lulaline

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ich komme aus dem Tief nicht raus

Hallo liebe forumbesucher,

ich befinde mich seit einem halben jahr in trennung und auch in scheidung.
Wir waren 4 Jahre ein paar, hatten leider eine sehr kurze Ehe von 6 monaten, einen 2 jährigen Sohn und mein Mann war von heut auf morgen weg und will die Scheidung. Warum wieso weshalb alles so gekommen ist, weiß ich leider so wirklich noch immer nicht.
Ich versuche seit der Trennung mein leben neu zu ordnen. dh wohnung suche, scheidung vollziehen, abstand gewinnen.....doch es holt mich immer wieder ein, wenn wir uns wegen unserem Sohn hören oder sehen. ich weine seit 6 monaten jeden tag, und wenns auch nur kurz ist, habe rund 20 kilo verloren und bin einfach so total traurig, das er uns verlassen hat. wir haben uns schon sehr viel beschimpft in der trennungszeit, auch betreffend der scheidung (unterhaltszahlungen). Wir versuchen jetzt nur das nötigste miteinader zu reden, zu besprechen. doch es klappt kaum. ich versuche immer wieder etwas über ihn herauszufinden. frage mich wieso warum. es bohrt sich wie ein wurm in meinem kopf herum. mein kind holt mich immer wieder aus dem tief raus, doch wenn es schläft, sitze ich lese, schaue fotos , höre musik und weine weine weine....ich bin so endlos traurig und enttäuscht. über alles, sein verhalten, seine eiseskälte......geht es jemanden hier genauso oder ging es jemanden so? was habt ihr gemacht? was dagegen unternommen?
 

Blanche

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Lulaline!

Ich hatte bis jetzt nur "normale" Trennungen (ohne Scheidung, ohne Kind), habe jedes Mal 10kg abgenommen und habe auch viel geweint... Bei der ersten großen Trennung (10 Jahre Beziehung) ein ganzes Jahr gebraucht, darüber hinwegzukommen. Bei der zweiten gescheiterten Beziehung (3 Jahre) ein halbes Jahr.
Ich denke diese Traurigkeit ist ein ganz wichtiger Prozess der Verarbeitung.

Viele Menschen nehmen sich nicht die Zeit um den verlorenen Partner "zu trauern" und verarbeiten mE die Trennung auch nie richtig - das verfolgt sie dann in der nächsten Beziehung.

Mir hat erst gestern wieder jemand gesagt "Traurigkeit & Weinen - das ist so wichtig, denn auch wenn es schmerzt, es ist ein Zeichen von Lebendigkeit, dass du noch lebst, spürst und fühlst".

Du kannst Weinen, deine Traurigkeit zulassen und das gehört zum "Heilen" dazu.
Also bist du schon auf dem richtigen Weg (einfach ist der wirklich nicht).

Natürlich ist es kein Zustand, den man beibehalten möchte.
Er geht auch wieder vorbei.
Das weißt du denke ich auch.

Ich habe die Verarbeitung der Trennung stufenweise erlebt:
1. Phase: Verleugnung, nicht wahrhaben wollen, festklammern (es war doch alles so schön...)
2. Phase: Wut, Aggression (Warum???)
3. Phase: Traurigkeit (den Menschen, die Beziehung verloren zu haben, dass es nicht geklappt hat) und Dankbarkeit für das, was man hatte
Die Phasen haben sich bei mir zum Teil vermischt.

Jeder hat seine eigene Art/ Weg mit Trennungsschmerz umzugehen. Was mir geholfen hat war:
mein Hund (einfach nicht ganz alleine zu sein, durch den Hund gezwungen zu sein rauszugehen), meine Arbeit (Ablenkung), viel wichtiger noch: meine Familie und meine Freunde.
Sie waren wirklich für mich da - egal ob es nur darum ging, mir zuzuhören (habe mir den Schmerz von der Seele gesprochen sozusagen), mich zu umarmen, mich wieder aufzupäppeln (die haben mich zufällig sehr oft zum Essen eingeladen :) ) - einfach nur für mich da zu sein.

Professionelle Hilfe kann da auch nicht verkehrt sein - schwierig ist nur, die richtige Hilfe zu finden (also den passenden Therapeuten).

Einfach auch nicht das Ziel zu haben: mir MUSS es jetzt aber von jetzt auf gleich besser gehen.
Schritt für Schritt. Erst einmal die Ebene "ich habe denTag überlebt", dann
"ich habe den Tag einigermaßen überstanden", "ertragen" und allmählig wirst du wieder die Freude am Leben finden, lernen loszulassen.
Vergiss nie für dich zu sorgen.

Ich habe die "schlimme Trauer" überwunden - das kannst du auch - und danach wirst du merken, dass du auch ein großes Stück gewachsen bist.
Wenn ich ehrlich bin habe ich durch die Trennungen, durch den Schmerz gelernt, das Schöne umso mehr zu genießen. Lebe irgendwie intensiver seitdem.

Und irgendwo wartet auch auf dich der passende Partner, wenn der passende Zeitpunkt gekommen ist.

Ich schicke dir eine virtuelle Umarmung, und hoffe sehr, dass du nicht aufgibst und bald Licht am Ende des Tunnels siehst!

LG Blanche
 
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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von lulaline:
Hallo liebe forumbesucher,

ich befinde mich seit einem halben jahr in trennung und auch in scheidung.
Wir waren 4 Jahre ein paar, hatten leider eine sehr kurze Ehe von 6 monaten, einen 2 jährigen Sohn und mein Mann war von heut auf morgen weg und will die Scheidung. Warum wieso weshalb alles so gekommen ist, weiß ich leider so wirklich noch immer nicht.
Ich versuche seit der Trennung mein leben neu zu ordnen. dh wohnung suche, scheidung vollziehen, abstand gewinnen.....doch es holt mich immer wieder ein, wenn wir uns wegen unserem Sohn hören oder sehen. ich weine seit 6 monaten jeden tag, und wenns auch nur kurz ist, habe rund 20 kilo verloren und bin einfach so total traurig, das er uns verlassen hat. wir haben uns schon sehr viel beschimpft in der trennungszeit, auch betreffend der scheidung (unterhaltszahlungen). Wir versuchen jetzt nur das nötigste miteinader zu reden, zu besprechen. doch es klappt kaum. ich versuche immer wieder etwas über ihn herauszufinden. frage mich wieso warum. es bohrt sich wie ein wurm in meinem kopf herum. mein kind holt mich immer wieder aus dem tief raus, doch wenn es schläft, sitze ich lese, schaue fotos , höre musik und weine weine weine....ich bin so endlos traurig und enttäuscht. über alles, sein verhalten, seine eiseskälte......geht es jemanden hier genauso oder ging es jemanden so? was habt ihr gemacht? was dagegen unternommen?

Hallo lulaline....

Ganz wichtig ist, dass Du erst mal davon loskommst, nach dem WARUM zu fragen. Du wirst mit Sicherheit keine Antwort bekommen! Es wird schmerzen, Du wirst traurig sein und es wird lange dauern, bis Du diesen Schmerz verarbeitet hast. Aber wenn Du davon nicht loskommst, machst Du dich kaputt.

Ich habe eine Trennung hinter mit (verh. 14 Jahre, 8jährige Tochter). Ich weiß zwar die Gründe, aber das hat mir nicht viel geholfen. Ich habe - so wie Du - auch täglich geweint, war wütend, traurig. Irgendwann musst Du aber anfangen etwas für Dich zu tun, neue Pläne zu schmieden (auch für dein Kind), positiv in die Zukunft zu schauen. Nimm Dir professionelle Hilfe. Mir hat eine 'Trennungstherapie' geholfen, in der ich gelernt habe, mich wieder um mich selber zu kümmern und positiv in die Zukunft zu schauen.

Streit mit dem Ex bringt auch nichts. Geh' ihm aus dem Weg, soweit es möglich ist. Versuche diese negative Energie in positive umzuwandeln. Das bedeutet natürlich auch, dass man die Pobacken zusammenkneifen muss um aus dem Loch rauszukommen. Von alleine geht das nicht...

Du bist nicht alleine! Ich wünsche Dir viel Kraft, Energie und Glück. Gehe immer einen Schritt und dann den nächsten. Erwarte nicht, dass alles auf einmal klappt. Das 'heilen' braucht Zeit...

LG
Happysunshine
 

Anthi

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Hallo liebe lulaline,

diese Gefühle kenne ich auch sehr gut.
Ich war in einer 7 jährigen Beziehung mit einer sehr schlimmen und schwierigen Trennung. Der Schmerz fühlt sich noch schlimmer an, wenn man nicht weiss, warum diese Situation überhaupt eingetreten ist. Für manche Fragen, gibt es nicht immer eine Antwort darauf. Dies zu akzeptieren hilft auch loslassen zu können. Mit einer Antwort würde man doch nur nach Lösungen suchen, die doch nur die Hoffnung nähren.

Ich habe mich auch immer gefragt, warum mein damaliger Partner, nach der gemeinsamen Zeit und der Liebe, der Höhen und Tiefen eiseskalt zu mir war. Verdient man nach dieser gemeinsamen Vergangenheit nichts besseres? Im nachhinein kann ich nur sagen: Sei froh, dass es so ist. Durch diese Kälte macht er es Dir einfacher loszulassen und ihn nicht mehr zu lieben. Eine Alternative wäre doch nur schmerzvoller und würde die Trennungszeit für Dich schwieriger machen. Ich denke, sobald genügend Zeit vergangen ist und der Trennungsschmerz vergangen ist, wird sich die Beziehung zwischen euch normalisieren.

Egal was die Gründe für seine Entscheidung waren, egal ob er sich neu verliebt hat, dich einfach nciht mehr liebt oder sonstiges: Ihr habt ein Kind gemeinsam und das Kind verdient zwei Eltern, die sich respektieren und miteinander auskommen sollten.

Zuletzt möchte ich Dir noch gerne meine berufliche Erfahrung mit Dir teilen.
Ich bin Juristin und habe einige Zeit im Familiengericht verbracht, viel Schmerz und Leid bei den ehemaligen Partnern und bei den Kindern gesehen.
Bei einer Trennung wird der Schmerz nciht gerecht verteilt. Eine leidet immer mehr als der andere. Und vor allem dann, wenn der andere eine neue Liebe gefunden hat, wurde der Schmerz und das Leid des Verlassenen auf dem Rücken des gemeinsamen Kindes, bewusst oder unbewisst, ausgetragen. Pass bitte auf dich auf. Weine, trauere aber finde einen Weg, seine Entscheidung zu akzeptieren, um gemeinsam vernünftig und in Freundschaft euer Kind zu erziehen.

Ich wünsche es Dir von ganzem Herzen.

LGA
 

Chillwoman

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Hallo lulaline,

die Zeit des Trauerns ist gut und wichtig. Sie sollte dich nur eines Tages wieder loslassen - oder du sie, wie man es nimmt.

Ich habe vor einiger Zeit einen Tipp in einem Buch gelesen: Suche dir ein Symbol für deine Liebe zu deinem Ex-Partner. Z. B. eine Pflanze, eine Kerze oder etwas anderes, das du täglich pflegen kannst. Denn deine Liebe zu ihm ist ja da, ob er nun weg ist oder nicht. Indem du dieses Symbol pflegst, kannst du deine Trauer verarbeiten und diese Arbeit wird mit der Zeit beendet sein.

Wichtig ist für dich: Deine Gefühle kannst du mithilfe des Symbols anerkennen, ihnen einen Platz zuweisen. Ich bin in einem ähnlichen Trauerprozess und habe mir dazu eine große Kerze ausgewählt.

Was mir noch geholfen hat: Ich war wütend, unendlich wütend, dass alles so kommen musste. Vor lauter Wut und Quälerei, die ich immer wieder betrieben habe, konnte ich mit der Trauerarbeit und dem Loslassen gar nicht erst beginnen. Erst ein spontanes, klärendes Gespräch mit ihm führte dazu, dass ich das Gute wieder wahrnehmen konnte. Meine Liebe zu ihm wieder sehen konnte. Jetzt tut es zwar etwas mehr weh, gleichzeitig weiß ich, dass dies die beste Voraussetzung ist, um ehrlich trauern zu können.

Es grüßt, Chillwoman
 

gilead

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Lulaline!

Ich bin kein Psychologe, aber ich habe aus meiner persönlichen Trauer über den Verlust meiner verstorbenen Frau ein paar Dinge über Trauer gelernt.

Erst einmal ist Weinen nicht falsch. Du sagst Du weinst jeden Tag, aber Du weinst kurz. Das ist gesund und wird Dir helfen.

Trauer ist nicht normiert. Weder in der Dauer, noch in der Art, wie wir damit umgehen. 6 Monate Trauer ist nicht pathologisch. Wenn Du in 6 Monaten immer noch genauso dastehst, wie heute, dann wäre es an der Zeit mal professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn Du glaubst, dass Dir das heute schon helfen wird, dann natürlich jetzt schon.

Geh laufen, laufen, laufen. Klingt komisch, aber hilft. Jeder Spaziergang, jedes Joggen, jede Wanderung hilft. Keine Ahnung warum, aber ist so. Ich habe es selbst ausprobiert, nachdem mir das in der Trauerberatung dringend ans Herz gelegt wurde. Angeblich tut das allen Menschen in Trauer gut und ist nicht eine individuelle "Therapie". Bei mir hat es sehr viel geholfen.

Lieben Gruß, gilead
 

Sesam

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Grüße von "Sesam"

vielleicht müßte die Überschrift lauten: Ich komme aus der Trennungs- Phase nicht heraus.

Die sachliche Wirklichkeit ist aber, daß die Trennung bereits vollzogen ist.

so wie ich es lese, ist es ein innerer Vorgang, des nicht-loslassen-wollens. Das Stöbern in Fotos, Filmen und Erinnerungen verbunden mit dem Weinen kommt mir vor wie ein Süchtiger, der sich jeden Tag die Dosis gibt, aber jedem erzählt, daß er damit aufhören will...

Da könnte ich mich fragen: "was genau kann der "ex"- Partner noch tun, damit es mir besser gehen würde ?"

Wie könnte meine emotionale und sachliche Wirklichkeit verändert werden, wenn der Ex-Partner mir noch als "Ansprech-Partner" zur Verfügung steht ?

Die Fragen nach dem "warum" und die Antworten darauf, ändern leider nicht die Tatsache, daß es keine Liebe mehr gibt. Unser jeweiliges "sosein" ist der Grund, daß es keinen gemeinsamen Weg mehr gibt. Der "richtige" Partner kann nichts falsch machen.. aber den Fall haben wir eben jetzt nicht..
Es verhält sich im Eigentlichen so, als wäre der Partner gestorben, weil er aber noch lebt, wird die Endgültigkeit des Verlassens vom Kopf nicht anerkannt.

Auf der Gefühlsebene, könnten die Schäden, der Verlust von Vertrauen, die Heilung der kaputten Träume, die tiefe Zerissenheit des *wir* wohl kaum repariert werden. Ganz gleich was man für Bemühungen in die Welt bringt. Mit anderen Worten: das Brot ist zerbrochen, ein neues muß gebacken werden, das was war, kann man nicht wieder zusammenkleben, es bleibt in-zwei.

Denjenigen wollte man womöglich auch gar nicht mehr in der Nähe haben, woraus ich verdeutlichen möchte, daß ein gemeinsames Aufarbeiten mit Gründen und Erklärungen allenfalls den Verstand befriedigt. die Beziehung ist verdorben und das wird wohl so bleiben, weil jeder sein eigenes Fazit daraus hat. - man will das dann nicht mehr -

Meine Oma sagte: "'n geflickter Kittel ist'n geflickter Kittel"

Wenn da Liebe war, hätte es "so" nicht zuende gehen können. Also bleibt der Fakt: da war keine Liebe mehr. Schaue ich mir das aktuelle Verhalten an, fühle ich mich bestätigt: "ja, da ist keine Liebe mehr"

WAS um Himmelswillen, will ich dann noch davon ? - mir jeden Tag die Nadel setzen und weinen ?

Die Zeit und die Illusion eines perfekten Paares mag ja schön gewesen sein - ok - Loslassen was nicht glücklich macht und 'nächster Film'.

Vorgestern las ich in einem Profiltext: "mein Lieblingsbuch hat den Titel - halt's Maul, hör auf zu heulen und fang endlich an zu leben -

Ich war total *baff* als ich das las.. Ein Titel der sich wie ein gewaltiger Tritt in den Hintern anfühlt.. und das soll ein Lieblingsbuch sein ??

Weißt du was, ich werde mir das Buch bestellen, denn ich lebe seit Jahren in einer innerlich nicht losgelassenen Trennungs- Geschichte.. schade um die schönen Jahre, findest du nicht auch ?

~*
 

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Lulaline,

es tut mir sehr leid, was dir widerfahren ist. Du hast mein volles Mitgefühl. Ich habe auch eine sehr schmerzhafte Trennung hinter mir.

Ich möchte dir nur schreiben, dass das, was du durchmachst, ein für Trennungen "normaler" Prozess der Loslösung ist. Viele von uns haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Und bei den meisten ist es besser geworden.

Weinen ist völlig o.k., und wenn's zwanzig Mal am Tag ist. Das erleichtert immer etwas. Wenn du wütend bist, geh' raus, schreie, tobe dich aus, trommel mit den Fäusten auf den Rasen (ohne dich selbst zu verletzen). Wut gehört ebenso zum Trennungsprozess wie Trauer.

Und wenn immer möglich: Gehe RAUS an die Luft. Egal bei welchem Wetter, egal ob du nur "um den Block" gehst oder einen Halbmarathon läufst. Bewegen in der Natur hilft ungemein!

Wenn du jetzt keine Antworten von deinem Ex-Mann erhältst, lass' es bleiben und beschränke den Kontakt auf das Nötigste. Versuche nicht, ihn wiederzubekommen. Er ist weg und hat sich innerlich schon längst (wahrscheinlich schon viel länger als du denkst) von dir entfernt und gelöst.

Irgendwann einmal, wenn du die Trennung wirklich verinnerlicht hast, mag es die Chance auf ein Gespräch mit ihm geben, sodass du möglicherweise ein paar deiner Fragen beantwortet bekommst. Wenn du dann überhaupt noch Interesse daran hast.

Im Übrigen gibt es sehr gute Ratgeber im Taschenbuchformat (also nicht so teuer), wie man mit Trennung/Scheidung/Unterhalt umgehen kann.

Für dein Seelenheil gibt es eine sehr gute "Trennungsseite" im Internet. Dort sind sehr viele Leute, die genau das, was du gerade erlebst, auch aktuell erleben oder andere, die diesen Prozess bereits abgeschlossen haben und dir mit guten Tipps und Ratschlägen zur Seite stehen können.

Ich wünsche dir alles Gute, viel Kraft und Durchhaltevermögen. Denk' auch an die positiven "Dinge" im Leben: Dein Kind, deine Gesundheit, das kommende Leben, das dir noch so viel zu bieten hat. Deine Beziehung ist zu Ende, aber das ist nicht das Ende der Welt.

Es beginnt ein neuer Abschnitt. Vielleicht noch nicht in den nächsten Wochen. Aber er wird kommen. Und du gehst gestärkt und um eine wichtige Lebenserfahrung reicher (die du so natürlich nicht machen wolltest) aus dieser jetzigen Krise hervor.
 

JohannaRo

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Lulaline,

Was Du durchmachst ist normal...heftig und normal! Es ist Trauer, rohe Trauer....Ich habe meinen Mann, mit dem ich 10 Jahre zusammen war, an Krebs verloren. Unser Sohn war damals knapp 1 Jahr alt und unsere Tochter 3 1/2. Und auch ich habe viele Monate Warum geweint! Zeitweise habe ich gleichzeitig gelacht und geweint! Nimm einfach Tag für Tag und lass alle Gedanken zu...auch wenn es eine Antwort auf diese Warum's gebe, so wäre unsere Frage immer noch berechtigt....warum ich?

Ich habe mal gelesen, wenn der Partner stirbt, dann verliert man das Vertrauen im Leben, wenn man und frau sich trennen muss, dann geht das Vertrauen in den eigenen Instinkten verloren... ABER es ist möglich wieder im Leben anzukommen, nicht mehr wie vorher, nie wieder so unbelastet vielleicht, aber auch stark und fröhlich und lebensbejahend...Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr!

Alles Gute Dir und deinem Kiddie!
 

FleAx

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe lulaline,

Ich kann Dir nur folgendes sagen: auch wenn Du es Dir jetzt nicht vorstellen kannst, der Schmerz wird nachlassen. Bis es soweit ist, kann ich Dir nur das raten was auch schon mehrfach gesagt wurde:

Geh laufen oder spazieren. Lauf am Besten über das Feld wo Dich keiner sieht und hört und weine laut, schimpf mit Dir selbst, rede Dir laut gut zu.

Versuche einmal am Tag etwas nur für Dich zu tun. Es muss nicht viel sein, aber Du musst es allein für Dich tun. Am Besten ist, Du schreibst Dir auf was Du für Dich getan hast. Nach dem Motto: do more of what makes you happy

Versuch Dich abzulenken. Wenn Du abends dasitzt und die Trauer kommt, versuche etwas anderes zu tun. Das wird nicht immer klappen, denn Du wirst nicht immer die Kraft dazu haben, aber es wird Dir immer öfter gelingen. Lass ihm einfach nicht mehr so viel Platz in Deinen Gedanken.

Überleg Dir immer wieder was alles gut ist in Deinem Leben und was Dir erhalten bleibt. Überleg Dir auch einmal was Du gut an Dir selbst findest.

Gewinne Deine Souveränität wieder. Das ist ganz wichtig. Lass Dich nicht auf Diskussionen ein oder spioniere ihm hinterher. Zeig Größe, dann hast Du etwas auf das Du stolz sein kannst. Und meist ist das dann auch für Dein Kind besser.

Ich drück Dir die Daumen!
 

lulaline

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Danke euch allen für die wirklich guten Antworten, die mir helfen, das ich mich selber bemühe, aus dem Tief heraus zu kommen.
 

susann

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Du hast ja nun schon ganz viel hilfreiches gelesen und ich würde vieles wiederholen. Mir ist aufgefallen, dass dieser Prozess sehr schmerzhaft ist und deshalb schnellstmöglich vorbei sein soll. Da hat jeder sein eigenes Tempo und der der scheinbar schneller damit abschließen kann, ist nicht immer der glücklichere, denn oft wird der Schmerz nur verleugnet und Trost in anderen Armen gesucht. Von der Seelsorge weiß ich, dass die Trauer aus 7 Phasen besteht und das man, wenn man schon bei Phase 5 angekommen ist, sich plötzlich wieder in Phase 2 wieder findet.
Die Akzeptanz ist wichtig und heilsam, dabei spielt das "Warum"? nicht so eine große Rolle, denn dann mußt Du das "Darum" genauso akzeptieren. Die Trennung an-sich muß akzeptiert und beweint werden.
Du hast jetzt keine gute Zeit und die wird auch noch eine Weile dauern.
Ich würde Dir empfehlen, jemanden zu suchen der Dich begleiten und vor eventuellen Fehlern bewahren kann. Auch Dein Mann wird Phasen durchlaufen. Wenn er in der Phase ist, seinen Entschluß zu hinterfragen, wird er Dir weh tun und dich verunsichern und vielleicht falsche Hoffnungen wecken- das macht er dann aber nicht unbedingt in böser Absicht.
Derjenige der geht, ist aber auch nicht glücklich. Er ist aber auch nicht glücklich wenn er bleibt.
Ich habe das alles durch. Mein Mann hat die Familie nach 17 Jahren verlassen obwohl wir erst zwei Jahre davor geheiratet haben. Ich habe lange gebraucht und habe mich professionell begleiten lassen. Es ist gut wenn man jemanden hat, den man was vollheulen kann, den man immer mit dem gleichen Thema nerven kann- solange wie es dauert, der auch mal schützt und nicht wieder geht. Dabei ist es gut wenn diese Person kein Freund oder Familienmitglied ist. Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und viel Kraft.
Übrigens- bei der Frage: wie man trotzdem gute Eltern bleiben oder werden kann, können Dir Erziehungsberatungsstellen
gute Dienste leisten.
Susann
 

lulaline

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

dieses warum, wieso geht die ganze zeit in meinem kopf umher. es windet sich wie ein wurm. noch nie hatte ich so sehr zu kämpfen. vorallem tut es mir wegen unserem kleinen sohn (2 jahre) so sehr leid, das sein vater gegangen ist. es mag komisch klingen - doch bis heute habe ich keine antwort, keine erklärung, was ihn zu diesem schritt - ohne sich noch einmal umzudrehen- bewegt hat. heute, ein halbes jahr nach der trennung, und mitten in der scheidung reden wir nur über unser kind, es gibt kein anderes thema - wenn sind es nur anfeindungen, vorwürfe, wut, hass, trauer meinerseits. ich kann ihn nicht ansehen, ohne mich umzudrehen und zu weinen, weil er mir - trotz allem was er mir angetan hat, gegangen ist.
ich gehe nun in elternberatung, da ich auch angst habe, das sich die trennung auf die psyche unseres kindes irgendwie auswirkt. er ist gerade ziemlich grantig, haut und beisst. vielleicht aber auch nur eine phase der entwicklung?
 

Blanche

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Ich kann das mit dem "warum" so gut nachvollziehen.
Zum Teil findet man die Antworten erst nach langer Zeit (also manchmal auch wirklich erst Jahre später) - zum Teil gibt es keine befriedigende Antwort (es wird dir keiner sagen können, ob du das "Warum" jemals verstehen kannst. )
"Es hat nicht sollen sein" - hach - das ist so schwer zu akzeptieren.

Kleinkinder (2 - 3 Jahren) haben durchaus öfters eine schwierige Phase. Kann natürlich auch mit der Trennung zu tun haben.
Mach dir da aber keine Vorwürfe - es ist so - du machst das beste daraus.
Du sorgst für dich, holst dir sogar Hilfe - ich denke, du bist auf dem richtigen Weg.

Und - naja - wenn sich 2 Menschen einst geliebt haben - sogar geheiratet haben, ein Kind gemeinsam haben - und es doch nicht funktioniert... Ist doch klar, dass man sich das anders gewünscht hätte.
Und das tut nochmal "extra" weh - die Erkenntnis - ich wollte das so nicht, aber es ist trotzdem so gekommen.
Und ich konnte es nicht verhindern bzw. hatte nicht mal die Chance es zu verhindern.

Ich wünsche dir nochmal viel Kraft liebe Lulaline!

LG Blanche
 

Heike

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von lulaline:
vorallem tut es mir wegen unserem kleinen sohn (2 jahre) so sehr leid, das sein vater gegangen ist.

Kurz darauf bemerkst du, klagend:
und mitten in der scheidung reden wir nur über unser kind, es gibt kein anderes thema - wenn sind es nur anfeindungen, vorwürfe, wut, hass, trauer meinerseits. ich kann ihn nicht ansehen, ohne mich umzudrehen und zu weinen, weil er mir - trotz allem was er mir angetan hat, gegangen ist.
 

Nettmann

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von gilead:
...
Geh laufen, laufen, laufen. Klingt komisch, aber hilft. Jeder Spaziergang, jedes Joggen, jede Wanderung hilft. Keine Ahnung warum, aber ist so. Ich habe es selbst ausprobiert, nachdem mir das in der Trauerberatung dringend ans Herz gelegt wurde. Angeblich tut das allen Menschen in Trauer gut und ist nicht eine individuelle "Therapie". Bei mir hat es sehr viel geholfen.

Lieben Gruß, gilead

Hallo Lualine,
ich hatte Anfang der Woche ein Gespräch mit einem Psychologen. In dem Gespräch ging es u.a. auch um Loslassen und das, was einem hilft, wenn man in Krisen steckt. Sein dringender Rat, den ich sehr gut nachvollziehen kann, auch aus eigener Erfahrung:
Nichts, was automatisch funktioniert und viel Zeit in Anspruch nimmt machen, wie Laufen, Radfahren u.ä.
Der Punkt dabei ist, dass du dann zu leicht auch bei der Gelegenheit wieder ins Grübeln kommst. Geeignet um aus dem Kreis heraus zu kommen sind Tätigkeiten, die Freude machen, deine ganze Aufmerksamkeit erfordern. Ich habe dazu z.B. angefangen Bogen zu schießen. Da brauchst du die ganze Konzentration, du hast Erfolgserlebnisse, nimmst nicht nur Negatives wahr, lernst dich selbst zu schätzen, was einem im Zuge einer Trennung schnell verloren geht.
Nimm dir Zeit für die Trauer, die Wut - aber nimm dir auch die Auszeiten, da dir sonst irgendwann der Akku leer wird. Tiefentladung ist schlecht.
Der Rat mit professioneller Hilfe ist wirklich gut. Du hast ein Kind und möchtest das nicht auch noch mit Sorge um seine Mutter belasten, was irgendwann der Fall sein dürfte, wenn du nur noch als ein "Häufchen Elend" wahrgenommen wirst. Medikamente können einem helfen, die Psyche wieder zu stabilisieren.
Hilfreich sind auch Gespräche mit wirklich guten Freunden. Das ist aber eine andere Ebene, als professionelle Hilfe. Die kann auch noch die anderen Aspekte umfassen. Eine gute Anlaufstelle ist da sicher Pro Familia.
Ich drück dir die Daumen.

Nettmann
 

lulaline

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

hallo
danke euch für die zahlreichen antworten. endlich ist es bald soweit, das mein sohn und ich ausziehen und in eine neue wohnung ziehen. ich hatte in den letzten tagen wieder starke berührungspunkte mit meinem ex und dem vater des kindes, da wir uns gesehen haben und ich erfahren habe, das er bereits andere frauen datet und sicher auch schon mehr als das.

ich habe ihn darauf angesprochen, er gab es durch die blume auch zu, das er sich trifft. mehr sagt er geht mich nicht an. wo er ja auch recht hat.

wir sind noch nicht geschieden - was sowieso nichts ändert - meine wut aber so immens nach oben katapultierte, das ich ihm am liebsten noch ein paar hacken ins kreuz werfen würde.
wir haben so viel haß seit der trennung zw einander aufgebaut, es wurde immer schlimmer, satt besser - und das obwohl wir ja ein kleines kind haben
ich frage mich wie ich einfach aus diesem haß wut trauer raus kommen kann.
ich will alles wissen, weil ich das gefühl habe, ich kann das besser und schneller beenden - mit ihm abschliessen- auch wenn es so sau weh tut , das er sich sowieso schon anderwertig vergnügt und keinerlei interesse mehr an seiner exfamilie hat.
 

Mentalista

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von lulaline:
ich habe ihn darauf angesprochen, er gab es durch die blume auch zu, das er sich trifft. mehr sagt er geht mich nicht an. wo er ja auch recht hat.

wir sind noch nicht geschieden - was sowieso nichts ändert - meine wut aber so immens nach oben katapultierte, das ich ihm am liebsten noch ein paar hacken ins kreuz werfen würde.

ich will alles wissen, weil ich das gefühl habe, ich kann das besser und schneller beenden - mit ihm abschliessen- auch wenn es so sau weh tut , das er sich sowieso schon anderwertig vergnügt und keinerlei interesse mehr an seiner exfamilie hat.

Deine Gefühle in alle Ehren, aber warum soviel Hass? Vielleicht eher Trauer und Wut, dass er euch in Stich lässt?

Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie weh es tut, dass der Kindesvater mit anderen Frauen schon rum machte. Ging mir ja damals ähnlich. Es geht dich wirklich nichts an, was er mit anderen Frauen macht, aber eigentlich ist es ein Armutszeugnis für ihn und nicht für dich.

Ich bitte dich, dich erstmal auf deinen Umzug und deinen Sohn zu konzentrieren, die ersten 3 Lebensjahre eines Kindes sind sehr sehr wichtig für die spätere stabile positive Entwicklung. Übrigens war mein Kind im gleichen Alter, als der Vater ging. Es soll so gewisse Alterstufen bei Kindern geben, wo Väter schnell gehen. Erste Stufe, innerhalb der ersten 3 Jahre, dann zu Beginn der Pupertat und dann wenn Kind das ABI gemacht hat und richtig flüge wird. Männer gehen dann, wenn sie nicht genug Zuwendung bekamen, ob nun gerechtfertig oder nicht, oder mit dem Stress eines Familienalltags, mit Weiterentwicklung usw. nicht zurechtkommen und dann halt flüchten, wie mein Kindesvater. Er hat es ja in seiner Familie nicht anders vorgelebt bekommen. Das wurde mir aber erst später bewusst, als ich mir Hilfe holte. Somit konnte ich dann auch relativ schnell Frieden schliessen, eigentlich ist er ein armer Kerl, auch heute noch, er hat nicht gewusst, dass man sich zum ABI-Ball des eigenen Kindes sich halbwegs schick als Vater anzieht.... Aber er hat mir das schönste Geschenk meines Lebens gemacht, mein Kind, dafür bin ich im dankbar. Wo viel Licht ist, ist meistens auch viel Schatten.

Mein Gedanke an dich ist, dass du dich jetzt auf dich selber konzentrierst, dich nicht so sehr auf ihn fokusierst, sondern dir einen Schlachtplan machst, was jetzt wirklich, gerade im Interesse des Kindes, am wichtigsten ist. Das Verhalten deines Sohnes kann schon eine Stress-Reaktion auf die Trennung sein. Daher musst du endlich schnell Ruhe reinbekommen. Das ist m.E. erstmal die allergrößte Priorität. Den Tipps mit Erziehungsberatung und Seelsorge für dich von einer prof. Fachkraft, um auch Antworten zu bekommen, Warum und Weshalb, finde ich sehr gut und lege dir das auch ans Herz. So kommst du viel eher zu Frieden, wirst Antworten finden und das wirkt sich gut auf das Kind und die Vater-Sohn Beziehung aus.

Gegen das Gedankenkreisen und die anderen psychischen Unwohlsymptome haben mir Bachblüten-Tropfen von einer Heilpraktikerin sehr gut geholfen. Gibt es übrigens auch für Kinder in diesem Alter, die gerade extreme Situation durchleben müssen.
 
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Blanche

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von lulaline:
hallo
danke euch für die zahlreichen antworten. endlich ist es bald soweit, das mein sohn und ich ausziehen und in eine neue wohnung ziehen...

Das ist ein guter Schritt nach vorne!

Zitat von lulaline:
ich hatte in den letzten tagen wieder starke berührungspunkte mit meinem ex und dem vater des kindes, da wir uns gesehen haben und ich erfahren habe, das er bereits andere frauen datet und sicher auch schon mehr als das.
ich habe ihn darauf angesprochen, er gab es durch die blume auch zu, das er sich trifft. mehr sagt er geht mich nicht an. wo er ja auch recht hat.

Alles über den Anderen wissen zu wollen, auch wenn es weh tut, um besser abzuschließen.
Naja - ich denke das kann manchmal helfen - aber nur, wenn man das als "jetzt weiß ich, dass er sich zu einem Menschen entwickelt hat, mit dem ich mir keine Zukunft mehr vorstellen könnte und ich somit keine andere Wahl habe als nach vorne zu schauen"....
In deinem Fall verstärkt es nur die Wut.
Und du kannst - egal wie viel du jetzt erfährst (hat er schon 1, 2, 3 oder 4 Frauen "nach mir" gehabt) trotzdem nicht loslassen.

Während meiner letzten Trennung hat mir ein guter Freund durch Gespräche sehr geholfen. Er ist Psychotherapeut und (auch wenn ich keine "offizielle Sitzungen" hatte) - hat er doch meine Seele, die in einem großen Tief war, wieder den Weg nach vorne zeigen können.
Das hat Zeit gebraucht.
Und die "Wutphase" auf den Ex, ist auch ein Teil davon.

Da stagnierst du nur zur Zeit. Lass dir helfen, die nächste Stufe erreichen zu können.
In dem du für dein Kind die Beratungsstelle nutzt, jetzt eine neue Wohnung beziehst - das sind alles die ersten Schritte da raus. Die machst du schon! Weiter so!

Auch wenn es dir jetzt kein Trost ist - der Schmerz lässt nach.
Dafür ist Abstand (nicht nur räumlich) notwendig. (Und das ist mit Kind schwierig, ich weiß).

Ich schreibe dir ein bisschen wie es bei mir war - natürlich kann man die Situationen nicht 1 zu 1 vergleichen (will ich auch nicht) - vielleicht macht es dir ein wenig Mut.
Mein Ex hatte damals auch gleich eine neue Frau an seiner Seite (na das war ja auch der Trennungsgrund :) ) - ich war wütend - er ist "wieder glücklich" und ich? Was ist mit mir? Ich komme aus dem Tief nicht raus.
Sozusagen.

Hm - mittlerweile ist ein Jahr vergangen.
Ich habe die Trennung verarbeitet - mit Schmerz, Wut verbunden. Viel Arbeit.
Aber nun ist es verdaut. Ich verstehe sogar, weshalb er fremdgegangen ist, wie es zu allem kam. Was mein Anteil war, sein Anteil - die Erkenntnis, dass er nur für einen gewissen Zeitabschnitt der Richtige war.
Und das war er definitiv - egal wie der "Abgang/ Nachgeschmack" am Ende war.
Bei dir auch - er war der Richtige - den du geheiratet hast, mit dem du ein Kind haben wolltest und haben darfst.

Nun ist bei mir ein Jahr vergangen - ich bin mit mir selbst "im Reinen", suche zwar noch einen Partner, kann mein Leben genießen. Kann wieder Vertrauen.
Schätze meine Freunde, meine Familie noch viel mehr.
Kann schöne Momente intensiver "erleben, genießen".

Und höre von alten Freunden - dein "Ex" ist noch mit der anderen Frau zusammen. Er ist unglücklich. Er liebt dich immer noch. Er hat noch nichts verarbeitet.

Und - stell dir vor - es ist keine Genugtuung das zu hören.
Ich hasse ihn nicht (mehr). Ich liebe ihn als Partner nicht (mehr).
Es bleibt Dankbarkeit für die Schöne Zeit. Für das, was er mir in den gemeinsamen Jahren geschenkt hat.
Du liebst dein Kind - alleine dein Kind ist ein Geschenk, dass du ohne ihn nicht hättest.

Vor einem Jahr habe ich das Licht am Ende des Tunnels noch nicht sehen können.
Ich hatte Menschen um mich herum, die mir geholfen haben, nicht den Mut zu verlieren, die immer wieder gesagt haben, doch das Licht kommt wieder. Es ist ein langer Weg. Aber es kommt wieder.
Und tief in mir wusste ich das auch (weil ich schon einmal im Tunnel lange umhergeirrt bin und damals das Licht wieder fand).
Du kannst das auch!

LG

Blanche
 

Mentalista

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von Blanche:
Und höre von alten Freunden - dein "Ex" ist noch mit der anderen Frau zusammen. Er ist unglücklich. Er liebt dich immer noch. Er hat noch nichts verarbeitet.
Blanche

Schöner Beitrag!

Ich ergänze, ich finde es immer wieder schade, dass es Frauen gibt, die solchen Männern auf den Leim gehen und nicht verstehen, was da eigentlich abläuft und wie sie sich selber schaden und auch nicht merken, dass der Mann unglücklich ist und die Frau nur benutzt.
 

anaj

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von Mentalista:
Schöner Beitrag!

Ich ergänze, ich finde es immer wieder schade, dass es Frauen gibt, die solchen Männern auf den Leim gehen und nicht verstehen, was da eigentlich abläuft und wie sie sich selber schaden und auch nicht merken, dass der Mann unglücklich ist und die Frau nur benutzt.

Ich finde den letzten Satz dieser Aussage von Blanche in diesem Zusammenhang (in diesem Thread) viel wichtiger.

Zitat von Blanche:
…..Und höre von alten Freunden - dein "Ex" ist noch mit der anderen Frau zusammen. Er ist unglücklich. Er liebt dich immer noch. Er hat noch nichts verarbeitet.

Und - stell dir vor - es ist keine Genugtuung das zu hören.
 

Blanche

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von Mentalista:
Schöner Beitrag!

Ich ergänze, ich finde es immer wieder schade, dass es Frauen gibt, die solchen Männern auf den Leim gehen und nicht verstehen, was da eigentlich abläuft und wie sie sich selber schaden und auch nicht merken, dass der Mann unglücklich ist und die Frau nur benutzt.

Danke!

Wenn jemand in einer Beziehung fremdgeht hat es Gründe. (Also ich entschuldige jetzt nicht das "Fremdgehen" an sich - nur wenn es zu so etwas kommt, stimmt etwas in der Beziehung schon mal nicht mehr, das "Fremdgehen" ist eine Folge davon).
In meinem Fall: mein Exfreund hat mich sehr geliebt und ich ihn auch - 3 Jahre lang waren wir sehr glücklich und es war eine sehr schöne Zeit - die ich nicht bereue (und deshalb den Ausdruck "auf dem Leimgegangen" in meinem Fall nicht passend finde).
Wir haben uns gegenseitig sehr viel gegeben. Es war ausgewogen und so wie es sein sollte :)
Jedoch hatten wir am Ende nicht mehr die gleichen Ziele und Träume.
Und die braucht man.

Ich war vor der Trennung dabei, auf meine Ziele und Träume ihm zu liebe zu verzichten - das war falsch - das hätte ich ihm irgendwann vorgeworfen oder ich wäre unglücklich geworden.
Er hat versucht, mir meine Träume und Ziele zu erfüllen, aber er konnte es nicht. Und wäre, wenn er es gekonnt hätte, ebenfalls nicht glücklich geworden.

Ich konnte durch die Hilfe "von außen" eben verstehen, dass es eine Beziehung "auf Zeit" war, sie früh oder spät auseinander gegangen wäre.
Und konnte vieles erst durch diese Hilfe erkennen und sehen.
Davor war nur Unverständnis, Schmerz, Trauer und Wut.
Vielleicht hätte ich das auch ohne psychologische Hilfe geschafft - ich denke aber - nicht so schnell.

Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass die Trennung ohne "fremdgehen" stattgefunden hätte.
Das tut natürlich zusätzlich weh.

Es ist schwer zu akzeptieren, dass sich zwei Menschen lieben können oder sehr geliebt haben, es trotz aller Liebe nicht für eine dauerhafte Beziehung reicht/ gereicht hat.

Eine Garantie gibt es nun einmal nicht.

Ich bin der festen Überzeugung, dass nichts "umsonst" geschieht.
Deshalb liebe Lulaline - Kopf hoch!
 
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lisalustig

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Der räumliche Abstand mit der neuen Wohnung wird Dir ganz gewiss helfen, langsam aus dem Tief herauszufinden.

Interessiere Dich nicht dafür, was er so (mit anderen Frauen) treibt. Es geht Dich nichts an. Und - es tut nur weh und schürt Wut, Trauer, Hass.

Beschränke den Kontakt vorerst wirklich nur auf das ALLERNOTWENDIGSTE.

Versuche, ausschließlich auf rein sachlicher Ebene mit ihm das unbedingt Erforderliche zu kommunizieren. Alles Persönliche lass weg, das bringt nichts. Ich weiß, dass das ganz schwer ist - aber es ist nach meinen Erfahrungen ein guter Weg aus dem Tief heraus...
 

lulaline

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

hallo ...
danke für eure einträge. gerade heute ist wieder einer solcher tage.
wir sind seit einigen tagen umgezogen. es hat gott sei dank mit meinem sohn gut geklappt. er ist stolz auf sein neues zimmer. bei mir hingegen, ist das gegenteil meiner erwartung eingetroffen, ich fühle mich darin nicht wohl.- vielleicht noch nicht. oder weil es eben jetzt wirklich 100% fix aus und vorbei ist. ich weiß es nicht, und ich weiß auch nicht wie ich es verbessern kann. meine familie , meine freunde ..alle sind da und helfen mir an allen ecken und enden.
ich gehe auch in therapie...weil es bald aufwärts gehen muss. mein kleiner gibt mir die meiste kraft . es kommen aber immer wieder auch gefühle, gedanken, ihm alleine nicht alles bieten zu können, geldsorgen die ev. kommen können, usw.
meine kräfte sind manchmal total aus....so wie heute....
 

Blanche

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Liebe Lulaline!

Du hast wieder ein ganz großes Stück weiter geschafft - u.a. indem du die neue Wohnung hast.
Dein Kind fühlt sich wohl - das ist nicht selbstverständlich - das hast DU hinbekommen!
Deine Familie, deine Freunde stehen hinter dir, du hast eine Therapie begonnen - ich freue mich sehr, denn - auch wenn du heute kraftlos schreibst - es zeigt, dass du dabei bist, wieder Kraft zu tanken.
Wohlfühlen - in der neuen Wohnung - kann ich sehr gut nachvollziehen, dass das nicht sofort geht.
Das kommt noch, sobald du dich selbst in deiner Haut wieder "wohler" fühlst.
Gib dir bisschen mehr Zeit bzw. mach dir da keinen Druck!
Ich bin stolz auf dich, denn ich finde, dass du das gerade sehr gut machst.
Und irgendwann wirst du in den nächsten Wochen merken, dass die Anzahl der "schlechten" Tage abnimmt.
Halte durch!
 

Mentalista

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von lulaline:
ich gehe auch in therapie...weil es bald aufwärts gehen muss. mein kleiner gibt mir die meiste kraft . es kommen aber immer wieder auch gefühle, gedanken, ihm alleine nicht alles bieten zu können, geldsorgen die ev. kommen können, usw.
meine kräfte sind manchmal total aus....so wie heute....

Aber bitte strapaziere nicht deinen Kleinen, den du musst ihm Kraft geben, nicht umgekehrt. Was willst du ihm den alles bieten wollen?

Wäre nicht Liebe, Zuverlässigkeit Stärke usw. das Allerwichtigste? Oder definierst du Bieten können über Konsum? Das wäre echt schade für dich.

Ansonsten empfehle ich dir eine Mutter-Kind-Kur zu machen. Da kommst du raus und bekommst einen ganz anderen Blickwinkel auf dich und dein Kind. Bei meiner ersten Kur habe ich eine Mutter mit einem Kind kennengelernt, wo das Kind schwer krank war und man nicht wusste, wie lange es noch leben würde, dann habe ich einige Frauen kennengelernt, die zum ersten Mal aus ihrem Schwarzwald-Dorf rausgekommen sind. Was ging es mir dagengen mit meinen kleinen Problemchen gut.

Da bin ich aufgewacht und habe mein Leben richtig in die Hand genommen, auch das mit dem Geld klärt sich, andere Frauen schaffen das auch und Konsum und Luxus macht eine Kinderseele nicht richtig glücklich.

Glaube mir, in einem Jahr wirst du über vieles ganz anders denken und manche schlimme Lebenslagen haben meistens sein Gutes, man wird reifer und erwachsener, aber das sieht man erst hinterher.
 

lulaline

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Da bin ich wieder....fast 8 monate seit meiner trennung sind vergangen.....siehe da...es geht ein wenig bergauf nachdem ich auch die ratschläge meiner therapeutin versuche umzusetzen. kleine, ganz kleine schritte habe ich schon geschafft. leider gehe ich aber immer wieder ein paar schritte zurück. gerate wieder ins grübeln - unendlich enttäuscht wieso weshalb warum....und auch mein freundeskreis ist gebrochen...bzw ich habe alle "freunde" die wir gemeinsam hatten , verloren tw von ihnen aus tw von mir aus. ich halte nach wie vor an meiner familie wie mutter vater kind fest....will es so haben - bis ich bemerke, das ich es einfach nicht mehr habe...
 

lisalustig

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Schön, dass es Dir etwas besser geht. Man kann nichts erzwingen. Auch nicht das Vergessen und Verstehen. Das wird noch viel Zeit brauchen, aber Du bist auf einem guten Weg. Sei nicht verzweifelt, wenn es immer mal wieder Rückschritte gibt, auch das ist normal. Die Richtung stimmt - die geht nach vorn zu einem neuen Leben.

Dass der Freundeskreis sich verändert und tlw. wegbricht, ist leider normal, dazu gibt es auch Threads hier im Forum.

Irgendwann wirst Du eine neue Liebe finden, mit der Du dann auch Deinen Traum von Familie leben kannst. Es gibt doch so viele glückliche Patchwork-Familien. Und neue Freunde kommen sicher auch.

Kopf hoch, es kann nur besser werden.....
 

losgehts

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Mir geht es wie dir, ich komme aus dem Tief nicht raus. Am schlimmsten ist es nachts, hab einfach Angst davor aufzuwachen.
 

vivi

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AW: ich komme aus dem Tief nicht raus

Zitat von losgehts:
Mir geht es wie dir, ich komme aus dem Tief nicht raus. Am schlimmsten ist es nachts, hab einfach Angst davor aufzuwachen.

Stöber hier einfach mal ein bißchen rum....das kann egal in welche Richtung die Meinungen, Erfahrungen, Ratschläge so gehen manchmal ganz gut helfen ....und man nimmt doch immer ein bißchen was für sich mit ;-).