S

Sid_geloescht

Gast
  • #1

Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Grüß Euch,
ich könnte Aufmunterung und positive Erfahrungsberichte gebrauchen.
Nach langer Zeit der Überlegung habe ich mich entschlossen, unser Familienhaus zu verkaufen. Aus finanziellen Gründen und Trennungsüberlegungen. Also Trennung vom Alten.
Geschieden bin ich schon lange.
Meine Kinder sind mittlerweile erwachsen. Ich bin ein sehr anhänglicher Mensch und tue mich mit Veränderungen eher schwer. Ein großer Schritt für mich.
Jetzt wos Wirklichkeit wird, kommt die ganze Angst daher, die mich lange von diesem Schritt abgehalten hat.
Wer hat denn diese Erfahrung schon hinter sich und kann erfreuliche Gefühle und positive Entwicklung berichten?
Danke.
 
A

authentisch_gelöscht

Gast
  • #2
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Liebe Sid
Ich habe zwar keine ähnlichen Erfahrungen, schreibe dir jetzt aber trotzdem kurz zurück.
Beim Lesen deines Beitrags habe ich mich gefragt, wovor du denn Angst hast. Irgendwie kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Hast du schon eine neue Bleibe gefunden? Fühlst du dich dort wohl? Ist es in der Nähe, oder ganz anderswo?
Deine Erinnerungen und deine Lebenserfahrung kann dir niemand nehmen.
Ich wünsche dir alles Gute!
 
L

Löwefrau_geloescht

Gast
  • #3
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Hallo liebe Sid,

Ein Haus habe ich noch nicht verkauft. Lebensabschnitte aufgegeben schon öfter. Ich kenne die Ängste, die man vorher hat. Oft war ich versucht, am Alten festzuhängen.
Es war doch bewährt.....zumindest ab und an.
Trotzdem habe ich nur die Entscheidungen bereut, die ich auf Druck anderer gemacht habe.
Z.b. Einen Job aufgegeben, weil mein Exmann nicht umziehen wollte.

Ich habe Entscheidungen impulsiver getroffen, das war nicht so gut für mich.

Heute gehe ich mit diesen Ängsten etwas gelassener um, weil ich die wichtigen Entscheidungen lange überdenke. Habe ich sie dann getroffen, versuche ich bei aufkommenden Sorgen an die positiven Aspekte zu denken, wegen derer ich die Entscheidung getroffen habe.
In einigen Wochen ist es bei mir wieder so weit.....ein völlig neuer Lebensabschnitt wird betreten.
Die Sorgen, dass es nicht klappen könnte habe ich. Aber ich weiss, dass es auch dann weiter gehen wird. Denn ich traf diese Entscheidung aus mir heraus. Weil ich etwas verändern will.

Denk daran, warum du diese Entscheidung getroffen hast. Wenn es der finanzielle Druck war, dann kannst du dich vielleicht dran erfreuen, was du nun mit den frei gewordenen finanziellen Reserven tun kannst oder der nun diesbezüglich weg fallende Druck dich einfach nur wieder besser schlafen lässt.

"Die reinste Form des Wahnsinn ist es, alles beim Alten zu belassen, und zu hoffen, dass sich etwas ändert" A. Einstein
 
D

Deleted member 4363

Gast
  • #4
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Hey Sid,

mit einem Hausverkauf oder ähnlichem habe ich noch nicht zu tun gehabt. Mit Abschieden anderer Art, jedoch umso mehr. Sie können Angst machen, wenn man nicht wirklich weiß, was danach kommt.

Wenn ich es geschafft habe in unsicheren Situationen meinem Optimismus Raum zu geben, ging es oft leichter. Abschied nehmen ist nicht nur negativ, sondern macht auch Platz für Neues.

Zum Beispiel für eine eine neue, toll renovierte, kleinere Wohnung, für ein bischen mehr Geld in der Tasche, für neue Ziele.

Folgende Sätze sind aus einem Gedicht von Hesse, dass ich sehr liebe, vielleicht hilft es auch dir ein bischen positiver in die Zukunft zu schauen. Das vollständige Gedicht heisst
"Stufen".

" Und jedem Abschied wohnt ein Zauber inne,
der und beschützt und der hilft, zu leben."

..................und weiter unten:

"Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde:"

Ich wünsche dir viel Kraft und Zuversicht !

Mohnblume
 
Zuletzt bearbeitet:
W

winzling_geloescht

Gast
  • #5
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Ein Kaninchen mit Löwenmähne und mit inzwischen auch beträchtlichen Pranken. Find ich gut. So als Lemming. Immerhin lebe ich als solcher noch und das ausgesprochen gut.

Der Besitz eines Hauses vermittelt mir nicht zwangsläufig auch das Gefühl, angekommen zu sein. Ein Haus ist für mich äußere Sicherheit, im wahrsten Sinne des Wortes gewohnt halt. Insofern eigentlich nichts, was eine andere Bleibe nicht auch bieten könnte, was immer man sich jetzt darunter vorstellen mag. Es kann außerordentlich beglückend sein, nichts weiter als einen Hund und einen Rucksack zu besitzen, ermöglicht das doch relativ unkomplizierte Ortswechsel und somit weltweit gesammelte Erfahrungen, die nicht nur bleiben, sondern auch formen und wachsen lassen.

Ist nicht deins, ich weiß. Und es kommt auch drauf an, wie wichtig einem materieller, also vorzeigbarer, Besitz so ist. Ansonsten seh ich aber zumindest zwei ähnliche Voraussetzungen für's Gelingen. Ist es eine hoch interessante Herausforderung, wirst du dort gebraucht und verstehst dein Handwerk, dann wirst du auch erfolgreich sein und mehr als nur deine Lebensgrundlage absichern können. Bist du selbst ein guter Freund, dann wirst du auch gute Freunde finden, bis dass der Tod euch scheidet. Sie bleiben, egal wo es dich vielleicht noch mal hinverschlägt. Und ich glaube zu wissen, dass du beide Voraussetzungen erfüllst. Sprache lernt man im Land, ist für mich daher allerhöchstens eine halbe Voraussetzung.

Ich glaube ja nun aber auch, dass du zu denen gehörst, die ausgesprochen gern bleiben. Und ahne daher, wie schwierig das für dich ist. Auch wenn du jetzt nur noch für dich allein sorgen musst. Ein bisschen Angst vor dem Ungewissen ist wohl immer da, sie macht wach und aufmerksam, mehr hab ich nie zugelassen. Ist vielleicht auch wichtig für's Gelingen. Gib der Zuversicht eine Chance, in dir wachsen zu dürfen, vertrau darauf, wer du bist und was du kannst. Auch wenn du auf Hindernisse oder Umstände stoßen solltest, mit denen du vielleicht nicht gerechnet hast. Trau dich, andere um Hilfe zu bitten, wenn du selbst keine Lösung für etwas findest, aber dringend eine brauchst. Trau dich, an dich zu glauben. Das wünsche ich mir für dich so ganz sehr.

PS: Ich fand's unerheblich, falls es aber doch wichtig sein sollte: Ich habe bislang zwei Häuser verkauft.
 
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Pit Brett

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  • #6
Erfahrung hab ich nicht, denn ich habe mich stets geweigert, ein Haus zu bauen oder zu kaufen. Aber: Hau et wech, wenns keine Zweimillionenvilla in erstklassiger Lage ist, die man unmöglich aufgeben kann.

Hau et wech. Schon deshalb, weil die Mädels (also denkbare neue) im Allgemeinen gar nicht gern irgenwo einziehen, wo es nach alter Beziehung und fremden Erinnerungen riecht.

Hast Du wirklich Angst? Oder ist es nur die allgemeine Männerbequemlichkeit?
 

suzanne

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  • #7
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Liebe Sid,

auch ich kann zum Thema Haus nichts beitragen, aber ich kann Dir eine Geschichte erzählen. Vor ca. 15 Jahren habe ich meinen Traum verwirklicht und bin für ein Vierteljahr nach Indien gefahren.

Das wollte ich eigentlich schon immer, also eigentlich gleich nach dem Abitur. Nur habe ich keine/n gefunden, der mitkommen wollte und alleine habe ich mich auch nicht getraut. 5 Jahre später war es immer noch mein Wunsch. Der Wunsch ging nicht weg, er war einfach da. Beim Globetrotter fand ich einen Aushang, dass eine Frau eine Reisebegleitung für Indien sucht. Sie kontaktiert, getroffen, die Tickets gekauft. Noch im Zug nach Frankfurt sagte sie dann: «Ist ja klar, dass wir uns irgendwann dann trennen werden». (Sie war einige Jahre älter und hatte wohl Zweifel, dass sie die Zeit mit mir «Küken» verbringen will...). Diese Aussage war mir neu, aber wir waren ja schon auf dem Weg, also konnte man nichts mehr ändern...

6 Wochen später waren wir in Südindien. Und es war mir zu heiss. Und ich wollte weiter. Sie nicht. Also habe ich mich verabschiedet, sie umarmt, und weiter ging es ganz allein.

Dann kommt die Schlüsselszene: Ich sass in einem heruntergekommenen Hotelzimmer in Thiruvananthapuram, hatte mir schon – ich weiss nicht mehr wie – das Zugticket für die Reise in den Norden besorgt und fühlte mich auf einmal mutterseelen-allein. Was wäre, wenn ich ernsthaft erkranken würde? Was wäre, wenn ich stürbe?

Meinen Eltern hatte ich eine Lügengeschichte erzählt, damit sie sich nicht sorgen... Ich war vollkommen allein auf der Welt. Und hatte Angst und Panik. Sooo grosse Panik.

Da sagte ich mir: «Genau das hast Du gewollt. Du wolltest genau dies ausprobieren. Also raus mit Dir und lass’ die Zweifel und Sorgen hinter Dir!»

Ich habe mich gezwungen, aus dem Hotel auf die Strasse zu gehen und habe mir eine Tüte geröstete Erdnüsse gekauft. Die schmeckten so gut! Danach war alle Angst verflogen.

Später erkrankte ich wirklich ernsthaft, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls: Ohne diese Erfahrungen, wäre ich nicht die, die ich heute bin.
 
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carlo

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  • #8
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Liebe Sid,

irgendwo in diesem wunderbaren Forum hat jemand geschrieben: "da wo die Angst ist, ist das Wachstum" - oder so ähnlich.

Mir gibt dieser Satz sehr viel. Ich gehe neuerdings sehr viel bewusster in Angstgefühle "hinein" wenn sie hoch kommen. Und ich stelle fest, dass mich das ganz ruhig macht. Vielleicht ist das ein bisschen so, wie auch Suzanne geschrieben hat. Ich frage mich dann, was hat das mit mir zu tun, was da gerade abläuft, was ist da los in mir. Wovor habe ich jetzt Angst. Ich, die vom Kopf ganz genau weiß, dass ich vor nichts angst haben muß.

Angst ist ein ganz "normales" Gefühl, wie Freude, Trauer, Glück, Wut, Ärger, Lust, usw. Es gehört zu unserem Leben. Ein zuhause aufzugeben, in dem du sicher lange gelebt hast. Ganz normal, dass da auch Angst ist, davor was nun kommt. Du weißt, wie es sich anfühlt, in deinem Haus zu leben. Du weißt aber noch nicht, wie es sein wird, wenn du das Haus nicht mehr hast.

Ich sehe viele Menschen, die vor lauter Angst vor Veränderung verharren. Sei froh, dass du die Kraft findest, trotz Angst diesen Schritt zu gehen! Die Angst geht vorbei und dann kommt etwas Neues.

Ich sende dir kraftvolle Gedanken.

Carlo
 

Dreamerin

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  • #9
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Dann bin ich wohl die erste hier, die das schon hinter sich hat.
Bis zwei Jahr nach der Scheidung blieb ich mit den Kindern in unserem Familienhaus. Es war aber immer klar, dass ich das finanziell nicht alleine schaffen kann, da noch 20 Jahre Kredit abzuzahlen war. Und auch vom Aufwand, den so ein Haus und 1000m2 Grundstück mit sich bringen, war es ein Kraftakt.
Auch drängte mein Ex-Mann auf den Verkauf. Wir mussten jede Woche im Preis runtergehen, weil sich kein Käufer fand. Als der Preis niederig genug war, verkündete mein Ex-Mann, dass er das Haus nun behalten wird. Das war so nicht abgesprochen. Na ja, also mußte ich ausziehen. Das fiel mir sehr, sehr schwer, zum einen lebte ich nun statt auf 130m2 auf 70m2, Vermisste Sauna und Kamin und vor allem meinen schönen Garten. Und blöd war auch, ich konnte lange nicht mit dem Thema abschließen, denn wegen dem holen und bringen der Kinder an den Wochenenden musste ich jahrelang immer wieder "mein" Haus betreten. Und mit ansehen, wie es sich mit jeder Frau, die nach mir kam und z.T. ging, etwas veränderte. Das tat schon weh.
Seit die Kinder erwachsen sind, habe ich keinen Kontakt mehr und endlich abgeschlossen, auch mit dem Haus.
Aber, Sid, ich habe es teilweise auch positiv gesehen. Ich wollte nach meiner Scheidung nicht allein bleiben, wollte wieder einen Partner. Doch es war mir ein unerträglicher Gedanke, mit dem neuen Mann in unserem Familienhaus zu wohnen, übertrieben gesagt, nur die Bettwäsche zu wechseln. Dieses Haus hatten wir für unsere Familie gebaut, ich wollte die Trennung ja nicht und ich hätte nicht einfach nur den Mann austauschen wollen, verstehst du? Deshalb stand für mich immer fest, das Haus muss früher oder später verkauft werden und ich fange woanders neu an. Und es war eine für mich richtige Entscheidung. Habe sogar mittlerweile kein einziges Möbelstück mehr aus meiner Ehe.
 

Santasi

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  • #10
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Hallo Sid,

für dich schreibe ich hier meinen ersten Beitrag! :)
Ja, ich hab es hinter mir! Und es war genau richtig!

Mein Ex-Mann und ich hatten gemeinsam "unser" Haus gebaut. Meine Pläne, Ideen usw. Ich war jeden Tag auf der Baustelle. Es war mein "drittes Kind"....
Nach vier Jahren im Haus verließ er mich. Ich blieb mit den Kindern dort. Ich hätte auch noch längern dort wohnen können, aber mir war klar, dass ich erst einen richtigen Schnitt vollziehen konnte, wenn ich "unser" Haus hinter mir lassen konnte.
Zum Februar diesen Jahres habe ich ein kleines Häuschen angemietet, nicht weit entfernt, weil meine Kinder ziemlichen Stress um den Auszug gemacht haben.

Das Haus sollte verkauft werden. Mitten im Verkaufsvorgang hat mein Exmann alles torpediert und zog selbst wieder ein. Leider wollte er nichts zahlen. Nach ein paar Monaten Hin und Hergezerre ist es dann tatsächlich gelungen: er hat mich ausgezahlt. Ich bin aus dem Grundbuch raus!
Hurra, ich bin frei! Mein jetziges Domizil ist zwar nichts für die Ewigkeit, aber jetzt habe ich ja die Fäden in der Hand. Und auch wenn ein neuer Mann kommen sollte, dies Haus hier hat ja keine "Geschichte". Ich finde es klasse.

Alles Gute für dich! Und ich persönlich würde niemals allein in einem Haus leben wollen, viel zu viel Arbeit, ein Klotz am Bein!

Beste Grüße
Santasi
 

Satjamira

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  • #11
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Liebe Sid,
loslassen ist eine Kunst - eine die immer wieder geübt werden will und sich lohnt.

Ich habe mein mir liebgewonnenes Haus verlassen, musste erleben wie meine Nachfolgerin da einzog. Das war sehr hart. Denn ich war die Hausfrau, also ständig im Haus, er ständig on business.

Die Tatsache, dass ich losgelassen habe, damals schon und es waren ganz vernünftige Gründe, haben sich langfristig bewährt. Das Haus war zu gross für mich mit einem Kind, die Kosten zu hoch und es wären viel zuviele Erinnerungen damit einhergegangen. Das wollte ich mir nicht antun. Ich bin aber erst gegangen als ich eine wirklich gute und schöne Wohnalternative gefunden hatte.

Später habe ich meinem Exmann geholfen es zu verkaufen, er war wieder solo - ein weiterer Schritt etwas Gemeinsames loszulassen. Ich lebe noch und gut, denn ich durfte das eine oder andere dann noch für mich behalten.

Ich habe mich nachdem die Trauer vom ersten Mal durch war, aufgeatmet, beim endgültigen Verkauf war es das Loslassen der Vergangenheit. Ein Abrunden. Jetzt beginnt für alle ein neues Kapitel.

Das steht dir bevor und das macht anfänglich Angst, doch vertraue dir, du hast es bis hierhin geschafft, du wirst auch das meistern.

Alles Gute wünsche ich dir
Satjamira
 

Polly

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  • #12
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

@Sid
Du scheinst mit dem Haus sehr viel zu verknüpfen. Auch wenn es nur ein Gegenstand ist. Es gibt dir viel. Ich sehe das jetzt mal positiv. Wie wäre es mit einem schönen Fotobuch? Dann hast du nach dem Verkauf noch was in der Hand. Vielleicht löst diese Aktion schon einiges. Vielleicht schaust du dir das Buch noch oft an oder gar nicht. Vielleicht fristet es im neuen Heim sein Dasein ganz hinten im Regal oder an erster Stelle. Und vielleicht kommt der Punkt, wo du auch das los lassen kannst. Wo es dir ohne das Buch besser geht. Oder es wird gleich gültig. Mit dem Wort 'gleichgültig' kannst du spielen, stelle ich gerade fest. Es stecken mehrere Interpretationen drin. Oder deine Kinder und Enkelkinder freuen sich darüber.

Alles Liebe & ganz viel Mut wünsche ich dir :)
 
S

Sid_geloescht

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  • #13
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

@authentisch

Liebe authentisch,
danke.Neue Bleibe habe ich gefunden. Schön auch.Ob ich mich wohl fühlen werde, weiß ich noch nicht. Ich hoffe. In der Nähe ists. Meine Freunde bleiben also. Gottseidank.
Meine Angst bezieht sich auf den Verlust von Heimat. Meine, und die meiner Kinder.
Auch ein Verlust der Mütterlichkeit. Und die war mein größtes und längstes Lebensthema. Jetzt geht es um mich. Sehr ungewohnt.
 
S

Sid_geloescht

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  • #14
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Liebe Löwefrau,
hab Dank für Einstein.
Das triffts wohl sehr gut. Und die Erinnerung an die guten Gründe für die Entscheidung.
Und für den Hinweis auf die eigene Entscheidung.
 
S

Sid_geloescht

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  • #15
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Zitat von Mohnblume:
...Sie können Angst machen, wenn man nicht wirklich weiß, was danach kommt.... Abschied nehmen ist nicht nur negativ, sondern macht auch Platz für Neues.

Zum Beispiel für eine eine neue, toll renovierte, kleinere Wohnung, für ein bischen mehr Geld in der Tasche, für neue Ziele

"Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde:

Danke. Ja, wenn man nicht weiß, was kommt. Und Neues könnte beginnen. Das ist die Hoffnung. Ich mag die letzte Zeile des Gedichtes sehr. Wenn Trennung möglich werden kann, kann das Herz gesund werden. Im umfassenden Sinn sogar.
 
S

Sid_geloescht

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  • #16
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Hi winzling,
allergrößte Herausforderung.Ich geh noch nicht weit. Da muß ich noch 2 Jahre warten. In der Nähe bleib ich. Auch bei meinem Tun. Danke fürs Zutrauen. Und Du hast den Punkt. Nur ich bleibe. Das Materielle ists nicht. Der Schutz ists. Der Familie. Und ich habe Sorge, ob innere Heimat ausreichend. Das ist die Angst.Übrigens nicht unerheblich. Dein anderer Blick hilft. Dank für Deine Wärme.Prankenbewehrtes Kaninchenfaultier.
 
S

Sid_geloescht

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  • #17
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Zitat von suzanne:
....Ich habe mich gezwungen, aus dem Hotel auf die Strasse zu gehen und habe mir eine Tüte geröstete Erdnüsse gekauft. Die schmeckten so gut! Danach war alle Angst verflogen...

Eine hilfreiche Geschichte Suzanne. Danke, daß Du sie berichtet hast.
 
S

Sid_geloescht

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  • #18
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

@carlo

Hab Dank für Deine Wünsche. Ich gehöre zu den Menschen, die eigentlich verharren. Und das machts mir jetzt auch so schwer. Da kann ich Kraft gut brauchen.
 
S

Sid_geloescht

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  • #19
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Liebe Dreamerin,
Du hast es also schon hinter Dir. Und es ist Dir wohl auch sehr schwer gefallen. Den Aspekt mit einer neuen Partnerschaft habe ich auch schon gedacht. Sogar die Erfahrung gemacht, daß Haus hinderlich sein kann. Danke.
 
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Sid_geloescht

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  • #20
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Zitat von Satjamira:
... Das Haus war zu gross für mich mit einem Kind, die Kosten zu hoch und es wären viel zuviele Erinnerungen damit einhergegangen. Das wollte ich mir nicht antun. Ich bin aber erst gegangen als ich eine wirklich gute und schöne Wohnalternative gefunden hatte....

Liebe Satjamira,
ähnliche Gründe. Ähnliches Vorgehen.Vielleicht auch ähnlich empfunden.Mit erfreulichem Ausgang. Danke!
 
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Sid_geloescht

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  • #21
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

@polly

Hab ich mir schon überlegt. Werde ich wohl auch machen. Dir auch herzlichen Dank.
 
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winzling_geloescht

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  • #22
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Dann sitzt du also sozusagen auf dem Sprungturm und kannst noch ein bisschen mit den Beinen baumeln, dir alles in Ruhe betrachten, das Kribbeln im Bauch spüren, wenn du da runter guckst und dann gelassen wieder runtersteigen und ein Eis essen gehen oder dir eine Tüte Erdnüsse kaufen. Hat doch auch was.

Es fühlt sich schon merkwürdig an, wenn die Kinder gehen, nicht wahr. Phantomschmerz. Hat aber auch was Angenehmes. Weil genau so, wie es ist, ist es gut. Wenn die gut durchorganisierte, fröhliche WG immer kleiner und es zunehmend ruhiger wird. Verstärkte Neigung zu Selbstgesprächen, nachdem auch der letzte ausgezogen war. Eher witzig als besorgniserregend, ich denk eh gern laut. Als mir bewusst wurde, dass ich das erste Mal in meinem Leben überhaupt für mich ganz allein wohnte, konnte ich's genießen. Als Kind kein eigenes Zimmer, dann eigentlich noch als Kind selber Kind(er) bekommen, ich hatte bis dahin noch nie ganz allein gewohnt. Völlig neues Lebensgefühl und ja, das hatte auch was Befreiendes. Verantwortung nur noch für mich selbst. Kein Thema also.

Für mich ist die emotionale Nähe wichtiger als die räumliche. Und die bleibt, unvermindert innig, ganz egal, wie verstreut Familie und Freunde sind. Fast tägliche Kontakte dank moderner Technik. Mal nur kurz, mal sehr lang, je nachdem, was grad anliegt. Du wohnst nur allein, bist es aber nicht, Sid.
 
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Sid_geloescht

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  • #23
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Zitat von winzling:
Dann sitzt du also sozusagen auf dem Sprungturm und kannst noch ein bisschen mit den Beinen baumeln, dir alles in Ruhe betrachten, das Kribbeln im Bauch spüren, wenn du da runter guckst und dann gelassen wieder runtersteigen und ein Eis essen gehen oder dir eine Tüte Erdnüsse kaufen. Hat doch auch was.

Es fühlt sich schon merkwürdig an, wenn die Kinder gehen, nicht wahr. Phantomschmerz. Hat aber auch was Angenehmes. Weil genau so, wie es ist, ist es gut. Wenn die gut durchorganisierte, fröhliche WG immer kleiner und es zunehmend ruhiger wird. Verstärkte Neigung zu Selbstgesprächen, nachdem auch der letzte ausgezogen war. Eher witzig als besorgniserregend, ich denk eh gern laut. Als mir bewusst wurde, dass ich das erste Mal in meinem Leben überhaupt für mich ganz allein wohnte, konnte ich's genießen. Als Kind kein eigenes Zimmer, dann eigentlich noch als Kind selber Kind(er) bekommen, ich hatte bis dahin noch nie ganz allein gewohnt. Völlig neues Lebensgefühl und ja, das hatte auch was Befreiendes. Verantwortung nur noch für mich selbst. Kein Thema also.

Für mich ist die emotionale Nähe wichtiger als die räumliche. Und die bleibt, unvermindert innig, ganz egal, wie verstreut Familie und Freunde sind. Fast tägliche Kontakte dank moderner Technik. Mal nur kurz, mal sehr lang, je nachdem, was grad anliegt. Du wohnst nur allein, bist es aber nicht, Sid.

@winzling
Moin. Erdnüsse möglich. Sehr beruhigend. Auch das Eis. Das erste Mal im Leben. Ja. Die Kinder(3 bei mir) im Studium. Ganz früh. Die Selbstgespräche führe ich. Und das Befreiende ahne ich erst. Noch sehr überlagert. Emotionale Nähe wichtiger.Ja.Wenns eng wird, kanns verloren gehen. Das Gefühl dafür.Zuviel früh allein. Aber ich erinnere mich auch wieder. Gottseidank. Und Du mich gerade auch. Das ist gut.
 
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winzling_geloescht

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  • #24
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Sid, ich weiß nicht, wie du das handhabst oder gehandhabt hast, ich kenn euer Beziehungsgeflecht nicht. Mensch trifft ja mit wachsendem Alter eigene Entscheidungen, wenn es nur um ihn selbst geht. Manchmal liegt der Sinn im Sinnlosen, das erkannt werden will. Dafür braucht’s die Erfahrung, auf die jeder ein Recht hat, in Sachen Lernen und Weiterentwicklung unerlässlich. Manchmal führt auch genau diese Entscheidung direkt zum Ziel. Insofern gibt’s da keinen falschen Entscheidungen und auch nichts, was nicht korrigiert werden oder ein ganz neuer Ansatz gefunden werden kann.

Ich hab da bei meinen Kindern wirklich nur ganz selten den Egoisten raushängen lassen, mein mütterliches Veto eingelegt und mich kraft meiner Wassersuppe durchgesetzt. Auch eher bei gefühlten Nebensächlichkeiten. Ansonsten haben sie eigene Entscheidungen getroffen und hatten dann meine volle Unterstützung, unabhängig davon, ob mir eine andere Entscheidung besser gefallen hätte. Wenn heute für sie wichtige Entscheidungen anstehen, die sie mittlerweile nun wirklich gut allein bzw. ohne ausgerechnet meine Hilfe treffen können, holen sie meine Meinung ein. Nur um die zu kennen, wie ich inzwischen nach eingehender Selbsthinterfragung verstanden zu haben glaube. Wenn ihnen Berührendes, Angenehmes wie Unangenehmes, widerfährt, erzählen sie’s mir. Und ich mach’s genauso. Auch über Tausende von Kilometern hinweg, trotz jeweils eigener Behausung seit vielen Jahren. Es geht nichts verloren.

Es ist schon ein eigen Ding mit der emotionalen Nähe. Sie ist halt immer da und geht nicht weg, sehr verlässlich insofern. Grad wenn es eng wird ganz wichtig, dieses Bewusstsein. Man kann auch räumliche Nähe ganz flugs herstellen. Also wenn’s richtig arg eng wird. Sehr beruhigend, das zu wissen.
 
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  • #25
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Hallo Sid !

Ja, vertraue auf Winzlings Erfahrung - das "Zuhause" schleppt man irgendwie mit.
Meine Kinder mussten bis sie 18 waren 5-6 Mal umziehen - ich fand es manchmal ganz furchtbar, dass sie dadurch an keinen Ort so richtig gebunden sind, als "Heimat". Bei meinem letzten Umzug war meine Tochter im Ausland und als sie zurückkam, war ihr Zuhause plötzlich eine andere Wohnung in einer anderen Stadt und sie hatte nicht mal mehr ein eigenes Zimmer... Es war egal. Ihr "Zuhause" waren unser Zusammensein, unsere Gespräche, unsere Routinen und Rituale miteinander - das zieht mit an jeden neuen Wohnort und alles ist gut.
 
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Sid_geloescht

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  • #26
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Zitat von Schreiberin:
Ihr "Zuhause" waren unser Zusammensein, unsere Gespräche, unsere Routinen und Rituale miteinander - das zieht mit an jeden neuen Wohnort und alles ist gut.

Das hoffe ich sehr. Und bin noch nicht so sicher, obs wohl so ist. Es ist gut zu lesen. Danke.
 
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Sid_geloescht

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  • #27
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

@winzling

Bei unserer Härde gibts Unterschiede der Einzelnen in der Verwobenheit und auch Getrenntheit.Auch im Eigenen finden können. Das hat sicher auch mit mütterlicher Entwicklung zu tun. Jedoch niemals Wassersuppenhoheit. Der Typ bin ich nicht. Unterstützung immer. Auch Kampf. Wenns drohte ernsthaft zu schaden. Hilflosigkeit auch natürlich. Das Recht aufs eigene Scheitern. Glücklich über vertrauenden Austausch. Das Bedürfnis danach. Von allen Seiten.
 
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Sid_geloescht

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  • #28
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Grüß Dich Santasi,
ganz herzlichen Dank. Das freut mich jetzt aber. Und Willkommen!
Die Vorgeschichte ist sehr ähnlich zu meiner. Und ich hoffe sehr, daß ich ähnliche Erleichterung fühlen kann. Zumindest auch. Danke Dir. Sid.
 
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  • #29
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Liebe Sid,

bei mir ist es ähnlich, bevor ich einen Menschen, eine gewohnte Umgebung aufgebe, muss schon sehr viel passieren. Vor etwa drei Jahren hatte ich einen solchen Schritt vor mir, in jeglicher Hinsicht. Mein Fazit heute: Es war genau richtig. Es ist auch ohne lieb gewonnenes Haus nicht schlimm geworden, sondern nur anders, in meinem Fall sogar deutlich besser. Mir scheint, Du bist auf dem Weg und der geht bereits nur noch in eine Richtung. Diese Ängste sind dabei ja ganz normal und sinnvoll. Nur Mut.
 

t.b.d.

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  • #30
AW: Hausverkauf wird Wirklichkeit. Die Angst auch.

Zitat von Sid:
@authentisch

Liebe authentisch,
danke.Neue Bleibe habe ich gefunden. Schön auch.Ob ich mich wohl fühlen werde, weiß ich noch nicht. Ich hoffe. In der Nähe ists. Meine Freunde bleiben also. Gottseidank.
Meine Angst bezieht sich auf den Verlust von Heimat. Meine, und die meiner Kinder.
Auch ein Verlust der Mütterlichkeit. Und die war mein größtes und längstes Lebensthema. Jetzt geht es um mich. Sehr ungewohnt.

Jetzt schreib ich doch noch was.
Wie es ausschaut hast du dir die Sache gründlich überlegt, dich entschieden und einen Plan gemacht. Du hast deinen Plan bisher erfolgreich umgesetzt und wie es aussieht wird alles so funktionieren wie du es geplant hast. Außerdem ist es wohl eh zu spät um noch umzukehren.

Warte mal ab. So ein neuer Lebensabschnitt kann richtig schön werden. Du wirst doch sicher deinen Hausrat mitnehmen. Wenn im neuen Heim erst die vertrauten Dinge ihren Platz gefunden haben, dann sieht´s da schon nicht mehr so fremd aus. Bin selbst schon paar mal umgezogen und weiß wie das ist.
Deine Heimat bleibt dir doch. Du wechselst nur die Räume. Deine Mütterlichkeit ist vom Umzug auch unberührt. Dass die Kids irgendwann ausziehen und auf eigenen Beinen stehen ist doch der Beweis, dass du als Mutter erfolgreich bist. Sie sind erwachsen, aber nicht aus der Welt.
Deinen Kindern gibst du die neue Adresse, dann finden sie dich auch wieder.
Am besten feiert ihr eine zünftige Einweihungsparty, damit der neue Lebensabschnitt im neuen Heim richtig in Schwung kommt. Kannst ja die neuen Nachbarn mit einladen, dann lernst du sie auch gleich kennen.