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  • #1

gesunde Streitkultur

Liebe Forist:innen,

mit Streit in der Beziehung habe ich schon sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Am besten hat mir das Streitverhalten in unserer Ehe gefallen: Wir haben so gut wie nie gestritten und uns sehr gut verstanden. Allerdings war die Beziehung (für mich) plötzlich zu Ende - Nicht-streiten scheint also kein Erfolgsrezept zu sein. 😉
Wieviel Streit muss/darf sein? Welche „Regeln“ gilt es zu beachten, um keinen Schaden anzurichten? Wie kann man das Wissen darum mit den Emotionen vereinen, die manchmal hochkochen (Stichwort: Impulskontrolle)? Wie kann es gelingen, wieder aufeinander zuzugehen? Warum fällt es oft schwer, Muster zu erkennen und sich davon zu lösen?
Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema!

https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/ab-wann-schadet-streit-der-partnerschaft/
 

Pit Brett

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  • #3
Nicht zusammenziehen wenn man nicht muss.

Nicht mit Partnern mit Impulskontroll-Schwierigkeiten zusammen sein.

Eigene Impulskontroll-Schwierigkeiten erkennen und beheben (falls möglich), oder alleine bleiben, oder s.o.

Trennung nicht auf mangelnden Streit schieben. Man kann auch interessant sein, ohne sich gegenseitig auf die Palme zu bringen. Oder eben nicht.
..dann würde ich an der eigenen Attraktivität arbeiten - also interessanter werden.
Keine Ahnung, wie das geht; vielleicht ein eigener Thread?
 

Pit Brett

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  • #4
Ob es da wirklich allgemeine Regeln gibt? Oder nur Muster bei anderen, in denen man u.U. sich selbst wiedererkennt?

Den Gipfel an Streitkultur habe ich in einem kretischen Dorf erlebt. Das Paar hat gestritten, tagelang, immer lauter, immer anhaltender – und alle wussten, dass der Streit in einer ohrenbetäubenden Vögelei enden würde. Und dann gibt es welche, die selig lächelnd wie die satten Säuglinge Frieden und Verständnis preisen.

Nein, ich glaube, Regeln kann man da nicht aufstellen
 
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  • #6
Trennung nicht auf mangelnden Streit schieben. Man kann auch interessant sein, ohne sich gegenseitig auf die Palme zu bringen. Oder eben nicht.
..dann würde ich an der eigenen Attraktivität arbeiten - also interessanter werden.
Keine Ahnung, wie das geht; vielleicht ein eigener Thread?
Das Scheitern meiner Ehe einzig auf mangelnden Streit zu schieben würde mir etwas indifferent erscheinen. Allerdings konnten wir anscheinend nicht über Störgefühle reden, so dass sich Einiges anstauen konnte, das dann nicht mehr zu kitten war. Insofern glaube ich heute schon, dass es auch wichtig ist, seinem Ärger gelegentlich Ausdruck zu verleihen. Ich sehe mit meiner Erfahrung Harmonie also nicht mehr als Garant für eine funktionierende Beziehung an.

Dem Gedankengang zu “Attraktivitätssteigerung“ kann ich nicht ganz folgen. Für mich ist Streit kein Indikator für Interesse und fehlendes Interesse kein Anreiz, meine Attraktivität zu erhöhen.
 
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  • #7
Ob es da wirklich allgemeine Regeln gibt? Oder nur Muster bei anderen, in denen man u.U. sich selbst wiedererkennt?

Den Gipfel an Streitkultur habe ich in einem kretischen Dorf erlebt. Das Paar hat gestritten, tagelang, immer lauter, immer anhaltender – und alle wussten, dass der Streit in einer ohrenbetäubenden Vögelei enden würde. Und dann gibt es welche, die selig lächelnd wie die satten Säuglinge Frieden und Verständnis preisen.

Nein, ich glaube, Regeln kann man da nicht aufstellen
Grundsätzlich spielen hier ja eine ganze Menge Variablen eine Rolle, die sich auf das Streitverhalten eines Paares auswirken. Jeder Mensch bringt eigene Persönlichkeitsmerkmale, Erfahrungen und Muster mit; und in jeder Beziehung entsteht eine ganz eigene Dynamik.

Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass es einigermaßen allgemein gültige Do‘s und don‘ts gibt, die Kommunikation leichter machen. Irgendwie müssen die ganzen Paartherapeut:innen doch arbeiten. 😁
 

Julianna

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  • #9
Liebe Forist:innen,

mit Streit in der Beziehung habe ich schon sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Am besten hat mir das Streitverhalten in unserer Ehe gefallen: Wir haben so gut wie nie gestritten und uns sehr gut verstanden. Allerdings war die Beziehung (für mich) plötzlich zu Ende - Nicht-streiten scheint also kein Erfolgsrezept zu sein. 😉
Wieviel Streit muss/darf sein? Welche „Regeln“ gilt es zu beachten, um keinen Schaden anzurichten? Wie kann man das Wissen darum mit den Emotionen vereinen, die manchmal hochkochen (Stichwort: Impulskontrolle)? Wie kann es gelingen, wieder aufeinander zuzugehen? Warum fällt es oft schwer, Muster zu erkennen und sich davon zu lösen?
Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema!

https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/ab-wann-schadet-streit-der-partnerschaft/
Naja, da gibt es sicherlich verschiedene Ansichten und unterschiedliche Vorstellungen.
Um sich "heranzutasten" kann man sich mal die s.g. Abwehrmechanismen geben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Abwehrmechanismus

Menschen mit vielen Abwehrmechanismen sind eher anstrengend und oft unklar in ihrer Kommunikation.
Besonders unangenehm finde ich persönlich z.B. die Projektion. Oder auch das Verdrehen von Sachverhalten oder das s.g. "Beleidigtsein".

Abwehrmechanismen sind Schutzhandlungen, weil konstruktive Handlungsoptionen nicht zur Verfügung stehen - situationsbedingt, oder weil sie nie richtig erlernt wurden.

Die "Streitkultur" hängt automatisch mit diesen Abwehrmechanismen zusammen.

Wenn man z.B. nicht streitet (ich bin durchaus auch ein Fan davon), dann sollte da kein "Verdrändungsmechanismus" vorliegen. D.h. wer nicht lauthals streitet, sollte trotzdem Diskussionen und Besprechungen haben - in einem angemessenen Ton und ohne den anderen zu verletzen. Konflikte dürfen nicht ausgeschwiegen werden. Streiten muss man deswegen aber auch nicht.
 
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  • #10
Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass es einigermaßen allgemein gültige Do‘s und don‘ts gibt, die Kommunikation leichter machen. Irgendwie müssen die ganzen Paartherapeut:innen doch arbeiten. 😁
Das glaube ich nicht (mehr).
Es gibt keine konstruktiven Streits in einer Beziehung. Das ist immer negativ. Man kann das vielleicht so gestalten, dass nicht allzu viele Verletzungen bleiben.
Wenn man das will - oder muss (Kinder / Familie... das ganze Gedöns..) vielleicht?
Wenn man das nicht mehr muss (siehe oben), würde ich es vermeiden.

Und die ganzen Paartherapeutinnen leben vom Konflikt, nicht von gut funktionierender Kommunikation.
Ich unterstelle keinen bösen Willen; ich denke nur, dass die das eigentliche Problem nicht lösen können.
 
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mitzi

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  • #14
Den Gipfel an Streitkultur habe ich in einem kretischen Dorf erlebt. Das Paar hat gestritten, tagelang, immer lauter, immer anhaltender – und alle wussten, dass der Streit in einer ohrenbetäubenden Vögelei enden würde.
Ich könnte mir für den Aggressionsabbau und Wiederherstellung des Amüsements auch ein Brettspiel vorstellen, das noch kreiert werden müsste, werter @Pit Brett! Ich denke da an 'Partner versenken'.:cool:
 
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liegestuhl

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  • #19
Sehr spannend. :)
Vor allem, wenn es keine Spielregeln gibt, dann zählt die Beziehung.
Ich glaube, ein Missverständnis, werte @mitzi! Das Spiel muss erstmal entwickelt, hergestellt und verkauft werden wie ein normales Brettspiel, aber nicht von den Spielern zu entwickeln.

Der Reiz des Spieles wäre, wer wen am besten linken und austricksen kann.
Darum geht es ja immer in Beziehungen, auch außerhalb des o.g. Spiels, wenn man das realistisch, kühl, nüchtern und pragmatisch betrachtet.:cool:
 
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mitzi

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  • #20
ah... das Zwiebelspiel
na guten Tag

 
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  • #21
Der Reiz des Spieles wäre, wer wen am besten linken und austricksen kann.
Darum geht es ja immer in Beziehungen, auch außerhalb des o.g. Spiels, wenn man das realistisch, kühl, nüchtern und pragmatisch betrachtet.:cool:
Gibt es schon.

Der Klassiker: "Nobody is perfect"
https://www.spielregeln-spielanleit...en-8222Nobody-is-perfect8220-von-Ravensburger


Andere:
https://spiele.tips/die-besten-brettspiele-bei-denen-man-luegen-muss
 
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N4sh

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  • #24
Streiten will gelernt sein und ist nicht für jeden gleich.

Meiner Erfahrung nach, ist es absolut in Ordnung, wenn man auch beim streiten mal laut wird solange man beim streiten nie unter die Gürtellinie oder gar persönlich wird.
Ich seh es im Endeffekt wie bei einem Gewitter. Wenn man streitet und dicke Luft ablässt, dann ist die Luft hinterher wieder klarer und man kann wieder normal agieren, solange man nicht von einem Blitz verletzt wird. (sprich der Streit nicht ausartet und verletztend wird)
 

Woody95

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  • #25
Man sollte Wissen, dass Frauen und Männer wirklich anders Denken und an Probleme rangehen.


Obiges Video ist dazu eine gute Grundlage
 

Julianna

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  • #26
Man sollte Wissen, dass Frauen und Männer wirklich anders Denken und an Probleme rangehen.


Obiges Video ist dazu eine gute Grundlage
Diese Vera Birkenbihl wird ja seit einiger Zeit durch viele Medien und fast alle Altersgruppen gehyped.

Sicher kann sie Interesse wecken und hat ihren eigenen Humor, worüber sie eben auch viele Menschen erreicht hat.

Bei genauerem Hinsehen (Hinhören) wird man aber feststellen, dass sie geschlechtsstereotype Kategorisierungen vornimmt, die sich auch aus ihrem eignen Rollenverständnis ergeben und höchstwahrscheinlich mit ihrem Alter zusammenhängen bzw. mit der Generation der sie angehört.

Oder anders formuliert: Sie bedient sich vieler Klischees, die sie versucht wissenschaftlich - u.a. auch neurologisch - zu erklären. Vieles davon ist aber Quatsch. Herleitungen sind oberflächlich, ungenau oder einfach schlicht unwissenschaftlich. Verkaufen konnte sie das trotzdem ganz gut.
 
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Julianna

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  • #28
Auszug (Minute 3:47 - 4:30)
"Männer machen eine Sache ganz oder gar nicht, aber eben nur eine Sache. [...] Frauen wickeln das Baby und nebenbei hören sie einen Sprachkurs und wenn es ist, telefonieren sie auch noch und dann hat er noch eine Frage an sie - die beantworten sie ihm auch noch. Also wenn sie zum Beispiel zu Freunden fahren wollen heute Abend - und die sind umgezogen und haben eine neue Adresse - Männer sind besser im Kartenlesen - die können die Autokarte lesen, ohne sie auf den Kopf zu drehen (Gelächter im Publikum) - dafür können Frauen in jeder Situation reden (Gelächter im Publikum)."

- Klischee Ende -
 
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Woody95

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  • #30
Werte @Julianna, ich stimme dir zu.:)

Es war auch nur gedacht, um zu zeigen, wie ein und die selbe Handlung anders aufgenommen werden könnte.

Beim ganzen Vortrag erwähnt Frau Birkenbihl auch, dass es immer nur um bestimmte Aspekte des Gehirns geht, die dann mänlich oder weiblich Gepolt sind.