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  • #1

Immer in der Warteposition

Hallo zusammen,

möchte auch gerne mal meine Geschichte erzählen, die ich hier bei Parship erlebt habe.

Ende Januar habe ich mich bei PS angemeldet, bin durch eine Freundin dorthin geführt worden. Also angemeldet....Profil angelegt...Fotos hochgeladen...und los gings. Ich bin bald erschlagen worden von Vorschlägen und Zuschriften. Das war mir einfach zuviel....hab mich wieder ausgeloggt und gut wars. Nach zwei Wochen dacht ich....ok...guckst noch mal nach.
Hab dann angefangen mit 2 - 3 Leuten zu schreiben. Wo mir einer sehr sympatisch war. Sehr nett geschrieben....Nummern ausgetauscht....langes Telefonat geführt und Treffen vereinbart.
Wir sind essen gegangen. Es war ein wirklich sehr schöner Abend, weitere Dates folgten. Wir beschlossen, es gemeinsam zu probieren. Hab meinen Account gleich gekündigt, seines lief eh nur für einen Monat (was er mir erzählte, wäre ein entgegenkommen von Parship um ihn wieder zur Mitgliedschaft zu bekommen)

Naja....es lief wirklich sehr gut....wir haben uns einmal in der Woche getroffen, sind ins Kino gegangen...und Wochenende haben wir uns gesehen. Und da fing das Problem an. Wir wohnten ca 1 Stunde entfernt....normal kein Problem, da wir beide Mobil waren. Ich durfte dann abends um 20.00 Uhr losfahren....war um neun dann bei ihm.....haben ne Nacht miteinander verbracht....und morgens um zehn musste ich wieder nach Hause fahren. Warum? Weil er zu seinen Eltern gefahren ist und dort im Garten helfen musste. Hatte mich nicht weiter gestört, dachte nur...mhhh....er hat auch ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern.
Abends dann wieder.....ich fühl mich so alleine.....magst du nicht kommen. Und ich bin wieder hingefahren. Gleiches Spiel. So ging es einige Wochen.

Dann stand ein Urlaub bei mir an, den ich schon vorher gebucht hatte. Ich war mir unsicher, ob ich den noch machen wollte, da ich früher schon mal einen Freund hatte..bin in Urlaub gefahren und als ich wieder kam...hatte ich keinen Freund mehr. Diese Angst teilte ich ihm mit und er sagte zu mir: Ich solle nicht alle Männer über einen Kamm scheren und mir keine Sorgen machen. Es ist alles in Ordnung. Ich hab gefragt ob wir uns vorher noch mal sehen...und er hat ein Treffen beim Griechen vorgeschlagen. (Ich hätte mir eigentlich ein anderes sehen erhofft - da ich schließlich 3 Wochen weg war) Aber gut....wir vereinbarten, das wir uns schreiben per WhatsApp und mindestens einmal in der Woche telefonieren würden.

Ja....geschrieben hat er.....einmal am Tag. Ziemlich belangloses....viel arbeit...kaum zeit...und Eltern besuchen. Kein einziges mal haben wir telefoniert. Ich hab mir solche Sorgen gemacht....und mein Urlaub....der war dadurch echt ********.

Naja...dann waren endlich die 3 Wochen rum....er schrieb....So meine Herzallerliebste...jetzt ist dein Urlaub auch wieder zu Ende. Morgen nachmittag besuche ich mit Muttern Vattern im Krankenhaus.Dicken Kuss

Meine Enttäuschung war so gross.....ich komm wieder und er will mich gar nicht sehen. Er hat sich den ganzen Sonntag nicht gemeldet. Die ganze Woche sporadisch nur mit einer kurzen knappen WhatsApp Nachricht. Kein Verlangen nach telefonieren oder treffen. Dann 3 Tage Funkstille.

Da ist mein Misstrauen geweckt worden: Ich hab mich bei Parship eingeloggt und was sehe ich.....er war an dem Tag wo ich aus dem Urlaub gekommen bin.....online. (Und das obwohl sein Account eigentlich nicht mehr da sein sollte) Ich habe ihn sofort geblockt und eine persönliche Nachricht beigefügt: Von wegen...von ihm hätte ich mir mehr Ehrlichkeit gewünscht. Dachte mir....irgendwann wird er es ja lesen. Und es hat weh getan....so hintergangen zu werden.

Weitere drei Tage....kam von ihm eine Nachricht über WhatsApp...das ihm was passiert wäre, das er nicht für möglich gehalten hätte. Er hat jemand kennengelernt und für diese Frau empfindet er sehr viel. Warum er nicht anrufen würde, weil es an der Tatsache nichts ändern würde. Ich eine Klasse Frau wäre und sicher den passenden Partner finden würde....

Zum Glück hab ich den Kontakt schon vorher abgebrochen.

Ich war die ganze Zeit über immer in der Warteposition....wann meldet er sich....wann ruft er an.....das ich da nicht eher geschaltet habe.....


JETZT Monate später habe ich mich getraut wieder ein Date einzugehen. Wir haben viele SMS vorher geschrieben...die schon sehr innig waren. Das Treffen war in meinen Augen und ich denke auch in seinen Augen - so wie der Abend/Nacht gelaufen war. Und was ist jetzt: Irgendwie bin ich wieder in der Warteposition. Er schreibt zwar noch SMS....aber irgendwie sind sie anders. Wir haben nicht über das gelaufene gesprochen...die Zeit war noch nicht da...

Im Moment denke ich....was bringt das alles hier....ausser Herzschmerz
 
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  • #2
AW: Immer in der Warteposition

Hallo, Tami.
Das liest sich sehr traurig, leidend, und auch passiv.
Wenn du aus der Warteposition, in die du offenbar leicht gelangst, hinauswillst, bleibt wohl kein anderer Weg als der, selbst aktiver zu werden. Das Miteinander mitzugestalten.
Wenn dir der Vorschlag, sich beim Griechen zu treffen, als Abschieds vor längerer Abwesenheit nicht taugt, kannst du das äußern und einen Gegenvorschlag machen.
Statt auf einen Anruf zu warten kannst du selbst anrufen.
Stärkere Aktivität kann auch Nachteile haben. Etwa mit dem Risiko verbunden sein, daß ein Vorschlag mal abgelehnt wird. - Aber das ist dann so. Es gibt sozusagen nichts einfach umsonst.
Aber wenn du dich häufig in einer Warteposition wiederfindest und du das wachsend als problematisch empfindest, solltest du überlegen, da raus zu kommen. Und das heißt: aus eigener Kraft!
"Zum Glück hab ich den Kontakt schon vorher abgebrochen.", schreibst du. Auch wenn das eine Reaktion war: trotzdem siehst du ja, daß es dir gut tut, selbst aktiv zu werden. Und das geht eben nicht nur im Verabschieden oder Neinsagen (aber da geht es auch, du mußt nicht immer losfahren, wenn ein Mann dich sehen will), es geht auch in positiver Beziehungsgestaltungen.
Guten Mut!
 
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  • #3
AW: Immer in der Warteposition

Hallo Heike,

vielen lieben dank für deine Antwort. Nein....ganz so passiv war ich natürlich nicht. Ich habe schon immer den einen oder anderen Versuch gestartet, ihn zu treffen oder auch das wir telefonieren. Aber einfach angerufen...das haben wir nie....immer vorher geguckt ob es dem anderen passt. Dadurch weil er ja oft bei seinem Dad im Krankenhaus war. Oder auch beim Treffen vor dem Urlaub, hab ich vorgeschlagen das nicht bei mir zu machen. Da ist er gar nicht so drauf eingegangen. Er meinte nur...er hätte Lust essen zu gehen.

Aber schwam drüber....man lernt immer dazu. Das war Vergangenheit....verbittert bin ich deswegen nicht. Nur muss ich lernen, nicht immer zu denken...es ist wieder so...oder auf mich zu beziehen.

Den ich jetzt kennengelernt habe, ist Radsportler und dadurch auch sehr aktiv. Das er viel unterwegs ist....für mich kein Problem, weil ich sein Hobby klasse finde.

Und es ist ja auch so...das man nicht gleich nach dem ersten Date zusammen ist. Aber Geduld ist nun auch nicht meine Stärke. Ich weiss das ich daran arbeiten muss.

Aber in der Woche werde ich auch die Initiative ergreifen und nach einem weiteren Treffen fragen. So waren wir ja auch auseinander gegangen, das wir uns wiedersehen werden.

Danke fürs Mut machen
 
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  • #4
AW: Immer in der Warteposition

Zitat von Heike:
Hallo, Tami.
Das liest sich sehr traurig, leidend, und auch passiv.
Wenn du aus der Warteposition, in die du offenbar leicht gelangst, hinauswillst, bleibt wohl kein anderer Weg als der, selbst aktiver zu werden. Das Miteinander mitzugestalten.
...
Stärkere Aktivität kann auch Nachteile haben. Etwa mit dem Risiko verbunden sein, daß ein Vorschlag mal abgelehnt wird.
Sehe ich auch so! Klar wär' es toll, wenn der Partner/die Partnerin all unsere Wünsche erraten und dann gleich erfüllen würde ;-)) Geht aber nicht! Darauf zu hoffen, dass der/die Andere das vorschlägt, macht, denkt, fühlt, was ich gerne möchte führt schnell zu Frust und Enttäuschungen. Sag, was du dir wünscht! Ein "Ich möchte an unserem letzten Treffen vor meinem Urlaub gerne mit dir .... und nicht zum Griechen" ist eine klare Ansage. Natürlich KANN es eine Absage geben, aber dann weiß der Kerl wenigstens, was du willst. Überleg dir, was DU möchtest und äußere es! Ein recht, Wünsche zu äußern hat jede/r - muss aber auch akzeptiren, dass nicht jeder Wunsch erfüllt wird ohne dass dadurch gleich die ganze Beziehung in Frage gestellt ist!
Also: mutig zum nächsten Date und nachfragen, wünschen ... Viel Erfolg!
 
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  • #5
AW: Immer in der Warteposition

Also es ist natürlich irgendwie fies, doch so ist es in der Liebe - sie ist niemals fair, einen Kompromiss gibt es dort nicht. Es kann natürlich auch zweimal Zufall gewesen sein, um das zu beurteilen haben wir zu wenige Informationen.

Eine Frage an dich: Bist du vielleicht sehr anhänglich, so dass der Mann schnell das Gefühl hatte, dich schnell "um den Finger gewickelt" zu haben? Vielleicht ist da der Ansporn verloren gegangen.

Ich kenne da da Beispiel einer Katze. Was sie nicht bekommt, will sie unbedingt haben, wenn sie es jedoch hat, verliert sie schnell das Interesse daran. Das würde ich bei der Liebe am Anfang auch so sehen.
 
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  • #6
AW: Immer in der Warteposition

@Heike + lila50:

Genauso sehe ich das auch. Man sollte sich nicht so in eine passive Rolle drängen lassen und Angst vor der Äußerung von eigenen Wünschen, Vorstellungen, Bedürfnissen haben.

ICH sollte immer bestrebt sein, zu sehen, dass es erst mal MIR gut geht, durch Absprachen, mit denen ICH mich gut fühle. Sicherlich sollte man auch konsensfähig sein.

Desweiteren ist es zwar schön, sich Hals-über-Kopf zu verlieben, sich fallen lassen. Wer möchte das nicht. Nur sollte ich auch immer damit rechnen, enttäuscht werden zu können.
Und selbst wenn die Treffen intimer werden, ist das noch lange kein Garant dafür, dass man nun zusammen ist. Dafür kennt man den Anderen noch gar nicht genügend, um das z.B. aus gemeinsamem Sex schließen zu können.

Selbst bei derartigen "Unternehmungen" sollte man sich immer noch sagen:
"Ich lasse mich darauf ein, weil ICH es will, nicht, weil man Partner es gerne hätte"
ICH muss später dazu stehen und sagen können: War o.k., ICH hatte ja auch meinen Spaß.

Und nur so bildet sich im Laufe der Zeit eine Vertrauensbasis auf, die als fester Untergrund für eine längerfristige Beziehung notwendig ist.

Ich habe oft den Eindruck, dass viele Leute hier, versuchen, das erste Jahr einer Beziehung, mit allem, was dazu gehört: Abtasten, Wünsche äußern und erfüllen/ablehnen, Grenzen ziehen, sich intensiver kennenlernen, das all das innerhalb von wenigen Wochen passieren soll. Und das kann kaum funktionieren.

Beim dritten Date landen viele Paare offensichtlich schon oft im Bett. Man mag mich "oldfashioned" nennen, aber ich versuche, diese letzte "Bastion" in einer Beziehungsfindung immer noch etwas hinauszuzögern.

1. Ist es wirklich spannend, immer das unbestimmte Gefühl zu haben: passiert's heute oder nicht?
2. Lerne ich den potenziellen Partner doch immer noch ein wenig besser kennen.
3. Kann ich gut abschätzen, wie eilig es ihm/ihr ist, mich ins Bett zu kriegen.
4. Merke ich auch, wenn seine Aufmerksamkeit ungebrochen ist, die Intensität der Telefonate und SMS nicht nachlässt (vielleicht sogar zunimmt), dass ich es ihm Wert bin, dass er wartet, weil er an mir interessiert ist und nicht nur an meinem Körper.