Abby

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  • #1

Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Hallo zusammen.
Ich bin seit ca. 4 Jahren getrennt vom Vater meiner Kinder (m 18 , w 13, beide wohnen bei mir) und habe seit 3 Jahren eine neue Beziehung, mit der es jetzt "ernst" geworden ist. D.h. wir wollen zusammen ziehen und heiraten.
Im ersten Moment waren die Kids total happy. "Toll. Mama, mach das - super, wir freuen uns für dich ..." Sie können auch gut mit meinem neuen Partner - alles prima.
Nur so langsam dämmert es ihnen, dass der Umzug zu ihm 20 km vom Umfeld hier entfernt ist.
Was heißt, Schule bleibt hier in der Stadt, Bus fährt auch, allerdings nicht so oft wie hier am Stadtrand, aber ich arbeite weiterhin in der Stadt und kann die Kleine auch nach der Arbeit mit nach Hause nehmen. Der Große hat ein Auto und hat eine Ausbildungsstelle ebenfalls hier in der Stadt.
Papa wohnt mit seiner Neuen ebenfalls am Stadtrand (andere Seite), dort hat jeder auch die Möglichkeit zu übernachten im ausgebauten Souterrain.
Da sind sie aber nicht gerne, weil sie die Neue vom Papa nicht mögen.
Das Haus meines Partners ist groß, toller Garten, direkt an Feld und Wiesen. Er renoviert es gerade, jeder würde ein großes Zimmer bekommen, Hund können wir mitnehmen... Pferd auch.
Ist halt ein Dorf, 1 Bäcker, 1 Tante Emma Laden, Kneipe, Cafe und Schluss.....nächste größere Stadt 3 km.

Und plötzlich ist alles ein Problem.
Sie werfen mir inzwischen vor, ich würde sie sitzenlassen, wo wir doch hier endlich ein schönes Haus gefunden haben. (Ist aber zur Miete und nicht gerade billig. Ich kann es nur halten, weil Papa angemessenen Unterhalt bezahlt)
Der Große ist außer sich, die Kleine auch sauer, weil sie hier von ihren Freundinnen weg muss.
Alles in allem für mich nur die Sicht eines logistischen Problems - klar braucht man für 20 km längere Fahrtzeit, aber das Spritgeld wäre mit dem Unterhalt, den Papa noch für den Großen zahlt zu regeln.
Die Kleine kann jeder Zeit nach der Schule weiter in die Stadt mit ihren Mädels, die können auch mitkommen und Anlaufpunkt wäre weiterhin die Firma, in der ich und Papa arbeiten.
Tja, am Anfang war`s rosarot und jetzt???
Ist das jetzt das Los der verlassenen Mutter, die ohne gefragt zu werden vor 4 Jahren die Kinder vor die Nase gesetzt bekommen hat und jetzt mit dem eigenen Leben warten muss, bis die Kids ihr endlich den Rücken kehren?
 
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Polly

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  • #2
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Ups..... da kommen bei deinen Kindern wohl Verlassensängste hoch oder so.... kann das sein?
 

Abby

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  • #3
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von Polly:
Ups..... da kommen bei deinen Kindern wohl Verlassensängste hoch oder so.... kann das sein?

Ja bestimmt, das habe ich ja auch angesprochen. Ich bin doch aber weiterhin für das WIR. Wir können doch zusammen bleiben, nur eben woanders........das Gegenargument ist jedoch, dass sie sich nicht mehr so frei in ihrer jetzigen Umgebung bewegen können, weil der Schlafplatz 20 km weiter ist.
 
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  • #4
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Ich glaube nicht, daß es die "20 km" sind. Die erscheinen mir als möglicher "Aufhänger". Vielleicht ist es eher die Unsicherheit, was kommt auf uns zu, wenn wir zu Mamas Partner ziehen. Wie werden sich unsere Familienbeziehungen ändern? Wie wird das neue Zusammenleben sein ? Innerhalb von 20 Kilometern lässt sich alles Praktische händeln .Anders wäre es, wenn Du nach Hamburg oder Berlin oder oder ziehen würdest.
Vielleicht braucht ihr jetzt alle viel Vertrauen, Mut und Zuversicht für den neuen Lebensabschnitt. Ich denke je klarer Du bist, desto mehr Halt werden Deine Kinder in/an Dir finden. (und trotzdem meckern) Alles Liebe für Euch.
 

Polly

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  • #5
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Seid Ihr denn bisher - z. B. am WE - auch schon mal bei deinem Freund? Oder ist die Situation mit dem Haus im Grünen neu?

Dein Sohn wird doch sicher nach seiner Ausbildung +/- anfangen seine eigenen Wege zu gehen und im Normalfall macht es den Jungs doch nichts, 20 km zu fahren. Das rutschen die doch auf einer Backe ab.

Deine 'Kleine' ist dazu natürlich voll in der Pupertät. Da ist ja eh erst mal wegen 'Umbau' geschlossen.

Wie geht dein Freund damit um?
 

Abby

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  • #6
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von Polly:
Seid Ihr denn bisher - z. B. am WE - auch schon mal bei deinem Freund? Oder ist die Situation mit dem Haus im Grünen neu?

Dein Sohn wird doch sicher nach seiner Ausbildung +/- anfangen seine eigenen Wege zu gehen und im Normalfall macht es den Jungs doch nichts, 20 km zu fahren. Das rutschen die doch auf einer Backe ab.

Deine 'Kleine' ist dazu natürlich voll in der Pupertät. Da ist ja eh erst mal wegen 'Umbau' geschlossen.

Wie geht dein Freund damit um?

Ja klar waren wir auch schon zusammen dort und sie fanden das Haus auch toll.

Im Moment chillen sie aber lieber mit ihren Freunden, d.h. ich sitz hier eh allein und mache "nur" Haushalt oder hock hier oder telefonier mit meinem Freund.
Klar geht der Große seinen Weg, deshalb versteh ich ihn grad überhaupt nicht, weil er sowieso nur mit dem Auto und seinen Kumpels unterwegs ist.
Mein Freund sagt, abwarten...es ist ja noch Zeit.
Nur weiß ich eben auch, dass uns das nicht so oft sehen auf weitere Dauer nicht glücklich macht. Und ehrlich gesagt, hab ich im Moment auch so ein bisschen die Schnauze voll immer nur umsorgende Mama zu sein und den lieben pubertierenden Kids den "Rundum-sorglos-Fullservice" zu bieten........bin ein bisschen ziemlich heftig gefrustet.....
 

Polly

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  • #7
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von Abby:
Ja bestimmt, das habe ich ja auch angesprochen. Ich bin doch aber weiterhin für das WIR. Wir können doch zusammen bleiben, nur eben woanders........das Gegenargument ist jedoch, dass sie sich nicht mehr so frei in ihrer jetzigen Umgebung bewegen können, weil der Schlafplatz 20 km weiter ist.

Das WIR wäre mir auch wichtig. Irgendwas blockiert und die Möglichkeit, dass auch am neuen Wohnort neue Kontakte/Freundschaften geschlossen werden, scheint für deine Kinder aktuell wenig greifbar zu sein.
 

Else

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  • #8
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von Abby:
Nur weiß ich eben auch, dass uns das nicht so oft sehen auf weitere Dauer nicht glücklich macht. Und ehrlich gesagt, hab ich im Moment auch so ein bisschen die Schnauze voll immer nur umsorgende Mama zu sein und den lieben pubertierenden Kids den "Rundum-sorglos-Fullservice" zu bieten........bin ein bisschen ziemlich heftig gefrustet.....

Und wenn Du es ihnen genau so sagst? Dass Du sie verstehst und liebst, sich daran auch nie etwas ändert. Aber dass Du auch Deine Bedürfnisse hast und das gefühl hast, immer zurückstecken zu müssen. Dass Du unglücklich bist so.

Ich bin Scheidungskind und deswegen mehrfach verpflanzt worden, den 2. Mann meiner Mutter fand ich sehr unangenehm. Ich habe mir aber mit 14 gesagt; die paar Jahre zu Hause halte ich aus.
 

Abby

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  • #9
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Ja klar. Ich habe es ihnen genau so gesagt. das geht aber meinem Gefühl nach rechts rein und links wieder raus.
Ich denke , sie haben Angst, was ja auch verständlich ist. Aber wie Kinder nun mal sind, lehnen sie kategorisch alles Neue ab. Nein, woanders Freunde kennen lernen ist undenkbar. Zumal da ja noch der Sohn meines Partners(14 ) da ist. Den lehnt meine Tochter aber als "Einzelkind" ab. Wir waren ja schon öfter zusammen im Urlaub und da ging`s auch...naja, er spielt Fussball, sie reitet - sie sollen ja auch nicht unzertrennlich werden, aber ich bin doch schon ziemlich verwundert über den Egotrip auf den sie sich gerade begeben, weil erstmalig ich meine Bedürfnisse in den Vordergrund stelle.
 

Polly

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  • #10
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von Abby:
Nur weiß ich eben auch, dass uns das nicht so oft sehen auf weitere Dauer nicht glücklich macht. Und ehrlich gesagt, hab ich im Moment auch so ein bisschen die Schnauze voll immer nur umsorgende Mama zu sein und den lieben pubertierenden Kids den "Rundum-sorglos-Fullservice" zu bieten........bin ein bisschen ziemlich heftig gefrustet.....

Ich denke, wichtig ist, dass deine Kinder merken, dass du sie bedingungslos liebst/annimmst, auch wenn es zwischen Euch unterschiedliche Meinungen gibt.

Lass es mal sacken.

Viel Glück :)
 

Polly

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  • #11
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Auch ohne die sich verändernde Wohnsituation ist von deiner Seite aus in Bezug auf deine Kinder los lassen angesagt. Deine Kinder immer mehr in Entscheidungen miteinzubeziehen. Ihren Weg gehen zu lassen.

Lange her... sind mit 13 noch alle Jungs doof? Da sitzt jetzt ein 14-jähriger jeden Morgen neben ihr beim Frühstück. Die können sich ineinander verlieben.

Also auch eine Nähe- und Distanzgeschichte.

Ich hoffe, du hast Humor :)
 

Abby

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  • #12
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von Polly:
Auch ohne die sich verändernde Wohnsituation ist von deiner Seite aus in Bezug auf deine Kinder los lassen angesagt. Deine Kinder immer mehr in Entscheidungen miteinzubeziehen. Ihren Weg gehen zu lassen.

Lange her... sind mit 13 noch alle Jungs doof? Da sitzt jetzt ein 14-jähriger jeden Morgen neben ihr beim Frühstück. Die können sich ineinander verlieben.

Also auch eine Nähe- und Distanzgeschichte.

Ich hoffe, du hast Humor :)

Ja, da hast du recht - loslassen - ist das Zauberwort. Nur hab ich irgendwie das Gefühl, dass sie im Moment mehr an mir(oder meinen Diensten für sie) kleben bleiben wollen.
Und ja, -prust- das wär der Hammer, gemeinsames Nutella Frühstück mit Liebesgeflüster.
Neenee, Prinzessin steht auf Blond - er ist NICHT blond
 
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  • #13
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Wenn man Kinder hat, will man sie immer beschützen. Das ist einfach so.
Manchmal ist aber das ständige Rücksichtnehmen auch etwas, was sich negativ auf sie auswirkt - was lernen unsere Kinder so von uns ? Dass man als Mutter immer nur zurückstecken muss ? Will ich das meinem Sohn, meiner Tochter vermitteln ?

Ich musste erst ernsthaft krank werden, um zu kapieren, dass ich mich trennen musste, trotz oder gerade auch wegen der Kinder. Eine Beziehung ohne Liebe vorzuleben ist nicht gerade ein gutes Vorbild.

Aber ich habe auch dreimal meinen Wohnsitz nur wegen der Kinder an Orte verlegt, an denen ich selber gar nicht leben wollte.

So schwankt es mal hin und her : je nach Geschichte, momentaner Befindlichkeit der Kinder und der eigenen Einschätzung, wer was einstecken kann oder muss...

Deshalb finde ich es schwierig, dir so von außen einen Rat zu geben.

Ein paar Gedankensplitter kann ich dir aber noch nennen :
- Dein Sohn ist wirklich schon sehr groß und unabhängig. Tendenziell müsste er begreifen, dass seine Bequemlichkeit mal nicht an erster Stelle steht. Manchmal sind auch deutliche Worte nötig. Manchmal verharren Kinder zu sehr in der Kind-Rolle (die Welt dreht sich um mich)
- Manche Eltern halten sich mit ihren Gefühlen sehr distanziert gegenüber den Kindern. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, meinen Kindern da mehr zuzutrauen und ihnen mehr zu zeigen, dass ich nicht nur eine Art geschlechtsneutrale "Mama" bin, sondern auch eine Frau.
- Sei froh, dass deine Kinder deinen Freund nett finden und das Haus grundsätzlich okay ist. Zwei Totschlagargumente weniger...
- Vielleicht ist an der Situation ja auch etwas auszuhandeln : wie könnt ihr euch gegenseitig entgegenkommen ? Vielleicht braucht deine Tochter auch eine konkretere Vorstellung davon, wie es am anderen Ort abläuft (Wie sind die Busverbindungen ? Wie oft wäre ein Erwachsener bereit, sie noch zu ihren alten Freundinnen zu fahren ? etc.)

Viel Glück !!!
 
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  • #14
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Hallo, Abby,

Polly hat eigentlich die Antwort(en) schon gegeben : Die Kids haben Angst - ob Verlassensängste oder andere spielt erst einmal keine Rolle.

Das Gespräch zu suchen halte ich für eine gute Entscheidung, ebenso, in diesem Gespräch auch Deine Position und Deine Bedürfnisse (ein scheußliches Wort, BTW) offen- und darzulegen.

Diese Bedürfnisse können sie ja ofensichtlich nicht nur akzeptueren, sie bestärken Dich ja sogar darin ( "Toll !"), die Bedürfnisse sind also (wahrscheinlich) nicht das Problem, sondern die Veränderungen.

Meine Idee wäre es, die Kids einfach mal zu fragen, wie *SIE* sich eine Lösung den vorstellen ? Und von da aus im Gespräch eine *gemeinsame* Lösung zu entwickeln.

Hilfreich können in diesem Zusammenhang sogenannte "zirkuläre Fragen" sein.

Ich zitier' mal aus Wikipedia : "Eine zirkuläre Frage (auch: triadische Frage) ist eine Technik, die in der Systemischen Therapie verwendet wird. Diese Technik besteht darin, die Gefühle und Reaktionen, die eine Person A in Folge des Verhaltens von B entwickelt, nicht direkt von Person A zu erfragen, sondern von einer dritten Person C. Beispiel: 'Sag mal Hans, was glaubst du, was deine Mutter fühlt, wenn sie deinen Vater so weinen sieht?'. (...) Zirkulär fragen heißt 'um die Ecke fragen'." Auf Deine Kids bezogen könntest Du sie etwa fragen, was sie glauben, wie ihr Vater, ihre Freunde, andere Bezugspersonen die Siuation beurteilen und wie *die* Euer Problem lösen würden.

Oft eröffnen solche Fragen neue Sichtweisen und damit völlig neue Lösungsmöglichkeiten, und die "Lösung" wird auf diese Weise letztlich von den Kids selbst bzw. gemeinsam entwickelt, so daß der Widerwillen dagegen - wenn es klappt - im für sie akzeptabelen rahmen bleiben wird.

Viel Erfolg !

Gruß,

Traumichnich.
 

Abby

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  • #15
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Ja danke für die Super Tipps.... ich werde bei Gelegenheit diese Technik mal ausprobieren.
Als ich bei meinem letzten Versuch meine Bedürfnisse ansprach kam die Antwort: Ihr könnt doch so weiter machen wie die letzte Zeit. Oder ER soll zu uns ziehen und sein Haus vermieten!
Sie versuchen schon ihre Anliegen zu verteidigen.........
Ist schwierig, aber ich werde versuchen, eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten!
 

iceage

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  • #16
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

also Jugendliche halt viel mehr aus, als diese selbst glauben und deren Meinungen wechseln wie die Jahreszeiten. Ich denke du machst das schon in Ordnung, so wie du's angehst! Jugendliche maulen doch immer wieder mal, jetzt haben sie halt auch einmal einen Grund ;). Bleib die Erwachsene, gibt die Richtung vor, sei vielleicht ein bisschen konsenbereit, was den Zeitraum betrifft und bleib ehrlich, wie du es bist. Können die Kinder vielleicht für der Gestaltung ihrer Zimmer ein bisschen Geld bekommen und mitbestimmen?

Für mich wichtig wäre, dass deine Kinder erkennen, dass du am Umzug selbst nicht rütteln lässt, denn sonst wirst du mit Haut und Haaren verspeist und in ein paar Jahren bekommst du zu hören, wenn sich diese in dessen eigenes Leben verabschieden, "warum hast du nur auf uns gehört".

Es ist dein Leben! Du sitzt am Steuer und du sorgst umsichtig für sie, solange sie dein Leben (noch) begleiten - es kann nicht umgekehrt sein, dass deine Kinder das Steuer in der Hand halten und mit deinem Leben machen, wie es in ihr Leben gerade passt.

Ich glaube auch, je umsichtiger, aber konsequenter du nun vorgehst, so sehr tust du auch deinen Kindern einen Gefallen, indem diese einmal kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn sie das Nest verlassen - was der Fall wäre, würdest du jetzt ein großes Opfer bringen ...
 
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Abby

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  • #17
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Wow..... that`s it.
Deine Aussagen und Meinungen hier im Forum sind einfach gut - danke.
 
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  • #18
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Mir würde es ebenso gehen wie Dir, Abby. Genau das spüren die Kinder. Ich stimme Iceages Auffassung deshalb uneingeschränkt zu.

Alles Gute!
 

faraway

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  • #19
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Mein Gott! Wenn ich das hier lese, spult sich ganz automatisch mein Film der letzten 20 Jahre ab. Geschlechtsneutrale Mutter ist ein durchaus passender Ausdruck, Schreiberin! Mein Verantwortungsgefühl/Schutzinstinkt meinem Sohn gegenüber hat es mir wahrlich nicht erleichtert, einen für mich "guten" Partner zu suchen, geschweige denn zu finden. Die, die mich fanden... das ist ein anderes Kapitel. Irgendwie waren/wurden wohl für mich die Aspekte Beziehung - Mutterschaft unvereinbar. Besonders, weil mein Sohn ja bei seinem Vater so einiges mitzuerleben gezwungen war, was ich ihm zu Hause wohlweislich nicht auch noch antun wollte. Mein Sohn studiert seit einem halben Jahr in Europa. Ich glaube, die Tatsache, dass ich mich seit einigen Wochen intensiv mit meiner Beziehungsvergangenheit auseinandersetze, hat viel damit zu tun, dass ich es mir jetzt "leisten" kann (z.B. meine Gefühle fühlen, ohne mein Kind damit zu belasten usw.); dass die Zeit dafür jetzt reif ist. Die Monate davor habe ich mich sozusagen entwöhnt /entnabelt, bzw. mich daran gewöhnt, mir nicht mehr ständig um mein Baby Sorgen zu machen und um alles zu kümmern. Das muss man auch erst einmal wieder lernen nach 20 Jahren, dafür war die Zeit wohl ebenfalls reif.

Du wirst es sicher richtig machen, Abby! Für mich zumindest klingt das alles durchaus machbar. Lass dich nicht ins Bockshorn jagen. Gute Ratschläge hast du hier auch erhalten. Ich bin diesbezüglich eher eine Niete ((((-: also wünsch ich dir einfach nur von Herzen Toi Toi Toi.
 

Abby

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  • #20
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Das ist es leider ja auch, dass die Kinder vor 4 Jahren das Desaster mit Papa, der dann einfach zu der Neuen und deren Kindern ging, so schmerzlich miterleben mussten. Ich war damals nicht stark genug erhobenen Hauptes zu sagen: No Problem, wir schaffen das, sondern war lange, lange ein heulendes Häufchen Elend und die Kinder hatten mehr als nur Ängste. Mussten damals schon aus dem Zuhause ausziehen, 2 Jahre später wieder umziehen weil uns gekündigt wurde und jetzt komm ich, nachdem wir seit einem Jahr wirklich schön wohnen und will schon wieder weg.........so toll find ich mich jetzt aus der Sicht der Kinder auch nicht. Aber mir laufen halt auch die Kosten weg...
 
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faraway

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  • #21
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von Abby:
Das ist es leider ja auch, dass die Kinder vor 4 Jahren das Desaster mit Papa, der dann einfach zu der Neuen und deren Kindern ging, so schmerzlich miterleben mussten. Ich war damals nicht stark genug erhobenen Hauptes zu sagen: No Problem, wir schaffen das, sondern war lange, lange ein heulendes Häufchen Elend und die Kinder hatten mehr als nur Ängste. Mussten damals schon aus dem Zuhause ausziehen, 2 Jahre später wieder umziehen weil uns gekündigt wurde und jetzt komm ich, nachdem wir seit einem Jahr wirklich schön wohnen und will schon wieder weg.........so toll find ich mich jetzt aus der Sicht der Kinder auch nicht. Aber mir laufen halt auch die Kosten weg...

Ich kann das soooooooooooooo verstehen. Das war wohl alles doch recht turbulent für alle. Da müsste die neue Veränderung jetzt wirklich gut klappen.
Bei uns ging der Vater damals "nur", nicht sofort zu einer Neuen. Ich kann mich an den Tag noch gut erinnern, er ging nämlich mit dem Bett (u.a.) und meine Hauptsorge war:, dass mein Sohn (damals 2 1/2) das Gehen nicht live miterlebt und am Abend "das Bett" wieder da ist. Kummer zu zeigen, habe ich mir in 20 Jahren kaum einmal erlaubt. Manchmal glaube ich, ich muss das Weinen erst wieder lernen....
Alles hat seine Für und Wider.
Ich glaube schon, dass es in deinem Fall jetzt sehr wichtig wäre, Sicherheit und Zuversicht auszustrahlen, ein richtiges happy end feeling. Denn auch wenn man seine Gefühle/Zweifel/Ängste nicht zur Schau stellt, die Babies kriegen sie trotzdem mit. Reden, ihre verständlichen Vorbehalte ernst nehmen, sie nicht übergehen (ihrem Schicksal ausliefern), das Beste für alle wollen....fällt mir dazu ein. Hilft dir dein Partner dabei?
 

Abby

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  • #22
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Mein Partner sieht das alles gelassener, er hat nach Jahren endlich geschafft, dass sein Sohn bei ihm ist...und er meint, dass wir ja auch nichts überstürzen sollen - bis zum Herbst ist noch Zeit. Er hat sich auch angeboten mit den Kids über das Thema zu reden, wenn sich die Wogen etwas geglättet haben und die Emotionen nicht mehr so heftig im Vordergrund stehen.
Mein Sohn ist auch grade ein paar Tage mit seinem Vater unterwegs, bin mal gespannt was da auf der Autobahn besprochen wurde....das wollte mein Ex zumindest auch zum Thema machen.
 
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  • #23
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Da muss ich dir ganz ehrlich sagen: da müssen sie durch!
Sorry, der große macht wohl eh sein Ding, wo soll da das Problem sein in dem Alter und die Kurze ist ja auch alt genug um Dinge zu verstehen und auch mal Verständnis zu entwickeln was für die Mom gut wäre.
20 km sind ja nicht gerade die Entfernung zum anderen Ende der Welt. Was würden Familien machen die beruflich irgendwo nach Shanghai oder sonst wohin versetzt werden?

Es gibt schlimmere Kindheitstraumata als sich mit einer im Grunde besseren Wohnsituation und etwas entfernteren Freunden arrangieren zu müssen. Noch dazu mit einem Partner den man schon gut kennt und eine Lebenssituation die ebenfalls bekannt ist.

Also ich wäre nicht bereit etwas für mein Wohlbefinden so entscheidendes, wie das zusammenleben mit einem Partner von den Launen meiner Kinder abhängig zu machen. Auch eine Frage der Prioritäten im Leben und ich halte mich deshalb nicht wirklich für einen Rabenvater.

Es gibt Frustrationen mit denen muss man auch als Kind lernen umzugehen. Und DAS wäre eine eher gemäßigte in den von dir beschriebenen Umständen.
 

Freitag

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  • #24
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von hansimglueck:
Da muss ich dir ganz ehrlich sagen: da müssen sie durch!

Also ich wäre nicht bereit etwas für mein Wohlbefinden so entscheidendes, wie das zusammenleben mit einem Partner von den Launen meiner Kinder abhängig zu machen. Auch eine Frage der Prioritäten im Leben und ich halte mich deshalb nicht wirklich für einen Rabenvater.

Es gibt Frustrationen mit denen muss man auch als Kind lernen umzugehen. Und DAS wäre eine eher gemäßigte in den von dir beschriebenen Umständen.
was mich an diesem thema so stört ist das ungleichgewicht.
die TE sagt sie ist so glücklich. ihre kinder sind es nicht.
wird dabei auch bedacht, dass es nur um 20 km sind, die der TE zum 1000% Glück fehlen? kann man sich nicht damit zufriedengeben, glücklich genug zu sein daß man trotz widriger umstände jemanden gefunden hat, wo alles paßt? mir kommt es fast so vor als wenn sämtliche sterne vom himmel geholt werden müssen ohne rücksicht auf verluste.
kann man nicht weitermachen wie bisher, was sind schon 20 km??
die kinder wollen nicht aus ihrem umfeld ins ungewisse , kann man es ihnen verdenken und warum erdreisten sich erwachsene, wegen relativ lächerlichen 20 km für ihre kinder die welt einstürzen zu lassen?
ich bin kein befürworter kindern sämtliche launen durchgehen zu lassen. aber hier frage ich mich, wie verhältnismäßig ist das alles?
 

faraway

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  • #25
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Abby, ich hab grad "drüben" etwas gelesen, was mich hier beunruhigt.
 
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  • #27
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von Freitag:
die kinder wollen nicht aus ihrem umfeld ins ungewisse , kann man es ihnen verdenken und warum erdreisten sich erwachsene, wegen relativ lächerlichen 20 km für ihre kinder die welt einstürzen zu lassen?
ich bin kein befürworter kindern sämtliche launen durchgehen zu lassen. aber hier frage ich mich, wie verhältnismäßig ist das alles?

Die Welt stürzt ja für die Kinder nicht wirklich ein. Auf einen 18jährigen, der schon Führerscheint und Auto hat, würde ich bei sowas überhaupt keine Rücksicht nehmen. Und wenn ich das richtig verstanden hab, würde die 13jährige auch in ihrer Schule bleiben.
 
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  • #28
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Es ist gut , dass hier jetzt so konträr hin und her diskutiert wird, denn die Blickwinkel sind ja auch sehr verschieden. Letztendlich kennt nur Abby ja alle Details, die zu berücksichtigen sind und muss dann abwägen und entscheiden.
Nach den letzten Infos würde ich sagen, dass ein Kostenfaktor auch noch mal ein handfestes Argument ist, den man nicht unter den Tisch fegen kann.
Und die Tatsache, dass der Freund nicht drängelt und "bis zum Herbst" noch Zeit ist, geht doch schon ganz gut in Richtung Kompromiss für die Kinder.

Wem sind 20km zumutbar ? Für Kinder kann das schon eine "unzumutbare" Entfernung sein, aber vielleicht auch für eine Frau, die ENDLICH wieder ankommen möchte, nach einer ziemlich schrecklichen Trennungsgeschichte. Wer will das entscheiden ?
 

Freitag

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  • #29
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von Schreiberin:
, aber vielleicht auch für eine Frau, die ENDLICH wieder ankommen möchte, nach einer ziemlich schrecklichen Trennungsgeschichte.
gehört zu einem endlich ankommen auch daß andere darunter leiden? provokant gesagt, sollte sie sich nicht bescheiden und zufrieden sein mit dem was sie hat? wie echt ist ein glück wenn man weiss dass es mit dem leid anderer "erkauft" wurde?
 
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  • #30
AW: Ich bin glücklich - die Kinder nicht - und jetzt????

Zitat von Freitag:
gehört zu einem endlich ankommen auch daß andere darunter leiden? provokant gesagt, sollte sie sich nicht bescheiden und zufrieden sein mit dem was sie hat? wie echt ist ein glück wenn man weiss dass es mit dem leid anderer "erkauft" wurde?

Diesen Maßstab kann man aber umgekehrt auch für die Kinder anlegen. Wobei ich "Kind" im Zusammenhang mit einem 18jährigen, der bereits selbst mobil ist, einfach nicht korrekt finde.
Viele Eltern, zumal wenn sie alleinerziehend sind, reißen sich auch ziemlich den Ar*** für ihre Kinder auf. Warum sollen sie zugunsten ihrer Kinder ihre Bedürfnisse so zurückschrauben?
Und "Leid" finde ich im geschilderten Zusammenhang reichlich übertrieben.