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  • #1

Homosexueller Sohn

Hallo, liebe Forumteilnehmer,

ich bin 43 Jahre (w), geschieden. Kürzlich hat sich mein Sohn als homosexuell geoutet. Dies war für mich zunächst ein großer Schock. Da ich es nicht ändern kann, muss ich versuchen, dies zu verarbeiten und so nach und nach zu akzeptieren.

Eine Freundin von mir meinte nun, dass dieser Umstand meine Partnersuche sicher sehr erschweren wird, da ein potentieller Partner - wenn er davon erfährt - sicher die Flucht ergreifen wird.

Was meint Ihr dazu? Schließlich kann ich ja nichts dafür und bin immer noch derselbe Mensch wie vorher. Wenn einer das nicht akzeptieren kann, ist er es vielleicht auch nicht wert, mein Partner zu sein. Ist man(n) heutzutage wirklich noch so engstirnig? Für Rückmeldungen wäre ich dankbar.
 
J

jolie_geloescht

  • #2
AW: Homosexueller Sohn

Hallo liebe Fs, wenn ein Partner die Fluch aufgrund der Vorliebe deines Sohnes ergreifen sollte, so ist das kein Mann, sondern eher ein Clown. Wir leben im Jahr 2012 und ich weiß, dass es noch Leute gibt, die damit Probleme haben, aber jeder soll auf seine Art und Weise glücklich werden und andere leben lassen. Natürlich war es ein Schock für dich und ich weiß selbst nicht, wie ich reagieren würde. Ganz klar. Deine Liebe zu deinem Sohn darf sich aber nicht verändern. Im Gegenteil, du wirst vielleicht noch mehr für ihn da sein müssen. Denn die jungen Leute sind leider auch nicht alle tolerant. Ich habe eine Verwandte, die lesbisch ist und meine Familie hatte damit auch Probleme, denn wir sind streng katholisch erzogen worden und soetwas passt da auch nicht hinein. Ich denke aber, wenn du einen Mann kennenlernen solltest, so erzähl es ihm nicht direkt in der Kennenlernphase, sondern erst dann, wenn ihr eine stabile Beziehung habt. Ich bin immer dafür, dass man nicht alles am Anfang erzählt. Manches ist für den anderen Interessant, dass muss sein, anderes hat Zeit. Und die Vorlieben deines Sohnes haben Zeit, denn es geht einen anderen überhaupt nichts an. Es betrifft dich ja nicht, sondern ihn. Mach dir da weniger Gedanken, höre nicht auf deine Freundin und guck zu, dass du glücklich wirst. Im übrigen finde ich es Klasse, dass dein Sohn es dir gesagt hat. Dazu braucht man Mut. Hut ab! Alles Liebe!
 
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  • #3
AW: Homosexueller Sohn

Hallo Peony,

ganz kurz - willst du wirklich einen mann, der damit nicht umgehen kann? eigentlich eine schnelle auslese; versuche dich einfach so zu verhalten, wie wenn er hertero wäre - ich vermeide bewusst den begriff "normal", da er ja "normal ist und je selbstverständlich diese situation für dich wird um so normaler, von anfang an, für dein date. nicht gleich damit herausplatzen, nicht verschweigen, einfach so, wie es zum thema passt.

mir ist klar, ist alles leicht dahingeschrieben, aber in wohne in einer großstadt und habe homosexuelle freunde - heute für mich ganz normal und besonders liebe menschen, aber gewöhnen und an die situation herangeführt habe ich auch erst müssen, von einer lieben frau hier aus paarship :) - danke claudia ;-)
 
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  • #4
AW: Homosexueller Sohn

MIr wird gerade schlecht darum antworte ich spontan und vielleicht etwas ruppig! Also, die Freundin, die sagt ein Partner könnte Schwierigkeiten mit deinem Sohn haben, hat eine Meise! Entscheidend ist, dass dein Sohn liebesfähig ist, die sexuelle Orientierung ist da doch egal - er wird die schätzungsweise keine leiblichen Enkel bescheren, aber darauf müssen andere auch verzichten! Und im Übrigen: Wenn Dein Sohn heterosexuell wäre, würdest du seine sexuellen Vorlieben (sofern du sie kennen würdest) ja auch nicht gleich mit einem potientellen Partner erörtern, warum solltest du seine Homosexualität also gleich zu einem Thema machen? Meines Wissen hakelt es übrigens zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter wesentlich häufiger als zwischen Schwiegermutter und dem Mann ihres Sohnes, ist doch auch ein Vorteil :)
 
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  • #5
AW: Homosexueller Sohn

Zitat von Peony:
Eine Freundin von mir meinte nun, dass dieser Umstand meine Partnersuche sicher sehr erschweren wird, da ein potentieller Partner - wenn er davon erfährt - sicher die Flucht ergreifen wird.
Ist Deine Freundin auch homophob?
Ein Mann, der die Flucht ergreift, weil Dein Sohn homosexuell ist - willst Du den haben? Vielleicht ist das sogar eine gute Möglichkeit, den Spreu vom Weizen zu trennen.

Zitat von Peony:
Was meint Ihr dazu? Schließlich kann ich ja nichts dafür und bin immer noch derselbe Mensch wie vorher.
Genau das selbe gilt für Deinen Sohn. Er ist genau der selbe Mensch wie "vorher".
 
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  • #6
AW: Homosexueller Sohn

Zitat von jolie:
Und die Vorlieben deines Sohnes [...] geht einen anderen überhaupt nichts an.
Ich hab deinen Satz mal ein bisschen gekürzt. So isses. Eltern sollten intime Angelegenheiten ihrer Kinder nicht "outen", überhaupt sollte niemand unabgesprochen einen anderen outen. Im übrigen käme ja auch niemand auf die Idee, einem neuen Partner gleich zu verkünden, ihr/sein Sohn/Tochter sei hetero.

Ob man an jemand homophoben geraten ist, lässt sich mit ein bisschen Zeit und Geschick ja trotzdem herausfinden. Dazu muss man ja nicht ausgerechnet sein eigenes Kind als "Testobjekt" nehmen, zumal das "Testobjekt" ja gerade an fehlgeschlagenen "Tests" Schaden nehmen könnte.

@Peony: Nicht erschrecken, ich unterstelle dir nichts, ich drück mich gelegentlich nur gern dezidiert aus ;-).
 
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  • #7
AW: Homosexueller Sohn

Unser Außenminister ist schwul und repräsentiert unser Land in der ganzen Welt. Er lebt offen und verheiratet mit seinem Mann zusammen.

Die Hauptstadt unseres Landes wird von einem schwulen Bürgermeister regiert, der seine Homosexualität offen lebt.

Und es gibt noch viele andere und das sind nicht die schlechtesten Menschen ;-)
 
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  • #8
AW: Homosexueller Sohn

Zitat von Peony:
[...] hat sich mein Sohn als homosexuell geoutet. Dies war für mich zunächst ein großer Schock. Da ich es nicht ändern kann, muss ich versuchen, dies zu verarbeiten und so nach und nach zu akzeptieren.
Erinnere Dich zu gegebener Zeit an diesen Moment für Dich - und gestehe dessen eingedenk dann dem möglichen neuen Partner ebenso einen Moment der Verwunderung und der "Verarbeitung" zu.
Dieser Moment kann durchaus im ersten Treffen schon sein, wenn die Rede auf die Kinder kommt. Wie alt, was sie machen, ob sie schon verheiratet sind oder einen Freund/Freundin haben ... Locker bleiben.
 

vhe

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  • #9
AW: Homosexueller Sohn

Zitat von Peony:
Kürzlich hat sich mein Sohn als homosexuell geoutet.
Soweit so gut.

Zitat von Peony:
Dies war für mich zunächst ein großer Schock. Da ich es nicht ändern kann, muss ich versuchen, dies zu verarbeiten und so nach und nach zu akzeptieren.
Hm. Er steht auf Männer, Du stehst auf Männer. Wo ist das Problem? Schwulsein ist ok.

Zitat von Peony:
Eine Freundin von mir meinte nun, dass dieser Umstand meine Partnersuche sicher sehr erschweren wird, da ein potentieller Partner - wenn er davon erfährt - sicher die Flucht ergreifen wird.
Dein Sohn hilft Dir, allein durch seine Existenz, die ganzen engstirnigen und intoleranten Typen auszusortieren. Sei doch froh darüber.

Zitat von Peony:
Du tust so, als ob Du Dich dafür entschuldigen müßtest.

Zitat von Peony:
Wenn einer das nicht akzeptieren kann, ist er es vielleicht auch nicht wert, mein Partner zu sein. [...]Ist man(n) heutzutage wirklich noch so engstirnig?
Man sollte es nicht mehr sein. Nicht bei anderen Söhnen und erst recht nicht beim eigenen.
 

vhe

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  • #10
AW: Homosexueller Sohn

Zitat von Sophia:
Und im Übrigen: Wenn Dein Sohn heterosexuell wäre, würdest du seine sexuellen Vorlieben (sofern du sie kennen würdest) ja auch nicht gleich mit einem potientellen Partner erörtern, warum solltest du seine Homosexualität also gleich zu einem Thema machen?
Dem kann ich nur zustimmen. Schad, dass ich auf das erste Posting geantwortet hatte, ohne Sophias Antwort gelesen zu haben.
 
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  • #12
AW: Homosexueller Sohn

Also, vielleicht lässt Du Dich von Deiner Freundin verunsichern, weil Du selbst noch verunsichert bist durch das outing Deines Sohnes? (Du schreibst ja, dass Du noch dabei bist, das zu verarbeiten.) Es scheint mir eher so zu sein als habe Deine Freundin ein Problem damit.
Aber wie andere schon vorher schrieben, bei einem potentiellen Partner geht es doch um Dich und Deine sexuelle Orientierung. Wen Dein Sohn liebt, sollte ihm doch völlig gleichgültig sein, es sei denn, man/frau hat aus ganz anderen Gründen Bedenken gegen genau diesen Partner des Kindes. Aber das gibt es bei heterosexuell liebenden Kindern ja auch. Je selbstverständlicher Dir die sexuelle Orientierung Deines Sohnes wird, umso gelassener, souveräner wirst Du damit umgehen können. Und etwa bei Fragen im Kennlernprozess einfach vom Freund Deines Sohnes sprechen wie andere Mütter eben von der Freundin. Wenn es für Dich ganz einfach so ist, wird auch ein Partner das nicht Infrage stellen. Es sei denn er ist intollerant, homophob etc. Dann kommt er für Dich vermutlich aber sowieso nicht Infrage.
 
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  • #13
AW: Homosexueller Sohn

äh, intolerant natürlich
 
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  • #14
AW: Homosexueller Sohn

Ich kann sehr gut nachempfinden, dass man als Elternteil Zeit braucht Tatsachen (sexuelle Orientierung) / Entscheidungen (was auch immer) seiner Kinder zu verarbeiten von denen man weiß, dass die Konsequenzen daraus das Leben des eigenen Kindes erschweren werden.
Aber den "Gedankengang" Deiner Freundin kann ich ÜBERHAUPT nicht nachvollziehen und auch nicht die Beiträge die hier schreiben man sollte einem neuem Partner Zeit geben die Tatsache eines homosexuellen Kindes " zu verarbeiten". Die Orientierung/Entscheidung meines Kindes gehen potenzielle neue Partner von mir gar nichst an außer diese schränken ihn / unsere Partnerschaft selbst ein. Und solange es meinem Kind gut geht mit einem Partner wird dieser Partner auch mit mir / Familie/ Freunden / Partner "an einem Tisch sitzen".
 
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  • #15
AW: Homosexueller Sohn

Zitat von alster:
Aber den "Gedankengang" Deiner Freundin kann ich ÜBERHAUPT nicht nachvollziehen ...
Jetzt, wo du's sagts ... ich hab vor nicht allzulanger Zeit einen "Fall" mitbekommen, wo die "Kind-Frage" noch erheblich schwieriger war, wobei die Partner damit aber sehr gut zurechtgekommen sind. Also das gibt's auch. Und alle anderen sind dann halt die Falschen, aber das geht anderen auch nicht anders.

Zitat von alster:
und auch nicht die Beiträge die hier schreiben man sollte einem neuem Partner Zeit geben die Tatsache eines homosexuellen Kindes " zu verarbeiten".
Naja, das war in meinen Augen einfach ein Gebot der Fairness. Wenn die Mutter das erstmal "verarbeiten" muss, kann sie schlecht verlangen, dass der neue Partner das schulterzuckend abhakt und gut. Wenn er's kann, um so besser, aber irgendwas ist in diesem Kontext (Beziehungsanbahnung) doch immer, wo man sich erstmal reinfinden muss. Ein bisschen Geduld und Toleranz (die ja auch selbst erwartet) muss schon sein.