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  • #1

Habe ich richtig gehandelt?

Ich habe kürzlich einen gemütlichen Abend mit einem langjährigen platonischen Freund verbracht. Dabei haben wir auch etwas Alkohol getrunken, der mir ziemlich schnell zu Kopf gestiegen ist und von einer Nacken- über eine Rückenmassage bis hin zu intimeren Handlungen (nur über meinen nackten Oberkörper streicheln, mehr nicht, also auch kein Küssen) führte, wobei nur er aktiv war, ich mich aber auch nicht wirklich wehrte, weil mir das gefiel. Er ist dann irgendwann gegangen, als ich ihm sagte, dass er nicht bleiben soll.
Am nächsten Tag hat er mir geschrieben, dass er mich sehr bald wiedersehen möchte. Das war schon sehr deutlich, dass er offensichtlich mehr will als nur Freundschaft. Ich habe es allerdings schon bereut, dass es an dem Abend vorher so weit gegangen ist durch den Alkohol, denn er war für mich nie mehr als ein Freund und nun hatte ich etwas Angst davor, wie das nächste Treffen unter veränderten Vorzeichen ausfallen würde. Allerdings wusste ich nicht, wie ich das formulieren soll und habe ein paar Tage vergehen lassen und ihm geschrieben, das ich es bedaure, dass es so weit gekommen ist und ich erstmal Abstand brauche, weil es besser ist. Das hat er sich sicherlich schon gedacht nach der langen Pause. Da hat er in einer ziemlich langen Nachricht zurückgeschrieben, dass ihm unsere Freundschaft sehr wichtig ist und er sie auch nicht verlieren will, aber ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, dass nun ein normaler Kontakt noch möglich ist, wenn er sich doch die ganze Zeit mehr vorstellt und vor allem nach diesem Abend. Also habe ich ihm kurz geschrieben, dass ich unseren Kontakt beenden möchte, weil unsere Freundschaft so keine Zukunft hat. Da hat er mich ohne weitere Worte einfach aus seiner Freundesliste gestrichen und blockiert. Nun frage ich mich, ob ich vielleicht zu hart zu ihm war und ob es vielleicht doch möglich gewesen wäre, die Freundschaft zu halten und ob es nun überhaupt noch möglich wäre, wieder Kontakt zu ihm aufzunehmen. Was meint Ihr? Habe ich es richtig gemacht oder hätte ich unserer Freundschaft eine Chance geben sollen?
 
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  • #2
wenn dich meine Meinung interessiert:
Du warst zu rabiat. Du hättest eurer Freundschaft noch eine Chance geben sollen. Es wäre doch viel zu schade, eine langjährige Freundschaft aufzugeben, bloss weil es mal einen Ausrutscher nach einer Flasche Wein gab.
 
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  • #3
Vielleicht etwas vorschnell gehandelt. Du hättest mit Worten erklären können, dass der Abend schön war, du seine Hände auf deinem Körper genossen hast, jedoch eine intimere Beziehung zu ihm für dich nicht in Frage kommt.

Und das nächste Treffen abwarten, wie die Gesamtstimmung bei euch ist. Wenn sich dann herausgestellt hätte, dass gravierende Veränderungen in seinem oder deinem Verhalten aufgetreten wären, hättest du immer noch reagieren können.

Das "rabiate" Entfernen deiner Kontaktdaten aus seinen Listen halte ich eher für eine Trotz- und Schutzfunktion seinerseits. Möglicherweise hast du ihn sehr verletzt und er möchte sich weiteren Schmerz ersparen und lieber ein Ende mit Schrecken.
 
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  • #4
Diese Frage kann keiner für dich beantworten. Keiner kann dir eine Absolution erteilen, ob es richtig war oder nicht. Deine Gefühle sind durcheinander, die musst du sortieren. Alles was wir tun hat Konsequenzen. Du hast während der Massage kein "Stop" gegeben, du hast mit gemacht. Er hat deine Signale aufgenommen und dementsprechend gehandelt.

Mit den Gefühlen, die bei so was übrig bleiben, müssen wir lernen klar zu kommen. Auch wenn man dabei ein schlechtes Gewissen hat. Nützt alles nix.
 
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  • #5
Der Klassiker...

...falsche Signale senden, Alkohol als Ausrede nutzen... Dann den Mann schön klein halten wollen, weil die Aufmerksamkeit ja doch irgendwie ganz nett ist und sich dann dumm und dümmer wundern, dass er genau das tut was du tun wolltest - nämlich die Freundschaft und den Kontakt beenden.

Da kocht in mir innerlich grad alles hoch, weil ich das selber als "Masseur" durchlebt habe.

Ich hoffe die Threaderstellerin lernt aus der Sache.
 
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  • #7
Zitat von fleurdelis:
Na, da spricht eine alte Verletzung. Da bist du nicht wirklich objektiv.
Objektiv ist leider genau das passiert was er geschrieben hat. Ich erkenn auch nicht was Kaddis Freund falsch gemacht hat in der Situation, das einzige was ich Kaddi zu gute halten kann ist dass eben Alk im Spiel war... wobei ich Alkohol als Ausrede offen gestanden hasse
 
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  • #8
Zitat von Kaddi:
Wenn Du schon fragst: Keiner kann das beurteilen. Was für Dich richtig ist, muss anderen für sich nicht richtig erscheinen. Aber ich bin einigermaßern erschrocken über Deine Reaktion, und ich kann sie mir nicht mal erklären. War doch offenbar ein netter Abend -- wovor hast Du nur Muffe bekommen? Du willst ihn als Freund, und nicht mehr. Da hättest Du doch schreiben können, dass der Abend schön war und er ein toller Masseur ist (oder so ähnlich), aber er soll nicht auf falsche Gedanken kommen und sich eine Enttäuschung einhandeln, nur weil es Dir gefallen hat. Gescheitert bist Du, so scheint mir, allein an den Formulierungsproblemen -- und nicht an der Sache selbst. Du konntest nicht damit umgehen.

Warum wird Dein -- an sich doch überschaubares -- Problem dann zur Grundsatzfrage? Da würde ich an Deiner Stelle mal ordentlich grübeln.
 
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  • #9
Ich schätze mal, dass du ihn damit zutiefst gekränkt hast. Zweimal. Das erste Mal, unvermeidbar, als Mann durch deine Zurückweisung und zum zweiten Mal als Freund, indem du die Freundschaft beendet hast. So sehr deine Angst (und Scham?) nachvollziehbar ist, empfinde ich es einer sogenannten Freundschaft nicht würdig, zunächst nicht zu antworten und dann schriftlich den Kontakt abzubrechen. Nicht er ist das Problem, sondern du hast eines aufgrund deines Verhaltens. Wenn du Zeit benötigst dich zu sortieren, haette es diese Mitteilung an ihn meinem Empfinden nach auch vorerst getan. So er dir wirklich ein Freund war, wuerde ich an deiner Stelle um Entschuldigung bitten. Das würde mir mein Gewissen als richtig empfehlen.
 
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  • #10
Danke für die bisherigen Antworten!

Zitat von Arthur:
Der Klassiker...

...falsche Signale senden, Alkohol als Ausrede nutzen...
Ich wollte das nicht als Ausrede nutzen. Es ist wirklich so gewesen. Was ich zu dem Zeitpunkt durchaus schön fand, ist mir im Nachhinein peinlich geworden, auch die Vorstellung, dass er mich ja nun schon mal an bestimmten Stellen berührt hat, die er ja sicherlich nochmal bei weiteren Treffen berühren möchte. :-(

@ Pit Brett: Ich hatte einfach Angst, dass er doch mehr will und dass all die zukünftigen Treffen davon geprägt sein werden. Er hat mich auch total überrascht und überfordert mit seiner Nachricht, weil sich die 5 Jahre vorher nichts angedeutet hat. Er war schon immer lieb und hat mir auch öfter was ausgegeben, wenn wir uns getroffen haben, aber das habe ich nie gedacht.

Und in seiner Nachricht nach meiner Absage hat er dann von einem Brief geschrieben, den er mir eigentlich schicken wollte, was er dann aber nicht mehr gemacht hat, dass wir so viele Gemeinsamkeiten haben und deshalb auch als Freunde gut passen und unsere Freundschaft eines der Dinge ist, die er nicht missen möchte. Das sind schon liebe Worte, die ich mir jetzt nach einigen Tagen auch immer wieder durchlesen muss. Aber ich war irgendwie noch so erschrocken, dass ich nur wollte, dass er mich in Ruhe lässt. Vielleicht war das wirklich etwas blöd reagiert. Nun kann ich ihm aber doch sicherlich eh nicht mehr schreiben, wenn er mich blockiert hat...
 
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  • #11
Es ist nur meine Sichtweise und ich möchte Dich auf gar keinen Fall beleidigen, zurecht weisen oder sonstwas.

Ich denke, diese platonische Freundschaft basierte von Anfang an auf Einseitigkeit. Als Frau fühlt man sich natürlich gerne von einem Mann geschmeichelt, durch Aufmerksamkeit, usw. Der Mann hofft irgendwie auf eine Chance, ist ja auch die körperliche Nähe da.

Eine Dummheit war es schon, auch wenn Du nur die Freundschaft gesehen hast, in so an Dich ranzulassen, das war gedankenlos und Du hast damit eure Freundschaft aufs Spiel gesetzt und auch verloren. Hier hast Du aus meiner Sicht falsch gehandelt. Den Alkohol vorschieben? Ne Fräulein, Du weiß sicher, wie Du darauf reagierst und was alles passieren kann, Du bist nicht 12 und Flaschen drehen ist das auch nicht ;)

Dann, ohne eine klare Aussprache, den armen Kerl an die lange Leine nehmen, Abstand bla bla? Damit hast Du ihn ein zweites Mal vor den Kopf gestoßen. Du wolltest die alleinige Kontrolle über die Situation haben, so mein Eindruck.

Er hat aus meiner Sicht das einzig Richtige getan. Den Kontakt zu Dir vollständig abzubrechen.

Ich hoffe, dass Du daraus etwas gelernt hast, denn er hat nichts falsch gemacht. Du hast ihm die Tür aufgehalten. Klar, dass er durchgehen wollte. Dann hast Du sie ihm vor seiner Nase zugeknallt und die Kontrolle übernommen.

Ich wünsche Dir ein wenig mehr Empathie und ihm, dass er schnell über diese Situation hinwegkommt.

Du solltest aus meiner Sicht seine Entscheidung akzeptieren und auf Abstand bleiben.

Viele Grüße
Michael
 
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  • #12
Zitat von MichaelX:
Es ist nur meine Sichtweise und ich möchte Dich auf gar keinen Fall beleidigen, zurecht weisen oder sonstwas.

Ich denke, diese platonische Freundschaft basierte von Anfang an auf Einseitigkeit. Als Frau fühlt man sich natürlich gerne von einem Mann geschmeichelt, durch Aufmerksamkeit, usw. Der Mann hofft irgendwie auf eine Chance, ist ja auch die körperliche Nähe da.

Eine Dummheit war es schon, auch wenn Du nur die Freundschaft gesehen hast, in so an Dich ranzulassen, das war gedankenlos und Du hast damit eure Freundschaft aufs Spiel gesetzt und auch verloren. Hier hast Du aus meiner Sicht falsch gehandelt. Den Alkohol vorschieben? Ne Fräulein, Du weiß sicher, wie Du darauf reagierst und was alles passieren kann, Du bist nicht 12 und Flaschen drehen ist das auch nicht ;)

Dann, ohne eine klare Aussprache, den armen Kerl an die lange Leine nehmen, Abstand bla bla? Damit hast Du ihn ein zweites Mal vor den Kopf gestoßen. Du wolltest die alleinige Kontrolle über die Situation haben, so mein Eindruck.

Er hat aus meiner Sicht das einzig Richtige getan. Den Kontakt zu Dir vollständig abzubrechen.

Ich hoffe, dass Du daraus etwas gelernt hast, denn er hat nichts falsch gemacht. Du hast ihm die Tür aufgehalten. Klar, dass er durchgehen wollte. Dann hast Du sie ihm vor seiner Nase zugeknallt und die Kontrolle übernommen.

Ich wünsche Dir ein wenig mehr Empathie und ihm, dass er schnell über diese Situation hinwegkommt.

Du solltest aus meiner Sicht seine Entscheidung akzeptieren und auf Abstand bleiben.

Viele Grüße
Michael

Die Einschätzung, dass es um Macht, Kontrolle und Kontrollverlust ging, teile ich - das sollte Kaddi sehr zu denken geben, welche Werte ihr wichtig sind und warum es ihr wichtig ist, Kontrolle haben zu wollen.
 
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  • #13
In einigen Punkten schließe ich mich den Aussagen von MichaelIX und IMHO an. Ich frage mich allerdings, was dir an dieser Freundschaft gelegen hat, wenn du ihn so abserviert hast. Er hat genau das getan, was du geschrieben hast. Zitat: " ... dass ich unseren Kontakt beenden möchte, weil unsere Freundschaft so keine Zukunft hat." Ja, was sollte er denn bitte sonst tun? Dich anflehen, einen roten Teppich ausrollen, einen Blumenladen aufkaufen ... ?
Ihr hattet nach deinen Aussagen, eine langjährige Freundschaft gehalten. Ist es da nicht üblich über alles zu reden? Vielleicht ging es ihm, wie dir? Vielleicht wollte er auch mehr, dies weiß wohl er nur ganz allein. Er wollte sich mit dir treffen, um mit dir zu reden. Dafür meinen Respekt für den jungen Mann. Wäre das nicht vielleicht der richtige Weg, vor allem nach einer langjährigen Freundschaft, gewesen?
Klar hättet ihr die Freundschaft aufrecht erhalten können, wenn es wirklich nur für euch beide ein Ausrutscher war. Wenn bei einem von euch beiden das Herz mehr "sprechen" würde, hättet ihr die Freundschaft aufgeben müssen. Denn der, der liebt, hätte immer leiden müssen. Aber ihr habt ja nicht geredet. Das ist das "a" und "o" bei einer jeden Freundschaft und auch in einer Beziehung - über alles offen, ehrlich und fair zu sprechen, und nicht zu schreiben. Was soll das Geschreibe? Bringt nur Missverständnisse ... Wozu gibt es eine Freundschaft, wenn man nicht reden kann?
Entschuldige bitte, ich will dich nicht kränken oder ähnliches, sondern dich nur zum Nachdenken über den Umgang mit Menschen, die dir vielleicht nahe stehen, zu "bewegen".
Du fragst, ob du doch wieder Kontakt zu ihm aufnehmen kannst. Mädel, werde dir ersteinmal vorher klar, was dir diese Freundschaft bedeutet hat, ob du dir mehr vorstellen könntest, und überlege, warum du so gehandelt hast. Erst wenn du Klarheit darüber hast, würde es einen Sinn machen über eine Kontaktaufnahme nachzudenken. Mach dies aber nicht heute, morgen oder übermorgen, und bitte nicht in schriftlicher Form. Mit einer Abfuhr musst du allerdings rechnen. Ob du so starkt bist, weiß ich nicht. Viel Glück!
 
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  • #14
Oh, meine zweite Nachricht wurde erst jetzt freigeschaltet...
Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, ihn an die lange Leine zu nehmen. Ich brauchte nur nach seinem Geständnis erst einmal selbst Zeit zum Nachdenken, bis ich ihm antworten konnte. Insgeheim dachte ich wohl, dass anstatt einem Geständnis eher sowas wie "Was war das eigentlich heute Nacht?" kommt. Wie gesagt hat er mich damit sehr überrumpelt und in erster Linie hat mir der Gedanke, dass nun alles zwischen uns anders wird, Angst gemacht. Und Kontrolle über ihn ausüben wollte ich auch nicht.

@ ENIT: Ich weiß nicht, ob er sich mit mir treffen wollte, um über die Sache zu reden. Er wollte nur laut Nachricht alles so weiterlaufen lassen wie bisher und das kann ich mir nun mal irgendwie überhaupt nicht vorstellen. Ist das nicht zu verstehen? Dass wir darüber geredet hätten bei einem nächsten Treffen, ist natürlich auch klar, aber soweit habe ich da nicht gedacht, sondern fühlte mich nur überfordert.
Es kam für mich sehr überraschend, dass er einfach so den Kontakt abgebrochen und mich blockiert hat. Da hätte ich dann irgendwie noch einen Abschiedssatz oder so erwartet. Ach, keine Ahnung, was ich erwartet habe. Ich bin nur hin und hergerissen, ob ich richtig gehandelt habe. Habe ich wohl nicht. Er ist schon der Mensch gewesen, mit dem ich privat die meiste Zeit verbracht habe seit meinem Umzug und auch so mal etwas hin und herschreiben konnte. Das fällt jetzt komplett weg.
 
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Gast

  • #15
Normalerweise laufen diese Geschichten ja noch anders: Sie läd ihn auf ein "unverbindliches" Saufgelage zu Zweit zu sich nach Hause ein. Quasi son Mädelsabend mit nem Mann. Er begrabscht sie dann, der Schuft und wird rausgeworfen. Am nächsten Tag große Reue auf allen Seiten. Sie will doch nur einen guten Freund (und ein bißchen Anerkennung in Form eines männlichen Speichelleckers) und er will ihr doch nur an die Brüste. Aber er, ganz der romantische Held zieht sich jetzt zurück, bricht jedweden Kontakt ab, um hier nicht noch mehr Schaden anzurichten, denn sie ist ihm ja so wichtig. Plötzlich wird er ihr auch wichtig, weil er ja jetzt unverfügbarer ist und damit wird er dann doch wieder interessant. Und so versucht die Katze wieder in die Schublade zu Klettern. :)