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  • #19
Ich glaub Blauäugige und Kontrollfreaks werden gleichermaßen betrogen.
Vermutlich kommen geschickte Kontrollfreaks häufiger drauf , dass sie hintergangen werden.
Ich spreche natürlich nur aus meiner eigenen Gefühls und Erfahrungswelt, jedenfalls, glaub ich, ist ein Neustart nach einer Beziehungspause in der ein Partner jemanden Neuen hatte, eher problematisch. Vor allem, wenn nicht so viel Zeit nach der Trennung vergangen ist.
Nach den Schilderungen ist prunottos Freundin eine recht temperamentvolle impulsive Frau. Die Situation ist doch etwas verzwickt. Es scheint, dass beide noch starke Gefühle füreinander haben, und sich womöglich doch eine Fortsetzung der Beziehung wünschen. prunotto hat sich inzwischen, um nicht leer auszugehen, anderweitig umgesehen und angebandelt. Er empfindet durch den Schlussstrich seiner Freundin, dass seine Kontakte zu Frauen seine Privatsache sind. Vielleicht fühlt sie sich noch stark verbunden und empfindet seine Antwort als ein verletzendes " geht dich gar nichts an".
prunotto würde erst bei einem Neustart der Beziehung alles offenlegen, aber vielleicht braucht sie eben die Information vorher, ob und wie intensiv neue Kontakte gepflegt wurden, um zu wissen, ob ein Neubeginn emotional für sie machbar wäre. Oder sie braucht das Gefühl der Sicherheit, dass prunotto ihr nichts verheimlicht, oder...oder
Mehr Offenheit auf beiden Seiten würde vielleicht mehr Verständnis füreinander bringen.
@prunotto , sorry falls ich völlig daneben liege und falsch interpretiert habe.
 
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  • #20
@Zitat von mone 7:
Zuerst ist absolutes Vertrauen da - meines Erachtens funktioniert eine Beziehung sonst nicht.

In diesem Zusammenhang verstehe ich diese Feststellung nicht. Worauf sollte prunottos Freundin vertrauen ? Dass er andere Frauen trifft, oder dass er nicht andere Frauen trifft. Oder einfach pauschal vertrauen,dass das was er macht gut für sie ist, egal was?
 
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Deleted member 21128

  • #21
Nun, es gibt Dinge, die man als Aussenstehender nicht verstehen kann ... und meist man selbst in der Rückschau auch nicht.
Beidem würde ich gerne widersprechen. Außenstehende sehen das meistens viel klarer. Das ist ja auch der Sinn eines Forums, sich mal den Blick von außen zu holen. Es hat lediglich die Schwäche, dass man eben 'nur' den Blick des TE gezeigt bekommt und eben glauben muss, dass es so stimmt.
Und in der Rückschau - mit etwas Abstand - wirst du als einigermaßen reflektierter Mensch ganz deutlich sehen, wo der Hamster humpelt.
Bei euch beiden klingt es sehr danach, als hätte sie gewisse Probleme, die (vermutlich?) gar nix mit dir zu tun haben. Wenn sie das einsieht und gegensteuern kann, dann würde ich da eine Chance sehen. Wenn nicht, dann hast du aus meiner Sicht zwei Optionen für eine glückliche Zukunft: love it or leave it! 'Love it' wird dich vermutlich für sehr lange Zeit sehr viel Kraft kosten, verbunden mit einem hohen Risiko. 'Leave it' kann bequemer und schöner sein, allerdings musst du vorher tatsächlich deine Anteile an der Misere erkennen und klären, denn dich nimmst du ja mit. Das ist es vermutlich, was hiermit auch ausgedrückt werden sollte:
du magst anstrengende Beziehungen? Anscheinend haben sich da die "Richtigen" angezogen und können auch nicht voneinander lassen.
Ist vielleicht ein wenig sehr direkt gesagt (@beo :)), aber meint das Gleiche.
Und für sie bedeutet 'leave it' unter Umständen, dass sie sehr schwer zu einer glücklichen Partnerschaft finden wird. Ob du das zu deinem Problem machen willst, ist natürlich deine Sache.
Ich versteh dich auf jeden Fall sehr gut! Viel Glück!
 
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  • #22
Auch glaube ich nur bedingt, dass Fremdgehen ein Charakterzug ist, sondern eher die Unfähigkeit sich (aus fehlender Liebe?) ausschliesslich an einen Menschen binden zu können.
Hm.....? warum sprechen dann verheiratete Männer davon, dass sie ihre Ehefrau lieben, aber dennoch regelmässig Prostiutierte besuchen, mit der Kollegin fremdgehen bzw. ständig neue Affären haben?

Warum gehen junge frisch gewordene Väter (oft verheiratet) mit einem noch warmen Kindersitz hinten im Auto auf den Kinderstrich in Berlin, um für wenig Geld Sex ohne Kondom haben zu wollen?
 
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  • #24
@WolkeVier

Danke für diese Ansicht - ja, in der Tat ist das Problem vielschichtiger. Ich war in einer 18 Jahre dauernden Beziehung, als ich sie als meine Physiotherapeutin nach einem Unfall kennen gelernt habe. Sie war damals "Single", seit 5 Jahren geschieden mit zwei kleinen Kindern. Im Nachinhein war sie natürlich nicht SIngle, sondern pflegte parallele Affären mit verheirateten Männern. Wollte zwar immer feste Beziehung leben, hat es aber nie geschafft. Ich glaube im Nachinein hat sie eben immer am Baum der Männer geschüttelt und ich fiel an den Boden. Ich bin geblieben, ich habe mich getrennt von meiner Partnerin. Irgendwie hat es da schon angefangen schwierig zu werden. Und das blieb es bis zuletzt. Die Affären und das abholen von Bestätigung (nächtliche WhatsApp von diversen Männern in ihrem Orbit) hat sie anfänglich über ein Jahr im Hintergrund weiterlaufen lassen, bis sie sich meiner sicher war. Mein Bauchgefühl sagte mir immer, da ist irgend etwas, bis ich es dann herausgefunden habe. Ab da wurde es nur noch kompliziert, weil ich natürlich das Vertrauen verloren hatte, sie es aber in keinster Weise wieder aufbauen wollte, sondern mir permanent vorhielt, wie ich falsch agiere indem ich ihr genau diese Vergangenheit zum Vorwurf mache. Wenn ich mir ihre Geschichte so ansehe, dann ist da ein sehr dominanter, nicht liebevoller Vater mit Gewalt in der Kindheit, Scheidungskind, eine Ehe, in der der Mann sie mit dem zweiten Kind schwanger hat sitzen lassen, dann die Affären. Und dann kam ich.

So eine richtige Basis haben wir nie gefunden. Aber dennoch, ich habe ja auch etwas Lebenserfahrung, es gab eben auch so unglaubliche Übereinstimmung und Nähe, die ich so noch nie erleben durfte. Das ist es, was mich noch immer am kämpfen hält, obwohl es wahrscheinlich sinnlos ist.
 

beo

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  • #26
Ich denke ich erzähle mal wie ich meine toxische Beziehung erlebt habe:
Als ich ihn kennen lernte gefiel mir seine Begeisterungsfähigkeit und seine Tatkraft, selbst bei widrigen Umständen. Die erste Zeit war sehr schön, doch bald gab es Vorfälle die verstörend waren. Er benahm sich merkwürdig, ich reagierte verunsichert, es kam zum Streit und dann war ich schuld. Das Ganze war sehr subtil, ich hatte den Eindruck meinem Verstand nicht mehr trauen zu können. Eine Woche nach dem ersten Vorfall, habe ich ihm gesagt, die Beziehung lieber beenden zu wollen, lies mich aber umstimmen.

Ich hatte vorher schon mal davon gehört, dass es besonders schwer ist Entscheidungen die man wider besseren Wissens getroffen hat zu revidieren, irgendwie versperrt man sich damit den Blick auf das Wesentliche. Und ich habe es dann genau so erlebt.

Aber damals schien die Entscheidung sinnvoll, ich hatte eine lebensbedrohliche Krankheit und mir standen ein paar OPs bevor, wurde beruflich gemobbt und er wohnte in der Gegend, in der ich mir eine neue Stelle suchen wollte.

Die Zeit des Zusammenlebens war dann emotional sehr anstrengend für mich, er wurde mir gegenüber immer wieder aggressiv indem er mir erzählte was an mir falsch ist und wer mich alles ablehnt. Was er mir vorwarf, war mir nie zuvor vorgeworfen worden und deckte sich so gar nicht mit meinem Selbstbild, aber warum sollte meine Wahrnehmung seiner überlegen sein? Auch durfte ich meine Meinung nicht äußern wenn diese seiner widersprach, er unterstellte mir dann, ich würde ihn seine Sicht nicht erlauben, dabei wollte ich doch nur meine daneben stellen.

Ich habe noch zweimal Schluss gemacht und bin wieder rein. Ich war überzeugt, wenn er sich sehen könnte, wie ich ihn sehe, dann hätte er das Bedürfnis sein Verhalten zu ändern, und ich bekam mit unter welchen Stress er immer war, wenn er so fies gegen mich war. Also dachte ich, ich könnte eine Veränderung schaffen, indem ich mich ganz zurück nehme. Dann entwickelte ich stressbedingte Krankheitssymptome und er warf mir vor, das nur zu tun um ihn zu ärgern. Das war dann der Auslöser die Beziehung endgültig zu beenden.

Es hat noch eine ganze Weile gedauert, bis ich eine eigenen Wohnung gefunden habe und in der Zeit habe ich ihn beobachtet und ein besseres Verständnis für seine Muster entwickelt. Was mir dann geholfen hat für mich mit der Sache abzuschließen, es gibt für mich keine offenen Enden mehr. Sogar den Tinitus bin ich inzwischen wieder los.

Vom ersten Kennenlernen bis zu meinem Auszug waren es knapp drei Jahre. In der Zeit dazwischen kann keine Rede gewesen sein, von: ich wollte das so. Es war eher ein nicht glauben können, dass ein Mensch so sein kann, ohne sich ändern zu wollen. Der Glaube, dass immer beide Schuld sind, und das sich was ändert, wenn einer damit anfängt. Beim ersten mal sagen: die Beziehung will ich lieber nicht, war es die Frage nach dem einfacheren Weg. Bei der letzten Trennung, war es die Überzeugung, es ist der einzige Weg der mich nicht zerstört.
 
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beo

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  • #28
Ich habe mich im Internet über Narzissmus informiert. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob mein Ex schon unter die Diagnose fällt, aber er hat zumindest starke Anteile in die Richtung. Und es gibt da eine diagnostizierte Narzisstin die über ihre Sicht erzählt und das konnte ich mit seinem Verhalten für mich in Einklang bringen. Damit bin ich jetzt auf dem Stand, dass ich sein Verhalten auf der Ebene betrachte, wie ein Tier, das nun einmal bissig ist, da macht man halt besser einen Bogen. Klingt hart, aber von Selbstreflexion habe ich bei ihm nie etwas beobachten können.
 
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  • #29
Beidem würde ich gerne widersprechen. Außenstehende sehen das meistens viel klarer. Das ist ja auch der Sinn eines Forums, sich mal den Blick von außen zu holen. Es hat lediglich die Schwäche, dass man eben 'nur' den Blick des TE gezeigt bekommt und eben glauben muss, dass es so stimmt.
Und in der Rückschau - mit etwas Abstand - wirst du als einigermaßen reflektierter Mensch ganz deutlich sehen, wo der Hamster humpelt.
Bei euch beiden klingt es sehr danach, als hätte sie gewisse Probleme, die (vermutlich?) gar nix mit dir zu tun haben. Wenn sie das einsieht und gegensteuern kann, dann würde ich da eine Chance sehen. Wenn nicht, dann hast du aus meiner Sicht zwei Optionen für eine glückliche Zukunft: love it or leave it! 'Love it' wird dich vermutlich für sehr lange Zeit sehr viel Kraft kosten, verbunden mit einem hohen Risiko. 'Leave it' kann bequemer und schöner sein, allerdings musst du vorher tatsächlich deine Anteile an der Misere erkennen und klären, denn dich nimmst du ja mit. Das ist es vermutlich, was hiermit auch ausgedrückt werden sollte:
Wow. Nach meinem Empfinden und Erleben sehr gut auf den Punkt gebracht, danke @WolkeVier dafür. Innerhalb dieser destruktiven Beziehungen gibt es viele mögliche Varianten dieses Verhaltens, wie man aus dem Post von @beo lesen kann. Gemeinsam haben diese Beziehungen alle, dass sie bei beiden viel Kraft und Energie saugen.
 
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  • #30
Ich habe mich im Internet über Narzissmus informiert. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob mein Ex schon unter die Diagnose fällt, aber er hat zumindest starke Anteile in die Richtung. Und es gibt da eine diagnostizierte Narzisstin die über ihre Sicht erzählt und das konnte ich mit seinem Verhalten für mich in Einklang bringen. Damit bin ich jetzt auf dem Stand, dass ich sein Verhalten auf der Ebene betrachte, wie ein Tier, das nun einmal bissig ist, da macht man halt besser einen Bogen. Klingt hart, aber von Selbstreflexion habe ich bei ihm nie etwas beobachten können.
Ich hatte den gleichen Gedanken, will allerdings hier sehr vorsichtig sein mit solchen Labels, wenngleich ich weiß, wie entlastend sie für manche Beteiligte sein können. Es gibt (auch im Internet) einen Test, der mit sehr vielen (weit über hundert, wenn ich mich recht erinnere) Fragen arbeitet. Ich habe ihn zweimal beantwortet, einmal sehr kritisch, einmal sehr wohlwollend. Das Ergebnis hat mir geholfen.
Das mit dem Tier wird dir hier jetzt hoffentlich nicht als abwertend ausgelegt. Ich weiß genau, was du meinst. Der Betroffene kann vermutlich nix dafür und wahrscheinlich ist er nicht in der Lage, daran viel zu ändern.
An dem Punkt konnte ich zumindest wieder mit Gelassenheit und ohne Vorwürfe auf sie schauen.