Beiträge
26
Likes
1
  • #16
Hallo Philippa,
Ich wollte noch mal zum obigen sagen, dass die Aktivitätsmuster nicht Vererbt werden können (man vermutet nur dass die Methylierung vererbt werden kann, was man daran sah, dass nach einer größeren Hungersnot die Durchschnittsgröße einer Bevölkerung gesunken ist und das auch noch mehrere Generationen nach dem Ende der Hungersnot).
Zu Deiner Frage denke ich in begrenztem Maße ja. Dabei geht es nicht um eine einzelne Idee/Gedanke, aber um eingeübte Gedankengänge und wie weit sich dabei das Ablesemuster verändert weiss ich auch nicht.
Aber bei Depressionen ist der Serotoninspiegel herabgesetzt (was sich natürlich in einer annormalen Genaktivität wiederspiegelt). Durch Einübung von Gedankengängen in der Psychotherapie kann dann die Depression geheilt werden, was mit einer Normalisierung des Serotoninspiegels einhergehen müsste, also auch eine Normalisierung der Genaktivität entspricht. Wobei hier denke ich wohl die Plastitzität des Gehirns eher die treibende Kraft ist als das Muster.
http://menschenfreund-blog.de/die-gehirnchemie-des-gluecks-biochemie-der-gefuehle-im-gehirn/
http://flexikon.doccheck.com/de/Depression


Veränderbare Genaktivitätsmuster sind denke ich in der Regel eher nicht stabil (selbststabilisierend) sondern eher abklingend, damit meine ich so was wie die Hautbräune. Die UV-Strahlung sorgt für Schäden und aktiviert dabei Heilungsprozesse und zusätzlich die Aktivierung/Verstärkung der Melaninproduktion (und damit häufigeres Ablesung der entsprechenden Gene). Wenn die UV-Strahlung aber fehlt wird nur noch eine gewisse zeit die Melaninproduktion weiter betrieben und dann wieder runtergefahren. Sprich nach der Sonneneinstrahlung wird man erst braun und verliert die Farbe dann wieder.

Noch mal zurück zum Gehirn. Es gibt Gedanken die Stress auslösen, oder die Glücksgefühle auslösen. Wenn du also einübst bei jedem Ereignis alle möglichen negativen Konsequenzen Dir auszumahlen so wird dieser Gedankengang sich stabilisieren und du wirst das irgendwann automatisch machen. Umgekehrt geht das auch. Diese Gedanken sind denke ich dann der stabilisierende Faktor und nicht der Serotoninspiegel selbst.

An der Stelle kann man natürlich das Scenario weiterspinnen. Dadurch dass man in ne Depression gerät stellt man sich vielleicht um von vorher einer Ausgewogenen Ernährung auf eine Alkohollastigen Ernährung mit zuviel Kalorien und wenig Sport. Dementsprechend werden Gene zum Muskelabbau abgeschaltet, welche zum Fettaufbau angeschaltet, welche zur Verdauung von Gemüse abgeschaltet, welche zum Abbau von Alkohol angeschaltet....

Vererbbar ist das ganze deswegen aber noch nicht!
 
Beiträge
171
Likes
9
  • #17
Zitat von Desertstar:
Hallo Philippa,
Ich wollte noch mal zum obigen sagen, dass die Aktivitätsmuster nicht Vererbt werden können (man vermutet nur dass die Methylierung vererbt werden kann, was man daran sah, dass nach einer größeren Hungersnot die Durchschnittsgröße einer Bevölkerung gesunken ist und das auch noch mehrere Generationen nach dem Ende der Hungersnot).
Zu Deiner Frage denke ich in begrenztem Maße ja. Dabei geht es nicht um eine einzelne Idee/Gedanke, aber um eingeübte Gedankengänge und wie weit sich dabei das Ablesemuster verändert weiss ich auch nicht.
Aber bei Depressionen ist der Serotoninspiegel herabgesetzt (was sich natürlich in einer annormalen Genaktivität wiederspiegelt). Durch Einübung von Gedankengängen in der Psychotherapie kann dann die Depression geheilt werden, was mit einer Normalisierung des Serotoninspiegels einhergehen müsste, also auch eine Normalisierung der Genaktivität entspricht. Wobei hier denke ich wohl die Plastitzität des Gehirns eher die treibende Kraft ist als das Muster.
http://menschenfreund-blog.de/die-gehirnchemie-des-gluecks-biochemie-der-gefuehle-im-gehirn/
http://flexikon.doccheck.com/de/Depression


Veränderbare Genaktivitätsmuster sind denke ich in der Regel eher nicht stabil (selbststabilisierend) sondern eher abklingend, damit meine ich so was wie die Hautbräune. Die UV-Strahlung sorgt für Schäden und aktiviert dabei Heilungsprozesse und zusätzlich die Aktivierung/Verstärkung der Melaninproduktion (und damit häufigeres Ablesung der entsprechenden Gene). Wenn die UV-Strahlung aber fehlt wird nur noch eine gewisse zeit die Melaninproduktion weiter betrieben und dann wieder runtergefahren. Sprich nach der Sonneneinstrahlung wird man erst braun und verliert die Farbe dann wieder.

Noch mal zurück zum Gehirn. Es gibt Gedanken die Stress auslösen, oder die Glücksgefühle auslösen. Wenn du also einübst bei jedem Ereignis alle möglichen negativen Konsequenzen Dir auszumahlen so wird dieser Gedankengang sich stabilisieren und du wirst das irgendwann automatisch machen. Umgekehrt geht das auch. Diese Gedanken sind denke ich dann der stabilisierende Faktor und nicht der Serotoninspiegel selbst.

An der Stelle kann man natürlich das Scenario weiterspinnen. Dadurch dass man in ne Depression gerät stellt man sich vielleicht um von vorher einer Ausgewogenen Ernährung auf eine Alkohollastigen Ernährung mit zuviel Kalorien und wenig Sport. Dementsprechend werden Gene zum Muskelabbau abgeschaltet, welche zum Fettaufbau angeschaltet, welche zur Verdauung von Gemüse abgeschaltet, welche zum Abbau von Alkohol angeschaltet....

Vererbbar ist das ganze deswegen aber noch nicht!

wow das ist interessant..
Ich habe allerdings schonmal gelesen, dass es eben auch eine Art lamarkistische Evolution gibt. So sollen Aktivitätsmuster, die durch Erlebnisse gefördert worden sind, auch vererbbar sein. Z.B. die Empfindlichkeit von Kriegsopfern, die sich auch noch über Generationen nachverfolgen lassen soll. Ein überaus spannendes Thema...
Kann also der Sohn eines Gigolos treu sein?...;)
 
Beiträge
26
Likes
1
  • #18
Hallo Lichtstaub,
im allgemeinen gilt der Lamarkismus als widerlegt. Unter anderem über die Begründung das hierzu die DNA verändert werden müsste, und das sogar anhand von einem vorgefertigtem Ziel und nicht nur zufällig. Effekte die das Erbgut gezielt verändern sind nicht bekannt. Ich würde sogar sage dass eine genetische Veränderung im Sinne von Lamark nur von einer Intelligenz verursacht werden kann, denn es muss ein sehr komplexer Vorgang so verändert werden dass ein etwas bestimmtes anderes dabei rauskommt. Ich bin Programmierer und ich weiss wie schwer das schon einem Menschen fällt ein Programm das noch relativ einfach gegen einen Menschenkörper ist auf ein bestimmtes Ziel zu verändern und dass dabei jede Menge Fehler entstehen, die sich die Natur dabei nicht leisten könnte.
Wie ich aber schon oben geschrieben hatte gibt es so was ähnliches wie Lamark über die Veränderung der Methylierung. Ich nehme dabei aber an dass dieses wohl nur für ein kleines Set an Eigenschaften funktioniert.

Ich will Deinem Beispiel, dass ich leider nicht bei google gefunden habe nicht widersprechen, erstrecht da ich es nicht komplett verstanden habe, aber dafür gäbe es auch evlt. alternative Erklärungen wie den Einsatz von "verbotenen" Chemikalien,.... die Erbgut beschädigen könnten....

Zum Verhalten: Verhalten ist denke ich zu über 90% erlernt, wobei die "soziale Vererbung" auch dazu zählt. Unter sozialer Vererbung verstehe ich dass man als Eltern auch gleichzeitig ein Rollenbild abgibt und Verhalten vorlebt, dass dadurch gelernt wird.
Ich denke übrigens, dass selbst ein Gigolo selbst anfangen kann treu zu werden, wenn er nur genug Grund dazu hat (sei es liebe, gier, Angst,....).
 
Beiträge
110
Likes
72
  • #19
Stichwort: Epigenetik!!! Lamarck (Vererbung erworbener Eigenschaften) ist somit teilweise rehabilitiert...
 
Beiträge
1.560
Likes
1.995
  • #20
Soweit ich weiß gibt es im menschlichen Genpool eine Varianz von 0,1 Prozent insgesamt, wobei die größte Vielfalt nach wie vor in Afrika zu finden ist. Der genetische Unterschied zwischen Europäischen Frauen und Europäischen Männern dürfte weit kleiner sein als 0,1 Prozent.
Das lässt zwar immernoch Platz genug für Unterschiede, aber die Gemeinsamkeiten düften deutlich überwiegen.
Sehr viel größer hingegen sind soziale und kulturelle (einschließlich religiöse) Unterschiede die sich durch Erziehung und Überlieferung weiter vererben, ebenso wie die damit verbundenen Sprachgewohnheiten, Ansichten, Meinungen, Verhaltensmuster oder auch Erfolgsmethoden oder Ernährungsweisen usw. die dem heranwachsenden Menschen über das familiäre Umfeld, im Laufe des Bildungsweges und nicht zuletzt über die Peergroup eingeprägt werden. Das Sein bestimmt das Bewusstsein, auch wenn durchaus die Möglichkeit besteht sich von übernommenen Vorstellungen zu emanzipieren und sich anderen zuzuwenden.
Die biologische Evolution ist sehr viel langsamer als die kulturelle Entwicklung. Seit dem Ende der letzten Eiszeit hat sich der Mensch biologisch kaum weiter entwickelt. Die Menschheit hat in kultureller Hinsicht aber einen Wandel nach dem anderen erlebt.
 
Beiträge
2.309
Likes
1.415
  • #21
Oder bildlich ausgedrückt:
 
Beiträge
12.018
Likes
6.140
  • #24
Zitat von Philippa:
Anfangs dieses Jahrtausends wurde ein grosses Geschrei gemacht, man hätte das menschliche Genom entschlüsselt.
[tüpflischiisser]Es wurde nicht entschlüsselt, sondern sequenziert.[/tüpflischiisser]
Also die Abfolge der Nukleinbasen, der AGCTs. Was diese Abfolge dann im einzelnen macht, das wird so nach und nach rausgefunden.
 
G

Gast

  • #25
Ich denke, dass es Philippa (Philippa, bitte korrigiere mich, falls ich falsch liege) in erster Linie darum ging, eine Definition des Selbst anhand von Genetik zu erörtern. Insbesondere, was ist ein Mann, was eine Frau und inwieweit tangiert es mich, prägt und beeinflusst es mich, letztlich, lässt mich unfrei sein.
Im Manierismus (der Stilepoche) gibt es die sinnlose Ordnung, die nur durch hohe Konzentration aufrecht erhalten werden kann. Der Kunsthistoriker Pevsner formulierte es so. Sie löste in Italien die klerikale Ästhetik durch eine bürgerliche ab. Man kann darüber streiten, ob diese nicht auch klerikal oder zumindest metaphysisch ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
812
Likes
140
  • #26
Zitat von Philippa:
Meine Frage ist nun ganz einfach, wie das denn zusammenpasst. Wenn ich doch immer die Hälfte meiner Gene von meinem Vater habe und mein Bruder ebenso die Hälfte der Gene von meiner Mutter, und es kann sein, dass bei mir für eine bestimmte Eigenschaft oder Fähigkeit die Gene des Vaters die dominanten sind, während es bei meinem Bruder die Gene meiner Mutter sind, wie kann es dann sein, dass die Evolution für die Geschlechterunterschiede verantwortlich ist?
Würde das nicht nur dann möglich sein, wenn ich die Gene der Mutter bekommen hätte und mein Bruder die Gene meines Vaters?

Kann mir das bitte mal jemand erklären? Danke!
Es gibt weibliche und es gibt männliche Spermien. https://criticomblog.wordpress.com/2012/05/01/spermien-fur-madchen-und-jungen/
Die Jungs sind schneller, die Mädchen halten aber länger aus.

Die Evolution ist daher für die Unterschiede der männlichen und der weiblichen Spermien zuständig.

Und noch einen Punkt zu dem dominanteren Gen, hier werden ja gerne blonde Haare genommen. Braune oder schwarze Haare sind dominanter, sprich man müsste ja denken, dass die blonden Haare irgendwann aussterben. Es ist allerdings so, dass auch wenn die blonden Haare jetzt wegen dem Mix bei einem nicht richtig durchkommen, kann es immer noch sein das man selbst dann blonde Kinder bekommt weil die Geninformation "Blonde Haare" noch in einem drinsteckt. Ja schwieriges Thema, aber einiges ist angeboren aber vieles auch einfach nur angelerntes Verhalten.
 
Beiträge
464
Likes
274
  • #27
Philippa

Ich wisch jetzt mal das ganze Thema der Genetik beiseite und verweise auf das Fachgebiet der Psychologie.

Die Persönlichkeit ist jedem Menschen gegeben und bildet sich in den ersten zwei Jahren nach der Geburt. Jedes Persönlichkeitsmodell kommt bei Mann und Frau gleichermassen vor, nur gibt es eine statistische Häufung die je nach Geschlecht anders ausfällt.

Dieser ganze Geschichten, wie Männlein und Weiblein sein sollen sind Quatsch und es dient niemandem, wenn man sich versucht in ein Förmlein zu drücken, das gar nicht zu einem passt. Durch die Möglichkeiten der heutigen Gesellschaft ist es sinnlos geworden, sich an traditionellen Rollenbilder zu orientieren und jeder muss selber wissen, was seine Rolle im Leben ist.

Einige kommen damit besser klar als andere, aber es tun sich beide Geschlechter schwer damit. Viele Leute haben Anfangs 30 eine Identitätskriese, weil da der Einfluss von Elternhaus, Erziehung und Gesellschaft nachlässt und spätestens dann sich die eigene Persönlichkeit durchsetzt.
 

vhe

Beiträge
549
Likes
27
  • #28
Zitat von Philippa:
Also: es wird ja immer wieder behauptet, es gäbe klare Geschlechterunterschiede (z.B. was Partnerwahl angeht, was Empathiefähigkeit oder auch räumliches Vorstellungsvermögen etc. betrifft) und diese seien biologisch festgelegt. Und oft hört man auch, dass solche Unterschiede im Rahmen der Evolution entstanden seien.

Nun hatte ich jedoch in der Schule einst gelernt, dass bei sexueller Fortpflanzung die Gene immer wieder neu gemischt würden. Ich hätte dann die Hälfte meiner Gene von meiner Mutter und die andere Hälfte von meinem Vater geerbt. Ebenso, in jeweils anderer Zusammensetzung, meine Geschwister. Wie sich diese Gene genau zusammensetzen, das ist aber zufällig.
Letztendlich wird mit den Genen das Geschlecht, mit dem Geschlecht der Hormonhaushalt und mit dem Hormonhaushalt der Rest festgelegt. Ich bin da kein Experte, aber vermutlich wird so dann auch die Genaktivierung gesteuert. Dann hast Du zwar alle Gene, aber nicht jedes Gen darf auch mitspielen, sozusagen. Ist sehr grob vereinfacht, natürlich, bin kein Biologe.

Dass es Unterschiede im Verhalten gibt, kann man an Neugeborenen (Menschen und Affen) recht gut sehen. Z.B. spielen einen Tag alte Affenbabies geschlechtsabhängig lieber mit Puppen oder anderen Spielzeugen.

Wie bei jdem biolgischem Prozess läuft das nicht immer 100%ig identisch ab und es gibt mehr oder weniger weibliche Frauen und mehr oder weniger männliche Männer. Und natürlich die Extremfälle, wo das Kopfgeschlecht mit dem zwischen den Beinen überhaupt nicht übereinstimmt und irgendwann mal der Chirurg ran muss und danach eine Hormonbehandlung fällig wird.