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Deleted member 24797

  • #31
Außenstehende sehen das meistens viel klarer.
Das ist wohl manchmal so, wenn man sich nur um die groben Züge kümmert. Das grosse Ganze kann man eventuell von Aussen klarer sehen, weil man dann selbst nicht verwickelt und dadurch verwirrt und an eventuelle eigene problematische Standpunkte und Voraussetzungen gebunden ist.

Aber es stimmt irgendwie doch nicht ganz. Denn Aussenstehenden entgeht ja das, was im Innern und in den Beziehungsdynamiken genau geschieht, sie können so rasch nicht genau (sondern allenfalls annähernd, aber nur falls sie viel Empathie besitzen und/oder ähnliches im Detail aus eigenen früheren Erfahrungen oder aus Erzählungen und Beobachtungen von Menschen, die sie gut kennen) nachvollziehen, was in der Gefühlswelt abgeht und weshalb es dazu kam und kommt. Wenn man einfach so simpel behauptet, Aussenstehende könnten solche Dinge klarer sehen und besser einschätzen, dann verpasst man doch irgendwie gleichzeitig die Essenz davon.

Und ist es nicht so, dass man auch annehmen kann, dass es einen gewissen Sinn (oder zumindest einen Grund) hat, weshalb und wie jemand in eine solch schwierige Situation kommt? Vielleicht hat die (äussere) Schwierigkeit ja gerade damit zu tun, dass man sich einem inneren Thema stellen sollte/muss? Da nützen wohl alle so klarsichtigen Ratschläge und Einschätzungen von Aussenstehenden wenig, denn schliesslich kann man den Weg nur selbst im im eigenen Innern finden und muss ihn auch selbst gehen.

Hm.....? warum sprechen dann verheiratete Männer davon, dass sie ihre Ehefrau lieben, aber dennoch regelmässig Prostiutierte besuchen, mit der Kollegin fremdgehen bzw. ständig neue Affären haben?
Dass jemand von Liebe spricht, oder sogar daran glaubt, schliesst doch nicht aus, dass man sie in einer Tiefe, nach der man sich sehnt, noch nicht erlebt hat!

Warum gehen junge frisch gewordene Väter (oft verheiratet) mit einem noch warmen Kindersitz hinten im Auto auf den Kinderstrich in Berlin, um für wenig Geld Sex ohne Kondom haben zu wollen?
Was soll denn das hier? Dieser Zusammenhang ist nun doch sehr weit hergeholt und völlig unpassend. Ausserdem schreibst du so darüber, als ob es die Regel wäre, dabei ist sowas Schreckliches doch längst nicht das, was die allergrösste Mehrheit von frisch Väter gewordenen Männern tun!

Wie kommst du darauf so zu reagieren?
 
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  • #32
Alles hat eine Ursache, einen Grund und dadurch entsteht eine Wirkung. Ich kann mich ein Leben lang im Kreis drehen, solange unser Gehirn die Ursache nicht endlich erfasst hat. Bis dahin behandelt man die Symptome, nicht die Ursache, was auch zur Folge hat, so in einer anstrengenden Beziehung gefangen zu sein, dass keine Ruhe zur Aufarbeitung bleibt, manchmal auch bis ins hohe Alter. Niemand sollte das mit Bosheit oder bewusster Absicht verurteilen, so etwas läuft eben unbewusst. Allerdings kann ein entscheidender Satz das ganze Leben verändern. Bei mir war es zumindest, vor vielen Jahren so und hat dazu geführt, mir psychologische Hilfe zu holen und meine gesamte Kindheit und darüber hinaus, aufzuarbeiten. Meistens hat das etwas mit unseren Prägungen zu tun, deswegen können wir uns dann einfachere, leichte, friedfertigere Beziehungen nicht vorstellen. Das Gehirn sucht nach dem Bekannten aus der Kindheit, sieht das Andere nicht. Das heißt nicht einmal, dass man sich an entscheidende Situationen in der Kindheit erinnert, oft hat das Kind eine ganz andere Bewertung vorgenommen. Der Schutzmechanismus ist auch nicht zu unterschätzen. Wenn der Druck zu groß wird und man wirklich keinen Bock mehr auf "Täglich grüßt das Murmeltier" hat, tut man etwas und dafür gibt es gut ausgebildete Menschen denen man vertrauen kann.
Da gibt es einen schönen Satz: "Wir müssen unsere Kinder nicht erziehen, sie machen uns eh alles nach"
 
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  • #33
@WolkeVier


Danke für diese Ansicht - ja, in der Tat ist das Problem vielschichtiger. Ich war in einer 18 Jahre dauernden Beziehung, als ich sie als meine Physiotherapeutin nach einem Unfall kennen gelernt habe. Sie war damals "Single", seit 5 Jahren geschieden mit zwei kleinen Kindern. Sie war natürlich nicht Single, sondern pflegte parallele Affären mit verheirateten Männern. Wollte zwar immer feste Beziehung leben, hat es aber nie geschafft. Ich glaube im Nachhinein hat sie eben immer am Baum der Männer geschüttelt und ich fiel an den Boden. Ich bin geblieben, ich habe mich getrennt von meiner Partnerin. Irgendwie hat es da schon angefangen schwierig zu werden. Und das blieb es bis zuletzt. Die Affären und das abholen von Bestätigung (nächtliche WhatsApp von diversen Männern in ihrem Orbit) hat sie anfänglich über ein Jahr im Hintergrund weiterlaufen lassen, bis sie sich meiner sicher war. Mein Bauchgefühl sagte mir immer, da ist irgend etwas, bis ich es dann herausgefunden habe. Ab da wurde es nur noch kompliziert, weil ich natürlich das Vertrauen verloren hatte, sie es aber in keinster Weise wieder aufbauen wollte, sondern mir permanent vorhielt, wie ich falsch agiere indem ich ihr genau diese Vergangenheit zum Vorwurf mache. Wenn ich mir ihre Geschichte so ansehe, dann ist da ein sehr dominanter, nicht liebevoller Vater mit Gewalt in der Kindheit, Scheidungskind, eine Ehe, in der der Mann sie mit dem zweiten Kind schwanger hat sitzen lassen, dann die Affären. Und dann kam ich.

So eine richtige Basis haben wir nie gefunden. Aber dennoch, ich habe ja auch etwas Lebenserfahrung, es gab eben auch so unglaubliche Übereinstimmung und Nähe, die ich so noch nie erleben durfte. Das ist es, was mich noch immer am kämpfen hält, obwohl es wahrscheinlich sinnlos ist. Aber genau diesen Zeitpunkt zu erwischen, wann ist es genug, wann kann man nicht mehr, oder eben, kämpft man, arbeitet man daran – das ist das Schwierige daran.
 

beo

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  • #34
@Meerechse Also sollte Deine Provokation eine Art Schocktherapie sein? Kann funktionieren, aber ich halte es für suboptimal, weil die meisten Menschen auf Provokationen eher mit Abwehr reagieren, und im Abwehrmodus geht die Selbstreflexion runter. Ich bin mehr für Transparenz. Erklären, dass oft unreflektierte Glaubenssätze, dazu beitragen, dass man in so einer Situation bleibt, und dass so eine Beziehung dann auch auch Chance enthält, diese Glaubenssätze auf zu decken, und das dann eine Bereicherung für das Gesamte Leben ist. Wobei ich es vorziehe meine schädlichen Glaubenssätze auf weniger anstrengende Art zu eliminieren.

Und manchmal steckt auch kein Lernpotenzial dieser Art dahinter, manchmal rutscht man da einfach rein. Ich hatte bei der Gelegenheit keine weiteren Schatz dieser Art heben können.
 
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beo

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  • #35
es gab eben auch so unglaubliche Übereinstimmung und Nähe, die ich so noch nie erleben durfte.
Das finde ich interessant. Spontan würde ich davon ausgehen, dass es für das Gefühl von Nähe vor allem Vertrauen braucht, was aber soviel ich Dich verstanden habe, gestört war. Was für eine Art Nähe war das dann? Ich erwarte natürlich keine Erklärung, ich habe nur den Eindruck, dass es sinnvoll sein könnte, die Frage zu stellen.
 
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  • #36
Hm.....? warum sprechen dann verheiratete Männer davon, dass sie ihre Ehefrau lieben, aber dennoch regelmässig Prostiutierte besuchen, mit der Kollegin fremdgehen bzw. ständig neue Affären haben?

Warum gehen junge frisch gewordene Väter (oft verheiratet) mit einem noch warmen Kindersitz hinten im Auto auf den Kinderstrich in Berlin, um für wenig Geld Sex ohne Kondom haben zu wollen?
Es tut mir sehr leid, dass Du anscheinend vorwiegend schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hast, aber lass Dir versichern, dass es ganz viele treue, ehrliche Männer gibt die sowas nicht tun würden!

Ist halt wie überall, die Minderheit die negativ auffällt, vermiest den Ruf von allen die mit Anstand und Respekt durchs Leben gehen.
 
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  • #37
Es tut mir sehr leid, dass Du anscheinend vorwiegend schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hast, aber lass Dir versichern, dass es ganz viele treue, ehrliche Männer gibt die sowas nicht tun würden!

Ist halt wie überall, die Minderheit die negativ auffällt, vermiest den Ruf von allen die mit Anstand und Respekt durchs Leben gehen.
Sorry, wie kommst du darauf, dass ich da von mir geschrieben habe?

Es gibt Statistiken, nein, ich werde jetzt keine suchen, die besagen, dass es keine Minderheiten von Männer sind, die ihre Ehefrauen, Lebensgefährtinnen usw. betrügen.

Ja, es gibt Männer, die treu, ehrlich sind, aber ich sehe sie in der Minderheit.
 
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  • #39
Sorry, wie kommst du darauf, dass ich da von mir geschrieben habe?

Es gibt Statistiken, nein, ich werde jetzt keine suchen, die besagen, dass es keine Minderheiten von Männer sind, die ihre Ehefrauen, Lebensgefährtinnen usw. betrügen.

Ja, es gibt Männer, die treu, ehrlich sind, aber ich sehe sie in der Minderheit.
Ok sorry, da habe ich wohl etwas voreilig auf Deine Erfahrungen geschlossen, war nicht böse gemeint.

Zu den Statistiken ist einfach zu sagen, dass es auch solche gibt, welche besagen, dass sich Männlein und Weiblein in diesem Punkt ziemlich die Waage halten. Es gibt ja die Theorie, dass es Frauen einfach subtiler und vorallem diskreter angehen als die Männer und darum auch seltener erwischt werden dabei, was vielleicht auch daran liegt, dass sich viele Männer ihrer Partnerin so sicher sind, dass sie sich nicht im Traum vorstellen können, dass sie fremd gehen könnten...
 
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  • #40
Was soll denn das hier? Dieser Zusammenhang ist nun doch sehr weit hergeholt und völlig unpassend. Ausserdem schreibst du so darüber, als ob es die Regel wäre, dabei ist sowas Schreckliches doch längst nicht das, was die allergrösste Mehrheit von frisch Väter gewordenen Männern tun!

Wie kommst du darauf so zu reagieren?
Das frage ich mich auch, wenn ich deine Antwort auf meine Zeilen lese. Woher willst du wissen, dass es nicht die Regel ist, dass nicht wenige junge Männer, die frisch gewordene Väter geworden sind.... den Rest habe ich ja schon geschrieben? Woher willst du wissen, was die allergrösste Mehrheit von frischen Väter wirklich tun? Willst du es nicht wahrhaben, wie es da draussen wirklich aussieht?

In Berlin an dem Kinderstrich, an der deutsch/tschechischen/polnischen Grenze oder dem Strich von osteuropäischen Frauen, den Menschenhandel in Deutschland mit fast noch minderjährigen Frauen aus Osteuropa? Es soll inzwischen auch ein guter Handel mit jungen weiblichen Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan usw. geben. Es gibt genug männliche deutsche Kunden in diesem Geschäft. Da werden Umsätze gemacht, unvorstellbar. Infomiere dich doch mal.
 
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  • #42
Darf ich bitte noch einmal auf die Eingangsfrage zurpückkommen?
In dieser geschilderten Situation - inklusive Hintergrundinfos - ist es okay, Einsicht in ein Handy zu fordern?
 
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  • #44
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  • #45
Lieber prunotto,

ich finde es traurig und wie du schon selbst meintest, fehlt wohl das Vertrauen. Für mich wäre das kein festes Fundament und wenn du ihr Einblick gibst, wird sicher das nächste Kontrollinstrument aktiv. Wenn du sie wirklich willst, gib ihr die Sicherheit über alles. Ich vermute nur, wer kein Grundvertrauen aufbauen kann, sieht dein Bemühen nicht. Vertrauen beginnt in der Kindheit. Aber, es ist ja nie zu spät für eine glückliche Kindheit ;-)

Alles Liebe