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Dr. Bean

  • #166
Zitat von Philippa:
Ich war ja einst eine Gerechtigkeitsfanatikerin. Bis ich eines Tages merkte, dass Gerechtigkeit nicht der Menschen Ding ist. Die Anprangerung einer Ungerechtigkeit ist derart von subjektiver Wahrnehmung und extremen Emotionen geprägt, dass daraus sogar unlösbare Kriege entstehen - ich denke da etwa an den Nahen Osten.

Dabei ist es doch tatsächlich eher so, dass es nur ungerechte und keine gerechten Handlungen gibt. Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass jemand Gerechtigkeit gefeiert hätte, wohingegen sich allle immer mal wieder (oder immer) ungerecht behandelt fühlen.

So es denn etwas Höheres als uns Menschen gibt, die Gerechtigkeit sei dessen oder deren Ding!
Naja aber absolute Gerechtgigkeit entspräche u.U. einem perfekten Leben. Und was hat das noch für Reize?
 
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Philippa

  • #167
Zitat von Dr. Bean:
Naja aber absolute Gerechtgigkeit entspräche u.U. einem perfekten Leben. Und was hat das noch für Reize?
Ich glaube, dass die "übermenschliche" Gerechtigkeit nur im Zustand der Weisheit überhaupt eingermassen erfasst werden kann. Wenn wir meinen, Gerechtigkeit würde bedeuten, nicht leiden zu müssen, dann ist das vermutlich ein falsches Verständnis davon.
 
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Dr. Bean

  • #168
Zitat von Philippa:
Ich glaube, dass die "übermenschliche" Gerechtigkeit nur im Zustand der Weisheit überhaupt eingermassen erfasst werden kann. Wenn wir meinen, Gerechtigkeit würde bedeuten, nicht leiden zu müssen, dann ist das vermutlich ein falsches Verständnis davon.
Ja... ich glaube im Zustand der absoluten Weisheit gehen Moral und Logik verloren. Weil man dann die ganze Zeit damit beschäftigt ist, das Wissen um das Böse und das Gute im Zaum zu halten. Aber ich kann mich auch irren.
https://www.youtube.com/watch?v=AhLeetJZ3eU
 
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Philippa

  • #169
Zitat von Dr. Bean:
Ja... ich glaube im Zustand der absoluten Weisheit gehen Moral und Logik verloren. Weil man dann die ganze Zeit damit beschäftigt ist, das Wissen um das Böse und das Gute im Zaum zu halten. Aber ich kann mich auch irren.
In Momenten der tiefen Erkenntnis, versteht man, weshalb es die Frucht vom Baum der Erkenntnis war, welche die Menschen aus dem Paradies vertrieben hat. Wir Menschen sind vermutlich dazu nicht geschaffen, es würde uns handlungsunfähig machen, mehr als nur eine Ahnung zu bekommen.
 
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Dr. Bean

  • #170
Zitat von Philippa:
In Momenten der tiefen Erkenntnis, versteht man, weshalb es die Frucht vom Baum der Erkenntnis war, welche die Menschen aus dem Paradies vertrieben hat. Wir Menschen sind vermutlich dazu nicht geschaffen, es würde uns handlungsunfähig machen, mehr als nur eine Ahnung zu bekommen.
Ja aber das Streben nach Erkenntnis macht das Leben trotzdem lebenswert. Und es lohnt sich zu leben für die anderen 5 Menschen, die auch so denken. :)
 
P

Philippa

  • #171
Zitat von Dr. Bean:
Ja aber das Streben nach Erkenntnis macht das Leben trotzdem lebenswert. Und es lohnt sich zu leben für die anderen 5 Menschen, die auch so denken. :)
Denkst du, man kann nach dieser Art der Erkenntnis wirklich streben? Ja, vielleicht, sich dazu bereit machen. Aber die Momente der Ahnung sind Geschenke, die man unerwartet erhält, jedenfalls kenne ich das nur so. Und vielleicht geht es in erster Linie um Demut. Oder was denkst du dazu?
 
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Dr. Bean

  • #172
Zitat von Philippa:
Denkst du, man kann nach dieser Art der Erkenntnis wirklich streben? Ja, vielleicht, sich dazu bereit machen. Aber die Momente der Ahnung sind Geschenke, die man unerwartet erhält, jedenfalls kenne ich das nur so. Und vielleicht geht es in erster Linie um Demut. Oder was denkst du dazu?
Ja kann man mach ich schon mein ganzes Leben. Der Weg ist das Ziel.
Um Demut geht es nicht, es geht mehr um Transzendenz. Dem Verstädnis darüber, das positive und negative Gefühle zum Leben dazu gehören und das man enttäuschungen nicht kontrollieren kann, sondern dass sie die Zufallsvariabel im Spiel sind mit der man rechnen muss. Niemand kann Gefühle völlig transzendieren aber wir haben die Wahl ob sie uns zerstören.
 
P

Philippa

  • #173
Zitat von Dr. Bean:
Ja kann man mach ich schon mein ganzes Leben. Der Weg ist das Ziel.
Um Demut geht es nicht, es geht mehr um Transzendenz. Dem Verstädnis darüber, das positive und negative Gefühle zum Leben dazu gehören und das man enttäuschungen nicht kontrollieren kann, sondern dass sie die Zufallsvariabel im Spiel sind mit der man rechnen muss. Niemand kann Gefühle völlig transzendieren aber wir haben die Wahl ob sie uns zerstören.
Es ist interessant, wie du das siehst und erlebst. Bei mir ging es weniger um positive und negative Gefühle, sondern darum, dass ich das Resultat meiner Handlungen für andere Menschen nicht kontrollieren kann. Meine Absicht kann die beste sein, und trotzdem verletze ich fast zwangsläufig immer wieder andere Menschen. Wer die Welt retten will, zerstört sie. Vielleicht, weil er sich irgendwie über die anderen erhebt, wenn er denkt, er wisse, was richtig sei. Mich hat das gelehrt, nach Demut zu streben.
 
D

Dr. Bean

  • #174
Zitat von Philippa:
Es ist interessant, wie du das siehst und erlebst. Bei mir ging es weniger um positive und negative Gefühle, sondern darum, dass ich das Resultat meiner Handlungen für andere Menschen nicht kontrollieren kann. Meine Absicht kann die beste sein, und trotzdem verletze ich fast zwangsläufig immer wieder andere Menschen. Wer die Welt retten will, zerstört sie. Vielleicht, weil er sich irgendwie über die anderen erhebt, wenn er denkt, er wisse, was richtig sei. Mich hat das gelehrt, nach Demut zu streben.
Aso verstehe. Ja das ist schwierig für mich zu beantworten. Ich bin kein besonders empathischer Mensch. Ich verstehe meistens überhaupt nicht wie andere Menschen mich sehen oder zu mir stehen. Auch kenn ich sowas wie psychologische Distanz ganz schlecht. Wenn ich jemanden sympathisch finde, ist Distanz für mich überwunden.
Daraus resultiert für mich der positive Nebeneffekt, dass mir meine Wirkung auf Andere eigentlich gänzlich egal ist. Ich versuch an den Reaktionen derer, die ich sympathisch finde, Muster zu erkennen, nach denen ich mich auf sie einstelle. Das braucht immer etwas Zeit und es gibt immer Ausreißer aber IST man sich sympathisch finde ich so trotzdem Freunde. Im Businessleben ist das perfekt.

Ich kann dir nur sagen, dich selber zu ändern, weil du dir ständig verletzend vorkommst, kannst du nur machen, wenn du das auch willst. Du solltest dich nicht anderen zuliebe verändern. Klar das ist immer leicht gesagt aber es sagen so viele, obwohl sie es nicht verstehen, weil es auch aus dem Buch der Erkenntnis stammt. :)
 
P

Philippa

  • #175
Zitat von Dr. Bean:
Aso verstehe. Ja das ist schwierig für mich zu beantworten. Ich bin kein besonders empathischer Mensch. Ich verstehe meistens überhaupt nicht wie andere Menschen mich sehen oder zu mir stehen. Auch kenn ich sowas wie psychologische Distanz ganz schlecht. Wenn ich jemanden sympathisch finde, ist Distanz für mich überwunden.
Daraus resultiert für mich der positive Nebeneffekt, dass mir meine Wirkung auf Andere eigentlich gänzlich egal ist. Ich versuch an den Reaktionen derer, die ich sympathisch finde, Muster zu erkennen, nach denen ich mich auf sie einstelle. Das braucht immer etwas Zeit und es gibt immer Ausreißer aber IST man sich sympathisch finde ich so trotzdem Freunde. Im Businessleben ist das perfekt.

Ich kann dir nur sagen, dich selber zu ändern, weil du dir ständig verletzend vorkommst, kannst du nur machen, wenn du das auch willst. Du solltest dich nicht anderen zuliebe verändern. Klar das ist immer leicht gesagt aber es sagen so viele, obwohl sie es nicht verstehen, weil es auch aus dem Buch der Erkenntnis stammt. :)
Jetzt hast du mich gänzlich anders verstanden, als ich es meinte. Ich sprach nicht nur von mir, sondern von einer Bedingung des Menschseins. Aber vielleicht sprengt das die Möglichkeiten hier.

Ich habe keine Schwierigkeit, mich mit anderen Menschen zu verstehen und kann meist ganz schnell auch bei mir fremden Menschen Vertrauen herstellen.
Es geht auch gar nicht darum, mich zu verändern. Die Quintessenz aus dem, was ich in meinem obigen Beitrag geschrieben habe, ist eher, dass ich versuche aufzuhören, etwas bewirken zu wollen. Dass ich stattdessen einfach für andere da bin (und auch für mich selbst, indem ich Grenzen setze, wo ich sie brauche). Ohne irgendwelche Absicht.
 
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Dr. Bean

  • #176
Zitat von Philippa:
Jetzt hast du mich gänzlich anders verstanden, als ich es meinte. Ich sprach nicht nur von mir, sondern von einer Bedingung des Menschseins. Aber vielleicht sprengt das die Möglichkeiten hier.

Ich habe keine Schwierigkeit, mich mit anderen Menschen zu verstehen und kann meist ganz schnell auch bei mir fremden Menschen Vertrauen herstellen.
Es geht auch gar nicht darum, mich zu verändern. Die Quintessenz aus dem, was ich in meinem obigen Beitrag geschrieben habe, ist eher, dass ich versuche aufzuhören, etwas bewirken zu wollen. Dass ich stattdessen einfach für andere da bin (und auch für mich selbst, indem ich Grenzen setze, wo ich sie brauche). Ohne irgendwelche Absicht.
Ja da verstehe ich dich wirklich nicht mehr. Aber klingt doch Alles knorke. :)
https://www.youtube.com/watch?v=5_SLU1ByyKg
 
D

Dr. Bean

  • #180
Zitat von fafner:
Also Daten ohne Ende ohne eine Partnerschaft zu wollen? So etwa...?
Nee ne Partnerschaft is mir zu emotional, das endet immer nur in Tränen und Tod. :)

Nee so der Weg zur Erkenntnis, wo der Maschinenbauer herausfindet, das die Anthropologin nicht im Reinen mit sich ist. Das ist doch genial :)