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  • #1

Kann man sich ans Single-Dasein gewöhnen?

Diese Frage mag kurios wirken, sie ist mir aber ernst. Gestattet mir, sie zu präzisieren: Da ich weder Lokalalleineaufsucherundzuzweitrückkehrer, noch aktiver Frauen-ins-Gespräch-Verwickler bin, hatte ich ehrlich gesagt doch ein bisschen die kühne Hoffnung gehegt, online mit Frauen in Kontakt zu kommen. Nun: Wie sich zeigte, war diese Hoffnung nicht berechtigt. Null Dates und ebenso null Kontakte, die über eine einzige Mail hinausreichten, sprechen eine deutliche Sprache.

Nicht, dass ich erstaunt darüber wäre, im Gegenteil, haben sich meine Ahnungen doch verfestigt: Ich wirke unattraktiv auf Frauen. Also ungefähr so wie Donald Trump ohne Geld. Natürlich ist dies keine erfreuliche Erkenntnis, aber ich merke, dass ich mich mehr und mehr ans Single-Dasein zu gewöhnen scheine. Ja, sicher schaue ich neidischen Auges auf die glücklichen Pärchen im Supermarkt, auf der Straße oder beim Ikea. Bloß: Schön langsam fällt dieser Neid für mich in dieselbe Kategorie wie jener, wenn ich einen Ferrari auf der Straße sehe, nach dem Motto: Hätte ich auch gerne, ist aber unrealistisch (Anmerkung: Hiermit möchte ich Frauen nicht mit Dingen vergleichen).
Früher waren für mich Sonntage wie diese, trübes Wetter, kein Anruf, alleine in der Wohnung herumsitzend, besonders schlimm. Heute mache ich mir einfach einen ruhigen Tag und wälze keine schweren Gedanken deshalb. Kurzum: Ich habe mich mit meiner Situation abgefunden und scheine mich tatsächlich daran zu gewöhnen, was sicher auch am fortschreitenden Alter hängt.

Nachdem ich vielleicht nicht der einzige PS-User ohne den geringsten Erfolg bin: Könnt ihr euch vorstellen, euch ans Single-Dasein zu gewöhnen? Oder habt ihr den Schritt bereits vollzogen? Würde mich ehrlich interessieren.
 
D

Deleted member 20013

  • #2
Ich denke schon, dass man sich (allgemein gesagt) daran gewöhnen kann.
Wobei ich glaube, dass es mehr eine bewusste Entscheidung ist, als pure Gewöhnung. Man kann sich dem noch so sehr Aussetzen (Grundlage einer Gewöhnung), wenn aber der Wunsch weiter besteht nicht allein zu bleiben, wird auch keine Gewöhnung eintreten.

Ich möchte noch nicht aufgeben. Kann es aber sehr gut nachvollziehen, dass es sich mit höhere Qualität leben lässt, wenn man anerkennt, dass man halt nicht in einer Beziehung leben wird. Die frei gewordene Energie könnte man dann z.B. in Ehrenämter, sportliche Aktivitäten, oder andere Vereinsmaierei stecken, wo sich ein Zugehörigkeitsgefühl (ohne partnerschaftliche Exklusivität) entwickeln kann.
 
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  • #3
Du sprichst das gleiche an, was ich gerade unter dem Thema "Einsamkeit" gepostet habe. Mir geht es da so wie dir, nur will ich mich nicht damit abfinden. Ich bin schon bereit, mein Leben allein zu organisieren, aber für immer auf geistige und körperliche Nähe zu einem anderen Menschen zu verzichten... das will ich auf keinen Fall!!!! wie alt bist du, wenn ich fragen darf?
 
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  • #4
Zitat von wassolls:
Könnt ihr euch vorstellen, euch ans Single-Dasein zu gewöhnen? Oder habt ihr den Schritt bereits vollzogen? Würde mich ehrlich interessieren.
Du musst halt lernen, Dich mit dem Singlezustand zu arrangieren, Deinen Tagen trotzdem einen Sinn zu geben und offen zu bleiben, eine Partnerschaft eingehen zu können. Irgendwann.
 
G

Gast

  • #5
Ich finde es garnicht schlecht, ich fühle mich derzeit so ganz wohl. Ich habe viele nette Kontakte bekommen, möchte aber keine Eile und hab mich noch garnicht entschieden, auf welchem Weg es weitergehen soll. Ich kann mir derzeit sehr viel vorstellen. Ich vermisse nichts, ich habe mehr als genug zu tun und eigentlich auch die Freizeit schon zu voll. Manchmal denke ich, ich möchte garnichts mehr, was mich einengt. Wenn ich Lust habe, flirte ich und tausche mich aus, aber ich brauche einfach sehr viel Freiheit für mich. Möglich, dass sich das mal ändert, aber im Moment bin ich sehr zufrieden mit dem, was ist. Meine Pläne betreffen auch viele Dinge, bei denen es nur um mich selbst geht, bzw. Dinge, die ich auch im Prinzip nur selbst tun kann. Ich freue mich darauf, dass die Tage bald länger werden und mehr Platz für Aktivitäten vorhanden ist.
 
H

Hafensänger

  • #6
Wie, arrangieren? Mir sieht das nur nach einem Thread aus, der die Bedürftigkeit, ich gehe noch weiter, die Notwendigkeit nach Partnerschaft erkennen lässt. Was ist denn, wenn es diese Notwendigkeit nicht mehr hat?
Ich bin nicht einsam, sogar glücklich und wenn es bei mir noch einmal zu einer Partnerschaft kommt, dann wird es eine sein, die ebenfalls alleine glücklich ist Und ob Sie genug Antrieb hat, sich auf einer Partnerbörse anzumelden, wage ich zu bezweifeln.
 
G

Gast

  • #7
Zitat von BoiledFrog:
....ich gehe noch weiter, die Notwendigkeit nach Partnerschaft erkennen lässt. Was ist denn, wenn es diese Notwendigkeit nicht mehr hat?
sowas hab ich auch schon von älteren Männern gehört...die Partnerschaftsfrage stellt sich bei solchen dann erst wieder, wenn das Kochen oder Wäsche waschen mühselig wird. Die erste Phase ist dann also schon rum.... ;)
 
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  • #8
Zitat von BoiledFrog:
Wie, arrangieren? Mir sieht das nur nach einem Thread aus, der die Bedürftigkeit, ich gehe noch weiter, die Notwendigkeit nach Partnerschaft erkennen lässt. Was ist denn, wenn es diese Notwendigkeit nicht mehr hat?
Ich bin nicht einsam, sogar glücklich und wenn es bei mir noch einmal zu einer Partnerschaft kommt, dann wird es eine sein, die ebenfalls alleine glücklich ist Und ob Sie genug Antrieb hat, sich auf einer Partnerbörse anzumelden, wage ich zu bezweifeln.
Wenn du allein glücklich bist, ist es doch völlig okay. Aber es gibt eben auch Menschen, die allein zwar nicht gerade unglücklich sind, aber eben auch nicht wirklich glücklich. Und die sich dann halt mit dem Zustand "arrangieren" (müssen).

Und selbst wenn diese "bedürftig" wären, wäre es ja auch nicht schlimm.
 
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  • #9
Zitat von lisalustig:
Aber es gibt eben auch Menschen, die allein zwar nicht gerade unglücklich sind, aber eben auch nicht wirklich glücklich. Und die sich dann halt mit dem Zustand "arrangieren" (müssen).

Und selbst wenn diese "bedürftig" wären, wäre es ja auch nicht schlimm.
Danke @Lisa.
Ich denke, dass genau dies meinen aktuellen Zustand auch sehr gut beschreibt.

Und weil ich mich zwar damit "arrangiert" habe, den Zustand auf Dauer aber keinesfalls beibehalten möchte, habe ich mich ja bei PS angemeldet.


Nähe, Zuneigung und Zärtlichkeit stellen in meinen Augen tatsächlich Grundbedürfnisse dar.
Wenn man insoweit also von "Bedürftigkeit" spricht, dann ist das weder falsch, noch ist hieran irgendetwas Negatives zu sehen.
 
H

Hafensänger

  • #10
Zitat von lisalustig:
Wenn du allein glücklich bist, ist es doch völlig okay. Aber es gibt eben auch Menschen, die allein zwar nicht gerade unglücklich sind, aber eben auch nicht wirklich glücklich. Und die sich dann halt mit dem Zustand "arrangieren" (müssen).

Und selbst wenn diese "bedürftig" wären, wäre es ja auch nicht schlimm.
Ja, unbestritten! Aber dann wird hier ständig intoniert mit sich selbst im Reinen zu sein. Passt halt nicht zusammen.

Nach der Phase der Idealisierung wägt jeder für sich ab wieviel Murks er für eine Partnerschaft in Kauf zu nehmen bereit ist. Das ist nicht mehr mein Deal. Bin halt ein blöder Hund, aber glücklich. Ich frage einfach mal: muss ich mein Glück im Anderen suchen?
 
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  • #11
Zitat von BoiledFrog:
Ja, unbestritten! Aber dann wird hier ständig intoniert mit sich selbst im Reinen zu sein. Passt halt nicht zusammen.

Nach der Phase der Idealisierung wägt jeder für sich ab wieviel Murks er für eine Partnerschaft in Kauf zu nehmen bereit ist. Das ist nicht mehr mein Deal. Bin halt ein blöder Hund, aber glücklich. Ich frage einfach mal: muss ich mein Glück im Anderen suchen?
Man kann doch mit sich im "Reinen" sein und trotzdem Bereicherung in einer Partnerschaft finden wollen. Ich sehe da keinen Widerspruch.

Murks würde ich für mich nicht akzeptieren wollen. Da bleibe ich lieber "weiter suchend"....
Ronzheimer hat es gut beschrieben: Nähe, Zuneigung und Zärtlichkeit fehlen beim Alleinsein. Und die würde ich mir wieder wünschen. Und es wäre nicht plakativ ein Glück im Anderen sonderen eine Bereicherung für Beide.
 
H

Hafensänger

  • #12
Zitat von lisalustig:
Man kann doch mit sich im "Reinen" sein und trotzdem Bereicherung in einer Partnerschaft finden wollen. Ich sehe da keinen Widerspruch.
Es ist ja auch kein Widerspruch, mir könnte ihre Liebe auch eine Bereicherung sein, aber ich will das nicht mehr mit Deal, Es kann nur eine sein, die auch alleine glücklich ist.

Murks würde ich für mich nicht akzeptieren wollen. Da bleibe ich lieber "weiter suchend"....
Ronzheimer hat es gut beschrieben: Nähe, Zuneigung und Zärtlichkeit fehlen beim Alleinsein. Und die würde ich mir wieder wünschen. Und es wäre nicht plakativ ein Glück im Anderen sondern eine Bereicherung für Beide.
Sorry, ich bin zu drastisch. Ersetze "Murks" durch "Kompromisse" und dann trifft es auf näherungsweise alle Beziehungen zu. Auch ohne Partnerin liebe ich, BTW, ich bekomme genug zurück. Es braucht wirklich nicht viel zurück zu kommen, Lieben macht glücklich. Entweder finde ich so eine oder ich lasse es sein. Das ist kein Geben und Nehmen sondern ein Geben und Erhalten. Kein Deal.
 
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  • #13
Zitat von lisalustig:
Ronzheimer hat es gut beschrieben: Nähe, Zuneigung und Zärtlichkeit fehlen beim Alleinsein. Und die würde ich mir wieder wünschen. Und es wäre nicht plakativ ein Glück im Anderen sonderen eine Bereicherung für Beide.
Ja, aber nicht um jeden Preis. "Aufwand und Nutzen" müssen für mich stimmen. Ansonsten stimmt die Bilance mit ner Katze und ab und zu mal einen Flirt mehr.
 
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  • #14
Zitat von wassolls:
Die Antwort ist einfach: Man hat keine andere Wahl.

Aber Du kannst selber entscheiden, ob Du auf den Ferrari neidisch sein willst oder nicht. Ist ziemlich viel Geld für ein Auto, das keinerlei Alltagstauglichkeit aufweist. Du bist neidisch auf etwas das Du eigentlich gar nicht haben willst und gebrauchen kannst.

Und vielleicht solltest Du mal auf die selbe Weise über Deine Wertvorstellungen bezüglich Frauen nachdenken. Es geht darum, was Dir persönlich wichtig ist und nicht was die Gesellschaft zum Ideal erklärt hat. Du scheinst noch gar keine Ahnung zu haben was Du willst oder brauchst und machst aus jeder hübschen Frau völlig unnötig ein Objekt der Begierde.

Und nur so zum sagen: Zwei Drittel der User in Parship gehen leer aus. Steht irgendwo auf der Seite, wo man sich das Profil erstellen muss, nur nennt es sich da "38% Erfolgsquote". Willkommen bei der Mehrheit.
 
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  • #15
Ich bin definitiv bedürftig!!!! Mir fehlt besonders die körperliche Nähe. Die erste "Durststrecke" meines Lebens Naja, ich könnte auch ins Kloster gehen..