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  • #16
Also Ufin, wie deutlich muss eine Absage denn für Dich sein?

Ich mach das mal für Dich:

Sie steht einfach nicht auf Dich.

Schau doch mal an, was Du schon alles „investiert“ hast und wie die Bilanz ist.
Sie macht keinen Gegenvorschlag, weil sie nicht will.

Sie mag es Dir vielleicht - warum auch immer - nicht so deutlich sagen.
Naja, ist ja schon naheliegend, weshalb sie ihm keine deutliche Abfuhr geben will. Sie sind im selben Freundeskreis und daher möchte sie vielleicht nicht zu abweisend sein? Möchte keine Konflikte im Freundeskreis haben? Mag ihn ja auch, aber nicht ausreichend für mehr und möchte ihn als Freund nicht kränken und verlieren?
Alles nur Spekulationen, aber ich denke, dass sie taktiert und, dass die Gründe dafür darin liegen können, dass sie sich bereits persönlich kennen. Da scheut man vielleicht die Konfrontation, weil man danach nicht so einfach in der Anonymität untertauchen kann, sondern sich den Konsequenzen stellen muss. Nur so paar mögliche Erklärungen, weshalb sie nicht eindeutiger kommuniziert. Muss natürlich nicht so sein.
 
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  • #17
Naja, beide sollten sich ständig umwerben, gell?

Naja, die meisten Prinzessinnen, die ich kenne, sind alle fest gebunden, schon länger.
Hmm... wo du recht hast :D
Im Endeffekt ist es natürlich schon ein gewisses Umwerben, mindestens unterbewusst. Aber kein übertriebenes Hinterherrennen, so war das gemeint.

Prinzessinnen kenn ich nur aus Märchen, da sind sie ganz OK. Aber in der Realität, naja... groooßer Unterschied :D
 
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  • #20
...ich bin für die Phantasie von Menschen, ohne dieser würden die Menschen nur eine Orientierung ohne Weg einschlagen. Also über das Motiv fliegen oder im Motiv schwimmen.
 
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  • #22
Ich plane eigentlich, sie in den nächsten Tagen dann noch einmal auf ein nächstes Treffen einzuladen. Wenn ich ihre (Re)aktionen deuten müsste, würde ich behaupten der Zug ist abgefahren, aber ihre letzte definitive Aussage hierzu war ja eine deutlich andere.
Na, nach dollem Interesse ihrerseits sieht es nicht aus.....
Ich würde da an Deiner Stelle nicht so viel Hoffnung investieren. Und nun auf dem Punkt der Entscheidung kommen.

Mach ihr doch 2 Terminvorschläge für ein Date - und reiche ihr den Ball in gleichem Atemzug weiter: falls sie an beiden Terminen verhindert ist, möge sie doch einen Gegenvorschlag machen. Dann ist sie am Zug. Kommt nix, würd ich es abhaken und weitere Schreiberei einstellen.
 
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Deleted member 23363

  • #23
Wie ist denn für dich und für dich @Baudolino, der Unterschied? Beschreib doch mal bitte. Auch was für dich/euch eine Prinzessin im RL ausmacht.
Ich sehe da nicht so viel Unterschied zwischen Märchen- und RL-Prinzessinnen.
Habe ich nicht genug Kampfgeist in mir, um die um Hilfe schreiende Prinzessin zu retten? Weil sie muss ja gerettet werden. Auch wenn sie etwas anderes sagt?
Da ich im RL lebe und kein strahlender Ritter bin, möchte das nicht und halte mich von Prinzessinnen fern.
Außerdem gibt es im RL nicht das im Märchen übliche Königreich für den Retter. ;)
 
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Deleted member 22408

  • #24
Hello again.

Ja, schon wieder ein neuer Thread. Ein wenig würde mein Anliegen wohl auch hierzu passen (https://www.parship.de/forum/thema/authentizitaet-und-beduerftigkeit.12392/), andererseits ist die Thematik doch eine leicht andere. Außerdem geht es da "drüben" etwas drunter und drüber und ich möchte nicht in meinem eigenen Thread untergehen ;)

Ich habe derzeit eine ganz konkrete Situation, welche sich aber in ähnlicher Form schon öfter abgespielt hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich da nicht der Einzige bin und auch nicht der Letzte sein werde, aber dennoch interessiert mich eure Meinung. Schildern wir also zuerst einmal die Situation, von der ich rede.

Ich traf mich nun schon vor gut 6 Wochen mit einer Frau. Wir kannten uns schon einige Jahre, allerdings nur flüchtig. Sie ist eine Freundin eines Freundes von mir und man hat halt mal ein paar Worte gewechselt, wenn man gemeinsam auf Veranstaltungen war. Dann habe ich kurz vor unserem Treffen hier ihr Profil gesehen und sie angeschrieben. Wir kamen ins Gespräch, verabredeten uns sehr rasch zum Essen, alles gut soweit. Der Tag der Verabredung kam und ging und mein persönlicher Eindruck war soweit ganz gut. Auch von ihr kam die Aussage, dass es ihr gut gefallen hätte und man das gern wiederholen sollte.

Seitdem ist aber nichtmehr viel passiert. Ich kann nicht sagen, dass die Kommunikation eingeschlafen wäre, weil es ja von vornherein nicht viel gab. Es wurden nur ein paar Zeilen ausgewechselt, bevor wir uns trafen, man kannte sich ja eh bereits. Auf jeden Fall wird für meine Standards relativ wenig geschrieben von ihrer Seite. Auch auf mehrfache Einladungen meinerseits zu weiteren Treffen kamen von ihr bisher immer nur Absagen. Die Weihnachtszeit, sie hatte Besuch von ihrer Familie, etc... Ich sprach sie also nach ca. 2 Wochen darauf an und habe gefragt, wie ich das nun interpretieren solle. Ich sagte, dass es den Eindruck auf mich macht, als würde sie das nicht weiterverfolgen wollen. Die Antwort (frei von mir zusammengefasst und gekürzt): "Ich habe doch schon gesagt, dass es mir gut gefallen hat und ich dich gern näher kennenlernen würde, um zu schauen, ob sich da etwas entwickeln kann".

Nun gut, ich dachte mir also, wahrscheinlich hat sie echt viel um die Ohren, nerven wir mal nicht alle 3 Tage mit einer Anfrage fürs nächste Treffen. Nun sind allerdings schon ca 6 Wochen vergangen und es hat sich immer noch nichts ergeben. Ich habe glaube ich in den ersten 2-3 Wochen ca. 3 Vorschläge für ein Treffen unterbreitet. Es war dann die Arbeit, die Familie, oder einfach der Wunsch nach etwas Ruhe und Me-Time am Wochenende, die dazwischen kam. Die letzten 3 Wochen habe ich nun gar nicht mehr gefragt, weil ich nicht damit nerven wollte. Es wurden alle 2-3 Tage ein paar Zeilen hin und hergeschrieben, aber nichts Erwähnenswertes. Meistens enden die Konversationen irgendwie mittendrin. Auch darauf sprach ich bereits an, hier ist sie wohl einfach schreibfaul und textet ungern viel hin und her. Das habe ich jetzt einfach mal so hingenommen.

Es gab allerdings 2 weitere Begegnungen in der Zwischenzeit. Zum einen waren wir mit noch anderen Freunden an Weihnachten auf einem Konzert (was auch schon ewig lang geplant war, noch bevor ich sie anschrieb). Ein weiteres Mal habe ich ihr kurz geholfen, etwas bei sich zu reparieren. Da das beides ja nun - nennen wir es mal sehr zweckmäßige Begegnungen waren und keine "echten Dates", habe ich diese auch nicht als solche behandelt. Das heißt nun nicht, dass ich ungeduscht und in Hausschuhen da aufgetaucht bin, aber ich habe sie nun auch nicht die ganze Zeit umworben. Ich würde das glaube ich selbst nicht wollen und habe daher ein wenig Zurückhaltung an den Tag gelegt.


Nun sind also die Feiertage vorbei, ihre Familie ist wieder weg und das "normale Leben" fängt so langsam wieder an. Ich plane eigentlich, sie in den nächsten Tagen dann noch einmal auf ein nächstes Treffen einzuladen. Wenn ich ihre (Re)aktionen deuten müsste, würde ich behaupten der Zug ist abgefahren, aber ihre letzte definitive Aussage hierzu war ja eine deutlich andere. Ich bin also mal sehr gespannt, wie ihre Antwort dazu aussehen wird.

Womit ich nun etwas zu kämpfen habe ist, wie ich mich verhalten werde, wenn ich weiter vertröstet werde. Ich habe mit einem klaren Nein kein Problem. Auch ständiges Absagen würde ich wie ein Nein interpretieren, wäre da nicht die Aussage von ihr, dass sie sich das definitiv weiter anschauen möchte mit uns. Hierher rührt meine Verwirrung. Das gesprochene Wort hat bei mir einen sehr sehr hohen Stellenwert, auch wenn sich das nicht mit den Taten anderer Personen deckt. Auch möchte ich ungern noch einmal darauf ansprechen, weil wir diese "Diskussion" ja bereits hatten. Ich komme mir dann vor, als würde ich den Leuten auf die Nerven gehen und das versuche ich zu vermeiden.

Ich brauche zu meiner Situation mal ein wenig Input von außen. Nicht, dass mir jemand meine Antwort(en) vortippen soll, aber manchmal denken 2,3, oder 4 Köpfe besser als einer. Ist es okay, an dieser Stelle mit den Fragen nach einem Treffen "rumzunerven" und sie zu einer Antwort zu drängen? Ich will das Thema eigentlich ungern einfach nur verfliegen lassen und nicht die Konversation einschlafen lassen.

Auch frage ich mich, ob hier eventuell etwas anders hätte von statten gehen sollen. Ich lege sehr großen Wert darauf, die Leute nicht zu sehr einzuengen und versuche daher, wo ich kann darauf zu achten, ihnen auch Freiräume zu geben. In meinem Beispiel habe ich während des Besuchs und den Feiertagen nicht gefragt, weil ich da nicht reingrätschen wollte, in ihre Familienzeit.
In einem anderen Fall (andere Person) hier hieß es beispielsweise von ihr, dass sie in den Urlaub fährt, um etwas den Kopf frei zu kriegen. In dieser Zeit habe ich dann auch nichts geschrieben (natürlich mit entsprechender Ankündigung vorher). "Wer will schon von liebestollen Unbekannten aus dem Internet mit Komplimenten überschüttet werden, wenn man gerade eine Auszeit vom Alltag nehmen möchte, um was auch immer zu verarbeiten?" So zumindest denke ich. Täuscht das vielleicht mangelndes Interesse meinerseits vor? Habe ich nicht genug Kampfgeist in mir, um die um Hilfe schreiende Prinzessin zu retten? Weil sie muss ja gerettet werden. Auch wenn sie etwas anderes sagt? Ich finde da den schmalen Grat noch nicht so ganz zwischen jemandem, der sich Mühe gibt und nicht bei der ersten kleinen Niederlage aufgibt und dem nervigen Stalker, der nicht erkennt, wann man Ruhe geben sollte.
RitscheRatsche, geehrter @Ufin!:D
 
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  • #26
Puhh, so viel zu beantworten. Na mal von oben angefangen...
Da wäre aber meine Frage zunächst, was du eigentlich für sie empfindest?
[...]
(Btw, in Hinblick auf deinen anderen Thread, bist du eigentlich authentisch, wenn du so zurückhaltend bist?)
[...]
Außerdem wirkt so was auch gerne etwas profillos. Wer bist du? Was willst du?
Ich bin definitiv interessiert, nicht nur rein optisch, sondern auch charakterlich würde das soweit eigentlich passen. Da ich aber noch nicht allzuviel über sie weiß, gilt es alles Weitere wohl noch herauszufinden. Das Thema Freundeskreis wurde ja hier schon mehrfach angesprochen, wir sehen uns halt so 2-3x im Jahr bei gemeinsamen Veranstaltungen, mehr nicht. Da wurde in der Vergangenheit auch nie wirklich mehr, als die üblichen, höflichen Floskeln ausgetauscht, also glaube ich nicht, dass sie da Angst haben könnte, dass es dann "kompliziert" wird vor den anderen Freunden. Dafür ist glaube ich zu wenig Kontakt.

Authentisch finde ich das schon, weil das einfach ich bin. Und Authentizität ist doch nichts anderes, als man selbst zu sein. Zumindest definiere ich das für mich so.

Tjaha, wer bin ich eigentlich? Das ist eine schwierige Frage ;) Wenn ich so die Antworten auf meine Threads hier durchlese, komme ich wohl ziemlich kalt, berechnend (?), entfernt rüber. Das sind jetzt alles relativ negativ besetzte Worte, aber im Kern stimme ich da sogar zu. Ich glaube nicht an Das Große Unbekannte, was die Welt der Liebenden dreht, ich durchdenke die Dinge halt logisch. Das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern und ist wohl einer der Gründe, warum ich hier auf der Suche bin und nicht schon längst fündig wurde ;)

Was macht es eigentlich mit dir, wenn du so wenig Verbindlichkeit zurückbekommst? Warum bringst du weiter neue Vorschläge, obwohl sie ins Leere zu laufen scheinen?
Wenn man(n) etwas will, dann will man es halt eben, schätze ich. Ich mache weiter Vorschläge, weil ich mich da zu 100% auf ihre Aussage verlasse, dass sie durchaus interessiert ist. Ich kann selbst von mir sagen (aus sehr vielen Erfahrungen), dass ich nicht zwischen den Zeilen lesen kann. Ich habe es versucht. Mehrfach. Immer wieder. Und jedes Mal lag ich komplett daneben. Also lasse ich es einfach. Das habe ich mir nun so angeeignet und daher muss für mich immer alles besprochen sein. Ein Nein (oder auch ein Ja) muss für mich ausgesprochen worden sein und das möglichst nicht durch die Blume, sonst bin ich nicht zufrieden.
 
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  • #27
@Ufin
Ich bin seit über einem Jahr in einer ähnlichen Konstellation, meine Position darin und meine Sichtweisen/Herangehensweise ähnelt deiner.

Mein Rat:
Mache einfach das, was sich für dich gut und richtig anfühlt und schenke es dir, hier nach Rat zu fragen.
 
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  • #28
@Ufin
Was mir auffällt: in der Strang-Überschrift hast du nur negative Interpretationen benannt.
Frage dich mal, warum.
 
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  • #29
Puhh, so viel zu beantworten. Na mal von oben angefangen...

Ich bin definitiv interessiert, nicht nur rein optisch, sondern auch charakterlich würde das soweit eigentlich passen. Da ich aber noch nicht allzuviel über sie weiß, gilt es alles Weitere wohl noch herauszufinden. Das Thema Freundeskreis wurde ja hier schon mehrfach angesprochen, wir sehen uns halt so 2-3x im Jahr bei gemeinsamen Veranstaltungen, mehr nicht. Da wurde in der Vergangenheit auch nie wirklich mehr, als die üblichen, höflichen Floskeln ausgetauscht, also glaube ich nicht, dass sie da Angst haben könnte, dass es dann "kompliziert" wird vor den anderen Freunden. Dafür ist glaube ich zu wenig Kontakt.

Authentisch finde ich das schon, weil das einfach ich bin. Und Authentizität ist doch nichts anderes, als man selbst zu sein. Zumindest definiere ich das für mich so.

Tjaha, wer bin ich eigentlich? Das ist eine schwierige Frage ;) Wenn ich so die Antworten auf meine Threads hier durchlese, komme ich wohl ziemlich kalt, berechnend (?), entfernt rüber. Das sind jetzt alles relativ negativ besetzte Worte, aber im Kern stimme ich da sogar zu. Ich glaube nicht an Das Große Unbekannte, was die Welt der Liebenden dreht, ich durchdenke die Dinge halt logisch. Das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern und ist wohl einer der Gründe, warum ich hier auf der Suche bin und nicht schon längst fündig wurde ;)



Wenn man(n) etwas will, dann will man es halt eben, schätze ich. Ich mache weiter Vorschläge, weil ich mich da zu 100% auf ihre Aussage verlasse, dass sie durchaus interessiert ist. Ich kann selbst von mir sagen (aus sehr vielen Erfahrungen), dass ich nicht zwischen den Zeilen lesen kann. Ich habe es versucht. Mehrfach. Immer wieder. Und jedes Mal lag ich komplett daneben. Also lasse ich es einfach. Das habe ich mir nun so angeeignet und daher muss für mich immer alles besprochen sein. Ein Nein (oder auch ein Ja) muss für mich ausgesprochen worden sein und das möglichst nicht durch die Blume, sonst bin ich nicht zufrieden.
Das liest sich irgendwie gefühlsblind.

Erkennst du dich vielleicht in folgendem Beispiel wieder?

"Die Aufgabe „Jetzt wiegst Du hier bitte mal jeweils 1000g Kartof-feln ab“ sagt der Landwirt zu der Praktikantin und weist auf einen Tisch mit einer Waage und einem Stapel Säcken neben einem großen Trog mit Kartoffeln. „Ich komme in einer Stunde mit dem Anhänger wieder“. Die Durchführung Wenn Sie selbst anstelle der Praktikantin wären, würden Sie vielleicht so arbeiten, dass Sie möglichst viele Säcke möglichst genau in einer gewissen Zeit füllen, um die Aufgabe gut zu erledigen. Vielleicht stellen Sie sich auch vor, wie die Säcke später auf dem Markt verkauft werden. Wahrscheinlich gibt es unter den Leserinnen und Lesern aber auch einige, die es sehr viel genauer mit den Details nehmen. Die könnten sich jetzt herausgefordert fühlen. Denn mal ganz ehrlich — haben Sie schon mal versucht, genau 1000g Kartoffeln abzuwie-gen?! Nehmen Sie sich ruhig etwas Zeit, es wird dauern! Die Praktikantin Tanja jedenfalls gehört zu dieser Sorte Mensch. Das stellt auch der Landwirt mit einer Mischung aus Entsetzen und Belustigung fest, als er eine Stunde später wieder-kommt und sie gerade mal 3 Säcke abgefüllt hat. Tanja ist ein Mensch, der es sehr genau nimmt mit den Worten. 1000g sind 1000g. Nicht mehr, nicht weniger. Tanja versteht seine Aufregung nicht — sie hat genau das getan, was er gesagt hat. Sie ist zutiefst betroffen, fühlt sich sehr ungerecht behandelt und ist wütend. Als der Landwirt später mit ihr sprechen will, schweigt sie. Das Praktikum wird aufgrund ähn-licher Vorfälle einige Tage später beendet.
(...)
Für Tanja ist es hilfreich,wenn ihr Gegenüber sich genau überlegt, wie eine Aufgabe formuliert sein sollte, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Tanja benötigt ganz konkrete Anleitungen. Die genaue Anweisung für Tanja hätte lauten müssen: „Fülle bitte innerhalb von einer Stunde X Säcke mit Kartoffeln für den Marktverkauf, Inhalt jeweils ca. 1000g plus/minus bis zu 2g.“ Hilfreich kann auch ein schriftlicher oder visueller Arbeitsauftrag sein, ebenso wie konkrete Zeitangaben und erwarteter Leistungsumfang. Hilfsmittel wie ein Stoppuhr, Tabellen, Pläne und visuell gekennzeichnete Orientierungspunkte am Arbeitsplatz können hier Anwendung finden.

(...)

Tanja ist gefühlsblind, aber nicht gefühllos. Ihr Zugang zu einem mitfühlenden Verständnis erfolgt jedoch zunächst über die Informa-tionsebene, da sie sich die Verfassung ihres Gegenübers nicht intuitiv erschließen kann. Sie ist nicht der Lage „von den Augen abzulesen“. Ein wesentliches diagnostisches Merkmal von Autismus sind die Auffälligkeiten in der „theory of mind“, also in der Fähigkeit, einen Perspektivwechsel vorzunehmen. Auffälligkeiten werden deutlich, wenn es darum geht Gefühle, Intentionen und Bedürfnisse Anderer zu erkennen. Ironie und Sarkasmus oder Doppeldeutigkeiten werden häufig nicht als solche verstanden. Die Verhaltensweisen oder Reaktionen anderer Menschen können oft nicht erklärt werden, schon gar nicht, wenn diese in Gruppen auftreten. Der erschwerte Wechsel der Perspektiven ist auch Ursache für die eingeschränkte Fähigkeit, sich spontan eine Vorstellung davon zu machen wie das eigene Verhalten auf ein Gegenüber wirkt. Damit fehlt autistischen Menschen eine der wesentlichen Voraussetzungen, wenn es darum geht, sich bei anderen beliebt oder interessant zu machen — was üblicherweise im beruflichen und sozialen Kontext eine wichtige Rolle spielt.

Da Tanja sich selbst oft gar nicht bewusst ist, dass etwas (anderes) erwartet wurde, sind es vor allem die spontanen Reaktionen und Bemerkungen ihrer Mitmenschen, die ihr deutlich machen, dass etwas „schief gelaufen“ ist. Sie kann jedoch nicht an der Mimik, Gestik oder Stimmlage unterscheiden ob ihr Gegenüber wütend, gestresst, enttäuscht oder überrascht ist. Ohne eine weitere Erklärung kann sie oft nicht zuordnen, wie eine Reaktion mit ihrem Verhalten in Zusammenhang steht. "

(https://www.zak-hannover.de/wp-content/uploads/nord_jugendsozialarbeit_Thememenheft01_19.pdf)
 
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