den dritten Schritt vor dem ersten. Das tust Du aber, wenn Du an das Kinderhüten denkst, während sie bei einem Anderen verweilt. Das ist tatsächlich etwas für "Fortgeschrittene" oder eben der dritte Schritt. Denn ich glaube, dass mit dem Vertrauen (oder hier dem Hilfsangebot) eine Verantwortung an den Vertrauensempfänger einhergeht, mit diesem Angebot behutsam umzugehen.

Ein Beispiel: Ich ziehe um, und Du bietest mir Deine Hilfe an, die ich dankbar annehme. Also kommst Du zu mir, und ich begrüße Dich mit den Worten: Da ist die Waschmaschine, die jetzt runtergetragen werden muss. Vermutlich werde ich Dich damit überfordern, und Du wirst mir nicht mehr helfen wollen. Wenn ich Dich aber darum bitte, mir die Geschirrkartons einzuräumen. Es ist eine Menge Arbeit, doch trotzdem werden wir den Umzug wuppen, und bei der Einweihungsfeier entsteht der Gedanke: Es war anstrengend, aber mit Marlene zusammen kann man super umziehen. Und die Waschmaschine? Ob mir DerM helfen kann? Der scheint energiegeladen, groß und kräftig. Und bei der Einweihungsfeier entsteht der Gedanke: Es war anstrengend, aber mit DemM zusammen kann man super umziehen...... Wenn mir jemand seine Hilfe anbietet, dann vertraut er mir, dass ich ihn nicht überfordern werde.

​Ich merke gerade, dass dieses Beispiel hinkt, weil es nicht vom ersten auf den dritten Schritt kommt..... muss mal überlegen.....
 
M

Marlene

Gast
  • #29
Bei dem Umzugsbeispiel fehlt der Hintergrund, auf dem sich mal die Beziehung abgespielt hat. Außerdem ist es zu einfach gewählt, weil man ZUSAMMEN als Freund sich hilft und nicht ALLEINE sich dafür anbietet, dass der Andere auf genau der Ebene sich ausleben kann, die einem absolut weh tut und zu der man nicht mehr gehört. Dies hinzubekommen ist absolut schwer.
 
M

Marlene

Gast
  • #30
Meinst Du, dass man damit jemanden zurückgewinnen könnte? Dann wäre es Taktik. Der Andere merkt, wie "gut" doch man ist.
Oder wäre dies eine gute Weise, um den Seelenfrieden zu bekommen?