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Philippa

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  • #62
Zitat von fafner:
Das Narrativ, daß "wir, die Reichen" oder multinationale Konzerne "die Armen" ausbeuten, ist so falsch wie unausrottbar. Ich empfehle da immer einen Blick auf die Seiten von Hans Rosling.

Ich denke, ein Konzern tut alles, was irgendwie legal ist, um Profite zu maximieren. Das entspricht ja nur der wirtschaftlichen Logik. Und heute sind viele Konzerne mächtiger als die Regierungen von Entwicklungsländern.

Möchtest du auf Standards wie das Verbot von Kinderarbeit oder das Verbot von gesundheitsschädigenden Pestiziden verzichten?

Wenn die wirtschaftlichen Akteure global agieren, dann braucht es eine Anpassung der rechtlichen Möglichkeiten, die leider noch weit davon entfernt sind, ebenfalls global zu sein.
 
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  • #63
Zitat von Philippa:

Wenn du das Kästchen rechts im eigenen Feld anklickst, erscheint im Feld oben auf der Seite rechts ein Kreuz und du kannst dir im Feld daneben anzeigen lassen, was du damit machen kannst.
Wenn du dabei gleichzeitig den Bildschirm küsst und den rechten kleinen Zeh in die Steckdose steckst, verwandelt sich dein Computer in einen positronischen Lover (bei Smartphones und Tablets leider nur sehr klein, dafür mit Vib...Vibr... Vibrationsalarm) den man mit allen möglichen Daten aus Parship füttern kann Er ist wartungsarm und muß nur geölt werden, wenn er beim Sex quietscht.
 
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Philippa

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  • #64
Zitat von HenryVIII:
Wenn du das Kästchen rechts im eigenen Feld anklickst, erscheint im Feld oben auf der Seite rechts ein Kreuz und du kannst dir im Feld daneben anzeigen lassen, was du damit machen kannst.

Danke, Henry. Das heisst also, ich hätte den Beitrag auch heute noch löschen können, wenn ich gewusst hätte wie. Na ja, dafür führen wir jetzt wieder politische Diskussionen :) (die eventuell das gleiche, nur auf den ganzen Thread ausgeweitete Resultat haben werden. Also: fafner, wenn dir dieser Heissluftfriteusen-Thread wichtig ist, dann hör auf zu diskutieren!)
 
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fafner

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  • #65
Zitat von Philippa:
Möchtest du auf Standards wie das Verbot von Kinderarbeit oder das Verbot von gesundheitsschädigenden Pestiziden verzichten?
Nein. Aber die Welt ist beileibe nicht so schlimm, wie viele sie sehen wollen.

Du hast nur acht Minuten nach meinem Beitrag reflexartig reagiert. Nimm Dir mal Zeit für gapminder. Muß ja nicht sofort sein. Aber es sollte sein. :)

Zitat von Philippa:
Also: fafner, wenn dir dieser Heissluftfriteusen-Thread wichtig ist, dann hör auf zu diskutieren!
Der ist mir so wichtig oder unwichtig wie alle Threads, in denen ich schreibe. Und nein, ich diskutiere heut ganz sicher nicht über Globalisierung. Ich gehe vermutlich gleich auf den Uetliberg. :)
 
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Philippa

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  • #66
fafner: Gapminder ist doch kein Argument in unserer Diskussion.
Ich habe gesagt, dass ich die Konzernverantwortungsinitiative unterstütze. Wenn du da eine andere Meinung hast, dann begründe sie.

Bei der Initiative geht es doch nur darum, dass die Menschen und die Umwelt in armen Ländern ebenso geschützt werden, wie das hier der Fall ist. Wenn du findest, es spräche etwas gegen dieses Ziel, dann musst du schon konkreter werden, als irgendwelche Links zu posten.
 
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  • #67
Zitat von Philippa:
Danke, Henry. Das heisst also, ich hätte den Beitrag auch heute noch löschen können, wenn ich gewusst hätte wie. Na ja, dafür führen wir jetzt wieder politische Diskussionen :) (die eventuell das gleiche, nur auf den ganzen Thread ausgeweitete Resultat haben werden. Also: fafner, wenn dir dieser Heissluftfriteusen-Thread wichtig ist, dann hör auf zu diskutieren!)

Du kannst deine eigenen Einträge meines Wissens immer löschen ( ohne Gewähr)
Sei vorsichtig mit dem Bildschirm küssen. Ein positronischer Lover hatte einen Kurzschluss, als er versuchte Schwitzerdütsch zu sprechen :)
 
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fafner

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  • #68
Zitat von Philippa:
Bei der Initiative geht es doch nur darum, dass die Menschen und die Umwelt in armen Ländern ebenso geschützt werden, wie das hier der Fall ist.
Das ist, im wesentlichen, bereits der Fall. Eine solche Initiative ist schlicht überflüssig.

Hans Rosling und sein Team sind international anerkannte Wissenschaftler. Ihre Zahlen sind objektiv und überprüfbar. Wenn das für Dich "irgendwelche Links" sind, dann fehlt uns sowieso die Diskussionsgrundlage. :-/
 
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Philippa

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  • #69
Zitat von fafner:
Das ist, im wesentlichen, bereits der Fall. Eine solche Initiative ist schlicht überflüssig.

Sorry, fafner, aber das ist schlicht nicht den Tatsachen entsprechend. Du behauptest Dinge, von denen du keine Ahnung hast.

Ein Beispiel von vielen: die Geschichte um ein sogenanntes "Pflanzenschutzmittel" der Syngenta, das hierzulande verboten ist:
http://www.woz.ch/1249/pflanzenschutzmittel/ein-gift-das-an-die-nieren-geht

Ausserdem: weshalb sollte die Wirtschaft gesetzliche Normen bekämpfen, wenn sie sie bereits freiwillig einhält?
Mit diesem Scheinargument könnte man ja auch bei uns alle Gesetze aufheben. Oder verhalten sich unsere Konzerne deiner Meinung nach unserer Bevölkerung und unserer Umwelt gegenüber grundsätzlich schlechter als sie das in armen Ländern tun?

Tatsache ist, dass auf internationaler Ebene die finanziellen "Rechte" von Investoren und des Freihandels (jedoch einseitig für die in den Industrieländern angesiedelten Konzerne und Produzenten, denn in Bereichen, in denen die Entwicklungsländer Marktvorteile hätten, sieht die Sache anders aus, hier dürfen die Industrieländer beispielsweise ihre Agrarprodukte für den Export weiterhin subventionieren) weit besser geschützt sind und auch vor internationalen Schiedsgerichten eingeklagt werden können als dies für Menschenrechte und Umweltschutzstandards möglich ist. So können z.B. Konzerne, die einst von einer (oft korrupten) Regierung eines Entwicklungslandes eine Konzession für den Abbau von Rohstoffen erhalten haben, riesige und für das Land nicht tragbare Schadenersatzforderungen einklagen, wenn eine neue Regierung versucht, ihre Bevölkerung und ihre Umwelt besser zu schützen (wobei diese neuen Sozial- und Umweltschutznormen bei weitem noch nicht auf unserem Stand wären). Das verunmöglicht, dass die armen Staaten ihre gesetzgeberischen Defizite beheben können. Gleichzeitig ist es äusserst seltsam, dass die Konzerne sich bei uns nicht ebenso verhalten. Oder hast du schon davon gehört, dass ein Konzern die Schweiz einklagt, weil sich die Gesetze verändern?
 
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Philippa

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  • #70
Zitat von fafner:
Hans Rosling und sein Team sind international anerkannte Wissenschaftler. Ihre Zahlen sind objektiv und überprüfbar. Wenn das für Dich "irgendwelche Links" sind, dann fehlt uns sowieso die Diskussionsgrundlage. :-/

Das Problem ist doch nicht die Quelle (ob die vertrauenswürdig ist, kann ich im Moment nicht beurteilen), sondern, dass du mir eine ganze Website empfiehlst, wo ganz unterschiedliche Dinge drinstehen resp. in Videos besprochen werden. Wenn du einen konkreten Link posten würdest, der genau auf das Thema eingeht, dann wäre es etwas anderes.
Dein Problem ist, dass du keine konkreten Argumente bietest, sondern nur irgendwelches vages Gelaber. Ich werde es auf dieser undifferenzierten Ebene, in der du dich bisher zum Thema geäussert hast, nie schaffen können, dich zum Umdenken zu bewegen. Wenn es eine sinnvolle Diskussion sein soll, dann musst du dich auf konkrete Argumente einlassen.
 
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Philippa

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  • #71
fafner, solltest du noch mehr Beispiele für die Verletzung von bei uns üblichen Standards in Entwicklungsländern brauchen, dann empfehle ich folgende Website:
https://www.publiceye.ch/de/

Du kannst ja mal anfangen, sie zu widerlegen.
 

Dreamerin

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  • #72
Phillippa, erinnerst du dich daran, dass du gerade erst gestern einen fafner-Tread aufgemacht hast, mit der Begründung: "weil es stark erschwert ist, auf die Anliegen der Treadstarter einzugehen, ohne abzuschweifen......"!?

Was hat das alles, was du heute hier schreibst, mit dem Anliegen fafners zu tun, etwas über die gemeine Heißluftfritteuse zu erfahren?

Das Schwerste ist immer die Forderung an sich selbst.
 
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Philippa

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  • #73
Zitat von Dreamerin:
Phillippa, erinnerst du dich daran, dass du gerade erst gestern einen fafner-Tread aufgemacht hast, mit der Begründung: "weil es stark erschwert ist, auf die Anliegen der Treadstarter einzugehen, ohne abzuschweifen......"!?

Was hat das alles, was du heute hier schreibst, mit dem Anliegen fafners zu tun, etwas über die gemeine Heißluftfritteuse zu erfahren?

Das Schwerste ist immer die Forderung an sich selbst.

Erstens ist es fafner selbst, der mitdiskutiert.
Zweitens hatte ich den Eindruck, dass fafner die Antworten bereits bekommen hatte, die er brauchte.
Drittens glaube ich kaum, dass jemand anders, der sich in der Zukunft für Heissluftfriteusen interessiert, Antworten zu seinen Fragen ausgerechnet im Parship-Forum suchen wird.
 

fafner

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  • #74
Zitat von Philippa:
Zitat von Philippa:
... , sondern nur irgendwelches vages Gelaber.
Sorry, ich befürchte, ich bin nicht so ganz auf Deiner "Augenhöhe". :-/

Alles, was ich für meine Lebens- und Konsumentscheidungen brauche, ergibt sich aus folgendem Zusammenhang: in den 60ern lag die globale Armutsquote bei 40%. Heute bei 12%. Tendenz: sinkend. Und das bei mehr als verdoppelter Bevölkerungszahl. Und wodurch wurde das erreicht? Globalisierung und freier Welthandel. Deshalb werde ich mich weiter dafür einsetzen und Menschen in aller Welt ihre Produkte abkaufen. Ich habe fertig.

Zitat von Philippa:
Zweitens hatte ich den Eindruck, dass fafner die Antworten bereits bekommen hatte, die er brauchte.
Ging so.

Drittens glaube ich kaum, dass jemand anders, der sich in der Zukunft für Heissluftfriteusen interessiert, Antworten zu seinen Fragen ausgerechnet im Parship-Forum suchen wird.
Meine Motivation hier ist glaub ich eine etwas andere als Deine. Also jedenfalls bin ich primär aus Eigennutz hier, bin mir grad nicht ganz sicher, wie das bei Dir ist. :)

Habe 1.5h auf den Uetliberg gebraucht. Ich dachte, es ginge schneller. Aber egal, es beruhigt das Gemüt.
 
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nuit

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  • #75
Zitat von fafner:
in den 60ern lag die globale Armutsquote bei 40%. Heute bei 12%. Tendenz: sinkend. Und das bei mehr als verdoppelter Bevölkerungszahl.
Was ist deine Quelle?
Im Durchschnitt stieg das weltweite Pro-Kopf-Einkommen, regional gilt das nur bedingt: Südostasien ja, Subsaharastaaten nein.
https://www.die-gdi.de/analysen-und-stellungnahmen/article/globale-armutsstrukturen-im-wandel/

Gleichzeitig steigen die weltweiten Vermögensunterschiede:
https://www.credit-suisse.com/ch/de...n-2015-underlying-trends-remain-positive.html

Und wodurch wurde das erreicht? Globalisierung und freier Welthandel.
Am Beispiel von TTIP und CETA: Da werden Freihandel (Abbau von Zollschranken) und Investorenschutz (Schiedsgerichte) miteinander vermischt. Unbegrenzter Freihandel gemeinsam mit dem sogenannten "Investorenschutz", der staatliche Gesetzgebung unterwandert, begünstigen mMn die Konzentration von Vermögen in weniger Hände, Konzerne und Kartellbildung. Den "trickle down"-Effekt (es fällt dabei für alle Gesellschaftsschichten etwas ab), halte ich für eine Legende.

Selbst der Begründer der klassischen Nationalökonomie und Vordenker des Freihandels Adam Smith plädierte einerseits nicht für den uneingeschränkten Abbau von Zollschranken, solange Volkswirtschaften in ihrer Produktivität und Industrialisierung auf sehr unterschiedlichem Level sind, und andererseits ebenso gegen Monopol- und Kartellbildungen, da diese die Kräfte des freien Marktes verzerren.

Durch unbegrenzten Freihandel werden Produktionszweige nicht aufgebaut bzw. sowohl in wenig wie gut entwickelten Volkswirtschaften zerstört. Das sehe ich zum Beispiel anhand von (Grund)Nahrungsmittelexporten in afrikanische Staaten enorm kritisch (Economic Agreement Partnerships der EU mit afrikanischen Staaten! https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftspartnerschaftsabkommen).
Durch uneingeschränkte Importe kann anderseits der Konsument hierzulande zwar billiger kaufen, gleichzeitig wandern Produktionszweige ab und er verliert darüber seinen Arbeitsplatz.

Grundlage für einen fairen Freihandel sind mMn neben der Einschränkung auf Produktsparten, dass die Teilnehmenden funktionierende staatliche Gebilde sind (die teils von wahnwitzigen Linken geschmähten Nationalstaaten), die sich gegen eine übermächtige Dominanz anderer Staaten und von Konzernen behaupten können. Schiedsgerichte nehmen dabei zunehmenden Einfluss auf die Gesetzgebung. "In den ersten 30 Jahren seines Bestehens, hat das ICSID im Schnitt nur einen Fall pro Jahr betreut.[2] (https://de.wikipedia.org/wiki/Inter...g_von_Investit ionsstreitigkeiten#cite_note-2) Seit 1995 ist die Fallzahl stark angestiegen. Im Geschäftsjahr (https://de.wikipedia.org/wiki/Geschäftsjahr) 2008 verzeichnete ICSID einen Rekordanstieg auf 48 Anrufungen zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten" (Wikipedia, ICSID).

Last not least die ökologischen Bedenken: Ressourcen und Transportwege.

Deshalb werde ich mich weiter dafür einsetzen und Menschen in aller Welt ihre Produkte abkaufen.
Ich nicht. Ich bemühe mich soweit als möglich darum regionale Produkte bei Klein- und Mittelbetrieben zu kaufen, um regionale Produktion und Produktvielfalt zu unterstützen und was reparieren zu lassen, anstelle einer Neuanschaffung.

Äh, ja undi ch habe keine Heißluftfritteuse. :)
 
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  • #76
"All politics is local."
In vielem macht das auch Sinn. Think big macht aber auch Sinn.
Sonst würden wir heute noch in Pferdekutschen durch die Gegend fahren.
Was das für die armen Pferde, die Straßen und den Fortschritt bedeuten würde kann sich jeder ausmalen. Mir wird da zu viel romantisiert. Dass es fair zugehen sollte ist eh klar.
 

Happy!

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  • #78
Alles hat zwei Seiten. Auch die Globalisierung.

Stellen wir uns einmal vor, es würde weltweit keinen grenzüberschreitenden Handel geben. Für die Industrienationen problematisch, weil plötzlich Rohstoffe fehlen. Aber die vielen Ingenieure würden vermutlich Wege finden, das Recycling zu verbessern und Materialien durch andere Materialien aus heimischen Ressourcen zu ersetzten.
Problematischer sehe ich die Situation zB für Afrika. Kein Welthandel hieße, keine Autos in Anfrika (meines Wissens produziert kein afrikanisches Land zivile KFZs in größerem Umfang). Keine Computer, keine Mobiltelefone, keine Medizintechnik, ... Afrika wäre sofort im vorindustrialisierten Zeitalter und würde wohl Jahrhunderte brauchen, um Alles ein zweites Mal zu erfinden und zu produzieren. Wenn man Afrikaner nach ihren Wünschen fragt, dann möchten die Meisten so leben wie die hochentwickelten Staaten. Nur ein paar naive Sozialromantiker bei uns träumen vom armen, aber glücklichen Leben am Busen der Natur.
 

fafner

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  • #79
Zitat von nuit:
Z.B. hier: http://data.worldbank.org/topic/poverty Findest du aber auch bei der FAO, die verstecken es nur etwas besser. Und offenbar hab ich mich ja noch um 20 Jahre verschätzt, die positive Entwicklung ist also noch viel dramatischer.

Last not least die ökologischen Bedenken: Ressourcen und Transportwege.
Es kostet weniger Energie, einen Apfel aus Neuseeland nach Europa zu transportieren, im Frühjahr, als dort einen einzulagern für das nächste Frühjahr.

Ich bemühe mich soweit als möglich darum regionale Produkte bei Klein- und Mittelbetrieben zu kaufen, um regionale Produktion und Produktvielfalt zu unterstützen ...
Definier mal "Region". Was ich für regional halte, da könnte ich mich nur von Eiern, Fleisch, Milchprodukten, Brot (schon sehr eingeschränkt) und Rapsöl ernähren. Im Sommer vielleicht noch zwei, drei Wochen Kirschen. Das ist mir zu einseitig.

Wachsen bei Dir Kaffee, Bananen, Ananas, Apfelsinen, Weintrauben, Nektarinen, Tomaten, Paprika, und das auch noch das ganze Jahr über? Ich denke eher nicht.

Der Selbstversorgungsgrad in D liegt z.B. für Gemüse bei rund 30% und für Obst sogar nur bei 20%. Das mit dem "regional" ist pures Wunschdenken. Eben genau das adressiert ja gapminder, die Abweichung der Vorstellung eines Großteils der Bevölkerung von der Realität.

... und was reparieren zu lassen, anstelle einer Neuanschaffung.
Hier im Hochlohnland CH (Putzfrau versichert ab 36€ die Stunde) kannst Du bei einer Reparatur, egal was es ist, kaum unter CHF 150 landen. Das sind die Fixkosten, die jeder hat. Deshalb habe ich einen dreijährigen TV mit defektem Netzteil lieber für 600.- mit einem entsprechenden neuen Model mit besserem Bild etc. und wieder Garantie, ersetzt. Zudem zahlt man eine "vorgezogene Recyclinggebühr", weshalb man noch nicht mal ein schlechtes Gewissen haben muß. :)

Zitat von nuit:
Und, "gapminder" wurde 2007 von Google Inc. gekauft...
Typische Falschinformation der Wikipedia. Gapminder ist eine Stiftung, Google hat nur die Software, welche sie benutzen, gekauft. :)
https://www.gapminder.org/about-gapminder/
 
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  • #80
Ohne globalen Tausch würde kein Staat auch nur eine Woche lang überleben.
Die Welt lebt vom Austausch (Kultur, Forschung, Handel etc.) und nicht davon, dass man sich in Hintertupfingen gegenseitig die Haare schneidet.
 
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Philippa

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  • #81
Ich bin nicht grundsätzlich globalisierungskritisch, denn es globalisieren sich ja beispielsweise auch Kultur, Ideen, Philosophien, soziale Bewegungen, Bilder etc., wobei es in dieser Hinsicht auch spannend ist zu sehen, dass gleiche Dinge immer auch lokal anders interpretiert und genutzt werden. Das finde ich ein äusserst spannendes Thema, und es zeigt, dass es ein differenziertes Nachdenken darüber braucht.

Mein Problem mit der ökonomischen Globalisierung ist vor allem, dass die Gesetzgebung und die Entwicklung von internationalen Gerichtshöfen der Ausdehnung des Profitstrebens hinterherhinken. Wenn sich durch die Globalisierung neue Probleme zeigen, wenn sich altbekannte Probleme verstärken oder wenn deren Lösung stärker behindert wird, dann braucht es auch neue Massnahmen. Ich plädiere deshalb dafür, die Verletzung von Menschenrechten sowie von sozialen und Umweltschutzstandards auch global bekämpfen und sanktionieren zu können. Es ist absurd, wenn der finanzielle Schutz von Investitionen und deren Gewinn da mehr Gewicht hat als der Schutz der Menschenrechte oder wenn dadurch die Entwicklung von lokalen Gesetzgebungen verhindert wird.
Wenn rücksichtslose Profiteure globalisiert agieren, dann ist es schlimm, wenn die Entwicklung von globalem Recht und entsprechenden Durchsetzungsmöglichkeiten nur dazu dienen, diese Profiteure zu schützen, statt das zu schützen, was in erster Linie schützenswert ist.

Die Globalisierung zurückzudrängen ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit und als Ganzes, mit allen Facetten, welche die Globalisierung hat, vielleicht nicht einmal wünschenswert. Aber es ist verheerend, wenn das globale Rechtssystem derart einseitig darauf reagiert.
Ausserdem empfinde ich es als seltsam und problematisch, wenn die Schranken für die weltweite Zirkulation von Gütern und Finanzen immer mehr abgebaut werden, gleichzeitig die Bewegungsfreiheit eines Teils der Menschheit immer stärker eingeschränkt wird (und diese Einschränkung der Bewegungsfreiheit vor allem durch einen anderen Teil der Menschheit betrieben wird, der sich selbst nahezu einschränkungslos bewegen darf!).
 
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  • #82
Zitat von fafner:
Z.B. hier: http://data.worldbank.org/topic/poverty

Es kostet weniger Energie, einen Apfel aus Neuseeland nach Europa zu transportieren, im Frühjahr, als dort einen einzulagern für das nächste Frühjahr.

Das kommt doch eindeutig auf die Lagermethode an. Wenn du in einer passenden Region die Kisten in den Keller stellst, lagerst du sie quasi umsonst..aber nein, wir müssen unter kontrollierten elektronisch gesteuerten Methoden einlagern, mit Begasungen und Feuchtigkeitsreglern ect. Auf den Markt kommen dann Lebensmittel, in denen kaum noch wertgebende Nährstöffe enthalten sind, weil der Abbau schon zu stark fortgeschritten ist. Wie supergut schmeckt ein Apfel vom Baum und wie spannend das jedesmal neue Erlebnis des von außen nicht genau sichtbaren Reifegrades..
Findest du es nicht ein bisschen pervers, dass es billiger ist, einmal um die Welt zu schiffen und nur den Gewinn zu kalkulieren, nicht aber die tatsächlchen Umweltschäden, die dadurch ausgelöst werden? Oder das Glasflaschen teurer sind durch ihr Gewicht als der Plastikmist?
Es ist immer noch ein Irrglaube, dass die Einkalkulation des verbilligten Treibstoffes/Transportes oder einer anderen konventionellen Energiequelle die tatsächlichen Kosten wieder gibt.

Es gibt einen ganz süßen Artikel: Wie teuer ist ein Blaukehlchen?
http://www.oekon.de/cms/upload/pdf/1_-_Wie_teuer_ist_ein_Blaukehlchen.pdf

Nimmt man diesen Artikel als winzigen Ansatzpunkt und überdenkt die Milliarden der übrigen Beeinträchtugungsmöglichkeiten durch die Umstände, die eines einzigen Transportes bedürfen (Materialbeschaffung, Konstruktion des Transportmittels, Wartung inklusive der Wartungsmittel, Lagerung der Transportmittel, Herstellung der Lagerbereiche und Wartung der Lagerflächen und Gebaüde, Gewinnung der Energie, Bereitstellung der Energie, Herstellung der Energiegewinnungsanlagen, Betrieb der Energiegewinnungsanlagen, Platzverbrauch der Energiegewinnungsanlagen, der Energielagerung/Speicherung, Weiterleitungen, Entsorgung der Energiegewinnungsanlagen, der Energieträger, Entsorgung der Transportmittel...ect. gegen Unendlich..) kommt man zu einer gänzlich anderen Rechnung.

Ich denke, wir sind noch zu jung, das alles zu verstehen und ich bezweifele, dass ein einzelner Mensch überhaupt in der Lage ist, diese Komplexität insgesamt zu erfassen. Was uns bleibt, ist eigentlich nur etwas mehr Bescheidenheit zu üben in der Vorstellung wir seien die allwissende Krone der Schöpfung und hätten auch nur einen einzigen Bindfaden in der Hand...;)

Zitat von fafner:
Definier mal "Region". Was ich für regional halte, da könnte ich mich nur von Eiern, Fleisch, Milchprodukten, Brot (schon sehr eingeschränkt) und Rapsöl ernähren. Im Sommer vielleicht noch zwei, drei Wochen Kirschen. Das ist mir zu einseitig.

Dann hast du "regional" zu eng gefasst. Kurzwege haben schon immer zur Grundversorgung gehört, seit Menschengedenken. Du musst ja nun auch nicht unbedingt auf der Alm siedeln, sondern kannst auch ins Tal kommen ;) Außerdem gibt es für jede Region eine ganz spezielle Ernährungsweise. Wenn du ein Inuit bist, weißt du, wie du dich aus dem Meer ernähren kannst und brauchst keine Litschies zum Frühstück. Wenn du Litchies zum Frühstück willst, dann ziehst du nach Thailand..
Ich habe nichts dagegen, dass man hin und wieder mal alles mögliche essen will und kann, aber diese Dinge sollten dann auch entsprechend seltener sein und der Preis sollte angemessen sein, was er nicht ist. Es nutzt mir doch garnichts, wenn ich was esse, was aussieht wie ein Apfel aber eigentlich keiner ist, weil nicht drin ist, was es von außen hergeben soll..Wir leiden heute alle an Mineralstoffmangel...das stell sich doch mal jemand vor..!

Zitat von fafner:
Wachsen bei Dir Kaffee, Bananen, Ananas, Apfelsinen, Weintrauben, Nektarinen, Tomaten, Paprika, und das auch noch das ganze Jahr über? Ich denke eher nicht.

Ich will nicht das ganze Jahr immer nur das gleiche essen...ich finde es viel schöner, eine Spargelzeit zu haben, eine Erdbeerzeit, eine Apfelzeit, eine Nusszeit usw....Ich will auch nicht jeden Tag Ostern oder Weihnachten feiern..und wie die Dinge dann in ihrer Zeit schmecken...das ist doch unvergleichlich!

Zitat von fafner:
Der Selbstversorgungsgrad in D liegt z.B. für Gemüse bei rund 30% und für Obst sogar nur bei 20%. Das mit dem "regional" ist pures Wunschdenken. Eben genau das adressiert ja gapminder, die Abweichung der Vorstellung eines Großteils der Bevölkerung von der Realität.

Gut, das ist auch eine Frage der Nachfrage, oder? Ein wenig Import -zu entsprechenden realen Preisen- ist doch vollkommen ok..aber nicht im rezenten Ausmaß.

Zitat von fafner:
Hier im Hochlohnland CH (Putzfrau versichert ab 36€ die Stunde) kannst Du bei einer Reparatur, egal was es ist, kaum unter CHF 150 landen. Das sind die Fixkosten, die jeder hat. Deshalb habe ich einen dreijährigen TV mit defektem Netzteil lieber für 600.- mit einem entsprechenden neuen Model mit besserem Bild etc. und wieder Garantie, ersetzt. Zudem zahlt man eine "vorgezogene Recyclinggebühr", weshalb man noch nicht mal ein schlechtes Gewissen haben muß. :)

Wenn international, dann müssen natürlich eigentlich auch internationale Löhne her..;) Das ist aber ein anderes Thema...
 
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nuit

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  • #83
Zitat von fafner:
Z.B. hier: http://data.worldbank.org/topic/poverty Findest du aber auch bei der FAO, die verstecken es nur etwas besser. Und offenbar hab ich mich ja noch um 20 Jahre verschätzt, die positive Entwicklung ist also noch viel dramatischer.
Merci, aber heute nicht mehr. Zudem bin ich recht misstrauisch Zahlen und Statistiken gegenüber, ich weiß, wie man damit drehen kann.

Es kostet weniger Energie, einen Apfel aus Neuseeland nach Europa zu transportieren, im Frühjahr, als dort einen einzulagern für das nächste Frühjahr.
Definier mal "Region". Was ich für regional halte, da könnte ich mich nur von Eiern, Fleisch, Milchprodukten, Brot (schon sehr eingeschränkt) und Rapsöl ernähren. Im Sommer vielleicht noch zwei, drei Wochen Kirschen. Das ist mir zu einseitig.
Wachsen bei Dir Kaffee, Bananen, Ananas, Apfelsinen, Weintrauben, Nektarinen, Tomaten, Paprika, und das auch noch das ganze Jahr über? Ich denke eher nicht.
Der Selbstversorgungsgrad in D liegt z.B. für Gemüse bei rund 30% und für Obst sogar nur bei 20%. Das mit dem "regional" ist pures Wunschdenken. Eben genau das adressiert ja gapminder, die Abweichung der Vorstellung eines Großteils der Bevölkerung von der Realität.
Ich halte es in etwa wie stern9. Regionales lässt sich lagern, einmachen, einlegen, einfrieren. Omama lässt grüßen - wir haben die 70er ja auch mit einem geschätzt höheren Selbstversorgungsgrad überstanden. Zudem kaufe ich, wenn geht, bei Bauern, Märkten, Kleingeschäften. Gefühlt wurde ab 1994 (EU-Beitritt Ö) die Palette des Nahrungsmittelsangebots zunächst breiter, um in den letzten Jahren mit der zunehmenden Konzentration des Lebensmittelshandels wieder auf Mainstreamprodukte und oftmals Billigimport zu schrumpfen, nachdem der kleine, lokale Mitbewerb verdrängt wurde. (http://wirtschaftsblatt.at/home/nac...ittelhandel_Die-Konzentration-nimmt-weiter-zu). Es gibt dann eben nur Knoblauch aus China. Aber ein schönes Beispiel wie eine Deregulation des Marktes ohne Beschränkungen durch den Staat zu Kartellen und Monopolbildung mit Nachteilen für Lieferanten und Konsumenten führt.
Zudem sind die hiesigen Lieferanten, die Bauern, dem Preisdiktat der Marktführer nahezu ausgeliefert und werden zwischen diesen und den EU-Richtlinien (die bestens lobbiiert werden) zerrieben (was wiederum durch - es ist zum Haare raufen - Agrarsubventionen ausgeglichen wird).
Es ist beispielsweise nicht einfach Fleisch vom lokalen Viehbauern zu bekommen. Viele derer, die früher ihr Vieh stressfrei am Hof geschlachtet haben, wurden durch Eu-Schlachthof-Normen, die sich mehrfach änderten, wodurch die Investitionen in Erneuerung nicht mehr leistbar/ überholt waren, dazu gezwungen, das Lebendvieh zu großen Schlachthöfen zu transportieren. Das bedeutet klarerweise Stress für die Tiere, und wenn mans mit dem Mitgefühl nicht so hat, es schmeckt durch die Stresshormone auch schlechter.
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Hier im Hochlohnland CH (Putzfrau versichert ab 36€ die Stunde) kannst Du bei einer Reparatur, egal was es ist, kaum unter CHF 150 landen. Das sind die Fixkosten, die jeder hat. Deshalb habe ich einen dreijährigen TV mit defektem Netzteil lieber für 600.- mit einem entsprechenden neuen Model mit besserem Bild etc. und wieder Garantie, ersetzt. Zudem zahlt man eine "vorgezogene Recyclinggebühr", weshalb man noch nicht mal ein schlechtes Gewissen haben muß.:)
Mein Laptop ist 10 Jahre alt und war schon zweimal beim Computerdoc, demnächst gehen wir wieder hin, wegen der defekten Netzkabelbuchse :). Du kriegst im Hochlohnland ja auch den entsprechenden Lohn. Mir ist ein Investment in lokale Arbeitsplätze wichtiger als günstig zu kaufen (um in DB-Aktien zu investieren ;)). Aber daher bin ich auch nicht reich reich. Aber ich nehme mal an, dass du und ich in einer diesbezüglich priviligierten Position sind, unsere Konsumentenentscheidung nach diesen Gesichtspunkten zu richten. Auch in Hochlohnländern gibt zahlreiche Niedriglohnbezieher.

Typische Falschinformation der Wikipedia. Gapminder ist eine Stiftung, Google hat nur die Software, welche sie benutzen, gekauft. :)
https://www.gapminder.org/about-gapminder/
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nuit

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  • #84
Zitat von Philippa:
denn es globalisieren sich ja beispielsweise auch Kultur, Ideen, Philosophien, soziale Bewegungen, Bilder"

Zitat von chiller7:
Die Welt lebt vom Austausch (Kultur, Forschung, Handel etc.) und nicht davon, dass man sich in Hintertupfingen gegenseitig die Haare schneidet.

In Maßen und mit Grenzen. Ansonsten schneidet man sich in Hintertupfing, Jakarta, Tirana, Damaskus, Johannesburg, New York und München die Haare im Ronaldo-Style um sich anschließend in die Schale aus Adidas, G-Star und H&M zu werfen.
 
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  • #85
Wie eine der größten Industrienationen der Welt alleine von lokalem Anbau, Abbau und Verkauf leben könnte erschließt sich mir nicht.
Außerdem geht es beim globalen Handel nicht nur um Lebensmittel.
 
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  • #87
Es ging vorrangig um irgendeine diffuse Globalisierungsgegnerschaft.
Dass Auswüchse der Globalisierung nicht wünschenswert sind ist doch unbestritten.
 

Theg

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  • #89
Was für eine interessante Gesprächsführung.