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  • #1

Ich habe Angst

Hallo liebe Forengemeinde,

Ein paar wirre Gedanken, die mich zur Zeit beschäftigen:

in letzter Zeit geht mir immer wieder ein Thema im Kopf herum. Ja, es geht um Beziehungen. Es geht m. E. n. um die Beziehung, die ich mit mir selbst habe (auch wenn sich das leicht merkwürdig anhört).

Ich habe Angst. Ich habe bspw. Angst vor meinem Umzug in eine neue Stadt. Ich habe keinen Respekt davor, nein, ich habe ernsthafte Bedenken, ob es mir dort gut gehen wird. Das alte, gefestigte Umfeld verlassen, in ein Neues aufbrechen. Die "Segel abreißen" und neue hissen. Mich von Bekanntschaften, Freunden und Familie örtlich trennen und neue Bekanntschaften finden? Werde ich Anschluss finden? Werde ich mich einsam fühlen? Es sind bloß 100 km, es gibt die Telekommunikation, das gesamte digitale System, ja. Trotzdem.

Vielleicht genieße ich die >>anfängliche
 
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  • #2
AW: Ich habe Angst

Liebe Lieblingsfrau,

erstmal finde ich es sehr mutig von Dir, so offen zu schreiben, das ist nicht selbstverständlich :).

Manchmal ist es so, wenn wir ein inneres "Chaos" haben, dass wir (scheinbar) nicht bewältigen können, dann schaffen wir uns äussere feste Strukturen, die uns Sicherheit und Kontrolle geben. Werden diese äusseren Strukturen gestört, dann werden wir auf unser inneres "Chaos" zurückgeworfen und es entsteht Unsicherheit oder auch Angst. Angst davor, etwas nicht bewältigen oder aushalten zu können.
Das ist ein Prozess, den wahrscheinlich jeder mehr oder weniger kennt, ein Problem wird es dann, wenn er sich verfestigt und ein subjektiver Leidensdruck entsteht, d.h. ich merke, dass ich mir damit auch ziemlich viel verbaue und unzufrieden mit mir bin.
An dieses innere "Chaos" ist oft schwer heranzukommen, weil es auch so bedrohlich wirkt, insofern kann hier tatsächlich jemand Professionelles am Besten unterstützend helfen.

Ich weiß nicht, ob das auf dich zutrifft, aber das waren meine ersten Gedanken dazu.

LG
Lilly
 
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Sometimes_geloescht

  • #3
AW: Ich habe Angst

Liebe Lieblingsfrau,

wer oder was definiert schon die Schwelle von "normal" zu "nicht normal"? Es spielt tatsächlich keine Rolle, und das ist keine Phrase.
Ich empfinde es als normal, wenn sich auch ein, zumindest meist, starker Mensch Schwäche eingesteht, Ängste zugibt, Unsicherheit zugeben kann.
Du hast die Gabe der Eigenreflexion und bist in der Lage, offen und ehrlich deine Angst beim Namen zu nennen, uns deine Mechanismen zur Umgehung deines "Lochs" aufzuzeigen...Respekt...
Auch ich denke, dass es absolut legitim ist, sich fachliche Hilfe zu holen.

Etwas von mir?

Frau Mitte 40, gehobene Position, steht mitten im Leben, wie es so schön heißt, und genießt dasselbige, zwei Kinder allein großgezogen...Wunden, verheilt, auf der Seele und am Körper, viel erlebt, Schönes, Schlimmes...wie viele von uns. Das, was als sogenannte starke Frau betitelt wird, das würde Jeder und Jede in meinem Umfeld bestätigen. Und doch, manchmal, ganz leise und kaum merklich, bin ich unendlich schwach, ängstlich und fühle mich verwundbar.

Meine Vertrauten kennen diese Seite an mir, stehen mir bei und doch reicht es manchmal nicht aus. Dann hol ich mir professionelle Hilfe, mit dem Blick von außen und jemandem, der nicht emotional an mir und meinem Leben beteiligt ist.

Darf ich dir dazu raten, das auch zu tun, wenn du das Gefühl hast, es überrollt dich? Und noch etwas, man kann, aber muss sich nicht allen Ängsten stellen, es ist deine Entscheidung, auch der Zeitpunkt. Kannst du evtl. den Umzug verschieben und erst nach dir schauen?

Ich wünsche dir alles Gute,
liebe Grüße
Sometimes
 
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  • #4
AW: Ich habe Angst

Hallo Lieblingsfrau
Ich möchte dir ganz kurz etwas sagen über die Angst. Die Angst ist nicht eine Sache die von Aussen her auf uns zu kommt. Wie auch z.B. der Stress oder ein "Burn Out". Diese Dinge entstehen in unserem Kopf. Ich möchte Joe Kreissl zitieren der einmal gesagt hat:
"Es gibt keine Angst. Die Angst ist ausschliesslich in unserem Kopf zuhause, da wir sie erzeugen. Die Ursache für Angst liegt eindeutig in der Zukunft. Es gibt keine Angst von gestern, es gibt nur eine Angst vor irgendetwas was kommt. Wenn du verstehst dass die Zukunft nicht jetzt ist aber du jetzt lebst, kommst du darauf dass die Angst sinnlos ist. Doch sie ist so stark in unserer ganzen Geschichte drin. Von der Kindheit an Angst Angst Angst. Damit wird sie normal und wird aber auch gegen uns ausgenutzt. Also muss sich jeder hinsetzen und darauf kommen, dass es nicht notwendig ist Angst zu haben. Dann kann er Eigenverantwortung übernehmen." Zitatende. Liebe Grüsse, Freespirit
 
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  • #5
AW: Ich habe Angst

Zitat von Lieblingsfrau:
Es geht m. E. n. um die Beziehung, die ich mit mir selbst habe (auch wenn sich das leicht merkwürdig anhört).
Die Beziehung mir dir - woow 'interessant' ...

Zitat von Lieblingsfrau:
Ich habe Angst. Ich habe bspw. Angst vor meinem Umzug in eine neue Stadt. Ich habe keinen Respekt davor, nein, ich habe ernsthafte Bedenken, ob es mir dort gut gehen wird.
Mein 'Motto' ist 'Es gibt keine Probleme nur Herausforderungen'. Klingt zunächst naiv bis blöd ist es aber nicht
wirklich. Was ich damit sagen will ist - ich würde vorsichtig damit umgehen negative Selbstbilder in die Welt zu setzen - die werden unweigerlich damit beginnen eine Art Eigenleben zu entwicklen. Ich meine den Effekt der 'self fulfilling prophecy' - wenn man denkt alles mögliche wird schiefgehen wird es das auch tun - das ganze dadurch nur verstärken.

Das einzig stetige ist der Wandel. Stell dir vor neue Freunde zu finden, eine andere Stadt zu erkunden, mit der Herausforderung zu wachsen. Nur daruf würde ich mich konzentrieren.

Zitat von Lieblingsfrau:
 
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  • #6
AW: Ich habe Angst

Hier im Forum ist ja nicht der Ort, irgendwelche „Störungen“ oder Abweichungen von der Normalität (?) zu diagnostizieren. Wenn du das Gefühl hast, ein professioneller Blick auf deine Situation könne helfen, scheue dich nicht, Hilfe (im RL) zu suchen.

Du schreibst, dass du Angst vor dem Umzug hast, weil du dich dann von deinen Freunden, Bekannten und Familie trennen musst.

Auf der anderen Seite lese ich gar nicht, dass diese derzeit wichtige Pfeiler in deinem Leben sind.

Zitat von Lieblingsfrau:
Ich habe eigentlich (ja, eigentlich) meine festen Strukturen. Unter der Woche - wie viele von euch - arbeiten, spät nach Hause kommen, Essen vorkochen, die Ordnung in der Wohnung wieder herstellen, Laufen gehen. Morgens - vor der Arbeit - brauche ich meinen festen Ablauf, wenn der gestört ist, dann bin auch ich gestört. Soweit ist alles in Ordnung. Komme zurecht.
Für MICH klingt das ziemlich gruselig. Hast du denn unter der Woche keine Freude am Leben? Jeden Tag bekommst du 24 Stunden geschenkt - die gilt es mit Leben zu füllen und nicht irgendwie „abzuleben“. Wieso schiebst du dein „soziales“ Leben ausschließlich auf’s Wochenende?

Was ist mit Hobbys oder sonstigen Dingen, die dir auch alleine Spaß machen?

Ich kann ja mit dem Begriff „stark sein“ nicht so viel anfangen.
Zitat von Lieblingsfrau:
Man beurteilt mich oft als "stark", ich fühle mich auch selbst stark.
Wann oder in welchen Situationen fühlst du dich denn stark?
 
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  • #7
AW: Ich habe Angst

Zitat von Lilly29:
Liebe Lieblingsfrau,

erstmal finde ich es sehr mutig von Dir, so offen zu schreiben, das ist nicht selbstverständlich :).

Manchmal ist es so, wenn wir ein inneres "Chaos" haben, dass wir (scheinbar) nicht bewältigen können, dann schaffen wir uns äussere feste Strukturen, die uns Sicherheit und Kontrolle geben. Werden diese äusseren Strukturen gestört, dann werden wir auf unser inneres "Chaos" zurückgeworfen und es entsteht Unsicherheit oder auch Angst. Angst davor, etwas nicht bewältigen oder aushalten zu können.
Das ist ein Prozess, den wahrscheinlich jeder mehr oder weniger kennt, ein Problem wird es dann, wenn er sich verfestigt und ein subjektiver Leidensdruck entsteht, d.h. ich merke, dass ich mir damit auch ziemlich viel verbaue und unzufrieden mit mir bin.
An dieses innere "Chaos" ist oft schwer heranzukommen, weil es auch so bedrohlich wirkt, insofern kann hier tatsächlich jemand Professionelles am Besten unterstützend helfen.

Ich weiß nicht, ob das auf dich zutrifft, aber das waren meine ersten Gedanken dazu.

LG
Lilly
Hallo Lilly,

danke für deine Antwort. Ein Chaos ist es nicht wirklich. Unter der Woche habe ich selten Chaos im Kopf - weil beschäftigt. Alles strukturiert und geordnet. Es gibt ja schließlich Aufgaben zu erledigen. Am Wochende beginnt es - aber zu einem richtigen Chaos kommt es nicht - da reichen zwei Tage nicht zu. Und die äußeren Strukturen habe ich vermutlich, um die Kontrolle zu bewahren. Schwierig. Es ist in der Tat ein Leidensdruck. Im Urlaub ist es besonders anstrengend, zu viel Zeit um NICHTS zu tun....

Zitat von Sometimes:
Liebe Lieblingsfrau,

wer oder was definiert schon die Schwelle von "normal" zu "nicht normal"? Es spielt tatsächlich keine Rolle, und das ist keine Phrase.
Ich empfinde es als normal, wenn sich auch ein, zumindest meist, starker Mensch Schwäche eingesteht, Ängste zugibt, Unsicherheit zugeben kann.
Du hast die Gabe der Eigenreflexion und bist in der Lage, offen und ehrlich deine Angst beim Namen zu nennen, uns deine Mechanismen zur Umgehung deines "Lochs" aufzuzeigen...Respekt...
Auch ich denke, dass es absolut legitim ist, sich fachliche Hilfe zu holen.

Etwas von mir?

Frau Mitte 40, gehobene Position, steht mitten im Leben, wie es so schön heißt, und genießt dasselbige, zwei Kinder allein großgezogen...Wunden, verheilt, auf der Seele und am Körper, viel erlebt, Schönes, Schlimmes...wie viele von uns. Das, was als sogenannte starke Frau betitelt wird, das würde Jeder und Jede in meinem Umfeld bestätigen. Und doch, manchmal, ganz leise und kaum merklich, bin ich unendlich schwach, ängstlich und fühle mich verwundbar.

Meine Vertrauten kennen diese Seite an mir, stehen mir bei und doch reicht es manchmal nicht aus. Dann hol ich mir professionelle Hilfe, mit dem Blick von außen und jemandem, der nicht emotional an mir und meinem Leben beteiligt ist.

Darf ich dir dazu raten, das auch zu tun, wenn du das Gefühl hast, es überrollt dich? Und noch etwas, man kann, aber muss sich nicht allen Ängsten stellen, es ist deine Entscheidung, auch der Zeitpunkt. Kannst du evtl. den Umzug verschieben und erst nach dir schauen?

Ich wünsche dir alles Gute,
liebe Grüße
Sometimes
Hallo Sometimes,

Sich selbst Schwächen eingestehen - finde ich in Ordnung und gut. Deine Selbstbeschreibung hilft mir und zeigt auf, dass es noch jemanden gibt, dem es manchmal ungefähr ähnlich geht. Deinen Rat, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, werde ich beherzigen. Sowieso wollte ich morgen mal meinen Arzt des Vertrauens anrufen und einen Besuch ankündigen. Bevor das aus dem Ufer läuft.

Hinsichtlich der Wohnung - habe heute eingewilligt und es wird sie werden. Ich versuche immer einen Schritt nach dem anderen zu bewältigen. Heute mittag fühlte ich mich ganz gut, konnte es emotional vereinbaren, meine Zusage zu geben. Was kommen wird, wenn es tatsächlich so weit ist, das kommt eben einfach. Trotzdem habe ich große Bedenken, aber es nützt ja nichts. Man muss sich auch mal verändern. Dir noch alles Gute - und vielen Dank!

Zitat von Freespirit:
Hallo Lieblingsfrau
Ich möchte dir ganz kurz etwas sagen über die Angst. [...] Liebe Grüsse, Freespirit
Hallo Freespirit, danke für die Anmerkung und das Zitat. Ich kenne es. Aber manchmal hat man Kenntnis von den Dingen und weiß auch wie man mit diesem umgehen sollte, aber man kann es trotzdem nicht umsetzen....

Zitat von tina*:
Hier im Forum ist ja nicht der Ort, irgendwelche „Störungen“ oder Abweichungen von der Normalität (?) zu diagnostizieren. Wenn du das Gefühl hast, ein professioneller Blick auf deine Situation könne helfen, scheue dich nicht, Hilfe (im RL) zu suchen.

Du schreibst, dass du Angst vor dem Umzug hast, weil du dich dann von deinen Freunden, Bekannten und Familie trennen musst.

Auf der anderen Seite lese ich gar nicht, dass diese derzeit wichtige Pfeiler in deinem Leben sind.


Für MICH klingt das ziemlich gruselig. Hast du denn unter der Woche keine Freude am Leben? Jeden Tag bekommst du 24 Stunden geschenkt - die gilt es mit Leben zu füllen und nicht irgendwie „abzuleben“. Wieso schiebst du dein „soziales“ Leben ausschließlich auf’s Wochenende?

Was ist mit Hobbys oder sonstigen Dingen, die dir auch alleine Spaß machen?

Ich kann ja mit dem Begriff „stark sein“ nicht so viel anfangen.

Wann oder in welchen Situationen fühlst du dich denn stark?
Ob hier jmd. Diagnosen anstellt, war mir eigentlich egal. Mich interessiert die Denkweise anderer Menschen in dieser Hinsicht. Vielleicht erhoffe ich mir, ähnlich Geschichten zu hören, damit sich das etwas relativiert. Keine Ahnung. Gerne wollte ich meine Gedanken teilen, ich bin hier weitestgehend anonym und habe kein Problem damit, wenn jmd. Ferndiagnosen starten möchte.

Freunde, Bekannte - ist alles vergänglich. Sie kommen und gehen auch wieder. Irgendwann bleibt nur noch der sporadische Kontakt, man ist füreinander da, wenn man sich braucht. Es bleiben nur sehr wenige, die man dann und wann sieht. Die Entfernung hält sich derzeit noch in Grenzen, sodass man innerhalb einer knappen Autostunde dort ist. Ich fahre manchmal am Wochenende Freunde besuchen. Das ist mir schon wichtig. Meine Familie wohnt in der Nähe und ist sehr wichtig. Ich bin am Wochenende oft dort oder telefoniere. Du liegst nicht falsch, unter der Woche arbeite ich, halte mich in meiner Wohnung auf, koche etwas und mache Sport. Dies ist auch ein Hobby, was ich nur alleine praktiziere.

Ich fühle mich stark, wenn ich Dinge mache, die ich kann: Arbeiten, Sport. Auch wenn ich in geselliger Runde bin, in der eine gute Stimmung herrscht, gute Gespräche aufkommen, dann fühle ich mich auch stark.


Zitat von Marvin:
Die Beziehung mir dir - woow 'interessant' ....
Findest du es tatsächlich interessant oder merkwürdig? Man sagt ja auch "mit sich selbst in Konflikt stehen. Was ein Konflikt ist, wissen wir alle. Wenn man mit sich selbst in Konflikt steht, muss es auch zwei Seiten geben. Sonst ginge dies nicht...

Es war nett, dein Beschriebenes zu lesen...
 
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  • #8
AW: Ich habe Angst

Dieser Post hätte auch der erste im Thread sein können, ich habe länger überlegt.

Fritz Riemann, Grundformen der Angst, kann einem zur Reflektion fähigen Menschen Einsicht/Erkenntnis vermitteln, evtl. weiterhelfen.
Mir, damals anfang 20, hat den eine Psychotherapeutin nach einer einzigen, vergeblichen Stunde als Tipp mit auf den Weg gegeben. Die kluge Frau hat nie erfahren, wie gut das gepasst hat. An den habe ich nach dem Eingangspost sofort gedacht.
 
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  • #9
AW: Ich habe Angst

Zitat von Lieblingsfrau:
Findest du es tatsächlich interessant oder merkwürdig? Man sagt ja auch "mit sich selbst in Konflikt stehen. Was ein Konflikt ist, wissen wir alle. Wenn man mit sich selbst in Konflikt steht, muss es auch zwei Seiten geben. Sonst ginge dies nicht...

Es war nett, dein Beschriebenes zu lesen...
Interessant. Ich arbeite selbst gerade an dieser eigentümlichen Beziehung. Ich fand das zunächst schräg (wirklich) - mittlerweile sehe ich das anders. Die Buddhisten glauben, das die 'Seele' ein Spiegel der Welt ist der 'schmutzig' werden kann. Konflikte (Unsicherheiten u-name-it ... ) lagern sich wie Schmutz auf dem Spiegel ab ... lassen einen die Welt verzerrt sehen. Das gibt dem Spruch mit sich selbst ins reine zu kommen auch eine lustige Bedeutung.
 
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  • #10
AW: Ich habe Angst

Zitat von Lieblingsfrau:
Ob hier jmd. Diagnosen anstellt, war mir eigentlich egal.
Ok ;) du bist ein Kontrollfreak, fühlst dich nur wohl, wenn alles rational gesteuert ist, kannst keine Gefühle zulassen und hast eine Bindungsphobie; handelst nach dem Leistungsprinzip, fühlst dich anderen überlegen und deine größte Angst ist, abhängig zu sein bzw. dass irgendjemand mitkriegt, dass du nicht die Beste bist - mehr spuckt meine Glaskugel nicht aus…

Spaß beiseite:

Zitat von Lieblingsfrau:
Ich fühle mich stark, wenn ich Dinge mache, die ich kann: Arbeiten, Sport. Auch wenn ich in geselliger Runde bin, in der eine gute Stimmung herrscht, gute Gespräche aufkommen, dann fühle ich mich auch stark.
Was meinst du mit stark: kannst du das mit anderen Worten umschreiben?

Zitat aus deinem anderen Faden

Zitat von Lieblingsfrau:
Wie du schon sagst, geht es dort um Selbstbewusstsein. Jemand der mit mir "anbandelt", braucht eine riesen Portion Selbstbewusstsein. Das zeigt sich bspw. bei dem Führen von Gesprächen und sehr stark bei Diskussionen. Diejenigen, die nicht sonderlich gefestigt sind, ziehen sich dann zurück. Und ich verliere ebenfalls die Lust.
 
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  • #11
...es liegt in dir...

das, was du so stark beschreibst, kennen sicherlich Viele Menschen gut aus eigener Erfahrung. Auch ich.
Es ist keineswegs verwunderlich, wenn man vor einem Umzug auch Angst hat. Du gehst in eine völlig neue Umgebung. Klar konzentrieren wir uns schön – so wie wir das alle gelernt haben und nach außen auch immer hübsch demonstrieren – optimistisch und voller "Grundfreude". Aber ein Neubeginn kostet auch Kraft und man kann sich Beulen holen. So ist das - und du bist in allerbester Gesellschaft, wenn du dich davor fürchtest. Auch, wenn du manchmal Angst hast, in gewisser Weise einsam zu werden. Dann, wenn der geregelte und laute Tagesablauf mit Kollegen, Geschäftsbeziehungen und Freunden seine Betäubung verliert und du alleine in deiner Bude stehst. Diese dunklen Seiten der Seele kennt wohl jeder. Allerdings nur von Zeit zu Zeit. Ich glaube, du triffst den Kern sehr schön (!!!) wenn du von einem Beziehungsproblem mit dir selbst schreibst. Ich denke, hier ist das Problem, aber auch die Lösung. Und letzteres sollte dir Mut machen. Denn das kannst du ändern. Allerdings ist das super schwer, denn du müsstest lernen, dich selbst als wertvoll, unterhaltsam, selbstständig zu begreifen. Es reicht nicht, wenn dein Kopf dir das bestätigt, das macht der sicherlich schon lange. Du musst das fühlen! Verinnerlichen. Glauben.
Ich weiß wovon ich spreche. Es ist irgendwie so, als würde man loslassen. Loslassen, Anerkennung durch andere finden zu wollen und Alleinsein mit Einsamkeit zu verwechseln. Wenn du doch nur wüsstest, wie SCHÖN es zum Beispiel sein kann, lange, weit weg und allein (ich bin eine Frau) in den Urlaub zu fahren, du würdest es nicht glauben. Du bist frei, zu tun, was du willst, Menschen zu beobachten und frei, Kontakte einzugehen, wenn sie sich bieten und wenn du es möchtest. Überall gibt es Menschen, die wie du, Kontakte wünschen. Du bekommst mit dem Alleinsein ein enormes Potential, auf andere zugehen zu können und aufgestöbert zu werden. Nie fiel mir das so leicht, wie heute und nie hatte ich so viele schöne Begegnungen, wie als Alleinakteurin. Aber du musst bereit sein, loszulassen. Dann kommen andere Menschen und schöne Erfahrungen von ganz alleine. Auch die Kontakte hier bei PS…völlig egal, ob und wann die Jungs antworten. Die lange Leine wird gespürt und geschätzt! Aber – du ahnst es – das klappt nur, wenn du dir selbst genug sein kannst. Es hat mit dir zu tun. Kein Quatsch. Ich wünsche dir das Beste.
 
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  • #12
AW: Ich habe Angst

Zitat von tina*:
Ok ;) du bist ein Kontrollfreak, fühlst dich nur wohl, wenn alles rational gesteuert ist, kannst keine Gefühle zulassen und hast eine Bindungsphobie; handelst nach dem Leistungsprinzip, fühlst dich anderen überlegen und deine größte Angst ist, abhängig zu sein bzw. dass irgendjemand mitkriegt, dass du nicht die Beste bist - mehr spuckt meine Glaskugel nicht aus…

Spaß beiseite:


Was meinst du mit stark: kannst du das mit anderen Worten umschreiben?

Zitat aus deinem anderen Faden
He, Tina! Da konnte sich deine Glaskugel mal richtig ausk*otzen, wa?! Fein.

Zu dem anderen Faden: Ich bin schon sehr eigensinnig und sage was ich denke. Habe meine Meinungen. Jemand der ständig nur ja und amen sagt, wird irgendwann mal darauf angesprochen, warum das so ist. Da vergeht mir die Lust. Kontra geben ist vollkommen gut und erwünscht.

Jetzt wo du mich nach einer Umschreibung für das Wort "stark" in diesem Kontext fragst - ehrlich gesagt, ziemlich schwierig. Wie du ja gesagt hast, bin ich ein rational-gesteuertes ;) Ungetüm, Gefühle zu beschreiben, fällt unheimlich schwer....Naja, ich versuche es einfach mal. Weiß aber nicht, ob es funktioniert.

Wenn ich mich stark fühle, dann geht es mir gut - sehr gut. Ich fühle mich in der Lage morgens mit Freude aus dem Bett zusteigen, mit Freude die Wohnung aufzuräumen, mein Auto zu waschen, in ein volles Einkaufszentrum zu gehen. Ich fühle mich dann keinen Überlegen, nein. In dieser Zeit kann ich mich auch eloquent und zielgerichtet ausdrücken (sprechen). Ich fühle mich auch stark, wenn ich merke, dass ich etwas für andere sinnvolles tun kann. Irgendwas entwickeln, oder so....Wenn das funktioniert, ankommt, zusagt und nützlich ist, freut es mich.

Wenn ich mich nicht stark fühle, möchte ich mich zurückziehen, will keinen Kontakt zu Mitmenschen - obwohl ich ihn eigentlich doch möchte. Will nicht schlafen, obwohl müde. Will nachdenken und mich somit selbst aufwühlen...Irgendwie sowas in der Richtung. Ich kanns leider nur beispielsweise erklären. Und du kennst dieses "stark" gar nicht - bzw. kannst nichts mit anfangen? Warum? Oder willst du nichts damit anfangen?

Zitat von Marvin:
Interessant. Ich arbeite selbst gerade an dieser eigentümlichen Beziehung. Ich fand das zunächst schräg (wirklich) - mittlerweile sehe ich das anders. Die Buddhisten glauben, das die 'Seele' ein Spiegel der Welt ist der 'schmutzig' werden kann. Konflikte (Unsicherheiten u-name-it ... ) lagern sich wie Schmutz auf dem Spiegel ab ... lassen einen die Welt verzerrt sehen. Das gibt dem Spruch mit sich selbst ins reine zu kommen auch eine lustige Bedeutung.
Okay, interessant. Woher beziehst du das Wissen? Bücher, Netz? Würd ich mich auch mal mit auseinandersetzen. Siehste - da is es schon wieder: Sich mit einem Thema auseinandersetzen. Irgendwo ist ja etwas, was einem zum Nachdenken bringt. Manchmal ist man sich erst nicht sonderlich sicher. Irgendein Denkprozess geht in mir vor und vielleicht merke ich, dass ich meine Meinung doch revidieren sollte?! Hab ich aber auch oft...Bestimmt 10 x am Tag :) Und wie bekommt man den Spiegel wieder sauber? Hab jetzt keine Lust Glasreiniger in mich reinzukippen - wäre nich so gut!

Zitat von Hafensängers Onkel:
Dieser Post hätte auch der erste im Thread sein können, ich habe länger überlegt.

Fritz Riemann, Grundformen der Angst
Hab ich grad mal bestellt, danke. Werde ich lesen!

Zitat von Sternstrudel:
Allerdings ist das super schwer, denn du müsstest lernen, dich selbst als wertvoll, unterhaltsam, selbstständig zu begreifen. Es reicht nicht, wenn dein Kopf dir das bestätigt, das macht der sicherlich schon lange. Du musst das fühlen! Verinnerlichen. Glauben.
Ich weiß wovon ich spreche. Es ist irgendwie so, als würde man loslassen. .
Das ist wohl auch ein Punkt. Interessant. Müsste man mal dran arbeiten.

Ahoi!
 
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  • #13
AW: Ich habe Angst

Zitat von Lieblingsfrau:
Okay, interessant. Woher beziehst du das Wissen? Bücher, Netz? Würd ich mich auch mal mit auseinandersetzen. Siehste - da is es schon wieder: Sich mit einem Thema auseinandersetzen. Irgendwo ist ja etwas, was einem zum Nachdenken bringt. Manchmal ist man sich erst nicht sonderlich sicher. Irgendein Denkprozess geht in mir vor und vielleicht merke ich, dass ich meine Meinung doch revidieren sollte?! Hab ich aber auch oft...Bestimmt 10 x am Tag :) Und wie bekommt man den Spiegel wieder sauber? Hab jetzt keine Lust Glasreiniger in mich reinzukippen - wäre nich so gut!
Alles kommt aus dem Netz und der unerschöpflichen Quelle an Ebooks, die sich glücklicherweise aufgetan hat. Woher nun genau - opps. Die Quelle war eine dieser lustigen US Dating Guides, die im wesentlichen auf NLP (neuro-Linguistik programming) Ideen basieren. Kennt man NLP kommt einem vieles in diesen Guides sofort vertraut vor.

Die Spiegel Idee kam im Zusammenhang mit der 'inneren Stimme', die gern mal Bedenken in laut, bunten Failure Scenarien ausmalt (Unsicherheit). Unsere unsinnigen Bedenken werden ein Teil unserer Realität, die wir dann nicht mehr richtig wahrnehmen. Der Spiegel war im Grunde eine Metapher um eine NLP Idee zu motivieren - sich die Unsicherheit einzugestehen (Dreck auf dem Spiegel) und sich innerlich davon zu distanzieren (Spiegel putzen).

Ich würde in diesem Zusammenhang NLP 4 Dummies als Einstieg empfehlen. NLP ist wie eine große Toolbox, die viele brauchbare psycho Erklärungsmodelle für innere Dynamiken oder die Dynamik von Interaktionen liefert. NLP ist mehr pragmatisch auf Anwendung angelegt. Für nahezu 'jedes' Problem gibt es relativ einfache Verfahren damit umzugehen (Selbst-Therapie wenn man so will) und entsprechende Literatur, wie das auf welche Fälle angewandt wird.

Bei Interesse würde ich in jedem Fall nur auf US Literatur zurückgreifen.
 
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  • #14
AW: Ich habe Angst

Zitat von Marvin:
Bei Interesse würde ich in jedem Fall nur auf US Literatur zurückgreifen.
Warum?

Muss ich mal nachsehen. Die ersten Zeilen die ich bei Suche durch google las, fand ich etwas schräg. Eigentlich ist schräg ja gar nicht mal so schlecht...Hab ich zuvor noch nicht viel von gehört...Und, was stellst du jetzt mit dem Wissen an, was du dadurch erlangst? Nüscht?
 
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  • #15
AW: Ich habe Angst

Zitat von Lieblingsfrau:
Zu dem anderen Faden: Ich bin schon sehr eigensinnig und sage was ich denke. Habe meine Meinungen. Jemand der ständig nur ja und amen sagt, wird irgendwann mal darauf angesprochen, warum das so ist. Da vergeht mir die Lust. Kontra geben ist vollkommen gut und erwünscht.
Naja, zwischen eigensinnig die eigene Meinung postulieren und ja und amen sagen gibt es ja auch noch verschiedene Abstufungen ;)

Zitat von Lieblingsfrau:
Wenn ich mich stark fühle, dann geht es mir gut - sehr gut. Ich fühle mich in der Lage morgens mit Freude aus dem Bett zusteigen, mit Freude die Wohnung aufzuräumen, mein Auto zu waschen, in ein volles Einkaufszentrum zu gehen. Ich fühle mich dann keinen Überlegen, nein. In dieser Zeit kann ich mich auch eloquent und zielgerichtet ausdrücken (sprechen). Ich fühle mich auch stark, wenn ich merke, dass ich etwas für andere sinnvolles tun kann. Irgendwas entwickeln, oder so....Wenn das funktioniert, ankommt, zusagt und nützlich ist, freut es mich.

Wenn ich mich nicht stark fühle, möchte ich mich zurückziehen, will keinen Kontakt zu Mitmenschen - obwohl ich ihn eigentlich doch möchte. Will nicht schlafen, obwohl müde. Will nachdenken und mich somit selbst aufwühlen...Irgendwie sowas in der Richtung. Und du kennst dieses "stark" gar nicht - bzw. kannst nichts mit anfangen? Warum? Oder willst du nichts damit anfangen?
Stark“ (v.a. in der Verwendung „starke Frau“) wird hier im Forum öfters mal in einer Form verwendet, die ich etwas merkwürdig finde (es gab auch mal einen Thread dazu
https://www.parship.de/forum/single-leben/starke-menschen-3690.html ).

Ich treffe diese Einteilung so nicht. Klar habe ich auch unterschiedliche Tage, mal morgens mit Schwung aus dem Bett und mal eher nicht so - aber ich teile dem dann nicht das Etikett „stark“ oder „nicht stark“ zu. Z.B. den Besuch eines vollen Einkaufszentrums würde ich nicht von „Stärke“ abhängig machen. Ist das etwas, was dir Angst macht, wenn du dich schwach fühlst?

Rückzugstendenzen habe ich auch ab und an; das tut mir gut - ich bin dann gerne alleine; wenn ich Kontakt zu Mitmenschen will, dann rufe ich jemanden an oder verabrede mich - dafür hat „man“ ja Freunde.

Zitat von Lieblingsfrau:
Freunde, Bekannte - ist alles vergänglich. Sie kommen und gehen auch wieder. Irgendwann bleibt nur noch der sporadische Kontakt, man ist füreinander da, wenn man sich braucht. Es bleiben nur sehr wenige, die man dann und wann sieht.
Freundschaft ist keine Einbahnstraße. Da muss man auch was für tun (sich z.B. auch mal unter der Woche treffen ;) - und nicht nur dann, wenn man sich braucht).