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  • #1

in der schwebe...

Liebes Forum,

...

Habt Ihr einen Rat? Irgendwas, dass mir helfen könnte, nach vorne zu schauen, oder besser gesagt, mich in der Gegenwart nicht zu blockieren? Denn ehrlich, das tue ich wohl.

Liebe Grüsse, Suzanne
 
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  • #2
AW: in der schwebe...

Hallo Suzanne !
Wenn einem jemand sagt, er wäre nicht beziehungsfähig, ist das schlimm genug - aber es ist auch ein bisschen ein Trostpflaster : Aha, es ist der falsche Zeitpunkt, keiner kann was dafür, sozusagen Schicksal - es liegt nicht an mir. Es ist nicht so, dass er mir was vorgemacht hat oder ich einer Täuschung aufgesessen bin...

Wenn ER dann plötzlich doch bindungsfähig ist - leider nur mit einer anderen - wird das Pflaster heruntergerissen und man fällt aus allen Wolken. Da wollte er wohl doch nicht MICH. Da war ich wohl doch nicht die Richtige. Da hat er mir/habe ich mir/haben wir uns doch etwas vorgemacht......Das ist bitter. Und traurig. Aber irgendwie auch ein bisschen "Schicksal", oder nicht ? Und man muss sich nicht zwingend als Versager fühlen...

Ich habe das mal ganz ähnlich erlebt wie du, den letztendlichen "Schlag ins Gesicht" aber einigermaßen verkraften können und sogar als Befreiung erlebt. Endlich war so was von klar, dass ich nicht mehr bis zum Sanktnimmerleinstag auf ihn oder ein Wunder warten musste....
Manche Dinge dauern und bei aller Vernunft kann man nicht alles zu dem Zeitpunkt "abstellen", wenn es ratsam wäre. Manchmal hilft nur das Vertrauen auf die Zeit - irgendwann hat man es hinter sich.....
 
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  • #3
AW: in der schwebe...

Ganz generell habe ich oft das Gefühl, dass Dinge (zu) schnell aufgegeben werden... ob sich das nun immer im Beenden von Kontakten zeigt oder anderweitig, sei mal dahingestellt. Und Begriffe wie "beziehungsunfähig" fallen m.E. auch viel zu schnell - oft ist wohl nur die Passung der potenziellen Partner ungenügend.

Ich behaupte mal, dass du ihn damals genauso hättest binden können. Du hattest ihn ja letztlich auch halbwegs gebunden - nur war es dir nicht genug und zu kraftraubend. Du weißt z.B. nicht, wie es aktuell in seiner Beziehung ist: Vielleicht möchtest du gar nicht mit seiner Partnerin tauschen, weil es sie auch unendlich viel Kraft kostet bzw. sie noch heute auf die Aussage "Ja, wir sind zusammen." von ihm hofft. :)
Es kann natürlich auch sein, dass er mittlerweile einfacher zu handhaben ist... wer weiß.

Also: Entweder hat sie mehr Ressourcen als du oder er ist einfacher zu handhaben.
Dass du nicht so viel Ressourcen in ihn reingesteckt hast, war doch ok, oder? Würdest du diese Entscheidung nicht so auch wieder treffen? Falls ja, dann hast du doch alles richtig gemacht.
Und ich bezweifle, dass die Situation sich einfach mal so um 180 Grad gedreht hat: Falls aber doch, dann ist es doch sowieso ein ganz anderer Kerl... mit dem hattest du ja noch nie etwas und der hat vielleicht auch wieder andere Problemchen. Zudem wirken Menschen in Beziehungen von außen oftmals viel toller als es nachher in der Beziehung ist - ganz problemlos ist ja nichts im Leben. ;)

Alles Gute dir und Kopf hoch.
 
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  • #4
AW: in der schwebe...

Zitat von agony:
Ich behaupte mal, dass du ihn damals genauso hättest binden können. Du hattest ihn ja letztlich auch halbwegs gebunden - nur war es dir nicht genug und zu kraftraubend.

Agony - wo liest du das ???!

Aus ihrer Konsequenz, die Beziehung zu beenden, als seine Exfrau als klare Mitbewohnerin auftauchte und er nicht mal sagen konnte, was er mit Suzanne "hat" ?

Ich bin auch kein Fan von schnellem Aufgeben , aber so wie Suzanne es schildert ist das für mich eher ein Beispiel, wo eine Frau sich nicht auf ewiges Gehampel einlässt und das finde ich eher positiv...
Aber vielleicht interpretieren wir ja auch beide zu viel in ihre Worte hinein...
 
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  • #5
AW: in der schwebe...

Vielen Dank für Eure Antworten! Ich bin ehrlich gesagt SO kurz davor ihm zu schreiben, aber das wäre nur erneut erniedrigend und ich kann wohl ehrlich sagen: Ich wünsche den beiden tatsächlich das beste.

Das Forum ist gerade mein Ventil und meine Hilfe in der Not.

Die Frage ist nur die: Wie kann ich das gänzlich verarbeiten? Wie kann ich ankommen im Jetzt und Hier? Ich bin heute ehrlich erschrocken, als ich – schlafwandlerisch – an der Adresse vorbei ging, um zu schauen, was da an der Klingel steht. Stehen ihre Namen beide gemeinsam dran? Obwohl er bisher immer noch den Namen der Noch-Frau (die mit Sicherheit immer noch Noch-Frau ist) an der Klingel hatte. Darüber hatten wir Diskussionen. Am Gebäude stand dann gar nichts.

Aber das ist nicht mein Punkt. Ich hoffe ja nicht auf ihn. Ich bin so selbstbewusst, zu sehen, dass es nicht gepasst hat. Doch warum verhalte ich mich so, nach einem Jahr? Brauche ich professionelle Hilfe oder muss ich noch einfach mehr die Zeit abwarten?
 
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  • #6
AW: in der schwebe...

Eine schwere Zeit, die Du durchmachst, Suzanne. Dennoch: Es muss nicht einmal immer eine Lüge sein, die Dir da präsentiert wurde.

Ich nehme mich jetzt selbst einmal als Beispiel. Nach meiner Scheidung habe ich bestimmt ein Jahr gebraucht, um überhaupt wieder den Wunsch zu verspüren, eine Bindung einzugehen. Dann fühlte ich mich endlich bereit.

Und tatsächlich lernte ich eine tolle Frau kennen. Meine Güte, ich hatte Schmetterlinge im Bauch. Und merkte dennoch schnell, dass das nichts werden kann, da die Wünsche sich zu sehr unterschieden.

Wir kannten uns zu kurz, um bei mir eine wirklich langanhaltende Trauer auszulösen. Noch vor Wochen ging es mir prima, ich begab mich voller Selbstbewusstsein und mit Schwung wieder auf die Suche. Denn eines steht für mich fest: Ich wünsche mir eine Partnerschaft.

Eine Kleinigkeit, die ich nicht näher erklären mag, hat urplötzlich alles wieder verändert. Und so stehe ich da mit meinem Wunsch, mich wieder zu binden, und dem plötzlichen Gefühl, es gar nicht mehr zu können. Wer sich "binden" will, muss sich selbst so lieben und vertrauen, dass er überhaupt bindungsfähig ist. Der Wunsch nach einer neuen Beziehung allein reicht dazu nicht aus.

Nun ist dies sicherlich ein Zustand, der sich innerhalb eines Jahres durchaus ändern kann. Äußere Umstände ändern sich, manche Wunden de Schicksals verschorfen... Und da kann ein Jahr viel ausmachen. Und die Partnerin, die einen "richtig abholt", in der Situation in der man sich gerade noch befunden hat.

So wie Du es schreibst, klingt es für mich so, als sei der von Dir beschriebene Mann warum auch immer - noch nicht ganz durch gewesen mit der Bewältigung seiner Beziehung. Vielleicht, weil seine Ex im Ausland lebte (wenn ich das richtig verstanden habe), vielleicht aus anderen Gründen. So sehr man einen solchen Prozess beschleunigen möchte, es geht nicht. Man ist erst damit durch, wenn man damit durch ist. Nicht, wenn man damit durch sein möchte.

Entschuldige, dass ich es nicht besser formulieren kann. Du liest gerade spontane "Gedankensuppe", die ich beim Lesen Deines threads anrühre. Kann sein, dass es - in der Situation damals - zu viel Entscheidungsdruck für ihn war, oder er sich etwas gewünscht hat, was er nicht umsetzen konnte. Weil die Zeit noch nicht reif war.

Als Herabsetzung für Dich selbst solltest Du das nicht sehen. Am Ende hast Du damit wenig zu tun. Denn letzten Endes hast Du es möglicherweise nie selbst in der Hand gehabt, diese damalige Beziehung funktionsfähig zu machen. Nur er. Und vielleicht ging es seinerzeit schlicht und ergreifend noch nicht.
 
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  • #7
AW: in der schwebe...

Sei froh, dass Du nicht mehr mit dem Typen zusammen bist. War das überhaupt eine wirkliche Trennung, die er da mit seiner Ehefrau hatte? Hört sich alles sehr merkwürdig an. Ich habe einen ganz anderen Verdacht.

Aber egal was es war, der Typ wird sich auch jetzt nicht geändert haben. Wahrscheinlich wird es wirtschaftliche Gründe haben, dass er mit der Neuen zusammen gezogen ist. Ihr böses Erwachen wird noch kommen. Du meintest selbst, dass er wahrscheinlich noch immer nicht geschieden ist. Vielleicht ist es für ihn (und seine Frau und Familie) völlig ok, dass er sich eine Geliebte /Zweitfrau hält.

Lenk Dich ab und gibt Dir nicht die Blöße, ihm weiter hinter zu spionieren. Verschwende Deine kostbare Zeit nicht noch länger. Ja, es tut weh und das wird noch eine Weile so sein. Aber die andere sollte Dir leid tun, denn in so einer Konstellation wird auch sie nicht glücklich werden. Nimm die Gefühle an, aber konzentriere Dich auf was anderes. Denke nicht weiter über ihn nach, sondern erfreu Dich an den Erfolgen, die Du seitdem hattest. Dir ging es nach der Trennung doch schon wieder besser. Also, knüpfe da an und geh den Weg weiter.
 
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  • #8
AW: in der schwebe...

Lieber Naturtrüb,

vielen Dank für Deine Nachricht, die ja auch sehr persönlich ist. Ich wünsche Dir, dass Du lernst, Dich selbst so zu lieben und anzunehmen, wie Du bist. Falls ich etwas falsch verstanden habe, dann entschuldige bitte.

Ich denke, «ihm» ging es damals ähnlich. Und zwar schon viel länger, Und eigentlich schon immer. Dass er es nun vielleicht überwinden kann mit der neuen Partnerin freut mich eigentlich.

Was mich stört, bin ich selbst. Warum muss ich immer noch jeden verdammten Tag an ihn denken? Obwohl es offensichtlich nie gepasst hat? Obwohl es schon lange vorbei ist? Warum, warum? Oder, noch wichtiger: Wie kann ich das abstellen? Exessive Meditation? ONS als Ablenkung?

Natürlich fühle ich mich momentan irgendwie narzisstisch gekränkt: Habe ich durch all' die Beziehungsarbeit, die ich ihm gegenüber versucht habe, eine Selbstreflexion überhaupt erst ermöglicht? Wodurch eine andere profitiert?

Oder hat er gelernt daraus und macht nun «öffentlich» alles richtig, um damit zu überspielen, dass er emotional nur Leere verspürt?

Doch, was mich im Kern beschäftigt: Warum ist es mir nicht egal? Bin ich einfach nur eitel?

Ich glaube und weiss, es/er (egal was er tut) hindert mich daran, ich selbst zu sein. Offen für eine neue Beziehung etc. Oder einfach nur glücklich und gelassen, so wie ich bin. Ich bin offenbar blockiert. Und das kann ich ihm nicht vorwerfen. Es liegt ja an mir.
 
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  • #9
AW: in der schwebe...

Liebe Schreiberin,

vielen Dank für Deine Gedanken. Daraus entnehme ich, das ich mich wohl in Geduld üben muss. Rational ist ja eigentlich alles klar. Ich warte einfach ab und eines Tages bin ich wirklich darüber hinweg (was ich bisher schon ca. drei,viermal glaubte. Leider fälschlicherweise...).

Vielleicht muss ich wiklich geduldiger mit mir sein, nicht so streng. Der Gedanke gefällt mir.
 
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  • #10
AW: in der schwebe...

Suzanne, Du stellst Dir - meiner bescheidenen Meinung nach - exakt die richtigen Fragen. Nur beantworten kann sie wohl niemand in diesem Forum.

Aber die Fragen sind genau die, die auch ich mir stellen würde.

Btw: Leere, die Du bei ihm vermutest, muss nicht ewig anhalten. Sie ist schlicht die Folge von Wunden, die das Leben hinterlassen hat. Manche Männer - ich schließe mich da mit ein - bewältigen sie leider anders, als vielleicht so manche kluge Frau. Dennoch - so hoffe und glaube ich - heilen sie mit der Zeit. Wie gesagt: Vielleicht warst Du einfach zu früh...

Was Deine Fragen nicht beantwortet. Wobei die Fragen selbst teilweise bereits die Antwort sind.
 
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  • #11
AW: in der schwebe...

Zitat von suzanne:
Was mich stört, bin ich selbst. Warum muss ich immer noch jeden verdammten Tag an ihn denken? Obwohl es offensichtlich nie gepasst hat? Obwohl es schon lange vorbei ist? Warum, warum? Oder, noch wichtiger: Wie kann ich das abstellen?

Liebe Suzanne!
Ich finde, Du bist in Deiner Ablösungsarbeit schon weit gediehen - durch Deine Worte schimmern Selbstbewußtsein und Kraft - und ein offener Blick für Dich selbst.
Das ist toll - und Deine Leistung!

Dieses Phänomen, das Dir so zu schaffen macht, wird von manchen Psychologen "der hungrig gebliebene Säugling" genannt.
Es beschreibt die Unfähigkeit, oder große Schwierigkeit, bei der Trennung und Ablösung von einem Menschen, an den wir starke und große Nähewünsche hatten - deren Erfüllung uns derjenige aber, egal aus welchen Gründen - "schuldig geblieben" ist.

Das Gefühl in uns kann mit Erklärungen wenig anfangen - das Gefühl der unerfüllten Sehnsucht kann sich nur durch Erfüllung auflösen - es ist wie ein Hohlraum in uns, der gefüllt werden muß, damit wir uns wieder heil fühlen. Wir verbleiben innerlich in der Situation des kleinen Kindes, das auf die Befriedigung seiner Bedürfnisse hofft und sich danach sehnt, auch wenn es in der Realität das Gegenteil erlebt.

Wenn wir bei diesem Bild bleiben - der bedürftige "Säugling" hat keine andere Handhabe - er kann nur warten und hoffen.
Diese Sehnsucht und hoffnungslose Hoffnung bildet eine Bindung ganz eigener Art - die wirklich mühsam aufzulösen ist.
Sie gelingt in dem Moment, in dem wir uns diese Gefühle zugestehen - es wagen sie anzusehen, und uns so in uns und unsere innere Not einzufühlen beginnen, daß wir für uns selber der Mensch werden können, der uns endlich sättigt, tröstet und annimmt.

Das heißt in der Praxis: Sei so gut, liebevoll und geduldig mit Dir, wie Du nur kannst - als hättest Du es mit einem sehr kleinen, sehr unglücklichen Kind zu tun. LiebeLiebeLiebe - und wenn das nicht reicht - noch mehr: Liebe.

Vielleicht hast Du die andere Situation auch schon erlebt - daß Du Dich leicht und in Frieden von jemandem trennen konntest - bei demjenigen hast Du sicher wenig oder gar nichts entbehrt.
Paradox, nicht wahr - je glücklicher wir mit jemandem sind - desto leichter können wir gehen...
Dir alle(s) Liebe.
 
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  • #12
AW: in der schwebe...

Zitat von suzanne:
Liebes Forum,

was soll ich sagen, wie soll ich es Euch erklären? Ich beginne mal von vorn: Ich war lange, lange, lange Zeit Single. Aus guten Gründen. Dann traf ich einen Mann (getrennt lebend, ein Kind). Wir haben uns 3 Monate kennengelernt, sehr viel freundschaftlich zusammen unternommen (ca. 2 bis 3 mal die Woche). Wir kannten uns also gut. Wir wurden nach den Monaten ein Paar. Doch er war noch verheiratet und war wohl bindungsunfähig zu dem Zeitpunkt (wurde mir erst allmählich klar, da die Frau im Ausland lebt und nicht präsent war). Ich wurde der Frau, die dann (- nach 5 Jahren Trennung) ganz natürlich bei ihm wohnte (war schon immer so! Nur wusste ich da nicht, wie er seine Sommerferien so gestaltet), während ich von jetzt auf gleich nicht mehr bei ihm übernachten durfte...), seiner Familie und dem Kind vorgestellt. Mit dem Kind ergab sich spontan eine sehr enge Bindung. Ich habe keine eigenen Kinder und bin Ende 30. Jedoch war da diese Beziehungsunfähigkeit seinerseits (wer sich auskennt, weiss, was ich meine). Ich musste die Beziehung beenden, da ich keine Chance hatte. Er gab mir keine Sicherheit, keinen Platz in seinem Leben. Um dies zu illustrieren: Er konnte nach einem 3/4 Jahr «Beziehung» keine Antwort finden auf die Frage: Haben wir eine Beziehung, Affaire oder nichts? Was ist denn das eigentlich? Also war es vorbei. Von meiner Seite aus.

Ich habe ein Jahr extrem gelitten und sehe erst allmählich ein Licht am Horizont. Seit ca. einem halben Jahr (da war ich noch voll in der Sch...) hat er nun eine neue Beziehung und jetzt finde ich heraus, dass sie zusammenziehen.

Das bringt mich doch sehr durcheinander. Wie kann jemand, der selbst zugegeben hat, seit dem Vorfall mit seiner Ex, und eigentlich überhaupt schon immer, nicht zu wissen, was er fühlt, so schnell «Nägel mit Köpfen» machen?

Damit eins klar ist: Ich bin so froh, bin ich ihn (nach einem sehr schmerzhaften Jahr) endlich los, aber dann –*andererseits –*ertappe ich mich, wie ich nachforsche, als ich (durch einen blöden Zufall) davon erfuhr, dass seine «Neue» ihre Wohnung untervermietet. Da habe ich bei ihn nachgeschaut und siehe da: Er hat eine neue Adresse.

Ich wünsche den beiden wirklich von Herzen das beste. Ich bin auch nicht mehr (Thank goodness!) an ihm interessiert. Aber all das macht mich ehrlich fertig.

Ich verstehe die Menschheit wohl nicht.

Das alles zieht mich immer noch und jetzt gerade wieder sowas von runter.

Habt Ihr einen Rat? Irgendwas, dass mir helfen könnte, nach vorne zu schauen, oder besser gesagt, mich in der Gegenwart nicht zu blockieren? Denn ehrlich, das tue ich wohl.

Liebe Grüsse, Suzanne

Liebe Suzanne,
ich glaube das es schwierig ist, dass Wort "beziehungsunfähig" zu defnieren. Meines Erachtens stimmt es bei vielen gar nicht. Ich denke das er dich einfach nicht wirklich geliebt hat, sorry. Da wird gerne die Ausrede verwendet nicht beziehungsfähig zu sein. Dafür findet man immer Gründe. Wenn dann die richtige Person auftaucht, wo alles vergessen wird, dann können sie plötzlich alles. Da ist die Beziehungsunfähigkeit plötzlich weg... Die wirklich beziehungsunfähigen Personen rennen von Partnerschaft zu Partnerschaft und können gar nicht mehr wirklich lieben.
LG Anida
 
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  • #13
AW: in der schwebe...

Zitat von suzanne:
Lieber Naturtrüb,

vielen Dank für Deine Nachricht, die ja auch sehr persönlich ist. Ich wünsche Dir, dass Du lernst, Dich selbst so zu lieben und anzunehmen, wie Du bist. Falls ich etwas falsch verstanden habe, dann entschuldige bitte.

Ich denke, «ihm» ging es damals ähnlich. Und zwar schon viel länger, Und eigentlich schon immer. Dass er es nun vielleicht überwinden kann mit der neuen Partnerin freut mich eigentlich.

Was mich stört, bin ich selbst. Warum muss ich immer noch jeden verdammten Tag an ihn denken? Obwohl es offensichtlich nie gepasst hat? Obwohl es schon lange vorbei ist? Warum, warum? Oder, noch wichtiger: Wie kann ich das abstellen? Exessive Meditation? ONS als Ablenkung?

Natürlich fühle ich mich momentan irgendwie narzisstisch gekränkt: Habe ich durch all' die Beziehungsarbeit, die ich ihm gegenüber versucht habe, eine Selbstreflexion überhaupt erst ermöglicht? Wodurch eine andere profitiert?

Oder hat er gelernt daraus und macht nun «öffentlich» alles richtig, um damit zu überspielen, dass er emotional nur Leere verspürt?

Doch, was mich im Kern beschäftigt: Warum ist es mir nicht egal? Bin ich einfach nur eitel?

Ich glaube und weiss, es/er (egal was er tut) hindert mich daran, ich selbst zu sein. Offen für eine neue Beziehung etc. Oder einfach nur glücklich und gelassen, so wie ich bin. Ich bin offenbar blockiert. Und das kann ich ihm nicht vorwerfen. Es liegt ja an mir.


Ich bin im Moment in einer ähnlichen Situation wie du. Genau die gleichen Fragen stelle ich mir seit ein paar Monaten auch.

Ich habe mir Literatur besorgt und habe mich in einem Trennungsschmerz-Forum angemeldet. Dort hatte ich das große Glück, auf einen bekennenden Beziehungsphobiker zu treffen, der mir ein bisschen weitergeholfen hat.

Und ich gestehe: ich habe ein kleines Vermögen für Kartenlegerinnen ausgegeben ( eigentlich bin ich ein eher verstandesmäßiges Menschlein ). Nicht, weil ich an so etwas glaube, sondern weil ich versucht habe, mit deren Hilfe Antworten zu finden.

Dennoch schwanke ich immer noch zwischen Wut, Selbstmitleid und Trauer.

Inzwischen stelle ich mir selbst die Frage, ob ich angemessen mit Niederlagen und Kränkungen umgehen kann.

Um ehrlich zu sein, bin ich noch nicht bereit, ihm alles Gute" für seinen weiteren Lebensweg " zu wünschen.
 
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  • #14
AW: in der schwebe...

Zitat von suzanne:
....Was mich stört, bin ich selbst. Warum muss ich immer noch jeden verdammten Tag an ihn denken? Obwohl es offensichtlich nie gepasst hat? Obwohl es schon lange vorbei ist? Warum, warum? Oder, noch wichtiger: Wie kann ich das abstellen? Exessive Meditation? ONS als Ablenkung?

Natürlich fühle ich mich momentan irgendwie narzisstisch gekränkt: Habe ich durch all' die Beziehungsarbeit, die ich ihm gegenüber versucht habe, eine Selbstreflexion überhaupt erst ermöglicht? Wodurch eine andere profitiert?

Oder hat er gelernt daraus und macht nun «öffentlich» alles richtig, um damit zu überspielen, dass er emotional nur Leere verspürt?

Doch, was mich im Kern beschäftigt: Warum ist es mir nicht egal? Bin ich einfach nur eitel?

Ok, die Erklaerung mit dem Bild des hungrigen Saeuglings ist doch schon ein Start. Vielleicht bist du auch eitel, auch narzistisch, aber es scheint mir nicht uebler als das normale Mass. *zwinker*
Also? Was ist es dann? Ja, du bist gekraenkt, das ist kein schoenes Gefuehl, auch wenn du weißt, dass die Trennung fuer dich besser war, fuehlt es sich nicht fair an, wenn du die Vorarbeit geleistet hat und eine andere profitiert davon.

Du weißt es nicht wirklich – hat er sich ebenso innerlich veraendert, kann seine neue Freundin ihm etwas geben, was du nicht kannst/konntest/wolltest, wird es fuer die beiden anhalten?
Und – es ist nicht relevant fuer dein Leben, das weißt du vom Kopf her, aber von innen schreit es immer noch, dass es einfach nicht fair ist.
Das ist so, wie es ist.

Es ist dir nicht egal, weil du tiefe Gefuehle fuer ihn hattest, es war ein wichtiger Mensch in deinem Leben. Gestehe es ihm auch in deinem Innenleben zu, dass er es ohne dich weiter lebt. Damit dein Bauch/Herz/Seele das macht, was dein Kopf schon macht.

Mir fallen auch schon bei manchen Gelegenheiten Verflossene ein, das ist normal und ich versuche mich nicht deswegen zu aergern oder zu schelten. Ich nehme die Gedanken an, ueberlege vielleicht noch, was der Ausloeser war, um mich dann zu fragen, ob es mir gut tut. Manche Erinnerungen sind doch auch schoen, es ist ja nicht so, dass ich mir die verbieten muss.

Wenn du dir die Frage damit beantwortest, dass es dir nicht gut tut, dann lass den Gedanken los. Statt mit dir ins Gericht zu gehen und es zu verbieten, versuche es gelassen hinzunehmen, wenn der Gedanke sich wieder meldet. Manche Dinge brauchen Zeit, vieles braucht Gelassenheit. Je mehr du es willst, es nicht zu denken, desto mehr wird es dich verfolgen.
Komisches Ding, unser Hirn. Du kannst nicht ‚Nicht‘ denken, die Negation wird im Hirn ueber das eigentliche Bild dargetellt. Und das beunruhigt dich. Je mehr du es einfach da sein laesst, desto weniger wird es dich belasten.
Das ist kein Freifahrtschein fuer Nachsehen, Stalking etc. , es ist der Aufruf, dich selbst auch mit diesen Gedanken zu befassen.

Es sind Gedanken, die dir nicht gut tun, aber keine Aktion.

Sei freundlich mit dir, erinnere dich an die Sachen, die schoen waren, verbeuge dich innerlich dafuer und sag‘ Danke. Finde deine Ruhe mit diesen Erinnerungen.

Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen, um aus dem Kreisdenken herauszukommen.
 
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  • #15
AW: in der schwebe...

Du weißt es nicht wirklich – hat er sich ebenso innerlich veraendert, kann seine neue Freundin ihm etwas geben, was du nicht kannst/konntest/wolltest, wird es fuer die beiden anhalten?

Sei freundlich mit dir, erinnere dich an die Sachen, die schoen waren, verbeuge dich innerlich dafuer und sag‘ Danke. Finde deine Ruhe mit diesen Erinnerungen.

Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen, um aus dem Kreisdenken herauszukommen.[/QUOTE]


Ich finde, Gedanken an die " schönen Momente " und " was hat die Neue, was ich nicht habe " eher kontraproduktiv. Die hebe ich mir - wenn überhaupt - doch eher für einen späteren Zeitpunkt auf.

Wenn man gar nicht mehr aus dem Gedankenkarussell aussteigen kann, sollte man sich professionelle Hilfe holen.

Ich habe das für mich auch noch nicht ausgeschlossen.
 
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  • #16
AW: in der schwebe...

Zitat von phia:
Ich finde, Gedanken an die " schönen Momente " und " was hat die Neue, was ich nicht habe " eher kontraproduktiv. Die hebe ich mir - wenn überhaupt - doch eher für einen späteren Zeitpunkt auf.

Wenn man gar nicht mehr aus dem Gedankenkarussell aussteigen kann, sollte man sich professionelle Hilfe holen.

Hmh, Phia,
irgendwie habe ich das Gefuehl, du hast nicht alles gelesen? Ich empfehle nicht, den Gedanken besondere Beachtung zu schenken, bei denen es um das ‚was hat sie...‘ geht, oder besonders in Erinnerungen zu schwelgen.

Zwanghaftes Nicht-daran-denken hat einen gegenteiligen Effekt. Gelassenheit mit diesen Gedanken ist aus meiner Sicht hilfreich.

Professionelle Hilfe sollte man nie fuer sich ausschliessen, und darum gut, dass es fuer dich eine Option ist.
 
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  • #17
AW: in der schwebe...

Zitat von No_Kitty:
Hmh, Phia,

Zwanghaftes Nicht-daran-denken hat einen gegenteiligen Effekt. Gelassenheit mit diesen Gedanken ist aus meiner Sicht hilfreich.

diese Gelassenheit ist ein wünschenswerter Zustand, den man aber erst dann erreicht, wenn man eine Trennung vollkommen verarbeitet hat.

Um diesen Zustand zu erreichen, gibt es verschiedene Maßnahmen. Manche ertränken ihren Kummer - vorübergehend - in Alkohol, manche stürzen sich schnellstmöglichst in eine Affaire und andere ziehen sich jahrelang komplett zurück.

Zu letzteren scheint Suzanne gehören. Auf Dauer kann das ein krankmachender Verarbeitungsverhalten sein.

Vielleicht helfen ihr hier im Forum die tröstenden Worte. Ich wünsche es ihr.
 
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  • #18
AW: in der schwebe...

I apologize for the extremely long post!


Liebes Forum, ich muss Euch berichten...

... doch zunächst möchte ich Euch danken. Ich kann gar nicht sagen, wie gut es getan hat, hier gestern Abend in diesem dunklen Moment sich einmal was von der Seele schreiben zu können und sogar noch hilfreiche oder zumindest warmherzige Antworten zu finden. Das hat SO gut getan. Das Schreiben alleine hat gut getan, um alles nochmals zu reflektieren. Eure Antworten, Fragen, Anregungen haben mir dabei geholfen. Ich habe gestern noch eine dusselige Mail an ihn verfasst, die ich bestimmt abgeschickt hätte, gäbe es dieses Forum nicht. So habe ich sie nicht abgeschickt und mir eine grausame Entwürdigung erspart. DANKE!

nun zum Bericht:
Als ich heute morgen aufwachte, sah die Welt schon wieder viel besser aus. Ich dachte an den gestrigen Abend zurück und war ganz entspannt, konnte gar nicht mehr recht glauben, dass ich so eine Krise hatte. Beschwingt von der Dusche schaute ich beim Frühstück ins Forum. Und las die Nachricht von Elli. Sie hat damit unglaublich ins Schwarze getroffen. So gut, das sich erstmal dasass und heulen musste. Heulen darüber, dass ich tatsächlich ein «nicht gestillter Säugling» bin. Eigentlich keine schöne Erkenntnis für eine erwachsene Frau, aber obwohl ich selbst schon in diese Richtung gedacht hatte, waren meine Gedanken dazu bisher zu unpräzis. Elli (nachher noch mehr an Dich) hat in ihren Worten den Nagel auf den Kopf getroffen und das tat gut. Ich weinte vor Erleichterung (endlich die Erkärung, die mir bisher irgendwie fehlte) und vielleicht auch ein kleines bisschen aus Selbstmitgefühl, um das Wort Selbstmitleid mal zu umgehen, denn das ist so negativ und klein machen will ich mich ja nicht unbedingt (mehr).

Jedoch musste ich dann erst mal schnell zur Arbeit und konnte nicht direkt antworten. Nach diversen Meetings bin ich dann in ein Café, um noch in anderem Ambiente weiterzuarbeiten. Dabei traf ich ihn. Das erste Mal seit einem Jahr. Er sprach mich an. Hier küsst man sich normalerweise zur Begrüssung unter Freunden, er beugte sich zu mir herunter und zögerte dann, vermutlich, weil er spürte, dass ich keinen Impuls hatte, ihn freundschaftlich mit Küsschen zu begrüssen, als wäre nichts. Da bin ich einfach spröder als die hiesigen Einheimischen, obwohl ich ihn auch nicht vor den Kopf stossen wollte, was er wohl auch spürte. Das führte dazu, dass unsere Konversation ein wenig seltsam begann, die Köpfe nur ca. 10 cm voneinander entfernt. Naja, irgendwann normalisierte sich die körperliche Haltung und es entstand ein Smalltalk. Small, weil wir beide wohl ein wenig nervös waren, aber doch ein bisschen vertraut. Seinem Kind geht es jedenfalls gut, was mich sehr freut. Dann ging er wieder und ich arbeitete weiter. Einfach so, ganz entspannt.

So seltsam, aber gut! Ich bin mir sicher, wäre die gestrige Krise nicht gewesen und das Forum hier etc. s. oben, dann hätte mich das Treffen vollkommen durcheinander gebracht. Aber es ist tatsächlich klar: Es geht nicht mehr um ihn, ich konnte ihn tatsächlich loslassen (obwohl es brutal lange gedauert hat). Es geht für mich jetzt nur noch um mich.

Was für ein Tag!

@Elli: Du hast vermutlich schon verstanden, wie tief-dankbar ich Dir bin. Hier sei es nochmals gesagt: DANKE! Ich habe vorhin mal ein bisschen gegooglet zu dem Thema, konnte aber nur Beiträge zu Säuglingsernährung bzw. Phasen der frühkindlichen Entwicklung finden. Du scheinst Dich ein wenig auszukennen, hast Du dazu vielleicht einen Buchtipp? Denn zum einen funktioniere ich so, das ich Sachen besser be- oder verarbeiten kann, wenn ich näher um sie weiss. Zum anderen habe ich beim Lesen Deines Posts – unter Kullertränen – irgendwie festgestellt, dass ich eigentlich gar nicht weiss, wie man sich selbst Liebe, Liebe, Liebe schenken kann.

@Phia: Gott, ich kenne Deinen Zustand SO gut! Mittlerweile haben sich der Ärger und die Wut bei mir gelegt, das war auch im Grunde nie das Problem. Bei mir ging es um das Unverständnis. Vollkommenes Unverständnis, wieso er zwar anerkennt, dass er Probleme hat – kleiner Exkurs

@Anida: Er war zuvor 5 Jahre mehr oder weniger Single und ich habe ihm glaubhaft abgenommen, dass er mich liebt. Eigentlich. Wir konnten über viele dinge offen reden, aber er war wohl einfach noch nicht so weit, s. Naturtrüb. Und vielleicht liebt er «die Neue» tatsächlich intensiver als mich damals, aber das ist ja gar nicht mein Thema. –

zurück @Phia: also, ich konnte nicht verstehen, dass ein erwachsener, intelligenter Mann zwar anerkennt, dass sein Verhalten problematisch ist, aber nicht die Konsequenzen ziehen kann. Z.B., indem ER mich verlässt. Oder mit mir einfach offen redet, oder eine Therapie macht, um die Gründe aufzuarbeiten, sei es die Ehe oder die Kindheit oder was weiss ich. Ich persönlich habe Zweifel, ob eine Kartenleserin Dir weiterhilft. Ich will mich keinesfalls darüber belustigen, alles, was Dir gut tut, ist gerade gut für Dich. Aber mit Kartenlesen assoziiere ich «Schicksal» und das heisst mE, die Verantwortung an was auch immer zu delegieren.

Vielleicht kannst Du auch dieses Forum nutzen? Wenn Du möchtest, auch gerne diesen Thread. Hier gibt es klasse Leute! Ich wünsche Dir von Herzen Ruhe, Gelassenheit und Klarsicht!

@No-kitty: Das mit der Gelassenheit ist so eine Sache. Man kann sie nicht erzwingen. Sie kommt über einen, als warme Wolke, ein Geschenk, dass sich nicht herbeibefehlen lässt. Man kann nur die Bedingungen schaffen, dass sie mal vorbeischaut. Den Platz attraktiv findet. Und daran arbeite ich – so denke ich – gerade und schon seit langem.

Der letzte Post von Phia hat mich auch nochmals extrem berührt. «Jahrelang komplett zurückziehen» ist tatsächlich mein Muster. Ich werde versuchen, mein Muster zu ändern. Ob es mir gelingt? Ich hoffe es.

Ganz liebe Grüsse an Euch alle!
Suzanne
 
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  • #19
AW: in der schwebe...

Zitat von suzanne:
So seltsam, aber gut! Ich bin mir sicher, wäre die gestrige Krise nicht gewesen und das Forum hier etc. s. oben, dann hätte mich das Treffen vollkommen durcheinander gebracht. Aber es ist tatsächlich klar: Es geht nicht mehr um ihn, ich konnte ihn tatsächlich loslassen (obwohl es brutal lange gedauert hat). Es geht für mich jetzt nur noch um mich.

Was für ein Tag!
...
@No-kitty: Das mit der Gelassenheit ist so eine Sache. Man kann sie nicht erzwingen. Sie kommt über einen, als warme Wolke, ein Geschenk, dass sich nicht herbeibefehlen lässt. Man kann nur die Bedingungen schaffen, dass sie mal vorbeischaut. Den Platz attraktiv findet. Und daran arbeite ich – so denke ich – gerade und schon seit langem.
Suzanne, dann ist es gut. Und ja, Gelassenheit lässt sich nicht erzwingen - immer wenn ich darum ringe, will das verdammte Biest nicht kommen. ;o)

Wie viele Briefe ich schon geschrieben habe, die ich dann nicht losgeschickt habe - Schreiben hilft mir zum Fokussieren.

Manchmal braucht es nur das Gefühl, dass man nicht allein ist, und dass jemand Anteil nimmt.
Sieh' mir die Ratschläge nach, ich bin mir sicher, dass du daran arbeitest, es war aus meiner Erfahrung, dass es mir dann besser ging, wenn ich mich nicht mehr gezwungen habe nicht zu denken....
 
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  • #20
AW: in der schwebe...

@ Suzanne
..wie schön! Ich freue mich sehr. daß ich Dir ein wenig helfen konnte!
jetzt muß ich auch erst mal arbeiten, schreibe später ...LG
 
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  • #21
AW: in der schwebe...

Zitat von suzanne:
...hast Du dazu vielleicht einen Buchtipp? Denn zum einen funktioniere ich so, das ich Sachen besser be- oder verarbeiten kann, wenn ich näher um sie weiss. Zum anderen habe ich beim Lesen Deines Posts – unter Kullertränen – irgendwie festgestellt, dass ich eigentlich gar nicht weiss, wie man sich selbst Liebe, Liebe, Liebe schenken kann.

Liebe Suzanne!
Schön und wunderbar - wie Tränen manchmal Dinge-in-Fluss-bringen können - ! :)

Wie geht es Dir heute?

Der "hungrig-gebliebene-Säugling" ist kein "fachlicher" Begriff - sondern eine Metapher, die aber ziemlich gut umreißt, was auf der Gefühlsebene gemeint ist. Vor allem ist es ein Bild, was sehr deutlich und direkt (fast) jedem vermittelt, welches Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Ausweglosigkeit in Menschen entstehen kann, deren Nähe-Wünsche stark frustriert werden - und warum diese Gefühle eine so schwer zu entwirrende Verbindung eingehen können - eben aus dem Grund, weil das kleine Kind keinerlei Ausweichmöglichkeiten hat - und weil, als absoluter Verschärfer - sein Überleben davon abhängt.
Es kann ein wirkliches existentielles Drama sein, was sich da abspielt - und die Erinnerungen daran tragen wir als unsere grundlegendsten in uns.

Das "innere Kind" ist ein Begriff, zu dem es viel Literatur gibt - manches aus der etwas esoterisch angehauchten Ecke (muß auch nicht alles ...... sein) - ich würde Dir empfehlen, in einen Buchladen zu gehen und das mitzunehmen, was Dich anspricht oder anzieht - meist hat man einen sehr guten Riecher für das, was gerade "gebraucht" wird... :)

Die Selbst-Liebe ist sicher für alle von uns ein lebenslanger Lernprozess.
Hilfreich auf der seelischen Ebene sind weniger Worte - als Bilder.

Dein inneres Bild - von Dir, wie Du jetzt bist, und von Dir als unglücklichem Säugling - wie sähe es aus?
Was braucht die kleine, hungrige Suzanne?
Wie kann die große, erwachsene Suzanne ihr das geben?

Vielleicht gelingt es nicht auf Anhieb, aber Du kannst sicher sein, daß Du alles, was Du brauchst, in Dir hast.

Entwirf ein Bild, wie eine Lösung oder Veränderung aussehen könnte.
Du kannst es nur richtig machen.

Allein die Tatsache, daß und wie Du hier im Forum geschrieben hast, zeigt sehr deutlich, daß die schwerste Wegstrecke schon hinter Dir liegt - nämlich der Abschnitt, in dem Du im Dunklen tappst und gar nicht weißt, was eigentlich gemeint ist.

Danke für Dein großes Vertrauen und für Deine Offenheit.
Liebe Grüße von Elli
 
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  • #22
AW: in der schwebe...

Was mir in den Elegien der Antworten noch so fehlt:

Das menschliche Beziehungsgeflecht ist oft von praktischen Gegebenheiten geprägt. Den Punkt mit Beruf und Kind hat er schon abgehakt, also braucht er noch ... und wenn gerade niemand perfektes da ist, nimmt man auch halbe Sachen, besser als nichts.

Wenn Menschen darüber nur offen umgehen würden, wäre es wirklich praktisch, aber so ... und nein, "ich will mich gerade nicht binden", zählt nicht wirklich als Entschuldigung, sondern als geistiges Problem, dem ich mich stellen muss, wenn ich nicht eh von Anfang an das weite suche. Zuviel gute Dinge hineininterpretiert? Das tut mir sehr leid, aber so ist das leben und die liebe... kommt wieder vor.
 
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  • #23
AW: in der schwebe...

Zitat von Schreiberin:
Agony - wo liest du das ???!

Aus ihrer Konsequenz, die Beziehung zu beenden, als seine Exfrau als klare Mitbewohnerin auftauchte und er nicht mal sagen konnte, was er mit Suzanne "hat"?
Sie hatten doch etwas - manchem reicht das vielleicht schon. Ich wollte damit nicht sagen, dass sie damit hätte zufrieden sein sollen. Deine Aussage: "[Es ist] ein Beispiel, wo eine Frau sich nicht auf ewiges Gehampel einlässt und das finde ich eher positiv." sollte dazu nicht im Widerspruch stehen. Daher hatte ich auch explizit geschrieben/ "gefragt", dass es doch auch noch im Nachhinein ok war, nicht noch mehr Ressourcen in ihn zu stecken?
Letztlich schien das Problem einfach nur eine zu starke Definition der eigenen Person über diesen ehemaligen "Partner" zu sein bzw. die gescheiterte Beziehung. Das wird entweder über "Es liegt am anderen." abgefangen (und sorgt dann später u.U. für Unbehagen, wenn sich der andere doch als beziehungsfähig herausstellt ;)) - oder ich bleibe gedanklich bei mir selbst und sage mir einfach: "Für mich ist in dem Moment, das und das gut." Dann ist es vollkommen egal, was damals mit dem anderen war und was zukünftig mit dem anderen sein wird. Mehr Gedanken waren da nicht dahinter - ich hoffe, ich konnte das jetzt etwas klarer darstellen.

Zitat von phia:
Um ehrlich zu sein, bin ich noch nicht bereit, ihm alles Gute" für seinen weiteren Lebensweg " zu wünschen.
Vielleicht stellst du dir selbst auch die falsche(n) Frage(n)? Glaubst du, dass man gegenüber allen ehemaligen Partnern diesen Wunsch äußern müsse?
btw: Falls dir deine bisherigen Lösungsversuche nicht gefallen und du für dich Nachteile im Alltag bemerkst (ich habe keine Ahnung, wie viel Geld du in die Kartenleger gesteckt hast), dann prüfe doch nochmals die Möglichkeit psychologischer Beratung.
 
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  • #24
AW: in der schwebe...

Hallo Susanne,
ich musste mich vor Kurzem auch mit dem "inneren Kind" beschäftigen, und der Anlass war ganz ähnlich wie bei Dir: 1,5 Jahre nachdem ich plötzlich verlassen wurde hatte ich immer noch fast täglich den Impuls, ihm eine mail schreiben zu müssen. Die Psychologin von der Familienberatung hat mir das sehr gut erklärt:
Stell Dir vor, Deine posts hier und die Mail an Deinen Ex, die Du nicht abgeschickt hast, sind Botschaften von Deinem inneren Kind (das ist der bedürftige, nach Liebe hungernden, verletzte Anteil in Dir). Lies sie alle nochmal aufmerksam, nur das was Du selbst geschrieben hast.
Wenn Deine Gedanken immer wieder um einzelne Teile und Gedanken davon kreisen, ist das ein ziemlich sicheres Anzeichen dafür, dass es da noch etwas gibt, was verarbeitet werden will.Du brauchst erstmal nichts weiter zutun als hinzusehen und es Dir bewusst zu machen: "Was ist es?" und "Wie schlimm ist es?" Das kann schwierig sein, Du kennst das Gefühl vielleicht von einer blutenden Wunde, auf die man schnell einen Tupfer drückt und eigentlich lieber nicht drunter gucken will. Du musst nichts weiter tun als dem Thema Beachtung zu schenken, das ist gemeint mit "sich um sein inneres Kind kümmern". Dann kannst Du daran arbeiten, Dir selbst Deine Schwächen und Verletzungen zu "erlauben" und zuzugestehen. Statt Dich dafür zu geißeln ("Ich bin narzisstisch, weil ich mich nicht ehrlich über sein Glück freuen kann."). Ein Bild oder eine Meditationsübung dazu ist, dass Du Dir vorstellt, wie Du Dein inneres Kind in den Arm nimmst und sagst: "Ich weiß jetzt, wo Dich der Schuh drückt und ich werde Dich damit nicht mehr allein lassen. Mach Dir keine Sorgen." Und das so oft wie es nötig ist, bis die zählenden Gedankenschleifen verschwinden.
So oder so ähnlich. Ich fand auch erst, das klingt nach Räucherstäbchen und Klangschale ;-). Aber es hilft wirklich.
 
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  • #25
AW: in der schwebe...

@Elli und Claudi,

vielen Dank für Eure Erklärungen und Tipps. Ich habe mir einen ganzen Stapel Bücher bestellt und werde mich einlesen. Diesen Sommer widme ich mich nun meinem "inneren Kind", das war wohl schon sehr lange mal überfällig. Der Sommer der Liebe. Und endlich weiss ich, warum diese Beziehung gut und nötig war (denn ich glaube, man sucht sich die Partner nicht ohne Grund aus).

Komischer Weise bin ich seit einigen Tagen ziemlich traurig, eigentlich ohne Grund. Das ist wohl mein inneres Kind, zu dem ich nun endlich einen zarten, ersten Kontakt habe. Mal sehen, wie es mit uns weitergeht.

Euch jedenfalls ganz herzlichen Dank nochmals und einen schönen Sommer!
Liebe Grüsse, Suzanne