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  • #1

Hat eine solche Beziehungskonstellation eine Chance ?

Das frage ich mich gerade... Ist es möglich, eine langfristig glückliche Beziehung zu führen mit einem Mann, der in jungen Jahren die Schule abgebrochen hat (und demzufolge nicht studiert hat und nur wenig Berufausbildung), dennoch gebildeter Autodidakt und intelligent, menschlich, mit großen sozialen Fähigkeiten, der aber beruflich nur hin und da jobbt und fast an der Hartz 4 Grenze lebt? So etwas war für mich bis jetzt undenkbar, aber eine solche "Mischung" ist mir noch nie begegnet... Dass er nicht studiert hat, ist mir eigentlich nun recht egal, da er Autodidakt ist, und wir uns über alles Mögliche unterhalten können... aber die berufliche Situation (ü50 lässt sich wohl nicht mehr so viel verändern, oder doch?)... Wobei ich selbst ja von meinem Gehalt leben kann...Es würde mich interessieren, wie andere eine solche Konstellation sehen...
 
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Gast

  • #2
Ja, das ist möglich.
 
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  • #3
Was befürchtest du denn genau, was würde dich denn stören?
 
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  • #4
Hast die die Befürchtung, daß du ihn finanzieren müsstest?
 
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  • #5
Zitat von Mohnblume:
Was befürchtest du denn genau, was würde dich denn stören?

Auch wenn das Materielle an sich mir nicht wichtig ist (= ich muß nicht einen Partner haben, der überdurchschnittlich verdient...), habe ich Angst, dass diese Prekarität auf Dauer eine Beziehung belastet. Auch wenn Geld alleine ganz sicher nicht glücklich macht (mein letzter Partner war Facharzt, und ich wurde mit ihm doch nicht glücklich!!!), könnte ich selber nicht an der Hartz 4 Grenze leben (mit ü50 jedenfalls, mit 20 hätte ich mich sicher damit arrangiert...) sondern brauche einen Durchschnittverdienst (= Materielles ist kein Zweck, aber ich liebe meine Unabhängigkeit, auch finanziell...). Darüberhinaus arbeitet er unter seinen realen Fähigkeiten (die aber nicht durch irgendwelche Diplome oder Scheine belegt sind) und ist damit selber nicht so glücklich. Ich habe die Befürchtung, dass diese Konstellation auf zu wenig Willen oder zu viel Labilität hindeutet und ich damit langfristig nicht leben kann. Aber mir ist auch schon danach, einen Versuch zu starten....
 
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Gast

  • #6
Zitat von Passantin:
Darüberhinaus arbeitet er unter seinen realen Fähigkeiten (die aber nicht durch irgendwelche Diplome oder Scheine belegt sind) und ist damit selber nicht so glücklich. Ich habe die Befürchtung, dass diese Konstellation auf zu wenig Willen oder zu viel Labilität hindeutet und ich damit langfristig nicht leben kann. Aber mir ist auch schon danach, einen Versuch zu starten....
Dann mach ihn glücklich, anstatt dir von einem ahnungslosen Forum ein Gutachten über seine Willensfähigkeit und Labilität ausstellen zu lassen, nicht nur kostenlos, sondern auch noch umsonst.
 
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  • #7
Zitat von Butte:
Dann mach ihn glücklich, anstatt dir von einem ahnungslosen Forum ein Gutachten über seine Willensfähigkeit und Labilität ausstellen zu lassen, nicht nur kostenlos, sondern auch noch umsonst.
Es ging mir nicht um ein "Gutachten" sondern ich dachte, vielleicht gibt es Menschen, die eine ähnliche Beziehung gelebt haben, und aus ihrer Erfahrung berichten können. Ihn glücklich machen, möchte ich ja, aber ich weiß noch nicht in welchem Umfang ich ihm helfen könnte (und ob überhaupt?) seine berufliche Situation zu verändern...
 
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Gast

  • #8
Zitat von Passantin:
Es ging mir nicht um ein "Gutachten" sondern ich dachte, vielleicht gibt es Menschen, die eine ähnliche Beziehung gelebt haben, und aus ihrer Erfahrung berichten können. Ihn glücklich machen, möchte ich ja, aber ich weiß noch nicht in welchem Umfang ich ihm helfen könnte (und ob überhaupt?) seine berufliche Situation zu verändern...
Da brauchst du jetzt keinen Generalplan, sondern das bildet sich heraus, wenn ihr euch stärker aufeinander einlaßt.
"Erfahrungen" aus "ähnlichen Beziehungen": da steckt die Klischeebildung schon in der Frage. Um Ähnlichkeit der Beziehungen "feststellen" zu können, muß erst einmal eure Beziehung auf ein Klischee runtergebrochen werden. Und dann können andere, die ebenfalls ihre Beziehungserfahrungen auf Klischees runterbrechen sagen: ah, genau das hab ich ja auch gemacht, und dann ihre Urteile als Erfahrungen zu Besten geben.
Oft wird das ja als Offenheit mißverstanden. Näher besehen ist es aber eher Verschlossensein gegenüber der unmittelbaren Wirklichkeit. Anstatt sich auf etwas einzulassen und Nähe mit einem wirklichen Menschen zu leben, wird es hier am Stammtisch breitgetreten, wo jeder Unverdautes als Erfahrung ausgibt und den Anschein von Nähe und Verständnis erzeugt. Und der wirkliche Mensch, den es betrifft, ist draußen und zum bloßen Fall geworden.
Klar ist es hier sicherer und bequemer. Für andere Ansprüche empfehle ich die Wirklichkeit.
 
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  • #9
Zitat von Passantin:
Es ging mir nicht um ein "Gutachten" sondern ich dachte, vielleicht gibt es Menschen, die eine ähnliche Beziehung gelebt haben, und aus ihrer Erfahrung berichten können. Ihn glücklich machen, möchte ich ja, aber ich weiß noch nicht in welchem Umfang ich ihm helfen könnte (und ob überhaupt?) seine berufliche Situation zu verändern...
Ich denke, um wirklich irgendwelche 'Ähnlichkeiten' mit was auch immer feststellen zu können, bedürfte es weitergehender Informationen als sie im Rahmen eines anonymen Forums sinnvoll sein könnten. Aber ich möchte vielleicht mal die Idee in den Raum stellen, dass das Ganze - meint hier eine Beziehung zwischen zwei Menschen - mehr sein kann, als die bloße Summe von Einzelpersonen. Will sagen, interessante Paar-Konstellationen haben durchaus Potential für Entwicklungen, die zunächst gar nicht vorhersehbar sind. Da wird es dann auch nicht um einseitige 'Hilfe' gehen, sondern eher um wechselseitige Anregung und Inspiration. Wer neugierig ist und sich auf Neues einlässt, wird immer auch davon profitieren.
 
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  • #10
Zitat von Passantin:
Auch wenn das Materielle an sich mir nicht wichtig ist (= ich muß nicht einen Partner haben, der überdurchschnittlich verdient...), habe ich Angst, dass diese Prekarität auf Dauer eine Beziehung belastet. Auch wenn Geld alleine ganz sicher nicht glücklich macht (mein letzter Partner war Facharzt, und ich wurde mit ihm doch nicht glücklich!!!), könnte ich selber nicht an der Hartz 4 Grenze leben (mit ü50 jedenfalls, mit 20 hätte ich mich sicher damit arrangiert...) sondern brauche einen Durchschnittverdienst (= Materielles ist kein Zweck, aber ich liebe meine Unabhängigkeit, auch finanziell...). Darüberhinaus arbeitet er unter seinen realen Fähigkeiten (die aber nicht durch irgendwelche Diplome oder Scheine belegt sind) und ist damit selber nicht so glücklich. Ich habe die Befürchtung, dass diese Konstellation auf zu wenig Willen oder zu viel Labilität hindeutet und ich damit langfristig nicht leben kann. Aber mir ist auch schon danach, einen Versuch zu starten....
Naja, unterschiedliche finanzielle Ressourcen können schon herausfordernd werden. Zum Beispiel in der Urlaubsplanung, der Freizeitgestaltung etc. Es sei denn, du hast genug Geld für euch beide.
Was die beruflichen Dinge angeht, würde ich dir ans Herz legen , noch einmal darüber nachzudenken, ob die "Berufslosigkeit" dein oder sein Problem ist. Wenn du eher leistungsorientiert bist und ihm Leistung nicht so wichtig ist, könnte sich das auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Hier kann nur offene Kommunikation helfen.
 
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fleurdelis

  • #11
"Hat solch eine Beziehungskonstellation eine Chance"

In dieser Situation für dich wohl eher nicht. Ähnliche Situationen für andere Menschen vielleicht schon.
 
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  • #12
Danke! Der Beitrag ist mir echt eine Hilfe.... :

Zitat von Mohnblume:
Naja, unterschiedliche finanzielle Ressourcen können schon herausfordernd werden. Zum Beispiel in der Urlaubsplanung, der Freizeitgestaltung etc. Es sei denn, du hast genug Geld für euch beide.

Nicht wirklich. So viel verdiene ich nicht (Durchschnittgehalt...). Für die Freizeitgestaltung (mal essen gehen oder ins Konzert etc...) würde es schon irgendwie klappen aber für die Urlaubsplanung wird es schwieriger. (bin auch an die Schulferien gebunden, so dass ich nicht z.b. jedes beliebige "Last Minute Angebot" in Anspruch nehmen kann). Vielleicht lassen sich trotzdem Lösungen finden und Ansprüche runterschrauben, aber es bleibt ein Fragezeichen...
Zitat von Mohnblume:
Was die beruflichen Dinge angeht, würde ich dir ans Herz legen , noch einmal darüber nachzudenken, ob die "Berufslosigkeit" dein oder sein Problem ist. Wenn du eher leistungsorientiert bist und ihm Leistung nicht so wichtig ist, könnte sich das auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Hier kann nur offene Kommunikation helfen.
Da hast du vollkommen recht. Es ist wirklich ein Punkt, der noch genauer angesprochen werden muss....(ob es nur mein Problem ist, oder auch sein Problem...)...
 
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authentisch_gelöscht

  • #13
Hallo Passantin!

Versuch doch mal, ganz offen mit ihm zu sprechen, und auch dir selbst klar zu werden, was du genau befürchtest und weshalb.
Helfen wollen dünkt mich problematisch, denn es ist nicht auf Augenhöhe. Wer jemandem helfen will, stellt sich damit irgendwie über ihn. Und wenn du ihn quasi nur unter der Bedingung als Partner willst, dass er sich beruflich verändert, dann willst du nicht wirklich ihn, sondern deine Wunsch-Vorstellung von ihm.
Meines Erachtens kannst du eher deine eigenen Vorstellungen verändern als einen anderen Menschen.
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass es der grösste Fehler vieler Frauen sei, zu denken, ihre Liebe würde den Geliebten irgendwann schon ändern... (Wobei sich dabei fragen lässt, ob es dann wirklich Liebe ist.)

Alles Gute!
 
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  • #14
Hallo TE nochmal,

an seinen eigenen Standards zu schrauben, weil der mögliche Partner finanziell schlechter gestellt ist, halte ich für fraglich. Natürlich wäre es einfühlsam, wenn darauf Rücksicht genommen werden würde. Aber wo würdest du bleiben ? Es gab sicherlich einen Grund, warum er in seiner Jugend die Schule abgebrochen hat. Doch dies war eine fatale Weichenstellung in seinem Leben, weil er dadurch keinen Beruf erlernen konnte und offenbar hat er seinen Schulabschluss auch nicht nachgeholt. Autodidakt hin oder her, das macht sein Leben leider nicht regelmässiger. Statt dessen hangelt er sich von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob. Ob er versucht hat regelmässige Arbeit zu bekommen weiss ich nicht, aber es schaut nicht so aus. Ich kann mir nicht vorstellen, daß er zufrieden ist, wenn er zurück blickt. Was würde sein, wenn du in 20 Jahren zurück blickst?
Auf vieles verzichtet. Entbehrung. Möglicherweise immer Unstimmigkeiten bezüglich des Geldes. Das wäre nicht die Zukunft, die ich eingehen wollen würde. Und was passiert, wenn das Rentenalter kommt. Kann mir nicht vorstellen, daß er in die Rentenkasse eingezahlt hat. Warum hat bisher niemand verlauten lassen, daß du eventuell in eine Sackgasse rennen wirst.

Gruss
Acid
 
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  • #15
Zitat von Butte:
Da brauchst du jetzt keinen Generalplan, sondern das bildet sich heraus, wenn ihr euch stärker aufeinander einlaßt.
"Erfahrungen" aus "ähnlichen Beziehungen": da steckt die Klischeebildung schon in der Frage. Um Ähnlichkeit der Beziehungen "feststellen" zu können, muß erst einmal eure Beziehung auf ein Klischee runtergebrochen werden. Und dann können andere, die ebenfalls ihre Beziehungserfahrungen auf Klischees runterbrechen sagen: ah, genau das hab ich ja auch gemacht, und dann ihre Urteile als Erfahrungen zu Besten geben.
Oft wird das ja als Offenheit mißverstanden. Näher besehen ist es aber eher Verschlossensein gegenüber der unmittelbaren Wirklichkeit. Anstatt sich auf etwas einzulassen und Nähe mit einem wirklichen Menschen zu leben, wird es hier am Stammtisch breitgetreten, wo jeder Unverdautes als Erfahrung ausgibt und den Anschein von Nähe und Verständnis erzeugt. Und der wirkliche Mensch, den es betrifft, ist draußen und zum bloßen Fall geworden.
Klar ist es hier sicherer und bequemer. Für andere Ansprüche empfehle ich die Wirklichkeit.

Danke für die hilfreiche Analyse...! Dieser Aspekt und diese Perspektive hatten in meiner (sicher einseitigen) Wahrnehmung gefehlt! Ja, vermutlich kann man nur ausprobieren, wie es in der Wirklichkeit werden könnte, auch wenn ich dabei eine gewisse Angst vor dem Unbekannten (da so vieles anders ist als in früheren Beziehungen und ich über keine Erfahrungswerte verfüge...) überwinden muss.