Fee1987

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  • #1

Ich darf auch mal wieder- diesmal: Der geschiedene Mann

Hey zusammen, ich habe mich vom Dating einige Zeit komplett zurückgezogen, seit meiner letzten Erfahrung (einige können sich erinnern), aber wie das Leben so spielt, trifft man genau dann auf jemanden im realen Leben, wenn man sich gerade eigentlich eher auf sich fokussieren wollte.;) Und weil ich ja ich bin und es offensichtlich nicht unkompliziert geht, stehe ich mal wieder etwas ratlos vor meiner Situation ;) Und freue mich auf eure Ideen und Gedanken.

Es war auf einer längeren Zugfahrt, ich hatte mir etwas Wellness an der See gegönnt. Da saß der Herr neben mir. Es war witzig, er fragte mich nach meiner Nummer und meldetet sich noch am selben Abend. Das war Ende Mai. Da ich mich irgendwie total befreit und glücklich fühlte in der Zeit, irgendwie beschwingt vom Single Dasein (plötzlich, hab da an meiner Einstellung gearbeitet), wollte ich auf gar keinen Fall etwas kompliziertes. Und da waren wir uns einig. Eine Art "affäre" sollte es sein, das stand nach dem ersten treffen nur einige Tage später für uns fest. Für uns beide. Er wollte keine Verbindlichkeiten, ich bestand im Prinzip nur aus guter Laune und Party in der Zeit ;) und war damit einverstanden.

Erst nach dem ersten aufeinander treffen erzählte er mir von seinem Sohn und dass die Scheidung noch nicht lange durch ist (Endgültige Trennung vor zwei Jahren nach hin und her und einem wohl recht schlimmen Krieg). Was ich aber nicht schlimm fand. Jeder hat seine Geschichte.

Tja. Nun gingen die Wochen ins Land. Jeden Tag texten (meist nicht jugendfrei), berauschende Nächte, aber auch immer tiefgründigere Gespräche. Und dann vor zwei Wochen kam der Punkt und eine Entscheidung stand an. Er wollte die Sache sofort beenden. Ich verstand nicht, weil ich es so sehr genoss, stellte dann aber auch plötzlich fest, dass ich ihn auch im Laufe der Zeit echt gern gewonnen hatte und schlug vor, die Sache laufen zu lassen oder zumindest im Kontakt zu bleiben. Erst weigerte er sich sehr abweisend. Keine Verbindlichkeiten, er wollte das nicht, sich lieber nebenbei umgucken etc. Ich verstand ihn nicht, aber wenn ich etwas gelernt habe ist, dass man reisende nicht aufhalten kann.

Am nächsten Abend dann die 180 Grad wendung. Er war ziemlich durch den Wind, schrieb (ich hasse whatsapp) plötzlich von Gefühlen, dass er das ja aber eigentlich garnicht will, weil zu viel passiert war usw. Puuuh. Ich versuchte, ihm erstmal nur so objektiv ich konnte zu beruhigen, sagte er sollte keine Angst haben, nicht vor Gefühlen wegrennen etc.

Tja, das Ende vom Lied war, dass wir uns drei Tage später trafen, einen sehr intensiven Abend hatten... nur gesprochen haben wir über all das nicht. Es war aber eine andere Stimmung zwischen uns

Er erwähnte dann beiläufig, dass es für ihn (tags drauf) nun mit seinem Kind in den Urlaub geht. Nachdem ich am ersten Abend nichts hörte fragte ich, ob sie angekommen sind. Darauf dann der Hinweis (mit ein-wort-sätzen, ernsthaft männer, muss das denn sein) , das jetzt Urlaub ist und "Handy freie Zeit". Seitdem ward nichts mehr gesehen oder gehört, bis auf den Hinweis, dass die beiden zwei Wochen weg sind und er sich am kommenden Wochenende meldet (ebenfalls mit ein wort sätzen), als ich am Sonntag fragte, wie es war. Ich versicherte ihm, dass ich es total unterstütze, dass er die Zeit mit seinem Kind in vollen Zügen auskostet, ich da nur Anfänger bin und gerade etwas verwirrt weil alles so offen zwischen uns ist. Darauf erhielt ich aber keine Antwort mehr.

So. das Gute ist, das bringt mich nicht mehr so aus der Ruhe wie es früher vergleichbare Fälle taten. Ich lebe hier mein Leben weiter, aber natürlich denke ich schon darüber nach. Ich mag ihn wirklich gerne, kann natürlich überhaupt nicht nachvollziehen wie es ist, in seiner Situation zu stecken. Ich glaube er braucht jetzt auch gerade Zeit für sich. Allerdings finde ich die Sache mit der sehr kurzen Angebundenheit und diese Stille doch komisch (Sieht ihm nicht ähnlich, er spricht zum beispiel auch unangenehme Themen eigentlich immer direkt aus). Und ich merke, dass ich mich mit der völlig offenen Situation unwohl fühle und mich unterschwellig auch abgewiesen fühle. Ich bin kurz davor, meine erste Einschätzung, der Sache eine Chance geben zu wollen, zu revidieren. Es scheint doch irgendwie kompliziert mit ihm zu werden... oder ist das übertrieben?

Ich möchte ihn nicht vorverurteilen und eine andere Perspektive einnehmen, aber auch nicht naiv da ran gehen. Wir kennen uns sechs Wochen, und mir ist klar dass eine Bekanntschaft hinten ansteht. Dennoch hätte ich mir irgendwie ne kurze Erklärung gewünscht...vielleicht hat er es sich auch inzwischen anders überlegt und will es bloß nicht aus dem Urlaub heraus beenden. Who knows.

Sooo, dann tobt euch mal aus :) Ich weiß aus der Ferne sooo schwer. Ich suche nur ein paar Gedankenansätze. Außerdem will ich mir gerade lieber die Hand abhacken als ihm meine Gedanken mitzuteilen :D und da ist das hier eine gute Abreaktion ;)

Danke euch!
 

Soisses

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  • #2
Schade...

Aber wenn man offen und ohne Verbindlichkeiten möchte, dann bekommt man sowas. So doof und mies das ist, aber ihr seid euch ja einig gewesen.
 

Stier-Tier

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  • #3
Liebe Fee,

die Kurzschnäuzigkeit muss nicht sein, da gebe ich dir Recht. Das ist in meinen Augen auch sehr verletzend.

Ich kann aus meinen eigenen Erfahrungen und aus meinem männlichen Bekanntenkreis folgendes sagen:
Männer verarbeiten eine Trennung oftmals nicht. Erst recht nicht, wenn sich von Ihnen getrennt wurde. Sie verdrängen die Gefühle, die unbändige Trauer und stürzen sich in die Arbeit, in die Hobbys, usw.

Bestimmte Situationen lassen den ganzen Kram urplötzlich und mit voller Wucht wieder präsent sein.

Ein Freund hat sich von seiner Frau getrennt.
Er ist jetzt 6 Jahre geschieden und lebt in einer neuen Beziehung, fährt mit seinen Kids 1x im Jahr alleine eine Woche in den Urlaub. Jedes Mal bricht er zusammen und ruft mich an, hat nur die tollsten und besten Erinnerungen an gemeinsamen Familienurlaub und an seine Exfrau.
Weiß der Teufel wieso?

Auch ich (wurde verlassen) und habe die Trennung verdrängt.
Wie du den Mann in seinem Verhalten beschreibst, sehe ich da Parallelen, wie ich mich teilweise verhalten habe.
Erst nachdem ich mich ausgiebig mit mir und meinem Verhalten beschäftigt habe, konnte ich an die Ursachen heran gehen und z.B. Die 4 Stufen der Trauerbewältigung erklimmen.

Sprich ihn einfach Auge in Auge an und teile mit, wie du dich durch sein Verhalten gefühlt hast. Seine Reaktion wird dir dann weiter helfen.

Wünsche dir eine Klärung der Angelegenheit und einen guten Ausgang.
 

Fee1987

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  • #4
Schade...

Aber wenn man offen und ohne Verbindlichkeiten möchte, dann bekommt man sowas. So doof und mies das ist, aber ihr seid euch ja einig gewesen.

Ja, da hast du recht. Ich würde irgendwie auch nie auf die Idee kommen, ihm einen Vorwurf zu machen.

Das Problem ist das Abweichen vom Pfad. Ich war auch ganz ehrlich an einer Art Freundschaft interessiert. Ich mag seine Meinung zu bestimmten Themen und wie er die Dinge sieht. Es fällt mir gerade auch schwer, ihn zu bestimmten Themen nicht ansprechen zu können. Erst nach seiner Nachricht "Oh man jetzt hab ich Gefühle für dich und weiß nicht wie ich damit umgehen soll" wurde es schwammig. Dann das Treffen danach.... so richtig "erwischt" hat es mich eigentlich erst dann. Seitdem kann ich aber auch nicht mehr wirklich damit umgehen. Oder bewerte ich das über? Ich habe die Erfahrung gemacht dass Männer mit sowas nicht so schnell um die Ecke kommen.... aber jeder ist da auch anders.

Ich habe in mir den Drang, ihm zu schreiben, dass ich irgendwie Verständnis habe, aber ich nicht mehr weiß wo das hinführt und mich gerade irgendwie blöd deswegen fühle. Vielleicht hab ich ihm selbst garnicht genug gezeigt, dass ich wirkliches INteresse habe. Aber ich weiß nicht ob das eine gute Idee ist bei jemandem, aus dem es gerade förmlich raus schreit, dass er für sich sein will....

Und schon bin ich wieder völlig verkopft und fühle mich nicht mehr "gleichberechtigt" in dieser Sache... Das wollte ich eigentlich nicht mehr...
 

Tone

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  • #5
Männer verarbeiten eine Trennung oftmals nicht. Erst recht nicht, wenn sich von Ihnen getrennt wurde. Sie verdrängen die Gefühle, die unbändige Trauer und stürzen sich in die Arbeit, in die Hobbys, usw.

Dieses Männerbild ist für ältere Semester bestimmt zutreffend, damals sprach man nicht von Gefühlen, die jüngere Generation ist da weiter. Männer verarbeiten Trauer heute anders, vertrauen sich durchaus Freunden oder der Familie an.
 
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Fee1987

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  • #6
Liebe Fee,

die Kurzschnäuzigkeit muss nicht sein, da gebe ich dir Recht. Das ist in meinen Augen auch sehr verletzend.

Ich kann aus meinen eigenen Erfahrungen und aus meinem männlichen Bekanntenkreis folgendes sagen:
Männer verarbeiten eine Trennung oftmals nicht. Erst recht nicht, wenn sich von Ihnen getrennt wurde. Sie verdrängen die Gefühle, die unbändige Trauer und stürzen sich in die Arbeit, in die Hobbys, usw.

Bestimmte Situationen lassen den ganzen Kram urplötzlich und mit voller Wucht wieder präsent sein.

Ein Freund hat sich von seiner Frau getrennt.
Er ist jetzt 6 Jahre geschieden und lebt in einer neuen Beziehung, fährt mit seinen Kids 1x im Jahr alleine eine Woche in den Urlaub. Jedes Mal bricht er zusammen und ruft mich an, hat nur die tollsten und besten Erinnerungen an gemeinsamen Familienurlaub und an seine Exfrau.
Weiß der Teufel wieso?

Auch ich (wurde verlassen) und habe die Trennung verdrängt.
Wie du den Mann in seinem Verhalten beschreibst, sehe ich da Parallelen, wie ich mich teilweise verhalten habe.
Erst nachdem ich mich ausgiebig mit mir und meinem Verhalten beschäftigt habe, konnte ich an die Ursachen heran gehen und z.B. Die 4 Stufen der Trauerbewältigung erklimmen.

Sprich ihn einfach Auge in Auge an und teile mit, wie du dich durch sein Verhalten gefühlt hast. Seine Reaktion wird dir dann weiter helfen.

Wünsche dir eine Klärung der Angelegenheit und einen guten Ausgang.


Danke auch für deine Antwort!

Ich weiß, dass er sich viel zeit genommen hat, sich da zu reflektieren (inklusive therapeutischer Unterstützung im Sinne von wieder zu Stärke finden etc.) Aber ich weiß auch, dass seine Ex gerade ein Kind von ihrem jetzigen Lebensgefährten erwartet. Also das kommt schon bald... ich befürchte, es wird ihm das Herz zerrissen haben, was damals passiert ist, egal wer "schuld" war. Ich befürchte der "Neue" war damals auch direkt am Start. Hab nicht so viel nachgefragt. Dann der Gedanke mein eigenes Kind nur alle zwei Wochen zu sehen.... würde mich umbringen glaub ich. Ich verstehe dass das alles sehr schwer ist. Nichts desto trotz hat er mich jetzt durch dieses Gefühlsthema und auch das Treffen danach ja irgendwie "zur Betroffenen gemacht".

Ich bin ein recht empathischer Typ, ich spüre diese "Schattenseite" auch an ihm. Er hat Angst. Er hat mir auch gesagt, er wollte so wie ich eigentlich gerade alleine sein.... und dann saß ich da im Zug und er konnte nicht anders......Er ist ein ganz toller Mensch, der mich fasziniert und der mir auch viel gibt. Mehr weiß ich selbst noch nicht. Kann ich als bisher unverheiratete Frau ohne Kind überhaupt mit so jemandem klar kommen? Keine Ahnung... so weit war ich noch nicht.

Je mehr ich darüber schreibe, desto mehr wächst in mir der Gedanke, dass er mich vermutlich wirklich viel mehr gern hat, als er eigentlich wollte. Aber manchmal ist eben noch nicht genug Zeit vergangen vielleicht... Ein tröstlicher Gedanke, sollte es zum Ende kommen.
 

Soisses

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  • #7
Ich habe in mir den Drang, ihm zu schreiben, dass ich irgendwie Verständnis habe, aber ich nicht mehr weiß wo das hinführt und mich gerade irgendwie blöd deswegen fühle. Vielleicht hab ich ihm selbst garnicht genug gezeigt, dass ich wirkliches INteresse habe. Aber ich weiß nicht ob das eine gute Idee ist bei jemandem, aus dem es gerade förmlich raus schreit, dass er für sich sein will....

Wenn du es irgendwie in dir hast... probiers vielleicht.

Auf der einen Seite will er für sich sein und bringt dann aber sowas:
"Oh man jetzt hab ich Gefühle für dich und weiß nicht wie ich damit umgehen soll"

Der scheint es nicht einfach zu haben. Da kommt es schonmal vor, dass man Blödsinn von sich gibt, den man später bereut.
 

Julianna

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  • #8
Liebe Fee,

die Kurzschnäuzigkeit muss nicht sein, da gebe ich dir Recht. Das ist in meinen Augen auch sehr verletzend.

Ich kann aus meinen eigenen Erfahrungen und aus meinem männlichen Bekanntenkreis folgendes sagen:
Männer verarbeiten eine Trennung oftmals nicht. Erst recht nicht, wenn sich von Ihnen getrennt wurde. Sie verdrängen die Gefühle, die unbändige Trauer und stürzen sich in die Arbeit, in die Hobbys, usw.

Bestimmte Situationen lassen den ganzen Kram urplötzlich und mit voller Wucht wieder präsent sein.

Ein Freund hat sich von seiner Frau getrennt.
Er ist jetzt 6 Jahre geschieden und lebt in einer neuen Beziehung, fährt mit seinen Kids 1x im Jahr alleine eine Woche in den Urlaub. Jedes Mal bricht er zusammen und ruft mich an, hat nur die tollsten und besten Erinnerungen an gemeinsamen Familienurlaub und an seine Exfrau.
Weiß der Teufel wieso?

Auch ich (wurde verlassen) und habe die Trennung verdrängt.
Wie du den Mann in seinem Verhalten beschreibst, sehe ich da Parallelen, wie ich mich teilweise verhalten habe.
Erst nachdem ich mich ausgiebig mit mir und meinem Verhalten beschäftigt habe, konnte ich an die Ursachen heran gehen und z.B. Die 4 Stufen der Trauerbewältigung erklimmen.

Sprich ihn einfach Auge in Auge an und teile mit, wie du dich durch sein Verhalten gefühlt hast. Seine Reaktion wird dir dann weiter helfen.

Wünsche dir eine Klärung der Angelegenheit und einen guten Ausgang.
Der Beitrag gefällt mir. :)
Übrigens sind Frauen auch manchmal schlecht im Verarbeiten von Trennungen. Es gibt auch bei Frauen jene welche, die von Beziehung zu Beziehung hoppen, anstatt mal Inne zu halten und tief durchzuatmen. Aber das ist schon traurig, wenn ein Mann eine neue Freundin hat, aber die Trennung nicht verarbeitet wurde. Traurig für die neue Freundin. Sie bekommt kaputte, getragene Schuhe, und versucht darin zulaufen. Kaputte Schuhe sollten erst zum Schuhster, bevor sie weiter gehen. Eine Generalüberholung ist von Nöten, um leichten Fusses beschwingt im Leben weiterzugehen.
 
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  • #10
Im Grunde endete es so wie es begann.
 

Julianna

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  • #11
@Fee1987

Liebe Fee, ich glaube das ist gar nicht so kompliziert, was dir da passiert ist.
Ich sag es mal so: Du bist in die Oxytocin-Falle getappt :D

Edit: Sieh das Positive daran. Bei dir funktioniert alles auf natürliche Weise. Mit dir ist alles in Ordnung. Bei dir tummeln sich die Glückshormone und tanzen Samba mit den Synapsen. Die Veranlagung, ob und wie stark sich diese Ausschütten und Gehirnregionen aktivieren, ist individuell. Bei Trennungs-Zombis und Beziehungs-Monstern ist diese Veranlagung auch vorhanden, aber weniger aktiv. Das nennt sich dann "Sex und Liebe von einander trennen können". Aber eigentlich ist das ein Armutszeugnis, denn diese leiden an Oxytocin-Armut ;)
 
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Fee1987

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  • #12
Wenn du es irgendwie in dir hast... probiers vielleicht.

Auf der einen Seite will er für sich sein und bringt dann aber sowas:


Der scheint es nicht einfach zu haben. Da kommt es schonmal vor, dass man Blödsinn von sich gibt, den man später bereut.


.. hinzukommt der Spruch "das fühlt sich jetzt alles ganz neu mit dir an" bei unserem letzten "zusammenstoß" ;) Zu dem Zeitpunkt wusste er aber auch schon, dass mir das auch nicht ganz easy von der Leber geht.

Ach mensch das ist ja manchmal verzwickt. Eigentlich bin ich jemand, der immer erstmal das gute im Menschen sieht. Er war die ganze Zeit sehr offen, hatte auch keine Probleme mir direkt zu sagen "nein,ich möchte das nicht"- normalerweise würde ich darauf vertrauen, dass er es auch jetzt tun würde. Dieses zusätzliche treffen nicht zu forcieren (seine Idee gewesen) wenn er nicht im Kopf hätte, dass das schon eine "stabile Emotion" ist, die er da für mich hegt.- wäre mein Anspruch an ihn... Oder ging da der Körper über den Geist... Zuviel Spekulation. Vermutlich hat er die Antworten drauf selbst nicht.

er war immer sehr bemüht mich respektvoll zu behandeln. Sein Satz "du bist eine Frau die keine Halbherzigkeit verdient", hat er immer "gelebt". Immer direkt aber bedacht geantwortet, meine Gefühle ernst genommen.- Bis auf diesen plötzlichen Moment jetzt... blöder moment mit dem Urlaub. Aber die andere Frage ist ja- was tue ich wenn er wider erwarten nach dem Urlaub auf mich zugeht und sich drauf einlassen will? ... darauf fehlt mir gerade die Antwort. Mein Herz sagt da was anderes als meine Lebenserfahrung.
 
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  • #13

Kein Problem :). Als Mann nutze ich lediglich die Gelegenheit einer Gegendarstellung, aus meiner persönlichen Perspektive und der meines Freundes- und Bekanntenkreises.

Mein Herz sagt da was anderes als meine Lebenserfahrung.

Wenn er tatsächlich auf dich zukommt, kannst du ihm das so direkt mitteilen? Ich meine ihm schildern wie es in dir aussieht, welche Gefühle ihm gegenüber da sind und was deine Lebebserfahrung sagt?
 
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Julianna

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  • #15
Das sowieso :D Aber was meinst du genau, um sicherzugehen.
Dass du dich gar nicht dagegen wehren kannst, dir Gedanken zu machen. Du weisst, dass er irgendwie keine Bindung will und auch noch im Trennungs-Zombie-Modus rumläuft. Das versteht dein Verstand. Doch ist der Rausch der Sinne, der Einfluss von zb Oxytocin so stark, dass das Argument zurechtgebogen wird.
Beispiel:
Der Satz du hättest keine Halbherzigkeit verdient, wird von dir positiv interpretiert. Als eine nette Geste. Doch eigentlich weisst du, dass darin die Abweisung ruht. Was will Frau mit einen Mann, der momentan sich nicht einzulassen vermag?
Aber da dein Verstand sowieso zur Zeit untergraben wird :D genieße es so gut du kannst. Und wenn es schmerzlich wird oder das Gedanken-Karussell zur Belastung, dann finde den Mut und die Kraft ihn abzuhaken.
 

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  • #16
Sie befindet sich nicht in einem Rausch der Sinne, sondern trauert um einen Menschen, der ihr eine Zeit lang ein wenig nahe war. Mich hat ihre Erzählung traurig und nachdenklich gemacht.
 
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  • #18
Du rätst ihr, es abzuhaken. Bei solchen Begegnungen ist viel mehr dahinter, das hakt man nicht einfach ab, als ob nichts gewesen wäre oder als ob da ein Hormon die Federführung gehabt hätte und das etwas erklären würde.
 

Tone

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  • #19
das hakt man nicht einfach ab, als ob nichts gewesen wäre

Du hast schon recht, wenn Gefühle involviert sind, kann aus einer lockeren Affaire ein schmerzhaftes Ereignis werden. @Julianna hat in #15 aus meiner Sicht nicht unrecht, solange der Mann nicht Klartext redet, solange würde ich von der Unverbindlichkeit der Affaire ausgehen und als Selbstschutz die notwendigen Konsequenzen ziehen. Eine Aussprache wäre sicher auch eine Alternative.
 
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Julianna

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  • #20
Du rätst ihr, es abzuhaken. Bei solchen Begegnungen ist viel mehr dahinter, das hakt man nicht einfach ab, als ob nichts gewesen wäre oder als ob da ein Hormon die Federführung gehabt hätte und das etwas erklären würde.
Nein, kein Rat es abzuhaken.
Eine Erklärung.
Eine Aussage, die Entlastung bringen kann. Denn wer sich selbst quält (ich bin schon wieder zu kompliziert, mache mir zu viele Gedanken etc.), sollte Akzeptanz zu sich finden. Ein bisschen mehr Gelassenheit in der Unruhe und der Ungewissheit. Es ist wie es ist und es ist ok, so wie es ist :) Daran ist nichts falsch.
 
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  • #21
Letzteres ermöglicht mir gelassene Zustimmung in der Ungewissheit. Jedenfalls hast Du die Kurve doch halbwegs genommen.
 

Fee1987

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  • #22
ich glaube ich gebe euch mal ein paar ergänzende Infos. Tatsächlich habe ich das bislang garnicht als beendet interpretiert :D sondern denke darüber nach, wie ich das finden soll. Dass alle das schon als abgehakt interpretieren, öffnet mir natürlich etwas die Augen. Also wie das Bild aus der Außensicht ist.

Der Satz mit dem Halbherzigkeit war in einem anderen Moment, als wir beide noch voll auf Affäre waren. Und ja, da empfand ich das als Kompliment. ich war ja einverstanden damit und empfand mich von ihm auch nicht als halbherzig behandelt. Ich hatte seine volle Energie und Aufmerksamkeit.

Ich denke eben darüber nach, ob es bei ihm vielleicht einfach so war wie bei mir. Das im Laufe der Zeit eben doch Gefühle ins Spiel kamen - so wie er auch sagte.

Das einzige, was dazu eben nicht passt. Ist die Stille jetzt. Also ist die Frage doch ob es vielleicht irgendwo normal ist und vielleicht aus seiner Sicht eigentlich garnicht viel bedeutet, dass er sich jetzt auf sein Kind konzentriert.

Wir gehen gerade alle (mich eingeschlossen) davon aus, dass er gerade Rückzug betreibt. Davon hält mich ab, dass er es im Normalfall direkt sagen würde (da ist er knallhart, das hatten wir ganz am Anfang als es darum ging was ist das jetzt) und dass es nicht mal eineinhalb wochen her ist, dass er von Gefühlen sprach.

Ansonsten ja, es ist etwas traurig, wenn dieser Mensch aus meinem Leben wieder verschwinden wird, weil die Vergangenheit nicht verwunden ist. Das ist ein doofer Grund. Aber es ist ja noch nicht so viel Zeit vergangen, denke das lässt sich verkraften :) Das was mich wirklich madig macht ist die ungeklärte Situation.
 
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  • #24
Mir scheint, als habe er im Moment eine Menge um die Ohren und weiß nicht recht, wo ihm der Kopf steht und belässt es deshalb im Ungewissen. Das ist nicht zwingend schäbig, sondern kann auch anderweitig Ausdruck seines momentanen Zustands sein.
 
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Marlene

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  • #25
Hallo, liebe Fee,
ich sehe das als überhaupt noch nicht abgehakt. Eher so in einem Übergangsstadium. Und der Weg wohin wird sich noch zeigen. Es ist gerade wirklich schwierig für Dich, nicht mit ihm sprechen zu können. Ich weiß aber auch, dass so eine exklusive Urlaubszeit mit Kind allein Einen vollkommen absorbieren kann und plötzlich andere Themen von früher hochkommen können.
Im Grunde genommen kannst Du jetzt nur warten, bis er wieder zurück ist und ich glaube schon, dass er sich dann bei Dir melden wird. Nach dem, wie Du ihn beschrieben hast. Ich würde jetzt jedenfalls nicht diesem Drang nachgehen, ihm schreiben zu wollen, auch wenn es schwer fällt.
Und - Gefühle sind bei Euch beiden zum Schluss entstanden, eigentlich doch eine gute Voraussetzung dafür, dass es weitergeht.
 
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Fee1987

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  • #26
Ihr seid echt gut und danke dass ihr euch da gerade die Zeit nehmt. :)

Natürlich weiß ich, dass es besser wäre mit ihm zu reden, nur leider entzieht er sich da gerade. Es gab da mal irgendwo einen Artikel in dem stand "wenn ein Mann sich in seine Höhle verzieht, sollte Frau nicht hinterher rennen, sonst schickt er eventuell seinen Drachen vor" :D

Was ich damit meine- meine Grundintuition sagt mir ich sollte ihn jetzt einfach mal lassen, sich ordnen und verarbeiten. Egal ob aus uns etwas wird, ich habe den Respekt und die Zuneigung ihm gegenüber, es zu respektieren, dass er das offensichtlich gerade braucht. Und wenn er gerade in sich geht und zu dem Entschluss kommt, dass er das (noch) nicht kann, werde ich versuchen, ihm das nicht übel zu nehmen. Im Gegenteil, das ist vielleicht sogar sehr verantwortungsvoll von ihm mir gegenüber. Wir hatten so eine tolle Zeit, ich würde nicht wollen, dass das vom Ende überschattet wird.

Aber während ich diese Zeilen lese, andere Threads anschaue.... stellt sich mir auch die Frage- bin ich 30 und lege mir die Dinge (immer noch) zu naiv?....
 

Fee1987

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  • #27
Mir scheint, als habe er im Moment ein Menge um die Ohren und weiß nicht recht, wo ihm der Kopf steht und belässt es deshalb im Ungewissen. Das ist nicht zwingend schäbig, sondern kann auch anderweitig Ausdruck seines momentanen Zustands sein.


Wahre Worte. Ja, es gab das terminierte Ende. In unserem Fall war es ein Montag. Wir konnten uns beide nicht in die Augen sehen und verabschieden, das Thema kam erst einige Tage später auf. Und dann konnten wir es irgendwie beide nicht wirklich beenden....

Ich habe aber auch etwas Schiss davor, dass während ich hier noch voll verwirrt bin, er bereits das ganze für sich abgeschlossen hat. Dann wird das entsprechende Gespräch unangenehmer, als wenn ich auch ein paar Tage Zeit hätte, mich damit schon auseinander zu setzen. Vielleicht sind aber auch die Empfehlungen richtig, das ganze auch mal als das zu sehen was es war- ne Affäre, und ein Mensch den ich noch garnicht richtig kenne.
 
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  • #28
Im Moment ist es vielleicht nur in deinem Kopf kompliziert. Mal davon abgesehen, dass der Wunsch nach einer unkomplizierten Beziehung zwar verständlich ist, aber halt auch relativ unrealistisch, zumindest für eine empathische und verantwortungsvolle Person.
Ich glaube, ihr habt euch sehr gern und braucht einfach Zeit! Er noch mehr als du.
Kannst du mit dieser Unverbindlichkeit leben? Das kann schon mal ein, zwei Jahre dauern, ohne Garantie.
Da du aufgrund seines bisherigen Verhaltens davon ausgehen kannst, dass er sich dir gegenüber respektvoll verhält, könntest du relativ entspannt sein. Alles was er braucht ist Zeit.
 
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  • #29
@Fee1987

Die Determiniertheit hatte ich rausgenommen, weil ich mir nicht sicher bin, ob ihr es als Affaire betrachtet habt.
Gemeinhin ist man nach einer Scheidung bedient, allein die damit verbundenen Anstrengungen und Auseinandersetzungen.
Dann kamst Du und es hatte wieder diese schöne Leichtigkeit für ihn. Lass ihn sich sortieren, aber bleibe existent für ihn wäre mein Rat.
 
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Fee1987

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  • #30
Im Moment ist es vielleicht nur in deinem Kopf kompliziert. Mal davon abgesehen, dass der Wunsch nach einer unkomplizierten Beziehung zwar verständlich ist, aber halt auch relativ unrealistisch, zumindest für eine empathische und verantwortungsvolle Person.
Ich glaube, ihr habt euch sehr gern und braucht einfach Zeit! Er noch mehr als du.
Kannst du mit dieser Unverbindlichkeit leben? Das kann schon mal ein, zwei Jahre dauern, ohne Garantie.


Tja, das ist eine gute Frage. Bzw. ist die Gegenfrage was bedeutet Unverbindlichkeit? Wenn damit gemeint ist- brauche ich einen Partner, den ich potentiell in den nächsten ein bis zwei Jahren heiraten kann? Das brauche ich nicht, nein. Möchte ich nur mit jemandem zusammen sein, der mich gern hat, auf Dauer liebt und mich gut behandelt? Ja definitiv. Kann ich damit leben, dass er sich vermutlich immer mal wieder zurückziehen würde? Ich denke schon, aber nur wenn ich merke dass er in angemessener Zeit wieder zurückkehrt. Und er mich nicht schlecht dabei behandelt. Also wenn ich merke, dass er mein "Wohl" dabei im Blick hat, und nicht auf Dauer seine emotionale Instabilität an mir "auslässt" weil ich das ja wohl "vertragen kann". schließlich hab ich sowas nicht erlebt... das wäre keine gute Ansicht.