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Deleted member 23363

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  • #31
Hallo Ihr Lieben,

entschuldigt, wenn ich so mit der Tür ins Haus falle. Es geht aber einfach darum, dass ich mir einfach nicht sicher bin, was ich überhaupt will und komme mit dieser Zerrissenheit einfach nicht klar. Es gibt Tage, da wünsche ich mir unbedingt einen Partner und dann sind da aber (mittlerweile sogar sehr viele Tage), an denen ich mich frage, ob ich überhaupt nochmal eine Beziehung möchte. Eine klare Meinung ist mir aber einfach nicht möglich, und das macht mich irgendwie fertig. Ich hatte neulich ein date, das ich sehr schön fand, aber trotzdem machte mir danach nur der Gedanke Angst, ihn wiederzusehen, das Kennenlernen zu vertiefen. Als ich nämlich nach 5 (!) Stunden gesagt habe, dass ich jetzt nach Hause möchte, war er irgendwie "angefressen".
Als ich telefonisch nicht erreichbar war schrieb er mir eine SMS, dass "mich zu erreichen eine echte Herausforderung wäre", was sofort Beklemmungen in mir auslöst. Ich erläutere mein Problem hier an diesem konkreten Beispiel, also personenbezogen. Aber auch sonst geht es mir immer so. Ich will und irgendwie aber doch nicht. Dazu muss ich sagen, dass ich mir nach sehr schweren Jahren ein schönes Leben aufgebaut habe mit vielen Hobbys, finanziell bin ich sehr gut aufgestellt und mit mir selber bin ich mittlerweile sehr gut im Reinen. Und während ich früher verzweifelt gesucht habe, sinkt mein Wunsch nach einer Beziehung immer mehr je besser mein Leben wird. Herrlich entspannte Wochenenden, shoppen ohne Rechenschaft, reisen, wann und wohin ich will und ohne mir um Geld Gedanken zu machen. Dazu habe ich süße Tiere um mich, habe außerdem ein Pferd gekauft und möchte jetzt reiten lernen. Irgendwie ist alles schön und trotzdem ist da immer wieder die innere Stimme, ob das so richtig ist. Denn es liebt mich ja andererseits auch niemand auf partnerschaftlicher Ebene. Die schwersten Momente meines Lebens mußte ich immer komplett (!) alleine durchstehen. Vermeintliche Freundinnen sind so auf ihren Mann fixiert, dass sie für mich keine Zeit mehr haben. Und da denke ich immer, wenn die alle so fixiert sind, verpasse ich nicht etwas wahnsinnig tolles? Und rede mir mein Leben sogar schön? Wie kann ich in dieser Sache meinen Frieden mit mir machen und endlich herausfinden, was ich wirklich will???

Herzlichen Dank schon mal für Eure Antworten!!

Liebe Grüße (w, 44 Jahre)


Liebe @Traumtänzerin
deine Zerrissenheit kann ich nachvollziehen und ich finde es gut, dass du dich damit auseinandersetzt.
Nach meiner Scheidung (Die Trennung hatte sich über Jahre gezogen.), wollte ich wieder eine Nähe erleben, die ich in den letzten Ehejahren vermisst hatte. Nach einigen Monaten auf Parship begann ich mich zu fragen, ob es nicht doch Freiheit und Unabhängigkeit ist, was ich unbewusst möchte. Der Grund war, dass aus PS-Kontakte nur Bekanntschaften und bestenfalls Freundschaften wurden. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass es einfach nicht sein soll, dass mehr entsteht und ich fragte mich, ob etwas Unbewusstes in mir verhindert, dass ich offen, kompromissbereit und flexibel genug bin, um mich auf eine neue Partnerschaft einzulassen.
Heuer im Frühjahr ist es dann doch passiert. In einer zweimonatigen Beziehung erlebt ich wieder die Nähe und Verbundenheit, die ich so lange vermisst hatte. Und da wusste ich es: Ja, das ist es, was ich will. Letztlich hat es aber leider doch nicht geklappt.
Diese Frage konnte ich für mich dadurch klären. Und obwohl das Single-Leben seine guten Seiten hat, fehlt es mir doch sehr, eine liebe Partnerin an meiner Seite zu haben.
Aber passen (oder passend gemacht werden) muss es halt auch. Kompromisse braucht es schon, aber es ist wichtig, dass sie für beide tragbar sind und insgesamt die Freude überwiegt.
Vielleicht ist das ja ein wenig hilfreich für dich.


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Deleted member 23363

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  • #32
Ergänzung:
Wenn du dir nicht im Klaren darüber bist, was du eigentlich willst, fände ich es gut, das von Anfang an zu kommunizieren. Sonst können falsche Erwartungen entstehen, aus denen Enttäuschungen resultieren.
Am Anfang meiner Parship-Zeit war ich noch so naiv, zu glauben, dass alle Menschen auf Parship eine Partnerschaft suchen. Meine Erlebnisse haben mich eines Besseren belehrt. Das zu lernen, war schmerzhaft und leidvoll.
Wenn es dir möglich ist, spiel bitte von Anfang an mit offenen Karten.
 
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Ungezähmt

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  • #33
Moin, Leute, muß mal wieder loswerden, wie sehr ich dieses Forum liebe !
Immer wieder merkt man, das man nicht allein mit seiner Lebenssituation dasteht und das es noch andere Menschen gibt, denen es ähnlich geht.
Und die meist echt tollen, unterschiedlichen Tipps / Meinungen dazu von Euch allen.
Echt klasse !

Mir geht es fast eins zu eins genauso wie @Traumtänzerin, bis auf die innere Zerrissenheit. Die habe ich zum Glück nicht.
Und wenn ich so sehe, wie viel Liebe es sowohl zwischen meinen Eltern gab als auch bei einigen meiner Freunde / Freundinnen gibt, weiß ich, das mir sowas in meinem bisherigen Leben einfach noch nicht begegnet ist.

Man kann noch so zufrieden mit seinem Leben sein, der natürliche Instinkt allein lässt einen schon merken, das etwas fehlt.
Der Mensch ist nicht dazu geschaffen, allein zu sein, nicht über solch lange Zeiträume.
Man braucht Nähe und Ansprache, so sind wir eben geschaffen.
Aber was will man machen, wenn einem der Herzensmensch einfach nicht begegnet / noch nicht begegnet ist ?
Liebe @Traumtänzerin, hör´auf Deine Instinkte; wenn es sich komisch anfühlt, das Date, wird es auch nix sein.
Wenn Du DEN datest, wo es passt, wirst Du Schmetterlinge im Bauch haben und es wird kribbeln und Du wirst keine Zweifel mehr haben.

Ich wünsche Dir ( mir, und allen anderen, denen es auch so geht;) ) alles Glück der Welt, Deinen Herzensmenschen zu finden !
 
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Deleted member 24735

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  • #34
Ich glaube ja die "magischen" Glaubenssätze sind kontraproduktiv.

Alain de botton bringt es ganz gut auf den Punkt:
https://youtu.be/DCS6t6NUAGQ
 
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Ursina60

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  • #35
@Traumtänzerin ich kann mich deinen Worten nur anschliessen. Einerseits gibt es Momente wo ich mir wünsche, einen Partner an meiner Seite zu haben, andererseits geniesse ich das Single-Leben. Ich versuche, mir nicht zu viele Gedanken zu machen, nehme es so wie es im Moment ist, lasse mich überraschen von dem was kommt und versuche immer wieder ganz viel Leichtigkeit, Freude und Spass in mein Leben zu bringen.
 

Waslala

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  • #36
Hallo Ihr Lieben,

vielen, vielen herzlichen Dank, dass Ihr Eure Zeit und Eure Ratschläge mit mir teilt. Es hilft mir sehr und ich stelle fest, dass er mir nicht alleine so ergeht.
Leider kann ich aus Zeitgründen nicht auf jeden Beitrag eingehen, was Ihr bitte nicht persönlich nehmen dürft. Jeder Beitrag ist wervoll für mich. Auch der Ratschlag, "zum Doktor zu gehen."

Folgende Aussage hat mich noch sehr beschäftigt und passt zu meiner Zerrissenheit, denn das ist es ja im Grunde, was ich mich die ganze Zeit frage:



Ja, das wäre phantastisch und dann würde ich auch sofort wollen, aber
steckt darin nicht eine viel zu großes Erwartung an eine Partnerschaft? Die Realität hat dem nie stand gehalten. Wie wahrscheinlich ist es, dass ich eine so tolle Partnerschaft finde, wenn man vergleicht, wie wenige Beziehungen wirklich toll laufen? Dieses Hochgefühl bleibt ja ohnehin nur kurz.
So sind meine momentanen Gedankenoder oder anders formuliert: was ist trotz all meiner Einwände so toll an einer Beziehung, dass fast niemand darauf verzichten will?

NEIN! Das ist es nicht. Ich habe gerade jemand kennen gelernt bei dem das alles ganz gut klappt.
Wir sind beide eingespannt, haben unser berufliches und privates Umfeld … und wir genießen die gemeinsame Zeit -ja mit Terminplanung und Kalender- und das kommt uns in der Weise entgegen, dass die Zeit miteinander qualitativ und beziehungstechnisch sehr schön ist. Wir können miteinander reden, schweigen, lachen, albern und ernst sein, unsere Hobbies -sogar Literatur- und Musikvorlieben passen- haben ähnlichen "Bewegungsdrang" und ähnliche Bedürfnisse was Nähe und Sex angeht.
Alles in allem ein guter Start und es fühlt sich in jeder Hinsicht "richtig" an.
Ich habe mich entschieden keine Kompromisse zu machen und mich nicht mehr nach einem ersten Date "abspeisen", kontrollieren oder vereinnahmen zu lassen (als "Ersatzmama", Haushaltshilfe, Köchin, Freundin+ …) sondern wir entwickeln uns gerade zu einem Paar.
Meine Philosophie dazu: Liebe, Nähe (auch Körperlichkeit und Erotik), Kommunikation und die Wunsch nach einem gemeinsamen Weg. Wenn einer Unterstützung braucht, da zu sein, sich gegenseitig herauszufordern und zu begleiten.
Lass dich nicht verunsichern, wenn "der Richtige" kommt, merkst du es.
 
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  • #37
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AnnaConda

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  • #38
NEIN! Das ist es nicht. Ich habe gerade jemand kennen gelernt bei dem das alles ganz gut klappt.
Wir sind beide eingespannt, haben unser berufliches und privates Umfeld … und wir genießen die gemeinsame Zeit -ja mit Terminplanung und Kalender- und das kommt uns in der Weise entgegen, dass die Zeit miteinander qualitativ und beziehungstechnisch sehr schön ist. Wir können miteinander reden, schweigen, lachen, albern und ernst sein, unsere Hobbies -sogar Literatur- und Musikvorlieben passen- haben ähnlichen "Bewegungsdrang" und ähnliche Bedürfnisse was Nähe und Sex angeht.
Alles in allem ein guter Start und es fühlt sich in jeder Hinsicht "richtig" an.
Ich habe mich entschieden keine Kompromisse zu machen und mich nicht mehr nach einem ersten Date "abspeisen", kontrollieren oder vereinnahmen zu lassen (als "Ersatzmama", Haushaltshilfe, Köchin, Freundin+ …) sondern wir entwickeln uns gerade zu einem Paar.
Meine Philosophie dazu: Liebe, Nähe (auch Körperlichkeit und Erotik), Kommunikation und die Wunsch nach einem gemeinsamen Weg. Wenn einer Unterstützung braucht, da zu sein, sich gegenseitig herauszufordern und zu begleiten.
Lass dich nicht verunsichern, wenn "der Richtige" kommt, merkst du es.
Das klingt schön!

Und auch wenn das Single-Leben richtig gut und entspannt ist, was man erst wieder richtig merkt, wenn man es hat, wie gut einem körperliche Nähe und Sex tun. Ich glaube, das verdrängt man gern, wenn man ein ausgefüllte Singleleben hat, zumindest wars bei mir so. Mir ging es wirklich richtig gut allein.
 
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  • #39
Das kann ja jeder.

Die wahre Herausforderung im Leben besteht darin, alles zu teilen und sich mit einem anderen Menschen auseinanderzusetzen. Das kann scheinbar nicht jeder. Und vor dem Können steht das Wollen.

Ich habe bis heute grundsätzlich immer geteilt. Mit meiner Mutter als Partnerersatz, dann mit meinen Partnern, schließlich mit meiner Tochter. Ich kenne gar nichts anderes als teilen. Vielleicht fühlt es sich daher so gut an. Es ist etwas ganz Neues. Ich denke zum ersten Mal in meinem Leben mal nur an mich Ich muss allerdings gestehen, dass ich die letzten Tage ein wenig traurig war. Aber es ging nicht speziell um den fehlenden Partner, sondern vielmehr das generelle Fehlen von Menschen, die mir nahe stehen. Meine Eltern sind tot, meine Freundinnen melden sich nicht mehr, seitdem sie liiert sind. Ich fühle mich ein bisschen wie ein einsamer Wolf, der nirgends hingehört. Ich sollte wieder entspannt mit der Partnersuche anfangen, bin aber Realist genug, dass eine wirklicher Treffer ziemlich unwhrscheinlich ist. Von Freundschaften bin ich auch ziemlich bedient seit den Erfahrungen mit meinen "Freundinnen:"
Momentan muss ich auch wieder pausenlos an meine kürzlich verstorbene Mutter denken. Obwohl sie als Mensch oft sehr schwierig war, ist meine Trauer tief. Ich habe ständig die Bilder von ihrem Sterbebett vor Augen. Das zieht mich schon sehr runter.
Nochmals vielen herzlichen Dank für Eure Antworten! Es hilft sehr, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin.