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  • #16
Hallo Eulenspiegl,

zunächst finde ich gut und richtig, dass Sie einen Schlussstrich unter die Beziehung gezogen haben. Vertrauen und Offenheit sind die Grundpfeiler einer Partnerschaft, beides scheint stark beschädigt.

Ähnliche Werte und Einstellungen, sowie (zumindest) kompatible Lebenspläne sind für eine langfristige und v.a. glückliche Beziehung wichtig. Es mag sein, dass ein ähnlicher Bildungsstand die Chance, in diesen Punkten gut „zu matchen“ erhöht, es wäre m.E. aber falsch, daraus eine Bedingung abzuleiten. Ich kenne zudem genug Beispiele von Paaren, die sehr glücklich sind, jedoch einen sehr unterschiedlichen Bildungshintergrund haben.

Wenn Ihr Bekannter als Argument anführt, dass er mit Ihnen als Partnerin „in seiner Gesellschaft“ schräg angeschaut werden würde, dann scheint das in der Tat ein Selbstwertproblem auf seiner Seite zu sein. Für Sie ist sein Verhalten nachvollziehbarer Weise sehr verletzend und enttäuschend. Ich wünsche Ihnen, dass es nach und nach gelingt – evtl. auch durch die Beiträge hier im Forum – die Schuld am Scheitern der Beziehung nicht bei sich zu suchen – das Problem liegt bei ihm. Zumindest wäre es fair gewesen, dass er Sie früher in seine Gedanken einweiht.

Einen Menschen macht v.a. aus, wie er fühlt, denkt und handelt, welche Empathiefähigkeit er besitzt, welches Verantwortungsbewusstsein gegenüber anderen Lebewesen er an den Tag legt – das hat alles nichts damit zu tun, ob er nun studiert hat oder nicht.

Alles Gute und herzliche Grüße aus Hamburg,
Markus Ernst
 
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  • #18
Haben Sie vielen Dank, Herr Ernst, Ihre Worte haben mich tief berührt, und sehr bewegt. Ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, wo ich einen Fehler gemacht habe, wo ich hätte früher etwas wahrnehmen können. Es gibt so viele Menschen unterschiedlicher Schichten in meinem Leben und den Dünkel hat mich bisher niemand spüren lassen. Der Zusammenhang, dass ich als Partnerin deswegen nicht in Frage komme, hat mich richtig geschockt. Aber es stimmt, wenn er mir seine Gedanken vorenthält, was soll ich da tun? Mein Vertrauen ist erschüttert, ich muss sehen, wie ich damit umgehen kann.

Vielen Dank auch an die anderen Teilnehmer, es sind viele wertvolle Gedanken dabei. Ich bitte um Verständnis, wenn ich nicht alles einzeln beantworten kann. Ich nehme sehr viel aus den Antworten mit und bin froh, dass ich doch den Mut hatte, hier zu schreiben.
 
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  • #19
Vielleicht liegt's ja daran, dass ich in der IT arbeite, aber ich hatte unter meinen Kolleginnen auch schon welche mit Realschulabschluss, die solche mit Hochschulabschluss locker in die Tasche gesteckt haben - und bei denen dann auch Position und Gehalt entsprechend waren. In anderen Branchen wie Medizin oder Rechtswesen, wo es im Beruf schon gesetzlich eine strikte Trennung zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern gibt, ist das vermutlich anders. @Eulenspiegl, kommt dein Ex womöglich aus solch einer Branche?

Ich bin selbst Akademiker und habe jedenfalls kein Problem mit einer Partnerin, die das nicht ist. Wie Markus Ernst schon schreibt, habe ich allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass es mit einer Akademikerin häufig etwas besser "passt", weil man die Erfahrung eines Studiums teilt und dadurch häufig ähnliche Lebensbiographien hat. Ich schreib bei Parship auch lieber Akademikerinnen an, weil mir nämlich umgekehrt Frauen schon häufiger erzählt haben, dass sie doch einen Partner mit gleichem Bildungsniveau möchten (im positiven wie im negativen). Aber das sind keinesfalls No-Gos - und auf deine Situation trifft das auch überhaupt nicht zu.
 
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  • #20
Der Zusammenhang, dass ich als Partnerin deswegen nicht in Frage komme, hat mich richtig geschockt.
logisch betrachtet ist die argumentation des mannes ohnehin absurd. denn wenns denn so wäre, wie er behauptet, hättet ihr euch gar nicht versehentlich dort getroffen. da vernissagen seiner ansicht nach sicherlich nur etwas für akademiker sind. aber du warst dort! und garantiert mit mehr interesse an der ausstellung als er, da du den künstler kennst und daher möglicherweise sogar einen persönlichen bezug zu den werken hast. während er sicherlich nur gelangweilt mit seiner frau da rumstand, weil das in "seinen kreisen halt dazugehört". ich sehe dich daher ganz klar als die toughere in dieser geschichte. du hast den mut gefunden, es zu beenden, klare verhältnisse zu schaffen. er hingegen findet weder den mut, seine frau zu verlassen noch sich über solche albernen konventionen hinwegzusetzen. also: nicht unterkriegen lassen, liebe @Eulenspiegl :)
 
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  • #21
wenn man liiert ist, oder war, wie die beiden, wieso spricht man nicht im Vorfeld darüber, daß man zu einer Vernissage geht? mir kommt das seltsam vor, man tauscht sich doch aus, was man abends unternimmt, wenn man den anderen nicht sieht und Vernissagen sind ja auch nicht Standardprogramm.
 
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  • #22
wenn man liiert ist, oder war, wie die beiden, wieso spricht man nicht im Vorfeld darüber, daß man zu einer Vernissage geht? mir kommt das seltsam vor, man tauscht sich doch aus, was man abends unternimmt, wenn man den anderen nicht sieht und Vernissagen sind ja auch nicht Standardprogramm.
Er hat sie belogen! Er war doch mit seiner "offiziellen vorzeigbaren" Partnerin, von der @Eulenspiegl nichts wusste, da! Der ist doppelgleisig gefahren, stand doch im Post von @Eulenspiegl .
 
F

Friederike84

  • #24
Er hat lediglich zum Ausdruck gebracht, dass er für eine feste Partnerschaft jemanden auf Augenhöhe sucht, was er in dir nicht gegeben sieht. Daran ist nichts auszusetzen, die einen mögen nur Blondinen, die anderen nur welche mit schwarzen Strümpfen, oder mit einer Leidenschaft für Jazzmusik, andere suchen jemanden mit ähnlichem Background.
Schön und gut - jeder hat seine Kriterien und Werte und Bildung ist einigen Menschen wichtig. Da spricht nix dagegen.
Ich sehe es hier schon deutlich kritischer. Er hat dies nach einem Jahr "Beziehungsaufbau" zugegeben, als er sich ertappt fühlte. Wenn das Kriterium wichtig ist, hätte man das sofort ausschließen können und sich nicht erst kennenlernen brauchen.
in Indien ist es immer noch so, eine der tragenden Säulen einer Beziehung sind nun mal ähnliche Werte und ähnlicher Status.
Ob Indien da jetzt so ein geeignetes Beispiel für werteorientierten Beziehungsaufbau ist...
Ein "Akademiker"-Kollege, der sein Büro auf dem gleichen Flur hat, mit dem ich bereits mehrfach an verschiedenen Projekten gearbeitet habe, weiß meinen Namen bis heute nicht. Als er vor kurzem meiner Kollegin eine Frage gestellt hat, hat meine Kollegin ihm gesagt, er möge bitte Frau ### (mein Name) fragen. Darauf er: Wer ist das denn?
Hmm. Dass so etwas verletzt und trifft - sogar nach direkter Zusammenarbeit an mehreren Projekten und Nähe auf dem selben Flur - kann ich mir vorstellen. Aber das von den Fakten (Nicht-Akademiker/Akademiker) abzuleiten, da bin ich nicht sicher. So ein Verhalten kann viele Gründe haben...
Ich würde eher auf sein Benehmen dir gegenüber schauen. War er in eurer Zusammenarbeit herablassend oder unangenehm und machte dich klein? Hat er dich spüren lassen, dass er einen anderen Blick auf die Projekte hat, sich über dich gestellt und das mit seiner Bildung begründet?
 
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  • #25
Hmm. Dass so etwas verletzt und trifft - sogar nach direkter Zusammenarbeit an mehreren Projekten und Nähe auf dem selben Flur - kann ich mir vorstellen. Aber das von den Fakten (Nicht-Akademiker/Akademiker) abzuleiten, da bin ich nicht sicher. So ein Verhalten kann viele Gründe haben...
Ich würde eher auf sein Benehmen dir gegenüber schauen. War er in eurer Zusammenarbeit herablassend oder unangenehm und machte dich klein? Hat er dich spüren lassen, dass er einen anderen Blick auf die Projekte hat, sich über dich gestellt und das mit seiner Bildung begründet?
Das verletzt mich nicht mehr. Glaube mir, ich habe genug Erfahrungen mit "solchen" Akademikern, tagtäglich. Sie sind, wenn sie denn mit dem niederen Volk reden, pissfreundlich, denn sie wollen ja was von mir. Sonst hätten sie sich ja nicht herabgelassen um mit mir zu reden. Es ist nicht so, dass sie mich oder meine kollegin unfair behandeln. Sie ignorieren uns schlichtweg, übersehen uns so lange, bis wir wichtig genug sind, weil sie etwas von uns brauchen. Da kannst du mit allen Kollegen und Kolleginnen, die nicht studiert haben, bei uns sprechen. Dir wird von jedem das gleiche erzählt. Die Fluktuation ist bei uns extrem hoch. Aber es hinterfragt niemand, warum das so ist.
Mir ist's auch egal, ich bin da auch bald weg!
 
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  • #26
Standesdünkel hin oder her...Legitim oder nicht, wenn man einen Partner auf bildungsmäßiger Augenhöhe sucht...Der Punkt liegt hier einfach darin, dass der o. g. Herr nicht von vornherein mit offenen Karten gespielt hat, d. h. unehrlich war.

Aber einer meiner fragt sich, wieso zahlreiche Frauen auf solche charakterlich zu kurzgekommene Herren zuhauf hereinfallen und ehrliche/anständige Männer dafür sausen lasseno_O
 
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  • #28