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  • #16
Hm. Wenn ich an mich denke, würde ich mich ungern geizig nennen, aber doch sparsam. Weil ich auch gern Preise kommentiere, gebe ich zu bedenken, dass es einen Unterschied machen kann, ob man auch etwas für's Geld bekommt. 2002, was lange her ist, hat mir einer, der es wissen muss, erläutert, dass es kaum möglich ist, mehr als 64 Pfennig für die Herstellung eines Lippenstifts aufzuwenden, egal, wie aufwendig man das macht. Der Rest sind Marke und Marketing. Da würde ich mich bei jedem Kauf als Betrugsopfer fühlen, und das würde ich auch kommentieren...
Das ist nicht nur bei Lippenstift so, sondern fast überall. Bei Weinverkostungen gewinnt oberhalb einer gewissen Basisqualität nicht unbedingt der teuerste, Biotee hat oft mehr Pestizide als der von „dm“, Kleidung und Möbel haben recht willkürlich gewählte Preise etc. etc.
Lamentieren tue ich ob dieser Unbill durchaus gerne, aber nicht, wenn ich gemütlich im Weinlokal sitze oder bei Douglas bin :D.
 
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  • #17
Hallo zusammen,
mich würde es interessieren wie ihr das seht.
Ich habe vor 3 Monaten jemanden kennengelernt, es hat schon beim ersten Date ordentlich Klick gemacht. Es passt einiges, ich finde ihn toll, und er mich auch nach seinen Aussagen.

Was mich zunehmend stört ist... wenn wir ausgehen und etwas unternehmen (kino, essen gehen, Bar, Tanzen..) teilen wir uns zwar nicht die Rechnung (peinlich); zahlen jedoch immer abwechselnd... Er ist nicht besonders überzeugend, wenn er sagt, lass mich doch zahlen, es kommt irgendwie unsicher, so sehr, dass ich dann lieber selbst zahle. Es ist ein Verhältnis ca 1:1, dabei ist er leitender Angestellter, und ich eine ganz normale Sachbearbeiterin..
Ich schaue, wie Männer sich verhalten, wie sie handeln und weniger was sie erzählen, gerade wenn man sich noch in der Kennenlernphase befindet.

Hat der Mann evtl. noch viel an Unterhaltszahlungen an die Ex zu leisten? Da bleibt ggf. nicht viel von dem hohen Gehalt übrig.

Ich persönlich halte es für einen unangenehmen Zug eines Menschen, wenn man ständig an den Preisen rummäkelt, wenn man mit Freunden oder einer neuen Bekanntschaft essen geht. Wenn man es sich nicht leisten kann, dann soll man es lassen bzw. rechtzeitig kommunizieren.

Mich würde so ein Verhalten an einem Mann sehr stören. Ob ein Gespräch mit dem Mann darüber was bringt, muss Frau sehen, inwiefern er ansonsten offen, differenzierend denken und kommunizieren kann.
 
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  • #18
ich fühle mich angegriffen. Spaßbefreit und enttäuscht sind zwei Paar Stiefel. Aber: Wenn zB das Essen stark hinter den Erwartungen zurückbleibt und ich merke, dass meiner Begleitung das nicht auffällt, dann würde ich es ihm oder ihr auch nicht vermiesen. Wenn ich merke, dass es gemerkt wird, dann würde ich vorschlagen, dass wir uns den Abend davon nicht verderben lassen und nachher noch wo anders hingehen.
So wie Du es beschreibst, find ich es gut, für mich bist Du kein Spaßbefreiter...
 
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  • #19
Und auch in kleinerer Münze kann ich ohne Geiz kritisch sein.
Für im besten Sinne preiswerte Dinge oder Dienstleitungen, die den geforderten Preis, egal ob hoch oder niedrig, in meinen Augen wert sind zahle ich gerne, dafür ist Geld ja da. Wenn aber jemand für irgendetwas Preise aufruft, die mir völlig ungerechtfertigt erscheinen, dann ärgert mich das, unabhängig davon, ob der Preis nun 50 Cent, 50 Euro oder 5.000 Euro beträgt. Mein Gerechtigkeitssinn setzt nicht erst ab einem bestimmten monetären Schwellwert ein.
 
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  • #21
Ich erwarte keine teuren Geschenke oder ähnliches... nur... wenn ein Mann eine Frau angeblich toll findet und sie seine Partnerin nennt, sollte er, finde ich, sie auch ein kleines bißchen verwöhnen.
Ich lese da zwei Dinge heraus: Zum einen wünschst Du Dir von ihm verwöhnt zu werden, und zwar ganz konkret in einer Form die ihn Geld kostet.
Und Du störst Dich an seinem unsicheren Umgang mit Geld.

Zu ersterem frage ich mich, ob er Dich nicht ggf. auf andere Art verwöhnt und Du das ggf. nicht oder ob der fehlenden finanziellen Großzügigkeit nicht oder nur zu Teilen wahrnimmst. Es gibt viele mögliche Formen Zuneigung auszudrücken, über die aufgewendete Zeit, über zuhören und verstehen, über körperliche Nähe -- und eben auch über materielle Zuwendungen. Möglicherweise spricht er in dieser Hinsicht schlicht eine andere Sprache als Du.

Die Unsicherheit die Du da bei ihm in Bezug auf den Umgang mit Geld und die Aufteilung irgendwelcher Kosten wahrzunehmen scheinst kann ja viele Ursachen haben. Angst davor, dass Du ihn nur des Geldes wegen als Partner gewählt hast, oder das genaue Gegenteil, Angst, dass Du sehr auf Deine finanzielle Unabhängigkeit bedacht bist. Angst zu protzig zu wirken, je nach Herkunft vielleicht Angst davor, irgendwann wieder kein Geld zu haben und es deshalb unbedingt zusammenhalten zu wollen. Usw. usf.

Immerhin hast Du erkannt, dass ihr als Paar da ein Problem habt oder in eines hineinlauft. Ich würde es offen und ehrlich ansprechen und mit ihm gemeinsam schauen, wie eine gute Lösung aussehen kann.
 
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  • #22
wenn ein Mann eine Frau angeblich toll findet und sie seine Partnerin nennt, sollte er, finde ich, sie auch ein kleines bißchen verwöhnen.
Ich würde mich an Deiner Stelle von dem Bild verabschieden, dass der Mann die Frau verwöhnt oder gar finanziert. Das war im letzten Jahrhundert so und hat ja angeblich nicht bewährt, sondern nur "die Frau um ihre Rechte geprellt".

Wie dem auch sei, heute ist es so, dass das Zugpferd die Kutsche einfach abkuppeln kann, wenn sie zur Last wird. Daher würde ich die Partnerschaft nicht unnötigem Quatsch belasten, da man sich von Ballast ja nur zu gerne trennt.

Vielleicht sollte ich da mal ein Dankeschön an die Emanzipatorische Bewegung richten, die offenbar übersehen haben, dass das Pendel auf beide Seiten schwingt und Gleichberechtigung vor allem auch Männern zu gute kommt.
 
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Deleted member 22408

  • #23
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Sally123

  • #24
Das kenne ich aus einer früheren Beziehung. Das geht nicht lange gut. Solche Männer braucht niemand. Die halten sich auch sonst schön klein....
 
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  • #25
Na ja, es gibt definitiv einen Unterschied zwischen "Geiz ist geil"-billig und preiswert! Und damit ziele ich auf die Einstellung dahinter ab, denn es kann als Konsument halsabschneiderisch sein immer den besten Preis zu wollen. Das ist egoistisch und so funktionieren gute (Geschäfts-)Beziehungen nicht.
Ich kenne Produkte mit noch deutlich geringerem monetären Einsatz, die für hohe Preise verkauft werden - und es lässt sich begründen! Ich gehe noch weiter, idR. lässt sich das begründen. Ziemlich sicher auch bei einem so lange existierenden Produkt wie einem Lippenstift, denn auf Dauer lässt sich solch eine Diskrepanz nicht aufrecht erhalten.

Wenn ich keine Convenience-Produkte im Essen haben will, was in den allermeisten Restaurants der Fall ist, dann nehme ich Geld in die Hand und bezahle den Mehraufwand! Der Unterschied ist nicht allen wichtig, manchen fällt er nicht auf. Wenn ich mit meiner Frau Essen gehe, gerne, wir mögen beide gutes Essen, aber beim Dating müsste ich genau abwägen, ob ich sowas auf Verdacht und einen auf dicke Hose mache. Das klärt sich auch bei konventionellen Restaurantbesuchen schnell. Außerdem waren Restaurantbesuche gar nicht so meins. Gemeinsame Aktivitäten fand ich geeigneter um einander kennenzulernen. Die TE und ihr Galan sind aber schon weiter, um so wichtiger eine gemeinsame Linie zu finden. Transparenz hilft.

Und ich fände es bedenklich zu sehr auf den Preis zu schielen. Bei manchem Schnäppchen kauft man noch mal. Ich kann nur jedem wünschen in der Partnerschaft eine gemeinsame Linie in solchen Dingen zu finden.
 
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  • #26
Was ich noch vergass.... Es hat für mich auch was mit Höflichkeit und gutem Stil und gutem Benehmen zu tun, bei einem Essengehen, egal mit wem, über die Preise zu meckern.

Und noch was: Nach so kurzer Zeit einer "Beziehung" in der Kennenlernphase würde ich es als komisch empfinden, wenn mich der Mann schon als seine Partnerin bezeichnet.

Ich würde auch nicht gross reden, sondern als Frau auch handeln, nämlich mit ihm nicht mehr essen gehen und abwarten, ob er dann fragt, warum nicht mehr. Dann ist der richtige Zeitpunkt, weil er selber fragt, ihm zu sagen, dass man seine Äusserungen zu den Preisen als unangenehm und Spass am Date verderbend sieht.
 
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  • #27
@Mentalista
vieles siehst du wie ich. vielen Dank für dein ausführliches feedback.
Genau das stört mich - nicht die Sparsamkeit an sich (ich bin mir sicher, dass auch gut betuchte Menschen das Preis-Leistungs-Verhältnis stets prüfen) stört, sondern der Zeitpunkt und der Anlass. Jedem halbwegs intelligenten Menschen ist es eigentlich bewusst, was für einen Eindruck man damit hinterlässt. Wenn es diesem Menschen also diese Tatsache egal ist, dann ist es meiner Meinung nach gewollt. Vielleicht ist es auch eine Art Erziehungsmaßnahme in diesem frühen Stadium um zu zeigen - von mir kriegst du nichts, ich bin für absolute Gleichberechtigung.
Ich finde den Tipp mit ihm nicht mehr essen zu gehen ganz gut. Lider ist es nicht immer möglich wenn wir mehrere Stunden in der Stadt unterwegs sind oder auch bei Ausflügen ausserhalb. So oder so werde ich irgendwann eine Möglichkeit finden, ihn zu fragen, warum er so preisbewusst ist... ob es denn etwas gibt, was ich wissen müsste, denn so könnte ich es nicht nachvollziehen.

Was die Bezeichnung als Partnerin betrifft - wir hatten einen fulminanten Start, unser erstes Date dauerte allein 12 Stunden *lach (spazieren gehen, essen, dann feiern gegangen). Er fing ziemlich früh an, gemeinsame Aktivitäten und Urlaub anzuvisieren. Mich Freunden vorgestellt etc.
 
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  • #28
Ich sehe das eher so wie vergnügt. Wer rechnet, bist du.
Aus früheren Beziehungen und Bekanntschaften/Begegnungen/first Dates kenne ich es anders, man(N) klingt dann ganz anders wenn er die Rechnung übernehmen will. Bestimmter. Und souveräner. So, dass ich als Frau nicht auf die Idee komme, ein zweites Mal zu versuchen.
Also bist du es gewohnt, dich "aushalten" zu lassen? Kann ne schlechte Angewohnheit sein.
Nur... wenn er auf eine gewisse "Gleichberechtigung" zu achten scheint, habe ich langsam das Gefühl, ein Kumpel zu sein, und nicht die tolle Frau, die ich angeblich für ihn bin.
Ab und an mal alte Glaubenssätze ausfegen kann helfen.
Und wenn ich diese Verhaltensweisen merke, zahle ich lieber selbst - ganz egal, ob ich es mir gerade leisten kann oder nicht..
Über die Verhältnisse leben? Ganz schlechte Angewohnheit.
Was mich zunehmend stört ist... wenn wir ausgehen und etwas unternehmen (kino, essen gehen, Bar, Tanzen..) teilen wir uns zwar nicht die Rechnung (peinlich); zahlen jedoch immer abwechselnd...
Ich weiß ja nicht, was an getrennt zahlen peinlich sein soll (in Deutschland ist das ja nicht unüblich im Gegensatz zu Frankreich, Spanien o.ä.). Wenn du getrennt zahlen "doof" und abwechselnd zahlen "ungerecht" findest, kannst du ihm ja einen dir angemessen erscheinenden Anteil geben und er zahlt dann.
Es ist ein Verhältnis ca 1:1, dabei ist er leitender Angestellter, und ich eine ganz normale Sachbearbeiterin..
Ihr seid ja noch nicht zusammen, da finde ich deine Einstellung ziemlich fordernd. Wenn dir das zu viel Geld zum Essengehen ist, dann könnt ihr ja auch etwas anderes unternehmen.
nur... wenn ein Mann eine Frau angeblich toll findet und sie seine Partnerin nennt, sollte er, finde ich, sie auch ein kleines bißchen verwöhnen.
Ja. Genau wie umgekehrt :rolleyes:.
An die Reißleine habe ich auch mehrmals gedacht. Mich auch für ein paar Tage rar gemacht. Allerdings schnell gemerkt, dass er mir fehlt. Schließlich mag ich ziemlich vieles an ihm und emotional passt es auch sehr gut.
Nur am Preisschild hapert’s? Das ist nicht zu unterschätzen - in beide Richtungen :).

We are united in our differences.
 
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  • #29
@tina* ?
Kurze Antwort: ich möchte nicht an einem Discoabend alle Getränke besorgen, weil ich - wenn ich Durst habe, auch für meine Begleitung einen Drink mitbringe, und ich möchte als Frau nicht 3 Monate lang auf eine spontan mitgebrachte Blume warten oder gar betteln. Das kannst DU - von mir au sehr gerne - machen! Viel Spaß dabei :)
 
D

Deleted member 21128

  • #30
@Kati76 Ich bin vermutlich eine halbe Generation älter als du, und in mir steckt immer noch die Einstellung, dass der Herr selbstverständlich die Dame einlädt, wobei sich das ja nicht mehr wirklich gut rational begründen lässt. Mir macht’s auch nix aus, ich mach's gerne und rechtfertige es für mich mitunter damit, dass es ja ein Einkommensgefälle gibt. Ich lass aber auch meine Partnerin gerne mal zahlen, weil ich da weder ein Großßzügigkeitsgefälle oder Gönnerhaftigkeit oder relative Abhängigkeit (gerade erst hier im Forum gelernt ;)) entstehen lassen will.
Das Einladen gehört halt irgendwie zum gelernten Balzverhalten, zum Umwerben der Dame. Von der Dame werden dann wiederum andere Dinge erwartet (zB sie möge sich hübsch zurecht machen und sich anziehend kleiden), die mitunter auch Geld kosten oder zumindest Aufwand verursachen.
Ich glaube, dass diese Muster sich ganz langsam auflösen, was an sich gut ist, aber halt ein wenig die Orientierung verändert werden muss. Anderes Thema.
Ich verstehe, dass du ein wenig in Sorge bist, dass dein Freund geizig ist, wer will das schon, so einen Pfennigfuchser, reicht ja, wenn er mit Geld umgehen kann;)
Ich finde aber auch, dass in deiner Aussage ein wenig zu sehr der Anspruch mitschwingt, dass er das ganz selbstverständlich zu tun hat. Das fände ich jetzt auch nicht so sonderlich attraktiv.