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Deleted member 24688

  • #31
Naja, dieses "ich verzeihe anderen weilse mir nen Parkplatz weggenommen haben" usw. Ist ja sehr schön. Aber mit sich selbst, seinen Fehlern und "Sünden" klarzukommen soll doch viel schwieriger sein. Wenn ein Partner blöd war kann ich ihm das super "verzeihen" nach ner Weile, wenn ich blöd war dauert das leider etwas länger.
Beantwortet meine Frage aber nicht ... mit Fehlern und Sünden klar kommen kann man nur wenn man verzeiht ... ist es das was du damit sagen willst? Hat denn jemand das recht, jemand anderem zu sagen: ich verzeihe dir ... in welche Position stellt er sich denn da wirklich, in eine barmherzige ... oder in eine selbstgerechte .... was ist denn damit alles verbunden: schuldig sprechen, danach die Absolution erteilen?
 
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  • #33
Schweres Thema, das Verzeihen. Man muss das unterscheiden, und zwar in die Tat (das Unrecht) und die Person, die diese begangen hat. Hannah Arendt sagt dazu (so ähnlich): das Unrecht bleibt immer ein Unrecht, der Person kann man verzeihen. Das ist aber eine freiwillige Entscheidung.
 
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  • #34
Ich glaube auch immer an das Gute in den Menschen. Deshalb glaube ich auch nicht, dass jeder, der ein schlechtes Profil hat, auch ein schlechter Mensch ist.
Gleich das Schlimmste anzunehmen, wenn jemand in einem Profil bloß schreibt, wie er mit seiner schlechten Laune umgeht, ist Ausdruck eines ziemlich negativen Blicks.

Natürlich könnte gegen diese Negativität die Allzweckwaffe des Verzeihens in Stellung bringen und großherzig allen verzeihen, die von schlechter Laune schreiben, und sie anzuschreiben.

Daß davon nicht die Rede, zeigt vielleicht, was mit Verzeihen hier gemeint ist und was nicht. Es bedeutet nicht, auf die Menschen zuzugehen, wirklich Frieden zu schließen im Realen. Es bedeutet vielmehr: ohne Hinzusehen, was wirklich ist, sie im Dienste der Selbstbeziehung abzustempeln, insbesondere als negativ und schlecht (auch ein Wort, das du häufig benutzt), aber sich für sich selbst gerade dadurch vorzumachen, man sei heil.

Verzeihen ist was sehr Gutes und Schönes. Hier durch dieses Programm wird es wieder kaputt gemacht.

Es ist diese Geste, die ich in deinem Agieren hier als dominant erlebe, und die auch zum Ausdruck kommt, wenn du von deinem Leben draußen erzählt hast. Da gab es ja die Aufzählungen, wie übel dir fast alle (zwei Ausnahmen) mitgespielt haben, wie alle böser Gesinnung waren, natürlich auch neidisch auch auf dich, und du, um dein reines gutes Herz zu retten, alle hinter dir lassen mußt, jeglichen Kontakt meiden mußt. Das war nicht nur sehr traurig zu lesen, sondern klang auch unglaublich unversöhnlich.
Es sollte nicht als die große Verzeihung dargestellt werden.
Es muß doch nicht alles derart kaputt gemacht werden.
 
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  • #35
Sehr nett von Dir.
(Auch von Dir @WolkeVier ). Ich kann das schon ab.
Deine elvengerechte "Kritik" ist das leuchtende Gegenbeispiel zum Flegeltum.
Dankeschön, das Lob habe ich dringend gebraucht. Mein Selbstwertgefühl ist in der letzten Zeit hier arg strapaziert worden.
Ich finde die Idee mit der Elvenwelt wunderbar. Man kann hier auch Kritisches anbringen, wenn man sich auch diese fantastische Welt einlässt.
 
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  • #36
Beantwortet meine Frage aber nicht ... mit Fehlern und Sünden klar kommen kann man nur wenn man verzeiht ... ist es das was du damit sagen willst? Hat denn jemand das recht, jemand anderem zu sagen: ich verzeihe dir ... in welche Position stellt er sich denn da wirklich, in eine barmherzige ... oder in eine selbstgerechte .... was ist denn damit alles verbunden: schuldig sprechen, danach die Absolution erteilen?
Verzeihen ist ja nur ein Begriff, ich mein da eher ein für sich selbst Verarbeiten und Abschliessen.
 
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Deleted member 22756

  • #37
Ich finde die Idee mit der Elvenwelt wunderbar. Man kann hier auch Kritisches anbringen, wenn man sich auch diese fantastische Welt einlässt.
Ich verstehe das Konzept schon. Ich habe auch meine Elvenwelt; nur ist die sehr persönlich und ich würde sie nicht an einem Foto festmachen wollen.
Ich habe eher das Problem, dass ich Zuckerguss nicht mag. Rosa schon gar nicht.
Aber das ist mein Problem, und wie ich schon geschrieben habe, lasse ich schlechte Laune gerne mal hier im Forum raus.
 
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  • #38
So, jetzt habe ich das alles durchgelesen und bin perplex, ein bisschen.

Niemals schlechte Laune kenne ich nicht, will ich auch nicht. Wenn zB ein Kunde nicht zahlt und ich ihm hinterher rennen muss bekomme ich sehr schlechte Laune. Auch wenn meine pubertär Tochter mal wieder meine Grenzen getestet hat habe ich kurz schlechte Laune, dass ich sie liebe und ihr verzeihe versteht sich von selbst.

Warum ich jedem Menschen verzeihen soll, nur um mich nicht mit unangenehmen Dingen auseinander setzen zu müssen, erschließt sich mir nicht. Ich kann dem Zahlungsunwilligen zwar verzeihen, dass er versucht, mich über den Mops zu ziehen, mein Geld will ich trotzdem.

Ich finde schlechte Laune, solange man sie nicht über Gebühr an anderen auslässt, ziemlich natürlich, ab und zu. Ich bin ein sehr positiver Mensch und habe das selten, aber mal bisschen vor sich hingrummeln tut keinem weh. Das zu unterdrücken kann ich mir nicht vorstellen.

Trotzdem finde ich die Strategie interessant, ich habe eine Freundin, die so ähnlich tickt, die Kehrseite der Medaille ist bei ihr aber, dass sie völlig verlernt hat, mit Problemen umzugehen oder auch nur zu erkennen, was echte Probleme sind, die man nicht einfach weglächeln kann. Da kommen dann so Kalendersprüche, dass alles einen Sinn hat und das Leben immer weiter geht, wenn jemandem das Leben um die Ohren fliegt und wenn es bei ihr solche Situationen gibt reagiert sie völlig über und hat keinerlei Strategien, mit Problemen umzugehen weil.. Probleme gibt's ja eigentlich gar nicht. Ich empfinde das als ungesund und zunehmend schwierig, besonders für sie selbst.

Trotzdem faszinierend, wenn jemand von sich sagen kann, er hätte nie schlechte Laune. :)
 
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  • #39
Daß davon nicht die Rede, zeigt vielleicht, was mit Verzeihen hier gemeint ist und was nicht. Es bedeutet nicht, auf die Menschen zuzugehen, wirklich Frieden zu schließen im Realen. Es bedeutet vielmehr: ohne Hinzusehen, was wirklich ist, sie im Dienste der Selbstbeziehung abzustempeln,
Das ist wirklich ein Gesichtspunkt, der mir auch aufstößt. Vielleicht liegt es an den Formulierungen von dir, @elve , aber du vermittelst mir den Eindruck, dass du zu etwas verdonnerst, das "Wahrhaftigkeit" unter die Tischdecke drängt.
 
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  • #41
Oder wenn man sich permanent was spritzt.
Ob Drogen oder andere Arten von Selbstprogrammierung.
Das posive Innenerleben hat halt seinen Preis, etwa die Feindlichkeit gegen die Realität.
Außerdem muß man sich das Zeugs ja irgendwo beschaffen. Gern werden große Begriffe dafür geklaut.
Bei den Esoterik-Dealern find ich dann interessant, ob sie ihren Stoff auch selbst nehmen oder nur verticken.
 
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  • #42
Oder wenn man sich permanent was spritzt.
Ob Drogen oder andere Arten von Selbstprogrammierung.
Das posive Innenerleben hat halt seinen Preis, etwa die Feindlichkeit gegen die Realität.
Außerdem muß man sich das Zeugs ja irgendwo beschaffen. Gern werden große Begriffe dafür geklaut.
Bei den Esoterik-Dealern find ich dann interessant, ob sie ihren Stoff auch selbst nehmen oder nur verticken.
Ich hatte mal so nen Kollegen. Der war auch gut gelaunt obwohl er entweder nix oder Fehler gemacht hatte. Ich bewundere das ja, nix geht mehr aber man ist mit sich im Reinen. :D
 
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Deleted member 23363

  • #43
Ja, aber nur dir!
Achtung nicht für alle, nur für @Baudolino :
Mein Geheimnis: Verzeihen und akzeptieren.

Ich verzeihe erstmal mir, dass ich so bin wie ich bin.
Dann verzeihe ich X, weil er mich verletzt hat.
Ich verzeihe XX, weil er mich nicht liebt.
Ich verzeihe XXX , weil er nicht so ist, wie ich ihn mir wünsche, und ihn deshalb nicht lieben kann.
Ich verzeihe Y, weil sie mich verklagt hat.
Ich verzeihe YY, weil sie mich belogen hat.
Und ebenfalls YYY, weil sie meine Wünsche nicht befolgt und dadurch Riesenmist verzapft haben, mit schlimmen Folgen.
Dann noch ZZZ, die mir nicht glauben und mich nicht ernst nehmen usw. usf..
Weil ich allen Menschen verzeihen kann, habe ich keinen Hass oder Wut in mir, und dadurch auch keine schlechte Laune.
Entspannungs- und Atemübungen helfen dabei auch.

Dann habe ich ebenfalls gelernt, zu akzeptieren, dass meine lieben Menschen anders denken und handeln als ich. Ich mache ihnen keine Vorhaltungen, ich sage nicht " du musst das so tun" oder " du darfst das nicht machen" . Jeder darf leben, wie er das möchte.
Dadurch kann in mir wieder keine Wut und kein Hass wachsen, folglich keine schlechte Laune.
Auch in meinem Leben lief und läuft einiges schief. Dann bin ich enttäuscht, traurig, und unglücklich. Wenn ich etwas ändern kann, dann packe ich es an, wenn nicht, dann akzeptiere ich es. Aber alles ist kein Grund, um schlechte Laune zu kriegen und die an meinen Mitmenschen auszulassen.
Nur für dich liebe @elve :
Metta!
:):):)
Ich denke, du verstehst!
 
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  • #44
Nur für dich liebe @elve :
Metta!
:):):)
Ich denke, du verstehst!
Danke, nein, kannte ich noch nicht.
Aber es gibt ja Google.
Mit Buddhismus und Meditation hatte ich mich noch nicht befasst, liest sich aber sehr interessant.
Hinweis auf den Dalai Lama war ja auch schon da.
Den Knax habe ich irgendwie so durch mein Leben bekommen.
Neues Thema für mich, man lernt nie aus!
Deshalb gehe ich auch vielen im Forum so auf den Geist. Trotzdem: Buddhismus wollt ich echt nicht vermitteln!!!
;):)

❤❤❤ Metta ~ Elvenwald-Lebensphilosophi ❤❤❤

Wikipedia:

Metta – die Meditation der liebenden Güte
Metta ist das Fundament aller buddhistischen Meditationen, sagt der Berliner Meditationslehrer Wilfried Reuter und beschreibt, wie wir mehr Herzensgüte in uns entfalten können.
Dankbar erinnere ich mich an jene kostbaren Momente, als ich ein gerade geborenes Kind seiner Mutter auf den Bauch legen durfte und das Leuchten in ihren Augen sah – oder als ich am Bett eines friedlich sterbenden Menschen saß. In solchen Momenten wird das Herz weit, Verbundenheit wird ebenso spürbar wie Herzenswärme: die Energie von Metta.

Metta (auf Sanskrit maitri) ist ein Zustand des „Herz-Geistes“, der als „liebende Güte“, „allumfassende Liebe“, „Allgüte“, „selbstlose Liebe“, „Herzensgüte“ beschrieben werden kann, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Metta ist das Fundament aller buddhistischen Meditationen. Egal, ob wir Samatha, Vipassana, Zen, Dzogchen oder Ähnliches praktizieren, ohne Metta wird sich das Wesen der jeweiligen Praxis nicht entfalten können. Der Buddha verglich Metta mit der Mutterliebe. Die Liebe und die Herzenswärme einer Mutter sind nicht von bestimmten Qualitäten oder Verhaltensweisen ihres Kindes abhängig. Solange wir im Beurteilungsmodus sind, schaffen wir Zuneigung und Abneigung. Neigung verzerrt jedoch die Wahrnehmung und schafft Angst. Metta ist die Grundenergie eines befreiten Geistes. Frei ist dieser Geist von der Vereinnahmung von Beurteilungen und Konzepten. Mutterliebe sagt: „Ich liebe dich, weil du bist.“ Bedingte Liebe sagt: „Ich liebe dich, weil du meinen Vorstellungen entsprichst und meine Bedürfnisse befriedigst.“ Bedingte Liebe kann kein nachhaltiges Wohlergehen gewähren. Metta ist niemals verletzend und stets bereit zu verzeihen.

Somit ist Metta wahre Hilfe für andere und die Welt. Metta ist das direkte Gegenmittel für Wut, Aggressivität und Angst. Letztere schaffen Gräben, Metta schüttet sie wieder zu. Unsere Welt krankt an zu vielen inneren und äußeren Grenzen und Gräben und damit verbundener Kälte. Von gütigen Menschen geht Wärme aus, in ihrer Nähe fühlen wir uns geschützt. Ein gütiger Mensch sieht das Gute im Gegenüber und wird sich gütig verhalten. Dadurch kann das Gute im Anderen in Resonanz gehen, und er kann aus seinem Guten heraus antworten. Je mehr Menschen Metta in sich entfalten, umso friedlicher wird die Welt.
 
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  • #45
Was hättet ihr Mädels gemacht wenn Buddha bei PS seine Liebe gesucht hätte? Hämisch über seinen Bauch, Haare, Haltung und Texte hergezogen.
Status hatte er auch keinen.

:p
 
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